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Wiesbadener Tagblatt

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Nr. 25

Samstag/Sonntag, 30./31. Januar 1943

91. Jahrgang

Unser Sieg ist das Reich

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Unser Glaube: der Führer

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Mochte. Eine lärmende Wirklichkeit, die mit der Lebre von der Allmacht des Goldes, die Arbeitslosigkeit aufwissen­schaftliche" Fundamente stellte, die die Kunst entartete, den Acker verschacherte und das Brot zum Svekulationsobjekt jüdischer Wucherer erniedrigte. Und alles stand gegen den anfänglich einsamen Rufer, alles was das Leben an äußerer Macht zu vergeben hat: der Staat und die Waffe, das Kasi-

in eine zeitgebundene Form zu gießen. Ein Prüfstein, an dem jedes Geschlecht seine Größe oder seine Unzulänglich­keit erweisen muß. Zum ewigen Inhalt des Reiches ge­hört, um diesen Wesenszug an einem Beisviel zu erläutern, die beherrschende Gestalt. Träger der inneren Ordnung. Herzog des Heerbanns und oberster Richter. Zeit­gebunden ist dagegen die Bezeichnung Kaiser oder Führer, zeitgebunden sind auch die Begleiterscheinungen, ob sich diese

In der kritischsten Phase der deutschen Kriegführung begehen wir den 10. Jahrestag der Machtübernahme. Mögen unsere Feinde an die harten und schmerzlichen Rückschläge, die uns getroffen haben, die Hoffnung knüpfen, daß wir wankend werden in dem Glauben an den Sieg. Sie unterschätzten unser Volk schon so oft, sie werden sich auch diesmal gründlich täuschen. Jedes Opfer, das von unseren Müttern und Frauen gebracht wurde, all die durchwachten Nächte, die mit Sorgen um die Lieben ungefüllten Tage, je bei Tropfen Blut, den unsere Kame­raden auf den zahllosen Schlachtfeldern Europas, in den Steppen des Ostens, in den Wüsten Afrikas vergossen, sind uns eine nie verstummende Mahnung. Jede Todesnachricht liegt in unseren Händen wie ein Schuldschein, den wir mit höchstem, wenn es sein muß, mit letztem Einsatz zu begleichen entschlossen sind. Denkt an die Helden von Stalingxad! Ein Appell, dem sich kein deutsches Herz verschließt, der die Alten arbeitsrüstig und halbe Knaben zu Männern macht. Deutschland verrät seine Gefallenen nicht, das Hochziel für das sie starben. Und am Ende dieses bitteren Weges wird, wie am triumphalen Abschluß des mühseligen, zähen und unbeirrbaren Ringens um Die innere Macht, das stolze Wort stehen: Und Ihr habt doch gesiegt! Das ist keine Augen­blicksstimmung. das ist unser fanatischer Wille, ein Schwur, den wir vor den stummen Augen unserer Väter und Brüder ablegen, die ihre Liebe zu Frau und Kind, zur Heimat, die ihren Glauben an das Reich, mit dem Tod besiegelten.

Vor uns und vor denen, die es nicht mehr ausfvrechen können, steht das Reich. Das Ge­fäß. gefüllt mit all dem, was deutsche Herzen höher schlagen läßt, was der deutsche Gedanke sinnt, was deutscher Wille schuf, und was er plant. Die Vergangenen sind darin und die Ungeborenen, die noch in unserem Blute ruhen. Im Reich sind die Gärten ausge­breitet. in denen unsere Kinder spielen und unsere Frauen Haus und Herd behüten. In seine Landschaften ist das heimatliche Tal ein­gebettet, das Dorf, in dem wir den ersten Schrei taten und der Friedhof mit den Grä­bern unserer Eltern liegt, und der Strom, in dessen Wellen sich neben Burgen und Domen die Schornsteine der Fabriken, unserer Ar­beitsstätten. spiegeln. Das Reich ist nicht ein mit Steuern und Vorschriften belasteter kalter Staatsbegriff, es ist die Summe des deutschen Lebens, des stchtbaren und hintergründigen, der Ausdruck des Willens

Bewährung berauskristallisierte Elite stützt. Artfremd aber ist die parlamentarische Demo­kratie, weil Re die verantwortliche Persön­lichkeit durch eine Mehrheit ersetzt, die stets in kurzer Zeit anonymen Kräften dienstbar wird.

Mit dem Führer und seiner Bewegung trat das Reich in die n e u e st e Phase seiner Formgebung, die die Elemente des modernen Lebens, aus den wissenschaft­lichen Fortschritten, aus der Technik und den daraus entspringenden Produktionsmerhoden geboren, artgemäß verarbeitet. Das mit der Bismarckschen Renaissance des Reiches heraüf- geführte zwiespältige Kaisertum, das sich aut die mittelalterliche TheseVon Gottes Gnaden" berief und zugleich auf das im Reichsgefüge un­organisch wirkende, dem Westen entliehene System des liberalen Parlamentarismus stützte, wurde von dem Lawinenschlag des ersten Weltkrieges hinweggefegt. Eine Zwi­schenlösung, ein Kompromiß, das die Schicksals­probe nicht bestehen konnte. Damals trat vor die brennenden Augen der grauen Graben- kämpfer die Erkenntnis: nicht die Dynastie macht das Wesen des Reiches aus, sondern das Volk, das in seinen namenlosen Ver­tretern vier Jahre die Eisenstürme der Materialschlacht, treu und opferwillig, durch- gestanden hatte. Das Volk, dessen Glieder sich fernab von dem behaglichen Leben der Hei mat, in der Einsamkeit der Todeslandschaft, nicht durch Herkunft ober Besitz unterschieden, sonbern lebiglich mit ihrer Treue und Hingabebereitschaft ihren Rang bestimmten. Aus ben Trichterfeldern vor Verdun und in Flandern, an der Somme und in der Champagne stand ber beutsche Sozia­lismus auf. Ein fanatischer Wille, eine nn- bänbige Formkraft, bie das Leben aus ber materialistischen Umklammerung löst, bie aus Motoren und Maschinen, bisher nur ein Mit­tel bet Kavitalerzeugung, zur Stillung bes Dividendenhungers einer kleinen Clique, beit Stil einer neuen, bet sozialistischen Epoche entwickelt. ' Getragen von bei allum fassenben Volksfamilie, bet Ee meinschaft, die stch einzig nach bet Leistung abstuft unb danach strebt, alle Schaffenden an dem Ergebnis ihrer Arbeit zu beteiligen, in den Genuß bet Güter zu setzen, bie bisher nur einem engen Kreis zugänglich waren. Die ihren Kindern, gleich ob Re im Wohl­stand geboren, oder aus bescheidenen Verhält­nissen stammen, jede Chance gibt, die stch aus ihren Anlagen, ihrem Fleiß, eröffnen Und die Sorge um bas Eebeihen bes Volkes um seine inneren Entwicklungsmöglichkeiten ist es auch, bie ben Willen zur Machtentfal-' tung nach außen bestimmt. Kein ufer­loser Imperialismus, wie er uns in ben übersättigten Feindstaaten entgegen­tritt, sondern die eiserne Zwangsläufigkeit, die Räume in unseren Schutz zu nehmen, die unser Brot unb bie Rohstoffe sicherstellen, die unsere Industrie benötigt, bie unserem Fleiß unb unserem Seiftungsrotflen. unserem Stre­ben nach Wohlstand und Aufwärtsentwick­lung bie materiellen Voraussetzungen geben Rach innen unb außen also ein Reich bes Volkes, bas Reich ber Deutschen, in seiner bei anbiechenben sozialistischen Epoche ent- spiechenben Form.

aus dem Anruf des Führers das Reich sprach, wurde er von ben Herzen, in benen bie Sehnsucht nach sei­ner Wiedergeburt glühte unb brannte, verstanben. Don Hunderten erst, von Tausenden bann unb schließlich von Millionen. Mit bem Nationalsozialismus siegte am 3 0. Januar 1933, unb gerade das macht die schicksal­hafte Wendung von damals unwiderruflich, das Reich, das mit uns heute, zehn Jahre später, in die härteste Be­währung seiner jahitausendealten Geschichte eintritt.

Das Reich ist eine ewige Aufgabe, von einer Generation an die andere weitergereicht. Die Aufgabe, die an stch zeitlose Wesenheit bes Reiches, ben gewandelten äußeren

es keine heiligere Pflicht zu erfüllen, keinem höheren Gesetze zu gehorchen hat;

ein Volk unter den meisten Verhältnissen unüberwindlich ist in dem großmütigen Kampfe um seine Freiheit. Carl von Clausewitz.

Ich sage mich los von der leichtsinnigen Hoffnung einer Errettung durch die Hand des Zufalls;

von der dumpfen Erwartung der Zukunft, die ein stumpfer Sinn nicht erkennen will;

von dem unvernünftigen Mißtrauen in die uns von Gott gegebenen Kräfte;

ich glaube und bekenne, daß ein Volk nichts höher zu achten hat, als die Würde und Freiheit seines Daseins;

daß es diese mit dem letzten Blutstropfen verteidigen soll;

assen eine Wirklichkeit an, die hinter einer hauchdünnen Voraussetzungen einer neuen Evoche entsprechend, jeweils Prunkfastade, das zehrende Elend nicht zu verbergen ver-

An dieser Sehnsucht, an diesem Glauben entzündete stch der «Fanatismus der grauen E r ab en m p f e r des ersten Weltkrieges, die mitten im Zusammenbruch und im Chaos die Fahne des Reiches aufrichteten. Sie, die die Schreckenszone des Todes durchschritten und jenseits von ihr bie Räume betreten hatten, barin in fast unirdischer Klarheit stch das Wesentliche über den Wust von Neben­sächlichkeiten erhebt und die stttliche Größe stch von dem Schlamm feigen Zauderns und Bangens befreit, traten

zu einer artgemäßen Ordnung. Zu Zeiten bebt es stch mächtig in die Wirklich­keit empor, wie etwa mit Otto I.. dem Sachsenkaiser, an besten Hof stch bie Abge- hntbien der abend- und morgenlänbischen Welt vereinten, wie mit Bismarck, ber ihm nach langer Ohnmacht wieder Kraft und Glanz verlieh. Dann wieder ist es eine ein­same Fanfare, wie in ben Taten Friebrichs bes Großen, um schließlich für Jahrzehnte unter bie Oberfläche bes Tatsächlichen hinab- zustnken auf ben Urgrund bes deutschen Wesens, ins Legendäre, woraus es als Kyffhäusersage, als Sage von dem schlafen­den Kaiser unb seinem schlafenben Heer, ber bas Reich wieder in die Wirklichkeit zuriick- führen soll, aufersteht. Als Sehnsucht, Herzen, der Besten brennt, alr Glaube, der auch tiefsten Nacht die Hoffnung nicht verlöschen läßt.

Das deutsche Volksreich, vom Führer und seiner Bewe­gung in zehn Jahren auf uralten unb ewigen Fundamenten aufgerichtet, im ersten Stadium seiner Entwicklung von seinen Feinden überfallen, tritt in die härteste Be- Währung ein. In einen Kampf, der weder den Kompro­miß kennt, noch Rückstckt nimmt auf liebgeworbene Gewohn­heiten, auf Reservate ber Persönlichkeit, die uns im Frieden unantastbar sein mögen. Es gebt heute nicht nur um b:< Gegenwartsform, es geht um bas ewige Reich, um feine Sub­stanz, um unser Volk. Es geht um das-Erbe, von Generation zu Generation weitergegeben unb in bieten schicksalschweren Tagen in unsere Hanb gelegt. So verbindet stch in uns die Dynamik des neuen Wollens und Werdens mit ber Ver­antwortung für die ewigen Dafeinsgiund- lagen unseres Volkes vor seiner Vergangenheit und für feine Zukunft zu jener sittlichen Größe, die in der Hal­tung ber Stalingradkämpfer ihren erschütternbsten Ausdruck findet. In Stalingrad kämpft das ewige Deutsch­land. In Stalingrad ist die Fabne entfaltet worben, auf bie wir alle. Mann und Knabe. Mutter unb Mädchen, schwören: Wir stehen zu Deutschland, wir stehen zum Führer und unser Sieg ist das Reich!

tal und die Preste, Theater, Film unb Runbfunk. Da aber

Persönlichkeit auf einen erblichen Adel, ober auf eine in ber

Heinrich Karl Kunz.