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Freitag, 29. Januar 1943

Wiesbadener Tagblatt

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Pell und Knolles Kellersorgen.

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Freitag Verdunkelung von 18.077.46 Uh>

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Die Lagertemperafur.

Sehl, hier die Kartofielknaben Möchten kühlen Keller haben|

. 36 Grad, das ist recht.

Sonst ergehls den beiden sthlechi.

In Heizungskellern. Luftschutzräumen

Fangen bald sie an zu keimen.

Auch fault mancher Lagerfreund Und wird aller andern Feind,

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Der 40 Jahre alte Alois Hyden aus Knittelfeld, der sich durch Sandel,. Kauf und Tausch von Rundfunkgeräten und Fahrrädern ein müheloses Einkommen verschaffte, verkaufte ein Rundfunkgerät, das er selbst zu 150 RM kaufte, für 250 RM weiter, nachdem er ursprünglich den Betrag von 300 RM gefordert hatte. Als Zugabe verlangte er außerdem die Kleiderkarte der Käuferin. Das Rundfunkgerät hatte aber nur einen Wert von 50 RM. Hyden wurde vom Sondergericht Leoben wegen Betrug. Einhandeln einer Kleiderkarte gegen Entgelt und wegen grober Preisüberschreitung zu einer Zuchthaus st rafevon zwei Jahren verurteilt.

Keine Beflaggung am 30. ^anuar

Berlin, 29. Jan. (Funkmeldung.) Der Reichsminister de» Innern und der Reichsminister für Volksausllärung und Propa, ganda geBen bekannt:

Di« am Tage der Rationalen Erhebung üblich« aklgemem« Beflaggung unterbleibt in diesem Jahr.

Bauherr hat grundsätzlich nut noch mit einer einzigen Be­hörde bzw. Dienststelle zu tun. Die Regelung der übrigen Zu­ständigkeiten und die Herbeiführung aller sonstigen Geneh­migungen ist in innerbehördlicher Auseinandersetzung verlagert, 3. zur Vermeidung unnötiger und vergeblicher Vor- und Ent­wurfsarbeiten ist die Behandlung der Bauanträge in ein V o r - u n d e in Hauptverfahren aufgegliedert.

Künftig tritt der Bauherr nur noch mit der örtlichen Bau­polizei in VerbinduitS, die für den Stand seines Bauvorhabens zuständig ist. Sic ist somit zum Mittler zwischen den Bauherren und allen übrigen beteiligten Dienststellen geworden. Von rhr allein erfährt der Bauherr dann später abschließend die Eesamt- entscheidung über seinen Antrag im Namen aller Übrigen be­teiligten Dienststellen. Wenn der Bauschein ausgestellt wird, so erfolgt gleichzeitig die bauwirtschaftliche Genehmigung. Bauschemc für Bauvorhaben, die bauwirlschaftlich nicht vertretbar stm> oder nicht durchgeführt werden können, sind also künftig ausgeschlossen. Eine Erleichterung für den Bauherrn ist es. daß er seinen Bau- antrag künftig nur in ganz allgemeinen Umrissen einzureichen braucht. Erst wenn die Vorprüfung ergibt, daß der Antrag Aus­sicht auf Genehmigung hat, muß der Bauherr den endgültigen Bauentwurf ausstellen. Die Bauvolizeibehörde legt Meten Ent­wurf nach ihrer Prüfung dem jeweils am Sitze der Riistungs- infvektion eingesetzten Bqubevollmächtiglen des Reichsministeriums Speer vor. der nun über die bauwirtschaftliche Genehmigung ent­scheidet. Diese Regelung gilt für alle Bauvorhaben mit über 5000 RM Baukostenstimme. Bei Bauvorhaben, die darunter liegen, sowie bei lebensnotwendigen Jnstandsetzungsarbeiten, tritt künftig anstelle der Arbeitsämter die örlliche zuständige Bauvolizeibehörde.

Ebenfalls zur Erleichterung des Büroweges ist das Ver­fügungsrecht der Baubevollmächtigten über Baustoffe erweitert worden, die Überwachung der Bauvorhaben und der Innehaltung der Bauverbote ist fetzt anstelle der Arbeitsämter den Bauvoltzei- behörden übergeben worden, da die Arbeitsämter nicht über das geschulte technische Personal verfügen.

Durch die 31. Anordnung des EB.-Bau wird der bisherige Vorwurf übermäßiger bürokratischer Hemmungen gegenüber der Behandlung von Baumabnahmen. Genehmigungen und Baufrei- gaben behoben

Seite 4 Nr. 24

Das neue bauwirtschaftliche Genehmigungs- Verfahren

Zur 31. Anordnung des EB.-Bau betr. Bauverbot

Der Generalbevollmächtigte für die Regelung der Bauwirt- fchaft, Reichsminister S v e e r, hat, mit seiner 31. Anordnung vom 15. Januar 1943 das bauwirtschaftliche Genehmigungsverfahren für die Freigabe von Bauvorhaben nach den Grundsätzen der Kriegswirtschaft mit den schon seit jeher bestehenden baupolizei­lichen Genehmigungsverfahren zusammengefaßt, um eine eins beitliche Behandlung des bauwirtschaftlichen Lenkungsverfahrens insgesamt zu erreichen. Die bisher für die Regelung der Bauwirtschaft gültige 9. Anordnung vom 16. Februar 1940 ist aufgehoben.

Das bauwirtschaftliche Genehmigungsverfahren ist gegenüber dem baupolizeilichen Genehmigungsverfahren seit der starken Be­anspruchung der Bauwirtschast, angefangen mit dem Westwallbau und der Wehrhaftmachung des Reichs, immer stärker in den Vor­dergrund getreten. Dieses bauwirtschaftliche Genehmigungsver­fahren war neu; es war mit dem seit je bestehenden baupolizei­lichen Genehmigungsverfahren nicht gekuppelt. Außenstehenden waren die Zuständigkeiten deshalb völlig unklar; Entscheidungen der unbeteiligten Behörden, da sie nur von einem Ressort ge­troffen waren, standen nicht immer miteinander im Einklang, und was das wichtigste ist, einem Bauherrn, der die baupolizeiliche Genehmigung hatte, fehlten unter Umständen immer noch die Bau­stoffe und die Arbeitskräfte. Solche Unstimmigkeiten waren un­vermeidlich, weil die Genehmigung der Baupolizei ja die Geneh­migung seitens der bauwirtschaftlichen Lenkungsstelle nicht ersetzen konnte.

Durch die neue 31. Anordnung sind jetzt drei Gesicht s - vunkte als tragende Grundgedanken des neuen Genehmigungs- nerfahrens herausgestellt worden.

1. Baupolizeiliche und bauwirtschaftliche Genehmigung sind in ein und demselben Verfahren zu behandeln, 2. der

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Der Wiederleser

Begegnung mit dem Buch

tit das gleiche, wie wenn wir nach langer Zeit eine Stobt betreten, in der wir einst gewohnt haben: auch in den Buchern- die wir früher schon einmal gelesen haben, begegnen wir uns selbst, wie wir vor Jahren waren. Wir wundern uns über bte Landschaften, durch die wir damals gewandert sind, mtd sie scheinen sich verändert zu haben. Dtes und tettes hat bte Ertnne- tuns bewahrt. Aber vieles ist uns ganz neu. Es hat uns erst aus der jetzigen Stufe unseres Lebens etwas zu sagen. ,

Manches Drama, das wir als Siebzehnjährige durchnehmen mußten, war uns für länger vergällt, als hafte dem Gedicht 6et Geruch bet Schulstube an. Erst zwanzig Iahte spater waren wir imstande, die reine Gestalt der Iphigenie auf Tauris zu sehen Was konnten die Knaben auch von Schuld und Verhängnis wissen-

Unser Leben reich! nicht aus, das Unvergängliche der großen Dichtungen nachzudenken. Wir können uns nur auf den Stets be­schränken. der uns gemäß ist. Aber dieser Kreis erweitert sich leicht unvermerkt ins' Unabsehbare. Die Pitcher,, die wir einmal aus­schlagen, und die daun verstummen/ hätten wir besser nie an­gerührt. Ein rechtes Buch geht nie zu Ende. Es kann wohl eine Weile fast vergessen werden, aber dadurch wird ihm nichts genom­men. Wer es wiederfindet, kommt sich wie ein Wünschelrutengänger vor, dem der verborgene Schatz das Herz zucken läßt. 2hm ver- fMt alles zufällige Dasein, und er ist nur noch der hingerissene Wiederleser. Dr. R. Eerlack

Von Rechts wegen

Drei bemerkenswerte Urteile gegen üble Bollsgenofseu

Das Amtsgericht R o st o d- verurteilte den Augenarzt Dr. Heinrich Krüger zu zehnMonaienEefängnis. Als 'n der Nacht zum 24. Avril des vorigen Jahres bte Seestadt Rostock einem schweren feindlichen Fliegerangriff ausgesetzt war. wurden zahlreiche Häuser und Wohnungen durch Svreng- und Brand­bomben vernichtet und ihre Bewohner obdachlos. Zu diesen schwer Geschädigten gehörte auch Frau Dietrichs mit ihren drei kleinen Kindern int Alter von zwei bis fünf Jahren. Etn Beauf­tragter bet Partei brachte Frau Dietrichs unb ihre Kinder in die Klinik von Dr. Krüger und teilte dort mit, daß die Bomben- f l ü ch t l i n g e behelfsgemäb in der Klinik untergebracht werden müßten. Dr. Krüger lehnte die Aufnahme ab. obwohl ausreichende Möglichkeiten für eine behelfsmäßige Unterbringung vorhanden waten und schickte die völlig übermüdeten Obdachlosen wieder fori. Als kurz daraus der Parteibeauftragte wieder erschien, um die Gründe für die Nichtaufnahme der Bombengeichadigten zu erforschen, wurde er im Auftrag ®t._ Krügers durch eine Haus­angestellte mit einem ablehnenden Bescheid abgesertigt. Das Ge­richt stellte in der Verhandlung fest, daß die Handlungsweise des Dr. Krüger jedem gesunden Volksempfinden widersprach. Wer tm Augenblick eines feindlichen Luftangriffes so wenig Mit den un­glücklichen Ovfern mitfühlt wie dieser Mann, verdient eine empfindliche Strafe. Deshalb hat das Amtsgericht in Rostock diese Handlungsweise gerecht abgeurteilt, die als Einzelfall in schroffem Gegensatz zu der hilfsbereiten Haltung steht, die in den luft­gefährdeten Gebieten allgemein von der tapferen unb kamerad­schaftlichen Bevölkerung gezeigt wirb.

Die 24jährige Ehefrau Herta A u g u st aus Königsberg (Preußen), deren Ehemann im Felde steht, lebte mit drei Kindern im Alter von drei bis elf Jahren, aus erster Ehe des Mannes stammend, und einem eigenen Kinde im gemeinsamen Haushalt. Sie vernachlässigte ihre Obhutvflicht für ihre Stiefkinder in un­glaublicher Weise, in dem sie häufig mehrere Tage unb Nächte lang an die See fuhr und die Kinder sich selbst überließ. Der elfjährige Junge mußte kochen und für feine Geschwister sorgen. Dement­sprechend befanden sich auch die Schlafstätten und die ganze Woh­nung in einem herabgekommenen Zustand. Die vor dem Sonder- gericht in Königsberg Angeklagte prügelte und mißhan­delte auch die Kinder in roher Weise. Das Sondergericht verurteilte die Angeklagte, die ihre ungehemmte Vergnügungs­sucht vor ihre Fürsorgevflichten stellte, wegen Verletzung der Ob­hutvflicht und Mißhandlung zu einer Zuchthausstrafe von zweieinhalb Jahren.

Der Heldeniampf im Vsten

Die neue Filmwochenschau

Die neue Deutsche Wochenschau steht ganz im Zeichen des heldenhaften Ringens der deutschen Soldaten im Osten. Eisiger Sturm fegt über das Land. Mühsam rollen und gleiten die^Wasen mit dem notwendigsten Nachschub über bte spiegelglatten Straßen. Vom vordersten Graben im Raum von L e n i n g r a d blicken wir hinüber zum Feind. Deutsche Artillerie nimmt einen sow­jetischen Artilleriebeobachter, der sich in einer Ruine festgesetzt hat. unter Feuer. An einem anderen Teil Meier Front wird eine zurückgewonnene Grabenstellung wieder in Verteidigungszustand gesetzt. Der Boden ist steinhart gefroren. Stück nm Stück mutz herausgeschlagen werden. Aus einer Zeltbahn und ein paar Bret­tern, die mit Schnee gegen Fliegersicht getarnt werden, entsteht ein denkbar primitiver MG.-Stand. Er gibt keinen Schutz gegen die stimmige Kälte. Aber das Wichtigste ist erreicht: Von fiter aus kann das Vorfeld gut unter Feuer genommen werben. Hier wird der Ansturm der Bolschewisten im Feuer der MGs. der Ar­tillerie und Flakartillerie zusammenbrechen, wie schon in den Ta­gen und Nächten vorher. Die große Zahl der gefallenen Bolsche­wisten, die steif gefroren im verschneiten Vorfeld liegen, und Dutzende vernichteter Sotyjeivanzer zeugen von der Härte dieses Ringens.

Ein vorgeschobener Stützpunkt im Raum von Weltktie Luki zeigt uns, unter welchen unsagbar schweren Bedingungen die deutschen Kräfte hier der ungeheuren Übermacht des von allen Seiten' anstürtuenden Feindes Widerstand leisteten. Wieder greifen die Bolschewisten an. HM tobt der Kampf Der Stutz­punkt mutz gehalten werden. Südostwärts des Ilmensees schlagen Granaten in die zum Angriff bereitstehenden Wellen der bolschewistischen Infanterie. Sturmgeschütze gehen tntn zusam­men mit Panzergrenadieren zum Gegenstoß vor. Ein Sonnet- vanzer ist durchbrochen. Er wird in Brand geschossen. Wieder rollt einer dieser Kolosse heran. Ein deutscher Grenadier springt nut langen Sätzen heran. Schon ist die geballte Labung Belegt. Gute gewaltige Detonation erschüttert den Panzer; auch er ist erlebtet. So mutz der Feind jeden Meter Boden mit hohen blutigen Ver­lusten erkämpfen. Immer wieder stoßen unsere Truppen zu Gegen­angriffen vor und behaupten sich gegen Durchbruchs- und Um- sasinngsversuche. Diese Einsatzbereitschaft, diese Energie und dieses Heldentum unserer Soldaten leuchtet aus allen Bildern der neuen Wochenschau.

Ein eindrucksvoller Bericht vom Kriegsschauplatz in Tune­sien schließt sich an. Panzer und Panzergrenadiere vernichten de-Eaulle-Truvoen und entreißen auch im Süden von Tunis dem Feinde strategisch wichtige Punkte.

Ein interessanter Berichi vom Einsatz unserer Nachtlager gibt einen Begriff von der Härte des, Kampfes, den auch diese Soldaten zu bestehen haben. __

Zum 30. Januar bringt die neue Wochenschau eine zusammen­fassende Bildfolge von der gewaltigen Aufwärtsentwicklung Deutfch- lanbs in den ersten zehn Jahren nationalsozialistischer Staats« fiihmng.

Hieue Wege der Erbforschung

Laterjchastsbejiimmung durch Ähnlichkeit

116er die Frage, wie die Vaterschaft eines Kindes am sicher­sten zu bestimmen sei, sprach in einem Vortrag in Hannover Dozent Dr. Bauermeister vom Institut für Erbbiologie der Universität Köln. In den vergangenen drei Jahren sind M dem Kölner Institut rund 30 000 Personen untersucht worden Die Art, wie die erbbiologische Bestimmung vor sich geht.,ist kompliziert. Die Prüfung der Ähnlichkeit von Eltern und Kind als des entscheidensten Phänomens für die Abstammung geschieht dadurch, daß drei- bis vierhundert Erbmerkmale gegenübergestellt werden, die durch Photographie oder durch Zeichnung zu erfassen sind. Die Merkmale, die das Kind nicht von der Mutter hat, gelten dem Erbsorscher als eine Matrize, in bte ber gesuchte Mann hineingepaßt werben muß. Je weniger stark bei einem Kinbe bie Ähnlichkeit mit ber Mutter ist, um so sicherer erscheint bie Beurteilung bes Vaters. Wenn etwa fünfzig Merkmale als Form Übrigbleiben, in bie ber gesuchte Mann hineingepaßt werben muß, dann hängt ber Sicherheitsgrab der Bestimmung davon ab, inwieweit sich die als Vater tu Frage kommenden Männer unterscheiden. Von den vielen Merkmales aus denen sich die Bestimmungsgründe aufbauen, sind natürlich Haar und Auge wichtig, aber der Erbsorscher bezieht auch un­zählige Einzelheiten in seine Untersuchungen ein, so die Lippen- bilbnng, die Haarkräuselung, die Kinngrübchen (Wangengrubchen sind bedeutungslos), die Nasenspitze, die Nasenflügel, den Nasen­knorpel; besonders ober das Ohr, bas allein mit feinem Formenreichtum hunbcrt. Merkmale bietet, die Hände, die Finger­form. die Nagelform, die Pupilleiilinien. Die erbbiologische Be­urteilung wird in dem Augenblick besonders erleichtert, tn dem pathologische Merkmale auftreteg, etwa das verkümmerte Ohr. Erschwerend ist,' daß Frauen einen bestimmten Geschmack bei der Auswahl ber Männer entwickeln, so daß die als Väter in An­spruch genommenen Typen sich regelmäßig stark ähneln. Er­leichternd kommt zustatten, baß sich schon burch bie Blutgruppen­bestimmung ein ganz bestimmter Ausschluß ergibt.

Bei der Kölner Begutachtung von etwa zwolfhunbert Fallen belief sich der Anteil der Fälle, in denen die Wissenschaft sich zu einer Entscheidung nicht entschließen konnte, auf nur vier vom Hundert. Die Zahl der absolut sicheren Fälle betrug fünf vom Hundert, die Zahl der wahrscheinlichen Fälle fünfzehn, tue Zahl ber Fälle mit großer Wahrscheinlichkeit fünfundsunfzig. die Zahl der Fälle mit höchster Wahrscheinlichkeit emnndzwanzlg vom Hundert.

__Di« Schmiede-Innung für Wiesbaden-llniertaunus hielt eine gut besuchte Versammlung unter dem Vorsitz ihres Ober­meisters Bücher ab. Nach Bekanntgabe wichtiger (Eingänge gab ber Obermeister wertvolle Hinweise für bie Arbeit im Schm^be- hanbwerk. Längere Ausführungen galten u. a. bem neuen Merk­blatt von feiten ber Kreishanbwerkerfchaft. Kreislehrlingswart Bornhagen sprach über Lehrlingsfragen, ber Beauftragte ber DAF., Sozialrefereiit Pg. Schmitt, übet Zweck und Ziel des Soztalgewerks.

Eine schöne musikalische Feierstunde wurde am Donnerstag­nachmittag durch Vermittlung der NSE.Kraft durch Freude" im Auftrag des Oberkommandos der Wehrmacht in Zusammenarbeit mit dem SonberreferatTruppenbetreuung"' im Reichsminlste- tiunt für Volksaufklätung unb Propaganda verwundeten Soldaten eines hiesigen Lazaretts bereitet. Die Veranstaltung war in Form einesStreifzugs durch bie Musik von Bach bis Lehar" gehalten. Willi Buß (vom Mozarteum Salzburg) er­öffnete mit der meisterlich vorgetragenen d-moll-Sonate für Solo« Violine, der berühmten Chaconne von Joh Seb. Bach, bie einen hohen Grab von Finger- unb Bogentechnik voraussetzt. Ihr folgte später bet virtuose Vortrag berZigeunerweisen" von Sarrasate. Er verlas auch Anekdoten über große Meister aus dem Reiche ber Musik Anne Stiegemann, bie Melobien von Chopin. Wagner unb anbeten sang, eroberte sich mit sympathischer Sopran- stimme unb warmherziger Singweise schnell alle Herzen. Franz Schiffer war ein feinfühlender Begleitet am Flügel und be­wies mit seinen Improvisationen über ein Volkslied hohe Technik unb innere Berufung als Musiker. Volle Geltung wußte sich auch Ida Eitle, die Sologitarristin bes Reichssenbers Köln, mit ihren erstaunlich gewanbten Eiiarrevotitägen zu erringen. Das Kernstück ber Darbietung war bas von sämtlichen Künstlern weihe- voll vorgetrageneLargo" von Hänbel in ber wirkungsvollen Besetzung mit Violine. Klavier, Gesang unb Gitarre; letztere ver­trat bas Cembalo. Der sehr warme Beifall ben bte Künstlet erzielten, ließ erkennen, daß bie Stunbe den Soldaten ein inner» liches Erlebnis wat. 3-

DasSB. X. gratuliert. Anton Zimmer und seine Ehe- stau Elisabeth, geb. Glöckner. Wöhrtstratze 19, begingen am 28. Januar bas Fest ber golbenen Hochzeit.

Anmeldung neuer Warenzeichen nur noch bet Dringlichkeit. Nach einer Verordnung über außerordentliche- Maßnahmen im Warenzeichentecht vom 23. November 1942 können vom Reichs Patentamt Anmeldungen über neue Warenzeichen nur noch be­arbeitet werden, wenn sie wirklich dringlich anzusehen sind. Die Frage ber Dringlichkeit, an bie ein strenger Maßstab angelegt wirb, prüft die für ben Anmelbet zustänbige Gauwirtschasts- tammer bzw. soweit biese noch nicht besteht -« die zuständige Industrie- unb Handelskammer ober Handwerkskammer nach Richtlinien, die vom Reichsjustizminister unter Mitwirkung der Reichswirtschaftskammer und des Reichsbauernsührets aufgestellt worden sind.

Beitreibung voii Ordnungsstrafen. "Auf Wunsch des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz hat der Reichs­finanzminister angewiesen, die vom Reichstreuhänder oder von, Sondertreuhänder ber Arbeit auf Grund der Durchführungs­bestimmungen zu. der Kriegswirtschaftsverordnung festgesetzten Ordnungsstrafen nach den Vorschriften der Reichsabgabenordnung unb ihrer Durchführungsbestimmungen beizutreiben. Dies gilt auch für bie Beitreibung von Bußen nach bem Heimarbeitsgesetz.

Wiesbadener Gerichtsurteile. Wegen Diebstahls wurde eine Hausangestellte zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten verurteilt. Sie hatte ihrer Arbeitgeberin Wäsche, Kleidungs­stücke und Lebensmittel weggenommen. Vier Monate Gefängnis erhielt vom Amtsrichter ein Zigeunermischling wegen einer nicht alltäglichen Beleidigung. Vor einiger Zeit stand bet Angeklagte wegen Hühnerbiebstahls mit seiner Freundin vor Gericht. Er wurde von einer Bekannten belastet, was zur Verurteilung der damaligen Angeklagten führte. Der Mischling rühmte sich bald

Dann ists zu spät, mein Freund, zuldagen: Womit füll* ich mir jetzt den Magen!

Bemerkenswert für unsere Soldaten

Bewerber für die Offizierlaufbahueu les Stetes

Für bie Annahme der Bewerbet für bie Offizierlaufbahn bes Heeres bei ben Wehrbezirkskommandos gelten folgende Be­stimmungen: ... ..

Jederzeit kann sich jeder juntze Deuijche bei dem int ihn zu­ständigen Wehrbezirkskommando ober bei einer Annahmestelle für Offizierbewetber bes Heeres zur Einstellung als Bewerber für bte Offizierlaufbahn melden, sobald et das 16. Lebensjahr vollendet hat. Söchftalter 24 Iahte. Geringfügige Überschreitungen bet Altersgrenze sind zulässig. Das Abschlußzeugnis ober bet Besuch einer bestirnten Schulart ist nicht erforderlich. Die Meldung erfolgt schriftlich nach dem Muster im Merkblatt für den Offlziernach- muchs bes Heeres. Den Bewerbern, bte bet ber Musterung als tauglich befunden werden, ist vom Wehrbezirkskommando ein vor­läufiger Annahmeschin als Bewerber für die Offizierlaufbahn bes Heeres auszuhändigen. Die Bewerber für die Samtats- und Veterinärofsizierlaufbahn des Heeres laufen ebenfalls durch die Annahmestellen. Bewerber für bie Sanitäts- bzw. Veterinäroffizier­laufbahn haben eine Abschrift bet Meldung und des Lebenslaufes nach Muster tm Merkblatt jüj den aktiven Sanitätsoffiziernach­wuchs des Heeres int Kriege bzw. für ben aktiven Velerinar- offiziernachwuchs des Heeres im Kriege an ben für ihren Wohn­ort zuständigen Wehrkreisarzt bzw. Wehrkrelsveterinär zu lenden.

Mit 21 Jahren Heitatserlaubms

Die HettaisordnuNg für die Wehrmacht ist dahin geändert worden, daß Wehrmachtangehötigen schon nach Vollendung des 21. Lebensjahres unter ben sonstigen Voraussetzungen bte Seitats- genehmigung erteilt werben kann.

Hauptfeldwebelabzeichen und Stellenzulage

Die Abzeichen eines Hauptfeldwebels (Hauptwachtmeisters) dürfen nur von bem Hauvtseldwebelbzw. HauvifedwebelMenst. tuet getragen werben, bet bte ausdrücklich als Hauptfeldwebelstelle bezeichnete Stelle inne hat. Die Zulage steht nm den Inhabern einer Sauvtfeldwebelstelle Zu, bte Oberfeldwebel oder Stabsfeld­webel sind. Unteroffizieren in einet Hauptfeldwebelstelle steht sie nicht zu Von Feldwebeln (Wachtmeistern) auf Stellen zum Bei- spiel bes Regiments- unb Mieilungsschre^ets, bte den Sauot- feIdwebel-(Hauotwachtmeister-)Dienst Mitoer,ehen. dürfen weder die Abzeichen eines Hauptfeldwebels (Sauvtwachtmetstets) ge­tragen werden, noch steht ihnen die Saupifeldwebelzulage su.

Wieder 60 Eier pro Henne. Der Eierwirtschafisverbanb gibt bekannt, daß auch im Jahre 1943, wie im vergangenen Jahr, wieder 60 Eiet pro Henne ober Ente von ben Geflügelhaltern ab« geliefert werden müssen. Für jedes Haushaltungsinitglied sind anderthalb Hühner ober Enten frei. Bis Enbe Marz tst der vierte Teil bet votgeschriebenen Eietablieferungsmenge an bte Eter- sammelstellen abzugeben