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Wiesbadener Tagblatt

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Wocheartich i« 6 Ausgaben

91. Jahrgang

Montag, 25. Januar 1943

Nr. 2V

Gewiß wird der Sieg

Erst die Härte, dann der Sieg!

wahren.

Italiens Kamps-Entschlossenheit ungebrochen

lot Räumung oen Tripolis

Kultur und damit zugleich die gesamte europäische Kultur heute von der Sowjetunion und von der Mittelmeerfront her bedroht ist. Bewußt und entschlossen hält Italien an der Seite seiner Verbündeten, an der Kampisront wie an der inneren Front, durch und wird auch weiter durchhalten, bis fich die Initiative des Feindes an unserem unerschütterlichen Widerstand gebrochen haben wird. Dies ist unser felsenfester Glaube, der fich auf die nüch­terne Überlegung, wie auf unseren Instinkt stützt. Dieser unser Glaube ist di« wichtigste Waffe, um den Krieg zu gewinnen. Er ist es schließlich, der uns eines Tages nach Libyen zurückkehren lasten wird, das durch Blut. Arbeit und Geschichte Italien und Rom geweiht ist.

Das find einige Stimmen die erkennen lasten, daß die Einsicht über die Gefahr des Bolschewist»^ in Europa wächst. Es dämmert auf. daß ein S'»g des Bolschewismus, der fich auf diesen Krieg seit 20 Jahren vorbereitete, eine Katastrophe für Europa bedeuten würde. Wrr haben aus dieser Erkenntnis längst die notwendigen «5or- derungen gezogen und mit uns die tapferen Völker, deren Truppen an der Ostfront stehen. Der deutsche Soldat ist es. der Europa vor der Katastrophe bewahrt, der deutsche Sol­dat ist es, der dem ungeheuren, sich noch immer erneuernden Ansturm der Bolschewisten trotzt. Gewiß werden überall an der langen Ostfront Heldentaten sondergleichen vollbracht. Die allergrößte Bewährung aber fordert das Schicksal von den Kämpfern in Stalingrad. Es ist eine übermensch­liche Leistung, die hier vollbracht wird, es find Taten, die nie vergehen werden, solange es überhaupt eine Ge­schichte menschlichen Heldentums gibt. In eiserner Disziplin und in selbstverständlicher Pflichterfüllung kämpfen die Helden von Stalingrad in der Umklammerung gegen eine vielfache Übermacht, .trotz härtester Entbehrungen und wer­den kämpfen, solange fie noch eine Waffe und Munition für diese Waffe haben. Eine unerschütterliche Tapferkeit, dre die Geschichte noch nicht sah, ein leuchtendes Beispiel besten deutschen Soldatentums, das alles umschließt beute das eine schicksalsschwere Wort Stalingrad.

kämpfen!", so beißt die Losung für die Heimat ten, arbeiten, arbeiten! Gewiß.wir- - - allein an der Front erkämpft. Aber daß die Front ihn er­kämpfen kann, dafür muß und dafür wird die Heimat sorgen, die ihr Letztes daransetzen wird, um der, Front alles das zu geben, dessen die Front bedarf und die alles tun wird, um sich im Rahmen ihrer Aufgaben der Helden würdig zu erweisen, die die Flut des Bolschewismus abdämmen, die Deutschland und damit Europa vor der Katastrophe be-

bte jedoch mißlang. Der Bomber geriet beim Aufsetzen in Brand. Ein weiteres viermotoriges Bombenflugzeug, das infolge schwerer Beschädigungen aus dem Verband ausscheren mußte, wurde von zwei deutschen Kampfflugzeugen, die von einem Ausklärungs- flug zurllckkehrten. in Biand geschossen. Der Bomber stürzte steil ab ins Meer. Die fünf Mann starke Besatzung konnte fich noch rechtzeitig retten. Um 14.17 Uhr trudelte der nächste Bomber nördlich der sieben Inseln an der nordbretonischen Küste aus 3000 Meter ab. Die achtköpfige Besatzung wurde gefangen genommen. Das sechste viermotorige Flugzeug wurde in 7000 .Meter Höhe das Opfer eines deutschen Jägers, der trotz starken Abwehrfeuers auf kürzeste Entfernung anflog und den Britenbomber so schwer traf, daß er nach senkrechtem Absturz auf Land aufschlug.

Bei anderen Unternehmungen britischer Flugzeuge wurden von Jägern und Flakartillerie noch weitere zehn britische Flug­zeuge, darunter eine Anzahl mehrmotoriger Flugzeuge, vernichtet. Wieder einmal erwies sich am 23. Januar die Härte der deutschen Abwehr, die der britischen Luftwaffe Tag um Tag neue schwere Verluste zufügt.

Symbol höchsten Opferwillens

Kz. Narvik. Cbolm und Welikije Luki, Namen, die schwer wiegen, die geweiht find durch das Blut unserer Väter, Brüder und Söhne, unserer Kameraden. Sie hielten aus und hatten noch eine Hoffnung. Die Helden von Stalingrad aber kämpfen ohne Chance. Darum find fie die Größte». Sie willen, daß es keine Ent­setzung gibt. Sie willen, daß morgen vielleicht, schon das letzte Brot verzehrt, die letzte Patrone verschollen ist. Aber fie kämpfen, in einer Hölle von berstende» Bomben und Gra­naten, in einem vielfach umgevflügten Ruinenfeld, feit Wochen ohne Ruhe und Schlaf. Sie kämpfen weil fie glauben, an den Führer und an Deutschland, weil fie willen, daß die bolschewistischen Malle», die vor ihre» Maschinengewehren zulammensinken, nicht «ehr gegen das Reich anrennen, ihre Frauen und Kinder bedrohen können. Sie willen aber anch, daß das Heldenlied ihrer Tat das.deutsche Volk aufrütteln und was noch an Halbheit und Gleichgültigkeit in ihm steckt, austreiben wird. Aus unsagbaren Entbehrungen und Schmerzen, aus ihre« Herzblut richte» fie ein Ma h » mal auf, vor dem jeder, d» und ich. fich entscheiden muß. Bor dem es keinen Man» mehr geben darf, der noch an eigene Schonung denkt. Keine Fra», die nicht entschlolle» wäre, ihre ganze Kraft in Arbeit für die Front umzusetzen. So kämpfen die Helden in Stalin­grad auf einem verlorenen Posten, aber nichtumfonst! Eine Fanfare, die auch den letzten Deutschen zn höchster Kraftanftrengung. in Arbeit oder Kampf, emporreißt.

Wieder schwere Verluste der britischen Lustwasse

Innerhalb 24 Stunden wurden sechzehn ensttsche Maschknen im Westen^ abgefchossen -

Die Heimat ccher entnimmt diesem Beispiel seiner Sol­daten die Verpflichtung, sich ganz und mit allen t6ren Kräften dem Endsieg zu verschreiben,. Heißt die Losung für die F r o n t: „Kämpfen, kämpfen. ..... ' ‘ ,Arbei -

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as. Berlin, 25. Jan. (Eig. Drahtbe richt unserer Berliner Schriftleitung.) Ein in diesen Tagen erschienenes Buck des portugiesischen Schriftstellers Roalo Preto, das den Titel trägt „Nack dem Kriege", zeigt die großen Gefahren auf. die ein bolschewistischer Sieg für ganz Europa einschließlich des europafeindlichen Englaiid mit sich bringen würde. Man frage sich, so schreibt dieser Portugiese, wohin es mit der Welt gehen würde, wenn die Mächtegruppe, der die Sowjets angehören. Siege, bleiben würde. Würden die Anti-Achsenmächte siegen, dann werde nichts die sowjeti­schen Kräfte in ihrem Marsch nach dem Westen aufhalten. Die Sowjets würden dann ganz Europa besetzen und wie eine Welle, die über den Wellenbrecher des Hafens brnweg- schlägt, den gesamten Kontinent überschwem­men. Kein Land würde von der Invasion der bewaffneten Horden verschont bleiben. Auch England würde nicht unan­getastet bleiben, denn der Kommunismus würde, wenn er erst einmal Herr Europas wäre, in kurzer Zeit auch als siegel den Kanal Lberaueren. Soweit dies« portugiesische Stimme. Manchmal scheint es. als ob selbst in England die, Gefahr erkannt wird, in die man sich begeben hat. So hat letzt der llnterstaatssekretär im englischen Auswärtigen Amt. Law. .in einer Rede die etwas ängstliche Frage aufgeworfen, ob man wirklich sicher fein könne, mit dem Bolschewismus politisch auszukommen. Ja. selbst in Schweden, wo man sich viel darauf zugute hält, die Lage „kühl und objektiv zu betrachten, legt man sich die Frage vor, ob es nicht sehr be­denklich wäre, wenn sich die politische Machtstellung des Bolschewismus verstärken würde. Diese Machtstellung aber, io meint „Äftonbladet". würde sich erhöben, „bis die Deutschen in der Lage wären, dem sowjetischen Ansturm eine wirkungsvolle Sverre entgegenzusetzen." Nmmien wir noch eine Schweizer Stimme hinzu, die des Courier, de Genöve", der u. a. schreibt, daß das bolschewistische Regime seit 20 Jahren die Beherrschung der Welt erstrebe. Es könne kein Zweifel daran bestehen, daß Moskau, wenn es jemals dazu in ber Lage fern würde, seine imperialistische Politik rücksichtslos zu betreiben beabsichtige. Die Mehrzahl der Menschen in Europa, so sägt das Blatt dann weiter, aber lege keinen Wert darauf, einen Totentanz mtt den Bolschewisten zu tanzen.

Rundfunkansvrache Pavolinis

Rom. 24. Jan. Volksbildungsminister P a v o l i n i erläu­terte in einer Lundsunkansprache die Räumung von Tripolis und führte dabei u. a. aus:

Nur ein Italiener und nur derjenige, der weiß, welch em bedeutender Teil der neuen Geschichte Italiens in den drei Silben Tripolis eingeschlossen ist, kann den Schmerz v e r st e h e n, den wir heute empfinden. Aber gerade um deswillen, was Tripolis für unsere Generation bedeutet, halten wir uns heute keinen Augenblick länger bei unseren schmerzhaften Gefühlen auf. Wir halten uns vielmehr an die nüchterne Überlegung, die unseren Glauben an bas Endergebnis stärkt.

Die nüchterne Überlegung fordert heute von uns, selbst über wichtige Episoden des Kampfes hinwegzugehen und uns mit den Ereignissen im großen Rahmen der militärischen Kriegführung zu befassen. In erster Linie muß man jetzt nach 32 Monaten schwerer Kämpfe die Bilanz der Schlacht in Nordafrika ziehen. Der Duce hat in seiner Rede am 2. Dezember ausgeführt, daß Geländegewinn oder Eeländeverlusi in dem gegenwärtigen Krieg keine entscheidende Bedeutung haben. Dies gilt in besonderem Maße für Nordafrika. Die „Schlacht der 32 Monate" ist ein Kavitel der Kriegsgeschichte, das Seiten des glänzenden Helden­mutes der italienischen und deutschen Truppen aufweist. Die Truppen der Achsenmächte haben sich in Nordafrika glänzend ge­schlagen. Dem Gegner wurden schwere Verluste beigebracht. 2% Jahre hindurch Land die „Schlacht der 32 Monate" den größten Teil de» britischen Streitkräfte an der nord- afrikanischen Front Hier empfing das britische Weltreich die härtesten Schläge Gleichzeitig sperrte Italien bas Mittelmeer unb zwang den Gegner zum Umweg um das Kap der Guten Hoffnung. Das wirkte sich entscheidend aus die Bilanz des U-Bootkrieges aus. Der Feind tat alles, um zu verhindern, daß das Expeditionskorps der Achsenstreitkräsre aus Libyen in den starken Abwehrstellungen Tunesiens wieder in Erscheinung trat. In Tunesien erzielten die Achsenstreitkräfte in diesen Tagen Erfolge die für ihre außerordentliche Stärke sprechen Das grobe amerikanische Eviel nimmt nunmehr in Tunesien seinen Fortgang und bindet weiter die Streitkräfte Eng­lands, der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten. Ein Aktivum für uns ist die Konzentration unserer Streitkräfte in einem geschloffenen Raum, sowie die Mog- iichkeit bei Benutzung bet kurzen Seeoetbinbung zwischen Sizilien unb Bizerta. Wegen bibser Vorteile unb um Menschenleben unb Material zu sparen, haben wir ietzt Trivolitanien geräumt. Das andere große Ziel der Schlacht im Mittelmeer, die Sperrung des Mittelmeeres, ist durch die Besetzung von Bizerta heute mehr denn je als erreicht anzusehen. Die Sicherheit Italiens ist durch die Besetzung Korsikas. Toulons und der fran­zösischen Küste verstärkt worden. Abschließend erklärte Minister Vaoolini: Italien weiß genau, daß seine Unabhängigkeit und seine

Die Optik des Krieges

Von Reichsminister Dr. Goebbels

In der neuesten Nummer der Wochenzeitung „Das Reich" schreibt Reichsminister Dr. Goebbels über die Optik bes Krieges:

Auch bet Krieg hat sein chatalieristisches Gesicht. Man ent- beckt es vielerorts tn bet Heimat unb überall an ber Front. Es gibt barin gewisse unverkennbare Züge, bie einbeutig bartun, baß eben Krieg ist. Ausländische Beobachter allerbings »erweisen barauf, baß es bei einem flüchtigen Besuch kaum möglich fei. ohne weiteres festzustellen, baß bas Reich sich im Krieg befinde So ist es vielfach auch in bet Tat. Wer heute unbefangen beob­achtend durch die Straßeit einer Groß- und mehr noch einer Mittel - oder Kleinstadt geht, hat kaum den Eindruck, daß wir Deutschen seit dreieinhalb Jahren um unser Leben kämpfen. Die Menschen sehen noch verhältnismäßig gepflegt und erträglich genährt aus, ihre Kleidung und ihr Schuhwetk sind auf den ersten Blick im großen und ganzen in Ordnung, die Straßen sauber unb, abgesehen von den bombardierten Städten, in einem guten Zustand, unb Kinos, Konzertsäle unb Theater überfüllt. Wenn es in den Waren­häusern unb Luxusaeschästen auch kaum noch etwas Nennenswertes über ben eigentlichen Lebensbedarf hinaus zu kaufen gibt, so suchen sie doch durch einige Mühe und geschickte Atrappen den Schein eines geordneten Warenangebots ausrechtzuerhalten. Kurz unb gut, bas äußere Gesicht bes Krieges in der Heimat ist keines­wegs so, daß jeder auf ben ersten Blick feststellen kann, es geht um alles.

Zum Teil halten mir diesen Eindruck nur um des Eindrucks willen aufrecht, und das mag hingehen: zum Teil aber ist er echt, was weniger lobenswert erscheint. Wir führen in ber Heimat noch » in mancher Beziehung ein Leben, bas alles anbete als kriegsgemäß ist. Wir wollen hier keine Haarspaltereien anstellen unb etwa einen Lebensstil bes Krieges propagieren, ber rein auf dem äußeren Gesicht beruht. Wir brauchen uns als Volk keine Ein schränkungen aufzuerlegen, bie faktisch von keinem Wert sind, aber

doch psychologisch die tiefsten Einschnitte in unsere Lebenshaltung sowie Gefühls- unb Eebankenwelt vornehmen würden. Es wäre beispielsweise grundfalsch, die Theater, Kmos und Konzertsäle zu schließen, um damit barzutun, baß wir im Kriege sind und über all ber Ernst bes Lebens vorherrschen müsse. Wir brauchen ben Ernst bes Lebens im Kriege nicht eigens zu suchen, er findet uns schon sowieso. Aber wo er cn uns hetantritt, dürfen wir ihm nicht ausweichen. Wenn wir durch kriegsgemäße Aufrechterhaltung unseres Kulturlebens ben Millionenmaffen unseres Volkes in bei Heimat unb zum Teil auch an der Front in dieser schweren Zeit etwas Erholung, Erbauung und auch Entspannung geben können unb bet bafüt notwendige Kräfteeinsatz in keinem nennenswerten Verhältnis zu den gesamten sonstigen Kriegsanstrengungen unseres Volkes steht, dann wäre es töricht unb unverzeihlich, eines starren Dogmas ober bloß bes äußeren Eindrucks wegen eine Möglichkeit zum seelischen Ausruhen für bie breiten Millionenmaffen zu zer­stören, bie mehr Nutzen stiftet, als ihre Beseitigung Vorteile »er» schassen könnte.

Man bars uns also nicht dahin mißverstehen, baß wir für einen Lebensstil bes Krieges pläbieren wollten, ber auf rein boktrinären Vorstellungen beruht. Wir stehen betn Denken unb Fühlen unseres Volkes zu nahe, als daß wir nicht wüßten, was es will unb was es auch im vierten Jahre des Krieges für zeit­gemäß hält und was nicht. Einrichtungen, bie nur wenig an Per­sonal und Material beanspruchen, dagegen aber Millionen Men­schen die Lasten des Krieges etwas erleichtern, dürfen nicht nur, sie müssen erhalten bleiben. Wenn beispielsweise ber Rundfunk, das Theater und der Film dem ganzen deutschen Volke Entspan . nung und seelische Erholung geben,, dafür aber nur ein paar tausend Menschen einer anderen kriegswichtigen Tätigkeit entzogen werden, die sie nach ihrer ganzen Veranlagung unb Erziehung wahrscheinlich nut höchst unvollkommen versehen würben, bann soll man biefe auch für ben Krieg wichtigen Einrichtungen schon im Interesse bes ganzen Volkes nicht antasten. Sie sinb notroenbig auch im Sinne einer härteren totalen Kriegsanffaffung unb Krieg sührung. Das beste Kriterium ist hier bie Frage, wieviel Kräfte einerseits hierfür beansprucht werben unb wie vielen Menschen anbererseits babutch ber Krieg erträglicher gemacht wirb. Es soll uns also niemanb in ben Verbacht nehmen, wir hätten die Ab sicht, eine Art Silbetftürmcrei zu inszenieren. Ein blühendes deut­sches Kulturschasfen mitten im Kriege, in dem bildende Künste. Theater, Oper, Konzerte, Film, Presse, Rundfunk und Schrifttum eine Entfaltung verzeichnen wie nie zuvor, stellt ein überzeugendes Alibi bar für die Lebensnähe unserer Auffaffungen von der Zweck Mäßigkeit einerseits, von der Gebundenheit, aber auch andererseits unseres zivilen Lebens im Kriege.

Hier allerdings fängt das Problem an, schwieriger zu wer den. Denn wir verzeichnen in unserer Öffentlichkeit noch eine Reihe von Einrichtungen, die entweder niemanden oder doch nur ganz wenigen einen Vorteil versprechen, dafür aber einen Personal» und Materialverbrauch beanspruchen, der in gar keinem Verhältnis zum erzielten Effekt steht. Wir wissen alle, daß es überall noch eine Menge von Geschäften beispielsweise gibt, in denen man praktisch kaum noch etwas kaufen kann. Betritt man sie, so hat man den Eindruck, mitten im stürmischen Ozean auf einer einsamen Insel zu landen. Nach vielem Suchen entdeckt man irgendwo hinter einer Theke einen Eingeborenen ober eine Eingeborene, bie auf bie naive Frage, ob es noch biefes ober jenes zu kaufen gebe einen genau so verständnislos anschauen wie etwa die Angehörigen eines fremden Völterftammes, die nut Suaheli verstehen. Für eine oberflächliche Optik des Krieges mag es nützlich unb ratsam er scheinen, solche Einrichtungen unb bamit einen gewissen Eindruck aufrechtzuerhalten. Für die harte Praxis des Krieges sind sie zweck und wertlos. Man gebe fich also einen Ruck, löse sie auf und führe ihr Personal einet nützlicheren Betätigung zu.

Jedermann weiß, daß es in Bars unb Schlemmerlokalen nui für die Stammgäste noch etwas zu essen und zu trinken gibt. Sie find meistens an ben Fingern einiger Hände abzuzählen. Auf je zehn kommt ein Mann Bedienungspersonal. Die Nichtstammgäste ärgern fich nun darüber. Sie stehen vor der Türe, finden keinen Platz mehr und find erbost. Die Optik des Krieges gebietet, mit diesem holden Schein Schluß zu machen. Wir haben durchaus nichts gegen einen auch verfeinerten Lebensstil einzuwenden: aber alles zu seiner Zeit. Heute, mitteft im Kriege, ist er gänzlich unan gebracht.

Wir wissen, daß wir damit ein paar tausend Menschen web tun werden. Aber wir bitten sie, doch zu bedenken, daß es heute nicht nur darauf ankommt, das faktische, sondern auch das psycho logische Gesicht des Krieges zu wahren. Eine kämpfende Gemein» B muß bestimmte Spielregeln beobachten unb innehalten, weil bet Korpsgeist leibet. Wie an bet Front bet Offizier feinen Männern ein Sorbite an Tapferkeit, aber auch an Kameradschaft­lichkeit sein mutz, so auch in der Heimat der Bessersituierte unb sozial Höhetgestellte bem weniger vom Glück Begünstigten gegen­über an Fleiß unb an Solibatitätsgefühl. Das hat gar nichts mit einer muckerhaften Auffassung zu tun. Nichts liegt uns ferner, als

Berlin, 24. Jan. Die britische Luftwaffe erlitt in ben letzten 24 Stunben bei ihren Unternehmungen gegen bte besetzten Ge­biete unb Weftbeutschlanb wicber schwere Verluste. Am 23. Januar würben bei Tag unb Nacht sechzehn Flugzeuge, vor- wiegend viermotorige Bomber, von deutschen Jägern und Flak- artillerie vernichtet. Bei einem Angriff gegen bie westfran­zösische Küste schossen Focke-Wuls- unb Messerschmitt-Jäger sechs viermotorige Bomber aus einem britischen Kamvfverbanb heraus.

Als sich bie Briten am 23. Januar gegen 14 Uhr in großer Höhe bem sübbretonischen Küstengebiet näherten, würben sie so­fort von unseren Jägern angegriffen. Schon in ber ersten Minute bes Lustkampfes stürzte ein viermotoriges Flugzeug, von zahl­reichen Geschoßgarben getroffen, aus 6000 Meter Höhe ab unb zerschellte am Boden. Einige Minuten später mußte ein weiterer Bomber nach schweren Treffern zum Geleitflug übergehen. Drei ber Besatzungsangehörigen pendelten Sekunden später an den Fallschirmen über ihrem abgestürzten Flugzeug. Gleichzeitig versuchte ein in etwa 1000 Meter Höhe schwer getroffenes Flug­zeug noch im letzten Augenblick eine Notlandung oorzunehmen,

Eie stehen für ganz Europa

Die Parole der deutschen Heimat: „Seid würdig der Helden von Stalingrad!"