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Wiesbadener Tagblatt

Samstag / Sonntag, 1S./17. Januar IMS

Weg

das

(Äaritntut: Hövker Dehnen-Dienst.)

Portrat: Dehnen-Dienst.

bei der indischen Regie-

D!e heutige Ausgabe umfaßt 8 Sekten

Druck und Verlag: L Lchellenderglche Buchdrucker-'.. Wi-,badener $agblott,2Bicsba6e» btiomäri,un9: Dr.phil.babiI.Suft-» Schell-nd-rg und Otto Kaiser. Haupt, schnftleiter: Flitz Günther, sämil. in W'.e-daden. Zur Zeit ist Preisliste Nr. Iv'gMtig

Wegweiser

„„„ »Sagen Sie, Herr Kollege, wo führt hier der schnellste von Amerika nach Afrika?"

»2mm«r den Schiffen nach, immct den Schiffen nach

'st der schnellst- Weg nach Afrika!"

dre dort bezahlten Lohne als vrel zu gering bewertet. Die Seme, nmg iedoch habe tn der ganzen Zeit nichts zur Unterstützung der Lohnforderungen der Arbeiter unternommen. In den Teevflan- zungen verdienen männliche Arbeitskräfte im Monat durchschnitt­lich vier bis rum Mark, weibliche vier Mark. Da bei diesem ge­ringen Verdienst der Eltern eine einigermaßen erträgliche Haus- haltsruhrung nicht möglich sei. müßten die Kinder mit ganz weni­gen Ausnahmen mit in den Teeplantagen arbeiten. Ihre Er- j”*1*“"0 lettLe bat“nfet sehr. Daher komme es. daß von den etwa oOOOOO Kindern ^>er Provinz Assam nach staatlichen Feststellungen nur vierzig dre Schule besuchen.

Gewaltige Ausmatze des indischen Elends

Was selbst eine englische Zeitung zugeben mufi

S ü 6 ‘11 d e r Dp front setzte der Feind seine mit Ä'Ä "b«l-S°nen Kräften geführten Angriff« fort, die ?" er hohen Verlusten für den Gegner abgewiesen wurden. An s* ”or.»me«rtü|te versenkte die Luftwaffe ein Räum- B ?cr"i*,ttc Betriebsstoff, und Nachschnblager.

hn,. t . ™ ’•? Stalingrad schlugen unsere Truppen, die

Wochen im heldenmütigen Abwehrkamps gegen den von ““L" AL«« "greifenden Feind stehen, auch gestern starke An- fj. L e « n$cr Infanterie- und Panzerverbände unter Verlusten Pvlschewtften ab. Führung und Truppe gaben damit wiederum ein leuchtendes Voriild heroischen deutschen Toldaten- ' . Deutsche Stoßtrupps vernichteten im mittleren Front-

-ruHlreiche Kampfstände mit ihren Besatzungen.

0,,n Welikije Luki dauern an. Süd- Kampfhandlungen. Starke südlich des Ladoga-See wurden in erbitterten Kämpfen blut,« abgewieien und dem E-gner Gelände entrissen, das er am Vortage mit hohen Opfern erkauft hatte.

In heftigen Luftkämpfen wurden gestern über der Ostfront LLf L®ielfI“B-\ease -bsrsch-ssen. Drei eigene Flug­zeuge werden »ernt,st.

"Ersuchte die britische 8. Armee die deutsch­italienische Panzerarmee von Süden her ,u umfassen. In hef-

wattfahrtet"Eini'ae^»r°ndb^g°° des Schutzheiligen von Tunis, wtntge Brandbomben wurden auch auf eine Mokcke-

Gläubigen roar3tDar Ci"em Sleita9- oIs die Moschee voll Mit

Hunger in der Kornkammer Indiens

in Jndttm" V wan’ 4 ®fr Nabrungsmittelbevollmächtigte äß?n^uLaS'Atr<tf Settern in Labore ein. Er wird W 'J kfiues Bruches veriuchen. den Ankauf von in den Pundschab-Prooinz zu beschleunigen, damit

Vroinn2» unter der Hungersnot leidenden indischen Degenmagnabmen ergriffen werden OT€rt baR selbst in gewissen Ve- ?seren des Pundschab, der sogenannten Kornkammer Jn- bi» m,;V»ne Nabrungsmtttelknapvbeit eingetreten ist, weil Zwecke'aus "d^^re MengenGetreide für ihre eigenen Lande gebracht baben, ohne die geringste Rücksicht auf die aniaiitge Bevölkerung zu nehmen.

Der heldenmütige Abwehrkampf in Stalingrad

Ein leuchtendes VorbUd heroischen deutschen Soldatentums

William Phillips

Roosevelts Sonderbeauftragter in Reu-Delhi

~ D-D. Murphy für Nordafrika, Phillips für Jndten, Flynn für Australien und den gesamten Südwestvazifik — der Präsident der Bereinigten Staaten weiß sich seiner politischen Trabanten Zug um Zug zu bedienen, um die amerikanische Machi- durchdringung alter französischer Kolonialgebiete und wertvollster Kernstücke des Empire systematisch zu vollziehen. Es blieb Delano Roosevelt Vorbehalten, für die praktische Durchführung seiner imperialistischen Pläne eigens Methoden zu erfinden, die seinen Beauftragten jeweils unter Außer­achtlassung der üblichen diplomatischen Gepflogenheiten oder über sie hinaus ein freies Betätigungsfeld auf dem von ihnen politisch und wirt­schaftlich durchzuvflügenden fremden Boden gewähren. So wirkte einst ein Harry Hopkins in England, ein Henry Grady in Ostasten, ein Mister Dono- oan auf dem Balkan oder ein Murphy in Nordafrika. So wirkt nach Roose­velts eigenen Worten der „ehren­werte Patrick I. Hurrey als Gesandter in Neuseeland und außerdem General

Mit Mister William Phillips bedient ftch Roosevelt eines Werkzeuges, das ihm bereits vor Jahren in Kanada nützlich gewesen ist, die politische und wirtschaftliche Ausrichtung dieses britischen Dominions zu seinem US-amerikanischen Nachbarn hin zu lenken. Phillips gehört seit vier Jahrzehnten zur diplo­matischen Berufswelt der USA. Großbritannien ist er aus seiner langjährigen Tätigkeit an der Londoner Botschaft hinreichend bekannt. Die Amerikanischen Botschaften in Peking und Rom zählen ferner zu seinen Außenvosten als Botschafter Nordamerikas. Fünfundsechzigjährig, steht William Phillips nun auf einem Posten als „Sonderbotschafter", auf dem er beweisen soll, ob er ein gelehriger Schüler Roosevelts ist und jene „diplomatischen" Fähigkeiten besitz», die gleichermaßen gegen den britischen Bize- könig Linlithgow und seine Terrorherrschaft in Indien wie gegen Indien und die Inder selbst ausgesvielt werden können, an deren ..Seimführung in den amerikanischen Stall" dem Präsidenten so sehr gelegen ist.

daß es möglich ist. Großbritannien durch eine Belagerung ^derwrn^n. Eine Feststellung, die der Eng- Innrer Sit Äussell im JaHre 1932 traf und die aeaenDOhTi^r€nLf2cit9eb?«1tc--J.bcr deutschen Kriegführung dte anglo-amertkanllchen Seemächte war. Unter ? L,^^"unkt wurde seit 1939 die neue deutsche au^bie üA^Snn5r-nbhaut’ rox6SJ man auf jede Gigantomanie, M,r„„bte -Engländer und Amerikaner gern etwas zugute -M", ^.rstchtete Deutschland baute U-Boote mittlerer U - Röoie Engländern geringschätzig als Küsten-

an wurden. Dreier Typ hat den Borteil

Mesdrgkett und Beweglichkeit und gestattete eine «wn»™ m™!'*118' ?ls das beim Bau von Unterwasser- ^r-mern möglich gewesen wäre. Die Schwäche des U-Bootes geringe Geschwindigkeit, die . um l.o nachteiliger wirkte, als das U-Boot nur dann zum kommen tarnt, wenn es sich vor das anzugreifende ?Mtf zu fetzen vermag. Durch Ausschaltung jeden Komforts durch.Material- und damit auch Gewichts- einivarung an den Maichtnen, war es nröglich, wesentlich tto^kere. Dieselmotoren einzubauen, wodurch eine höhere Schnelligkeit erzielt wurde. Durch Verbesserung der Seh- rohranlagen, und durch den Ausbau der Nachrichtenmittel churde ebenralls eme erhöhte Leistung des Einzelbootes er- < 9“nb jn V?nd damit ging eine völlig neue i 1!5 ®t« lai.es. 3m ersten Weltkrieg war der U-Boot-Kommandant ein Jager out eigene Faust, dem ein gewisses Seegebiet zugeteilt wurde. Die Fortschritt« auf dem Gebiete des Funkwekns gestatten heute den zentra- a ^Flb an bi« Stene der Einzeljaad tritt die E.V.Gelettzna festgestellt. werden die im Etteren Umkreis tätigen U-Boote zusammengezogen und ssegen den feindlichen Schiffsoerbaud in Marsch gefetzt. Rur io stnd die großen Erfolge, von denen immer wieder die «ondermeldungen des OKW. berichten, zu erklären. Der arganinerte Angriff gegen die organisierte feindliche Schttf- sahrt. Bet der Große der Gefahr, die dem Gegner durch unsere U-Boote droht, ist es selbstverständlich, daß er alles tut. um die Blockierung'seiner Lebenslinien abzuwenden. Dabei hat ihm die technische Entwicklung aber nut verbätt- n,-mäßig wenig neue Möglichkeiten erschlossen. Wenn seine Abwehr mittel auch Härteste Anforderungen an Mui. Können und Zähigkeit unterer Besatzungen stellen, so steht ihm doch weder eine Waffe, noch eine Methode zur Verfügung, mit per er der U-Boot-Gefahr Herr werden könnte. ..Die angel- mchilsche Kriegführung", so erklärte Admiral Dönitz vor etwa entern halben Jahr, „hat bisher auf allen Gebieten etnen allgemeinen Mangel gezeigt: es ist ihr wenig N e u e s e i n g e falle n. Sie bewegt sich entsprechend ihrem altmodischen Staatsgefuge auf alten und unrevolutio- naren Dahnen." Auch mit der Intensivierung des Schiffs­neubaues ist das Tonnageproblem nicht zu lösen, wies doch erst vor einigen Tagen eine englische Zeitung darauf hin. daß.man zum Bau eines Frachters wenigstens drei Monate benötigt, wahrend sich seine Vernichtung in zehn Minuten vollziehen kann. Immer wieder weist man deshalb in der anglo-amerikanischen Presse auf die Notwendigkeit hin, das U-Boot ieIBit zu treffen und weitgehend auszu- ichalten. Man fetzt Ausichufie und Kommissionen ein, aber auch sw können die Frage, wie man dem U-Boot zu Leibe gehen soll, nicht lösen.

„Und angesichts dieser schwierigen Situation hat Witter Rooieveli ausgerechnet das U-Boot-Problem in 'einer Rede völlig ..vergessen". Als ad es sich um eine Nebensächlichkeit handelte. Ein Propagandatrick, auf den wir heute nicht mehr hereinfallen. Wir wissen, daß das U-Boot eine langiam wirkende Waffe darstellt, die aber im Endeffekt tödlich trifft. Dafür haben die Memoiren britischer.Politker. in denen sie sich über die U-Boot-Erfolge im Weltkrieg auslassen, einen klaren Anschauungsunterricht gegeben. So schrieb Lloyd George: „Es ist ein grauen­

der Armee auf vielen verschiedenen Plätzen außerhalb Neuseelands für Mittel und Ziele, die nicht direkt in seinen Amtsbereich fallen". Und so sollen Phillips in Indien und Flynn in Australien für amerikanische Dienste eingesetzt werden. . .

Während die skandalöse Flynn- Affäre noch die Gemüter der ameri- kgnischen Öffentlichkeit erregt, hat in Neu-Delhi bereits Roosevelts Sonder­beauftragter und persönlicher Vertreter rung. William Phillips. Einzug gehalten. Seine Erklä- rungen haben über die ihm obliegende Indien-Mission keinen Zweifel gelassen, vermag er doch den Auftrag, den ihm Roosevelt erteilt, allein aus der allmählich sattsam bekannten Perspek­tive des B a n k e e - I m p e r i a l i s m » s zu sehen. „Um die mtr vom Präsidenten gestellten Aufgaben zu erfüllen, werde ich Mit allen Schichten der indischen Bevölkerung sprechen Ein Teil meiner Aufgabe ist es, die mannigfaltige amerikanische Tätigkeit in Indien zu koordinieren. „Die mannigfaltige ameri- k a n i s ch e T ä t i g k e i t" — dies ist eine aufschlußreiche Be- zelchnung für jene mannigfaltigen Ausbeutungs- und Herrschafts- geluste. die den Herrn aus Gottes eigenem Land im Hinblick auf Englands schönstes Juwel Indien beseelen.

Genf, lo. Jan. Die wirtschaftliche Not Indiens habe nun« mehi geradezu Bewältige Ausmaße angenommen, läßt sich „Manchester Guardian" am 9. Januar von eigenen Korrespon­denten aus Neu Delhi berichten. Aus verschiedenen Provinzen Indiens liefen in Neu Delhi Meldungen über ernsthafte Knappheit an Lebensrnitteln und Kleidungsstücken etn. In vielen Städten sei es sogar bereits zu Hungerdemon- itrationen und Ausschreitungen gekommen. Weite Kreise des . ”6tsern sich außerdem, in Versorgungsfragen mit den oritr|ch-lnd,|chen Behörden zusammenzuarbeiten. U. a. sehe sich has britisch-indische Ernährungsminifterium im Hinblick auf die innervolitischen Schwierigkeiten in Indien nicht in der Lage, scharfe Maßnahmen gegen bas Hamstern und den Schwarzhandel zu ergreifen Auch Arbeiter-Unruhen seien in verschie­denen Teilen des Landes an der Tagesordnung, so z. B. be­klagten sich die Arbeiter in den Teeplantagen Assams darüber, daß ihre Löhne noch immer nicht heraufgesetzt worden seien. Be­reits vor zwölf Jahren stabe eine staatliche Prüfungskommission

U1» t e nn£\ • lluterieebüditrieg nahezu den batteC britischen Seemacht herbeigefübrt

bas m--11’. bie eine derartige Katastrophe für

dnho^n O?Jrrbc; Alliierten hatte haben müssen." An einer ber OTii^n i . vS Gtlltn££un^rt'die Schiffahrt • b^lem wachsenden Tempo und mit dieser Stetigkeit zuruckging, konnte das Ende nicht mehr fern blei- ber völligen Verzweiflung der Admiralität wurde der Ruf laut: „Einigen wir uns schnell Un ernÖ Gegner.'" Admiral Lord I e l l i 7o e ^richtete: eiarttllp^bab^ Qa,l8e5 ‘?Qt über viele entmutigend« Er- an seinen und verlor niemals den sicheren Glauben ml «einen (öndneg. Äber eine volle Kenntnis dieier arökten L-fabr m unserer Geschichte hätte womöglich zur Folge ge s. WÄS &

nur t1t 'llnenJ Buch „Weltkrisis": „Wir sind

n u r g erade so durch gekommen ! Je mehr wir über dunnfmm aefä* n' ,0 nK{,r erkennt man. an welch

Im ersten^MefzÄ»!!' 5obe" unser Erfolg gehangen hat." ui . Azeltkrieg war die volitiiche Führung Deutsch- lands seiner militärischen nicht ebenbürtig Damals tonnte

ää sä

ttgen Kümpfen wurde die starke feindliche Panzergruppe unter Vernichtung »en 35 Vanzerkamvfwagen abgewiesen.

aeindliche Angriffe in Tunesien wurden zurückgeschlagen. an [»fettigem Nachstößen wurden die eigenen Stellungen weit vorgeschoben.

und italienische Luftwaffe griff in beiden Kampfräumen wirksam in die Kämpfe ein. Sie setzte die »elampfunB der feindlichen Flugstützpunkte mit guter Wirkung fort. Bombenvolltresfer richteten in den Sasenanlagen een Sone wtederum schwere Zerstörungen an. Zwölf feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. acht am Boden zerstört. Sin deutsche» Unterseeboot versenkte nordöftlich Benghasi aus einem Se- lelt »ott dre, Dampfern und mehreren Bewachern zwei Schiffe mit zusammen 780U B«T. und zwei weitere von Zerstörern stark gesicherte Dampfer mit zusammen 130668«$. Außerdem versenkten deutsche SeeftreitkrSfte im Mittelmeer den britischen Mmensucher „Soratio".

Rach Tagesvorstötzen weniger britischer Flugzeuge gegen da» norddeutsche Küstengebiet führten einzelne britischr Flugzeuge in der Rächt Störslüge über Westdeutschland durch. So entstanden unbedeutende Schäden. Bei einem nächtlichen Luftangriff auf das westfranzösische Küstengebiet wurden drei, am Tage zwei feindliche Flugzeuge abgeschossen.

Nacht kriegswichtige Anlagen mehrerer Städte Oftengkands.

Mohammedanische Heiligtümer bombardiert

Nom, 15. Jan. Unter beu geheiligten mohammedanischen Orten in Tunis, die von der britischen und amerikanischen Luft­waffe bombardiert wurden, befindet sich — wie Stesani aus Tunis berichtet — auch das auf dem Ealazberg gelegene Grab des Marabut Sid bei aff an. zu dem die Bevölkerung von

Das Signal von Lippe

BPD. Das nationalsozialistische Deutschland blickt am Ende dieses Monats auf jene welthistorischen Tage zurück, in denen durch die Berufung Adolf Hitlers unser Vaterland und damit ßanz Europa ein neues Gesicht erhielten. Bevor jedoch die Er­innerung an die Machtübernahme mit ihren weltgeschichtlichen Folgen und der tiefen Notwendigkeit ihrer über Jahrzehnte sich ausoehnenden Entwicklung vor uns aufleuchtet, jährte sich am 15. Januar zum zehnten Male auch der Tag von Lippe, der nicht nur einen Auftakt zu dem Kommenden bildet, sondern gerade heute eine Lehre enthält, die wir uns tief ins Bewußtsein prägen wollen. Damals erfocht sich die nationalsozialistische Bewegung in den Landtagswahlen des 3. und 15. Januar 1933 einen Sieg, der angesichts der geringen Zahl der in dem kleinen Land zum Einsatz gelangten Wähler zunächst unbedeutend erschien und in keinem Verhältnis zu dem Rückschlag und der Krise stand, von der die Partei am 6. November 1932 betroffen wurde. Dennoch wissen wir heute alle, daß gerade der Kampf um die Landtagsmehrheit in Lippe e i n e der h ö ch st e n Bewährungsproben dar- stellte, die über die Partei und die Führung der nationalsozia­listischen Bewcgunß verhängt wurden. Der harte und unbeugsame Trotz, die Zähigkeit und dte Glaubenszuversicht, mit der sich der Führer persönlich in diesen nach außen hin so dunklen und un­gewissen Wochen in die Bresche warf, um auf den Trümmern vieler Enttäuschungen unbeirrbar die Fahne des Sieges zu ent­falten, dieses Höchstmaß eherner Überzeugung, es wurde zum Vorbild für alle ernsten Stunden, die auch später dem nationalsozialistischen Deutschland nicht erspart blieben. So wie damals alle Versuche, kurz vor dem Ziel dem Nationalsozialismus die Früchte jahrelangen Ringens zu entreißen, vergeblich blieben, so hat sich der Führer seitdem immer wieder als Bezwinger aller außen- und iniienpolitischen Schwierigkeiten bewährt. Er ver­körperte die Wahrheit des Wortes, daß alle Not nur härter m ach t. Das Schicksal aber erkannte diesen Mut höchster heldischer Tapserkeit an. Vierzehn Tage nach der Lipper Wahl zog der Führer in die Wilhelmstraße ein. Der Bann war gebrochen. Ein neues Zeitalter nahm seinen Anfang. Ein Aufstieg begann, der heute in dem gewaltigen Abwehrkampf von Millionen deutscher Menschen zu neuen Höhepunkten gediehen ist.

Auch im November 1932 war es so, daß der Sieg ferner ge- rückt schien denn je. Die Gegner triumphierten. Sie glaubten sich im Angriff. Die Parolen der Bewegung wurden gestohlen. Alte Anhänger zweifelten und wurden irre. Mit dem Verlust von über zwei Millionen Stimmen schien eine Massenslucht einzusetzen, die geradezu etn Jubelgeschrei tm Lager der Feinde auslöste. Adolf Hitler fedoch ließ sich nicht einen einzigen Augenblick beirren. Die Landtagswahleu tn Lippe, bei denen knapp 100 090 Wahl- berechtigte nur 15 Abgeordnete zu wählen hatten, wurden für ihn jum Prüfstein der ewigen Kampfmoral des deutschen Volkes an dte er fest glaubte. Er selbst ging als Redner in kleinste Dörfer, ter sprach tn Scheunen und verräucherten Gaststätten vor fünfzehn oder zwanzig Wahlberechtigten. Er warf alle Reserven der Par­tei tns Feuer. Diesem massierten Einsatz am etitschet- benben Brennpunkt des inneren Kampfes hatten die bunt zusammengewürfelten Verschwörer gegen Deutschlands Zukunft nMs entgegenzusetzen. Sie verloren die Schlacht, weil sie ihren letzten Sinn nicht begriffen. Nicht die Partei brach zusammen sondern der Feind. Aus dem rollenden Stein von Lippe wurde

Lawine, die alles Faule und Morsche, alles Volksfremde und Haberfullte aus Deutschland fortfegte. Der Glaube siegte über die Ilnsicherhett, Überheblichkeit und Verrat. Das Bild des polt- »scheu Feldherrn Adolf Hitler erstand damals vor aller Augen Es ist seitdem in einem Umfang gewachsen, wie es nur ganz wenige tn voller Klarheit vorauszuahnen vermochten.

Moral von Lippe aber begleitet seitdem die deutsche Ec schichte. Welch eine Fülle verantwortungsvollster Entscheidungen welche Niederringung erster Krisen und Schwierigkeiten ist icib dem erfolgt. Die Machte, die damals vom deutschen Boden ver­trieben wurden, haben von den Hauptstädten der Feindmächte erneut zum Gegenstoß ausgeholt. Riesige Armeen und große und kleine Volker, ganze Erdteile stehen heute im Kampf. Besonders tn den Wintern rafften sich die Feinde immer wieder zu ver­zweifelten Anstrengungen zusammen, um den Heldenmut der nationalsoziallstischen deutschen Nation zu brechen. Aber der Füh­rer steht auch weiterhin auf der Wacht. Er kämpft, nicht aus dunk­le" Instinkten heraus, sondern mit der ganzen kühlen und l ch " e f en Berechnung der eigenen und der feindlichen Kräfte, dte unserer Kampfessührung seit jeher ihren Stempel ausdruckt. Und so wie er an das deutsche Volk und seine inzwischen tausendfach Beftatigten Werte glaubt, so glaubt Deutschland an lm Feindesland, mit reichsten für die Bewaffnung und Etnahrung unseres Kontinents notwendigen Gebieten im Rücken gebenten auch untere Soldaten an den Fronten der Tage vor

’•.. or...' JK. "feie Nation zu sich selbst fand. Sie wissen Aug ui Aug mit einem verzweifelt anrennenden Gegner, daß keine Macht der Erde jemals ihren Willen zu brechen vermag "ber lernt von ihnen. Die harte Schule des inner- politischen Kampfes war nicht vergebens. Auch der große Endsieg ist uns gewiß. Die Erinnerung an Lippe und den 30. Januar 1933 lebt nach zehn Jahren stärker denn je.