Wiesbadener Tagblatt
Mittwoch. 8. Januar 1943
Joch sich nach Freiheit sehnen lebenoig hingegen Vic Bog,
Kosaken im Dienst der deutschen Wehrmacht
waldreichen Gebiet mitzuhelsen.
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Aue dem neuen „StltlhhetOtXltf<6"
.Wir werden ans in Marokko teilen, mir dem Heim
Oberägypten ohne Kleidung. Lebensmittel und Arzneien
Sofia. 5 Jan. Die ägyptische Regierung erhielt ein Telegramm aus Assuan, in dem die Bewohner der Umgebung dringend Hilfe verlangen, und besonders die Lieferung von Lebens mittel n. Bekleidung. Arzneimitteln erbitte», weil sie daran vollständig Mangel leiden. Bei der schweren Verkehrskrise, die derzeit in Ägypten herrscht, durften diese Notschreie jedoch ohne Erfolg sein.
kasus geschrieben worden, aber nur wenige Schriftsteller sind es, die in jene Täler und Schluchten einge- b rangen und über jene Pässe gezogen sind, die heute den Lebensraum deutscher Soldaten bilden. Wer früher den Kaukasus bereifte folgte meist dem allgemeinen Zug der Tou
risten der hinüberführte in das Gebiet der Mineralauellen um Pjatigorsk und in die Kurorte Kisslowodsk und Ess en- t u k i, der sie über die malerische grusinische Heerstraße suhlte und auch aus den höchsten Berg Europas, den Elbrus. Vielleicht folgte er noch dem wilden Weg der ossetischen Heerstratze und sah dort viel Jnteresiantes, Wehrtürme uralter Bergdörfer und abgelegene Klöster in einer Landschaft, die von dem Zauber ältester
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Roosevelt, ein Totengräber des Friedens
Die Absichten des Lügen-Weisibuches auf der ganzen Linie gescheitert
Sie sind auf dem Wege nach Maikop, um bei der Aushebung eines Restes feindlicher Banden in diesem (PK.-Aufnahme: Kriegsberichter Jans (Wb.)
und bizarren Steintürmen offenbarte sich ihm der Kaukasus, in dem er. feine Kameraden, die Gefangenen und der Lärm des Krieges das einzige Menschliche bilden.
Wo der Soldat aber der einheimischen Bevölkerung begegnet, waren diese Erlebnisse vom Zufall geschenkt, ohne System und nicht gesucht immer aber reizvoll und von einer unbefangenen Natürlichkeit die in überraschend kurzer Zeit zwei im Grunde doch völlig verschiedene Welten in oft eigenartiger 9Bet|e au= sammenband So lernte der Soldat hier vieles, wenn auch anders- so gewitz auch gründlich kennen, als der Reisende vermag. In unserem Frontabschnitt lebte zum Beispiel das B e r g v o l k der Karatschai. ein Volk, von dem der Soldat bisher nichts oder höchstens gehört hat. dah es zu den vielen kaukasischen Bergstämmen gehört, die unzufrieden mit dem bolschewistischen Joch sich nach Freiheit sehnen Wie nüchtern sind solche Satze, wie lebendig hingegen die Begegnungen der Soldaten mit diesem Volk. Man stelle sich einen finsteren Urwald vor. finster und wild wie in alten Märchen. Baumstämme liegen kreuz und ouer. moderndes Geäst sperrt den Weg. Farnkräuter und Schlinggewächs. meterhoch wuchernd in satter Fülle, dichter Buschwerk wie eine dunkle grüne Mauer, der Geruch von Moder und Fäulnis, der Weg voll rrügerischer. knietiefer Sumpflöcher, bantp wieder Felsklötze von Riesenhand über die Wände geschleudert, die durch die Wipfel und Baumkronen durchschimmern, alles voll von dem orgelnden Rauschen und Brausender wilden Eewäsier, die in breitem Steinbett unbeengt und frei sich dahinwälzen — da begegnet dir mit einem Male eine phantastische Reitertruppe.. Gestalten mit wallenden, dunklen Mänteln und knapp anliegenden, buntfarbigen Röcken und Hosen. Hüte tief in die Stirn gedrückt, die Flinte ouer über dem Rücken, das Gesicht dunkel getönt, umwuchert von einem schwarzen Bart, die Augen dunkel und blitzend, markante Eefichtszüge voll verwegenem Trotz — wem möchten nicht die abenteuerlichen Gestalten aus Tausend und einer Nacht
Menschheitsmythen durchweht sind.
Alle diese Schilderungen, die zuletzt in das Erdölgebiet von Baku und durch das transkaukasische Völkermosaik führen, um zuletzt unter dem sonnenmilden Klima der östlichen Schwarzmeer- Mste auszuruhen, geben wohl ein großartiges Bild der kaukasischen Bergwelt und ihrer Völkerschaften wieder. Aber der deutsche Soldat erlebt doch dieses Gebirge und seine Bevölkerung ganz anders, als der Reisende, der die schönsten Teile des Kaukasus oder seine geschichtlich interesiantesten Teile abklapperte. Da marschieren Soldaten jetzt durch Täler aus Pfaden und kümmerlichen Steigen, die bisher vielleicht noch keines Europäers Fug betreten hat. Da werden Berge bestiegen, auf die kein Steig und keines Menschen Pfad, höchstens die Tretspur eines Wildes führt. Da kämvfen sich Soldaten durch Bergwiesen, deren meterhohes Gras mit Disteln und anderen manchmal armdicken seltenen Gewächsen, noch nie abgemäht, nie noch abgeweidet wurde und einem Dickicht gleich schier undurchdringlich über den Menschen zusammenschlagt. der drei Stunden zu einer Strecke braucht, die sonst in einer Stunde gegangen werden könnte. Da gibt es auch keine historischen Stätten mit Bauwerken aus alter Zeit und wenn anfällig am Wege ein altes Kloster aus grauer Vergangenheit stehen sollte, dann findet der Soldat es leer und halbverfallen und geht daran vorüber oder sein nüchterner, auf das Praktische gerichteter Sinn legt hier ein Verpflegungslager oder eine Krankensammelstelle an und der Hauch romantischer Geschichte versinkt unter dem Lärmen und Hasten einer viel stärkeren Gegenwart. Im übrigen aber sind uns die Dörfer als ärmliche Lehm - und Holzhütten in Erinnerung ohne eine Geschichte die ihre Spuren sichtbar zurückgelasien hätte, sofern man unter „Geschichte" das Schicksal versteht, Mittelpunkt entscheidender Entwickelungen zu sein. Die mühseligen Steige, die der Soldat mit seinen Tragtieren hochklettert, sind nicht getreten von den Heerhaufen hin und herziehender Völker und nicht gesäumt von den stolzen Erinnerungen ältester Vergangenheit, sondern find Hirten- wege und Pfade für Jäger, älter vielleicht, als älteste Heerstraßen aber heut noch rauh und unwirtlich, unbekannt und einsam. und nicht die Spuren der Vergangenheit find hier unser landschaftliches Erlebnis, sondern das Leben, das primitive, harte und eigenartige Leben in dieser Vergangenheit, das Leben in einer Welt w i e die Alpen vielleicht vor 2000 Jahren sein mochten.
in den Sinn kommen. >
Näher kommend sehen sie uns mit einem hellen, freundlichen Lachen an und mit betonter Strammheit und stolzer Haltung heben sic die Hand zum militärischen Grub. Das find Karatschai. Sie durchstreifen die Seitentäler und Höhen und jagen den bolschewistischen Banden nach, die sich da und dort notfi herumtreiben Freiwillig haben sie sich dazu gemeldet und der Stolz Waffen tragen zu dürfen und mit uns so gut wie verbündet zu sein, spricht aus jeder ihrer Bewegungen.
Biele weitere Begegnungen folgten diesen ersten. Manche Soldaten lagen wochenlang in den Quartieren der gastfreundlichen Bergbewohner und manche persönliche Freundschaft hat'sich trotz der Schwierigkeiten der Verständigung angebahnt, die etwas einmaliges, aber auch eine Erinnerung bleibt, die keiner misten möchte^ Wenn dieser Soldat den Namen Karatschai hört, dann denkt er nicht schlechthin an ein Volk, sondern an den verwitterten Alten mit dem er abends oft um die Öllampe gehockt hat, an die mütterliche, abgearbeitete Frau und die stille, uralte Großmutter, die wie ein guter Hausgeist durch die Hütte schlich, er denkt an drei oder vier schwarzhaarige Kinder mit lebhaften Augen, die so oft staunend und verlangend an seinen Waffen gehangen haben, kurzum, das sind seine Karatschai und damit die Karatschai schlechthin. Nichts weiß er von den Sitten und Gebräuchen, von der Herkunft und Geschichte dieses Volkes, aber die Lebensgewohnheiten ihres Alltages kennt er wie kaum ein anderer, war doch dieser Alltag eine Zeitlang fast völlig mit dem seinen verschmolzen. Kriegsberichter Dr. Josef Rieder.
Kaukasusin Krieg und Frieden
Winter-Erlebnis des deutschen Soldaten
Seit Beginn der Offensive int vorigen Jahre stand der Kaukasus dem deutschen Soldaten alB unverrückbares Ziel vor den Augen. Endlos und schwer war der Weg durch die Gluthitze der vor- kaukafischen Ebene. Eines Tages aber wuchs die langgestreckte Bergkette wie eine blaue Wand aus dem Dunst über der fruchtbaren Kuban-Niederung. Der Elbrus stieg über den schimmernden Fernen, einem heiligen Eralsberg vergleichbar mit weithin leuchtendem Siet-. > Lerbach empor. Dann urn- iingen die Hügelketten immer höher ansteigend, immer beengender die vor- rückenden Kolonnen. liefet wurden die Täler, steiler di« Wege, wilder und rau- tckiendei die Bäche. Zuletzt langen Steilfinten und Mldnis die Fahrzeuge zur Umkehr und nur mehr Gebirgsjäger konnten mit ihren Tragtierkolon- n e n den Stein- und Saumpfaden folgen, die auf die Grate und Kämme der 3000 Meter hohen Pässe mitten in eine gigantische Felswildnis mit mächtigen «Zletscherfeldern führten.
Damit ist der deutsche Soldat in ein Gebiet ein« gedrungen, das zweifellos als Landschaft, wie geschichtlich und ethnographisch das breiteste Jntereste findet. Viel ist Über den Kau-
„ * Seo Leu,, der Autor vieler,im RefidenZ-Tbeafm: gespielter Lustspiele, dessen neues, in Leipzig mit großem Erfolg urauf- geführtes Stück ..Schöne Seelen finden fick" »ur 3eU etnftuitert wird, wird am 8, Januar seinem gegenwärtig lomenben Stuck ..Die unnahbare Frau" persönlich> anwobnen.
, * Hennv Herze, die in Wiesbaden geborene, heute am Duetn=
6aus der Stabt Wien wirkende Ooern-^oubrette, baue als ..Stetel" in der am genannten Institut neu ernstudierten Vumver- dinck-Over ..Daniel und Stetei einen sronen, Enols.
„ * „Lotterie" von Otto Sielen. fUiautruhrung im Siniet Landestbeater.) Otto Sielen, der, Autor von „KlemesDezirks- Serickt". „Ick bin kein Eaianoua und „Kleines Genie hat »u leinen bisherigen Suhnenetfoigen einen neuen hiniutugcn können, jn Anwesenheit des Autors starteten die Äammenotele des Linzer Landes theaters das neue Volksstück „Lotterie. Wiederum erweist Och Bielen als ein feinsinniger Beobachter bes 3ßteneritoen Menschen, dem er nickt nur „auts Maul sondern auch ins Herz Ml sehen versteht. Das llcinbürgerlicke Milieu einet Wiener Lotterto- kollektur vor dem jetzigen Kneg wird lebensnah und mit Humor ersaßt. Irrungen und Wirrungen um einen gtosen Sohcrtepeminn werden, wie nickt anders zu erwarten ist. mit dem Phänomen „Liebe" amüsant gekoppelt. Die dankbaren Rollen des liebenswürdigen Werkes hatte Anton Lehmanns Regie tnoenflemafi und dialektficher besetzen können. Noch mancke beuttoe Bühne wird mit Otto Bielens „Lotterie" keine Niete ziehen. ~ 3. A. Flach
, * Neuer Stetork im Filmtheater-Besuch. Der.rilmtbeaterbewck
hat in Erotzdeuricklanb im Oktober 1942 mit 96,9 Millionen Besuchern ein Eoitzenergebnis erreicht. Di« Steigerung der Beiucker- iaht gegenüber dem Sevtember 1942 betrug 10.2 Millionen, «lei* 11,8 v. H.
Reiseschriststeller beschreibt. Mitunter war es ja auch jo, daß der Feind eilig die Täler verlassen und die Höhen geräumt bat, daß der Soldat im Sturmschritt den Paß genommen hat. Erst auf dem Paß war ihm Ruhe gegönnt, soweit man an der Front Überhaupt von Ruhe sprechen kann. Erst hier hatte er Gelegenheit, seine Umwelt zu betrachten und die Dinge am Rande des Krieges zu sehen. Was er aber hier sah. war nichts mehr, als Fels und Stein und tief unten unendlicher Wald, aus dem keines Menschen Dach und keine freundliche Hütte hervorlugt. Als eine steinerne Mondlandschaft mit weißen Gletscherflächen
nicht angeschnitten hätte. Auch auf rumänischer Seite sei man sich jedoch Über die Zwangslage im klaren, aus der heraus Roosevelt seine Politik der permanenten Kriegsvrovokationen nunmehr vor einem mißmutigen und mißtrauischen Kongreß und einem feindlich eingestellten Senat zu verantworten hat.
Bubaveft: Kennzeichen der inneramerikanischen Stimmung
Der Vizepräsident des ungarischen Abgeordnetenhauses, Sites Tibor von Toers, Sußette sich dem Budapester DNB.-Ver- treter gegenüber über das soeben veröffentlichte Weißbuch des Präsidenten Roosevelt. Seiner Ansicht nach verfolgt Präsident Roosevelt mit seinem neuen Weißbuch offensichtlich das Ziel, seine Kriegspolitik zu rechtfettigen. Das Bemühen des USA.- Präsidenten, einen Nachweis seiner angeblichen Kriegsverhinderungspolitik zu erbringen, laste ungeachtet der ebenso unbegreiflichen wie durchsichtigen Absicht, die Kriegsschuld von sich abzu- wälzen, gewisse Rückschlüsse auf die inneramerikanische Stimmung zu, die, enttäuscht vom bisherigen Kttegsverlaus, sichtlich der Aufmunterung bedarf. Erhärtet wird diese Annahme auch durch die Wahl des Zeitpunktes für die Weihbuchveröffentlichung, nämffch unmittelbar vor dem Zusammentritt des Bundeskongresses am 6. Januar, von dem Präsident Roosevelt allen Anzeichen nach die Bewilligung neuer Einschränkungen, neuer Steuern und neuer Trupveneinziehungen sowie überhaupt die llbernahme noch weitergehender Kriegslasten verlangen dürfte. Präsident Roosevelt dürfte nach Ansicht des Vizepräsidenten von Toers zur diplomatischen Tarnung seines alten und durchsichtigen Stimmungsmanövers in der Form des vorliegenden Weißbuches auch deshalb gegriffen haben, , um durch einen Schein von 6 e i i ö [ i t ä t auf die Einwanderer aus den Ländern der Achse und ihrer Verbündeten zu wirken, die trotz fortschreitender Assimilierung in den USA. noch immer ohne Zweifel gewisse gefühlsmäßige Seimatbindungen haben, die Roosevelt möglicherweise auf die Dauer als bedrohlich empfindet.
Madrid: „Nur zur Tarnung persönlicher Machtgelüfte"
Das nvrdameiikanische Weißbuch hat in Spanien keineswegs überzeugt. Die Beteuerungen Roosevelts, angeblich für den Frieden eingetreten zu sein, finden in der spanischen Öffentlichkeit schon deshalb keinen Glauben, weil sich eine Reihe von nord- amerikanischen Provokationen empfindlich auf das politische und wirtschaftliche Leben Spaniens ausgewirkt haben. In politischen Kreisen bezeichnet man es geradezu als Hohn, die militärische Invasion Nordafrikas mit dem Wunsch nach Frieden in Verbindung zu bringen. General Franco habe, so sagt man in Madrid, bereits im Sommer 1941 in einer großen Rede die USA. der Kriegshetze beschuldigt Und Roosevelt eindringlich vor dem Kriege gewarnt. Das Urteil Spaniens, dessen Staatsführung seit jener Rede ihren Standpunkt nicht geändert ?at, sei vollkommen klar. Das Weißbuch solle lediglich die ver- önlichen Machtgelüfte Roosevelts tarnen. Rome- _ Pelt sei in den Krieg eingetreten, um Diktator seines Volkes zu werden und das billige Erbe des britischen Imperiums anzu- treten. Spanien habe in feiner Geschichte diesen nordamerikanischen Malertalismus zur Genüge zu spüren bekommen.
Baris: Roosevelt sehr wohl betont»ortlid)
Zum sogenannten Weißbuch Roosevelts stellt die Pariser Moraenptesse bereits in den Überschriften fest, daß der Versuch Roosevelts, sich von der Schuld an diesem Krieg reimu? waschen völlig mißlungen ist „Präsident Roosevelt", so überschreibt „Aujour d'hui", „ist sehr wohl verantwortlich für diesen Krieg " Der „Petit Parisien" wählt die Überschrift: „Das amerikanische Weißbuch mildert nicht die Verantwortung Roosevelts füi diesen Krieg." Der „Matin" verweist insbesondere auf die Rolle der USA.-Politik gegenüber Frankreich und betont. daß das Weißbuch ein Eingeständnis für die aufstachelnde Haltung der amerikanischen Diplomatie Bei den Regierungen der Dritten Republik bilde, die das Ziel verfolge, Frankreich gegen Deutschland zu Hetzen. Von Strauß bis Murphy, Sullitt und Admiral Leahy nähmen die Abgesandten Roosevelts in Paris und Vichy unter den eifrigsten Totengräbern des Friedens und Frankreichs einen guten Platz ein.
die siegend das Werk der Väter vollenden. Leuchtende Erinnerungen der ewigen Heimat. Sinter allem Grauen des Krieges strahlend das große Ziel, ein deutscher triebe. „ .
Und wie mächtig dies Gegenwartserlebms tn Sans FraM fick auswirkt, erwies zum Schluß beinahe noch packender eine (ebenfalls für ein unperönentlithtes Buck vorgeiehenel Erzählung nach Tatfackenberickt „Der Fawckirm" Sie wurde, gewaltig an- kastender Höhepunkt des Abends mit der Frage eines im Luit- kanwi verwundeten Fliegeroffiziers, ob es nickt.eine Kameras lÄair geben kann, die für den damit Beschenkten fast unettraglick ut. Den Offizier, der fick beim Absprung aus der stürzenden Maschine mit dem Fallickirm festhakte, bat fein Bordfunker gerettet unter bewußtem Einsatz des eigenen Lebens .Dem Überlebenden jmetnt es ein geradezu Niederdrückendes Omer, das er wider Willen geschehen lasten mußte, aber bringt bet harte SUItag bes Krieges, so schließt der Erzähler, nicht zahllose ähnliche Omer einer selbstverständlicken Äamerabentreue? Dem Storr würdig ist die Darstellung bart, karg, icharfgcnragt, und hier gans besonders wuchs auch der Vortrag zu mitreißender Dramatik und Bildkrart. Hans Franck leibst pflegt lick als einen immer Ringenden zu bezeichnen. und als Ringenden, mtt den großen Machten des Zeitenschicksals wie mit der künstlerischen Formung seiner Siorre, zeigte aych dieser Abend den Dichter. Er vermittelte den Eindruck einer eigenwillig kraftvollen SLopfetversonlickke.it, eines Künstlers, dem das Won vielfältiges Instrument ist. Die Zuhörer folgten mtt gesammelter Anteilnahme und foenbeten herzlichen Beifall.
Hemrick Le«
Wohl mag es fein, daß räuberische Hausen ab und zu Über die Pässe ritten oder daß nähere und fernere Kriege ihre Wellen auch an diese Steinmauern trugen, so wie heute auch hier deutfche Soloaten eingedrungen find, dem Gesetz des Krieges folgend, der in jegliches Leben tiefer eingreift, als alles andere Geschehen der Welt. Aber dahinter schließt sich die Natur wieder mit ihrem Urwald und ihrem Schweigen wie der Wellenschlag des Meeres über die versinkenden Leben und nichts waltet hier, als die Erhabenheit bet Felsen unb Gletscher unb bas vielfältige, tausend- gcftalttge Leben einer unberührten, hemmungslosen Natur.
So erlebt der Soldat den Kaukasus ganz anders, als ihn der
Zum Weißbuch Roosevelts schreibt die finnische Zeitung „31 i a n Suunta". die große Mehrzahl der Menschen sei Nicht so kurzdenkend, um sich nicht an viel zu viel Erklärungen gewisser UEA.-Politiker vor Kriegsausbruch zu erinnern, aus denen alles andere als Friedensbestrebungen gesprochen hätten. Es sei keine Friedenspolitik, wenn sich ein ferner Erdteil in die innere Grenzregulierung eines anderen Erdteils, die bet Sicherung bes Stiebens diente, ein- mische, wie es nach München durch Boykott in den USA. geschehen sei. Auch die drohenden Erklärungen notdamettkanischer Politiker gegen Deutschlano hätten keineswegs friedlich gewirkt.
Sofia: Ein Versuch die Kriegsschuld abzuwälzen
Der ehemalige bulgarische Ministerpräsident und jetzige Parlamentsabgeordnete Prof. Alexander Z a n k o f f erklärte einem 3citungspertreter, mit feinem Weißbuch verfolge Roosevelt zweifellos das Ziel, die Kriegsschuld von sich abzuwälzen und der zu erwartenden Kritik seiner Politik durch die Kongreßopposition zu begegnen. „Ich habe".so sagte Zankoff. „die Maßnahmen Roosevelts seit Jahren genau verfolgt und erkannt. daß er zwar von Frieden sprach, aber den Krieg meinte: er drängte geradewegs zum Kriege. Es wat , mir schon lange klar, daß Roosevelt mit dem Leih» und Pacht- ' gesetz und seiner Hilfeleistung an die Engländer den Eintritt der USA. in den Krieg vorbereitete, seine Absicht jedoch mit diplomatischen Manövern verschleiern wollte. Er will jetzt alle Schuld von sich abwälzen und ste Deutschland ausbütden."
Istanbul: Nichts als „Wahlpropaganda"
In der Istanbuler Zeitung „E u m h u r i y e t" wird in einem Artikel gefragt, warum Roosevelt jetzt sein „Weißbuch" veröffentliche. Es liege doch kein Grund vor. stch wegen des Kriegeinttttts der USA bei den anderen Staaten zu entschuldigen, da diese ja selbst im Kriege seien. Amerika wolle sich offenbar vor seiner eigenen öffentlichen Meinung verteidigen. Die augenblicklich in den USA herrschende Partei habe bereits mit den Vorbereitungen zu den Wahlen begonnen und die Veröffentlichung xöes „Weißbuches" im gegenwärtigen Augenblick fei eine Maßnahme bet Wahlpropaganda.
Bukarest: Zur Beschwichtigung des Mißtrauens
In politischen Kreisen Bukarests wird die Veröffentlichung des amerikanischen Weißbuches u. a. -wie folgt kommentiert:
Der Versuch des Präsidenten Roosevelt, sich durch die Veröffentlichung eines Weißbuches von seiner der gesamten Weltöffentlichkeit bekannten Kriegsschuld rein zu waschen, sei von vomherein zum Scheitern nerarteilt Die Kriegsschuld Roosevelts und seiner jüdischen Hintermänner sei bereits eine „Res iubicata" unb der Präsident der Vereinigten Staaten hätte klüger gehandelt, wenn er diese für ihn so gefährliche Frage überhaupt
