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Rr.4
Mittwoch, 6. Januar 1943
91. Jahrgang
Roosevelts Meinungsterror
Die erste Sitzungsperiode des neuen Kongresses mit einer Verhaftungswelle eingeleitet
as. Berlin, 6. Jan. ((Eis. Drabtbericht unserer Berliner Sckriftleitung.) In Washington beginnt heute die Sitzungsperiode des neuen Kongresses. Wenn Roosevelt gebofst haben sollte, durch die Verönentlichung seines verlogenen Weihbuches und durch die gestern vorgenommene Verhastung von 33 Personen, die der ..Aufwiegelung und Untergrabung der USA.-Heeresrnoral" beschuldigt werden bte Ovvosition beeinflussen zu können, so wird sich das al- Fehl- rschnung erweisen. Die Republikaner formulierten bereits eine Reihe von Punkten, mit denen sie ovvositionell hervorzutreten gedenken. Vor allem richtet sich ihre Kritik gegen das im Juni ablausende Pacht- und Leihgese.tz. Dieses Gesetz bedeutet für Roosevelt die Möglichkeit, sich in allen Weltteilen einzumischen und sich durch Lieferungen auf Grund dieses Gesetzes Gegenleistungen zu sickern. An sich hätten auch wohl die Republikaner nichts gegen eine derartige Politik der Ausdehnung, nur sind sie der Ansickt. dah Roosevelts Kalkulation falte ist, daß man die Gegenleistungen später nickt erhalten wird. Außerdem fürchtet man. dah sich di« jetzt ebenfalls auf Grund des Pacht- und Leihgefetzes erfolgende I n d u ft r i a l i f l e r u n g einiger südamerlkanifcher Staaten unbeaueme Konkurrenten für später schafft. Jedenfalls sind die Republikaner entschlossen. eine sehr gründliche Untersuchung dieses ganzen Fragenkreises zu verlangen. Das dürfte Roosevelt wenig angenehm kein, denn auch in England kritisiert man bekanntlich das Pacht- und Leihgesetz sehr scharf, so dah sich der amerikanische Präsident nicht auf die Zustimmung des englischen Verbündeten berufen kann. Englische Handelskreise werfen Roosevelt immer wieder vor, dah er das Pacht- und Leihgeketz lediglich benutzen wolle, um überall den engliscken Einfluh auszuschalten. . „ k m ,,
Dazu gibt es noch eine ganze Reihe anderer Probleme, über die man sich im Kongreh wird unterhalten müssen, wie etwa die Frage der Preisgestaltung. Farmerblock ist keineswegs damit zufrieden, dah der Preiskommissar Henderson geopfert wurde, sondern ist entschlossen, erhöhte Preise durchznsetzen, vor allem für Mehl. Aber auch die Geschäftsleute wünschen, sich von der Preiskontrolle zu befreien. Auch das find Fragen, die Herrn Roosevelt erhebliche Kopfschmerzen machen.
So heißt die Parose eben ablenken, ablenken von allen schwierigen Problemen. Dazu soll auch das Gerede von einem großen .Sozialoersicherungs-Programm" dienen, das den Beveridge-Plan angeblich in den Schatten stellt. Es braucht gar nicht weiter betont zu werden, daß man im Lande Roosevelts, wo das Wort Prosit grob, sogar sehr groh geschrieben wird, gar nicht ernsthaft an Sozialvläne von Bedeutung denkt. Zu dem Ablenkungsmanöver aber gehört aut6. wie wir schon betonten, die Veröffentlichung des verlogenen Rooseveltschen Weibbuches. Aber auch dieses Manöver kann heute schon als mißglückt bezeichnet werden. In der gesamten Welt ist der Plan Roosevelts durchschaut worden und überall ist man sehr schnell zu der Erkenntnis gelangt, daß, wie es beispielsweise die ungarische Presse ausdrückt, der Frieden nie gefährdet worden wäre., wenn Washington zu seiner Erhaltung soviel getan hätte, wie für den Ausbruch des Krieges. Aber auch die aus den USA. kommenden weiteren Meldungen zeigen, daß aus den verschiedensten Kreisen der USA. dem Präsidenten nunmehr die Frage entgegentritt, wie er die militärischen Vorbereitungen angesichts all der Informationen, deren er sich jetzt rühmt, derartig sträflich vernachlässigen konnte. Auch wird immer wieder die Feststellung ge- trossen. daß die Verantwortung der Spitzen von Armee und Flotte nur noch schwerer erscheine, wenn Die Dinge so liegen, wie das Rooieveltsche Weißbuch ste darstellt. Insgesamt bat sich dieses Weißbuch also als ein Rohrkrepierer erwiesen. der den Schützen stärker gefährdet als bas eigentlich beabsichtigte Ziel. Selbst bie Roosevelt ergebene Presse verteidigt das Weißbuch nur ziemlich lahm in dem Gefühl, sich für unhaltbare Behauptungen einsetzen zu müssen Der gewiß nicht ackienfreundliche Senator Tast erinnert an die Denkschrift, die er bereits im Februar 1941 veröffentlichte 'und in der er eine Unterrichtung des Senats über die Verhandlungen mit Japan verlangt habe. Er erbebt den Vorwurf. dah das Parlament über den Stand der Dinge vollkommen tm unklaren gelassen wurde. Auch das ist ein weiterer Beweis dafür, dah Roosevelt niemanden in sein dunkles Spiel Einblick nehmen lassen wollte, weil er stch in seinen Kriegstreihereien durch niemanden behindern lassen wollte.
Britische Werke in Indien erfolgreich angegriffen
Schwerste Schäden in den Rüstungsindustrien . .
Berlin. 5. Jan. In der Nacht zum 4. Januar unternahmen javanische Bombenslugzeuge abermals einen Angriff auf die Rüstungsanlagen in Indien. . Die angerichteten Schäden sind die schwersten aller bisherigen Angriffe. Besonders die Fabrikstadt H a r a b am rechten Ufer des Hugli wurde stark getroffen. Ein Fabrikgelande von 300 Hektar Umfang wurde völlig zerstört, ein, angrenzendes Öllager der British Gaioline Comvanv in Brand geworfen. Auf dem Hugli wurden 5 Leichter durch Bordwaffen- beteuh in Brand gefetzt, so daß ste kenterten.
Im Dockviertel von Hastings, unweit südlich der Stadtmitte, richteten die Tiefangriffe der lapanycken Sturz- kamvfbomber besonders große Schäden an. The SB ei ft = anlagen von ,.P- and O-Line und der Brltlfb 3ndta Steam Navigation Co. brannten noch, als die lavanifcken Flugzeuge nach zweistündigem Bombardement wieder ab« flogen. Schwer getroffene Ziele waren noch der Babnbof m
Haurah, das Kasernenviertel und Sckridnavur und das ausgedehnte Lagerhausviertel am linken Ufer des Hugli.
Einzelne javanische Flugzeuge griffen unterdessen den stromabwärts gelegenen Hasen von Kalkutta. Diamond Harbour, an und versenkten einen Damvfer von 6000 BRT Ein in der Flußmündung liegendes britisches Kanonenboot vom ..Eornwallis"-Tov kenterte unter starker Brandent- wicklung.
Bei Luftkämvfen über Stadt und Hafengebiet von Kalkutta teerten javanische Jäger neun britische Flugzeuge ab. Auf dem Rückflug der javanischen Flieger kam es bei der Stadt Cbandvur unweit der Eanges-Mundung zu erneuten Luftkämvfen mit feindlichen Verbänden, in deren Verlauf weitere sechs britische Flugzeuge abgeschossen wurden Drei javanische Bomber und ein Jagdflugzeug kehrten nicht zu ihren Stützvunkten zurück.
„Ewiges Frankreich?"
Von Wilhelm Ackermann
Es ist eine in amtlichen Kundgebungen, in offiziellen Reden, in Zeitungsaufsätzen bei unserem Nachbarn im Westen immer wieder produzierte Phrase, daß ein Land wie Frankreich, mit seiner Geschichte, seiner Kultur, seinem Wert für die Menschheit im allgemeinen und die europäische im beionderen schlechterdings nicht untergehen könne, An diese zwar nicht bewiesene, aber überzeugend suggestiv und kramprhaft selbstbewußt vorqebrachte Feststellung wird dann bei geeigneter Gelegenheit dl« andere angebängt, daß solch französtscher Ewigkeitswerte wegen ein Europa ohne Frankreich — natürlich ein Frankreich in Glanz und Glorie —. einfach nicht denkbar und möglich sei. Und aus beiden Lehrsätzen zusammen ergibt stch Dann die Forderung, daß die Nation der Franzosen in jedem Fall in dem Europa der Zukunft wieder den ihr gebührenden Platz einnehmen müsse. Wenn man seit Jahr und Tag diese Behauplungen und Schlußfolgerungen mit angehört bat. in die stch zunächst begreiflicher Weise die Verzweiflung über die Niederlage flüchtete, fühlt man doch nachgerade bas Bebürfnis, sie etwas näher auf ihren Wahrheitsgehalt unb ihre innere Berechtigung zu prüfen, bei dem man dann freilich sogleich auf das derzeitige tatsächlich« Verhalten der Franzosen selbst stößt, das in einem denkbar krassen Gegensatz zu den erhobenen Ansprüchen steht. Denn dieses Verhalten gegenüber der im Zuge befindlichen geschichtlichen Entwicklung in Europa ist gekennzeichnet durch die Anwendung der Wanzentaktik, tn der stch die Masse des französischen Volkes gefällt, durch die Methode, stch einfach tot odetz dock gänzlich uninteressiert zu stellen, bis der Sturm der Ereignisse unter möglichst geringen persönlichen Unbequemlichkeiten vorübergebraust ist. In ihrer überwiegenden Mehrzahl erscheinen die Franzosen dumpf entschlossen, stch durch nichts aus ihrer starren Ruhe des Abwartens aufrütteln zu lassen, nickt einmal durch solche Ereignisse, wie Den jüngsten völligen Verlust ihres kolonialen Imperiums, das Jahrzehnte hindurck Gegenstand des Nationalstolzes gewesen ist. Man gefällt sich in Frankreich in einer bis zur Verächtlichkeit vazt- si st i s ch e n Gesinnung, in einer völligen Umkehrung der geschichtlich hinreichend belegten französtschen Händelsucht: und in dieser merkwürdigen, dem Volkscharakter geradezu widersprechenden Einstellung erwartet man alles künftige Heil von außen, statt von sich selber und einer irgendwie eigenen Kraft und Kraftanstrengung.
Zur Beschönigung der darin offensichtlick verborgenen Feigheit gegenüber dem eigenen Schicksal hat man die Phrase vorn „Attentismus", von der Politik des Abwartens erfunden, mit der man stch besonders klug vorkommen möchte. An ihr ist die Politik von Montoire gescheitert, der aus deutscher Initiative unternommene Versuch, das deutsch-französische Verhältnis endlich und endgülttg auf Grund der schmerzhaften geschichtlichen Erfahrungen auf eine neue Grundlage zu stellen. An dieser Art der seelischen Selbstaufgabe würde aber auch die Hoffnung der Anderen scheitern, daß in irgendeinem Zeitpunkt in dem angeblichen Freibeits- kampf auf eine aktive französische Teilnahme zu rechnen wäre. Diese moralische Kapitulation ist so allgemein und wird mit einer derartigen Selbstgefälligkeit zur Schau getragen, daß es durchaus zweifelhaft fein muß. ob ein anderes Regime als das derzeitige in Vickv ste hätte verhindern und das französtsche Empfinden in weniger krankhafte Bahnen hätte lenken können. Denn es ist leider festzustellen, daß selbst die wenigen übriggebliebenen fran- zöstschen Nationalisten, die gegen die Wanzentaktik zu Felde ziehen und eigene Aktivität für die französtscke Zukunftsgestaltung verlangen, durckaus ohne klares Programm und alles andere als einig stnd. Da bekämpft Herr Marcel Döat Herrn Jacques Doriot, und beide eifern gegen Herrn Charles M a u r r a s. und alle miteinander halten
Neue Eichenlaublrager
Oberst Stahel, Kommandeur einer Luftwaffenkampsgrupp«
Berlin. 5. Jan. Der Führer bat dem Oberst Reiner Stahel. Komm-ndeur einer Lustwaffenkampfgruppe. das Eichenlaub rum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt: ,
„3n dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleih« ich Sljnen als 169. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. sei. Adolf Hitler.
Oberst Reiner Stahel, der als erster Angehöriger der Flakartillerie der Luftwaffe das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes erhielt, ist Westfale und als Sohn eines Fabrikbesitzers am 15. Jan. 1892 in Bielefeld schoren. Er machte den Weltkrieg, zuletzt als Oberleutnant und Führer einer MTK in den Reihen des Infanterie-Regiments 130 nnt, wurde im Araonner Wald zweimal schwer verwundet, erhielt bereits im März 1915 das EK. I. und nahm 1918 an der Befreiung Finnlands teil. Rach Beendigung des Weltkrieges trat er in finnische Militärdienste, war Oberstleutnant und Ches des Schutzkorps in Abo und wurde für seine Verdienste im finnischen Freiheitskampf durch Verleihung des Kommandeurkreuzes der finnischen Weißen Rose ausgezeichnet. Seit 1925 lebte er als Kaufmann in feiner Vaterstadt Bielefeld. 1935 in bte Luftwaffe übernommen, wurde er Kommandeur einer Flakabteilung. gehörte dann der Kontrollkommission für das unbesetzte Frankreich an und wurde im März 1941 Kommandeur eines Flak- regiments. Am 18. 1. 1942 erhielt Oberst Stahel das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, weil et sich durch die tagelange Verteidigung eines schwer gefährdeten Flugplatzes, dem als Stellungseckpfeiler besondere Bedeutung zukam. hervorragende Verdienste erworben hatte Diesen erfolgreichen Kamvf gegen eine erdrückende Überlegenheit aller feindlichen Mafien fühtte er lediglich mit Luftwaffenbautruppen, der Horstkornvanie und seinem eigenen Stab. wobei er durch vorbildlich tapferen Einsatz in vorderster Linie seinen Soldaten ein Beispiel deutschen Soldatentums gab. $ei den Kämpfen im großen Donbogen hat er sich mit seiner Kampfgruppe erneut besonders ausgezeichnet.
Oberleutnant b. R. Rebmann. Kompaniechef in einem Kradschützenbataillon
Der Führer verlieh am 4. Jan. 1943 das Eichenlaub rum Rittertteur des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant d. R. Fritz F e b m a n n. Kompaniechef in einem Kradschützenbataillon, als 710. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Der Führer sandte an den Geliehenen folgendes Telegramm:.
»In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen als 170. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub rum Ritterkreuz des Eisernen Kreure». gez. Adolf Hitler."
Unferm Zevter der „Freiheit"
Gesamte iranische Bresse stellt ihr Erscheinen ein
Istanbul. 5. Jan. Das iranische Parlament sah sich gezwungen. einem erneuten Druck bet USA. nachzugeben. Es mußte für bas Sanbels- unb Landwirtschaftsministerium. sowie für bas Schulwesen die Bestellung je eineszusätzlichen amerikanischen Beraters bewilligen, bie neben ben bereits tätigen amerikanischen Beratern fungieren werden. - Das Gehalt dieser Berater wurde vom Parlament mit je 12 000 Dollar jährlich festgesetzt.
Der Londoner Nachrichtendienst mußte die unbequeme Meldung durchgeben daß sämtliche iranischen Zeitungen ihr Erscheinen eingestellt haben. Der Schritt der iranischen Presse geschah, so meldet man aus der Türkei, als Protest gegen bie u n - haltbare L a ge bes ßanbes. besten Regierung nur noch ein Svielball zwischen ben Interesten bet drei Aggrestorenmächte USA.. Großbritannien unb Sowjetunion ist.
Herrn b e l a Rocque für einen Cbarlatan: ieber glaubt fick im Besitz bes allein eckten Ringes, ohne ibn freilick vorweisen zu können, alle röhren ..Frankreich!" unb meinen ba« bei doch nur ihren eigenen kleinen Ehrgeiz. Unb verstärken butte ihr unwürdiges Schauspiel bei ben Wanzentaktikern bie Überzeugung, baß sie im Erunbe doch recht haben.
Es kann bei dieser Mißentwicklung nicht übersehen werden. daß sie durch das Verhalten der maßgeblicken Kreise in Vichtz indirekt gefördert worden ist. denn die oben gekennzeichneten bequemen Trostphrafen voiw „ewigen Frankreich" und seinen selbstverständlichen Zukunstsansprücken. die von dorther ihren Ausgang nahmen, waren nur geeignet, die stumpfe Lethargie unb bas bewußt tatenlose Abwarten zu fötbein unb gegenüber auftaudtenben inneren Zweifeln zu rechtfertigen. Hinzu kam noch der recht sonderbare Theaterdonner. den die Dicknkreise mit der sogenannten nationalen Revolution veranstalteten, einer. Angelegenheit ohne klaren Inhalt und ohne entschiedenen Zielsetzung, an der bte TOnöe des Volkes denn auch nickt im mindesten zu interessieren war. unb bie in ber Praxis, so bescheiden dies« sich bisher
Die Pläne des USA.-Jmperialismus in Afrika llnt«rrichtsminift«r Bottai in ber Zeitschrift »Critira Fascifta"
Rom, 5. Jan Über bie Ziele, bie bie USA. in Europa unb Rorbasrika verfolgen, schreibt oie vom Unterrichtsminister Bot- t a i herausgegebene Zeitschrift „Critica Fascista" in einem „Afri- cano" gezeichneten Artikel:
Der Begriff u r a f r i I a" hat tn bet letzten Zeit vor allem währeub bes Krieges heftige Fortschritte gemacht. Englanb, bas Seit Jahrhunberten in Afrika große Interessen zu vertreten hat, ieht stch heute ber Hegemonie Des außereuropäischen Verbünbeten unterworfen, wie es schon früher in Mittelamerika ber Fall war. I n Afrika kommandiert heute Roosevelt. Es ist kaum anzunehmen, baß bie Vereinigten Staaten stch in ein ber« artiges Abenteuer wie bie Lanbung in Rorbafrika nur aus militärischen Erünben begeben hätten, ohne ein weiteres Ziel im Auge zu haben. Einerseits besteht bie Meinung, baß zwischen ben Bereinigten Staaten unb Großbritannien ein Programm ber Zusammenarbeit in Afrika ausgestellt worben ist, nach welchem Großbritannien unter Marschall S m u t s bte politische unb bie Vereinigten Staaten bie wirtschaftliche Oberherrschaft im schwarzen Erbteil ausüben sollten.
Voraussetzung zu biesem Plan ist folgenbes: An Stelle eines tn enger wirtschaftlicher Beziehung mit Dem Nachkriegseuropa stehenben Afrika, bem sogenannten „Eurafrika", soll Afrika geistig und politisch oon Europa losgelöst werben. Die verschiebenen afrikanischen Gebiete sollen zu einer „Völkerunion" zusammengeschlossen werben, bie von Europa vollkommen unabhängig ist, abgesehen von England, bas politijch, unb USA., bas wirtschaftlich bie Leitung biefer Union hat.
Der Ursprung zu biesem Plan liegt in bet amerikanischen Auffassung von ber Dekadenz Europas einschließlich Englanbs. Europa lampst diesen Krieg, um sein wirtschaftliches Potential
mit Hilfe ber Rohstoffe bes schwarzen Kontinents zu stärken. Die USA. versuchen nun, Europa schon vorher von diesen Wurzeln seiner Kraft abzuschneiben, so dpß stch bie europäische Wirtschaft auch nach bem Kriege nicht mehr erholen kann. Wenn Rorbasrika ben Vereinigten Staaten gehören wird, bann wirb auch Europa ben Vereinigten Staaten gehören.
Das amerikanische Einflußgebiet in Afrika bildet ein riesiges Dreieck, dessen Erunblinie von Bathurst nach Leopolbsville führt, währenb bie Spitze in Mastaua liegt. Zwischen ben beiben afrikanischen Küsten entstauben in kurzer Zeit Flugplätze meteorologische Stationen, Runbsunkstationen. Amerikas Einfluß greift von Lagos nach Takorabi, von Eookhoufe bis zum Tschabfee von Dnburman nach Äthiopien, von Dakar nach Algier.
Afrika ist bie Berteibigungsstellung Europas. Unter biesem Gesichtspunkt erkennt man biegrofj.e Gefahr, bie Europa von ben USA. droht. Aus der Erkenntnis dieser Gefahr allein kann auch der europäische Widerstandswille erwachsen Wir befinden uns augenblicklich, so schreibt „Eritica Fascista", in einer Verteidigung historischer Werte, die die Eriftenz Europas bedingen. Es ist jetzt zu einem Krieg ber Kontinente gekommen. Der amerikanische Kontinent versucht ben europäischen Kontinent, ber augenblicklich nur durch Italien unb Deutschlanb repräsentiert wirb, zu unterwerfen.
USA. hat mit Vorbebacht ben Kamps auf afrikanischem Boden begonnen; beim ohne Afrika wäre Europa verstümmelt und von der übrigen Welt abgeschnitten. Der Kampf zwischen „Eurafrika" und Amerika gipfelt in dem Wort Tunis, bas auch in ber Vergangenheit schon für bie Geschichte Italiens von Bedeutung war.
