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Wiesbadener Tagblatt

Montag. 4. Samte 19ff

Staaten ihres regionalen Bereichs würden sie ja auch in den kolonialen Verwaltungskörperschaften gleichberechitgt mit dem betreffenden Mutterland sitzen, d. b. England wäre nach zweiSeitenhindegradierties wäre in einer solchen Kolonialorganisation einerseits weniger als die Vereinigten Staaten, andererseits aber nicht mrbr als eines feiner eigenen Dominien. Wenn ein Mann von der ge­priesenen und mit dem Feldmarschallstab belohnten Loyali­tät eines Smuts einen solchen Vorschlag machen kann in dem Glauben, damit den Engländern auch noch einen Dienst zu leisten, so kennzeichnet das am besten, wie tief der Kurs der englischen Ansprüche im Urteil selbst befreundeter Politiker bereits abgesunken ist. Aber auch eine so weitgehende bri­tische Selbftentäuherung kann den Gang der amerikanischen Politik nicht mehr beeinflussen, die sich schwerlich bei solch gekünstelten Konstruktionen aufhält, wie sie Herr Smuts ge­bastelt hat. Sm Fall des Sieges denken die Amerikaner nicht daran, in ihrem Bereich noch mit irgendwem ihren Herrschaftsanspruch zu teilen, weder in ihrer ureigensten „westlichen Hemisphäre", noch in Afrika oder Ostasien. Nicht einmal an Europa werden sie sich desinteressieren, jedenfalls nicht zugunsten Englands, das nach ihrem Willen auch dort allenfalls hinter den Sowjets rangieren darf. Dagegen nutzen keine guten oder pfiffigen Einfälle mehr, mögen sie nun pon Mister Smuts oder anderswoher kommen.

USA-Staatsschulden aus 112 Milliarden Dollar angewachsen

Madrid, 3. San. Einer Meldung aus Washington zufolge beträgt die öffentliche Staatsschuld der USA. gegenwärtig nach einer ausgegebenen Erklärung des Schatzamtes 112 Milliar­den Dollar.

Höchste Bewährung

Von Kriegsberichter Heinz Spousrl

PK. Zwielichtene Nacht dunkelt über den gewundenen Grä­ben der Hauptkampflinie. Für einen großen Teil der jungen Grenadiere, die an den Karabinern, den Maschinengewehren und den Granatwerfern stehen, ist dies die S t u n d e der e r st e n Bewährung vor dem Feind. Vor wenigen Tagen noch waren sie in den roten Güterwagen gesessen, die ihnen Wohnstatt gewesen waren für die tausend und mehr Kilometer von der Heimat in das Herz des sowjetrusiischen Reiches. Viele Fragen brannten ihnen aus den Lippen, wie es wohl sei, wenn die schweren Panzerriesen auf die Gräben zurollten. Die alten, im Graben­krieg ergrauten Grenadiere, mit allen Wassern gewaschen, hatten eine lakonische Antwort: „Schiehen, schießen und wieder schiehen, — das andere kommt dann ganz von selbst!" Und sie zogen weiter an den zerkauten Pfeifen und bliesen bedächtig und ge­nießerisch den blauen Rauch in kunstvollen Ringen in die Luft

Run starrten die jungen Grenadiere mit geweiteten Augen in die Finsternis. Die abgeholzten Baumstümpfe, durch die sich die Hauptkampflinie schlängelt, glotzen gespenstergleich über das Niemandsland. Sie narren im Zwielicht der Nacht die Grena­diere, so daß diese ost nicht wißen, ob ein Stumpf oder eine reg­los kauernde Gestalt schwarz im Dunkel liegt Der Feldwebel vom Erabendienst geht von Posten zu Posten. Seit den ersten Tagen des Feldzuges gegen die Sowjets trügt er das EK. I, und in seiner Nähe fühlt sich der Ersatz geborgen. Einer der jungen Grenadiere hebt lauernd den Kopf, fragend schaut er zum Feld­webel hinüber. Der aber nickt nur und legt den Finger aus die

ErfolgreicheUnternehmen im mittlerenAbschnitt

Hoho Verluste der Sowjet, im Don-Eebiet — über 1400 Sowjet banditen vernichtet — Feindliche Kräste in Tunesien zurückgeschlagen U-Boot verseakte b000-BRT.-Damvser bei Oran — 16 mehrmotorige Flugzeuge ohne eigene Verluste abgeschosien — Soll bombardiert

Aus dem Führerhauptouartier, 4. San. (Funkmeldung.) Das

Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

An »erschiedenen Abschnitten der Front im Don-Eebiet und im Raum von Stalingrad erlitten die Sowjets bei der Fortsetzung ihrer Angriffe hohe Verluste.

5n einem S ch « a rzm e « r-S af « n an der Kaukasusküste wurde ein Handelsschiff mittlerer Gröhe durch Bombentreffer beschädigt.

Eigene Stoßtrupps führten im mittleren Front­abschnitt erfolgreiche Unternehmen durch. Feindliche Vor­stöbe wurden abgewehrt. 3m rückwärtigen Gebiet einer Armee wurden sowjetische Banden umstellt und über 14 0 0 Ban­diten vernichtet. 6S Lager und eine große Anzahl Unter­stände zerstört, zahlreiche Waffen sowie umsangreiche Bestände an Munition und sonstigen Bersorgungsgütern erbeutet.

Die zähen örtlichen Kämpfe südöstlich desSlmensee» halten an.

Set der Fischerhalbinsel versenkten schnell« deutsch« Kampfflugzeuge ein Handelsschiff von 5000 BRT., «in zweit«, wurde schwer beschädigt.

3n Süd-Tunesien schlugen deutsch-italienische Truppen französisch« Kräste nach Westen zurück. Die Luftwaffe griff mit starker Wirkung den Transvortverkehr des Feindes auf Bahnen und Straßen an. 3n einem feindlichen Flugstützpunkt entstanden Brände durch Bornbenvolltreffer. Begleitende Säger schoßen fünf feindliche Flugzeuge ab. Ein deutsches Unterseeboot versenkt« nordöstlich Oran aus einem stark gesicherten Eeleitzug einen Dampfer von 5000 BRT.

Nach einem Tagesoorstoß eines britischen Flugzeugverbandes gegen das weftfranzösische Küstengebiet wurden sechzehn mehr­motorige Flugzeuge ohne eigene Verluste ab­geschossen.

Sn den späten Abendstunden führten britische Flugzeuge einen Störan griff auf westdeutsches Gebiet durch. Die Bevölkerung hatte Verluste. Zwei Flugzeuge wurden zum Absturz gebracht.

Rach erfolgreichen Tagesangrisfen schneller. deutscher Kampf- slugzeuge gegen die englische Südküfte bombardierten deutsche Kampfflugzeuge bei Rächt, in mehreren Wellen angrei­fend, die Hafenstadt S u l l. in der ausgedehnte Brände entstanden.

Der OKW.-Bericht vom Sonntag

Aus dem Führerhauptouartier, 3. San. Das Oberkommando

der Wehrmacht gibt bekannt:

Sm Don-Eebiet dauern die schweren Abwehrkämpse an. Der Feind -wurde auf der gesamten Front zurückgeschlagen und verlor 38 Panzer. Bei diesen Kämpfen zeichnete sich die 6. Panzer-Division besonders aus.

Ungarische Truppen schlugen einen von starker

Artillerie unterstützten Angriff der Sowjets ab.

Bei einem eignen erfolgreichen Angrisssunternehmen w «st - l i ch Kaluga wurde ein feindliches Bataillon aufgerieben, 95 Kampfstände und Bunker zerstört und Eesangene eingebracht.

Erneute Angriffe de, Feindes gegen den Stützpunkt Welikije L u k i scheiterten an dem hartnäckigen Widerstand der Besatzung.

Unter Einsatz zahlreicher Panzer wiederholten die Sowjet»

südöstlich des Sltnen.Seeo ihre vergeblichen Angriffe. 26 Panzer wurden abgeschosien. , „ ,

Sn Libyen wurden Vorstöße des Feindes durch Artillerie abgewiesen. Sn Luftkämvsen verloren die Briten sechs Flugzeuge.

Eigen« Angriffsuntern«hm«n in Tunisien erbrachten wei­teren Eeländegewinn. Bei Tag und Rächt setzten deutsche Sturz- karnvs- und Kampfflugzeuge die Zerstörungen der Safenanlagen von Bone fort. Sm Hafen wurde «in Handelsschiff von 100 0 0 BRT. versenkt. Ferner wurden Bahnanlagen und ein Flugstützpunkt im tunesisch-algerischen Grenzgebiet wirksam bombardiert. Sn Luftkämpfen verloren die Briten fünfzehn Flug­zeuge. Eigen« Verlust« entstanden nicht.

Ein deutsches Unterseebot versenkte au» einem nach Oran ein» laufenden Eeleitzug einen amerikanischen Munition»- damvser von 8 0 00 BRT.

Die Tagesangrisse schneller deutscher Kampfflugzeuge gegen da» englische KL st e.i gebiet wurden auch gestern mit Er­folg fortgesetzt.

Schrei nach verstärkter Abwehr

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

as.'Sttlin, 4. San. Dio fortgesetzten Erfolge unserer U-Boote, besonders auch die Erfolge gegen den für Nordafrika bestimmten Nachschub, lösen in der englischen Öffentlichkeit erneut recht skeptische Betrachtungen über die U-Boot-Eefahr aus. Selbst der amtliche englische Nachrichtendienst ruft verzweifelt: „W i r müssen die Abwehr verstärke n". aber ohne sagen zu können, wie diese schon so oft erhobene Forderung in die Tat um­gesetzt werden soll. Auch Lord Hanky, der lange im Empire. Verteidigungs-Komitee sab, erklärte in der „Eunday Times", daß der Schutz der anglo-amerikanischen Schiffahrt noch immer unzu- länglich sei. Er meinte, daß man den Fehler begangen habe, di« Vernichtung der Achsen-U-Boote nicht zur wichtigsten Aufgabe bei den Vorbereitungen für die großen Operationen des Sahres 1943 gemacht zu haben. Er schreibt, daß gelegentliche Luftangriffe auf U-Boot-Etützpunkte und U-Boot-Werften kein« besonder« Wirkung gehabt hätten. Noch immer Übersteige die U-Boot-Produktion die Zahl der zerstörten U-Boote. Trotz einer erhöhten Tonnage-Pro­duktion, so warnt der englische Lord, haben die Schifssverluste während des Krieges die Neubauten ungefähr um das Doppelte überstiegen. Das ist ein recht beachtenswertes Eingeständnis, das allerdings weit von den amtlichen englischen und amerikanischen Lügen abweicht.

Festigkeit, Willenskraft und Mut •

Sftanbul. 3. San. Der Leitartikel in der Sonntagsausgabe der „Eumhuriyet" stellt einen Vergleich zwischen den Neu­jahrsbotschaften der Staatsmänner auf beiden Seiten der Krieg­führenden an. Roosevelt. Churchill und Knox hätten ihren Döl- kern lauter gute Nachrichten gegeben, die übertrieben seien. Da­gegen gebrauchten die Staatschess der Achsenmächte eine andere Sprache, die Festigkeit. Willenskraft und Mut zeigte. Shre offene Sprache lasse aus kein Anzeichen von Schwäche schließen. So sehe der deutsche Staat keine Notwendigkeit, dem Volk die Wahrheit über den noch zurückzulegenden Weg vorzuent­halten. Das verdiene die Aufmerksamkeit der Türkei.

blaugeforenen Lippen. Sa, auch er hat es gehört, und jetzt trägt der Wind, der leicht aufgekommen ist, deutlich bas Flüstern vieler Stimmen aus dem Niemandsland hinüber. Die Grenadiere legen den Körper weiter über den Wall der aufgeworfenen Erde, und ihre Hände faßen fester und enger um den Kolben der Gewehre. Einige Maschinengewehrstöße bellen zu den Baumstöcken hinüber Dann ist es für Sekunden wieder still, unheimlich still, und jeder in dem Graben weiß, daß der Gegner etwas plant., Die Alten läßt es kalt, die Jungen aber fiebern leicht, doch laßen sie es kaum merken. Uber den Himmel segeln Wolkensetzen, tauchen die Landschaft abwechselnd in fahles Mondlicht und tn rabenschwarze Nacht.

Mit einem Mal brummen drüben tiefe Motoren auf, das quietschende kreischende Mahlen langsam sich drehender Raupen­bänder bricht in die Stille. „Panzer!"- der alarmierte Ruf springt durch die deutschen Gräben. „Panzer! — mancher vom jungen Ersatz sieht mit fragenden Augen, mit Augen, die ge­weitet sind, hilfesuchend zu dem „sturen" Obergefrelten, und die Lippen stammeln lautlos das Wort: Panzer! Durttle Schatten schieben sich über das Feld, Drahtsperren zerreißen, Baumstümpfe zerbersten krachend, aus den langen Rohren spritzen die Granaten in die Wälle der deutschen Gräben wie aus feurigen Mündern.

Näher und näher wälzen sich die stählernen Riesen. Als für Sekunden der Mond durch das Gewölk bricht, stehen sie fünfzig Meter vor den Grenadieren. Drohend und unheimlich heben sich drei Umriße aus der weiten, ebenen Fläche. Mit klirrendem Klang klatschen die Kugeln an den schweren, dicken Stahlmanteln ab und flattern kraftlos zu Boden. Enger preßen sich bte Graben- posten an die Erde, wenn die dumpfen Abschüße der Panzer- kanonen aufbellen. Und dann schießen sie wieder, schießen, schießen.... Sie wifikn, daß es sinnlos ist, aber warum sollte die Kugel nicht einmal den Weg durch die schmalen Sehschlitze finden?

Wie auf ein geheimes Zeichen hin wird es plötzlich ganz still in den deutschen Gräben. Einsam und verloren nur hallen die Abschüße der Panzerkanonen in die Nacht. Sn dieser Sekund« nimmt der Feldwebel die Sprengladung aus der kleinen Erd- höhle steckt die Pistole los in die Tasche der Feldbluse und schwingt sich über den Rand des Grabens. Sn langen, jagenden Sätzen hastet er über bas Felb, springt über Baumstümpfe. Smmei gewaltiger dämmert der Panzerschatten vor ihm empor. Noch einige Schritte, ein Sprung, bann reckt sich die schlanke Gestalt neben dem mäßigen Turm in den Himmel. Die Luke des Panzers steht auf wie zumeist bei Nachtangriffen. Ein weit ausholender Schwung, und die Sprengladung kollert in das gähnende Innere des gepanzerten Riesen. Die Panzerbesatzung kommt nicht mehr dazu, die Luke zu schließen, den Turm zu schwenken. Sn wenigen Sekunden hat ihn das Schicksal erreicht. Mit einem gewaltigen Ruck schnellt sich der Körper los und preßt sich tief in den Loden, Ein ohrenbetäubender Knall, fahlhelle Röte, Krachen explodieren­der Munition, brennendes Öl und Benzin, umherfchwirrende Eisen, teile, erstickender Qualm und sengender Rauch. Als der Feld- webel den Kopf aus dem Dreck der Erde hebt, starrt ein Wrack seltsam verzerrten Stahls in den vom Brand erhellten Nacht- Himmel. Wenige Sekunden später ein zweiter Knall, Mit hoher Stichflamme fliegt der Panzer aus der linken Flanke tn bte Luft. Der brüte breht ab und sucht sem Hetl in rasender Flucht. Lange noch lohen die Flammen in dieser Nacht, stehen zwei mäch­tige Fackeln über dem Felde.

Wie Minuten zuvor geht der Feldwebel im Graben wieder von Posten zu Posten.

Dies alles liest sich einfach und leicht doch wer vermag das Maß solcher Tat würdig zu ermeßen? Wer macht sich wirklich Gedanken, wenn der Wehrmachtbericht in die Geborgenheit des heimatlichen Lebens meldet, daß an einem einzigen Tag allein im Abschnitt eines Grenadier-Regiments 90 Panzer vernichtet wurden? Vernichtet durch den persönlichen Einsatz der Grena­diere, wenn keine panzerbrechenden Waffen zur Stelle waren! Wieviel Todesbereitschaft und Lebensüberwindung verbirgt stch hinter diesen nüchternen Sätzen! — Sn wenigen Tagen wird der Feldwebel am rechten Arm der verblichenen Feldbluse den schma­len weißen Streifen tragen, von befien Grund sich die silbern um­randeten Schattenriße eines Panzers erheben. Hoch über allen ehrenden Zeichen jedoch steht das Bewußtsein, nichts anderes er- füllt zu haben als einzig und allem die still« Nein« Pflicht, von der nicht viel Aufhebens gemacht wird, die Pflicht des Grenadiers irgendwo in einem Graben an der unendlichen Front. Sem tapferes Herz ist stärker als hunderte von Zentnern gehärteten Stahles stärker als alle 26- und 52-Tonner, die der Feind immer und immer wieder in verblendeter Sturheit gegen die Grenadiere jagt Es ist kein angenehmes Gefühl, wenn sie sich Meter um Meter dem Graben näher schieben. Smmer jedoch ist einer da, der sich über den Erdwall schwingt. Dies ist das Schwerste: die Ge­borgenheit des Grabens zu verlaßen und hinauszusprmgen m das Freie, die Sprengladung in der Hand. Dies ist die Se- künde höchster Bewährung. Aus dieser Sekunde quillt der Sieg des Menschen über die tote Materie, der Sieg des be- fdieibenen, unbekannten Grenadiers über die gepanzerten Riesen. Sn diesen Sekunden werden Herzen härter al» Stahl!

Druck und Verlag: S Schellenderg'sch« Buchdruckerei. Wie-bicken-r Ta-bl-tt, Wle^aden «eiamüeiiuna: Dr.vh^kckü. Gustav Schellenberg und Otto Soifer. Haupt- schrtftleiter: Fritz Gün ther, fümtt in Wiesbaden. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 10 gültig

Die heutig« Busaobe umfaßt 6 Seiten

Als Ääi

gläubig die die keinen.

Führers bis

* • Elmendorfs» Abschied von Mannheim. Am ersten Werh- nachtstag hat sich Elmendorfs als Staatskapellmeister am Mann­heimer Nationaltheater, wohin er 1936 von Wiesbaden aus be­rufen war. mit der musikalischen Leitung der „Meistersinger ver­abschiedet. Der Auftrieb des künstlerischen und musikalischen Lebens der Mannheimer Bühne unter Elmendorfs kam bei dieser Abschiedsvorstellung noch einmal in der Liebe und Verehrung zum Ausdmck. die dem scheidenden Künstler von dem Mannheimer Theaterpublikum entgegengebracht wurde. —8.

Trcmsrfsisr für Jofof d. fEIanoinarfca

Sn der Berliner Staatsoper, fand am Samstagvormittag di« Trauerfeier für den groben eanser und Gestalter 2oief von Manowarda statt. Sn der Mitte der schwarz umbangenen Buhne, deren Rund das Immergrün von Tannen und Kiefem bildet«, war der schlichte, blumenbedeckt; Sarg aufgebaut. Zur Seite batten die von Generalintendant.Tietien geleitete Witipe "Nb di« Ange­hörigen sowie Reichsmarschall Hermann Goring und Reicks- miniiter Dr. Goebbels Platz genommen „

Nack den Klangen aus „Tristan und Molde - JvrMragm von der Staaiskavelle unter Leitung von.«taatskavellmeifter Roben

Dar roaffca (Ölaubo

Von Hans Franck

Anläßlich der morgigen Lesung, die Sans Franck, im Kurhause halt, bringen wir eine Anekdote aus seiner Feder. (Die Sckrntleitung.l

Während eines jener einsamen Spaziergänge in den Straßen Potsdams, die er — um seinem Volk immer wieder io nahe rote irgend möglich zu kommen — oft sehr weit ausbehnte, traf Fried­rich der Große einen jungen Memcken. welcher ihm durch unge­wöhnlich gute Kleidung auffiel. .. . , . .

Der König trat vor den Jüngling hm, und nach seiner. Ge­wohnheit, dem Zitternden durch giundgutige Worte Festigkeit zu geben, den Sicheren aber durch stoßstarke Worte unsicher »u machen, fragte er unvermittelt: „Welchen Glauben bat Er? ,

Der Stutzer antwortete ohne Bedenken: .T!ck glaube, was mein Schneider glaubt." ,

„Sm--. antwortet Friedrich, der nickt erkennen.konnte,

oh sich hinter dieser überraschenden Antwort Fröhlichkeit ober Frechheit verbarg, „hm — —. und welchen Glauben bat Sem ^"'ffi^slaubt felsenfest, daß die drei Taler, welche ick ihm für diesen Anzug noch schuldig bin. niesmgls von mir bezahlt werden.

■Sein Sckneider ist ein Srrnlaubiner!

„Inwiefern. Majestät?" , . .

„Da sind drei Taler", gab Fnedrick zur Antwort, „Und bteie drei Taler wird Er unverzüglich dem Schneider bringen. Denn man soll sich unter keinen Umständen eine Gelegenheit entgehen laßen. Semanben. bet Falsches glaubt. sum wahren Glauben zu bßtcfircii.w

Der wohlgekleidete junge Mann nahm ohne Widerrede die angeootene Summe, faßte gebühienb Dank und ging iwmunzelnd davon. .. , . ,,

Auch Friedrich, der Meinung, daß er tu zweifacher Sinnckt — dem Schneider und dein etbroaher gegenüber — ein gutes Werk getan, außerdem noch beiweglang wieder einmal tn einem Wttz- wottstreit obgesiegt hatte, auck Friedrich letzte leinen Menickemuck- gang,durck die Straßen Potsdams lächelnd fort ...

Rach vierzehn Tagen traf der König erneut den stutzerhaften

„Kun?“ fragte siegsicker Friedrich „Hat Et feinem Schneider äUm„$etnen 2$melta?‘. lautete die betausgeauetiihte Antwort

SBaiunt

i3® hatte noch keine Gelegenheit, den erroüntoten Be- kehrungsverluck vorzunehmen." .... . - ,

„Er hat die drei Taler, welche 3* Ihm zur Abdeckung Seiner Schuld geschenkt habe, dem irrgläubigen Schneider nickt gegeben?

/.SBie”"kommt Et dazu gegen Meine ausdrückliche Weisung ru bandeln?" bricht der Unmut Friedricks los.

Da tritt der Cicberiafin — tn bet Überzeugung, daß ihn auch dieses Mal nur eine kecke Antwort aus der Klemme retten kann — dickt an den Zürnenden hinan und.lagt verickmttzi: „Aber Majestät können in vollem Ernst dock nickt erwartet haben, daß mein Sckneider und ick untere wohlgegrundeten Glauben um drei Taler wechseln! Dafür ist der Klaube des Memcken ein viel »u fOftb“aifetfings“, cntgcgnct _ b überraschenden Wendung des Schlaubergers, scheinbar zwangmaßig, folgend — Fnedrick. „Und

von^^wLtdm^zuMch )^ BM des votttifcken Jtata war, dem Pflichterfüllung stets als oberstes Gesetz ea.lt. Bon Herzlichkeit und innerer Bewegung Getragen roam bte SBarte Erich Zimmermanns, der des Freundes menscklicker Gute, bes Sfc» rufsrameraben stete Htlisberettickatf und des Künstlers Streben nack den höchsten Zielen rühmte. Prof. Dahnen gedachte bet schöpferischen Kraft des Idealismus als Voraussetzung ,u men!ck- licher Kultur und zählte Solef. von. Manowarda zu einem der seltenen, die durch die Tat Beispiel Är viele waren. . .„ Arn Sarge des großen deutschen Künstlers legte Reichsmarschall Hermann E örin g ben Kranz des F uh r e ts nieder, über­brachte in befien Namen.bte letzten Grüßxund iptiomete Sem Sänger und getreuen Gefolgsmann des aruhrers ffiotte tut» empfundenen Danke,. Als Chef b«s Sauies. erinnerte bet Reickro- marschall an bte Tage bes Kulturaufbaues m Deutschland- als «s Bai: bem Sauie eine neue Richtung zu geben und dte besten grafte zu sammeln. Damals trat Solef von Manowarda tn ben Verband der Staatsooer und ickui hier Gestalten von kunme- rifchei Größe, wie sie bem schöpferischen Wollen bet großen Meister C C"lm»fer bes tommenben Reiches trug von Manowarda Zuversicht bes Siege» tn sich, uni et gehörte subenen. Augenblick daran zweifelten, daß dieses Relck des jis in, die Ewigkeit bestehen wird und daß diesem Reick nur eins bekSieden kein kann: der Sieg’, Er. >pC daher auch, ko schloß der Reicksmarkckall. für uns das'Beispiel. kein, nickt .einen Augenblick zu zweifeln und To treu zu stehen, wie et für Führer Volk und Reick gestanden bat , . . .

Die leisen Klänge des Liedes vom guten Kameraden he- gleiteten die Niederlegung der Kranze durck Generalin,e.ndavi Tietien. Reicksminister Di. Goebbels und die Gefolgschaft.der Staatsooer. Mit dem Trauermarsch aus Beethovens .Etotca schloß sich bet Vorhang sunt letzten Male übet Jokef von Manowarda.

deswegen, nickt wahr, wird gerade Er volles Verständnis dafür haben, daß erst reckt bet König bei keinem altbewährten Glauben bleiben muß?"

„Natürlich!" »flicktet der Gefragte bei und, weil et der Meinung ist, der gekckickt gelegten Schlinge durck größeres Eekckick entgangen zu fein, befien ober völlig ficket werben möckte. fährt er unverfroren fort: „Welckes ist dielet unumstößlicke Königs- glauhe?"

„Daß ein Lump ins Lock gehört!“ zieht Friedrich das Fang- garn mit einem Ruck zu, winkt zwei Gendarme herbe, und gibt Befehl, den zavvelnden Frechling in bas Gefängnis absufubren.

Dort mußte der Potsdamer Jüngling — angetan mit einer schlotternden Kleidung, die der Staat ihm umsonst lieferte, solange Flacks hecheln, bis die drei Taler, welche er dem König durck feine fvafime Antwort abgeluckst hatte, und die drei Taler, welche er trotz der Weisung des Königs dem Sckneider noch immer schul­dig war. von ihm dteißigmal zusammen verdient wurden. .Als er endlich in die Freiheit zutuckkebten durfte, hatte der Müßig­gängerische fick einen neuen, unanfechtbaren Glauben errungen, der vor dem Glauben des Grotten Fnedrick nut Ehren bestehen konnte, ben nämlich: Nickt auf Kosten anderer hat man fick sein Leben einzurichten, sondern auf -Grund befien, was man durch eigene Arbeit erwirbt.

* Marlis Bienet spielt unter der Spielleitung Wolfgang Liebeneiners mit Hilde Krabl, Werner Hmz eine Hauptrolle in dem Berlin-Film ..Grotzstadtmelodie, , . .

* Paul Riedu vom Würliembergiicken Staatstheater inisentert auf Einladung von Generalintendant Reickskulturkenator Lothar Miithel im« Januar am Burgtheater Wien als Gast Kleists ".$C*t%ueaffnnif<fic Sauna. Professor Di. Brofeldt, Helsinki, schreibt im „Deutschen Arzteblatf u. a.: Schon der Umstand, daß Die finnische Sauna sich bei unserem Volke durck Jahrhunderte in eifrigem, fast täglicken, Gebrauch erhalten fiat, spricht dafür, daß an ihr etwas Besonderes und Nützliches kein muß. lernt wäre ne schon lange in Vergessenheit geraten, Die filmische Sauna ist allo tür ben gesunden Menschen von außerordentlicher Bedeutung und von großem Nutzen, unb bet Beiuck der Sauna.ist für den Finnen ein grober Genuß, den er nickt gern autgibt Für die Gesundheits­pflege unseres Volkes ist sie von unerwarteter Bedeutung gewesen. Schon in uralten Zeiten sind bte i nnnen bet bet Rückkehr von ihren anstrengenden Jagdfabrien auf den Strick, den Lucks oder den Bären geradewegs in dte warme Sauna gegangen, um bte steif gewordenen Glieder geschmeidig zu macken und bte harten Muskeln wieder zu erweichen. Nackdem sie zu einem Ackerbau treibenden Volke wurden, ist die Sauna tgglick gehetzt worden, besonders während der toroeriten Feldarbeiten, heim Pflügen. Heu- und 6etreii>eern,en und beim Dtefcken.

* Hervorragende deutsche Kammetmusikenfembles haben tm Auslande grobe Erfolge errungen. In Florenz beendete bas Strub-Quartett eines Zyklus, der sämtliche Streichquartett« von Beethoven enthielt. In Rom und Mailanb errang Edwin Fischer als Dirigent und Solist eines Kaminerorchefters mit klastischer und oorklastischet Musik triumphale Erfolge. Der Geltung deutscher Musik in der Wett biente auch die Reife des Berliner Kammer- Orchesters, das unter Hans von Bendas Leitung während sieben Wochen auf der iberischen Halbinsel 37 Konzerte in Lissabon und in allen Früheren Städten Spanien» mit grohem Erfolge gab.