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Wiesbadener Tagblatt

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Lrmk miv Verlag: L. Schellenverg'jche Vmhdrmkerei, Langgaffe Str. Li (Lagblatt-Haus,

90. Jahrgang

Mittwoch, 30. Dezember 1942

Nr. 305

>31 ■ Drahruchchrlft: iagblatt, Wiesbaden Postlcheckkonw: Srontfurt a. St 7405 vei Wochen RM 0.94, für einen Mona! RM 2.— «michUchUch des TrSgerlohnes r -inen Monai RM 2.85. zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld Einzelnummern KTO 0.10 rening infolge höherer ®roalt lein ilnlpruch auf Rückzahlung des Bezugsoretle»

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Unverminderte Gegensätze

An der Jahreswende

Ein militärisch - politischer Rückblick

Neue Trager des Eichenlaubs

Berlin, 29. Dez. Der Führer verlieh Las Licheulaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an folgende Angehörige des Heeres, der Waffen-^ und der Kriegsmarine:

^-Gruppenführer und Seneralleutnant der Waffen-^ Felix Steiner, Kommandeur einer ^-Panzergrenadierdivision als 159., Seneralleutnant Hubert Lanz, Kommandeur einer Sebirgs- Livision als 169., Seueralmajor Helmuth SchlSme r, Komman­deur einer mot. Infanteriedivision als 161., Oberst Maximilian Reichsfreiherr von E d e l s h e i m , Kommandeur eines Panzer- grenadier-Slegt. al» 162., Oberst Hartwig v. Ludwige r , Kom­mandeur «. Jäger-Regt. als 163., Kapitän z. S. v. Rucktesche ll, Kommandant eines Hilfskreuzers als 158., Hauptmann Harald v. H i r f ch f« l d , Bataillonskommandeur in einem Eebirgszager- regiment als 164., Oberleutnant d. R. Josef Br« mm, Kompame- ches in einem Srenadierregiment als 165., Oberst Helmuth Thumm, Kommandeur eines Jägerregiments als 166., Oberst Helmuth von P a n n w i tz, Führer einer Kampfgruppe als 167. Soldaten der deutschen Wehrmacht.

Der Führer sandte an die Beliehene» folgende Telegramme:

,Jn dankbarer Würdigung Ihres heldenhafte» Einsatzes im Kamps für die Zukunft unseres Bolkes verleihe ich Ihnen das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

gez. Adolf Hitler."

Dokument unlösbarer Gemeinschaft

Bierter Ovsersonntag: 44,5 Millionen Reichsmark

Berlin, 29 Dez. Der Führer hat anläßlich der Eröffnung des Kriegs-WSW. 1942'43 im Berliner Sportpalast di« Erwartung ausgesprochen, daß das neu« WSW. ein b«sond«rs starkes Doku­ment unserer unlösbaren Gemeinschaft wird.

Die Heimat hat bei dem am 6. Dezember durchgeführten vierten Ovfersontag die Erwartung des Führers erneut erfüllt. Das vorläufige Ergebnis beträgt 44 587 796.19 Reichsmark. Bei der gleichen Sammlung des Borfahres wurden 33 244 433.92 Reichs­mark aufgebracht. Es ist also eine Zunahme von 11343 362.27 Reichsmark, das sind 34,12 Prozent, zu verzeichnen.

Der Kulissen-Krieg zwischen Washington und London geht mit alter Schärfe weiter

as. Berlin. 30. Dez- (Eia. Drabtbericht unserer Berliner Echriftleltung.) In England fährt man fort, bte militari« scheu Talent« des französischen Verrätergenerals (5’ taub stark heranszustellen. Der Zweck bes Manövers, an dem sich auch de Gaulle persönlich beteiligt, ist klar. Man ist bereit. Giraub als militärischen Oberbefehlshaber bei französischen Truppen in Norbafrika anzuerkennen, aber man verlangt nach wie vor. bah bie politische, Leitung dem Schützling Englands. de Gaulle, übertragen, wirb. Die ÜS.-Amerikaner zeigen wenig Neigung, berartige englische Wünsche zu erfüllen. Reuter selbst meldet. bah bas Hauvt- auartier in Norbafrika. b. h. praktisch General Eisen- Hower, beit französischen General Iuin zum Ober- ^ommanbierenben bei fianzösischen Stieitkiäfte in Noib- afiika ernannt Hat. Das heiht. bie Amerikaner haben keine Neigung. Giraub etwa nur militärische Funktionen zu über­tragen, sonbern machen ihn im Gegenteil dadurch. bah sie den Oberbefehl einem anberen General übertragen, für politische Aufgaben frei. Weiterhin ist auch eine Londoner Meldung recht kennzeichnenb. nach bei be Gaulle den Besuch bes Abmiials Kiik empfing, bes Chefs bes S.-Marinestabes in London. Dieser hat be Gaulle zu gen versucht, seine bereits angekündigte und von Lon­don gewünschte Steife nach Washington ..aufzuschieben" Das alles lieht nicht gerade so aus, als ob die von England schon angetünbigte Einigung zwischen be Gaulle unb Giraub und damit bei Ausgleich Bonbon—Washington not bei Tüi steht. Die Gegensätze halten vielmebi auf bei ganzen Linie an.

Petain rechnet mit den Verrätern ab

Maischall Pbiain verweist in einer Erklärung barauf. bah alle biese abtrünnigen franzöüschen Generale, die lefct in Norbafrika amtieren. Verräter sind unb fein Recht haben, sich auf ben französischen Staatschef zu berufen. Wörtlich heiht es in dieser. Erklärung Pbtains: ..Alle ehrlosen Chefs, die Franzosisck-Airika den Engländern und Amerikanern ausgeliefert haben, haben behauptet und behaupten auch jetzt noch, dah ne in voller Übereinstimmung mit mir ober sogar auf meine Anweisung hin hanbelten. Sie wagen zu versichern, bah Re so meine geheimsten Gedanken ausdrückten. Ihnen setze ich das for­mellste Dementi entgegen. Ich habe ihnen ben Befehl gegeben. einem Angriff _2Biberftanb , au leisten. Sie muhten kämvfen unb ne hatten bte Mittel dazu Sie haben es nicht getan unb haben unter Bruch ihres gegebenen Wortes unb unter Verletzung ihrer Ehre die Interessen Frankreichs geopfert. Mit

Rückstcht auf seine alten Regierungsämter bat Admiral Darl an ben Eindruck zu erwecken vermocht, daß er ein gesetzliches Amt ausübe, trotz meines wiederholten Bestrei­tens. Bei General Giraub ist kein Zweifel mehr möglich. Er behauptet nicht unb kann auch nicht behaupten, irgenb« eine legale Macht zu besitzen. Ich verweigere ihm unb allen, bie sich unter seinem Befehl stellen, bas Recht, in meinem Namen zu sprechen unb zu handeln." Weiterhin wird von französtscher Seite daran erinnert, dah General Eiraub be­reits bie französische Staatsangehörigkeit aberkannt würbe, womit die Äerräterrolle erneut klargestellt wird.

Aber auch derartige Erklärungen vermögen Vichy nicht die kleinen Reste des ehemaligen französischen Ko­lonialreiches zu Rebern. Auch Französisch-Somaliland scheint für Vichy zunächst verloren zu sein. Englische und gaulli­stische Truppen stnd in diese französische Kolonie ein­marschiert. Offenbar soll sich be Gaulle mit diesem ..Sieg" über seine völlige Kaltstellung in Nordafrika trösten.

USA.-Bekenntnis zur Raubpolitik

Ob sich die Amerikaner damit abfinden. dah Re hier aus- getoaltei wurden, bleibt abzuwarten. Sie haben allerdings mit dem nordafrikanischen Brocken genug zu tun. zumal dort eine starke Unzufriedenheit mit den amerikani­schen Ausvlünderungs - Methoden herrscht. Andererseits lasten die Amerikaner aber gar keinen Zwenel daran, dah Re überall auf Raub ausgehen. Der US.« amerikanische Eeneralstabschef Marsball hat sich des langen unb breiten über bie Notwenbigkeit geäußert, die nordamerikanische Armee auf 7,5 Millionen * Mann zu bringen. Er verwies dabei auf die Politik Washingtons, die Rch überall Stützpunkte gesichert habe, Stützpunkte, für die man Besatzungen gebrauche. Die neuesten Stützpunkte be­fänden Rch in Casablanca und Oran. Nunmehr baue man Dakar zu einem Stützpunkt aus. Man besitze aber auch große Anlagen am Persischen Golf und habe Stutzpunkte an der Küste des Noten Meeres. Marshall sprach in diesem. Zusammenhang ausdrücklich von einem amerikanischen ErvanRonsviogramm, das man wohl am besten mit Raubprogramm verdeutscht. Uns werden damit allerdings keine neuen Erkenntnisse vermittelt, aber auch diese Äußerungen des US.-ameiikanischen Eeneralstabschefs Rnb ein recht bemerkenswerter Beitrag zu dem Kapitel englisch-amerikanische Gegensätze unb damit zu dem Kampf de Gaulles und Girauds, der ja nur bie Fortsetzung bes Kampfes Gaulle - Darlckn barstellt.

Was das englisch-sowjetische Geheimprotokoll vorsieht

Sensationell« Enthüllung«» einet schwedischen Zeitung

Stockholm, 29. Dez. Die Stockholmer Zeitung „R-oHets Dag- blad" ist in der Lage, eine Reihe interestanter Ausführungen über das seinerzeit zu dem englisch-iowjetischen Vertrag vom 26. Mar 1942 abgeschlossenen E e h e i m p r o t o k , l l zu machen.

Rach Punkt 4 des geheimen Zusatzprotokolls soll die Sowjet­union die militärische und politische Kontrolle über Finn­land, Deutsch lund, Ungarn, Rumänien undBul- a a r i e n ausüben. Punkt 3 des Zusatzprotokolls befaßt Rch mit dem Norden. Dieser Punkt sieht vor, daß große an die Sowjetunion angrenzende Gebiete, darunter Finnland, gewiße Teile Skan­dinaviens, die frühere Tschechoslowakei, Rumänien, Bulgarien und das ehemalige Jugoslawien als sowjetische Interessensphären an­erkannt werden sollen. Ferner erhält die Sowjetunion nach diesem Punkt des Zusatzprotokolls das Recht, in bestimmten, nicht nament­lich genannten Ländern Stützpunk t-e z u erwerben und dort auf Grund besonderer Verträge Garnisonen zu unter­halten Darüber hinaus wird der Sowjetunion die freie Durch­fahrt von der O st s e e in die Nordsee und vom Schwarzen Meer ins Mittelmeer garantiert.

Hierzu schreibt „Folkets Dagblad", daß in allen berührten Ländern damit eine völlige Sowjetifierung cintreten würde. Der Unterschied zwischen diesen Staaten und einigen annektierten Ge­bieten oder einer sowjetischen Räterepublik würde nur darin be­stehen, daß den Staatsangehörigen der berührten Länder die dürf­tigen Freiheiten und Rechte, die es vielleickt in der Sowjetunion noch geben könne, verweigert werden würden. Der Terror, den die Bolschewisten in diesen Staaten ausüben würden, würde alle sogar in den UdSSR, vorgekommenen Grausamkeiten in den Schatten stellen.

Um ihre fernere Sicherheit zu garantieren, verlange die So- wjetuntion Basen und Stützpunkte auf Aaland, evtl, auch auf Got­land und Bornholm, ferner Libau, Oesel, Dagoe, Baltischport und Hangoe. Außerdem verlange man Teile Schwedens und Norwegens als Interessensphäre, ein Begriff, der einen ständigen Druck gegen diese Länder bedeute, und Eingriffe in ihre Regierungspolitik. Dies würde mit Hilfe der in jedem Lande vorhandenen kommu­nistischen Landesverräter langsam aber sicher zur völligen Unter­werfung unter die Sowjetunion führen.

Spanische Freiwillige an die Ostfront

San Sebastian, 29. Der. Unter dem Kommando des Oberst­leutnants Mariano Toledo hat am Montagmorgen ein wei­terer Transvorl von 1306 spanischen Freiwilligen die Heimat verlosten, um an der Ostfront mit der Blauen Division gegen den Bolschewismus zu kämvfen. Sowohl in San Sebastian wie auch in der Grenzstadt Jrun wurden den Freiwilligen ein sehr herzlicher Abschied bereitet.

Arn Beginn bes hinter uns liegenben Jahres standen für Deutschlanb nicht unbeträchtliche Sorgen. Sie waren sehr viel weniger unmittelbar militärischer Art, als viel­mehr bebingt burch bie Ungunst ber Natur. Eine ungewöhn­lich schlechte Ernte nicht nur im Reich, sonbern in ganz Europa, fietonbers auch in ben südöstlichen Ländern rückten bie Schwierigkeiten bes Ernährungsproblems in ben Borber- grunb, zumal aus ben im Sommerfelbzug 1941 eroberten reichen Probuktionsgebieten bes Ostens infolge bei Kriegs- einwirkungen noch keine wesentliche Hilfe erwartet werben konnte. Der ungewöhnlich früh unb hart einsetzenbe Winter ließ weitere Schöben auch für bie Ernte bes neuen Jahres befürchten. An ber Ostfront zwang er zum Abbruch ber deutschen Angriffshanblungen. an bie sich bann bie Zurück­nahme einzelner vorgeschobener Frontteile zur Herstellung einer ausgeglichenen deutschen Abwehrfront anschloß. Der deutsche Soldat, ber erstmals in biesem ungewöhnlichen Ausmaß bie Unbill bes russischen Winters erlebte, bewährte sich babei in helbenbafter Aufopferung ebensosehr gegen bte Ungunst der Naturgewalten, wie gegen die mit große! Zähigkeit und rücksichtslosem Menscheneinsatz versuchten Feindangriffe. Es war die Zeit, in der sich an diesen un­leugbaren deutschen Schwierigkeiten ausschweifende Hoff­nungen ber Gegner emporranften, Hoffnungen, bie mit einem durchschlagenden Erfolg der sowjetischen Winteroffen- sive ebenso eifrig spielten, wie mit freigebigen Voraussagen über die Wirkungen des Hungers in ganz Europa. Erinne­rungen an Napoleons Schicksal in seinem russischen Feldzug und moderne Parallelen dazu waren in ber Feindpreße an ber lagesorbnung; aber sie versickerten, je mehr ber Winter fortschritt, immer mehr angesichts ber beispiellosen Bewährung bes beutschen Solbatentums, angesichts auch ber musterhaften und opferfreudigen Haltung ber Heimat. Die bolschewistischen Offensiven liefen sich eine nach ber anberen tot an dem unüberwindlichen Widerstand der deutschen Front: nicht einmal die Überwältigung ein­zelner abgeschnittener Verbände, wie in dem Stützpunkt ChoIm, gelang, trotz größten Aufgebots an Menfchen- unb Materialovfern. Bei bet Versorgung ber eingeschloßenen beutschen Truppen bewährten sich erstmals in größerem Umfang bie Transportfliegerverbänbe, ausge­rüstet mit ber alten, aber immer noch unübertroffenen Ju 52.

Mit bem Eintritt milberer Witterung nach diesen schweren Wintermonaten verflüchtigte sich auch der Rest der feindlichen Hoffnungsfreudigkeit. und das Stimmungs- vendel in London und Washington und Moskau schlug nun ebensoweit nach der Seite schwärzesten Pessimismus aus. Die angelsächsische Preße fiel ihren Lesern mit bei Frage auf bie Nerven, ob bie Sowjets wohl auch noch hinter bem Ural weiter kämvfen würben: sie nahm nicht nur ben Ver­lust bes Kaukasus und des Suezkanals samt der ganzen englischen Stellung im Vorderen Orient vorweg, sie sah auch schon die Javaner in Australien und in Indien und eine deutsch-japanische Begegnung irgendwo im Mittelosten her« annahen. Das war einerseits das Ergebnis der Erkenntnis, daß weder die bolschewistische Winteroffensive, noch der russische Winter die militärische Kraft Deutschlands merklich hatte beeinträchtigen können, daß überdies die Winfer- monate in der deutschen Heimat zur Schaffung beträchtlicher Materialreserven genutzt worden waren: zum anderen be­ruhte es auf dem alten, von Churchill in die Kriegs­propaganda der Gegner eingeführten Trick, bei kritischen Zuspitzungen möglichst düster zu prophezeien, um hinterher sagen zu können: es ist nun ja doch nickt so schlimm ge­worden, wie man eigentlich befürchten mußte. Unter dieser ganz auf Moll gestimmten Begleitmusik der Gegenseite be­gann dann die neue Serie gewaltiger mili­tärischer Erfolge Deutschlands und seiner Verbün­deten im Osten, wie in Afrika: die Ausrollung ber Krim­stellung ber Sowiets, beginnend mit der Wiedereroberung Rostows und schließlich endend mit der Bezwingung der stärksten Land- und Seefestung der Welt, Sewastopol: die Keßelschlachten am Wolchow und bei Rschew, die schweren Vernichtungsschlachten bei Charkow und I s j u m. Aus ihnen entwickelten sich dann die, großen Operationen mit der Stoßrichtung gegen Stalingrad und gegen den Kaukasus, die mit nachhaltiger Energie durchgefübrt wurden, ungeachtet der oerzweifelten Ablen- kungs- und Entlastunasversucke der Sowjets in den Räumen von Rschew. Orel. Woronesch und an anderen Abschnitten der Mittel- und Nordfront, die alle in erbitterten Abwehr­kämpfen der deutschen und verbündeten Truppen zusammen- biachen. Es war für untere westlichen Feinde eine pein­liche Überraschung, daß trotz des Kraftaufwandes, den die Offensive und die Abwehr im Osten erforderte, das Poten­tial der Achse an Truppen und Material auch zu einer gleich­zeitigen Offensive in Afrika ausreichte, wo

Rudel deutscher U-Boote griffen Das Geleit an

Trotz stärkster Sicherung «in glänzend«« Sieg

Berlin, 29. De». Zu dem letzten Erfolg deutscher Untersee­boote, über den bereits in einer Sondermeldung berichtei wurde, teilt das OKW. noch folgende Einzelheiten mit

Der in der Nacht vom 28. zum 29. Dezember auf der Höhe der Azoren fast vollständig vernichtete Geleitzug war unter stärkster Sicherung von England offenbar nach Wesiafrika unterwegs Er wurde schon seit dem 26. Dezember von unseren Unterseebooten verfolgt. Wiederholt ging die Fühlung infolge plötzlich austretenden Nebels verloren. Wenn sie kaum wieder ge­wonnen war wurden die Fühlungshalter erneut durch Zerstörer und Korvetten abgedrängt, unter Wasser gedrückt und bekämpft. Immer aber klebten einig« Boote zäh an dem Geleitzug. unsicht­bar für die Ausgacksvosten der Dampfer und Zerstörer, bei Tage fern hinter den Sicherungsfahrzeugen, bei Nacht als niedrige schlanke Schatten kaum auszumachen in den hohen Wellenbergen der Atlantikdünung. Wurde ein Boot von einem sichernden Zer­störer gesichtet und verfolgt, stieb sogleich ein anderes Boot aus dem Dunkel der Nacht heran, um die feindliche Schiffskarawane zu begleiten und zu beschatten.

Arn Abend des 28. Dezember standen die Rudel rings­um den Geleitzug bereit und stießen ans dem Dunkel der Nacht zum Angriff vor. Von allep Seiten krachten die Torpedo­detonationen. stiegen Leuchtgranaten und Notsignale in die Nacht. Manche Schiffe, die mit einem Torpedotreffer beschädigt liegen blieben oder sich seitlich vom Geleitzug absetzten, wurden von nachdrängenden U-Booten durch Fangschub erledigt oder durch Artilleriebeschuß vernichtet. In einzelnen Fällen wurden Dampfer von zwei Booten zugleich angegriffen, brachen im Doppeltreffer auseinander und versanken innerhalb weniger

Sekunden. Als sich der Geleitzug in den Morgenstund<e» teilte, um mit verschiedenen Kursen zu entkommen, blieben die Rudel den beiden Eeleitzuggruvpen in anhaltenden Angriffen auf den Fersen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist der Ee- leitzug fast völlig zerschlagen: die restlichen Damvfer versuchen einzeln zu entkommen.

„Schiffsraum die wesentlichste Frage"

Stockholm, 30. Dez. (Funkmeldung.) Die BersorgUngs» läge für Nordafrika sei „ziemlich befriedigend", meinte Roosevelt am Dienstag aus seiner Preßekonferenz. Als Grund für diese — an seiner üblichen Großschnäuzigkeit gemeßen — bescheiden-zurückhaltende Beurteilung der Erfolgsaussichten seines Abenteuers gab er an, „Schiffsraum fet bie wesent­lichste Frag e“.

Der Präsident war damit ehrlicher als die offiziellen Kriegs­berichte aus Norbafrika, die für den Stillstand 'der mit so viel Bor- lchußlorbeeren bedachten Eisenhowerschen Operationen das schlecht« Wetter der letzten Zeit verantwottlich machen wollten.

England kauft ein Schwimmdock in Uruguay

Big». 29. Dez. Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, be­richtete die Zeitung Mundo, dab die uruguayische Regierung den Verkauf eines in Montevideo liegenden Schwimmdocks an England genehmigt habe .Das Dock werde gegenwärtig von englischen Sachverständigen auf Seetüchtigkeit untersucht. Angeb­lich sei es für die Falklandinseln bestimmt.