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Wiesbadener Tagblatt

Mittwoch, 23. Dezember 1942

wach, sich frisch zu erheben

Aus der Bezugschelnproxl»

Mittwoch Verdunkelung non 17.178.07 Uhr

Äm Donnerstag, den 24. Dezember (Weihnachts­abend) werden die Kontore und die Tagblatt- Schalter um 13 Llhr geschloßen; nur der Schalter für die Ausgabe des Wiesbadener Tagblatts ist bis 16 Ahr geöffnet. Der Verlag.

Diese täglichen fünf Minuten, ich glaube, der Teufel hat sie ersonnen, als Fallstrick für die arme Menschheit. Seine raffinier­teste Falle sind die fünf Minuten der Morgenstunden. Der schlaf­müde Mensch, der abends den Wecker aufzieht, will pflichtgemäß die Weckuhr auf die morgendliche Stunde, um die er auszustehen pflegt, bester gesagt, um die er ausstehen mutz, stellen. In diesem Augenblick nun kommt der Versucher und slüstert ihm den Gedanken ins Ohr, die llhr auf fünf Minuten früher zu stellen, um fünf Minuten lang den Genuß des mollig durchwärmten Bettes zu spüren und um, wie er F"' --------------"s ~"11

den halben Waschraum unter Master, wickelt das Frühstücksbrot aus der Treppe ein und schließt den Mantel im Omnibus. Sie trauernden Hinterbliebenen in der Wohnung haben dann späterhin ungefähr eine halbe Stunde Arbeit, die Spuren der Jagd nach den verlorenen Minuten zu beseitigen. Diese gräßlichen fünf Mrnuten können jedoch auch außer morgens zu jeder Tageszeit austreten, vor Verabredungen, Terminen, Einkäufen, kurz immer dann, wenn eine bestimmte Zeit festgesetzt ist.

Diesen fünf Minuten nun sei hiermit der Kampf angesagt, denn wir wollen ganz ehrlich sein, ganz sind auch wir nicht davon verschont. Natürlich leiden nicht alle Menschen an der Funfmrnu- tenkrankheit, aber ich glaube, doch immerhin beinahe alle. Es nutzt nichts, als Gegenmaßnahme die Uhren vorzustellen gegen solche Mätzchen ist diese Krankheit gefeit und es ist noch kern Entschluß, zu sagen, von morgen ab soll es anders werden. Nein, es ist das einzige Mittel dagegen die sofortige Ausrottung mit Stumps und Stiel Diese täglichen verbummelten Minuten sind ledrglrch eine schlechte Angewohnheit, mann kann sich ebensogut das Gegenteil angewöhnen. Eine gewiste Übergangszeit mutz dabei überwunden werden a-ber es fällt uns ja nichts im Leben in den Schotz und das ist 'gut so. Fünf geschenkte Minuten werden es dann für uni, eine kleine Spanne Zeit nur, die aber den Rhythmus ernes ganzen Tages und vielleicht sogar noch mehr bestimmen kann. A. Mr.

listig sagt, dann ausgeruht und völlig it So geschieht es auch und nm nächsten Morgen' rasselt "der Wecker wunschgemäß fünf Minuten zu früh. Es kommt aber anders, als eigentlich gedacht Die Weckuhr rastelt, der Schlafende fährt hoch, verwechselt mit benommenen Augen erst die Zahlen, begreift bann, starrt böse den schuldlosen Wecker an und will sich schon leise brummelnd aus dem Bett begeben, als er sieht, daß die Uhr vier Minuten vor der Zeit zeigt.Vier Mi­nuten" lächelt der erfreute Mensch glücklich, läßt sich zurückfallen, zieht die Decke über die Nase und beschließt natürlich, diese kost­baren Minuten lang eifefn wach zu bleiben. Er reißt die vom Hellen Licht geblendeten Augen krampfhaft auf, gestattet sich aber dann in einem Augenblick der Schwäche, sie nur ganz kurz einmal zu schließen und schläft nach lürzestmöglicher Zeit schon wieder tief und traumlos, von keinem Wecker gestört.

Glücklicherweise halten diesegeklauten" Schlasminuten nicht allzu lange vor, immerhin ist es oft schon zehn Minuten bis eine Viertelstunde nach der Zeit. Der zutiefst erschrockene Mensch saust aus dem Bett, stürzt in die Kleidung, setzt beim eiligen Waschen

Der Slnudfnnk em Donnerstag bringt an bemerkenswerten Sendungen im R e i ch s v r o g r a m m: 8 Uhr Musik nach deutschen Märchen, 10.30 Uhr Erzgebirgische Volks- und Wcihnachtslreder, 1130 Uhr Schwäbische Heimatmusik. 13 llhr Komponisten tm Waffenrock (Volkstümliche Unterhaltung^ 14.15 Uhr Weihnachtliche Musik, 15 Uhr Orgelmusik aus deutschen Kirchen. 15.30 llhr Weihnachtsklänge, Eharakterstücke. 16.30 llhrMana itn Tannen­wald" von Norbert Schultze, 16.45 Uhr Weihnachtliche Kunst- und Volksmusik, 18.05 Uhr Weihnachtskonzert von E. S. Stolze! bis Humperdinck. 19.25 Uhr Weihnachtsringsendimg 1942, 21 Uhr An- ae von Reichsminister Dr. Goebbels, 21.25 Uhr «restliche Mußk , Wagner, Baumann), 22,15 Konzertante Musik von Jerger his Vfitzner, 23 Uhr Unterhaltungsmusik.

Güterverkehr läuft weiter

Was der Empfänger für di« Feiertage zu beachten hat

Die Annahme und Abnahme von Gütern ruht am ersten Weihnachtsfeiertag und am Neujahrstag. Diese Tage gelten daher für den Lauf der Abnahmesrist und die Berechnung von Wagen- stand- und Lagergeld nicht als Arbeitstag. Dagegen besteht nach wie vor für alle Betriebe die Verpflichtung zum Be- und Entladen und zur Abnahme von Gütern an allen übrigen Tagen, al|o auch am zweiten Weihnachtsfeiertag sowie am 27. Dezember und 3. Januar. Alle Empfänger von Waren müßen insbesondere an den vorgenannten Sonn- und Feiertagen Vorsorge treffen, das Benachrichtigungen über den Eingang von Gütern lederzert zuge­stellt werden können, gegebenenfalls entsprechende Vereinbarungen mit dem Spediteur zu treffen. Stückgüter unverzüglich abgenom­men und bei der Anfuhr durch Fahrzeuge des Sveditions- und Rollfuhrgewerbes sofort abgeliesert werden können, io bas bie Rollfahrzeuge nicht zu warten brauchen und eine Überfüllung der Bahnböfe vermieden wird. Eisenbahnwagen in der vorgesehenen Frist entladen werden, die Lagerhalter und Warenabnehmer ihre Läger den Erfordernissen entsprechend offen halten. Empfänger, die nicht zu Sause anwesend sein können, sollen dem Spediteur bei Stückgütern durch einen Zettel au der Tür oder Haustafel an- zeigen, wo das Gut abgegeben werden kann. Der Übernehmende mutz in diesem Falle im Besitze einer Vollmbcht sein.

Für Betriebe, die zwischen Weihnachten und Neujahr Ar­beitsruhe eingelegt haben, gelten diese Richtlinien im besonderen Matze. Die Fahrbereitschaftsleiter haben alle Vorkehrungen ge­troffen. um den Anforderungen für die An- und Abfuhr durch Ge­stellung von Fahrzeugen und Labehilfe für bie Bahnhofsraumung auch in diesen Tagen bevorzugt zu entsprechen. Es mutz ledoch ermattet werden, datz Betriebe, die mit eigenen Mitteln bisher entladen und abgefahren haben, auch für diese Zeit eigenes Per-» konal und gegebenenfalls eigene Fahrzeuge bereithalten. Dies gilt gleichzeitig für Betriebe, die die günstige Wagenversorgungslage bei der Reichsbahn in der Weihnachtszeit auinüüen. um aufge- staitte Rückstände abzufahren oder in den nächsten Wochen dringend benötigtes Material letzt schon hereinzuholen.

Alle müssen sich bewähren

Amtsträgerappell des Reichsluftschutzbundes

Der seit dem Ausscheiden von Pg. K ö t s ch a u seit einiger Zeit die Geschäfte des Ortsgruppensührers der Ortsgruppe Wies­baden des Reichslustschutzbundes leitende LS.-Führer R ü h l ist am Dienstag in einem Amtsträgerappell des R L B. in sein Amt eingeführt worden, nachdem nunmehr die Be­stätigung durch den Präsidenten des RLB. vorliegt. Zu dieser Feierstunde der Ortsgruppe waren Vertreter aus Partei, Wehr­macht und der Behörden erschienen. Ihnen entbot, nach einem Ge­denken an die Toten, der Beziyksgruppensührer, Oberstabslustschutz­führer Pult, den Willkommensgrutz. Die Anwesenheit zahl­reicher Vertreter zeige die Verbundenheit und engste Zusammen­arbeit zwischen den Dienststellen und dem Reichslustschutzbund. Er führte sodann Ortsgruppenführer Rühl in sein Amt ein.

Der Stellvertreter des Kreisleiters, Pg. Wagner, sprach bann zu ben Amtsträgern. Er verwies barauf, daß wir auch in bei Weihnachtszeit bie Pflicht haben, bereit zu sein, wenn es gilt, bie Heimat zu schützen. Er sprach über ,organisatorische Maßnahmen bes Luftschutzes unb konnte barauf verweisen, baß bie Maßnahmen, bie getroffen werben mußten, bie Zusammenarbeit zwischen Par­tei, örtlicher Luftschutzleitung unb Ortsgruppe des RLB. noch enger als bisher schon gestaltet haben. Es kommt darauf an. Gefahren, die uns bedrohen, mit allen menschenmöglichen Mitteln zu begeg­nen. Der Ortsgruppensührer des RLB arbeitet im Kreisstab der Partei mit und so ist die Einheit geschaffen, um in allen Fallen luftschutzbereit zu sein. Das gilt für die Führung und für die Amtsträger des RLB. und die mit Lustschutzaufgaben betrauten Politischen Leiter. Der Stellvertreter des Kreisleiters ließ aber auch keinen Zweifel darüber aufkommen, daß jeder Mann und jebe Frau in bet Heimat bie unabdingbare Pflicht hat, sich ebenfalls aktiv in ben Dienst des Luftschutzes zu stellen. Das deutsche Volk ist eine Schicksals- unb Notgemeinschaft. Es geht nicht an so rief bet Kreisleiter aus, daß einige Idealisten unb dazu stnb bte Amtsträger unb Politischen Leiter zu zählen sich mit ihrer gan­zen Persönlichkeit zur Verfügung stellen, während anberc Volks­genossen glauden unbeteiligt abseits stehen zu können. Wir hoffen, baß diese Ausführungen von allen denen, an bie sie sich richten, verstauben werben. Dem neuen Ortsgruppensührer sagte Pg. Wagner bie eifrigste Unterstützung seiner verantwortungsvollen Arbeit durch die Partei zu. Wir können heute Weihnachten feiern, so führte er weiter aus, weil draußen Männer stehen, die m einem ungeheuren Einsatz und Idealismus der Heimat den Flieden er­halten. Wir können dem Führer nicht genug danken, daß er den Krieg von unserer Heimaterde serngehalten hat. Der Führer soll aber auch wisien, daß er sich auf uns in der Heimat verlaßen kann Wir wollen in Gemeinschaft unseren Weg gehen, in unserem Volke wird keiner alleinstehen. Wir halten die Fahne hoch, hinter

Wcihnachtssonderkarten auch im Januar gültig

Die Karten über die Weihnachtssonderzuteilungen verfallen nicht mit dem Ablauf der 44, Zuteilunge-eriode am 10 3anuar 1943; sie sind vielmehr noch bis 31. Januar 1943 gültig. Die Ver­braucher können sich also mit dem Entkam 3eit loffcn. jofent fte die Waren nicht unbedingt für die Festtage benötigen. Das wird vielfach der Fall sein, da ia manche vorsorgliche Hausfrau schon lange vor der Bekanntgabe der Weihnachtssonderzuteilungen da­mit begonnen hat, für das Weihnachtsfest zu sparen. Manche Ver­braucher haben diese Vorratswirtschaft m Form von Re se- und Lebensmittelmarken betrieben. Sie müßen diese Marken letzt un­bedingt umsetzen, da ja die Reise- und Eaststattenmarken am 10 Januar 1943, die Lebensmittelmarken am 31. 12. 1942 ver­fallen. Dafür können sie zunächst ihre WS.-Karten schonen, auf die sie ja noch bis Ende Januar Wpren einkaufen können.

Keine Fettmarken für Suppen

Vereinzelt sind Gaststätten dazu übergegangen, auch für die Abgabe von Suppen, Fettmarken zu fordern. Das ^unzulaßls und widerspricht auch den Richtlinien des Leiters der Wirtschafts- gruvve Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe über die Abgabe von Fettmarken in Gaststätten. Der ReichsmiNlster für Ernährung und Landwirtschaft hat durch Erlab vom 2. 12. 42 hierauf beson­ders hingewiesen und vorgeschrieben, daß abweichende örtliche Ent­scheidungen aufzuheben sind.

31,25 statt 30 Gramm bei Käse

Die Reisemarken für Käse lauten über 30 Gramm. Die Einzelhandelsgeschäfte müsien hierauf aber 31,25 Gramm (für zwei Marken 62,5 Gramm) abgeben. Das entspricht den handels­üblichen Packungen. Bei der Abrechnung mit dem Ernahrungsamt werden diese Reisemarken ebenfalls mit je 31,25 Gramm gewertet.

Drei Jahre Ladenschlutzordnung

Schließung überflüsiiger Geschäfte - Weniger Urlaubsschließungen

In diesen Tagen sind drei Jahre vergangen seit der Reichs- arbeitsminister durch Verordnung über ben_ Lade n s d) 1M öie Möglichkeit schuf, von Staats wegen weit starker als tn Friedens­zeiten auf die Gestaltung der Ladenöffnungszelten hmzuwirken. Der Sachbearbeiter des Reichsarbeitsministeriums, Eew°rberat Dr Schulte-Overberg, nimmt aus diesem Anlaß im Reichsarbeitsblatt" Stellung zu den Problemen, bte insbesondere für die Hausfrauen und den Einzelhandel tn diesem Zusammen­hang auftauchen. Mit der Fortdauer des Krieges sei tn einzelnen Branchen der Verteilungsapparat zu groß geworden, da die Her­stellung mancher Dinge weitgehend gestoppt ist, die Zam der Ge­schäfte aber nicht im gleichen Maße verringert wurde. Wie es rm Jnteresie der Versorgung der Bevölkerung notwendig ist, die vor­handenen Lebensmittelgeschäfte unter allen Umständen weiterhin offen zu halten, so sei zu überlegen, einen Teil der sonstigen Ge­schäfte entsprechend der gedrosselten Warenherstellung für di- Kriegsdauer zu schließen. Denn hierdurch wurden nt$t nur in ihnen beschäftigten Arbeitskräfte für anbeten Einsatz f gestellt, sondern es würden auch bte verbleibenden Geschäfte durch bas ihnen zufließende größere Warenkontingent bester ausgenutzt, so daß nicht dauernd aus Gründen bes Warenmangels um Frei­stellung von der Offenhaltungspflicht nachgesucht werden müße.

Die Befugnis zur Erteilung von Einzelausnahmegenehmrgun- gen von der Offenhaltungspflicht feiim allgemeinen beni Orts* Polizeibehörden übertragen worden. Diese hatten leider vic,fach von der Befugnis zu weitgehenden Gebrauch gemacht. So sei in manchen Städten ein buntes Bild dadurch entstanden daß fast an jedem Wochentag einzelne Geschäfte halbtags geschloßen waren. Dem sei der Reichsarbeitsminister mit seiner Anweisung entgegen­getreten Ausnahmen auf bas unbedingt notwendige Matz zu be­schränken und, falls Schließungen nicht zu umgehen sind diese innerhalb eines Verwaltungsbezirks auf ben gleichen Wochentag zu legen. In einigen Städten seien mit bestem (Erfolg neben bet Ottspolizeibehörbe auch Vertreter bet Eewerbeaufficht in bie Kon­trolle bes Ladenschlußes eingeschaltet worben Die Einführung eines halben freien Tages für ben Einzelhanbel habe tm allge­meinen Verstäubnis bei der Bevölkerung gefunden Der ver­kaufsfreie Halbtag bedeute keine zusätzliche Freiheit für den In- habet ober bie Angestellten, sondern solle bet Erlebigung innerbe­trieblicher Arbeiten, vornehmlich bet Bewirtschaftungsmaßnahmen bieniro6 einschränkenbet Bestimmungen sei es im Sommer 1942 in vielen Betrieben mieber zu einer unerwünscht großen Anzahl von Betriebsschließungen zwecks UrlaubsgewShrung gekommen. Um Wiedetholungen der unliebsamen Vorkommniste zu vermeiden, werde für 1943 dafür Sorge getragen werden daß die Besttm- tnungen noch enger gefaßt werden, so daß eine Schließung nut ben Geschäften zugestanden werden wird, bte einen berechtigten An­spruch darauf haben.

über den Dienst bei der Stadtverwaltung an Weihnachten und Neujahr unterrichtet eine Bekanntmachung des Oberbürger­meisters in dieser Ausgabe.

Der Ladenschluß am morgigen Donnerstag ist, nach einet Mitteilung der Eewerbevolizei, allgemein auf 17 Uhr festgesetzt.

____Wiesbadener Nachrichten

Aufnahme in die NSDAP.

Jahrgang 1925 der Hitler-Jugend ist antragsberechtigt

Zur Aufnahme in bte NSDAP, werden bie Angehörigen bet Hitlei-Jugenb unb bes Bunbes Deutscher Möbels bes Jahrganges 1925 aufgerufen. Antragsberechtigt sind alle Jugendlichen, die eine ununterbrochene Dienstzeit in der Jitter-Jugend bzw. dem BDM. seit dem 1. 5. 1939 nachweisen können. Entsprechender Antrag zur Aufnahme ist unter Ausfertigung eines eigenhändig unterschriebe­nen Aufnahmescheines bei der zuständigen Ortsgruppe der NSDAP, su stellen. Der Aufnahmetag ist der 20. 4. 1943.

Infolge bet kurzen Bearbeitungszeit werben alle Angehörigen bet Hitler-Jugend und des BDM. des Jahrganges 1925 auf« gerufen, sich sofort mit ihren zuständigen Ortsgruppen in Ver­bindung zu setzen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen. daß bie öffentlichen llberführüngsseierlichkeiten nur symbolische Hand­lungen batstellen, unb eine Aufnahme in bie NSDAP, nur rechts­wirksam wttb, wenn hierzu ein entsprechender Antrag bei bet zu­ständigen Ortsgruppe gestellt, unb bet Aufnahmeantragsschein der NSDAP, eigenhändig von dem Aufzunehmenden unterschrieben würbe. ________

Die täglichen fünf Minuten

Kampfansage gegen eine schlechte Gewohnheit

die wir uns gestellt haben. Wir wissen, daß Deutschland für eine aufbauende unb schöpferische Jbee kämpft unb ringt. Wir wissen, baß bie Stunbe und bet Tag kommt, wo unser Einsatz, unsere Opfer unb Verzichte unb unser Jbealismus vom Sieg gekrönt fein

Nach den von ben Amtsträgern mit großem Beifall aufge­nommenen Ausführungen bes Stellvertreters bes Kreisleiters sprach bet örtliche Luftschutzleiter, Polizeipräsident v. E a b l e n z. Er erinnerte an bie Gründung bei SBiesbabenei RLB.-Ottsgtuppe im Jahre bet Machtübernahme. Damals sah man etwas gering» schStzig auf ihre Arbeit herab. Ihr wat bamals bie Aufgabe ge­stellt, bie Notwenbigkeit bes Luftschutzgebankens zu propagieren. Im Laufe bet Iahte wurde die Arbeit bes RLB. aber mehr unb mehr anerkannt. Der örtliche Luftschutzleiter gebuchte in ehrenden Worten bet erfolgreichen Arbeit bes Örtsgruppenfübrers Kotschau. Die Beziehungen zwischen Lustschutzleitung unb RLB. seien immer gut gewesen. Et fanb auch Worte bes Dankes für bie Arbeit der Amtsträger, bie sich gemeinsam mit ben Männern bet Partei unb der Polizei in vorbildlicher Weise in ben Dienst des Luftschutzes gestellt haben. Er versprach dem neuen Ottsgruppenfuhrer daß sich bie Zusammenarbeit auch weiterhin kameradschaftlich unb da­mit fruchtbringend auswirken soll. In der Lustschutzarbeit darf kein Nachlaßen beobachtet werben. Der Luftschutz mutz in SBtesbaben immer stärket werden.

3m Auftrag des Kommandierenden Generals bes Luftgaues XII/XIII überbrachte Oberst Schneider den Männern und Frauen der Ortsgruppe den Dank unb die uneingeschränkte Aner­kennung für die gleitete Arbeit. Er unterstrich die Wichtigkeit unb hohe Verantwortung, bie alle die zu tragen haben, die den Selbst­schutz organisieren unb führen. Die Autorität bet Amtsträger gegenüber der Bevölkerung ist gestützt worden durch einen Erlaß bes Reichsluftfahttministeriums. Oberst Schneider sprach die Hoffnung aus, daß es dem neuen Ortsgruppenführer gelingen möge, die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortzusetzen.

Nach Dankeswotten des Bezirksgiuppenfuhters an bte Ver­treter bet Partei, bet Polizei unb bet Wehrmacht nahm Orts- gtuppenfüljrer Rühl bas Wort. Ei bankte ben Dienststellen, mit benen er bereits zusammenarbeiten konnte, für bas Entgegen­kommen, bas biese seiner schweren Arbeit gegenüber zeigten. Die Verantwortung, bie auf allen im Luftschutz Tätigen liegt, lann nut in engster Zusammenarbeit getragen werben.Meine Aufgabe ist , so sagte er,Wiesbabens Bevölkerung luftschutzhart zu machen. Dieses Ziel kann ich nur mit Unterstützung der Amtsträger et- reichen. Es gibt heute für jeden deutschen Menschen nur eine Lebensberechtigung unb bie heißt: Leistung." Zum Schluß seiner Ausführungen bat LS.-Führer hl seine Amtsträger um rege Mitarbeit bei Erfüllung bet übernommenen Pflichten.

Mit bet Auszeichnung einer Reihe verdienter Amtsträger und Amtsträgerinnen fand der richtungweisende Appell seinen Abschluß.

Wochenendkarzer als gerechte Strafe

Di« Stellung d«s Jugendrichters lu Verdunkelungssündern

Im W T." vom 21. Dezember brachten wir einen Aufsatz über bie Belange bet Verbunkelung. Es erreicht.un5 nun heute bie Nachricht, batz ein junger Bursche, der vor einiger Zeit bereits wegen bes Unfugs bes Anblenbens mit bet Taschenlampe ver­warnt worben war, jetzt angezeigt würbe. Der Jugenbrichter er­kannte aus eine Strafe von vier Wochenenbkarzern unb erteilte eine gerichtliche Verwarnung.

Es zeigt dieses Urteil, batz bas Gericht nicht gesonnen ist, diesen Unfug leicht zu nehmen, sondern im Gegenteil Strafen wie Wochenendkarzer und gerichtliche Mahnung als Eegenmatz- nahme zu Hilfe nimmt. Es sollte daher auch bie Bevölkerung sich nicht von Gründen eines falschen Mitleids, und dem Gedanken an jugendliche Unbesonnenheit verleiten laßen, sondern in ledern Fall Anzeige erstatten. Vielleicht wäre es so möglich, diesem wirk­lich überflüßigen unb so hindernden Tun ein Ende zu bereiten. Taten wie diese sind keine Scherze, bas wollen wir uns stets vor Augen halten, sie find grober Unfug. ( A. Mr.

DasW. T." gratuliert. Am Donnerstag feiert Tapezierer- meister Heinrich Müller. Dreiweibenstr. 3, seinen 70. Geburtstag.

Arbeitsblusen werden vermißt. Am 9. Dezember, gegen 15 Uhr. fiel in der Bierstabter Straße von einem fahrenden Last­kraftwagen ein Bündel, bas zehn Stück weiße Arbeitsblusen mit Hauern Strichmuster enthielt. Wer hat bas Bünbel aufgehoben ober gesehen, wer es an sich genommen hat? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behanbelt werben, nimmt bie Kriminalpolizei, Zimmer 81, entgegen

Die Semesterdauer 1943/44. An ben Universitäten, Hoch­schulen unb Akabemien beginnen die Vorlesungen, Lungen usw. im Sommersemester 1943 am 29. 4., im Wintersemester 1943/44 am 1. 11. 1943, sie enden im Sommersemester 1943 am 31. 7., im Win­tersemester 1943/44 am 29. 2. 1944. Die Einschreibung erfolgt für bas Sommersemester vom 15. 4. bis 6. 5., für bas Wintersemester vom 18. 10. bis 8. 11. 1943.

H2iasba6an- ßf abriefi , .

Die Ortsbauernschaft besprach in ihrer letzten Versammlung ihren Scharf an Arbeitskräften für 1943. Bestand und Bedarf sind nach dem Stichtag vom 21. Dezember anzumelden. Weiter wurde die Eetreideerfaßungsliste (Ernte 1942) und bie Kartoffel­ablieferung besprochen. Eine längere Aussprache entspann sich über ben Zustand verschiedener Feldwege, von denen ein Teil instand­gesetzt werden soll.

KOHLENKLAU

will uns durch Ritzen und Spalten bestehlen!

Seht nur, wie er seine Tatze durch die Kitzen und Spalten von Fenstern und Türen zwängt, um uns die Wärme aus der geheizten Stube zu stehlen. Aber warte nur, Freunddien! Wir geben uns einen Ruck (eigentlich wollten wir*s ja schon im Herbst tun) und dichten die Ritzen und Spalten der Türen und Fenster ab, vor allem der Fenster, die wir während des Winters zum Lüften nicht brauchen. Wenn du und ich und wir alle das tun, sparen wir in einem Winter viele tausend Zentner Kohle!

So, nun ist der Kohlenklau ausgesperrt und soll vor IJfiit noch schwärzer werden. Aber hüten wir uns trotzdem vor ihm!

Hier ist für ihn nichts mehr zu machen, - Paß auf, jetzt sucht er andre Sachen!