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Mittwoch. 23. Dezember 1942

Wiesbadener Tagblatt

Rr. 391 Seite -

Maimun.

Sonnenschein um Christi

15. Fortsetzung

Roman von Maro Mägande,

tierenber Duft umgab bt nicht Günthers Geschmack. Einklang mit bem Wesen

rau.

Tierkrankenpflege.

Knecht im guten einzulenken.

(Fortsetzung folgt.)

Nordafrika stöhnt unter dem USA.-Terror

3n Constantin- wiederum sechs Personen erschossen

Die Hintergründe des Verzweiflungsaktes in Teheran

Sie Invasoren wollen nur ein Sechstel des geraubten Getreides zarückgeden

Nicht minder ist das Elend auf wirtschaftlichem Gebiet. Aus der allgemeinen Warenverknappung hat sich der Mißbrauch ergeben, daß die anglo-amerikanischen Soldaten Mangelware sich dadurch zu verschaffen wißen, daß sie die behörd­lich festgesetzten Höchstpreise einfach überbieten. In den breiten Käuferschichten, die darunter leiden, hat dieses Ver­fahren lebhafte Empörung hervorgerusen, so daß dieDarlan-Be- hörden" sich nunmehr gezwungen sehen, vor der Überschreitung der festgesetzten Höchstpreise öffentlich zu warnen und diese mit strengen Strafen zu bedrohen. Den militärischen Eindring­lingen, die dieses Schleichhandelsgeschäst überhaupt erst begonnen haben, ist bezeichnenderweise nicht der geringste Verweis erteilt worden.

Andererseits denken die anglo-amerikanischen Ausbeuter gar . nicht daran, etwas gegen den Lebensmittelmangel und den Hunger bet Bevölkerung zu tun. Daß sie dazu auch gar nicht in der Lage sind, geht aus einer Verlautbarung hervor, die nach einer Wirt-

esien bitter rächen. Aber was gi wenn es um das Wohl und Wehe - .... .

So, der Herr Graf kennen di- Herrschaften?

sehr angenehm; denn wißen 6', bei so ganz fremde Leit mit an wehen Fuß, das is nix."

Ja, wie ist denn das alles geschehen? Hät sich Frau Schramm tzen Fuß beim Skilaufen gebrochen oder . . .?"

Dös is ja, dös schreibts ja net! Einfach nur, ich habe mir den Fuß gebrochen und liege bei sehr lieben Menschen hier im Chiemgau! Dös woaß i gewiß. Da stimmt was net!"

Ja, Rosa, das kommt mir beinahe auch so vor."

Grechow, Grechow, der Name ist mir bekannt. Die Grechows sind sogar Verwandte von mir. Eine Schwester meiner Mutter hat einen Grechow geheiratet Aber soviel ich weiß, leben die noch in Bulgarien, das heißt, ich hab' in den letzten Jahren keine Verbindung mehr mit ihnen gehabt. Sollte das Heimweh bie Deutsche wieder hergezogen haben? Ich werde mich dafür intet»

Motorenschlosser als Richtkanonier

Heimatflak holt Beim eisten Einsatz eine viermotorige Short - Stirling herunter

Es war schon so. Überall, wohin Christ! kam, versammelte sich alles um sie, was der Hilfe bedurfte. Erst war es Iwan, der prächtige Jagdhund, der seine überfahrene Pfote winselnd vor Christls Lager legte. So ganz selbstverständlich, als gebe es in diesem großen Hause nur einen einzigen Menschen, der ,hm Helsen konnte

Was für einen seinen Instinkt doch die hochrassigen Tiere haben! Iwan lief nicht zu seinem Herrn. Er kam zu der fremden

elfteren."

Rosa hatte aufmerksam zugehört. Der Knödelteig stand ver- lasien und würde aus seine Art die Vernachlässigung Beim Mittag- ,alt Rosa der seinste Knödelteig, le der Christlftau ging.

Herrschaften? Das is mir scho

k ü r a k t erregte um so größere Emvörung, als die iranischen Behörden den Sowiets vor längerer Zeit 50 000 Tonnen Reis gegen die Zusicherung geliefert haben, eine gleiche Mengen von Weizen aus der Sowjetunion zu erhalten. Die Sowjets haben jedoch ihre Zusage nicht nur nicht gehalten, sondern weitere For­derungen auf Getreide, Schlachtvieh, Zug- und Trägtiere gestellt. Die iranische Regierung versuchte vergeblich, den sowjetischen Übergriffen durch immer wiederholte Appelle an die englische Regierung ein Ende zu bereiten. Der englische Gesandte be­antwortete diese Vorstellungen stets mit unbestimmten Zusiche­rungen über die spätere Lieferung von Weizen. Alle Verspre­chungen dieser Art sind aber bisher an der Transvortfrage ge­scheitert, da Engländer und Amerikaner nicht imstande waren, Die für die Anfuhr notwendigen Fahrzeuge zu stellen.

Zu dem Mangel an Lebensmitteln tritt die gewaltige Teue­rung. die Folge einer Inflation, die durch die Besatzungsmächte hetbeigeführr wurde In den Augen der nationalen Bevölke- rungskreise trägt das Parlament an dieser Entwicklung die Haupt­schuld und Hal durch seinen Mangel an Zivilcourage den letzten Rest seines Prestiges verloren Es ist daher verständlich, daß die Bolkskundgebungen, die schließlich die englische Besetzung Teherans zur Folge hatten, sich zunächst gegen die Abgeordneten gerichtet haben.

Ankara, 23. Dez. (Funkmeldung.) Schätzungen zufolge be­nötigt Iran etwa 150 000 Tonnen (Betreibe. Von englisch-ameri­kanischer Seite hat man sich bereit erklärt, 25 000 Tonnen zutückzu-rstatten. so baß. also nut ein kleiner Teil der dringendsten Bedürfnisie gedeckt werden kann. Das wenige Ge­treide, das bisher zur Verteilung kam, wurde lediglich in Teheran ausgegeben, während die Provinzen weiter höchste Rot leiden.

Der ungeheuren Notlage, die sich bereits aus der Differenz der vorstehenden Zahlen ergibt, tilgt Casey, der englische Minister für den Mittleren Orient auch noch den Hohn hinzu. Er erklärte in einer Rundfunkansvrache, daß bet Mittlere Orient keinen Mangel leib e. Dies sei beachtlich, wenn man Bebenfe, daß bet mittlere Osten früher fünf Millionen Tonnen zivile Versorgungsgüter jährlich einsührte. heute aberfast selbst- versorg-nb" sei.

Unter diesen Umständen wirkt es lächerlich, wenn die Briten Über die Ursachen der Unruhen in Teheran rätselraten, bzw. nach Außen so tun. Ist doch die Brotversorgung der Haupt­stadt seit Wochen völlig ins Stocken geraten. Die ErnteüBerschüsse in verschiedenen Provinzen kamen dem Lande nicht zugute, da die Sowjetbehörden ihren Abtransport verhinderten. Dagegen schafften sowjetische Militärlastwagen die im Lande dringendst Benötigten Nahrungsmittel täglich Über die Grenze. Dieser W i l l-

Sie sind eine Zauberin, die alles zu verschönern weiß. In deren Händen jedes Ding zu einer Kostbarkeit wird!"

Wau!" machte da Iwan und kam Christi zu Hilfe, bie so still Daliegen unb all bie Schmeicheleien wie einen sanften Regen Über sich ergehen laßen mußte.

Der zweite Patient war ein Wellensittich. Die bftnten Vögel Hagen frei int Zimmer umher. Es waren entzückend graziöse Tiere, an denen Christel große Freude hatte. Als sich einet von ihnen den Magen zu sehr verdotben hatte, daß man das Schlimmste befürchten mutzte, wußte Christi wiederum Rat.

Seitdem waren bte Vögel so zutraulich geworden, daß sie sich auf Christls Schulter setzten und ihr sogar schon die Körner von den Lippen pickten.

Wenn ich das doch auch einmal dürfte!" seufzte Zdenko in komischer Verzweiflung.Aber mit geben Sie laum bie Hand zum Kuh!"

Christi war bemüht, all das zu überhören. Aber zu übersehen war es nicht, daß Zdenko verliebt war, und et machte auch gar kein Hehl aus seinem Zustand.

Gewiß! Auch Christi mochte den hochgewachsenen so über­aus aufmerksamen Mann gern. Oder war es vielleicht doch nur jene verblüffende Ähnlichkeit mit dem anderen, dem alle ihre Gedanken gehörten?

Manchmal aber fürchtete sich Christi vor Zdenko. Das war wenn jener brutale, slawische Zug ift sein Gesicht trat unb bie Beherrschtheit seiner Züge verwischte.

Zbenko hatte kein Hetz unb keinen Sinn für die Not bet ein­fachen Menschen. Et verlangte von seiner Bedienung absolute Unterroürfigteit, wie er sie wohl vom dienenden Volk seiner slawischen Heimat her gewöhnt wat. Wenn bas freie, stolze Volk bet Berge hier sich gegen sein brutales Herrentum auflehnte, gab es oft Böse Szenen.

Christi versuchte zu vermitteln. Für sie waren alle Menschen gleich, es sei benn, daß sie sie in gute und Böse teilte. Aber sie meinte, man müße gerade für die Bösen mehr Geduld und Liebe aufbringen, weil sie es ja ohnehin schwerer hatten im Leben.

Zdenko beugte sich, wenn Christi bat Ihr gelang es, ihn für kurze Zeit davon zu überzeugen, daß der Ton, Den er den Leuten gegenüber anschlug, unmöglich war. Aber immer wieder ver­fiel er in seinen alten Fehler.

Da eben tönte wieder seine gereizte Stimme laut und be­fehlend durch das Hautz. Sine Auseinandersetzung mit dem JuNg- knecht. Da ging es immer hart auf hart.

Was Bildest du Blöder Keri dir eigentlich ein? Wenn ich Befehle, dann wird Holz gefahren!"

6s geht net, Herr, bei den vereisten Straßen!" versuchte bet

zurücklegen für schlimme Zeiten. Christi würde ihre Freude haben, wenn sie wiederkam.

Warum sein du immer Bei der grauselige Rosa?" fragte Miß Mabel ärgerlich, als Günther erschien. Du lernen wohl Knödel machen?"

Mabels amerikanische Zunge stolperte über das Wort Knödel. Günther mußte unwillkürlich lachen.

Sie sah übrigens wieder bezaubernd aus. Das pelzverbrämte Kostüm, die hohe Kosakenmütze standen ihr glänzend. Wie Gold quoll das reichgelockte Haar -unter der Mütze hervor. Ein irri» tierend-i Dust umgab die Frau. Starke Parfüms waren sonst nicht Günthers Geschmack. Aber hier standen sie in seltsamem Einklang mit dem Wesen der Frau.

Guten Morgen Miß Mabel! Ich bitte um Entschuldigung, daß ich Sie warten ließ."

Günther hatte seiner sogenannten Braut gegenüber immer noch nicht zum trauten Du gefunden. Obgleich sie cs ausnahmslos anwandte.

Tanger, 22. Dez. Aus der algerischen Stadt Constantine wird am Montag amtlich die Erschießungvon sechs Per­son sn gemeldet, nachdem bereits aus Algier sechs Hin­richtungen mitgeteilt worden waren. Unter den verhafteten Marokkanerführern der ostmatokkanischen Stadt O u z d a befindet sich, wie jetzt bekannt wird, der angesehene ehemalige Kadi S a t b Maimun. Irgendwelche Gründe für die Verhaftung wurden nicht belanntgegeben. Im Gebiet von Dran sind inzwischen sämtliche ' führenden Persönlichkeiten der französischen Volkspartei verhaftet, interniert oder erschossen worden. Sn . einer öffent­lichen Bekanntmachung werden von den Militärbehörden 12 Per­sönlichkeiten namentlich genannt, darunter der Chefredakteur des Echo b'Oran", Paul M a n n o l i, Gaston Vidal, Ches der Bollspartei. Unter den Verhafteten befinden sich insbesondere solche Personen, die nach dem Waffenstillstand von 1940 für Deutschland eingetreten sind. Aus bet Bekanntmachung geht hervor, daß eine politische Aktivität im Sinne ber Volkspartei schon als ausreichender Grund zur Verhaftung betrachtet wird. Gegen einen der Beschuldigten wird der Vorwurf erhoben, daß er bei der Lan­dung bet USA.-Truppen die Zerstörung großer Benzinoorräte veranlaßt habe. Man gab ihm zu verstehen, daß er r b t e Ausführung von P ö t a i n - B - f - h l e n bestraft wurde. Um den immer stärket werdenden Unruhen und die Empörung einzuschüchtern veranstalten bie Nordamerikaner jeden Sonntag in Rabat und Algier Vorbeimärsche von Wehrmachtteilen.

Aufgaben der Betriebsgemein,chast

Der Gauleiter auf einem B-tri-bsappell

NSG. Am Dienstagnachmittag sprach Gauleiter und Reichs- statthalter Sprenger auf einem Jahresschlußappell zur Gefolg­schaft der Frankfurter Sparkasse von 1822. Rach einer herzlichen Begrüßung durch den Vorsteher des Verwaltungsrates, S ch n e t« b-er, roürbigte der (Bauleiter die Verdienste, die sich bie Frank­furter Sparkasse in den 120 Jahren ihres Bestehens innerhalb des Frankfurter Wirtschaftslebens erworben habe. Dann ging der Gauleiter auf die Aufgaben ein, die heute an jede Betriebsgemein» schäft gestellt werden. Jeder einzelne, ganz gleich an welchem Ar­beitsplatz er stehe, habe die Verpflichtung, seine ganze Kraft em- zusetzen und so seinen Teil zur Verwirklichung Der vom Führer gestellten Aufgaben beizutragen. So wie der Führer das ganze deutsche Volk zu einer untrennbaren Gemeinschaft zusammenge- schmiedet habe, so muß auch heute jede Betriebsgemeinschaft zu- sammenstehen zum Nutzen der Allgemeinheit. Die letzten Kriegs fahre haben alle härter gemacht. Die nächste Zeit werde jedoch noch mehr Härte verlangen, denn die Anforderungen, die an leben einzelnen in Zukunft gestellt werden, werden bestimmt nicht leichter sein. Das deutsche Volk wurde gezwungen, diesen Kampf anfzu- nehmon gegen eine Welt, bie bie Vernichtung Deutschlands will. Es gehe hier um den Kampf des Lichtes gegen die Finsternis, des Rechtes gegen das Unrecht. Alle werden bereit fein, diese Absicht unserek Feinde zu zerschlagen und alles bingeben, damit der Sieg auf unserer Seite ist. Dieser Sieg führt uns in eine große Zu­kunft Deutschlands und darüber hinaus des gesamten Europa.

Wirtschaftliche Stärke

Deutschlands positive Handelspolitik gegenüber den Neutralen

Berlin, 22. Dez. Der erfolgreiche Abschluß des deutsch- schwedischen Handelsabkommens bat in den anglo-amerrkani- schen Ländern sowohl Überraschung wie Mißstim­mung ausgelöst. Man versucht zwar den Eindruck der neuen deutsch-schwedischen Vereinbarung in der Welt abzu- schwächen, doch wird damit nicht die Tatsache aus der Welt geschafft, daß die Vereinbarungen in ihrem Endergebnis einen b e.t r ä ch t l i ck e n Warenaustausch in beiden Richtungen vorsehen. Die Abmachungen beweisen, daß Deutschland auch im vierten Kriegsiahr in der Lage ist. die Neutralen in erheblichem Umfange mit den wichtigsten Waren zu versorgen. ,

Mit derartigen gegenseitigen Lleferungsabkornmen gegenüber den Neutralen steht die deutsche Handelsvolitir im kraßen Gegensatz zu den anglo-amerikanischen Außen- handelsrnethoden. Tag für Tag bestätigen neue Meldungen . aus den neutralen Ländern, vor allem aus Südamerika daß die Vereinigten Staaten ebenso wie auch England den Neu­tralen zwar große Warenmengen abnehmen und ihre Wlt- schafts- und Produktionskräfte für die eigenen Belange aus» zubeuten suchen, daß sie aber auf der anderen Seite weder gewillt und überhaupt in der Lage sind, diese Länder tn gerechten Austausch ihrerseits mit den notwendigsten Ver­sorgungsgütern zu beliefern.

Erneut schweizerischen Luftraum verletzt

Bern, 22. Dez. Amtlich ' wird mitgeteilt : Englisch« Fliegerformationen haben in der Nacht zum 2 2. De z e m b e r zweimal den schweizerischen Luftraum verletzt. In beiden Fällen handelte es sich um zehn bis fünfzehn Apparate, die sich in großer Höbe hielten. Einzelne glugzeuge flogen von Schaffhausen längs des Rheins bis asel. Fliegeralarm wurde in der Oft- und Mittelschweiz, sowie in Basel gegeben.

DNB. . . ., 21 Dez. (PK.) Es wat eine Nacht, wie sie die Flak-Artilleristen hier im norddeutschen Raum oft erlebt haben. Der Mond hüllte die Eroßstadt in ein fahles Licht, unb bie auf« setißene Bewölkung bot den britischen Terrorsliegern manchen ' Vorteil Und doch wat diese Nacht von besonderer Bedeutung; denn in den Stunden des Angriffs wurde die 5 0 0. Feind- maschine Durch die Flak-Artillerie in diesem Bezirk zum Absturz gebracht An dem Jubiläumsabschuß wat die Heimatflak maßgebend beteiligt, und mit benutzten die Ge­legenheit, auf diese junge Formation unserer Flak hinzuweisen, beten Wesen vielen vielleicht noch unbekannt ist, mit beten Ent­stehen jedoch die Flakverteidtgung eine erhebliche Verbreiterung gesunden hat

Uns gegenüber sitzt der Motorenschloßer E. Et steht den gan­zen Tag übet in feinem Betrieb an bet Werkbank; aber seit kurzer Zeit hat er eine zweite wichtigeArbeit" übernommen: Er ist Soldat der Heimatflak geworden. Neben ihrer Berufs­arbeit wurden.mehrere Männer des Betriebes von einem be­währten, erfahrenen Unteroffizier der Flak-Artilleriemit der Flakwaffe vertraut gemacht. Bei der Hingabe bet Männer an ihren Dienst und der Begeisterung, mit der sie das für sie völlig neue ausnehmen, machte die Ausbildung rasche Fortschritte, und in wenigen Wochen hatte der Unterossizier zwei tüchtige Flak­züge zur Verfügung Nun wurde draußen in bet Vorstadt Stel­lung bezogen Das wat erst wenige Tage vor dem Angriff, der der jungen Seimai-Flakbedienung den ersten Erfolg bringen sollte.

In jener Nacht, da das. Licht des Mondes die mächtige Silhouette des großen Werkes scharf umriß, stand der Motoren­schlosser und jetzige Richtkanonier E. mit seiner Bedienung aus dem Eeschützstand. Die Welle der feindlichen Flugzeuge tollte auf den Stadtkern zu, während die schwere Flak einen dichten Vor­hang von Stahl und Eisen schoß. Ein feuerwerkartiges Schausviel lies über bet Stadt ab. Zwischen die zuckenden, flammenden Blitze der schweren Flak perlten die feurigen Schlangen der leich­ten Flakwaffe, neigten sich in Hunderten von Parabeln der Erde zu

Dann ist es auf einmal völlig ruhig. Unsere Heimatflak-Mann- scha t. die einsatzbereit das Geschehen verfolgt hat. glaubt nicht, daß sie heute noch zum Schuß kommen wird.

Ein Rus ertönt. Der Flugmelder meldet Motorengeräusch aus nördlicher Richtung. Sekunden später liegt eine feindliche Maschine im Strahlenbündel der Scheinwerfer.Donnerwetter!"

Miß Mabel fand die Situation originell. Sie genierte das nicht im geringsten. Sie fühlte ja doch, wie Günther sich immer festet in das Netz verstrickte, bas ihm täglich von sehr geschickten Händen gelegt wurde.

ruft der "Geschützführer,das ist ja eine viermotorig e! Vielleicht glaubt sie. der Flakoerteidigung schon entronnen zu sein. Längst hat Motorenschloßer E. das Ziel ausgefaßt, da ruft Zugführer Usfz B.. der seine Ausbildung jetzt auf eine un­antastbare Probe gestellt sieht,noch nicht schießen Jungens^ wir kriegen ihn noch bester" Schwer ist es, die Ungeduld der Männer zu zügeln. Endlich liegt die Maschine in der günstigsten Position. Achtung! Feuer frei!" Richtkanonier E. hat das Ziel genau er­faßt. Dann spritzen die Eeschoste gleich einer schillernden Perlen­schnur aus dem Rohr Die Schüße liegen genau in ber Vier­motorigen! Sie fängt Feuer und stürzt wenig später hell aufflammenb zu Boden. Ein Surragebrüll unserer Heimatflak- Mannschaft ertönt. Ihr erster Einsatz war ihr erster Erfolg.

Am nächsten Tag hat sich die gesamte Bedienung zur Weih­nachtsfeier im Betrieb versammelt, die zugleich auch eine Feier des (Erfolgstages zuvor ist. Da kommt ein Anruf. Der Kom­mandeur ist für wenige Stunden gekommen, um den Flak- Artilleristen und den Männern der Heimatflak seine Anerkennung auszusvrechen und ihnen für den 500. Abschuß zu danken. Der Motorenschloster und Richtkanonier E. ist mit seinem Zugführer Unteroffizier B zum Kommandanten befohlen. Lange unterhält er sich mit dem Richtkanonier, und als .er dem erfolgreichen Schutzen die Auszeichnung an die Brust heftet, liest man ihm die Freude am Gesicht ab, die er über bte nächtliche Bewährung der Heimatflak empfindet . z

Wir befragen zuletzt noch den Ausbilder dieses Heimatflak­zuges, Ussz. B.. über seine Arbeit. Unter seinen Männern be« finden sich alle Berufe. Tagsüber stehen sie an der Werkbank ober arbeiten im Büro, des nachts schützen sie in solbatischer Ge­meinschaft ihren Arbeitsplatz. Seine Stimme senkt sich, als er mirvertraulich" ins Ohr flüstert, baß bas erste Scharfschießen iür seine Männer eigentlich erst in ber nächsten Woche stattfinbeii ollte. Nun brachten bie ersten scharfen Schüße, bie bas Rohr ies Heimatflakgeschiitzes überhaupt verließen, zugleich einen wirk­lichen Erfolg.

Draußen vor ben Toren ber Stabt liegt ein in tausend Trümmer gegangene viermotorige Short-Stirling, auf deren Leit­werk mir mit leichtem Schmunzeln in großen, weißen Druckbuch­staben den Spruch lesenWe go out also to retum! (Wir starten und kehrten immer wieder zurück.)

Kriegsberichter Felix Gervais.

schaftskonferenz der USA.-Behörden bekanntgegeben wurde. Es heißt darin u. a.:

Der Frächiraum, der den nordamerikanischen und eng« lichen Admiralitäten zur Verfügung steht, muß noch für Wochen und Monate ausschließlich Kriegstransporte Vorbe­halten "bleiben.

Diese Bekanntmachung hat bei der marokkanischen Bevölkerung große Erbitterung und Niedergeschlagenheit hervorgerusen, bedeutet sie doch nichts anders, als daß die hochtrabenden llSA.- Versprechungen übergroße Lebensmittelsendungen" nichts weiter waren als der übliche Roosevelt-Bluff. Flugblätter, die in den letzten Tagen heimlich verteilt würben, bekunden die Empörung der Marokkaner über das Verhalten der nordamerikani­schen Eindringlinge.

Kennen 6 net amal hinsahrn, Herr Gras, und nachschaugn, wo's doch verwandt, find mit die Herrschaften?"

Ja, ipißen Sie .Rosa, so einfach ist das nicht; denn erstens weiß ich ja gar nicht, ob diese Grasen Grechows meine Verwandten sind. Der Name ist in Bulgarien nicht gerade selten. Und zwei- tens hab" ich kein Recht, mich um Frau Schramms Wohlergehen zu kümmern." ,

Ehe Rosa etwas erwidern konnte, klang von draußen Mabels scharfe Stimme:

Günther! Ich warten!"

$a verließ Günther sehr eilig und, wie auf der flucht vor sich settft, Rosas R^'ch^E Mannsbilder, 's is koa Verlaß drauf!" Brummte ihm Rosa nach.

Dann wandte sie sich energisch dem Knodelteig zu. Christi war am meisten gedient, wenn hier Ordnung herrschte, wenn die Gäste zufrieden waren und BlieBen.

Morgen zog der neue Zimmerherr ein, der Freund vom Grasen. Dann war bas Haus besetzt, gut besetzt. Da konnte man bas Stubentlein und die kleine Russin schon mit durchschieben.

Bei den beiden war es auch bester geworden. Der Student batte plötzlich einen reichen Onkel und die Kleine einen Vertrag. Da konnte man in Ruhe wirtschaften, noch ein bißchen was

Christi wußte für ihn Hilfe. Sie hatte ja Übung in der Ti.rkrankenpflege. Bald war bie Pfote säuberlich geschient. Ein Tierarzt hätte es nicht besser machen können.

Iwan hat es gut Der wird von Ihnen gehegt und ge­pflegt Ich glaube, ich laße mich nächstens auch überfahren."

Zdenko küßte Christi bie Hand. "Er iät bas oft unb gern. Er hatte sich auch schmollend die Erlaubnis ausgebeten, die reizende, mädchenhafte Fran einfach Frau Christi nennen zu dürfen.

Der Name Schramm paßt gar nicht zu Ihnen. Aber Christi, das ist der süßeste, der schönste Warne, den ich je gehört habe.

Zdenko blickte bei diesen Worten die kleine Frau so zärtlich an, daß ihr eine heiße Röte ins Gesicht schoß.

Alles Neue scheint uns immer besonders ithiin und eigenartig. Und so geht es Ihnen mit meinem Namen. Wenn Sie ihn jahre­lang hören müßten, dann würden Sie ihn bald sehr alltäglich ^^.Alltägüch? An Ihnen ist nichts alltäglich, Frau Christ!!