Dienstag, 22. Dezember 1912
Wiesbadener Tagblatt
Panzer-Regiment
Oberleutnant b. 31. Sans Kuersten in einem
Die beutiae Ausaabe umfaßt fl Seiten
S-Iamtleitung: Dr. I. schristleiter: Fritz Klint
doch wirs die Zeit unglücklicherweise für die britifch-nord- amerrkanifchen Mächte immer knavver.
Wenn man nun auf die vergangenen Wochen der loroietiidjen Offensive zurückblickt, io muh zugegeben werden,, day die Kampfe äuherst schwer und bart waren. Um so groher erstrahlt das Heldentum unserer Soldat en. die hier wieder einmal bewiesen, dah sie die besten Soldaten der Welt sind, und zwar gilt das sowohl für den Angriff als auch für die Verteidigung. Diese Seititeliung muh vorweg gelroffen werden, dann darf aber auch hinzugefügt werden, dah unsere Führung aus den bisherigen Kämpfen Les Ostfeldzuges das erkannt bat. was zu erkennen war. Auf Grund der gemachten Erfahrungen ist die Taktik angewandt worden, die sich als am vorteilhaftesten erwiesen bat. Dabei muh darauf bingewiesen werden, dah es beute im Osten nicht eine starre Frontlinie gibt, wie das im Weltkrieg der Fall war. Dazu sind die Entfernungen und die Räume viel zu groh. Infolgedessen ist es auch garnicht so wichtig, daß alles Gelände bis auf den Quadratkilometer gehalten wird, es iü durchaus möglich, dah Gelände gelegentlich aufgegeben wird und dah sich die Truppe auf bessere Ausgangspositionen zurllckziebt, die dann erfolgreich« Eegenstöhe gewährleisten. Das ist auch jetzt der Fall gewesen. So sind an der mittleren Ostfront gröbere Kräftegruvven Les Feindes eingekesselt und vernichtet worden. In dieser Taktik der flüssigen Bewegung ist die deutsche Führung und sind /die deutschen Truppen gegenüber dem Gegner zweisellos im Vorteil, denn während die Sowjets nur ein stures Anrennen kennen, ist bei der schmiegsamen deutschen Taktik die bessere Ausbildung und die Selbständigkeit des Einzelkamvies von grobem Wert.
Die sowjetischen Materialverluste, insbesondere an Panzern, sind staunenswert bock. Selbst wenn man die nordamerikanischen Lieferungen berücksichtigt, so können die Bolschewisten auf die Dauer solche Verluste rein menschlichem Ermessen nach nicht ertragen. Zudem kann fest- gestellt werden, dab in der letzten Zeit gröbere Geleitzüge in Murmansk überhaupt nicht angelaufen sind. Auch- die Menlchenve.rluste der. Sowjets werden sich zweifellos in absehbarer Zeit bemerkbar machen. Das zeigt sich schon daraus, dah unter den Gefangenen jetzt vielfach Angehörige der älteren Jahrgänge angetroffen werden.
Die deutschen Soldaten werden auch diesen Winterfeld- zug siegreich übersteben und werden allen sowjetischen Anstürmen zähesten Widerstandswillen entgegensetzen. Die, erfahrenen Ostkämpfer wissen nun auch die Schrecknisse eines Ostwinters zu bannen. Man hat aus dem Vorjahr viel gelernt und die Hilfsmaßnahmen des deutschen Volkes, z. V. die Wolliammlung wirken sich gerade in diesem Winter für unsere Soldaten noch sehr segensreich aus. Außerdem ist im Laufe des Sommers rechtzetig Vorsorge getroffen worden, um alles das heranzuschaffen, was für einen Winterfeldzug notwendig war. Insofern ist für 1942/43 die Situation leichter als sie im Vorjahre war. zudem ist bis jetzt der Winter ja auch nicht in jener grausamen Härte aufgetreten, wie ihn unsere Truppen im Vorjahre leider kennen lernen muhten. Was also geschehen konnte, ist geschehen, und Front und Heimat dürfen dem kommenden Winter zuversichtlich entgegensetzen.
erlag seiner schweren, bei den Kämpfen in T u n e s i e n erlittenen Verwundung.
Er wurde noch als Leutnant am 11. Oktober 1941 vom Führer mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, weil er sich im W e st f e l d z u g wiederholt als besonders entschlossener, kühner Panzeroffizier bewährt hatte. So wurde sein an der Spitze der Division eingesetzter Zug im Juli 1941 plötzlich vom feindlichen Artilleriefeuer gefabt. Sofort warf sich Leutnant Kuersten mit seinen Kampfwagen auf die feuernde Batterie, vernichtete sie völlig und stieb anschließend tief in das Stellungsystem des Gegners vor Sein tapferes, tatkräftiges Handeln ermöglichte die Ausweitung eines für die weiters Kamvfführung der Armee wichtigen Brückenkopfes.
Das Soldatenleben dieses vorbildlichen Reserveoffiziers hat sich bei den Einsätzen seiner Kompanie in Tunesten erfüllt. Wo immer seine Panzerschützen kämpfen werden, stets wird ihnen sein Vorbild Ansporn und Verpflichtung sein.
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Druck und D-rlaq: L Schellenberg-sche Buchdruckern. Wiesbadener Tagblati, Wiesbaden - • ~ phil. Habit. Gutta» Schellenberg und Otto Kaiser. Haupt-
i ü n t h e r. schütt. in Wiesbaden. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 10 gültig
Abwehrschlacht mit unverminderter Heftigkeit
Die Sowjets in Stalingrad in erbitterten Nahkämpfen abgewies.n - Zehn feindliche Flugzeuge bei Einslügen nach Süddeutschland abgeschosten
Hauptmann Krafft stammte aus Silin in Böhmen, wo er am 13. August 1914 als Sohn eines Ingenieurs geboren wurde. 1935 trat er in das Jnsanterie-Regiment 9 ein und wurde im folgenden Jahr zur Luftwaffe versetzt. Im Frankreich- Feldzug verwundet, am Kampf gegen England bewährt, zeichnete er sich an der Ostfront durch zahlreiche erfolgreiche Tiefangriffe besonders aus. Das Andenken dieses tapferen Offiziers, der hohe Fllhrungseigenschgften besah, wird in der Geschichte der deutschen 'Jagdfliegerei weiterlcben.
Ritterkreuzträger Oberleutnant d. R. Sans Kuersten seiner Verwundung erlegen
Der aus Pegau (Sachsen) stammende Ritterkreuzträger
Verleihung des Cholm-Schildes
an das Polizei-Bataillon Cholin
Krakau, 21 Dez. An das gegenwärtig im Generalgouvernement eingesetzte Polizei-Bataillon Eholm, das während der harten Kämpfe des vergangenen Winters an dem ruhmreichen Einfatz der Kampfgruppe Scherer in der Stadt Eholm im nördlichen Teil der Ostfront beteiligt gewesen ist, wurde heute durch den Chef der Ordnungsvolizei, ff-Oberst-Eruppen- führer und Generaloberst der Polizei Daluege der vom Führer für alle Cholm-Kämvser gestiftete Cholm-Schild verliehen. In seiner Ansprache stellte General,oberst der Polizei Daluege bie hohen Leistungen heraus, die von jedem einzelnen Angehörigen des Bataillons der die. Einschließung von Cholm mitgemacht hat. vollbracht worden sind, und erklärte, daß die Männer der Polizei neben ihren Kameraden der Kampfgruppe die 10 7 Tage der Einschließung so durchgestanden haben, wie er es erwartet hatte. „ .
Der Cholm-Schild wird von den Cholm-Kamvfern am linken Oberärmel "getragen. Er ist gefertigt nach dem vom Führer genehmigten Entwurf eines Angehörigen des Bataillons des Polizei-Regiments der Reserve Schlimmer, der den Entwurf noch während der Kampftage gezeichnet hat.
Nach 78 Luftsiegen gefallen
Ritterkreuzträger Hauptmann Krafft
Berlin, 21. Dez. An der Ostfront fiel nach seinem 7 8. Luftsieg Hauptmann Heinrich Krafft, Eruvvenkom- mandcur in einem Jagdgeschwader. Der Führer hatte ihm nach seinem 40 Luftsieg am 18. März 1942 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. _______________
Die Bolschewisierung Englands geht weiter as. Berlin. 22. Dez. (Eia. DrahMricht unserer Berliner Schriftleitung). Nach einer Reuter-Meldung hat die britische Kommunistische Partei den Antrag auf Eln- gliederung in die Arbettervarter gestellt. Hier wird also deutlich die Absicht Stalins erkennbar, sich weiteren unmittelbaren Einfluß auf die 6 r 11 ische Jnnen- -politik zu verschaffen. Es ist ein alter kommun,stiicher Trick, durch Aufnahme m eine größere Partei diese zu mallen und ganz dem kommunistischen Gedanken nutzbar zu machen. Dieser Weg muß nun offenbar auch in England gegangen werden, wo sich ia der Bolschewismus einer ganz besonderen Bevorzugung erfreut
Sondergericht für Gandhi?
Rom, 22. Dez. (Funkmeldung.) Nachrichten aus Indien zufolge sind viele der von den Engländern gefangen gehaltenen indischen Nationalisten infolge der grau« fomen Behandlung im Gefängnis gestorben. Wie aus Bombay verlautet, soll der Vizekonig von Indien aus London den Auftrag erhalten haben, zur Aburteilung Gandhis und anderer indischer Nationallstenfuhrer ein Sondergericht zu bilden. . nr, , __
Sßie Radio Delhi meldet, fanden in 216 med a b ad am Sonntagvormittag wiederum Zusammenstöße zwischen Polizei und Kongreßangehörtgen statt. Die Polizisten hätten sich mit der Waffe zur Wehr setzen ..müssen" und zwei (?) Personen seien verletzt worden. ■
N. D. Majumadar. ein Mitglied des Bengalen- Parlaments, wurde am Sonntag verhaftet.
^liöcrizianifcöQS (Blorfa
Von Otto Riebicke
45jährme Preußenkönifl bat lerne Eeneral? unb Siabsoniziere um fidi verlamme». Er weiß, daß cs mgiflen in bet Sdnam, nein ner geben muß. unb fühlt, daß es notrocnbifl ist.. ihnen ves klar zu faq-n Er liebt unter leinen alten Kamvem klein. last "erliL eher leine Augen blitzen wie blauer stahl Wie 'Atieti et.am »e«tnn bieies Sabres an den Generalleutnant von Winterie d. -Es wir» das Jatzr stark unb nbari herflehen, aber man muB oie vnien steilbalten unb jeder, der Ehre unb Liebe lur Vaterlanb batz muß alles barawetzen. e,ne gute Sulcke.io w^b aues ttarer werben “ Seit vier SBodien. leit Nosbach, wo bte ,
ßm ° über die doppelte «bermadit .bet Flammen unb ber Reichs- arinee in glänzenbem Siege aufilattette. weiß er
ttbrieb cs feiner Schwester Wilhelmine noch am rioeno oieier Schlackt„Wir können noch unglucklick. aber nickt mehr ehrlos kin“ So Haben lick leine ./Kerls neicklaflen! Run liebt er vor ihnen, vor ben Generälen, unter denen kemer nt. ber stck nickt burck »roße Sanblung die Ebre leihst edampft batte. , ..
Si» werben meine Herren, bei vonallenber Eelegenhett nickts an dem mangeln lallen, was ber Staat vpn ihrer Davter; feit -ü fordern berechtigt ist. Dieter Zeilvunkt rucki hec.au . . . ^itf^a^nf^r^biÄ5'oMm,2nr mPn'dÄ S »ÄS ie1«
allen ihren Truvven bekanntgeben . , ... hi
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^bWbZÄS ««"W lmne^o?« wird'er bier^benlelben
3m Wolsa-Dou-Eebiet Halten bte schweren Kampfan. 3n erbitterten Banzer- unb 3 nfan ieric« schlachten erlitten bie Sowjets wieder überaus Hohe Verluste au Menschen unb Material. Rach bisherigen Meldungen wurden gestern im Don-Abschnitt über 70 kindliche_S a n j e t uenutqUt
flm mittleren $en gelang es dem cieind. der seit Tagen mit stärkster Kräftemassierung von Panzerverbänden ungrgris,cn hatte, einen Einbruch in die dortige b tv eh rs r - n t. Er wurde mit ungeheuren bolschewistischen Verlusten erkautt. Um einer Flankenbedrohung zu begegnen, bezogen im Anmarsch befindliche deutsche Divisionen planmäßig vorbereitete tu 8* wärtise Stellungen und verhinderten dadurch etne Aus- weitung des feindlichen Anfangserfolges. Die Kampfe halten m unverminderter Stärke an. Deutsche, italienische und rumänische Fliegerkräfte grisfe-i an den Schwerpunkten der Abwehrschlacht lausend in bie Kämpfe ein. 23 feindliche «IuB»eusc wurden tu Lusikämpsen, sechs durch Flakartillerie der Luftwaffe abgeschosten. Ein deutsches und ein rumänisches Flugzeug werden vermißt.
Rach Abwehr eines feindlichen Angriffs stürmte etne deutsche Angriffstruope westlich Toropez gegen starken Widerstand eine feindliche Stellung. Der vorgeschobene Stutzpunkt Weltkiie L u k i wehrte auch gestern heftige feindliche Angriffe erfolg- reich ab. _ ,
3m Gebiet des 3 lmen - Sees sprengten eigene Stoß- trupps Kampfstände und Bunker des Feindes, örtliche Borstoge des Gegners mürben abgewiesen. .... „ „ -
An bet Ostfront würben in ber Zeit vom 11. bie 20. Dezember 1518 Sowjetuanzer vernichtet, erbeutet oder bewegungsunfähig geschossen.
3n Libyen örtliche Kampstatigkeit. Der Hafen von Benghast wurde in der Rächt zum 21. Dezember bombardiert, auf See ein Handelsschiff mittlerer Große schwer beschädigt.
Deutsch-italienische Truppen vereitelten in Tunesien feindlich« Vorstöße. Kampf- und 3agdslieger-Berbände griffen wiederholt Zeltlager. Krastfahrzeugk-l-nnen und Flugstützpunkte an, wobei der Feind empfindliche Verluste erlitt. 3m Mittelmeerraum verlor der Feind elf Flugzeuge. Drei eigene Flugzeuge werden vermißt.
Rach einem Tagesangriss einzelner britischer Bomber gegen das nordwe st deutsche Grenzgebiet griff der Feind in der Rocht mehrere Orte in Westdeutschland, besonders die Stadt Duisburg, mit Spreng- und Brandbomben an. Es entstanden erhebliche Zerstörungen vor allem in Wohnvierteln und an öffentlichen Gebäuden. Die Bevölkerung hatte Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie schossen zwölf britische Flugzeuge ab. Außerdem wurden am Tage über französischem Gebiet sechs viermotorige Bomber und über See drei feindliche Flugzeuge zum Absturz gebracht.
3n der vergangenen Nacht führte die Luftwaffe einen starken Angriff gegen die Hafenstadt Hüll an der Humber-Mündung. Alle deutschen'Flugzeuge kehrten zurück.
Der OKW.-Berichl von heute
Aus dem Führerhauptguartier, 22. Dez, (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Deutsche Truppen warfen an der Tereksront angreifen- den Feind im Gegenangriff zurück. 3n Stalingra d versuchte de» Gegner über die Wolga angreisend, Fuß zu fassen. Er wurde in erbitterten Nahkämpsen abg-wiesen. Die Abwehrschlacht am mittlere,. Don hält in unperminderter Se,t,gkeit an. Deutsche Divisionen und Kampfgruppen setzten den fortgesetzten feindlichen Angriffen hartnäckigen Widerstand entgegen und fugten den Sowjets im Zusammenwirken mit der Luftwaffe schwere Verluste zu. Allein im Abschnitt von zwei deutschen Panzerkoros wurden in den letzten zehn Tagen 4 0 4 Sowjetpanzer vernichtet. „
An der Übrigen Senf tont und tm Raum von Snchinitjchi zerstörten deutsche und ungarische Stoßtrupps Kampfstände und Bunker des Feindes und kehrten mit Gefangenen und Beute zurück. Vereinzelte feindliche Angriffe wurden abgewehrt. _
Örtliche Angriffe deutscher Truppen tm Raum um Toropez führten zu beträchtUchen Stellungsoerbesierungen. ,
Bei einem Rachtangriss aus Benghasi wurden Sa,en- anlagen und Schifssliegeplätze von Bomben schwere" Kalibers getroffen. Aus See wurde ein Torpedoboot beschädigt.
3n Tunesien wurden kindliche Vorstöße abgewiesen. Bahntransporte und motorisierte Kolonnen in Algerien und aus tunesischem Gebiet wurden mit Bomben und Bordwaffen be- kämvst. Kampfflieger griffen östlich Algier einen feindlichen Ee- leitzug an und beschädigten drei große Handelsschisse schwer. Deutsche Unterseeboote versenkten im Seegebiet von Oran aus einem Geleit einen Transporter von 1 2 00 0 B R T. und torpedierten ein großes Fahrgastschiff.
Britische Bomber flogen in der Nacht zum 22. Dezember nach Süddeutschland ein. Eine geringe Zahl von Spreng- und Brandbomben wurden im Raum von München abgeworsen und hierdurch u. a. ein Krankenhaus zerstört. Die Bevölkerung hatte Verluste. Nachtjäger und Flakartillerie sch-sien nach bisherigen Meldungen zehn Flugzeuge ab.
Der OKW.-Bericht vom Montag
Aus dem Führerhauvtauartier, 21. Dez. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
AnderEebirgsfrsntdesKaukajus wehrten deutsche Grenadiere und Jäger feindliche Angriffe zum Teil im Gegenstoß ab. Auch gestern wiederholte Durchbruchsversuche der Sowiets im T e t e 18 e b i c t scheiterten zum Teil in erbitterten Rahkämvien. 5m schwungvollen Gegenangriff wurde der vorübergehend in die eigenen Stellungen eingedrungeue Feind geworfen und dabei zahlreiche Gefangene gemacht. ,A
Im Schwarzen 911 e e r versenkten leichte deutsche Seestreitkräfte ein sowjetisches Unterseeboot.
Aus Rnnfi und Coban
* Bnlonis .Fantasia contrappuntiitica" wird am 28. d. M. abends im kleinen Kurhaussaal beim ..Abend auf zwei Klavieren als Erstaufführung gebrackt Das Werk wird deshalb besonderes Jnteresie hervorrufen. da. es drei..Themen aus Bocks .Kunst der Fuge" verarbeitet, bte ja erst kürzlich in der Marktkircke zur Aufführung gelangte. Die Vortragenden find Morgrtt Leue- SÄneider und Kapellmeister Blümer vom Mainzer Stadttheater.
* Goethe-Medaille für Karl Alerander von Müller. Der Führer hat dem Präsidenten der Baveri!cken Akademie für Wisten- toaften, dem ordentlichen Profesior Dr. Karl Alerander von Müller, aus Anlaß der Vollendung feines 60. Lebensjahres nr Anerkennung feiner Verdienste um die deutsche Geschichtswissenschaft die Goethe-Medaille für Kunst und Wisienfckaft verliehen.
* Der Vagabund von Wien: ^Uraufführung einer Overetttz um den liehen Augustin in Berlin. 1 Des Komponisten 3ofet Rirner erstes eigenes Bübnenwerk — er trat früher imon als Bearbeiter hervor — ist eine Huldigung an Wien und feine Operette. ..Der liebe Augustin" heißt sie. Die Uraufführung im Berliner Theater des Volkes wurde ein durchschlagender Erfolg. Er war begründet, und zwar nickt nur in der Vorliebe der. Berliner für alles Wienerische, sondern auch in der Qualität. Rirner hat sich wieder zum Ideal der Gesangsoperette bekannt und dre Traditionslinie aufgenommen, die hinter Lehar aMuremen drohte Mit einschmeichelnden Melodien von bester Operettenort, mit musikalisch-dramaturgischem Einbau des Chores. fltoRen Gesangsfinalen und anspruchsvollem, gut instrumentierten OrLester- satz verbindet Rirner als organische Übernahmen aus der Tanz- operette zündende Schlagerlieder und musikalische Aufmattck- gelogenheiten für das Ballett, ohne daß dein icklagerhaften Element ein Überwuchern gestattet wäre. 3m. Mittelpunkt der Handlung, die von so bewährten Autoren wie Bruno Hardt- Warden 'unb Rudolf Koeller ersonnen und terttxrt wurde, steht sreilick auck ein Musikant, lenet ..Liebe Augustin", der sick selbst den Vagabund von Wien nennt, in der Donaustadt nack der zweiten Türkenbelagerung eine legendäre Popularität als Volkssänger errang und hier bemüht wird, um einem anderen Musiker das Mädel, das er selber lieht, über alle Hindern Ille einer overettengereckten Handlung hinweg, als Frau zuzuführen. Das geschieht, indem der liehe Augustin mit einem eigenen Preislied Domkovellmeister wird und durch seinen Verzicht auf Stellung und Braut dem Konkirrrenten auf die Orgelhank des Steffl verhilft Auf der Riesenbühne des Theaters des Volkes hatte die beschwingte Inszenierung des Intendanten Rudolf, Zindler ein von Willi Sckrnidt gebautes und von Ludwig Sornsteiner kostümiertes Wien mit der neritablen Stefansdomfasiade aufgericktet und mit souveräner Bewegungsführung ein wahres Fest für Augen und Ohren entrollt Unter Curt Kretsckmars schwungvoller MusikleiMng boten Martin Kremer in der Titelrolle. Harald Sunt und Ilse Zeven als das fetiöie und Fee von Reicklin und Christian Eollong als das Buffovaar erfolghringende Leistungen. Rehen vielen anderen und dem vhantasievoll eingesetzten Ballett tSeinz Deniesl häuften Rudolf Drerler.Sans Parae und Lotte Goevfert auf ihre unfehlbar einWaflenhe Komik ein «t Teil des Beifalls, der in den stürmischsten Formen alle Beteiligten umbrandete.
Johannes Jacobi
Geist finden? Pommericke Infanteristen spricht er an: ..Ra. wie wirds morgen hier ausieben? Der Feind ist nock mal !o siark wie wir'" ..Das laßt nur flut fein. König Fritz,, da sind ia. keine Pommern drunter!" antworten sie: und der König hat damit auch von ihnen den Beickeid. Run kann er ihnen lagen: „Morgen haben wir alle den Feind geschlagen, oder wir sind alle, tot!
3m Morgengrauen des 5. Dezember rucken..dte Preußen zur Schlackt An der Spitze der Avantgarde der Koni«, den sie seit Roßback den Alten Fritz nennen. Sie singen zur F°ldmusik: Gib, daß ick tu mit Fleiß, was mir zu tun gebühret Wozu nuck dein Beichl in meinem Stande führet . . . Dann treten sie. eu, Uhr mittags, in den Kampf. Die Kesklvaitten dröhnen, die Fahnen flattern, es wogt au, und ab. „Hör Er! ruftder König dem Offizier zu, der seine Suite fuhrt, „bleib ick, !o bedeckt Er meinen Körper mit seinem Mantel unb sagt keinem -m Wort.. Denn die tcklackf geht fori und der ircini) wird geschlagen! Wenige tunden später ist der ruhmreichste Sieg, da: 35 Preußen über ; 000 Reickstruvven: GOOD Preußen liegen im Blute, 10 000
Gegner — io haben sie sich geschlagen! ,
Rock dauert dieser Krieg tuni Jahre weiter, bitter und «emicl* voll, „aber man muß gegen den Strom schwimmen und gegen diele Hf-fi immer erneuernde önbrQ voti JVeinben täinpfen» bis tDir ben letzten ihrer Köpfe abgeschlagen haben", schreibt der Äontfl an ben Feldmarfchall Ferdinand von Braunschweig, und, was er von. sich selbst sagte, daß man sich in !o heillosen Zeiten mit Emgeweiben von Eisen unb mit einem ehernen Herzen versehen muß. dy? versteht nun ganz Preußen, es wird von dein Gesetz., der eveinen Pflicht erfaßt, deren strahlende Kräfte von diesem König aysgehen. Es ist nickt nötig, daß ich lebe, aber sehr notig, daß ich handle.
Damit erkämoft sich Preußen seine Großmacktstellung und.der friderizianischs Glaube an die Macht des eisernen Willen^ wachst über das Jahrhunbert bes großen Königs hinaus und wird das Banner der beutichen Zukunft Er beirucktet immer wieber bie großen Führerpersönlichkeiten, die bas Volk vom solbatinhen her hockreißen. wenn es in kleinlicher Enge..PUtGs versinken Wall er bestimmt bas von nun an ewige Vermächtnis des beut!cken Soldatentums, er gibt dem deutschen Geist preußischer Prägung bte Achtung in ber Welt unb bas stolze Selbstvertrauen.
..Mannestaten ohnegleicken schickten
5u dem Bau des Neubes Stein aut
Hört beitn. Selben! Ehren, dre vervilickten: Hüter eures Werkes mußt ihr lern!
So mahnte Friedrich ber Große, allumickließenb sein Werk, m seiner Ode an Preußen . Wer konnte diele Mahnung bester verstehen unb mehr zur Zielausricktunfl. nehmen als bei eolbat. dieser unmittelbarste Erbträger der Krieger und eieaer des Alken Rt,66r hat es getan' Wer 1813 unb 1870. .übet 19141 unb ben JBeltrriffl hiniDea und tit vor adern ber oolbat. ber e Dertojverte Willensträger bes frideri,ionischen Geistes bis in diele ®eflen= wart des neuen Krieges hinein, den. wir immer mehr als d?n gewaltigen Scklußakkord des inbetnianmhcn Wollens empttnben. mit dem der Große lein Preußen.rettete und formte, damit aus ihm einmal ein starkes unb mächtiges Deutschland werde.
* James Eni-r lebt Wie wir erfahren, befindet sick der flämische Maler Baron James Enlor gesund in seiner Villa in Oitenbe entgegen einer Rieldung, die von dem nieberländischen Blatt.Nieuw7R°tte?bamsche Courant" vor °-n?rWacheverbreitet wurde wonach Ensor gestorben fet. Enior tit icfet 82 3anre alt.
