Wiesbadener Tagblaä
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Lr»S ««d «erlag: L. Echetteaverg'jche «achdrackere,, Langgajs« Rr. 21 (LagMatt-Haus,
90. Jahrgang
Freitag, 18. Dezember 1942
Nr. 297
Wöchentlich i» « AaSgave» 'v" Ersche«umgSzett werktäglich nachmittag» ®ef<Mftsaeit durchgehend von 8—18 Uhr außer Sonn- and Feiertags - Berliner Büro Berlin-Wilmersdorf Anzeigenvreise: Lin MiLimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte »n Anzeigenteil RM 0.»7^ der 48 Millimeter breiten Spalte im Tertteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend • Nachlässe nach Preisliste Nr. M - Schluß der Anzeigen-Annahm« 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Dortage
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Ein unlösbares Problem
„Dagsposten": War die Tonnagelage bisher schon dunkel, so wird sie jetzt pechschwarz
Wieder mehrere Tanker unter den versenkten Schiften
Wertvollste Ladungen gingen verloren
Eingeständnis vorbei, daß die Lage äußerst schwieri« sei. Di« ..Sunday Times" gesteh^ daß di« deutsche Massenvro- duktion von U-Booten auch nicht annähernd geschlagen werden könne.
Gewiß versucht man sich hier und dort mit dem angeblich riesigen Neubauvrogramm der Anglo-Amerikaner zu trösten. Nun hat ja aber erst vor kurzem ein englisches Fachblatt darauf hingewiesen, daß es sich zum groben Tei? um einen echt amerikanischen Reklametrick handelt. Das schwedische Blatt „Dagsvosten" ergänzt diese Darstellung noch mit dem Hinweis daraus, daß diese schnell gebauten Schisse als wahre Särge von den Matrosen bezeichnet würden. Außerdem aber, so sagt das Blatt, .sei der Verlust so vieler Matrosen ein gefährlicher Aderlaß für einen schwer zu ersetzenden Berufszweig. ..Wenn die Tonnagelage schon vorher dunkel war, so wird sie jetzt pechschwarz , schreibt das schwedisch« Blätt. Selbst die vorsichtige ..Times" verzeichnet die Schiffahrtslage als ..eine Angelegenheit von vitaler Bedeutung". „
Man darf aber auch nicht übersehen, daß nicht nur unsere U - Boote am Feind stehen — sie versenkten bisher schon im Dezember, also in wenig mehr als einem halben Monat. 206 000 BRT.. während die Versenkungsziffer unserer U-Boote im ganzen Dezember des Vorjahres 115 700 BRT. betrug —. sondern auch die U-Boote unserer Verbündeten. Die Italiener berichten gerade jetzt von den Erfolgen eines ihrer U-Boote, das auf einer Feindfahrt 5 Schiffe zur Strecke brachte, darunter einen Dampfer von 10 000 BRT. Fast gleichzeitig meldet die javanische Kriegsmarine die Versenkung von 16 000 BRT. Das rundet das Bild der Schlacht auf allen Meeren, diele Schlacht ohne Pause.
as. Berlin. 18. Dez. (Eis. DrabtLericht unserer Berliner Echriftleitung.) Die neuen Erfolge unserer U-Boote geigen Herrn Erivvs, daß er mit seinem ..Anti-Ü-Boot-Aus- a“, zu dessen Vorsitzenden ibn bekanntlich Churchill te, vor einem unlösbaren Problem steht. Im ersten Weltkrieg bot das Eeleitzugsystem den Engländern immerhin einigen Schutz. Aber die Technik blieb nicht stehen, die Engländer selbst klagen ja immer wieder darüber, daß nm die Leistungen unserer U-Boote in jeder Hinsicht erheblich verbesserten. Das hat zur Folge gehabt, daß heute auch der Geleitzug keinen Schutz für die Versorgungsschiff- fahrt unserer Gegner zu bieten vermag, was di« Versen- kungszahlen einwandfrei ergeben. So schwierig t auch der Angriff auf Eeleitzüge ist und so viel Scknerd und. Können unserer U-Boot-Besatzungen er voraussetzt, so vergrößert doch gerade dieses System auch di« Ersolgsaussichten unserer U-Boote erheblich. Ein Eeleitzug bedeutet masst e r t e Z i e l e für die Rohre unserer U-BootzRudel.
Selbst auf der Gegenseite aber kann man nicht leugnen, daß diese U-Boot-Rudel auf dem Atlantik operieren. So meint die USA.-Wochenschrift ..News Week". die ll - B o o t e her Achse versammelten sich letzt weiter außerhalb der amerikanischen Küstengewässer zu Schwärmen und griffen schärfer denn je die Schifsahrtslinien im Nord- und Südatlantik an. Di« britischen und die llSA.-Marlnebe- hörden sähen sich außerstande, ihren Handelsschiffen, selbst wenn sie in Eeleitzügen führen, mehr Bewachungsfahrzeuge als bisher zum Schutz beizugeben. Deshalb sei es nicht verwunderlich, wenn erneut auf auglo-amerikanischer Seite von „katastrovbalen Schiffsverlusten", geivrochen werde. Auch englische Blätter kommen nicht an dem
Das Pacht- und Leihgesetz als Einbruchswerkzeug
Bon Wilhelm Ackermann
Als es dem neuen britischen Botschafter in Washington. Lord Halifax, schon bald nach dem Tode seinesÄmtsvor- gängers Lord Lotbian gelungen war, die Unterstützung der Vereinigten Staaten durch Kriegslieferungen tn großem Maßstabe durch Roosevelts Pacht- und Leihgesetz stcherzu- stellen, da war er eine Zeit lang der große Mann in England und man vergaß die Kritik, die vorher an ihm wegen seines Ehamberlainismus geübt worden, war. Zwar, war in diesem Gesetz keineswegs die amerikanische Wohltätigkeit, sondern der ganz beutliche Wille zum Ausdruck gekommen, sich eines Tages für die Lieferungen bezahlen zu lassen, aber erstens erschien das den Engländern einstweilen eine spätere Sorge, unb zweitens mochten manche unter ihnen hoffen, die Dinge könnten doch wieder so laufen, wie nach dem ersten Weltkriege, wo ja den Amerikanern schließlich auch „nichts anderes übrig blieb, als die Kriegsschulden der. früheren Alliierten im wesentlichen in den Schornstein zu schreiben. Im Pacht- und Leihgesetz.hieß es allerdings, emgehent dieser Erfahrung, daß die Rückzahlung des. amerikanischen Aufwands für die Verbündeten nicht nur tn bar, sondern auch in Rücklieferungen von Waffen, Rohstoffen und anderen Waren erfolgen könne: aber man nahm auf den britischen Inseln auch diese mit Bedacht eingebaute Sicherung nicht tragisch, sondern dachte: kommt Zeit, kommt Rat. Tragisch freilich nahm man umgehend, uyd mußte es wohl auckk daß gerade dies« anscheinend so großzügige Hilfe des Pacht- und Leibgesetzes den Auftakt zu einer sehr ckmerz- haften Schröpfung der britischen Finanz- und, Wirtichafts- krast bildete, indem Washington unter Berufung aus die Volksstimmung in den USA. erklärte, ehe der Segen der Lieferungen aus Kredit nach Meiern Gesetz sich, über England ergieße, müsse es erst seine eigenen Mittel ernsthaft und vorbehaltlos einsetzen. d. h. seine Kapitalien und Beteiligungen aus dem ganzen amerikanischen Kontinent tn den großen Tops des amerikanisch-englischen Verrechnungsgeschäftes über die Kriegslieferungen werfen. Das war. auch für die Zukunftsstellung Englands int sudamertkonischen Geschäft, eine sehr bittere Pille: indessen wurde Re geschluckt.
Berlin. 17. Des. Zu bet Unterseeboots-Sondeimeldung vom 17 Dezember teilt das OKW. noch folgende Einzelheiten mit:
Unter den als versenkt gemeldeten Schissen befinden sich allein vier Tanker mit insgesamt 27 500 BRT.. darunter wurden zwei Tanker mit zusammen 13 900 BRT. im Nordatlantik aus einem Eeleitzug herausgeschossen. Die beiden anderen Tanker mit 14 000 BRT. gehörten zu einem von fünf Zerstörern gesicherten Eeleitzug. der aus sechs Tankern bestand. Es handelte sich um ein Sondergeleit. das sich auf dem Wege zum Llversorgungsgebiet in der Karibischen See befand.
Aus den Kursen von und nach Trinidad verlor der «reine wertvollste Versorgungsschiffe, u. a. die „Regerian" mit 5423 BRT., die Palmöl und Nüsse geladen hatte, sowie die in Swansea beheimatete „Solon" (4561 BRT.) mit einer Erzladung, ferner die mit Palmöl. Eummi und Ho l z schwer beladene 4997 BRT. große „Ripley" und die einer Londoner Reederei gehörende „Drfot“ mit 6578 BRT. Dieses Schiss hatte eine Ladefähigkeit von 9885 Tonnen und wurde, von Kalkutta kommend, mit einer großen Eummiladung versenkt.
Losung für künftigen Einsatz
Der Reichsmarschall sprach. ,u Offizieren und Offiziersanwärtern
Berlin. 18. Dez. (Funkmeldung.) Im,Auftrage des Führers sprach Reichsmarschall Göring un Sportpalast vor dem jungen Offiziersnachwuchs des Heeres, der Kriegs marine und der Luftwaife. . Der Reichsmarschall «abden jungen Offizieren und Offiziersanwärter» die, Lolans kür ihren künftigen Einsatz. Er umriß in packenden Ausführungen die Erundvflichten des deutschen.Ofsn>ers und zeigte an leuchtenden Beispielen, rote M °«4 tn diesem Kriege wieder der Heldenmut des deutschen Soldaten ruhmvoll bewährt hat.
Appell des Dankes
Aufruf des Reichsiugendführers zur Reichs - Straßenfammlung am kommenden Wochenende
Berlin. 17. Des. Am Samstag und Sonntag tritt die S-iamre 63. zur letzten Reichs-Straßensammlung dieses Jahres an. Wahrend der beiden Sammeltage finden int ganzen Reich d te äße tO» nachtsmärkte der HI. statt, auf denen das in den letzten Monaten hergestellte Svielzeug zugunsten des Kriegs-Wmler- hilfswerkes zum Berkans gelangt. . . - „
Reichsjugendführer 21 r tn a n n erlaßt zu diesem Großeinsatz aller Jungen und Mädel. nachfolgenden Ausruf:
„Sitler-Jugend! Am 19. und 20. Dezember 1942 tritt »te Sitler-Jugend wieder zur Reichs-Straßenfammlung für das Kriegs-Winterhilfswerk an. Mit diesem Appell des Danke» der Jugend an die kämpfende Front findet der Kriegseinsatz 1942 seinen Abschluß
Die Weihnachtsmarkte der Sitler-Jugend. die an diesen Tagen im ganzen Reich für das Kriegs-Winterhilsswerk stattfinden, werden Millionen Sötern und Müttern in der Sermat und an der Front Freude bereiten. Diese Freude. Jungen und Madel der SJ.. sei die schönste Anerkennung Euter begeistert geleisteten Arbeit. Beschließt mit einem gesteigetten Sammeletgebnis Euren Seimateinsatz im Kriegsjahr 1942. . ,
Gestaltet die Sammlung der Jugend ,o einem Stoßen Erfolg, dem Führer und seinen tapferen Soldaten znm Dank und Euch zur Ehre.
Markstein auf dem Weg zur Befreiung
Rom, 18. Dez. (Funkmeldung.) Am heutigen 18 Dez.. dem Jahrestag der Abgabe der Trauringe im Sanktions- frieg, findet in ganz Italien di« Überreichung der vom Duce verliehenen Auszeichnungen on hie Mißlicher der faschistischen Frauenorganisationen statt, die seit mindestens »ebn Jahren in einer Parteiorganisation tätig sind. Die ■ Zeitungen betonen, daß der 18. Dezember ein bArUches Datum sei. das die Geschichte des italienischen Volkes wab rend seines mühsamen Aufstieges gleichsam symbolisch verkörpert. Am 18. Dezember 1932 weihte der Duce toteneue Gemeinde Lütoria ein.und zwei Jahre spater errichtete er in Lütoria die 93. Provinz Italiens, auf einem Matz, wo drei Jahre vorher noch tiefer Sumpf war. Am 18. Dez. 1935 legten die italienischen Frauen ihre g o l de neu Trauringe auf den Äliar bcs Vaierlanoes. Am 18. Dez.
SU
USA. sucht in Saudi-Arabien Fuh zu fassen
des Jahres 1937 nahm der Duce den von Tausenden von Bauern und Landarbeitern gefaßten Beschluß entgegen, alle Kraft einzusetzen, um jede Scholle ihrer italienischen Heimat
begeben wird, um Ministerpräsident im Februar d. I.
mit der spanischen Regierung nach Portugal den Besuch zu erwidern, den der portugiesische und Außenminister Dr. Oliveira S a l a z a r in Spanien gemacht hat.
kultivieren.
Batista kennt die Spanier schlecht
Buenos Aires. 17. Dez. Die aufsehenerregenden Erklärungen des kubanischen Staatspräsidenten Batista in New Bork, wonach auch eine Invasion in Spanien von ganz Jbero-Amerika gebilligt würde, haben in Argentinien energischen Protest hervorgerusen. .
Es sei zu hoffen, schreibt die Morgenzeitung „Mundo . daß die Engländer und Nordamerikaner dem Rat Batistas nicht folgen Dieser sei sehr im Irrtum, wenn er glaube, daß selbst spanisch- Republikaner einen Einfall in ihr Vaterland begrüßten. Man könne wohl Gegner Francos sein, dies bedeute aber nicht, daß man ein unbedingter Gefolgsmann des Gegners des eigenen Feindes sei. Keineswegs würden spanische Republikaner einen Angriff gegen ihre Heimat mitmachen. Herr Batista kenne trotz seiner Abstammung die Spanier schlecht. Falls die Anglo-Amerikaner einen derartigen Schritt wagen sollten, wurde Franco sofort zum Helden des gesamten Volkes werden und alle Spanier sich um ihn scharen. Spanien sei nicht Tunis oderMarokko.
Batista habe nicht das Recht, den Vereinigten Staaten oder Kuba seine unangebrachte Zustimmung zu einer Invasion zu erteilen.
Jordana begibt sich nach Portugal .
Madrid. 17. Dez. Das spanische Außenministerium teilt mit, daß der Außenminister Generalleutnant Graf Jordana sich im Einvernehmen ~-'i ‘—s,'t“
den Reichtümern des Landes
sonderer Sachverständiger für den Mittleren Osten bekannt ist, alles zu dem Zweck, den gewaltigen natürlichen Reichtum Saudi- Arabiens dem amerikanischen Kapitel auszuliefern.
Da die Bevölkerung die Engländer für den Lebcnsmittel- mangel und das Anwachsen des jüdischen Einfluffes verantwortlich macht, suchen die Amerikaner sich jetzt deutlich von den Engländern zu distanzieren und andere Regierungsmethoden anzuwenden, um die Bevölkerung für sich zu gewinnen.
Neue britische Terrorwelle in Indien
Bangkok. 17. Dez. Hier werden die ersten Einzelheiten von der neuen Terrorwelle bekannt, die im Zuge der neuen gegen die Nationalisten gerichteten britischen „Aktion" in den letzten Tagen in ganz Indien aufgelebt ist.
Die britischen Behörden, die während des Jahres sich gegenüber der indischen Nationalbewegung in der Defensive fühlten, sind jetzt zur Offensive übergegangen und führen neu- große Verhaftungswellen durch. Aus Amritzar und Nagpur werden Protestdemonstrationen der Bevölkerung gemeldet, die zu schweren Zusammenstößen mit der Polizei geführt hätten.
Auf dem Weg« von New Bork nach Alexandrien wurden die dort stationierte „Star of Suez" (4999 BRT.) mit einer bis über die Ladeluken reichenden Fracht von Kraftwagen und Flugzeugteilen. sowie die 4358 BRT. große „East Wales", die verschiedenes Kriegsmaterial geladen hatte, versenkt. Das. gleiche Schicksal ereilte di- „Eiiy ost Bombay" 17140 BRT.),/die Waffen und Flugzeug- für die Afrikafront nach Kapstadt bringen sollte.
„Mehr oder weniger machtlos"
Stockholm. 17. Dez. Di- Londoner Zeitung „S u »h a y Times" schreibt: D-utschland habe kein Geheimnis aus der Bedeutung gemacht, die es seiner U-Boot-Offensive für die weitere Kriegführung beimesse. Die Engländer und Nordamerikaner sähen sich deshalb gegenwärtig besonders kritischen An- griffen ausgesetzt, gegen die sie. wie das englische Blatt gesteht. mehr oder weniger machtlos seien.
Kaum aber hatte daraufhin das Packt- und Leihsystem zu funktionieren begonnen, erlebten die Engländer einen weiteren Kummer: das unbezwingliche Wohlwollen Roosevelts für alle möglichen Länder und Weltgegenden ließ ihn den Geltungsbereich des Gesetzes immer weiter aus» dehnen, nicht nur auf die anderen, eigentlichen Verbündeten, die Sowjetunion, Tschungking, Niederländisch-Jndien, sondern in der weiteren Entwicklung auch auf die nichtkrieg- führer.ben südamerikanischen Länder und schließlick sogar aus vollkommen neutrale Staaten wie dl« Türkei. Das bedeutete hinsichtlich des immer noch unzureichenden Material- zMusses an die eigentlichen Kampffronten nicht nur eine Verzettelung, wo planvollste Konzentration geboten gewesen wäre, sondern auch ein ständiges Absinken des eng - lischen Anteils. Aber es wurde dabei immer deutlicher. daß es den Vereinigten Staaten bei diesen Lieferungen unter dem Pacht- und Leihsystem auch gar nicht in erster Linie auf etwelche militärischen NüWchkeiten ankam. sondern darauf, sie als handelspolitische Waffe im stillen Kampf gegen den eigenen Verbündeten zu verwenden. Es ist ihnen gelungen, sich mit ihrer Hilfe in einer ganzen Reihe von Fällen, nicht zuletzt z. B. auch in der Türkei, anstelle der Engländer ins Geschäft zu schieben, wobei ihnen zugute kommt, dab die britische Industrie praktisch exportunfabig ist. wett sie mit ihrer vollen Kapazität für den Kriegsbedarf des Landes eingebrannt werden muß. während die amerikanische zwar auch dem Anschein nach fast ausschließlich für Rustungs- zwecke arbeitet, durch die Rüstungslieferungen unter dem Pacht- und Leihgesetz aber nach einer ganzen Reibe von Ländern einen regelrechten Export, wenn auch einen .staatlich gelenkten, unterhält. Dieser als Hilfe im aememramen Kampf um die Freiheit der Welt getarnte Export. Meies jn demokratischen Idealismus emgewickelt« Geschalt ist geradezu die Brechstange geworden, mit der sich die USA. di« Türen zu bisher englischen Märkten ziemlich gewaltsam geöffnet haben.
Angesichts einer solchen Entwicklung regt sich feit langem in England steigendes Mißtrauen, namentlich im Hinblick auf eine weitere Zukunft, und zwei konservative Unterhausmitglieder. Sir Patrick Hannon und Henry Brooke, haben gutachtlich die verfängliche <yrage gestellt und beantwortet: „Belastet das Packt- und Leihgeietz die englische Zukunft?" Sie verweisen dabei auf die Konkurrenzbeschränkungen. die Amerika der englnchen Jndustriq im Handel mit den südamerikanischen Ländern nicht nur. sondern sogar bereits mit dem üidafrikanüchen Dominion auferlegt bat. auf den weitgehende,i Verlust der überseeifwen englischen Kapitalinvestitionen, auf die zunehmende Abwendung auch der anderen Dominien vom Güteraustausch mit dem Mutterland, der früher ganz selbstverständlich in ihren Handelsbeziehungen an erster Stelle rangierte. Vor allem aber sei für die Nachkriegszeit bedenklich, daß dann zwar di« USA. die Hände in wirtschaftspolitischer Beziehung vollkommen frei hätten, nicht aber die Engländer, die durch die Verbindlichkeiten aus den Packt- und Leihlieferun- gen für lange Zeit gefesselt seien. Brooke fürchtet sogar, in bietet unterschiedlichen Situation könne für die Amerikaner
Roosevelts Agenten »reifen nach
Rom, 17. Dez. Seit einiger Zeit ist in Saudi-Arabien, wie die Agentur Radio Mondar über Istanbul erfährt, ein per. ftärlter Einsatz der USA. festzustellen. Die Washingtoner Regierung arbeitet mit allen Kräften daraufhin, um Saudi- Arabien in ihre Einflußsphäre -inzubeziehen. Ununterbrochen treffen amerikanische Sachverständige ein, die unter den merkwürdigsten Vorwänden die natürlichen Reichtumerdes Landes prüfen und insbesondere die Gewinnung von Konzessionen zu erlangen suchen. Natürlich fehlt auch das Angebot einer größeren Finanzanleihe nicht. Alle diese Vorschlag- find jedoch bisher von Saudi-Arabien ab g e l e h n t worden.
Darauf begannen die Amerikaner mit einer Art voli- tischer Einkreisung Saudi-Arabiens. 3m Semen haben die Amerikaner kürzlich eine konsulare Vertretung geschaffen, beim Emir von Maskat ist der diplomatische Vertreter Englands durch einen amerikanischen Konsulagenten ersetzt worden. Auf den Bahrain-Inseln haben die Amerikaner politisch und militärisch festen Fuß gefaßt. 3n Koweit wurde dem britischen Refidenten ein amerikanischer Agent beigegeben, und nach Bagdad haben die Amerikaner einen offiziellen Gesandten geschickt, der als be.
