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Seite 2 Nr. 295

Wiesbadener Tagblatt

Mittwoch. 16. Dezember 1M2

«e- Zahl

zahl-

3m hohen Norden griffen Sturzkampf- und Kampfslug» zeuge Stadt und Sojen Murmansk. Anlagen der Murmon­dahn und Batterieftellungen aus der Fischer-Halbinsel mit guter Wirkung an.

Zweigstellen eingerichtet. Die nächst in stillschweigendem Ein­verständnis mit den britischen Unterdrückern in Indien von den Bolschewisten betriebene Zersetzung bekommt damit gcwisser- maben einen amtlichen Charakter.

dis 15. Dezember verlor der Feind hier über 3000 (engen«. 326 Panzer und 227 Geschütze. Die der Gefallenen beträgt über 14 000.

Südlich des 3linen-Sces zerstörten Stobtrupps reiche' feindliche Kampfstiinde.

Roosevelt und Spanien

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schristleitung)

as. Berlin. 16. De». Der Präsident von Cuba, B a t i st a. hat eine Erklärung abgegeben, nach der ganz Latein- Amerika eine alliierte Invasion in Spanien begrüben würde Der kubanische Staatschef weilt augen­blicklich in Washington und es kann gar keinem Zweifel unter­liegen, dab er damit Auffassungen Roosevelt? w i d e r g i b t, der also erneut versucht, seinen Krieg aus weitere Gebiete auszudehnen. Wenn Baz tista dabei erklärt, dab die gleiche Aktion in Spanien ebenfalls begeistert begrübt werden würde, und dab nur kleine Kreise anderer Ansicht seien, so zeigt er damit nur. dab er von den europäischen Dingen genau so wenig versteht, wie sein Herr und Meister Roosevelt. Die italienische Presie wendet sich denn auch sehr scharf gegen diese neue Kriegs­hetze Roosevelts, die er durch den kubanischen Präsidenten per- breiten lägt und bezeichnet Be» iista in diesem Zusammenhang als eine Operettenfigur. Roosevelt benutze ihn lediglich als Sprecher, um seine eigenen Angriffsabsichten auf Spanien bekannt zu geben. Denn es sei ja nichts neues, so schreibt „Povolo di Roma", dab Roosevelt schon seit drei Jahren an der Ausdehnung des Kanflikies arbeite. Auch die übrige römische Presse, vor allem das amtliche Stefani-Büro wendet sich scharf gegen diese neue Hetze Roosevelts.

Stockholm. 15. De, Im Zusammenhang mit dem B«fchluh der USA.. Kanadas und Australiens, die Sokdproduktion einzustellen, erklärt der Londoner „Economift". man fei sich letzt offenbar darüber klar geworden, dab die Produktion von Edelmetallen für nichtindustrielle Zwecke in der Kriegswirtschaft der Welt eine ähnlich bescheidene Stellung einnehmen müsse, wie die Herstellung anderer Luxuswaren. 3e wenige, Geld «ährend des Kriege? erzeugt werde.' desto besser.

Uber die Berwendung des Goldes noch dem Kriege änbert sich das englische Wirtschaftsblatt natürlich etwas pofitiver. wenn auch, wie selbst dieses Blatt eingesteht, eine festgesetzte Gold. Parität nicht mehr als einzige Richtlinie für die Wirtschaftspolitik in Frage komme. Di« weiter- -eftehende Notwendigkeit eines internationalen Wirtschaftsgleich­gewichts. für die die Goldparität „eine Art Symbol'' darstelle, dürfe aber nicht übersehen werden. Ein internationales System müsse wiederkommen und in diesem System habe das Salb viel, leicht „eine gewisse Rolle" ,u spielen.

Das also ist allez, wo? von dem einst so gepriesenen Gold­standard übrig geblieben ist: Luxusware! Wie schon auf so vielen Gebieten, beginnt nun auch auf dieser letzten Domäne kapitalistischen Denkens der nationalsozialistische

Großteil der eingeschlossenen Sowjets vernichtet Bolschewisten verloren über 14 000 Tote. 3000 Gefangene und 227 Geschütze - Zäh verteidigte Ortschaften zwischen Wolga und D-u -«stürmt - 24 Bamer ,m Terek-Gebiet zerstört - Sowjets bubten vom 1. bis 15. Dezember 441 Flugzeuge ein - Anhaltende

Kampfe tn der Cyrenaika — 16 britische Banzer vernichtet — U-Boot im Mittelmeer versenkt

amerikanischen Zeitungen aber hätten samt und sonders bereits langwierige Berechnungen angestellt, wieviel Zeit und wieviel Tonnage für die Versorgung des Mittleren Orients gespart wer­den könne, wenn die Schiffe nicht mehr den riesigen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung zu machen brauchen, sondern die Enge zwischen Tunis und Sizilien durchfahren könnten.

Den Goldstandard-Schwindel offen eingestanden

Das nationalsozialistische Wirtschaftsdenken setzt sich selbst beim Segnet durch

Vergebliche Versuche Japans Kräfte zu zersplittern

Di« Bedeutung des Beruichtungsfchlages »en Chittagong

Die Saat des Bolschewismus beginnt aufzugehen

Die englischen Gewerkschaften fordern Politruks für die Armee

Die Folge der verfrühten Sregesfanfaren in USA etimfen versucht die wachsende Ungeduld über die Lage in Rordafrika ,» beschwichtigen

Wenn selbst das doch reichlich abgelegene Moskau ver­sucht hat. London im Fall Darlan gegen Washington zu unterstützen, so ist das ein Beweis, dab man lick auch dort schon von dem amerikanischen Ausdehnungsdrang beunruhigt fühlt. Den aktuellen Anlatz dazu wird man in oer Entwick­lung in Iran erblicken dürfen, wo nach dem Abzug der Sowiettruppeu aus dem Norden, die offenbar dringender anderswo gebraucht werden, die Amerikaner von Süden her immer weiter in der Besetzung des Landes vorstoben, indem sie die Engländer vor sich verschieben Aber inzwischen wird man auch im Kreml mit Mibbebagen zur Kenntnis genom­men haben, dab das offizielle England nach dem klaren Verlust der ersten Runde in diesem Kampf um Afrika keine Neigung mehr bat. ibn weiter fortzusetzen, sondern sich wohl oder übel zum endgültigen Rückzug entschlosien hat. Es nimmt sein Fasckoda hin nickt als Auf­takt zu einer erfolgversprechenden politischen Umorientie­rung. sondern als einen zwar bitteren, aber unwiderruflichen und unausgleichbaren Verzicht.

Aus dem Führerhauptauartler. 16. Dez. (Funkmeldung.) Das Dbeetemmanbe bet Wehrmacht gibt bekannt:

3m Terek-Gebiet wurden gestern bei der siegreichen Ab­wehr feindlicher Angriffe 24 Sowjetpanzer vernichtet. Zwischen Wolga und Dan stürmten deutsche und rumänische Truppen verschiedene »äh verteidigte Ortschaften und wiesen Gegenangriffe blutig ab. Italienische Truppen schlugen feindliche Angriffe unter hohen Verlusten für die Sowjets ab.

3m Raum südostwärts Toropez wurde ein grober Teil des «ingefchkoffenen Feindes vernichtet. Born 25. November

Tokio, 15. Der. Sei einem Überraschungsangriff auf den riesigen britischen Geleitzug, der den versuch machte, Truppen in Chittagong, im östlichen Indien zu landen, zer­schlugen die japanischen Luftwcksfenemheiten den groben britischen Plan, die Truppen an bet Grenze von Indien und Burma zu verstärken und erzielten dadurch einen weiteren glänzenden Sieg, erklärte nach einer Domei-Meldung der zuständige Beobachter in einem Kommentar zu dem Bericht aus dem Kaiserlichen Haupt­quartier.

Er sagte, der Lbetraschungsangriff sei an zwei verschiedenen Tagen, am 5. und 10. Dezember, erfolgt, mit dem Ergeb­nis, dab mehr als 21 britische Schiffe versenkt, beschädigt oder in Brand gesetzt worden seien, wäh­rend zehn Flugzeuge abgeschossen und grober Schaden am Bahn- Hos und in anderen Landeeinrichtungen in dem britischen Hasen- stützpunki verursacht worden seien. Der britische Geleitzug, der die-

serne Plane die englische Kav-Kairo-2dee zu durchkreuzen drohten, da schäumte zwar auch die französische Öffentlichkeit über vor Empörung über die kaum zu leugnende Schmack: aber Frankreich besah immerhin als Ausgleick noch andere Möglichkeiten. Zunächst die Flucht in die Revanche­vorstellungen gegen Deutschland, die von der Regierung unter Führung von Delcassbs auch umgebend angetreten wurde:.. ferner aber auch den Ersatz für die mihglückte ost- afrikannche Expansion durch eine solche in Nordafrika, bei der cs sehr bald sogar in den verschiedenen Stadien der Marokkowirren die britische Unterstützung fand. Dar fran- zoniche «»aschoda war der Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Paris und London, der in der weiteren Entwicklung zur, Entente, zur Einkreisungspolitik gegen Deutschland und schlrehlich nach Versailles führte. England dagegen hat in feinem Verhältnis zu den Vereinigten Staaten nach seinem eigenen Faschoda nichts dergleichen: im Gegenteil, es siehi sich auher in Afrika auch im ganzen Vorderen Orient vom USA.-Jmperiakismus in seinen bisher unbestrittenen Ein­fluhzonen bedroht.

Stockholm. 16. Dez. (Funkmeldung.) Um die steigende Nervosität bei Massen in den USA. zu beschwichtigen, ergriff Kriegssekretär Stimson persönlich bas Wort zur Sage in Rordafrika und mahnte zur Geduld. Diese Tatsache wird in unterrichteten Kreisen als ein Zeichen dafür angesehen, wie stark die Ungeduld der Massen gewachsen ist. Dies geht auch aus einem Leitartikel von „New Bork Herald Tribüne" hervor, die sich mit den Äußerungen Stimsons beschäftigt und ausdrücklich er­klärt: „Es liegt an sich kein Grund vor, bie_ Fähigkeiten des amerikanischen Soldaten in Rordafrika zu bemängeln oder daran zu zweifeln, dah Amerika letzten Endes doch fein Ziel errei­chen wird."

Wenn derartige Zweifel nicht in weitesten Kreisen bestün­den, hätte der Artikel des führenden New Borker Blattes über­haupt keinen Sinn und hätte gar nicht geschrieben zu werden brauchen. Die Ungeduld der amerikanischen Masten erklärt sich aus der anfänglichen Berichterstattung über die nordafrikanische Expedition. Nicht nur die amerikanischen Korrespondenten, die an ihr teilnehmen, sondern auch die amtlichen Stellen erklärten zu Beginn der Aktion, der Sieg wäre schon so gut wie sicher. Afrika würde binnen wenigen Tagen überrannt und das Mittelmeer endgültig geöffnet fein. \

Heute muh Major E l l i o t in „New Bork Herold Tribüne" zugeben, dah es den Deutschen „dank ihrer bewun- 'derungswürdigen Organisationsgabe" gelungen sei. die Sperre des Mittelmeeres aufrecht zu erhalten und gleich­zeitig stärkste Stellungen in Tunis anzulegen. Die

Standpunkt selbst beim Gegner sich durchzu- setzen Einst war Gold doch das allein Seligmachende, ohne "das ein Land angeblich nicht leben konnte. Wie war da» ». B. im 3al)te 1924, all Deutschland der Daves-Plan aufgezwungen wurde? Damals flberte man eine deutsch« Regierung noch mit 700 Millionen in Gold, die man grotzzüaig ,u Wucherzinsen lieh, und versklavte damit ein ganzes Volk von 65 Millionen Men- itftcn. Heute aber erklärt selbst der Gegner, dah man Gold natür­lich nut wie Luxusware behandeln könne, da es für die Bolks- wirischast praktisch keine Bedeutung habe. Die Entthronung des (Selbes, von dem eine USA -Zeitschrift vor kurzem meinte, man könne es nur noch für Konservenbüchsen gebrauchen, macht auch im feindlichen Lager langsam Fortschritte. Bielleicht merken auch dort einmal die Völker, dab nicht da, willkürlich erhobene und von wenigen Plutokraten gehortete Gold das Entscheidende ist, sondern der Sieg der Arbeit.

Berlin, 15. Dez. Die englischen Gewerkschaften haben in London getagt unb eine Entschliebung einstimmig ange­nommen, die verrät, wie sich unter der Ägide Churchills der politische Kurs Englands mehr und mehr radikalisiert. Di« Eewerkschasten Beilangten nämlich die Einsetzung von „Ber- bindungsoffizieren" ■ bei den britischen Armeen im Einsatz.

Verbindungsoffiziere der Gewerkschaften! Di« Saat des Bolschewismus di« hier insgeheim und ohne grobes Aul- sehen gesät wurde, soll nun hochgezüchtet werden. Mas sind diese Verbindungsoffiziere der Trabe Unions anderes als verkappte Kommistare. künftige Politruks in der englischen Armee? Zunächst liest sich das freilich noch recht harmlos. ..Offiziere" fasen die Eewerkfchaftsbonzen, damit der englische Sviebbürger nicht erschrickt und kopfscheu wird. Tatsächlich aber ist die Forderung der Gewerkschaften bestimmt, der Bolschewisierung der englischen Armee den Weg zu ebnen. Was sollte auch anderes zu erwarten sein in einem England, das sich in immer neuen Verbeugungen vor Stalin gefällt, das fähig ist, ganz Europa desten blutbefleckten Mörderhänden auszuliefern?

Das Bündnis mit Moskau hat auch in Südafrika zu einer Steigerung kommuniftifcher Arbeit geführt. Im Stadtsaal Johannesburg sand eine Kommun,stenoersammlung statt, in der die erfolgreiche Versammlungstätigkeit der letzten sechs Monate besonders unterstrichen wurde. Der Vorsitzende gab bekannt, dab eine grobe Anzahl neuer Mitglieder zur kommunistischen Partei ge st oben sei. Das An- iangsftabium der kommunistischen Partei in der Südafrikanischen Union sei nunmehr vorüber, und die Partei habe die beste Aus­sicht. bei den kommenden Wahlen Sitze zu erhalten. .

Einer Stesani-Meldung aus Bangkok zufolge hat die sowjetische TASS-Agentur in verschiedenen Städten Indiens

Der Angriff auf Hartlepool

Berlin, 15. De». Zu dem erfolgreichen Angriff schwerer deut­scher Kampfflugzeuge gegen da» Hafengebiot von Hartle­pool teilt bas OKW. mit:

Die erste deutsche Angriffswelle warf am Montag kurz nach 20' llhr zahlreiche Leuchtbomben über der Bucht von Hartlepool ab, die das gesamte Dock- unb ©afengelänbe hell erleuchteten. 3n Sturz, unb Gleitflilaen warfen daraus unsere Kampfflugzeuge Sprengbomben und grobe «Mengen von Brandbomben in die Safenanlagen. Volltreffer verursachten an mehreren Stellen Brände, die sich ru ausgedehnten Grobbränden verdichteten. Auch die Werkstätten des wenige Kilometer von Hartlepool liegenden Stahlwerk, Redear erhielten mehrere Volltreffer. Gegen die unbeirrt angreifenden Kampfflugzeuge war die britische Flak­abwehr. die eine dichte Sperre rund um das Hafengebiet legte, völlig machtlos. Ohne Ausfälle landeten unsere Kampf­flugzeuge wieder auf ihren Startplätzen.

Hartlepool liegt an der OsWfte Mittelenglands und ist ein wichtiger Hasen für den Küstenverkehr. Di« sehr leistungsfähige Werftindnstrie verfügt über je eine Bau- unb Reparaiurwerft. Auberbem befinden sich bei Hartlepool Eisen- und Stahlwerke sowie grobe Sägemühlen.

Der „Anti-U-Boot-Ausschutz"

(Eig. Drahtberickt unserer Berliner Schriftleitung.)

as. Berlin, 16. Dez. Welche Sorgen der U-Boot-Krieg nack wie vor den Engländern mackt. zeigt die Tatsacke, dab sick Churchill wieder einmal gezwungen sah. im Unterhaus zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Der ganze Trost, den er seinen Hörern spenden konnte, bestand in einer Auf­stellung all der Namen und Amtsstellen, die in dem be­rühmten ,.Anti-U-Boot-Ausschub" vertreten sind, besten Vorsitzender Herr Cripps ist. Dieser Anti-U-Boot-Aus- schub. der offenbar als der Weisheit letzter Schlub in London gilt, batte bereits einen Vorgänger in dem feinerzeitigen „KomitS für die Schlackt um den Atlantik". Da dieses kläglich versagte, hatte Churchill im Oktober 1942 ..das Ge­fühl, dab eine neue zusätzliche Anstrengung nötig sei." Wie das immer so geht, wenn Demokratien Anstrengungen zu machen vorgeben, so bilden sie erst einmal einen Ausschuss. Dieser Ausschuß fabt dann Beschlüste, die ihrerseits Rede- stoff für die nächste Zeit abgeben. So kann man sich dann im Parlament akademisch-theoretisch mit dem U-Boot-Problem belasten, während für di« Praxis unsere U-Boote selbst sorgen und zwar so aründlick. dab Churckill es vorzog, auf die latsäcklicken Verfenkungszablen gatj nicht einzugehen. Aber die Tatsache, dab man In London immer wieder nach Methoden zur Bekämpfung der U-Boote sucht, zeigt dock deutlich genug, wie sehr dieses Prohlem den Briten auf den Nägeln trennt.

fen pemiebtenben Schlag der japanischen Lusteinheiten hinnehmen muhte, bestand aus ungefähr vierzig Transport­schiffen, einem kleineren Kreuzer unb fünf Kanonenbooten.

Die javanische Luftflotte erfuhr frühzeitig oon dem britischen Landungsversuch. unb die riesigen Formationen der javanischen Kamps- unb Bombenflugzeuge erzielten trotz schweren Flakseuers unb des SBibeiftanbes britischer Jäger den glänzenden Sieg.

Der Beobachter bemerkte fchlietzlich, daß die letzten Angriffe die Fähigkeit der japanifchen Organisation bewiesen hoben, zuzu- schlagen. bevor der Feind den Versuch tu einem Gegenangriff unternehmen könne. „Was jedoch besonder« Auftnrrksamsiit ver- bient, ist die Tatsache, dah bi« javanischen Luststafseln immer nur feindliche militärische Ziele angreifen. Wenn sie diesen Zielen den Todesstoh versetzt, verfolgt die javanische Lustflotte die Poli­tik, der indischen Bevölkerung nicht den gering- sten Schaden zu verursachen."

Die verstärkte Aktivität des Gegners in die­sem Operationsgebiet zeige im übrigen den Versuch des Feindes, die japanischen Kräfte im Gebiet der Salomon-Inseln abzuziehen oder zumindest durch Operationen an der indisch-burmesischen Grenze in starkem Masi« zu zersplittern. So treffe der Segnet im östlichen Grenzgebiet Indiens fieberhafte Vorbereitungen. Diese Versuch« s«i«n jedoch »um Schei­tern verurteilt, da die japanfsche Wehrmacht gegen alle Möglich­keiten vorbereitet unb in der Lage sei, der Aktion des Feindes jederzeit sofort und wirkungsvoll zu begegnen.

3n bet Zeit vom 1. b i» 15. Senate« verloren bie Sowjet, 441 Flugzeuge. Hiervon wurden $48 in Luft, tämpfen. 60 durch Flakartillerie der Luftwaffe unb 29 durch Ber- bäitbe des Heeres abgefchosteck, bie übrigen am Boden zerstört. Während bet gleichen Zeit kehrten 89 eigene Flugzeuge vom Flug gegen ben Feind nicht zurück.

3n bet westlichen Cyrenaika hielten auch gefteeu hef­tige Kämpfe mit überlegenen feinblichen Kräften au. 16 britische Banzer unb mehrere Geschütze wurden vernichtet. Deutsche Säget schossen bei einem eigenen Verlust vier feindliche Flugzeuge ab. Bei Nacht wurde bas Safengebiet von Benghasi mit guter Wirkung bombardiert. Rachschubhäfen unb Flugstützpunkte be» Feindes in Algerien wurden weiterhin wirksam bekämpft.

3m östlichen Mittelmeer versenkten deutsche Unter­seebootsjäger ein feindliche» Unterseeboot.

Schnelle deutsche Kampfflugzeuge griffen bei Tage an der Sübo ft lüfte Englands kriegswichtige Anlagen mit Bomben unb Borbwaffen an.

(Seift, Boden und Blut

Di» Grnnblagen be» japanischen Aufstieg»

Caoksurt a. M., 16. Dez. Gemeinsam mit der RSE. „Kraft Freude" führte die Zweigstelle der Deutsch-Japanischen Ge­st aus Aniah des Jahrestags de» Kriegsetnirttts Japans tenstagabenb eine Sonderveranstaltuna tm Volksbtldungs- heim durch, an der Gauleiter und Reichsstaithatter S p r « n g e r mit dem Führerkorps der Partei sowie zahlreiche Vertreter des Staates und der Wehrmacht, des Konsularkorps und der Faschtstt- schen Organisation teilnahmen. Rach einet feierltdjen Ehrung der gefallenen Helden sprach Dr. Luio von Tonet c vom Deut- schen Auslandswisienschaftlichen Snfhtut in Berlin über da» Thema „Der Ausstieg Japans".

Er ging aus von der Kaiser-Legende die Jahr­tausende zurückliegt, aber heute noch Grundstein des modernen Japans ist. Dieser Kaiser-Mythos, gibt dem Japaner bte ge­waltige moralische Kraft, durch die Jahrhunderte ein Gebäude auszurichten, dessen Fundamente so gewaltig sind, dah sie jeden Sturm überdauern konnten. Das japanische Volk ist von jeher eine Seesahrernation gewesen und wurde überdies in dem ewigen Kampf mit dem Boden feines Landes fest und stark gemacht. Geist, Blut und Boden also sind die Grundtatsachen, die den ge­waltigen Aufstieg Japan, erklären. Bereits zu Beginn s e t ne r Geschichte wurde das japanische Volk zur staatlichen Einheit. Es löst« bann im Gegensatz iu den Völkern be»- Abendlandes rasch und radikal das religiöse Problem und schon im Jahre 646 n. Zw. wurde im Zuge einer «rohen Reform der Beamtenstaat etngefüftrt. Diese frühe Staat,btlbung unb Bereinigung des religiösen Problem» machten Kräfte frei, so dah Japan als einziges Volk bet Eottesgeihe! Dschingt, Chan tptber» stand. Es hat damit nicht nut sein eigenes Reich und sein« Kultur gerettet, sondern darüber hinaus eine Entwicklung ange6af>ntl dl« zum Stur, der mongolischen Aerrtoaft führte. Mit der gleichen Energie, mit bet bie mongolische Gefahr gebannt wurde, wurde auch im 16. Jahrhundert bie Gefahr aus dem Abendland durch die Christianisierung beseitigt. 250 I a b r e schloh sich Japan voll­kommen von der Umwelt ab. Nun wir« die gewaltig« Erbmasse aus Boden. Blut und Geist zu «inet riesigen Kraft geformt, bi» in der Mitte de» vergangenen Jahrhundert» ' führende Staats­männer erkennen, dah die Mittel d e rN e u»e i t notwendig seien, um Japan» Stellung zu erhalten. Nach einer Epoche der Reformen kommt e» zur Sicherung des japanischen Lebensraumes. Der Krieg 1894 mit China und kurz nach bet Jahrhundertwende mit Ruh land versetzen Japan tn die Lage, sich aus dem Kontinent Geltung zu verschafsen. von 1910 ab verfolgt es planmafttg diesen Weg der Ausweitung seiner Macht in bas Innere des Kontinents weiter. 1922 kommt es zu einer Krise in der japanischen Entwick­lung. Jahrelang ringt Japan schwer um eine innere Erneue- rung, die 1931 vollzogen ist. In diesem Jahre versetzt Japan al» erster Staat der Welt dem Versailler Vertrag einen Schlag mit der Gründung de» Mandschurischen Kaiserreiche,. Schließlich kommt es zu der Auseinandersetzung mit China (nach japanischer Auffassung handelt es sich hier nicht um Krieg, sondern um eine Friedens-Repressalies unb endlich durch den Widerstand der angelsächsischen Mächte zum Krieg. Sanz folgerichtig muhte nun Japan mit den beiden aufstrebenden Mächten be, Abendlandes in Verbindung kommen, denn feine Lage im Fernen Osten war die gleiche, wie die Deutschlands und Italiens in Europa. Der nun gemeinsame Weg der drei Völker ist ein Postulat bet Weltgeschichte, kein Bündnis verbindet sie, sondern ein ge- wattiges Versprechen an die Menschheit.

Die eindrucksvolle Kundgebung wurde mit den National­hymnen Japans, Italiens unb Deutschlands geschlossen.

Druck und 8 Schellend«,Iche Buchdruck-Ni, Merdadenrr T«gbtaif.»iet beben

Seiemtletning: rr.phg.hudil.Suü», Schellender, und Ott, Kaiser. Kaopi- schriftleiter: Fritz8iinth«k, XhntL tn Wiesbaden. Jur Zeit ist Preisliste 9tr. 10 gdliig

Die heutige Ausgabe umfaht 6 Seiten