Einzelbild herunterladen
 

Seite 2 Nr. 294

Wiesbadener Tagblatt

Dienstag, 15. Dezember 1942

hrhliche Schäden.

die

portiert.

di« alten Klagen, die hier erhoben werden, auch den immer stärker werdenden Schiffsraum-

Deutscher Panzervorstotz südwestlich Stalingrad

Die Bolschewisten im groben Donbogen bei ihren erneuten Angriffsverkucheu zurückgeworsen

Er sind also Klagen die aber

Stiefkinder Roosevelts

(Eigener Drahtbericht unserer Berliner Echriftleitung)

Aus dem Führerhauptguartier, 15. Dez. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Truppen einer deutschen Jägerdivision warfen cngreisendea Feind nordöstlich Tuapse im Gegenstoß aus seine Anagangs- stellunge» zurück und brachten ihm schwere Verluste bei. Nördlich des Terek scheiterten Angrisse feindlicher Infanterie und Kavallerie, die von Panzer» unterstützt wurden, an dem zähen Widerstand deutscher Truppen.

Sm Wolga — Don-Gebiet zerschlugen Lufanterie- und Panzerverbände feindliche Panzerangrifse in harten Kämpfen. Sie fügten den Sowjets hohe Verluste ru und vernichteten 67 Panzer. Am Don «ehrten italienische Truppen stark« feindliche Angriffe blutig ab.

Sm mittleren Frontabschnit scheiterten wie bis­her alle Versuche der Bolschewisten, einen Durchbruch zu er­zwingen. Die Angriffe brachen im zusammengefabten Abwehr­feuer vor den deutschen Stellungen zusammen, soweit st« nicht schon in der Bereitstellung zerschlagen wurden. Die südostwärts Toropez eingeschlossenen feindlichen Kräfte »ersuchten vergeb­lich, im Zusammenwirken mit starken Entlastungsangriffen, aus­zubrechen. Sm Gegenangriff wurde der Kessel weiter ver­engt. Eigene Angrisse im Abschnitt westlich Toropez führten zum Durchbruch durch eine stark verdrahtete und verminte feind­liche Stellung. Snsgesamt wurden im mittleren Abschnitt 4 8

Frankreichs Schicksal an den deutschen Sieg gebunden

Laval über die Erundzüge seiner Politik

treffet. „ ,

Sm Kampf gegen Großbritannien belegte die Luft­waffe in der letzten Nacht das Hafengebiet von Hartlevool und ein Snduftriewerk an der Ostküste Englands mit Spreng- und Brandbomben. Es entstanden vor allem in den Dockanlagen et»

Ein anglo-amerikanischer Sieg würde Frankreich dem Kommu­nismus ausliefern und diejenigen, die am Munde der Roosevelt und Churchill hingen, würden die eisten Opfer dieser Entwicklung sein. Er verwies auf das Beispiel der von dem anglo-amerikanischen Expeditionskorps in Algerien und Marokko ergriffenen Maßnahmen und erklärte, daß das Schicksal Frankreichs an den Sieg Deutschlands gebun­den sei. Alle Franzosen mühten diesen Sieg erhoffen, der allein Frankreich von der grohen Gefahr erretten könne.

Laval erklärte abschliebend, wenn Frankreich im gegenwär­tigen Augenblick schwer bezahlen müsse, so deshalb, weil es eine uneinheitliche Politik betrieben habe. Damit müsse es ein Ende haben und nur eine klare und offene Stellungnahme gegenüber Deutschland sei möglich.

erst vor wenigen Tagen angelegt worden war. flog naA Treffern unter mehreren dicht aufeinanderfolgenden Eivlo- sionen in die Luft. Das aus den zerschlagenen Behältern ausfliebende brennende öl erfaßte mehrere Tankwagen und Lastfahrzege, die ebenfalls vernichtet wurden. Unsere Kamvi- stasfeln drangen bis tief in die feindliche Front vor und vernichteten dort Versorgungsstützvunkte des Feindes.

Auch im groben Donbogen wurden di« Bolfche» mitten bei ihren erneuten Angriffsversuchen unter schweren Verlusten zurückgeworfen. Ebenso vergeblich blieben die Vorstöße, die der Feind in Stärke von 8 bis 4 Bataillonen an der Donsront gegen italienische Stellungen führt«. Schulter an Schulter mit deutschen Truvven wehrten die Italiener alle Angriffe ab. An mehreren Stellen konnten ungarische Stoßtruvvs in die feindlichen Stellungen eindringen. Sie fvrengten 52 Bunker und Kamvfanlagen. davon die meisten mit den Besatzungen und Waffen. Der Feind verlor über 250 Tote und zahlreiche Gefangene. Italienische und ungarische Bomber unterstützten die Heeres- < verbände durch Tiefangriffe gegen feindliche Truvvenan- sammlungen. Eine motorisierte Kolonne wurde in ihrer ganzen Länge von Bombenreihen eingedeckt. Zwei Drittel der mit Kriegsgerät und Truvven beladenen Kolonne wurde vernichtet.

Im Verlaufe des 13. Dezember schossen unsere Jäger, von rumänischen Kampfstaffeln unterstützt, im Wolga-Don- Eebiet 25 bolschewistische Flugzeuge ab.

Kessel südostwärts Toropez weiter verengt

Deutscher Durchbruch westlich von Toropez — Sowjet» verloren wieder 115 Panzer - Bolschewistische D-r^ruchsversuche »m mittleren Frontabschnitt gescheitert — Erfolgreiche Abwehr in der Eqrenaika — 22 Banzer vernrchtet — S600-»RT..Transp«ter bei Oran versenkt ,

S-wjetvanzer vernichtet und fünf Transport,üg« de, Fein­des durch Luftangriffe zerstört.

Kandalakscha und andere Orte an der Siutmcn« bahn wurden bet Tag und Nacht von Kampfflieger» mit guter Wirkung angegriffen. .... .

Sn der westlichen Eqrenaika entwickelten fich im Verlaufe des gestrigen Tages heftige Kämpfe mit zahlenmässig überlegenen britischen Kräften. Bei der erfolgreichen Abwehr »er lo i der Feind 22 Panrerkamvf wagen. Zehn feindliche Flug­zeuge wurden abgeschoßen. Deutsche Kampfflugzeuge «»Uten Bombentreffer »wischen abgeftellten Flugzengen auf Wüftenflvs- plätzen der Eyrenaika. _ ■

Deutsche Säger schossen am gestrigen Tage in Tunesien ohne eigene Verluste drei feindliche Flugzeuge ab. Sn mehreren Wellen vorgetragene Nachtangriffe der Luftwaffe gegen 8»ne richteten im Hasen erhebliche Zerftörnngen an.

Ein feindliches Unterseeboot wurde im östlichen Mittelmeer mit Bomben bekämpft und schwer beschädigt. Deutsche Unter­seeboote versenkten bei Oran einen Transporter von 6000 BRT. und beschädigten einen amerikanische» Zerstörer dnrch Torpedo­

Bichy, 14 Dez. Ministerpräsident Laval empfing am Sonn­tag die französische Preße int Hotel de la Paix in Bichy. Nachdem der Regierungschef den' Text des Briefes Marschalls Pötain vor­gelesen hatte, entwickelte er die Erundzüge seiner Politik.

Er kündigte u. a. eine allgemeine und rücksichtslose Reini­gung der Verwaltung an. Weiterhin gab er bekannt, daß die bereits erlaßenen Maßnahmen gegen die Ausschal­tung der Juden in den zentralen Verwaltungen, Kenn­zeichnung »durch Identitätskarte und Verbot für die ausländischen Juden, sich von ihrem Wohnsitz ohne Erlaubnis der Polizei zu entfernen — nut einen Anfang darstellten. Er versicherte, daß er bereit sei. alle Mittel einzusetzen, um zu seinem Ziel zu ge­langen daß ihn nichts auf diesem Wege aufhalten werde.

mangel klar erkennen laßen. Die USA. sind außerstande, Er- zeugniße. die nicht ganz dringend für di« Kriegsindustrie ge­braucht werden, irgendwo abzutransvortieren. Dabei müßen auch amerikanische Quellen zugeben, daß die Schiffsversenkungen nicht abreißen. So veröffentlichte jetzt die Aßociated Preß eine Zu­sammenziehung der englischen z und amerikanischen Meldungen über di« Schiffsversenkungen der letzten Tage und kommt dabei zu dem Ergebnis, daß allein in der sogenannten Atlantik-Enge, also zwischen der Westküste Afrikas und der südamerikanischen Küste in den letzten sieben Tagen acht große Handels­schiffe versenkt wurden. Dabei sind dies« Angaben noch nicht einmal vollständig, sie berücksichtigen weiterhin nicht di« anderen Gebiete, in denen unsere U-Boote ebenfalls mit Erfolg operierten. Trotzdem glaubt das englische Büro bereits aus die­sen unvollständigen Zahlen feststellen zu können, daß seit Jahresbeginn nicht weniger als 556 Schiffe von den U-Booten der Achsenmächte in der Atlantischen Enge ver­senkt wurden. Das find Zahlen, £ie eigentlich selbst den Amerikanern zu denken geben sollte.

Aldion in grotzen Sorgen

Berichte und Betrachtungen

Geheimsitzungen. Das englische Parlament geht einer neuen Serie von Eeheimsitzungen entgegen, die der Tradi­tion des' Unterhauses stark entgegenlaufen und dementsprechend tn der britischen Öffentlichkeit als Verheimlichung unangenehmer Tatsachen kritisiert werden. Arbeitsminister Bevin kündigte für die nächste Zukunft eine Eeheimsitzung über das von ihm aus­drücklich als sehr ernst bezeichnete Problem der Menschenbeschasfung für Wehrmacht und Arbeitseinsatz an Eine Eeheimsitzung über die politische-und militärische Lage in Rordasrika einschließlich der den Engländern so unsympathischen Rolle von Darlan ist be­reits abgehalten worden.

Ausschüsse am laufenden Band. Die Bekämpfung akuter Kriegsgefahren durch Ausschüßen die man in England schon so oft angewendet hat, wird jetzt auch auf das Gebiet'der U-Boote ausgedehnt, obwohl man sich in London darüber im klaren ist, daß bisher noch- kein einziger Ausschuß einen Sieg über den Gegner aufwies. Im Rahmen des Kriegsausschusses der eng­lischen Regierung, dem auch einige Nichtmitglieder des Kriegs­kabinetts angehören, ist nunmehr ein besonderer U-Boot-Aus- fchuß im Entstehen begriffen, der sich unter dem Vorsitz von Chur- chill und mit Stafford Cripps als stellvertretendem Präsidenten die Bekämpfung der U-Boote zur besonderen Aufgabe stellen soll. Einsichtige politische Beobachter in England befürchten, daß auch dieser Ausschuß nicht mehr als ein Debattierklub und als ein Ver­such sein wiro. der Öffentlichkeit Maßnahmen gegen die ernsteste Gefahr für die britische Kriegführung vorzugaukeln. Wie richtig man in London nach wie vor die-U-Boot-Gefahr beurteilt, geht aus der Bemerkung von Lebensmittelminister Lord Woolton her­vor, die Verluste durch U-Boote seien gegenwärtig größer und kritischer als in der schlimmsten Periode der N-Boot-Angrifse im letzten Kriege, Anfang 1917.

Weihnachten ohne Sonderzuteilung. 3m vorigen Jahr rühmte sich Churchill, daß er den Engländern ein kleines Weihnachtsgeschenk in Form von etwas erhöhten Zutei­lungen machen könnte. In diesem Jahr hätte sich die englische Öffentlichkeit schon darauf gefreut, nach dem „gewaltigen Siege" der Alliierten tn Nordafrika eine wesentliche Verbesserung der Weihnachtsration zu erhalten. Statt dessen folgte jetzt nicht nur die kalte Dusche, daß es mit dem gewaltigen Siege in Nord­afrika nicht so weit her sei, sondern die weitere ernüchternde Mit­teilung an die britische Öffentlichkeit, daß mit irgendwelchen Sonderzuteilungen für Weihnachten nicht gerechnet werden kann. Nicht einmal den Kindern vermag er ein paar Süßigkeiten zuzu- weisen, und die Hoffnung auf den reichen Segen aus Nordafrika an Feigen, Datteln sowie an algerischen Weinen als wärmenden Zuschuß für die Weihnachtsfeier fnu6 man nunmehr aufgeben, da die offiziellen Stellen erklären, die Tonnagelage erlaube nicht die Abzweigung von Schiffen für derartige Transparte. Die Wein- und Svirituofenhändler erkläre», daß ihre Lager noch nie­mals, auch im vorigen Kriege nicht, so leer gewesen seien.

Das politische Schloß. Lord und Lady Astor haben dem englischen Staat das gewaltige Schloß Clivenden zum Ge­schenk gemacht. Es soll der Zusammenarbeit zwischen England, den Dominien und den Vereinigten Staaten dienen. Mit dieser Schenkung tritt das Schloß in ein neues Kapitel seiner an poli­tischen Erinnerungen reichen Geschichte. . Zuletzt wurde es in den Jahren vor Kriegsausbruch genannt, wenn die Astors dort jene gemäßigten Konservativen und andere Politiker versammelten, die Chamberlain folgten und zum Teil aus taktischen Gründen, »um Teil aus Überzeugung bemüht waren, den Krieg, den Chur­chill wollte, wenn nicht zu verhindern, so doch hinauszuzögern. Erst die Geschichte wird 'zeigen, wie weit der Clivenden-Kreis Ausdruck des alt gewordenen politischen Englands war, das sich von einem Scharlatan wie Churchill überrennen lieb, und wie weit man gelegentliche Geistesblitze des Weitblicks in die europäische Politik hatte, die sich in England nicht durchzusetzen vermochten. Daß es an diesen Geistesblitzen nicht fehlte, geht schon daraus hervor, daß Mskte der dreißiger Jahre Bernard Shaw dort sein Werk „Eens", eine scharfe Satire über den Völker­bund, schrieb. Wer weit -in die Vergangenheit zurückblickt, stellt fest, daß auf demselben Schloß auch „Rule Britannia" kompo­niert wurde, ierfes Lied von der Beherrschung der Meere, in dem sich englischer Wille zur Weltherrschaft ausdrückte, ein Lied, das heute wohl nirgends mehr mit Begeisterung gesungen werden kann.

Berlin. 14. Dez. Südwestlich Stalingrad be­gannen, wie das OKW. mitteilt, bei klarem Froftwetter deutsche Panzerverbände am 13. Dezember neue Angrme. Sie stießen in stark ausgebaute Verteidigungsstellungen der Bolschewisten und schossen die als Rückgrat des feindlichen Widerstandes eingegrabenen Panzerkamvfwagen zusammen. Die feindlichen Reserven versuchten vergeblich. Gegen­angriffe zu führen. Mehr als 20 bolschewistische Panzer blieben zerschoßen oder brennend im Kamvfgelände liegen.

Die Luftwaffe unterstützte den Panzervorftoß. Sturz­kampf- und Schlachtflugzeug« hämmerten mit Bomben und Bordwaffen auf die feindlichen Artillerie- und Feldstellungen. Mehrere Panzer verbrannten nach Bombentreffern oder blie­ben schwer beschädigt liegen. Ein T r e ib st o f f l a g e r, das

as. Berlin. 15. Dez Kennzeichnend für di« Behandlung, die ... USA den kleinen süd- und mittelamerikanischen Vasallen­staaten angedeihen lassen, find die Klagen eine» ecuadorianischen Journalisten, der daraus verweist, daß fein Land alles „für die kontinentale Verteidigung" getan habe, d. h. alle Forderungen Roosevelts erfüllte. Es habe Stützpunkte auf den Ealavago»- Jnseln und an anderen Stellen abgetreten. Kautschuk und die für den Flugzeugbau benötigten Hölzer liefere es ausschließlich an die USA. Die Eegenleistung fei jedoch bislang ausgehlieben. So seien die Preße für die Einfuhrwaren um 50 % gestiegen, doch seien die Waren fast überhaupt nicht »u bekommen Auch die Landwirtschaft leide unter großen Schwierig­keiten. Man habe den Anbau von Reis nach dem Ausfall der ostasiatischen Gebiete stark gefördert, doch stelle sich hier heraus, daß die Ernte wegen des Schiffsraummangels nicht ab­zusetzen ist Das gleiche gelte auch für die Kakao-Erzeugung, denn his jetzt sei noch nicht einmal die vorjährige Ernte abtrans-

Druck und Verlag: L Schellenberg'ich- Buchdruckerei. Wiesbadener lagBtott, Wiesbaden Gesamtleitung: Dr.Phil.hadil.Gustav Schellenberg und Otto Kaiser. Haupt. schNfLeiter: FritzGllnther, sLmtl. in Wiesbaden. Zur Zeit ist Preisliste Nr. 10 gültig

Die heutige Ausgabe umfaßt 6 Seiten

Romantifcöc fUdngo im Kurhaus

Das Wiesbadener Streidiauartett, bestehend aus den Kammermusikern Konzertmeister Albert Nocke lerste Violinel August Maner lzweite Violines. Frin Fink (Violas und Eugen Kitzinger lCelloi. gaben mit Hinzuziebun« von Kapell­meister August König (Klaviers gestern im kleinen Kurbaus- laal einen stimmungsvollen Kaminermustkabenb unter dem Leit- wort ..Romantische Klänge". Den Auftakt der Vortragsiolge bildete die Erstaufführung einer Suite für Strenfiauartett von Erich Mirlch-Riccius. Der 1884 geborene, zur Zeit als künstlerischer Leiter im Reichsamt KdF. für die Truvvenbetreuung tätige Komponist ist hier durch die unter Stabführung von Karl Elmendorik erfolgte Aufführung seiner Over ..Der Student von Prag" noch in bester Erinnerung. Auch in keiner füimätztgen Streichouartett-Suite bietet der Tonketzer ein Werk von reicher Phantaste. leicht eingänglicher. kchön gekchwunaener Melodie- tübrung und reizvoller Harmonik., -das kick an die Tonkvracke Unserer Spätromantiter anlehnt und die homophone Schreibweise dabei bevorzugt. Die Suite sand lebhaften Anklang bei der Zu- borerfckaft. Den weitesten Raum im Programm nahm das zum Schluß gespielte Streickauartett in rl-moll von Franz Schubert ein. das freilich nickt frei ist von linfonikcken Strömungen. Nur die Variationen darin über das Lied „Der Tod und das Mädchen sind rein auartettmäßig geschriebene. Welche wunderbare Pracht der Töne kommt hier zum Klingen. Meisterliche Gestaltung, strömender Wohllaut, wirkungsvollste Verwendung der Dar­stellungsmittel vereinigen fitfi zum überwältigendsten Eekamtein- druck. Auch aus die andern Sätze, namentlich auf den ersten, bat eine freigebige Fantaste ihr Füllhorn ausgeicküttet. Das Wies­badener Quartett erwies sich, in der Ausführung der Quartette als spielstckerer, klangschöner und 'klangfreudiger Tonköroer, der mit ursprünglichem Nackemofinden alle Schönheiten in den Stücken aukspürte und stets den verschiedenen Evikoden die reckte Be­lichtung zu geben verstand. Die Quartette umrahmten die „Märaienbilder". vier Stücke für Viola und Klavier, von Robert Sckunxann. Die stimmungsvolle poetischen Tondicktungen, eckte Gaben ihres Stimmers, fanden in den Herren Fink (Viola! und König lKIavierl zwei technisch gewandte Interpreten, die namentlick den Stimmungsgehalt der Stücke zu tiefgehender Wirkung brockten. Für ihre trenlicken Leistungen wurden die Ausführenden mit reichem Beifall bedacht. Fritz Zeck

* Eduardo Bianco, der mit seinem nur aus Argentiniern be­stehenden Orchester einen internationalen Rui hat. gastiert am Mittwoch im Kurhaus.

* Franz Flobners .Musik z» einer Komödie" errang hei ihrer Aufführung in zwei Akademiekonzerten der Stadt Mannheim unter Carl Sckurich's Leitung sehr starken Erfolg.

* Grober Erfolg der deutschen Zeltkckriktenausstellung tn Rom. Die unter der Schirmherrschaft des Reichsvresiechefs Dr. Dietrick und des italieniitiien Volkskulturministers Erzellenz Pavolini stehende Ausstellung deutschen Zeitkchriftenkckaffens in Vergangen- heit und Gegenwart im Palazzo delle Ekvostzioni Nazionali in Rom hat ihre Tore wieder geschloßen. Die Ausstellung hat bei Publikum und Preße große Beachtung und Anerkennung gefunden. Während der zwölftätigen Dauer ist sie von mehr als 3 5 000 Personen besucht worden.

* Juftus-Liebig-Feier an der Universität Sieben. In der Aula der Universität Gießen fand qm Samstag eine Justus- Liebis-Feier statt, zu der als Vertreter des Gauleiters und Reicks- ftatthalters Sprenger der (Sauamtsleiter des Rasienoolitischen Amtes und' Leiter des Instituts für Erbbiologie an der Äohann- Wolfgang-Eoethe-Universität Frankfurt. Pror. Dr. Kranz, ferner Vertreter der Partei, der Landesregierung, der Wehrmacht. Be­hörden und zahlreiche weitere Ehrengäste und Angehörige der llniverntät Gießen erschienen waren. Der derzeitige Inhaber des Lehrstuhls Liebigs, der Direktor des Chemischen Instituts der Universität Gießen. Prof. Dr. Wei tz. wrack über das Thema ..Justus Liebig und was die Welt ihm verdankt. Während sich di« Landwirtschaft früher gezwungen fah. Lieh zu halten, nur um genügend Düngemittel für ihren Boden zu erhalten und da­durch Nahrungsraum für den Menschen verloren ging, lehrte Liebig die Landwirtschaft jetzt in den sogenannten künstlichen Düngemitteln — Kalisalzen, Phosphaten und Stickstoff Verbin­dungen, die bergmännisch gewonnen oder in den chemischen crabrtken bergestellt werden — die Dünger »u erkennen, die dem Acker alle nötigen Nährstoffe zufübren. Durch die Anwendung von künstlichen Düngemitteln hat die landwirtschaftliche Produktion eine Steigerung auf fast das Doppelte erzielt. Hierauf fvrack Prof. Dr. Scharrer, Ein großes Zukunftsgebiet eröffne sich der agrarkulturchemikcken Forschung hinsicktkick der Beeinflußung der Qualität der (Ernteerträge durch die Düngung und der Lösung der grase der Qualitätsprüfung landwirtschaftlicher und gärtnerischer Kulturpflanzen. Für untere Eiweiß- und Feitverkorgung (et es wesentlich zu wißen, wie Eiweiß und Fettgehalt durch die Dün­gung verändert werden. Tafsächlick fei man heute bereits imstande, gelte verkckiedener ernährunnspkvckologiscker unb technischer Eigenschaften durck unterkckiedlicke Düngung von Fett- und Öl-> pflanzen zu erzeugen. Die Forderung der heutigen Zeit, die Er­nährung der Nutztiere auf roirttoaftseisener Grundlage durch- zuiuhren und dabei Höchstleistungen an Menge und Güte zu er­zielen. ohne daß dabei die Gesundheit unterer Tiere Schaden leidet., stelle die Tierernährungslehre vor gewaltige Aufgaben. Die tut untere heutige Ernährungssituation wichtige Tatkacke, bau im tcercichen Organismus bie Kohlenbvdrate fast restlos in Fette verwandelt werden, fei »war kckon von Liebig einwandfrei be- roceien worden, aber erst neueste Forschungen hätten erkannt, daß hierbei die Anwesenheit gewißer Vitamine unbedingt erforder­lich fei. Bei den großen, heute unbedingt nötigen Milchleistungen umerer Milcktiere fei auch eine ausreichenbe Verfolgung unterer Nutzt,ere mit Kalzium, Phosohortäure und überhaupt mit Mine- ralitoften von allergrößter Bedeutung Bei der stets steigenden Bedeutung aller Maßnahmen, welche bie Ernährung unteres Volkes ber Menge und Gute nach sickern unb verbeßern. würden nach siegreicher Beendigung des Krieges die einschlägigen Auf- gaben bei der.Neuordnung Europas ins Ungeheure wachten. Die Agrikulturckemie werde bann kick immer mehr zum Fundament unb zur Ausgangsstellung unterer modernen Ernährungslehre ent­wickeln müßen. Am ochiufe der Feier verkündete der Prorektor Prof. Dr. Rau ck die Stiftung eines Liehig-Preites durch bie Universität Gießen in Verbindung mit der Partei, dem Staat, der Wissen­schaft unb Wirtickaft. Die Verteilung bieies Preises erfolgt für hemnbere wißemckaftlicke Leistungen auf bem Gebiete ber reinen und ber angewandten Chemie. Der Preis besteht aus einer recht hoben Geldsumme unb einem Divio«.

Äus Kunst unö Lslxrn

* Ei» Waldmüller-Sckaufviel. (Uraufführung im Linzer LandestheaterZ Der Wiener eiesfrieb Knavittch, ber schon im Vorjahr mit bet Uraufführung eines Sand-Dramas die Aufmerk­samkeit auf sich gelenkt bat. konnte mit keinem zweiten Werk, ein Sckaukviel um den. groben Wiener Malet Ferdinand Georg Wald- muller, tn Eins einen ungewöhnlichen Publikumserfolg erringen, yn knavven und schlagkräftigen Bildern rollt das bewegte Leben Waldmullers ab: f«tn rakcker Aufstieg, bie Intrigen keiner Gegner, der. Stutz.von stolzer Höhe und nach der scheinbaren Ver­nichtung seiner bürgerlichen Stellung die Verinnerlichung und Vertiefung seiner Kumt und der Gewinn letzter Reife. Da» Lebensbild bekommt allgemeine Gültigkeit durch die schone Klar- heit, mit der Knavitich das Leben Waldmüllers als ein Beispiel für das Schicksal des Künstlers unb bas Weken der Kunst über­haupt barstellt. Seinen Reiz für das Publikum macht die farbig« Schilderung ber Zeit und eine Fülle lebendiger Gestalten au«, die psychologisch scharf umrißen, und mit bildnerischer Kraft auf bie Buhne gestellt nnb Das Linzer Landestheater hatte feine besten Kräfte für bte hebeutfame Uraufführung aufgeboten Wolf von Hebenstrett war ein überaus eindrucksvoller Waldmiiller und die Regie des. Schaufvleldireitors Will» Dunkel hob alle Vorzüge der Dichtung in hellstes Lickt Der Dichter wurde stürmßck bedankt

Prof. Dr. Friedrich Schrenvogk

„Indigo", die erst« Doetette von Job. Strauß, bie im Iahte 1873. zwei Jahre vor der .Fledermaus", uran!aeführt wurde, wird in den Svtelvlan des Deutschen Theaters Wiesbaden ausgenom­men, Die erste Aufführung ist füt den 31. Dezember 1942 vor­gesehen.

* Liselotte Schreiner, früher Wiesbaden, die namhafte Ber­liner Stgatsschaufvielerin. gastiert bei ber Erstaufführung von Kleists ..Penthesilea unter bet Regie von Karl Sem, Martin am Theater ber Stabt Straßburg in ber Titelrolle.

* Otto »dies Träger des rheinische» Literaturpreßes 1942. Im altehrwürdigen Kölner Gürzenich wurde am Sonntag dem Kölner Dichter Otto Brües ber ickeinikche Literaturvreis 1942 ver­liehen. In keiner Ansprache führte Landeshauptmann Saake aus, wenn die Dicktung unserer Tage einen so großen Zuspruch habe, lo liege dies zuletzt darin begründet, daß bet Dichter heute wieder den uralten Sinn seines Schaffens klar erkannt habe. Mit ge­sundem Sinn und hoher Verantwortung nehme er leidenkckaftlick Anteil an bem Ringen feines Volkes unb mit seherischem Blick fufle et Stein um Stein seiner Erkenntnis zu einem ragenden Dom bes Geistes unb schaffe damit ein klares Spiegelbild ber beuttoen Seele. Boy diesem Streben »ach Gestaltwerdung sei Ottg Brües beseelt. Jedes Werk dieses Dickters stelle als Dichtung eine tn sich geschloßene Welt dar und habe ihn. den Landes- hauBtmann, in ber Überzeugung bekräftigt, daß Otto Brües würdig fee. nach Männern wie Heinrich Lerlck. Jofef Ponten. Wilhelm Schäfer. Hans Steguweit, Hermann Stegemann, Curt Lansenheck unb Wilhelm Scümibtborn den rheinischen Literatur, preis 1942 ,u empfangen.