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Seite 4 Nr. 290

WiesVa-ener Tagblatt

Donnerstag. 10. Dezember 1945

Was soll unsere Tochter werden?

Das Deutsche Frauenwerk und die Arbeitsämter erteilen Rat

Was soll unsere Tochter werden? In einigen Monaten ent- fcheidet sich diese wichtige Lebensfrage für viele Mädels, die aus Schule und Pflichtjahr zur Entlassung kommen. Ihr Kind hier richtig zu beraten, ist heute oft allein Ausgabe der Mutter, da der Bater an der Front steht und kaum eingreisen kann. Berufs­beratung, Schule und BDM. tragen die Kenntnis über vielerlei Berufsmöglichkeiten an Eltern und Kinder heran. Nach Fähig­keiten und Eignung werden die Jugendlichen aus ihre Berufs­wahl vorbereitet. Entscheidend aber ist die Haltung des Eltern­hauses, besonders die Haltung der Mutter, wenn die endgültige Wahl getroffen wird. Damit bat die Mutter eine verantwortungs­volle Aufgabe, die ihr zur Pflicht macht, die Wahl der Tochter gut 8U bedenken.

Der von der Natur für die Frau bestimmte Beruf ist der der Hausfrau und Mutter. Die gewaltigen Aufgaben, die die Kriegszeit unserem Volk stellt, verlangen aber, baß viele unserer Frauen ihren Arbeitskreis nicht ausschließlich in der eigenen Familie sehen, sondern baß fie sich wenigstens vorübergehend darüber hinaus schassend in das Arbeitsleben des Volkes einfügen. Aber auch nach dem Ausgang des Krieges werden die Arbeiten unseres Volkes zur Sicherung des Friedens und unseres erweiterten Lebensraumes so umsangreich sein, daß auf die Mithilfe der Frau auf längere Sicht nicht verzichtet werden kann. Das bedeutet wiederum füt unsere Mädels, dah der erwählte Beruf nicht nur in den Jahren, die zwischen Schulent- lasiung und Verheiratung liegen, sondern in ähnlicher Weise wie bei den Jungen für das ganze Leben eine Rolle svielt.

. Bei der Berufswahl der Mädels verlangen also zwei Dinge unfere Beachtung: einmal die Tatsache, dah die Mehrzahl der Madels später Haausfrau und Mutter sein wird, und zum anderen, dah ein Beruf gewählt wird, der dem Mädel in einer Weise ent­

spricht, dab er ihm eine seine Persönlichkeit ausfüllende Schaffens­freude gibt. Bei der Berufswahl müssen also die aus der persön­lichen Eignung erwachsenen Berufswünsche mit den Erfordernisien des Volkes in Einklang gebracht weiden. Das gilt für Jungen und Mädels in gleicher Weise. Beim Mädel kommt aber jetzt die Notwendigkeit hinzu, an den späteren Beruf der Hausfrau und Mutter zu denken. Bei der Mehrzahl unserer Mädels wird es möglich sein, iiy Hinblick auf diesen eigentlichen Lebenslauf die Berufswahl zu treffen. Die 31us6tli)uns in Haus- und Land­wirtschaft und in den sozial'en Berufen gibt dem Mädel für die Arbeit als Hausfrau und Mutter das beste Rüst­zeug und zugleich die Möglichkeit, alle Kräfte zu entfalten und in die berufliche Arbeit einzusetzen. Den hauswirtschastlichen und landwirtschaftlichen Berufen hat die heutige Zeit ein weites und neues Feld eröffnet.

Wenn das Mädel über den Wirkungskreis im städtischen oder ländlichen Haushalt hinausstrebt, bietet die erfolgreich abgelei­stete Lehrzeit die beste Grundlage für viele soziale und vslegerische Berufe. Die Säuglingsvslegerin und die Volks- vslegerin müsien beispielsweise in der Lage sein, nicht nur die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Belange der Familie, sondern auch die Fehler in der Haushaltsführung zu erkennen, die oft zu einem guten Teil Ursache einer Schwierigkeit oder Krank­heit sind. Die hauswirtschaftlichen und sozialen Berufe sind heute Mangelberufe, das heißt, um die gestellten Aufgaben zu erfüllen, werden mehr Arbeitskräfte benötigt, und tüchtige und willige Menschen finden hier ein reiches Betätigungsfeld. Und weil fie in ganz besonderer Weise die Möglichkeit bieten, der Berufsarbeit der Frau einen reichen Inhalt zu geben, und ihrem ureigensten Frauenberuf am nächsten verwandt sind, verdienen fie die ganz be­sondere Beachtung bei der Berufswahl unserer Mädels.

Zur Beratung sind die Dienststellen des Deutschen Frauen­werkes sowie die Arbeitsämter des Gaues Hesien-Nasiau jeder­zeit bereit.

Bersichenmgspflicht für Hauswarte, Heizer und ähnliche Berufe

Unterlagen bei den Kreiswaltuugen der DAF.

Alle auf Grund eines Arbeits-, Dienst- oder Lehrverhältnisies oder in ähnlicher Weise Beschäftigten ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht und Höhe des Einkommens und ohne Rücksicht darauf, ob die Beschäftigung eine ständige, vorübergehende, stundenweise oder nebenberufliche ist, sind seit dem 1. 1. 42 zwangsweise gegen Arbeitsunfall zu versichern. Durch dieses Gesetz sind u. a. auch alle Hausbesorger, also Verwalter (soweit sie diese Tätigkeit nicht als selbständige Unternehmer ausüben). Hausmeister, Hauswarte bzw. Hauswartehepaare, Pförtner, Gärtner, Fahrstuhlführer, Heizer und sonstige Personen, die von den Hausbesitzern mit dem Einziehen Ser Miete, mit der Reinigung der Treppen, Höfe, Strahen, mit dem (Entfernen von Schnee und dem Ab­stumpfen der Gehsteige bei Glatteis, mit der Bedienung der ge- msinschaftlichen Wäscherei-Anlage mit Reparaturen usw. beschäf­tigt werden, der Reichsunfallversicherung unterstellt worden. Die Derficherungspflicht besteht auch dann, wenn nur Sachbezüge, wie freie oder verbilligte Wohnung oder dergleichen gewährt werden. Zum Versicherungsträger ist die Berufsgenossenschast für reichsge- setzliche Unfallversicherung in Verlin-Erunewald, Salzbrunner- straße 41, bestimmt worden.

Die in Fabriken und anderen gewerblichen Betrieben be­schäftigten Pförtner, Hauswarte usw. sind von den für die er­wähnten Betriebe bereits zuständigen Berufsgenossenschaften mit in Versicherung zu nehmen. Nach § 653 der Relchsoersicherungsord- nung sind die Unternehmer (Hausbesitzer) verpflichtet, die oben angeführten, in der Hausbesorgung tätigen Personen zur Berufs­genossenschaft anzumelden Die Unterlassung bzw. Versäumnis der Anmeldung kann mit Ordnungsstrafen bis zu 1000 RM geahndet werden.

Soweit Hauswarte, Heizer, Pförtner usw. in Privathäusern bereits bei anderen Berufsgenosienschaften unfallversichert waren, entbindet dies von der reichsgesetzlichen llnfallversicherungspflicht nicht, denn eine Befreiung von der reichsgesetzlichen Ünfallversiche- runa durch den Abschluß von privater Unfall- oder Haftpflicht­versicherung bei Versicherungsgesellschaften oder Anstalten ist in keinem Falle möglich. Die Unterlagen zur Anmeldung können bei den Kreiswaltungen der Deutschen Arbeitsfront, Hauptfachgruppe Haus- und Erundstücksberufe, in Empfang genommen weiden.

Warnung vor einer Einmietebetrügerin und Diebin. In letzter Zeit tritt hier eine etwa 30jährige Frau auf, die sich Erika Wagner nennt. Sie sucht auf ter Straße die Bekanntschaft von Frauen und gib: vor, hier einen Soldaten zu besuchen, aber keine Unterkunft zu finden. Ihr Gepäck, in dem sich angeblich Lebensmittel befinden, will sie an der Bahn stehen baben. In mehreren Fällen ist es ihr gelungen, Unterkunft -u erschwindeln und sich das Vertrauen der Leute zu erwerben. Wird sie daun allein gelaffen, stiehlt sie Geld, Kleidungsstücke und Lebensmittel­marken und verschwindet bei günstiger Gelegenheit. Sie nennt sich auch mit Vornamen Elisabeth. In den Kleidungsstücken ist der NameErika Eans" gesehen worden. Beschreibung: etwa 30 Jahre alt, groß, auffallend kräftig, hat schwarzes, glatt an­liegendes, nach hinten gekämmtes Haar (Nackenrolle), unter der rechten Nasenwurzel kleiner Leberfleck. Sie trägt ichwarzes Woll­kleid, hochgeschlossen, mit Querschleife und vielen kleinen Knöpf­chen, dunkelgrünen Stoffmantel, braunen Fuchspelz, Abzeichen des Roten Kreuzes und hohe schwarze Gummistiefel, In der Sand-

Wer spart,

solang der Winter warm, der ist an Kohlen

niemals arm!

lasche führt sie rote Regenhaut. Wo ist diese Person noch aus­getreten? Angaben, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden, erbittet die Kriminalpolizei Polizeipräsidium. Zimmer 84.

Die Raupen des Kohlweißlings haben in diesem Jahre durch ihren Fraß ungeheuren Schaden an den Kohlkulturen ver­ursacht. Die befallenen Felder boten einen geradezu trostlosen An­blick. Wie Dipl.-Landwirt Völling in seinem Vortrag bei der Siedlertagung am' Sonntag ausführte, hat er die Erfahrung ge­macht, die auch auf dem Reichssiedlerhos bestätigt worden ist, daß durch Pflanzung von Sellerie zwischen dem Kohl der Kohlweiß­ling wegen des Selleriegeruches den Kohl meidet und ihn über­fliegt, so daß solche Kulturen nur wenig befallen werden. Dieses Mittel sei daher der Beachtung empfohlen.

Unfall. Am Kaiser-Friedrich-Ring kam eine Frau beim Ilberaueren des Fahrdamms zu Fall und zog sich einen Armbruch zu. Balkenbrand. In einem Hause der Kleinen Kirchzasse ent­stand ein Balkenbrand, der wohl schon einige Zeit geschwelt hatte. Der Fußboden eines Zimmers hatte Feuer gefangen. Die Feuer- schutzvolizei löschte den Brand und legte die Balken frei.

WISSEN SIE SCHON...?

. . . daß es unter den Insekten Athleten gibt, die es fertig bringen, Lasten zu hewegen, die wir niemals für möglich halten würden? Unserer H u m- mel gelingt es ohne Mühe das drei- hunderffache ihres Eigengewichtes fortzu­ziehen! Ein Mensch müßte vergleichs­weise einen Wagen mit 400 Zentner bewegen können. Einer der gewöhnlichen, lichtscheuen Laufkäfer in Wald und Feld bewegt das ISOfache, und die soge­nannte Schmeißfliege zieht mit

Leichtigkeit das 170fache Körpergewicht. Das aber läßt die Raupen nicht ruhen und so ein zartes Gebilde schafft es, das 75fache Körpergewicht zu ziehen. Der Ohrwurm aber würde über diese schwachen Kollegen ein Auge zukneisen, wenn er es könnte, denn mit dem 300fachen Körpergewicht nimmt er einfach Reißaus. Er bringt es fertig, das 530fache von der Stelle zu be­wegen. Hält man einen Laufkäfer derart in der Hand, daß die Beine frei sind, so trägt er damit, wenn man ihm ein Hölzchen reicht, bis zu dem 50fachen Körpergewicht. Es ist gut, daß die Natur nur diese kleinen Wichte mit derartigen Kräften ausge- ftattet hat und nicht die Elefanten oder Löwen, denn sonst wäre das Menschengeschlecht nicht so alt geworren wie es heut ist und wäre derartigen Muskelricsen vielleicht zum Opfer gefallen. (Deike-M.)

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4kl*.

Werkes ein Glanz wie von echter Patina gebreitet. Es konnte aus der Zeit stammen, da Goethe fein Schauspiel kur Liebende. ..Stella" schrieb. Auch an einen engeren Landsmann unseres Dichters muß man denken: Die Lürte sind voll eang und Post- hornklang und rauschender Harfenklange bet e-chauvlatz. die versponnene Schloßherrlichkeit mit ibren auserlesenen dem banalen Leben abgewandten Menschen atmet den Zauber enter Eicken- dormchen Novelle Doch Hauptmanns dramatische Krott durch­dringt die Jdvlle. Eine dunkle Flamme lodert am. ..Plötzlich so sagt der Schloßbert. ..siebt das Haust der Gorgo furchtbar mitten unter uns!" Urmenschliches Verhängnis zerreißt die .zärtlichsten Bande Brudetbaß entbrann't um eine schone Frouenseele. Wir vermögen nickt zu reckten, io unerbittlich ist der.Zwang, des Ge­schehens. Wer als Weibe empfinden wir die tragische Loiunn die Tat des einen der Brüder, der in der Liebe das heilige Dorer des eigenen Seins siebt. . . Die schöne, ebenso reiche wie rette Dichtung reiht sich würdig an die Darbietungen der. Berliner Hauptmann-Woche ja sie ist vielleicht der wichtigste Beitrag. Die Aufrührung in Potsdam batte vor allem als Anregung Bedeutung. 5nt übrigen war sie redliche Bemübung.

Des Dickter-Pbilofovben Kolb en heuer Schauspiel ..Di e Brücke" ist in Hinsickt' auf den Leitgedanken ferner Dritten Bübne" Verbindung geistig-svmbolischer und sinnlick-tbeatra- liicher Elemente ein Sckulstück zu nennen Es tragt mehr der Theorie als dem blühenden Leben Rechnung. Die gegensätzlichen Elemente verbinden sich nickt im Keime. Wir haben einen theatralisch autreaenden Fall vor uns und daneben eine Erörte­rung. die dielen Fall in die Bezirke der philosophischen Spekula­tion tragen. Der Ingenieur Prein hat ictn Wunderwerk die Söllenlalbrücke. vollendet Vor seinem Glauben und Willen besteht sie auch vor der Natur: ein Föbnsturm von ungewöhnlichem Ausmaß kann sie nicht erschüttern. Aber wie bestehen die Probe die andern die Jungen die seinem Werk und feinem Leben am nächsten stehen? Sein engster Mitarbeiter, der sich aus Armut emporgerungen hat. ist rebellffcken Gemütes, bäumt sich auf gegen die Herrschgewalt des Brückenbauers. Er mackt einen Stnruuss» versuch nur um den Mächtigen einmal. Nein zu, leben. Aber zu ihm weiß die Liehe eine ..goldene Brücke zu schlagen und der Alte führt ihn zur Erkenntnis, daß nur aus der Achtung, und treuen Bewahrung des Gewordenen der Weg. zur Zukunrt rubre und daß ein Glaube der nur von der Hand tn den Mund lebe unfruckthar lei . . So sind gültige Gedanken schwerwiegend tn das Schauspiel eingebaut Sie zum realen Geschehen tn ent trag- fähises Verhältnis zu bringen ist die nickt letckte Ankoobe der Regie, deren sich im Theater in der SaarianbitraRe mit bestem Bemühen Richard Weickert entledigt. Serben Hübner und Werner Hinz gaben Leistungen voll Intensität und Nmrakteristik. Florian Kienzl

* Eine mnsikaliscke Adventsfeier hält am Freitag im Kurhaus der Rickarb-Watzner-Verband Deutscher Frauen. Ortsverband Wiesbaden ab.

* - Serie Eenzmer hatte bei einem Sonderkonzert der Reick s- gemeinschatt deutscher Künstlerinnen und Kunni.rcuiidtnnen im Neuen Palais in Darmstadt nach Pressestimmen, einen starken Er­folg durck den Vortrag von Rilkes ..Die Werfe von Liebe und Tod" In ihn teilten sich auch die beiden «olistrnnen Elsilvia Jaeger-Eenzmer (Lioline) und Marsrit Leue-Scknetder (Klavier).

Aus Rnnfl und Lslxru

* Glucks -Iphigenie in Aulis": partiturgetreu in der Wiener Staatsover. Wenn es fick auck R. Wagner, wie er selbst schrieb. bei Glucks ..Jvhigenia in Aulis" ..angelegen lern ließ, die Elnmnckung des fremden Musikers fo unmerklick wie möglick zu macken wenn die Instrumentation immer nur in der Wucht bearbeitet wurde, das Vorhandene zur rechten Wirkung zu bringen so hat.er doch trotz des lobenswerten Bestrebens. Gluck in Deutschland hierdurch populärer zu macken, und seines Verdienstes darum der ..llr- fallung" des Werkes durch fast 100 Jahre brndurck den Weg ver­sperrt. Die heutige Zeit hat wieder die Freude am reinen Quell­waller des llrivriinglicken entdeckt und glaubt auch der ..gefckmack- verbellernden" künsileriscken Zusätze entraten zu, können, mögen auch Respekt gebietende Namen wie Richard etrauft (Mozarts Jdomeneo") oder wie im Falle Gluck Richard Wagner daran geknüpft sein. Der Einsatz der Wiener Staatsover kur die partiturgetreue Fällung kam daher nickt überraschend., und dock bedeutete er mehr als eine musikhistoriiche Angelegenheit, weil in der Erneuerung das Unvergängliche das ewig Neue, erkennbar wurde Die stilgetreue Rekonstruktion ist daher Wilhelm Jarofck zu danken, der auch der Übersetzung eine, zweckdienliche und fang­bare Form gab. Oskar ,rritz sckuhs (tätliche Regie und die perfönlicke Bild- und Kostüm-Paravhrafe Eafvar Nebers »um Thema ..Barock-Over" ergaben mit der Choreographie von Gtiia Santa und b#r intensiven Klangverwirklichung durch Staatskgoell- meister L. Ludwig eine ideale Arbeitsgemeinschaft, die den Solisten im Chor und dem Ballett harmonisch ausgewogene Anteile »uwies. Erste Kräfte der Etaatsover wie Set Svanholm (Achilles I Hilde Konetzni (Jvhigenia) Paul Scköffler sAgamemmnon).. H e l e n a Braun (Klotemnäftra) und die kollektiven Meitterinstrumente der Wiener Philharmoniker und der otaatsopernchor holen Ge­währ für einen Abend der den Höhepunkten dieser Spielzeit 3u? gerechnet werden muß. . juhus A. "lack

* Verleihung des Kunstpreises des Mosellandes. Bel der Er­öffnung der Ausstellung ..Moielländifcke Künstler" und des Kunst­baus Suremburg" am Samstag -in Luremburg durch den Kultur­verband Gau Mofelland wurde der Kunstpreis für 1941 und für 1942 verliehen Mit dem Kunstpreis für 1941 ausgezeichnet wurde der bekannte Schriftsteller und Dichter des Saarliedes Hanns Marie L u r in Koblenz 1942 wurde der Preis ausgegeben an einen der besten Künstler auf benr Gebiet der bildenden Kunst den Kob­lenzer Maler Hans S v r u n g. den eenior der ickaffenden Künst­ler am Mittelthein. dellen Lebenswerk schon heute ein Stück deutscher Malerei im Westen ist ____,

* Angelo Zanelli gestorben. Der bekannte italienische Bild­hauer Angelo Z a n e 11 i ist in Romim Aller von 63 Jahren gestorben Zanelli der leit 1939, der Königlichen Akademie ange- hörte, ist der Schöpfer des Frieses und des.>-ianoblldes der Dca Roma am ..Altar des Vaterlandes aofdem italienischen Naironal- denkmal in Ronr Neben zahlreichen Werken. die sich in Italien befinden führte Zanelli zahlreiche Auslandsaufträge aus. Seinen Ruf im Ausland begründete der itahentüJrc -..Tbbauer mit dem Standbilb für General Jo!s Artigao das in Montevideo auf­gestellt ist. Er schmückte ferner im Auftrage der kubanischen Regierung das Laoitol von Havanna mit großen Bronze-Bild­werken und Hochreliefs in Marmor. Die javanische Regierung berief Zanelli. um ein Bronzestandbild Admiral Togos an.zu- ferligen. Zu seinen letzten und schönsten Werken in Italien gehört ein den Gefallenen gewidmetes Denkmal in Tolantino.

Ein Zug fährt ab

Humorvoller 2uftfpielfilm im Walhalla-Theater

Zu Beginn dieses heiteren Bavaria-Films (nach dem Roman von Felicitas v. Rezniceck) steht eine Zugabfahrt, eine solche gibt auch den Abschluß. Dazwischen ist ein toller Strudel von Aben­teuern und Verwicklungen, und mit herzlichem Vergnügen beteiligt der Zuschauer sich an der Reise in das Reich übermütig sprudelnder Laune. Das Ferienabenteuer einer sich vernachlässigt fühlenden Frau ist im Grunde an allem schuld, denn als sie heimkehrt, er» warten zwei Männer mit Blumensträußen sie am Bahnhof. Dre drohende Katastrophe aber wird abgebrochen durch eine andere Frau, die kurz entschlossen in die Bresche springt und den liebens­würdigen Schwerennöter Michael für sich in Beschlag legis zwar nur zum Schein und unter Zwang der Situation, doch Michael läßt sich nun so schnell nicht wieder abschülteln, hat er doch nach vielerlei Verliebtheit plötzlich seine große Liebe entdeckt. Wie ihm nun aber der Weg schwer gemacht wird, wie er eine eben­bürtige Partnerin findet, die List gegen List setzt und ihm aus­giebige Lehre erteilt das ist ganz köstlich humorvoll entwickelt. Die Irrungen und Mißverständnisse jagen sich in erschütternder Komik, zahllos sind die originellen Einfälle, und dabei fehlt nicht die logische Glaubwürdigkeit, die auch das heitere Spiel zu seiner rechten Wirkung braucht. Mit leichter Hand und schäumendem Temperament wallet die Spielleitung von Johannes Meyer, di« in straffem Aufbau das Geschehen immer wieder aufpulvert, so­daß die Stimmung zu ausgelassener Lustigkeit gesteigert wird. Mil vollem Herzen sind auch die Darsteller bei der Sache. Reizend Leny Marenbach mit einer fie entzückend kleidenden Schel­merei, klug und gewitzt, dabei von echtem, warmherzigem Gefühl. Sonst in Charakterrollen bewährt, spielt Ferdinand Marian diesmal den Liebhaber, sicher und weltgewandt, aber nicht ohne feine selbstironische Züge. Ein durchaus eigengeprägter Typ, seiner Aufgabe vorzüglich entsprechend. Hans Z e s ch - V a l l o t ist der vielbeschäftigte Betriebsleiter, der über all seiner Arbeit die kapriziöse Frau (Alice Treff) zu kurz kommen läßt. Und nicht zuletzt das originelle Paar von Onkel und Tante wird prächtig gezeichnet von Georg Alexander und Luci Englisch. Der hübsche Film ist ein wahrer Sorgenbrecher und _ kann zwei Stunden ungetrübter Freude vermitteln. 3m Filmteil läuft weiter­hin ein trefflicher Bildstreifen, vom Leben der Forellen, und mH zwei guten VaritSnummerir wartet die Bühnenschau auf. Carmencita singt und steppt rhythmisch sicher und schwung­voll, während das Orchester Ä a l o c c a die Schlagermelodie spielt; die zwei Schwestern Bali zeigen vollendete Leistungen in Elastik und Springkunst Heinrich Sets.

Äus Gau und Provinz

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..... _ ... __ ______UM Hviivmnii ii w.. .........

hilfsbereiten Reisenden in den Zug gefetzt wurde. Als der Ver­lust richtig erkannt wurde, war das Kind fckon weit gereist In Braunfels wurde dann das Kind entdeckt, und Muter und Kind konnten erst nack Stunden Wiedersehen feiern

= Hanau. 10. Dez. Obwohl wiederholt darauf hmgewiefen worden ist. daß jeglicher Umgang mit Kriegsgefangenen verboten ist. fofern er nicht durch die Ausübung einer Dienst- ober Berufs- pflicht ober durch ein Arbeitsverbaltnis des Kriegsgefangenen zwangsläufig bedingt ist. hat kürzlich der bisher unbestrafte 33jährige K. aus Groß-Krotzenburg emem französischen Kriegsgefangenen Zivilkleider verschafft und ist . mit ihm .nam Frankfurt gefahren. Dort bestcktigte er mit dem Gefangenen einige Sehenswürdigkeiten und kehrte mit ihm tn einer Wirtschaft ein. K. hatte sich wegen feines, das gesunde Volksemviinden gtob- lick verletzenden Verhaltens vor dein Amtsgericht Hanau zu ver- antworten und erhielt entsprechend dem, Anträge der Staatsan- waltsckaft drei Monate Gefängnis.

= Adenau. 10. De». In Meuspath hatte ein tn einem land­wirtschaftlichen Befriede beschäftigter Arbeiter mit leuchten Händen an einer elektrischen Leitung he rumse- bastelt, ohne zu dieser Arbeit die erforderlichen Kenntnisse zu besitzen. Plötzlich erhielt er einen elektrischen Schlag und. stürzte tot au Boden. Dieser tödliche Unfall mag eine eindringliche Mahnung fein, solche Arbeiten nur vom Fackmann ausführen 3U lasten.

= Mannheim. 10. Dez. In der Nackt »um 7. Dezember wurden aus dem Laden eines Sckreibmafckinengeickaftes funr Schreib­maschinen. und Zwar Olumvia Plana Nr.. 54 494 ohne Koffer Olympia Plana 53 868 ohne Dörfer Olumvia Elite Nr 305 273 ohne Koffer. Olumvia Simpler Nr. 307 110 mit Äorfer und Corona mit Perlschrift und englischer Tastatur. Kotter aus schwarzem Leder, gestohlen: ferner drei gelbe Dekoralionsfilzunter- lagen. ein Reisewecker Marke Kienzle 13 Olumpla-Farbbander. Die Polizei warnt vor Ankauf dieser Sckrelbmascklnen.

= Kaiserslautern. 10. Dez. Eine hiesige Ehefrau erwartete am offenen Fenster der Wohnung ihren auf Urlaub helmkehrenden Mann. Als diefer sick feinem Saufe näherte, frei bie Frau plötz­lich aus dem Fenster und wurde von dem bestürzt hinzuerlendeii Mann sterbend vorgefunden. Der Tod der Bedauerns­werten trat bald darauf ein. Die -trau hatte sick vermutlich »u weit vorgebeugt und dadurck das Eleickgewickl verloren.

-- Offenbach. 10. De». Der kürzlich vom Sondergerickt in Darmstadt wegen Lebensmittelkartenfälschung ,.»u einer hoben Zuchthausstrafe verurteilte Lithograph Kawar Eob aus Offenbach hatte einen Teil der gefälschte n K artenabf ck n r t e an vier Frauen wertergegeben. dre stck letzt vor dem Amtsgericht Offenbach wegen biefes Mißbrauch? von Bezuasbereckttgmtgen »u verantworten hatten. Bei btei der Angeklagten war der Verdacht, von den Fälschungen Göbs gewußt zu haben. . nickt hinreichend nachweisbar. Sie wurden aber wegen Fleifckemkaufs ohne Ent­sprechende Zuteilung aut Grund der Verbraucksregelungsktafvet- ordnung und dem unterfckiedlicken Ausmaß der Verfehlungen ent- spreckend zu Geldstrafen von 200. 300 und, tzO RM verurteilt. Bei der mit Eöb auf besten bisheriger Arbeitsstelle bekannt, geworde­nen Ehefrau Lisa Nauck aus Offenbach -ebock ergab bie Haupi- oerhaitblung. baß fie burck leichtfertiges Entgegenkommen oas Verbrechen Göbs förberte und n g ck g e a h m t e F l e i f ck - kartenabichnitte. bte ihr bet Falicker als Zeichen, bet Er- kenntlickkeil überließ. 3 um Einkauf b e n u tzt e. Sie würbe wesen biefes Verbrechens gegen b»e Kriegswirtsckaftsverorbmtng und wegen Betrugs zu einem Jahr unb fecks Monaten Ge­fängnis verurteilt.

X Diez. 10. Dez. Große Aufregung gab es auf dem hiesigen Bahnhof, wo zur Berabfckiebung einer Verwanbten etn Heine* Kinb mit auf den Bamrsteig genommen unb von^einem aut hilfsbereiten Reifenben in der

Neues aus allen Welt

Löwe fraß fünfzig Eingeborene

Lissabon, 10. Dez. Vor einigen Tagen würbe in Portugiesisch- Ostafrika ein Löwe erlegt, bet nicht weniger als fünfzig Menschen getötet hatte. WieSeculo" aus Laureneo Maruues berichtet, trieb biefes Raubtier in bet Gegend von Mesalo lange Zeit fein Unwesen Es überfiel eingeborene Männer, Frauen und Kinder und verzehrte sie. In ihrer Verzweiflung baten die Einge­borenen den in dem 40 Kilometer entfernten Ort Mocimboa stationierten Krankenwärter, der als guter Jäger bekannt war, sie von diesem Alpdruck zu befreien. Dieser machte sich auf und hatte binnen weniger Tage die Bestie zur Strecke gebracht.

Die Schäden des Erdbebens in der Türkei

Istanbul, 10 De». Nach den letzten Feststellungen der Provinzialverwaltung von Tschorum beträgt bie Anzahl bet bei bem letzten Erbbeben vollstänbig zerstörten Häuser 610 unb bie ber unbewohnbar geworbenen 786. Außerbem werben zehn Tote beklagt, elf Personen würben verletzt.

Drillinge in der Untersteiermark. Die Frau bes Arbeiters Johann Krainz aus Stockenhammer in ber Untersteiermark schenkte im Cillier Gaukrankenhaus Drillingen, zwei Möbeln unb einem Jungen, bas Leben. Das junge Ehevaär hatte bisher schon sechs Kinder. Dec Steierische Heimathunh nahm sich der kinderreichen Familie sofort an.

Zehn Tote bei Fuhbodeneinsturz in einer portugiesischen Kirche. In einer Kirche in © u i m a r a s brach während des Gottes­dienstes der Fußboden ein, so daß ein großer Teil der Gläubigen in bie barunter befiubliche Krypta stürzte. Zehn Personen kamen bei dem Unglück ums Sehen und 50 erlitten Verletzungen.

Tiertragödie im Tunnel. In beft Simmentaler Bergen er­eignete sich, wie aus Bern berichtet wirb, vor kurzem ein schwerer Unfall, bem Hunberle von Schafen zum Opfer fielen. Auf einer Alm, in bereit JRäfje sich ein Eisenbahntunnel befinbet, hütete bet zwölfjährige Sohn eines Schweizers bie etwa zwei- hunberttöpfige Schafherbe seines Vaters, besten ganzen Besitz. Dem Buben war eingefchätfl worben, sich ja nicht von ben Tieren zu entfernen, damit kein Unglück geschehe. Bisher hatte er sich auch immer an bas elterliche Gebot gehalten. Er spielte meist