Seite 4 Nr. 288
Wiesbadener Tagblatt
Dienstag, 8. Dezember 1942
_ Wiesbadener Nachrichten
Wille zur Leistung
Beiratssitzung der Industrie- und Handelskammer
Wenn sich der Beirat eines Wirtschastsgremiums zu Beginn des vierten Kriegsjahres zu einer Besprechung zusammenfindet, so ist es selbstverständlich, daß es dabei in einer Zeit der gelenkten Wirtschaft, wie wir sie kriegsbedingt in Deutschland haben müsien, nicht darum gehen kann, Beschlüsse zu fassen, sondern datz sich diese Besprechungen naturgemäß darin erschöpfen müsien, einen Rück- und Ausblick auf die großen Richtlinien unserer Wirtschaftspolitik zu geben und aus der Praxis heraus den Erfahrungsaustausch zu pflegen. So war es auch bei der Beiratssitzung der Bezirksstelle Wiesbaden der Industrie- und Handelskammer für das Rhein- Mainifche Wirtschaftsgebiet. Und doch hatte diese Sitzung insofern etwas Besonderes, als es wohl die letzte war, die unter dem alten Namen durchgeführt wurde. Die Organisation der Eau- wirtschaftskammer ist in unserem Wirtschaftsgebiet im Werden. Wiesbaden wird eine Abteilung der wirtschaftlichen Gliederung erhalten, wie diese jedoch benannt werden und wann die Umwandlung wirksam werden wird, steht heute noch nicht fest. Aber der Name allein ist ja nicht ausschlaggebend, wichtig allein ist, daß unsere heimische Wirtschaft — ihre Bedeutung kann als allgemein bekannt vorausgesetzt werden — auch in Zukunft eine Vertretung haben wird, die wie bisher, ihren Belangen Rechnung trägt und mithilft, daß unsere Betriebe die größtmöglichen Leistungen zum Wohle der Volksgemeinschaft hervorbringen können. Es ist ja so, daß sich das Wirken einer Wirtschaftsvertretung meist im stillen, unbeachtet von der breiteren Öffentlichkeit, vollzieht, und doch strahlt dies» Arbeit in stärkstem Maße auf die Allgemeinheit aus. Gerade während der Kriegszeit sind der Industrie- und Handelskammer Aufgaben zugewiesen, deren Lösung nicht allein den betreuten Firmen zugutekommt, die vielmehr darüber hinaus, das allgemeine Leben befruchtend beeinflußt. Daß diese Arbeiten in engster Fühlungnahme mit der Partei und den Behörden erfolgt, bedarf keiner besonderen Betonung. So galt denn auch der Dank des Vorsitzenden der Bezirksstelle Karl Henkell den erschienenen Vertretern der Dienststellen, die eng mit der Kammer Zusammenarbeiten. In seinem Rück- und Ausblick umriß der Vorsitzende von hoher Warte aus die politische und wirtschaftliche Lage der europäischen Länder, bezeichnete als die Ausgabe des deutschen Wirtschaftlers, noch härter als jetzt
Wie viele Erbhöfe gibt es in Wiesbaden?
Lehrstelle» für unseren landwirtschaftlichen Nachwuchs
„Wer im Osten fiedeln will, braucht kein Vermögen und kein Hochschulexamen. Um im deutschen Osten zu fiedeln, braucht man gesunde Fäuste, ein deutsches Herz und eine vielseitige und gründliche Berufsausbildung." Diese Worte von Staatssekretär Backe hahen größte Beachtung gefunden. Allen deutschen Jungen und Mädels, die Lust und' Liebe zur Landwirtschaft haben, ist die Möglichkeit gegeben, auf eigener Scholle im Osten zu wirken. Wer jedoch in Zukunft einen deutschen Bauernhof übernehmen will, muß sich in einer gründlichen Lehrzeit das notwendige Rüstzeug er- arheiten, wozu es einer vierjährigen Lehre bedarf. Während dieser vierjährigen Grundausbildung wird bereits nach zwei Jahren die Landarbeitsprüfung als Zwischenprüfung abgelegt. Mit der Landwirtschastsprüfung schließt die Lehrzeit im vierten Lehrjahr ab.
Der Erbhof als Lehrstelle wird der deutschen Jugend, die sich den landwirtschaftlichen Beruf auserkoren hat, eine geordnete Berufsausbildung sichern. Im Rahmen eines großzügigen ländlichen Berufserziehungswerkes sollen jährlich 300 000 Jugendliche von rund 50 000 Lehrstellen auf ihren späteren Beruf als Bauer herangebildet werden. Um diese. Aufgabe durchzuführen, sollen in jedem Landkreis etwa 60 bis 80 der besten Höfe für die Aufnahme der männlichen und weiblichen Lehrlinge ausgesondert werden. Demnach würde also jede Ortsbauernschaft mindestens einen Erbhof als Lehrstelle auszuweisen haben. Bis zum 1. April 1943 sollen diese Lehrstellen ermittelt sein. Von diesem Termin an wird dann das wieder gut gemacht, was seit fast hundert Jahren, insbesondere seit dem Emporschießen der Großstädte, in der landwirtschaftlichen Berufsaushildung, im Gegensatz zur Entwicklung des städtischen Erziehixngswerkes, stark vernachlässigt wurde.
64 Erbhöfe im Stadtkreisgebiet Wiesbaden wurden nach der letzten amtlichen Veröffentlichung des Statistischen Reichsamtes im letzten Vorkriegsjahr ermittelt, mit einer Gesamtfläche von 616 Hektar. Diese Zahlen dürften sich in den letzten Jahren kaum verändert haben, da im großen und ganzen die Eintragungen in die Erbhöferolle bis zum Ausbruch des jetzigen Krieges abgeschlossen waren. Von den vorgenannten Erbhöfen unseres Stadtkreises hatten die meisten, nämlich 30 Erbhöfe, eine Betriebsgröße von 7,5 bis 10 Hektar aufzuweisen. Freier Bauer aus eigener Stolle im deutschen Osten zu sein, das ist ein Ziel, das den Einsatz und den Schweiß der Besten lohnt. Der Posener Appell zur Nachwuchssicherung ist der erste entscheidende Schritt zur Verwirklichung der bäuerlichen Aufgabe des 20. Jahrhunderts, für die Adolf Hitler mit feinen Soldaten die Voraussetzungen schuf und sichert.
Die zrvischenvölkische Ehe
Eine Erklärung von Professor Grob
Professor Dr. E r o ß, der Leiter des Rasienvolitischen Amtes der NSDAP., sprach vor Vertretern der Presie über rasienvolitische Gegenwartsfragen. Er ging davon aus, daß vom Rasienvolitischen her gesehen seit dem Kriege eine neue Situation auf diesem Lebensgebiet eingetreten ist. Die enge Berührung aller europäischen Völker hat vor allem das Problem der zwischenvölkischen Ehe akut werden lasien. Er stellt als Grundsatz zu dieser wichtigen Frage auf: Grundsätzlich find Ehen und Zeugungen Deutscher nur mit Angehörigen unseres eigenen Volkes erwünscht und zuläsiig. Außerdem hat die Erfahrung gezeigt, daß Ehen zwischen Ausländern und Deutschen wenig harmonisch verlaufen. Besonders wandte sich Dr. Groß gegen die Auffasiungen, in denen analog zu der wirtschaftlichen und militärischen Gemeinsamkeit Europas auch die rassisch-völkische Einheit behauptet wird. Zur Betonung der rassisch-völkischen Einheit der europäischen Völker liegt biologisch in gar keiner Weise eine Berechtigung vor. Sie widerspricht vor allem auch dem nationalsozialistischen Prinzip, welches die Vielfalt und die Besonderheiten b#r Kulturvölker als unantastbare Eegegebenheit betrachtet, deren rasiisch-völkische Zerstörung einen uneinbringlichen Verlust für die europäische Kultur bedeuten müßte.
In der gleichen Weise wie die Rasienvolitik vor neue Aufgaben gestellt worden ist. trifft dies auch für die Rasienforschung zu. Es gilt für die Forschung, die Kräfte und Richtung der Fort- vflanzungs- und Auslescvorgänge unseres eigenen Volkes zu ergründen, denn das Wisien gibt entscheidende Grundlagen für die politisch« Führungsoufgabe. Ferner bat fie die rasiilche Artung und erbliche Beschaffenheit der Völker im europäischen Raum zu studieren. Diese aus der Politik kommende Aufgabe verleiht der Forschung und Wisienschaft neuen Antrieb. Die an den einzelnen Deutschen zu stellende rasienvolitische Forderung, so betonte Dr. Grob, verlangt die Nachordnung der versönlichen Neigungen und Launen gegenüber der Pflicht unserer Zukunft.
— Der Rundfunk am Mittwoch bringt an bemerkenswerten Sendungen im Reichsvrogramm: 15.30 Uhr Kleine Stücke großer Meister von Bach bis Manuel de Falla, 18.30 Uhr Zeit- spiegel 19 Uhr Konteradmiral Lützow Seekrieg und Seemacht. 19.20 Uhr Frontberichte und politische Sendungen, 20.15 Uhr „Die klingende Leinwand". Sprecher: Willi Fritsch, 21 Uhr Die lustige Stunde. 3m Deutschlandjender: 17.15 Uhr Klassische Konzertmusik, 20.15 Uhr Sinfonische Musik von Carl Starnitz, 21 Uhr Aus sechs Berdi-Overn..
— Bohnenkaffee muß voll ausgewogen werden. Jeder Verbraucher hat Anspruch darauf, daß er das volle Gewicht der Kaffeeration erhält, die anläßlich der besonderen Weihnachtszuteilungen ausgegeben wird. Der Reichskornrnisiar für die Preisbildung bat bereits bei der letzten Kaffeezuteilung vorgeschrieben, daß der Einzelhandel den Kaffee netto abpackt und verkauft. Diese Bestimmung gilt selhstverständlich auch jetzt noch. Das Mitwiegen der Tüte ist also unstatthaft.
schon dem aktuellen Geschehen gegenüberzutreten, um allen Anforderungen gerecht werden zu können, die im gegenwärtigen Schicksalskampf unseres Volkes von der Wirtschaft erfüllt werden müsien. Es ist ein schönes Zeichen der Verbundenheit der heimischen Wirtschaft mit der kämpfenden Front, datz der Vorsitzende dem Stellvertreter des Kreisleiters eine Geldspende übergab, aus der in Wiesbaden auf Urlaub weilende -Soldaten ein Geschenk erhalten sollen. Pg. Wagner fand herzliche Worte des Dankes hierfür.
Wir sagten schon, daß das Wirken der Industrie- und Handelskammer nicht immer von der Allgemeinheit erkannt wird. Aus dem umfangreichen Referat des Syndikus Dr. M e u f e r über die Tätigkeit der Kammer und der Jndustrieabteilung wollen wir einige Punkte herausgreifen, die die Breitenarbeit beweisen. Daß« zur Zeit die kriegswirtschaftlichen Belange im Vordergrund der Arbeit stehen, ist ein Gebot der Stunde. Alle Kräfte unserer heimischen Wirtschaft sind angespannt, um an der Erringung des Endsieges mitzuwirken. Und so besteht die Hauptarbeit der Bezirksstelle vor allem darin, der Wirtschaft hierbei zu helfen. Daß der Arbeitseinsatz im Vordergrund steht, ging aus den Ausführungen von Dr. 'M e u s e r hervor, der hierbei die enge und gute Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt besonders unterstrich. Die neuen Bewirtschaftungsmaßnahmen von Kohle und Eisen bildeten einen wichtigen Faktor der Kammerarbeit in jüngster Zeit. Daß hierbei auf allergrößte Sparsamkeit im Verbrauch dieser beiden wichtigen Rohstoffe geachtet werden muß, wurde nochmals unterstrichen. Auf dem Gebiete der Energieversorgung wurde eine Sparaktion von der Kammer im Benehmen mit dem „Haus der Technik" durchgeführt, die von Erfolg begleitet war. Auf dem eingeschlagenen Wege wird weitergeschritten. Inzwischen wurden die Energie-Ingenieure zum überbetrieblichen Erfahrungsaustausch in Arbeitskreise zusammengefaßt, die bei jeder Industrie- und Handelskammer gebildet werden. Die Kammer arbeitet auch bei der Lösung von 'Verkehrsproblemen mit und konnte hier schon vielen Firmen bei auftretenden Schwierigkeiten behilflich sein. Das sind nur einige wichtige Punkte aus den Kriegsausgaben der Kammer. Fragen des Firmenrechtes, der Be- rufserxiehung, der Gütestelle, der betriebswirtschaftlichen Lehrgänge wurden von Dr. M e u s e r ferner behandelt. Berichte über die Sachgebiete Kohle, Eisen, Schrott, Energie, Leder Einzelhandel und Trinkbranntwein wurden von den Beiratsmitgliedern Hohendahl, Dieckerhoff, Jäger, Bücher, Dr. Mühlstein, Gerhardt und Asbach erstattet.
Lum. Schluß der Beiratssitzung dankte der Stellvertreter des Kreisleiters, Pg. Wagner, der Wiesbadener Wirtschaft für den in der Sitzung zum Ausdruck gebrachten Willen, die ihr gestellten Aufgaben nach besten Kräften zu erfüllen. p.
WISSEN SIE SCHON...? .
. . . warum Australien sich nicht selbst verteidigen kann? — Australien ist der weitaus am dünnsten besiedelt« Erdteil (das Südvolarland natürlich ausgenommen). Dort leben auf über sieben Millionen Quadratkilometer weniger als sieben Millionen Menschen, obwohl das Land eine Bevölkerung von hundert Millionen aufnehmen könnte. Die auf der Kulturstufe der älteren Steinzeit lebenden Ureinwohner sind bis auf etwa 200 000 ausgerottet. Zur Ver
ringerung des Konkurrenzkamvfes hat man die Einwanderung von Farbigen ganz ausgeschaltet, und die von Weißen stark ab- gebremst. So hat der englandhörige Erdteil, der übrigens erst seit 1938 eine eigene Rüstungsindustrie aufbaut, zu wenig Menschen zu seiner Verteidigung. Er wird auf die Dauer dem starken Bevölkerungsdruck des menschenüberfüllten Ostasien nicht sta»d- halten können. So rächt sich hier die brutal-egoistische Siedlungspolitik der Engländer. (Deike-M.)
— Weihnachtssonderzuteilung und Vegetarier. Im Zusammenhang mit den Weihnachtssonderzuteilungen werden Vegetarier den Wunsch äußern, für die dabei mit zur Ausgabe kommenden 200 (Stamm Fleisch andere Lebensmittel zu beziehen. Der Reichsernährungsminister hat deshalb bestimmt, daß anstelle von 200 Gramm Fleisch, unter Entwertung der vier über 50 Gramm Fleisch oder Fleischwaren lautenden Einzelabschnitte der Weihnachtssonderkarten WS 1 und WS 2 Reise- und Eaststättenmarken über 100 Gramm Nährmittel ausgegeben werden können. Das Verhältnis von 200 Gramm Fleisch oder Fleischwaren zu 100 Gramm Nährmitteln ist auch in Zukunft in ähnlichen Fällen zu Grunde zu legen. e
— Wanderehrung im Westerwaldverein. Die letzte Jahreswanderung des Westerwaldvereins, Zweigverein Wiesbaden, E. SB., führte durch das Ochsenbachtal und den Biebricher Park nach Biebrich, wo die Wanderehrung stattfand. Der zweite Vorsitzende, Mittelschulkonrektor K o h l h a a s, begrüßte die stattliche Wanderschar, die Vertreter befreundeter Wandervereine und die zahlreichen Gäste. Der Toten des Krieges und des verstorbenen Mitgliedes Wehrmann wurde in ehrender Weife gedacht. Den Lebenden bleibt auch während des Krieges die Pflicht, die Wandersache nicht zu vernachläsiigen, denn Wandern ist ein Lebens- ouell des deutschen Volkes, ist Bewahrung.unb Stählung deutschen Volkstums. Nach einem überblick über die in diesem Jahre ausgeführten Wanderungen, dankte der Redner allen, die sich um deren Vorbereitung und Ausführung verdient gemacht haben, besonders aber dem Obmann des Wanderausschusies Simon, sowie den Herren E o l d m a n n (Violine) und Martin (Bariton), die durch ihre künstlerischen Darbietungen der Feier eine besondere Weihe gaben und reichen Beifall fanden. Die Wandererehrung, zu der 28 Mitglieder antraten, nahm Wanderwart Simon vor, und von diesem hatten zehn sämtliche dreizehn Wanderungen ausgeführt. Mit Stolz fügten die Ausgezeichneten die neue goldene Eichel zu den bereits erworbenen, denn es war kein „Neuling" darunter. Fünf Mitglieder — Christian Jude an der Spitze — haben bereits mehr als 200, weitere 12 mehr als 100 Wanderungen planmäßig zurückgelegt. Die Wanderehrung erbrachte den Beweis, daß die Wandersache im Westerwaldvcrein eine treue Pflege findet, was als Vertreter des Eebietsführers der Vorsitzende des Taunusbundes K l a g e s mit herzlichen Worten anerkannte.
Undichte Fenster und Türen abdichten, da bäniig Ursache von Frostschäden!
AUSTRALIEN
Wissen Sie Bescheid ?
Ein Wettbewerb für jedermann
Gleichmäßig schwingendes Gebrumm liegt über der Stadt. Irgendwo hinter den Wolken zieht ein Flugzeug seine Kreise, oom Boden aus nicht hemerkbar. Und doch ist der Harschende fast stets in der Lage, auf Anhieb zu sagen: Nachtjäger vom Typ Me 109. Oder aber in der Wochenschau sind Kampfszenen vom Einsatz deutscher Flieger zu sehen, und gleich wo man sitzt, überall wird man geflüsterte Bemerkungen hören können, wie etwa: doll« Dinger einfach, diese 3u 88, diese Stukas. Der fliegerische Gedanke, über 3ahrhunderte hinweg Traum der Menschheit, ist heute, durch den Krieg mehr denn je, Gemeingut des Volkes. Selbst dem Laien und auch der Frau sind Bezeichnungen wie 3u 88, Me 109 oder He 111 nicht fremd und mit der Nennung von Heckmotor und ME-Kanzel verbinden sich ihm feste Begriffe. Von den Taten unserer Luftwaffe hier zu reden, erübrigt sich wohl, da jeder von uns ja weiß, mit welcher Energie und Verachtung aller Gefahren unsere Männer sich einsetzen und mit welcher Präzision in unermüdlicher Arbeit Techniker und Arbeiter am Ban der Maschinen tätig find. Fast täglich nennen OKW.-Berichte, Sondermeldungen und Frontberichte neue kühne Einsätze und es gibt uns dieses Nachrichtenmaterial, ergänzt und vervollständigt durch Zeitung und Zeitschrift, einen Überblick über Größe und Umfang der fliegerischen Leistung.
Daß der fliegerische Gedanke wahrhaft volkstümlich werde, diesem Zweck diente schon manche propagandistische Anregung, so auch heute wieder ein Schaufensterwettbewerb, auf den wir im „W. T." vom 5./6. Dezember bereits hinwiesen. Um es kurz zu wiederholen: Es handelt, sich um einen öffentlichen Wettbewerb, in dem es die Typen von 14 Flugzeugen, ausgestellt in einem Schaufenster des Hauses Wilhelmstraße 58, zu bestimmen gilt. Die Einsendungen/ praktisch ausgeführt: Flugzeug Nr 1 =* Typ. . ., sind zu richten an den NSFK.-Sturm 11/75 in Wiesbaden. Herrnmühlgasse 9. Veranstalter ist die Gruppe 11 (Hessen- Moselland) des NS.-Fliegerkorps.
Eine interefiante Aufgabe gilt es zu lösen. Nicht um eines Gewinnes willen, sondern des Wifiens wegen, das uns auf diesem lebendigen Weg nahe gebracht wird. Da man durch Fehler nm besten und eindrucksvollsten lernt, vor Fehlern also nicht verzagen und sie ruhig wagen, sie helfen lehren. A. Mr.
— Landjahrseier. Am Donnerstag um 16 Uhr wird für die nach Ableistung des Landjahres zurückgekehrten Mädchen, wie auch für die Landiahrvflichtigen 1943 im alten Saal des Paulinen- fchlößchens eine Feier durchgeführt. Die Eltern sind hierzu ein» geladen.
— Gebt jetzt die Weihnachtsvakete zur Post. Wer es versäumt, seine Weihnachtspakete und -Päckchen noch in der zweiten Dezemberwoche zur Post einzuliefern, kann nicht damit rechnen, daß die Sendungen rechtzeitig zum Weihnachtsfest beim Empfänger ein» treffen. Haltbar verpacken! Genaue Anschrift! Doppelt der Aufschrift gehört in jede Sendung!
— Reinigung von Zentralheizungsanlagen eine Nebenausgabe der Schornsteinfeger. 3eder Grundstückseigentümer ist verpflichtet, die kehrvflichtigen Schornsteine aller Art, Feuerstätten usw. regelmäßig durch den Bezirksschornsteinfeger reinigen zu lasien. Der Reichtzwirtschaftsrninister hat klafgestellt, daß die Zentralheizungs- kesiel Nicht zu den kehrpflichtigen Anlagen gerechnet werden können. Der Grundsatz des Kehrzwanges dient lediglich der Feuer- sicherheit. die durch eine Unterlassung der Reinigung der Kesiel nicht gefährdet ist. Die Reinigung der Zentralheizungskesiel ge- hört vielmehr nur zu den Nebenausgaben des Schornsteinseger- bandwerks. Die Bezirksschornsteinfegermeister können also Zentralheizungsanlagen nur auf besondere Aufforderung durch den Berechtigten reinigen.
DLasbadsn-Raulbacg
Der Kleintier- und Geflügelschau im Gasthaus „Zum Rebstock" war ein voller Erfolg beschieden. Ausgestellt waren an Kaninchen 150 Tiere aller Wirtschaftsrasien und 58 Stück Geflügel. Großes 3nteresie wurde der Produktenschau gewidmet, zeigte sie doch die restlose Verwertung aller Erzengnisie, so des Fleisches, der Wolle und der Felle. Die Eesamtausstellung und die Preisauszeichnung zeigte ein intensives Arbeiten aller Mitglieder einschließlich der Frauen der an der Front stehenden Mitglieder. Den RFC. erhielt ■ Ludwig Preis auf Klein-Chinchilla, LBP. Karl Horn auf Angora, Stm Walter Steinhaus auf Weiße Wiener, SIE. Emil Momberger auf Blaue Wiener. Außerdem wurden vergeben 16 Ehrenpr., 15 1., 30 2 und 33 3. Preise. Beim Geflügel erhielt den RFC. Hugo Tolksdorf auf Schautauben, LFE. August Zerbe auf Pekingenten, Börsenpreis Joses Greiß auf Gelbe Italiener, KF. August Schwein auf Barnhelder und 35 Sg. Die Ablieferungsleistung des Vereins betrug 23 Kilogramm Angorawolle und 350 Felle. Während der Ausstellung wurde fleißig dem Schießsport gehuldigt, standen doch wertvolle Preise den besten Schützen zur Verfügung.
Ein Kaminbrand entstand in einem Hause der Burgstraße. Mitglieder der Feuerwehr leinten den Kamin ab und beseitigten jede Gefahr.
Mssbadsn-DotztzsLia
Das „W. T." gratuliert. Am Mittwoch begehen die Eheleute Tüncher. Wilhelm S o n s a <f.. und Frau Christine, geb. Schmidt, Wiesbadener Straße 22, das Fest der goldenen Hochzeit. Wilhelm Honfack gehört feit feiner frühesten Jugend dem Turnverein 1848 Dotzheim als vorbildlicher Förderer der Leibeserziehung der deutschen Jugend an. Wo es not tut, stellt er selbst im hohen Alter beruflich seinen Mann. — Am Mittwoch begeht Frau Wilhelmine Germann, Wwe., geb. Enders, Schlageterstrabe 363, ihren 75. Geburtstag. _____
Zuchthaus für Vertraucusmitzbrauch.
- Darmstadt. 8. Des. Die Verwaltung der Lebensmittelkarten für die Geiolglckaft der Saline Ludwissballe in Bad Wimpfen lag bis September 1942 in der Sand des bisher unbestraften und . auch gut beleumundeten Inspektors und Prokuristen O. K l o v v e.n- 6 ö r e r. Er mißbrauchte in unbegreiflicker Leichtfertigkeit seine Vertrauensstellung, indem er sich aus dem Beitand uberichusiiger und an das Ernäbrungsamt zurückzugebender Schwer- und Schwerfiarbeiterzusatzkarten feit etwa Juni 1942 Bezugsberechtigungen aneignete und für den eigenen Bedarf zum unberechtigten Einkauf von Fleisch und Sveck mißbrauchte. Das. Sondergericht in Darmstadt erkannte wegen fortfleieüter Unterichlaaung von Vordrucken für Bezugsberechtigungen und wegen unberuflter Verwendung eines Teiles derselben nach den Bestimmungen der Kriegswirtscharts- und Verbrauchsreselungsstrawerordnung auf ein 3 a b r Zuchtbaus
Die gesetzliche Schutzfrist
Lohnfragen im Mutterschntzgesetz
Das deutsche Mutterschutzgesetz verwirklicht erstmalig den Grundsatz, daß werdende und stillende Mütter während der gesetzlichen Schutzfrist keine Lohneinbuße erleiden, sondern ein Wochengeld in der Höhe des vollen regelmäßigen Arbeitsentgeltes beziehen sollen. Wenn fich die Notwendigkeit ergibt, Beschäftigungsverbote auszusvrechcn oder wenn vor der Sechswochenfrist eine geringer entlohnte Arbeit übernommen werden muß, so haben fie gegen den Unternehmer einen Anspruch auf Weiterzahlung des bisherigen regelmäßigen Arbeitslohns. Das gleiche gilt auch, wenn ein Arzt einen Arbeitswechsel anordnet.
3n der letzten Zeit find vom Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz mehrere Anordnungen erlasien worden, die fich in der Hauptsache mit dem Ausbau des Lohnschutzes befasien. Im Mutterschutzgesetz heißt es, daß werdende und stillende Mütter keine Mehrarbeit leisten dürfen. Das kann für Frauen, die bisher stündig Mehrarbeit verrichtet haben, zu einer Minderung ihres laufenden Einkommens führen. 3m Grundsatz soll die Leistung von Frauen-Mehrarbeit immer nur eine Ausnahme sein, und deshalb sieht auch das Mutterschutzgesetz einen Anspruch auf Weiterzahlung des Entgelts für die bisher geleistete Mehrarbeit nicht vor. Um aber Härten zu vermeiden, werden vom Standpunkt des Lohnstovs keine Bedenken erhoben, wenn der Betriebsführei die Mehrarbeitsentgelte auf Grund einer Vereinbarung oder freiwillig weiter bezahlt.
Gelegentlich kommt es auch vor, datz werdende und stillende Mütter, die bisher zusammen mit anderen Frauen Mehrarbeit, Nacht- ober Feiertagsarbeit geleistet haben, aus betrieblichen Gründen in der normalen achtstündigen Tagesschicht nicht mit der
gleichen Arbeit beschäftigt werden können. Wenn aus einem solchen Grunde ausgesetzt oder eine geringer entlohnte Tätigkeit übernommen werden muh. so ist es nach dem Wortlaut des Mutterschutzgesetzes zweifelhaft, ob ein Anspruch auf Weiterzahlung des regelmätzigen Arheitsentgelts besteht. Der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz hat entschieden, datz bei finngemäber Anwendung der Grundsätze des Gesetzes ein Anspruch aus Weiterzahlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts in der Regel auch für solche Fälle begründet ist.
Wenn eine Frau in den ersten Monaten nach der Niederkunft nicht voll leistungsfähig ist, darf fie nur zu einer ihren Kräften entsprechenden Arbeit herangezogen werden. Auch hierbei kann vorübergehend ein Aussetzen der Arbeit ober bie Zuweisung einer geringer entlohnten Tätigkeit, möglich sein. Nach bem Erlatz des Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz haben die stillenden Mütter und Wöchnerinnen in diesen Fällen ebenfalls einen Anspruch auf Weiterzahlung des regelmäßigen Arbeitsentgelts gegen den Unternehmer. Als regelmäßiges Arbeitsentgelt kann im allgemeinen der Durchschnittsverdienst der letzten dreizehn Wochen angenommen werden. Es ist die Frage ausgetaucht, ob bei der Berechnung des Durchschnittsoerdienstes auch Lohn- und Eehaltszuschläge, beispielsweise Mehr-, Nacht- und Feiertagszu- schläge berücksichtigt werden müsien. Hierzu hat der Eeneralbevoll» mächtigte entschieden, datz diese Zuschläge grundsätzlich als Verdienst im Sinne des Mutterschutzgesetzes betrachtet werden müssen, denn die wirtschastliche Lage der werdenden oder stillenven Mütter soll durch die Schutzmaßnahmen dieses Gesetzes nicht verschlechtert werden. s.
Dienstag Verdunkelung von 17.15—7.55 Uhr
