Wiesbadener Tagblatt
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Rr. 286
Samstag/Soimtag, 5./6. Dezember 1942
90. Jahrgang
Ein kostspieliges Unternehmen
Die Auswirkungen des Afrika-Abenteuers auf die Ölversorgung der USA-Häfen
as. Berlin, 5. Dez. (Eifl. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Von all den großen Hoffnungen, die man in London und Washington auf den nordafrikanifchen Raubzug setzte, ist nicht viel übrig geblieben. Man mutz vielmehr erkennen, datz dieser Raubzug ein ziemlich kostspieliges Unternehmen ist. Die US.-Amerikaner bekommen noch weniger öl als bisher. In den Häfen der Ostküste find die Ölrufuhren um etwa 50 Prozent zurückgegangen, da der Treibstoff selbst, ebenso wie die Tanker, für das amerikanische Erveditionsheer gebraucht werden. In England hat man aus den Teilgeständnissen des Ersten Lords der Admiralität, Alexander, entnehmen müssen, datz vor Nordafrika auch ein Flugzeugträger verloren ging, der siebente, den England in diesem Krieg einbützt. Es soll sich dabei um einen ehemaligen umgebauten Handels- damvfer gebandelt haben. Auch dieser Verlust ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Opfer der Engländer und Amerikaner, die Re für das nordafrikanische Unternehmen bringen müssen und zu denen ia auch der englische schwere Kreuzer der „Lonbon"-Klasse hinzuzurechnen ist, den ein deutsches U-Boot vor wenigen Tagen im westlichen Mittelmeer versenkte.
Dabei mutz man feststellen, datz man trotz aller dieser Opfer nicht weiter kommt. Recht sorgenvoll stellt die..Times" fest, daß auch bei den Kampfhandlungen in. Tunis die Achsenmächte wieder die Vorteile der inneren Linie hätten. Sie könnten Nacht für Nacht Truppen und Munition über den Seeweg von Sizilien her nach Tunis bringen und vor allem könnten ihre Flugzeuge herüberfliegen, während Engländer und Amerikaner auch ihre Luft- waffenverstärkungen auf dem Seeweg transportieren müßten. So mutz man feststellen, datz man noch immer weit von dem eigentlichen Ziel, der Eroberung der ganzen Mittelmeerküste. entfernt ist.
Der nordafrikanische Raubzug hat hingegen die Auseinandersetzungen im anglo-amerikanischen Lager wesentlich
verschärft. Man mutz in England erkennen, datz Roosevelt Herrn $ a r I a n als seinen Statthalter in Nordafrika betrachtet und gar nicht daran denkt, die Engländer an der Beute zu beteiligen. Man stellt fest, datz Roosevelts Erklärung, nach der er Darlan nur als zeitweiligen Helfer betrachtet. in Nordafrika selbst überhaupt nicht veröffentlicht wurde. Sie sollte offensichtlich nur dazu dienen, die Engländer zu beruhigen. Das ist allerdings nicht gelungen. Neutrale Korrespondenten in London sprechen vielmehr von einer „beträchtlichen Erregun g". die in England über die Entwicklung in Nordafrika herrsche. Vor allem ist man auch schwer verärgert, weil der amerikanische Oberkommandierende. General Eisenhower, Herrn Darlan telegraphisch zur Bestallung als Staatschef gratulierte. Es trägt auch nicht zur Beruhigung bei. wie die „Daily Mail" berichtet, datz der französische Generalgouverneur von Nordafrika, Boisson. der Mitglied des von Darlan geschaffenen Kolonialrates ist, den Hafen Dakar wohl den Amerikanern. nicht aber den Engländern zur Verfügung g e ft eilt habe. Der Gedanke, datz ihnen Dakar verlorengeben und ganz in den Besitz der USA. kommen könnte, wurmt die Engländer natürlich sehr, lieh doch die „Times" schon vor einiger Zeit erkennen, datz London stark auf Dakar spekulierte. Es zSigt sich immer wieder, datz Roosevelt in Nordafrika imperialistische Ziele verfolgt und datz Churchill ausnahmsweise einmal die Wahrheit sprach, als er erklärte, datz er bei dem nordafrikanischen Unternehmen nur als Adjutant Roosevelts fungierte.
Und doch ist Nordafrika nur ein Ausschnitt aus dem größeren Kampf zwischen London und Washington um das britische Kolonialreich und die britischen Märkte. Auch alle, für amerikanische Ohren bestimmte Oberhausdebatten. in der Lord Cranborne den Willen Englands unterstrich, zu halten, was man besitzt, helfen dabei ebensowenig wie frühere ähnliche Churchill-Erklärungen, über solche Einsprüche gehen die USA. zur Tagesordnung über und die lautet: Weltherrschaft, auch auf Kosten Englands!
Treuegewbnis der italienischen Arbeiterschaft
Eine drastische Abfuhr an Churchill.
wt. Churchill bat mit seinem plumpen Versuch, das italienische Volk von dem Duce zu trennen, eine drastische Abfuhr erhalten. Daran war von vornherein nicht zu zweifeln und es gehörte schon die Dickfälltgkeit und Sturheit dieses verbohrten Lügners dazu, einen derartigen Versuch, der eine große Beleidigung unseres tapfer kämpfenden Verbündeten darstellen, zu wagen. „Die italienische Ä r - beiterschaf t", so beißt es in einer Entschließung des Nationalrats der faschistischen Arbeiterverbände. „hat mit Bewegung und Stolz die Worte des Duce vernommen und wird ihre gesamte Energie in den Dienst der Kriegsan st rengu ngen der Nation ft eilen. Die Arbeiterschaft wird sich durch keine Drohung des Feindes einschüchtern lassen und ist mehr denn je gewiß, daß die Ausdauer und der Mut des italienischen Volkes ihren Lohn im Siege finden werden."
Die italienische Presse beschäftigt sich weiterhin mit der Rede Mussolinis und „Teuere" erklärt, der Duce habe mit seinen Worten Churchill ein Brandmal aufgedrückt. Mit Entrüstung weift bas Blatt die Zumutung eines feigen Verrates zurück und geißelt die Ankündigung weiterer Luftangriffe auf italienische Städte als einen neuen Beweis für die en glische Barbarei. „Nicht der Duce allein", io erklärt „Giovanni Ansaldo", sondern das gesamte italienische Volk hat durch die ernfte und entschlossene Haltung. mit der es die Worte Mussolinis aufnahm, dem Feind
die gebührende Antwort auf lein« Beleidigungen und Drohungen erteilt. Die Einschüchterungsoersuche Churchills stellten in der Tat für jeden Italiener, einerlei ob er Mitglied der faschistischen Partei ist ober nicht, eine Beleidigung bat. Die Italiener wissen, datz sie harten Prüfungen entgegengehen, aber sie haben Mussolini gelobt, standzuhalten und sie werden ftandhalte n.“
Auch in der übrigen europäischen Presse hält das Echo auf die Duce - Rede weiterhin an. Besonders starke Beachtung fand Re in dem befreundeten Spanien. „Der Duce bat es nicht nötig gehabt", so schreibt z. B. „ABC", „zu feinem Volk zu sprechen, um die Moral zu heben, denn jetzt, wo die drei wichtigsten Stützpunkte des westlichen Mittelmeeres in der Hand der Achse sind, kann Rom der weiteren Entwicklung mit Ruhe entgegensehen." „Italien steht nicht nur fest zu feinen Verbündeten", eine Feststellung, die die Zeitung „Jnformaciones" trifft, „sondern auch zu den europäischen Völkern, die in Feuer und Blut erstickt wären, wenn nicht ihre nationalen Organisationen dem Bolschewismus ein Halt geboten hätten. Die Rede ift gleichzeitig eine Antwort an Churchill, der durch die Bombardierungen der Zivilbevölkerung das italienische Volk von seinem Duce trennen will. Mussolini steht wie der Führer an der Seite seines Volkes und die Absichten (Eburib;rfs, Re durch Terror zu entzweien, sind als wahrhaft kindisch zu bezeichnen, denn weder das deutsche Volk lätzt seinen Führer, noch das italienische Volk seinen Duce im Stich."
Gegen die U-Boot-Gefahr ist kein Kraut gewachsen
Das untaugliche Mittel
Von Fritz Günther
Je mehr fick die Feinde des Kontinents im Verlaufe des Krieges davon überzeugen mutzten, datz alle ihre Bemühungen, mit militärischen Mitteln auf Europa wieder Fuß zu fassen, an dem unüberwindlichen Widerstand der Achse scheiterten. um so stärker haben sie versucht, mit einer ebenso infamen rote minderwertigen Agitation die Haltung der Bevölkerung zu erschüttern. Zunächst richteten sich diese Versuche gegen das deutsche Volk, dem sie schon in den feiten, da noch Chamberlain das Steuer der britischen Politik führte, einzureden versuchten, es brauche sich nur von Adolf Hitler und dem Nationalsozialismus loszusagen, um Frieden, Freiheit und eine glückliche Zukunft zu haben. Als es nicht gelang, mit solchen Gaukeleien eine Kluft zwischen Führer und Volk aufzurichten, ließ man die Maske fallen und enthüllte den wahren Charakter britischer Gesinnung mit schamloser Offenheit, indem man klipp und klar verkündete: Wir führen einen Vernichtungskampf gegen das deutsche Volk in seiner Gesamtheit. Nun wußten wir es ganz genau und konnten uns danach einftellen. Datz diese Drohung nicht nur eine leere Redensart war und mit der Absicht unmittelbarer Einwirkung auf die Zivilbevölkerung zum Ausdruck gebracht werden sollte, erfuhren wir zunächst durch den Bombenterror über deutsche Städte. Von jüdischen Gehirnen ausgebrütete sadistische Pläne, in denen davon die Rede war. nicht nur das Deutsche Reich zu zertrümmern, sondern audi bas deutsche Volk völlig auszurotten, enthüllten > in Wort und Schrift unser Schicksal nach einem britischen Siege. Als solche Drohungen auf uns nicht den geringsten Eindruck machten, vielmehr nur dazu beitrugen, bas Verhältnis zwi- schen Volk und Führung immer enger zu gestalten und den Widerstandswillen zu verhärten, weil nunmehr auch der Leichtgläubigste erkennen mußte, daß es in diesem Kriege um Sein ober Nichtsein, um Sieg ober Vernichtung gebt, gab man es auf, bas deutsche Volk mit solchen Mitteln in Verwirrung zu bringen.
Da es nun aber einmal zu den vlntoirakischen Methoden gehört, den Krieg weniger mit den Waffen, als mit den Mitteln derVerleumdungdesGegners und dem Appell an die niedrigsten Instinkte der Menschen zu führen, versuchten Churchill und seine Regierungskreaturen an Italien ein besseres Objekt für die Verwirklichung der Pläne zu finden. Je mehr in London die Einsicht wuchs, datz gegen die beutidie Wehrmacht nichts auszurichten sei. um so stärker versteifte man sich auf die Formel, zunächst Italien aus dem Kriege herauszuboxen. Als südlicher Eckpfeiler Europas versperrte Italien den Engländern den freien Zugang zum östlichen Mittelmeer. Nach britischer Auffassung aber ist die unumschränkte und widerspruchslose Beherrschung des Mittelmeers für die britischen Inseln und das Empire von entscheidender Bedeutung. Daran erinnerte man sich wieder, als alle Versuche misslungen waren, an einem anderen Punkte der europäischen Front eine weiche Stelle zu finden, über die man dem Ziele näherkommen konnte. Nach den deutschen Siegen des Kriegsjahres 1942 und dem misslungenen Landungsversuch bei Dieppe, hatte man die Bildung einer von Stalin so dringend geforderten zweiten Front auf dem Kontinent zunächft aufgegeben. Ein geringeres Risiko bedeutete dagegen die Landung einer amerikanisch-englischen Besatzungsarmee in Nordafrika, die der Verrat französischer Generale vorbereitete, übrigens bat sich Roosevelt schon lange vor Eintritt Amerikas in den Krieg mit dem Problem Afrika beschäftigt und. wie die amerikanische Zeitschrift „Life" verrät, bereits vor 25 Monaten einen Afrika-Plan ausgearbeitet, der die wirtschaftliche Ausbeutungsmöglichkeit dieses zum grössten Teil auf England und Frankreich aufgeteilten Erbteiles untersuchte. Roosevelts Krieg bat also jetzt bie Richtung genommen, die von ihm von Anfang an geplant war. Die Lorbeeren, die er sich auf dem heissen Boden des schwarzen Erdteiles holen möchte, werden ihm zwar von den Engländern noch streitig gemacht. Wir sind aber überzeugt, dass er ftck mit der robusten Hemdsärmeligkeit seiner Gangster-Politik über die aufgetaudjte Streitfrage, ob Darlan oder de Gaulle künftig als Schattenfiguren für die Sanktionierung des durch Verrat vorbereiteten Überfalles, der Algerien, Marokko und Westafrika den Amerikanern auslieferte, zu gelten haben, lehr leicht Hinwegsetzen wird.
Auch der überstürzte Serienbau schafft keine Abhilfe
Die Erdkämpse in Tunesien nehmen an Umfang zu
Deutsche Truppen erstürmten wichtige Sühenstellungen — Feindliche Fallschirmjäger vernichtet — Großangriff auf Bane
bart kämpfen. Alle wissen, dass die Aussichten am Leben zu bleiben, tatsächlich sehr gering sind, denn der Geleitzug darf mitten in einem heftigen U-Boot- und Flugzeugangriff nicht angebalten werden, um die Überlebenden aufzufischen." Nach diesen Feststellungen kann man sich vorstellen, was von den Geleitzügen, die Churchill immer so prompt in Murmansk einlaufen lätzt. tatsächlich übrig bleibt.
Was uns in diesem Zusammenhang besonders angeht, ift die Gleichzeitigkeit des Versuches, auf Italien mit den stärksten Mitteln einen Druck ausjuüben, der das italienische Volk in seiner Kampfentschlossenheit wankend machen sollte. Es begann, wie seinerzeit, als England die ersten Bomben über deutsches Gebiet ab warf, mit dem Luftkrieg gegen die iialienifche Zivilbevölkerung. Nacht für Nacht flogen die britischen Bomber über die neutrale Schweiz nach Italien, zerstörten mit ihren brutalen Angriffen wertvollen Kulturbesitz in Genua, Turin und Mai-
schnell zum Schweigen gebracht. Der etwa eine halbe Stunde währende pausenlose Angriff wurde von deutschen Jägern erfolgreich abgeschirmt. Ein Verband feindlicher Jagdflugzeuge, darunter zahlreiche amerikanische vom Muster „Lockhead-Lightning" wurde von unseren Jagdstaffeln in ein förmliches Kesseltreiben verwickelt, wobei ohne eigene Verluste fünf feindliche Flugzeuge abgeschopen wurden. Damit verlor der Gegner in den beiden letzten Tagen in diesem Kampfraum 22 Flugzeuge bei nur zwei eigenen Verlusten
Deutsche Zerstörerflugzeuge faßten in einer Paßenge des östlichen Atlasgebirges in den Morgenstunden des 3. Dezember eine große britisch-amerikanische Kolonne Drei gepanzerte Flakkampfwagen wurden gleich beim ersten Anflug außer Gefecht gesetzt die aus den brennenden Wagen flüchtenden Besatzungen mit Bordwaffen beschossen. Auch eine westlich des Papes feuernde feindliche Batterie stellte unter der Wirkung gut fitzender Bomben bald das Feuer ein. Der aus etwa zwanzig »roßen Lastkraftwagen bestehende Fahrzeugpark wurde schließlich vom Feuer der MGs und Bordkanonen stark beschädigt.
3n der Nacht zum 3 Dezember traf ein umfassender Angriff deutscher Kampfstaffeln den Flugplatz und den Safe» vonBone. Die Abstellplätze am Rande des Flugfeldes wurden im Reihenwurf getroffen, die Startbahnen in der ganzen Länge aufgeriffen. Im Safen brannten nach dem Abflug der deutschen Verbände große Lagerhallen lichterloh, auf den Kais wurden Ausladeeinrichtungen zerstört. Reben Sone waren noch eine Bahnstation und ein wichtiger Straßenknotenpunkt an der algerisch-tunesischen Grenze Ziele eines Nachtangriffes unserer Bomber Dabei gingen, neben zahlreichen Eeb.uden in der Ort- schast, große Mengen von Treibstoffvorräten in Flammen auf.
wt. Die Briten und Amerikaner suchen bie Wirkungen bes U-Boot-Krieges von zwei Seiten her einzuschränken. Einmal burch bie Verstärkung b e r Abwehr, bie jedoch bisher ohne Erfolg blieb und auch, womit man sich in London unb Washington längst abgefunben hat, ohne Erfolg bleiben wirb. So klammert man sich beim an bie Hoffnung, bin® einen möglichst schnellen Ersatz ber verlorenen Schiffe ben ohnehin unzulänglichen Tonnagebestanb wenigstens emigermatzen erhalten zu können. Dieser über- ft u r $ t_e Serienbau geht natürlich auf Kosten bet Qualität unb wozu bas führt, zeigt ein Schiffsunglück, bas hm, wie aus Buenos Aires gemeldet wirb, in ber Bucht von Narraganfetts ereignete. Ein eben erst abgeliefertes, neues amerikanisches Schiff kenterte, als es von ber ersten, stärkeren Welle getroffen würbe unb »war io schnell, bass bie Besatzung keine Zeit mehr batte in bie Boote zu gehen, so baß 21 Mann ertranken. Durch derart schlechte Arbeit ift ber anglo- amerikaniichen Transvortflotte kaum gebient unb ber „Anreiz für bie Seeleute, sich auf berartige Tobeskähne anheuern zu lassen, zweifellos nicht gestiegen. Auf diese Weise wirb man ber U-Boot-Gefahr nichr Herr werben.
In ber in Moskau etscheinenben englischen Agitationszeitung. „Der britische Verbündete", in ber man schon etwas offener reben barf, um ben unzufriebenen Bolschewisten zu »eigen, was man alles für sie tut. wirb ein Bericht bes Commanders Kenneth Ebwarbs veröffentlicht, worin bie Lügen Churchills über bie glückliche Ankunft angelsächsischer Geleitzuge m Murmansk gründlich widerlegt werben. Der englische Offizier nennt bie Norbroute ben meist gefährdeten eeeroeg. ben bie Welt je kannte. Schon vom Verlassen bes Hafens an würben bie Geleitzüge burch U- Boote bebroht. bie zugleich bie Rolle eines Spähtrupps übernähmen unb bie sich nähernde Karawane meldeten. Weiter im Norden lägen dann stärkere U-Boot-Verbände auf der Lauer unb wenn sich bas Geleit einer ungenannten Meerenge nähere, griffen auch noch bie großen, viermotorigen Focke-Wulf-Conbor-Flugzeuge in ben Kampf ein. Schließlich feien Rubel von U-Booten, mächtige Einheiten der deutschen Kriegsmarine unb Hunderte von Flugzeugen mit ihren Bomben und Torpedos zum Einsatz versammelt. „Die Eskorte", so beißt es in dem Bericht bann wörtlich, „die ben Geleitrug durch diese Gefahrenzone bringen soll, mutz sich jeden Zoll des Weges erkämpfen. Die Männer auf den Schiffen, bie die Frachten an Bord haben, müssen genau fo
Berlin, 4. Dez. Die Erbkiirnpfe im tunesischen Kampfraum nehmen von Tag zu Tag größeren Umfang an. Das vielfach gebirgige, unwegsame Gelände mit den wenigen Straßen unb die unablässig bohrenden Angriffe der deutsch- italienischen Luftwaffe auf Truppen und Nachschub, Häfen und Flugplätze hatte dem Gegner das bisher schleppende Tempo seiner Entwicklung diktiert und ihn zwangsläufig in die taktische Position gebracht, die unsere Führung jetzt energisch aus- zunützen beginnt.
Am 3 Dezember griffen, wie das ÖKW. mitteilt, deutsche und italienische Einheiten an mehreren Stellen den Gegner erfolgreich an. Deutsche gemischte Verbände, von Schlachtfliegern in pausenlosen Einsätzen unterstützt, erstürmten eine wichtige H-ii h e n st e l l u n g. Italienische Truppen vernichteten eine größere Abteilung feindlicher Fallschirmjäger. 754 Mann, darunter 18 Offiziere, wurden gefangen genommen. Dreißig Panzer, fünf Panzerspähwagen, dazu zahlreiche leichte und schwere Infanteriewaffen, sowie mehrere Munitionskraftwagen waren die Beute dieser Angriffe.
Die deutsche und italienische Luftwaffe führte am 3. Dezember neben der Unterstützung unserer Erdtruppen ihre selbständigen Aktionen gegen die britisch-amerikanischen Eindringlinge weiter fort. Eine Ortschaft wurde von einem stärkeren Verband Ju 88 völlig mit Bomben eingedeckt. Bereitstellungen feindlicher Panzerkräfte wurden zerschlagen. Hunderte von Sprengbomben schweren Kalibers fielen in Materiallager, Fahrzeugparks, vollgefüllte Depots und Trurwenauartiere. Dieser Angriff kam dem Feind so überraschend. daß die feindliche Flak erst nach geraumer Zeit ihr Feuer eröffnete. Die Batterien wurden von dem Bombenhagel
