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Seite 4 Nr. 283

Wiesbadener Tagblatt

Mittwoch, 2. Dezember 1942

_____Wiesbadener Nachrichten

Verpflichtung der Gemeinschaft

Am Sonntag wollen wir daran Lenken

Alle Terrorangriffe des Gegners prallen wirkungslos an uns ab wie an einem Schild, zu dessen Träger wir alle geworden find. Front und Heimat sind eine verschworene Gemeinschaft, in der jeder bis zum Äußersten seine Kräfte und sein Leben einsetzt. Je unerbittlicher und zäher an den Kriegsschauplätzen gekämpft wird, desto stärker ist auch die Heimat und ihre Opferbereitschaft.

Die Spenden für das Kriegs-Winterhilfswerk sind Ausdruck des Dankes an unsere Soldaten. Sie verdeutlichen mit steigenden Ergebnifien unseren unerschütterlichen Glauben an die Sendung des deutschen Volkes. Darüberhinaus ist der O v f e r s o n n t a g nicht nur eine Gelegenheit, durch seine Svende den Beweis zum härtesten Kampfeswillen zu erbringen, sondern auch ein Tag der Besinnung, an dem wir uns der Opfer draußen an der Front be­sonders erinnern wollen. Das Bekenntnis zum Führer soll ay jedem Ovfersonntag bekräftigt werden, nicht mit Worten, sondern durch Taten, die erkennen lasten, daß es jetzt nur noch eine Parole gibt"Vorwärts bis tum Endsie g!"

Eigene Vorsicht schützt vor Schaden und Strafe!

Hinweise für Eisenbahnrcisende

Wer im Zug seine Sand zwischen Tür und Rahmen legt, ist selber schuld, wenn er beim Zuschlägen der Tür verletzt wird. Die Gerichte versagen ihm jeden Schadenersatzanspruch gegen die Eisenbahn. Wozu sind auch Türklinken und Eriffstangen da, an denen man sich ungefährdet festhalten kann?

Schon zu Friedenszeiten war das vorzeitige Aussteigen ge­fährlich, daher verboten und strafbar. Erst recht gilt das bei Ver­dunkelung im Kriege. Also aufvassen und .erst, wenn der Zug ganz zum Halten gekommen ist, die Tür öffnen und aussteigen! Wer das nicht beachtet und dabei Schaden nimmt, hat keinen Ersatzanspruch gegen die Reichsbahn.

Wer sich auf dem Bahnsteig vordrängt, wird leicht vom Zug oder einer vorzeitig geöffneten Wagentür ersaßt und hat dann die Folgen selbst zu tragen. Mindestens hindert er mit seinem Drängen das rasche Aussteigen der ankommenden Reisenden und verzögert dadurch sein eigenes Einsteigen!

Jeder Reisende ist verpflichtet, bei Eintritt der Dunkelheit die Vorhänge seines beleuchteten Abteils selbst zuzuzkehen und geschloßen zu halten. Er darf also nicht warten, ob vielleicht die Schaffnerin' kommt und die Arbeit für ihn tut. Zuwiderhand­lungen sind nach bahn- und luftschutzpolizeilichen Bestimmungen strafbar, und die Reichsbahn ist gezwungen, diese Vorschriften streng durchzuführen. Niemand kann sich dabei mit Unkenntnis ausreden, denn die Bestimmungen hängen in jedem Abteil aus

^chrankenbeleuchtungen müssen heute selbstverständlich auch abg 'endet oder ganz ausgeschaltet werde» Das erfordert der Luitschutz. Also während der Verdunkelung noch vorsichtiger an Bahnübergänge heranfahren als im Frieden!

Der Windstoß"

Lustiger Film von einem gehandelten Btenschenjcind im Thalia-Theater

Das Drehbuch zu dem Tobis-FilmE i n W i n st o ß" schrieben Dr. Roland Schacht und Walter Felsenstein nach dem rustsptel gleichen Namens von Eiovacchino F o r z a n o. Dieser Windstoß, der.eines Morgens heimtückisch Herrn Rigattieris Abschlußtür zu­wirst daß der Wohnunasinhaber im Nachthemd ausgesperrt ttn Treppenhaus steht, hat eine Fülle von Verwicklungen zur Folge. Dem betroffenen, schon reichlich verknöcherten Junggesellen bringt er recht ärgerliche, aber auch heilsame Erfahrungen ein. Die Hausbewohner, mit denen er beharrlich im Streit liegt, freuen sich, als sie ihm nun etwas am Zeug flicken können. Dabei ist Herr Rigattieri im Grund ein guter Kerl, nur verbittert, einsam und darum in SelbstgerechtiLke.it verhärtet, Aber als er einen Menschen trifft, der noch einsamer scheint als er selbst und der am Leben zu zerbrechen droht, bricht sein verschüttetes Herz durch. Er weiß sich in Hilfsbereitschaft und Sorge nicht genug zu tun die Nachbarn sehen staunend eine unverhoffte Wandlung und ändern demgemäß die eigene Einstellung zu dem verschrieenen Ekel" Ein Fall, der schon zu peinlicher Prozeßverhandlung führte, wird freundlich beigelegt, Herr Rigattieri begteqt, daß der Einzelne nicht abseits stehen darf, sondern in bte sich gegen­seitig dienende Gemeinschaft gehört, und das Mädchen, das ihn denguten Kern" in sich entdecken ließ, will ein künftiges, glück­licheres Leben mit ihm teilen. Es ist ein heiterer, aber auch be­sinnlicher Stoff, der in unterhaltsamer Form einen ernsthaften Grundgedanken gestaltet. Die stärksten Wirkungen hat der Film im Charakterhumor der Figuren, die unter frisch zupackender Spiel­leitung von Walter F e l s e n st e , n durchaus das südländische Temperament des italienischen Originals zeigen. Flott, lebensvott und mit mancherlei witzigen Episoden wickelt die Handlung sich ab, als Hintergrund hat sie das schöne Florenz. Darstellerisch steht die Rolle des gewandelten Menschenfeindes beherrichend ,mi Mit­telpunkt. Sie gibt das rechte Feld für Paul K e m P, der köstlich ein bärbeißiges Junggesellentum verkörpert erschüttert steht vor der scheinbar gegen ihn verschworenen Umwelt, komisch hilflos ist, da er helfen mochte, schließlich glückstrahlend gleichsam von innen sich aushellt. Eine seine, mitunter saft das Tragikomische streifende Studie. Neben ihm erscheint mit Margrit D e b a r ein neues Filmgesicht, eine junge Künstlerin, die mit Anmut und Echtheit des Ausdrucks zu überzeugen vermag. Durchweg gut gesehen find auch die übrigen Figuren, unter ihnen hervortrftend besonders Ursula Herting, Elsa W ° g n e r und Lina C ar st - n s sowie S ch a f h e i t l i n (Eertchtsvorfttzender) und Paul Bildt (Be- rufunqsrichteri. Das Beiprogramm brmgt einen sehenswerten Bildstreifen vonS ch L n h e i t der A r bei t" tm neuen Den sch­lank, mit Werkräumen, die Statten nicht nur der Produktion, sondern vor allem der schaffenden Gemeinschaft sind.

Heinrich L e t s.

Pakete und Päckchen zu Weihnachten. Wei für Weih­nachten bestimmte Pakete und Päckchen nicht in der eisten, späte­stens int Laufe -der zweiten Dezemberwoche zur Post gibt, kann nicht mit rechtzeitiger Ankunft seiner Sendungen zmn Weihnachts- feft rechnen. Haltbare Verpackung und genaue Anschrift find Vor­bedingungen für richtige Ankunft. In jede Sendung ist ein Doppel der Aufschrift einzulegen. Feldpostvackchen werden bis zum 25. Dezember nicht mehr angenommen.

Keine zusätzliche Beheizung! Es wird nochmals darauf hin- gewiesen daß die Verwendung von Elektrizität und Gas zur zu­sätzlichen" Beheizung von anderweitig beheizten, gewerblich be- nutzten Räumen (Geschäfts-, Verwaltung-- und Petriebsraumef verboten ist. Zuwiderhandlungen werden bestraft.

Musik.

s-

Muiikdirektor August Logt dirigiert am Donnerstag

17.15 l^hr im Deutschlandsender dieSchöne Musik am traten

In SuiammenarBeit mit dem Wehrkreiskommando XII führt bet Reichssender Frankfurt am Samstag, o. Dez., um 11 Uhr eine SendungEwige deutsche Infanterie" durchs die von den Schulen im Bereich des Wehrkreiskommandos XII im Gemeinschaftsempfang abgehört werden wird.

Lautsprecher auf

Der Rundfunk am Donnerstag bringt an bemerkens­werten Sendungen im Reichsvros r a m m. 16 Uhr Landsch i - liche Kunstmusik von Beethoven bis Johann Strauß, 171» Uhr Luxemburg spielt aus", 18.30 Uhr Zettsviegel ,191» Uhr Front­berichte und wissenschaftlicher Vortrag, 20.1» Uhr Slegsrreb Borries spielt Mozarts -1-dur-Viollnkonzerst 21 Uhr S^EN aus Aida" Sm Deutschlandsender: 17.1» Uhr Sinfonische und rhaps°bisch7 Musik non BoLrini bist».20.15 Ut)t Setamrt« Unterhaltung-weisen, 21 UhrEine Stunde tut dich. tänzerische

Und als e» dann wieder in Rom war und voller Sehnsucht an den Dampf und die Glut in Wiesbaden zurückdachte, da ließ er Häuser und Straßen mit Petroleum begießen, anzunden und

ist ausf und keine Macht

tnochcn. < , < .,

Der heutige Neroberg mit seinen Sehenswürdigkeiten ist so etwas wie ein Wahrzeichen Wiesbadens. Daß man aber die Aus- sicht von ihm auch schon früher zu schätzen wußte, zeigt belstehendes Bild, auf dem ein hoher, längst abgetragener Aussichtsturm auf dem Neroberg zu erkennen ist.

Eine ganz besondere Bewandtnis Hal es mit bernNero­berger", von dem man ganz zu Unrecht geringschätzig spricht. Wer noch 1893er Neroberger, dgmals Domänenwein, getrunken hat der weiß warum man damals für ein Viertelstück viele tausend Mark bezahlte, aber wenn erNersberger" geheißen hatte,.

Do [egt de Nero laut und lacht: Wiesbade, des host du gemacht! Was du kannst, guck, des kann ich auch, Jezz werd auch hie mei' Noos voll Raach.

An und für sich darf es uns nicht wundern, wenn Wiesbaden als alter römischer Stand- und Badeort, den Resten, aus der Römerzeit eine besondere Beachtung schenkte. Auch römische OuG- häuser auf dem Neroberg, deren Reste setzt völlig verschwunden sind, mögen phantasiebegabten Leuten Anlaß zu allen möglichen Feststellungen" gegeben haben. Aber an dem guten, alten N e r - - berg, einem Worte, das so viel als Felsberg bedeutete rüttelte man nicht, bis einmal der temperamentvolle Pfarrer Hellmund [p nebenbei die Bemerkung machte, daß manche Leute sagten, der Nersberg hätte früher Nerosberg geheißen, weil dort oben ein Jagdschloß Neros gestanden habe. Hellmunds Ansehen und das für den Deutschen Verlockende des Fremden brachten es fertig, daß man in gewissen Kreisen Wiesbadens, wenn auch noch ganz verschämt, vom Neroberg sprach. Auf den Karten und im amtlichen Sprachgebrauch blieb es bi- vor 100 Jahren fast nusnahmslos beim Nersberg. Selbst um 1860 reden wissenschaftliche Abhand­lungen nut vom Nersberg. Aber auf die nach Wiesbaden kom­menden Fremden konnten unsere Kurindustrlellen mit einem Neroberg, der jedem alles Beliebige zu denken ober auch gat nichts zu gebenten gestattete, viel mehr Einbruck machen, als mit dem für sie inhaltslosen Nersberg. So redet deshalb Dr. M a 1 = ten in seinem Fremdenführer von 1842 Bereits nut noch von dem N e r o 6 e t g , auf dem ein festes EeBäude gestanden haben soll, bas der Volksglaube zu einem Jagbfchloß bet Neronen machte. So .soll" undangeblich" glücklich unser Neroberg entjtanben, e Macht der Erbe wirb ihn wohl wieber zum Nersberg

Bilder aus dem alten Wiesbaden

Warum Hot Nero Rom verbrennt?

Die Anlwott auf diese Frage ist von "bet Geschichtswissenschaft zwar längst unb iiberzeugenb gegeben worbens aber unser guter Franz Bossona hielt biese Auskunft nicht für ausreichend. In seiner übersprubelnd witzigen Art beantwortete er die Frage nach der Wiesbadener Auffassung, wobei er allerdings so ganz im Ge­heimen sich über jene lustig macht, denen unser alter, schöner Neresberg nicht mehr gut genug war unb die ausgerechnet

Der Neroberg in alter Zeit

(Archiv (Sacrtncr)

&

den Kaiser N e r o zu seinem Taufpaten stempelten. Für B o s s o n g lag die Sache historisch so' /

De Nero wat hie ei'quarfiert Unn Hot im Römerbad logiert. De warme Brunne war sei' Fraad Unn gern Hot er sich brüt gebaat.

Mit Vorliebe ließ sich Nero nachmittags, wenn er in Pothse sein Pilsener getrunken hatte, in bet Sänfte auf den Neroberg tragen, und wenn ihm dann der warme Dampf vom Kochbrunnen herauf entgegenwallte, dann bekannte er:

O Roma villa tutmemschos

Hier skeit die Glut am in die Noos.

Hier is a Schauspiel unn c Dunst, 's is alles Dreck dagege suust. ,

WISSEN SIE SCHON...?

. wie unsere Artillerie heute, int Gegensatz zum Weltkrieg 1914/18, ge­gliedert ist? Im Weltkrieg war die Artillerie streng geschieden in Feld- artillerie einerseits und Fußartillerie andererseits, also in leichte und schwere Artillerie. Beide Waffen hatten ihre eigenen Schießvorschristen. Heute ist dieser Unterschied verwischt. Der heutige Artillerist kann bei leichten unb schweren Batterien verwendet wer­den; die Schießvorschrift ist für beide

Waffen gleich. Dagegen spielt heute für bie Ausbilbung bet Unterschied zwischen vferdebesvannter und motorisierter Artil­lerie eine größere Rolle als der Unterschied der Kaliber. Für den Einsatz gliedert sich die Artillerie des Heeres in Divisions­artillerie und Heeresartillerie. Die Divisionsartillerie gehört der Division ständig an und ist bestimmt zur Lösung einfacher Aufgaben: sie kann pferdebesvannt ober motorisiert fein, ihrer Division entsprechend. Die Heeresartillerie untersteht ber höheren Führung, enthält Geschützarten aller Kaliber und ist als Ver­stärkungsartillerie ober für befonbere Ausgaben, überhaupt für den Einsatz an den Brennpunkten des Kampfes be­stimmt. (Deike-M.)

Amtlich wird Reichsarbetts-

__ LebensmittelkarteFührerpaket für Osturlauber". Als Dank des Fiihres erhalten Urlauber, Verwundete und Kranke aus dem ' Bereich der gesamten Ostfront an ber Reichsgrenze ein Lebens- mittelvaket. In manchen Fällen ist es nicht möglich, bte Pakete an ben Verteilungsstellen auszugeben. So können besonders Ver­wundete ober Kranke oftmals die Pakete nicht in Empfang nehmen. Damit sie trotzdem in den Genuß der Lebensmittel kommen, wird ihnen jetzt die Möglichkeit verschafft, bte Lebens­rnittel in ber Heimat zu beziehen. Für Verwunbete, Kranke oder Urlauber bie aus befonberen Gründen das Lebensmittelvaket des Führers nicht erhalten können, ist eine besondere Lebensmittel­karte Führervaket für Osturlauber" eingefühtt worden. Die Karte besteht aus einem Stammabschnitt und Einzelabschnitten ttn Werte non je 500 Gramm über insgesamt 2,5 Kilogramm Weizenmehl, 1 Kilogramm Zucker, 1,5 Kilogramm Nährmittel, 1 Kilogramm Butter unb 1 Kilogramm Fleisch ober Fletschwaren. Die Einzel- abschnitte find bis zum 31. Mai, 1943 gültig, Antragsttller wenden sich unmittelbar an bie Dienststelle General 3. b. V. 4, -KS./ ASA.. Berlin W. 15, Pariser Straße 1.

Keine Verkaufssonniase vor Weihnachten.

mitgeteilt, baß auf Grund eines Erlasses des ------ .

minifters vom 18. November 1942 in diesem Jahre von der Frei­gabe eines Verkaufssonntags vor Weihnachten abgesehen wird.

Höchstmaße für den Stoffverbrauch bei DamenoberNeiduiig. Der Leiter bet Fachgruppe Damenoberbekleibungsindustrie hat eine Anweisung erlassen, burch bie mit verbindlicher Wirkung vom 1 Dezember ab für die MitgliÄer der Fachgruppe Hochstmengen für ben Stoffverbrauch bei ber Herstellung von Damenobel­kleibung vorgeschrieben werden, unb zwar für Kleiber. Blusen, Röcke Mäntel unb Kostüme. Die Festlegung reicht von ben Kinbersachen bis zu den übersetzten Frauengrößen. Für ein Damen- kleib der GruvveEinfach" beispielsweise bürfen in ben Großen 38 bis 46 auf einer Stoffbreitenbasis von 90 Zentimeter bis bret Meter im Durchschnitt verbraucht werden, i» der GruvveNormal 3 40 Meter. Bei langem Arm erhöhen sich die Maße aus 3,50 und 3,80 Meter. Für einen Samenmantel sind auf enter etonbrettem bafis von 140 Zentimeter 2,60 bis 2,70 Meter zugelassen Verstoße können mit Ordnungsstrafen bis zu 100 000 RM geahndet werben

Sonderzuteilungen für die Weihnachtsbetreuung der NSV. Der Reichsernährungsminister hat bem Hauptamt wr Volkswohl- fahrt für bie Weihnachtsbetreuung der verwundeten Soldaten tn ben Lazaretten bie erforderlichen Rohstoffe zur Herstellung von Gebäck und Süßwaren unmittelbar zur Verfügung geftettt. mir die erweiterte Kinberlandverschickung, die Kinder m Umfteblerlagetn unb für bie Kinder der WHW.-Betreuten wirb ferner eine Leb­kuchenaktion burchgeführt, für bie bie nötigen Rohstofte ebenfalls bereitgestellt würben. Der ReichsernährungsmlNister weist aus- drücklich barauf hin, daß weitere Sonderzuteilungen für andere Weihnachtsbetreuungen nicht zur Verfügung gestellt werden

Nachmittag". Das Programm bringt eine Sinfonie von Bocchertni, die Couverin-Suite von Richard Strauß, die Butletta jur Violine und Orchester von Paul Juon. eine Sansone von Pornno und bte RhavsobieItalia" von Casella. Solist ist E. Lenzewski.

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Auch bie Rundsunkgebühreitbefleimtg ist ein kleiner Betrag zum sozialen Aufbauwerk. Bei ber Machtübernahme wurde sie nur einigen bedürftigen Personenkrenen gewahrt. Mit dem Steigen der Hörerzahl stieg auch die Zahl der Freistellen. Nach eurem Bericht des Reichsarbeitsblattes beläuft |te sich heute auj rund 15 Millionen. Damit wurde auch eine allmähliche Erweiterung des Personenkreises möglich, dem die Vergünstigung gewahrt werden konnte. Zunächst wurden für bestimmte Personengruvven höhere Bebürftigkeitsgrenzen festgesetzt. Hierzu gehören besonders die Schwerkriegsbeschädigten, die Kinderreichen und tue Blinden. Ebenso wurde die allgemeine für die Gebührenbefreiung maß­gebende Einkommensgrenze erhöht. Der Krieg bedingte eine be­vorzugte Behandlung der Emoiänger von Familienunterhalt, der Verwundeten unb der Hinterbliebenen. Die Vergünstigungen sind inzwischen auch in ben neuen Gebieten bes Reiches eingeführt worden.

__ 5n der 44. Kartenveriobe erhalten bie Verbraucher die gleichen Lebensmitielrationen wie bisher. Unabhängig davon erfolgen die Sonderzuteilungen aus Anlaß des Weihnachtsfestes. Für den Bezug dieser Sonderzuteilungen wirt den Verbrauchern zusammen mit den Lebensmittelkarten für die 44. Kartenverwde eine Weihnachts-Sonderkarte ausgehändigt, bte vom 14. Dezember 1942 bis 31. Januar 1943 gilt. Der Verbraucher kann sich also ben Einkauf der Sonderzuteilungen auf mehrer« Wochen verteilen.

Wiesbadener Eerichtsurteile. Wesen Urkundenfälschung, unberechtigtem Verlasien der Arbeitsstelle und Vagabundierens verurteilte der Amtsrichter ein junges Mädchen zu vier Monaten zwei Wochen Gefängnis und vier Wochen Saft Sie hatte um einen auswärtswohnenden Freund besuchen zu können, ein Tele­gramm gefälscht, des Inhalts, daß sie dringend erwartet wurde, verließ daraufhin ihre Arbeitsstelle unb kam nicht wieder. Eine Frau, die in einem Bäckerladen sich immer größeres Geld wechseln liefe, um während dieser Zeit verschiedenes verschwinden 3U laßen, würbe wegen Diebstahls mit einer Geldstrafe von 100 RM belegt.

Mus Gau und Provinz

Zwei Schmutzfinken bekamen Denkzettel

--- Eießen. 2. Dez. In bem Sorte Stangen tob beiGrün- bers erhielt ein junges Mädchen wiederholt anonvme Zuickriften mit unflätigen Bejchimv jungen gegen bas Madcken selbst und leinen Arbeitgeber. Ferner würben m dem Sott Ab­bildungen an Zelegrapbemtangen angebettet unb auf die Straßen geworfen, die ebenfalls schwerste Beleidigungen und unnttlime Vorwürfe gegen das Mädcken unb ben NrbettkA^AM'elten. In der Familie des völlig grundlos verleumdeten Madckeiisherrickte Über diese Schmutzfinkereren große Nredergeschlagenbett und Empörung, da fick das Mädchen nichts batte äufibiMben iommen lassen und bie An ckuldlgungen nur in niederträchtiger Gemem- Helt erhoben wurden. Auch der Onkel des Mädchens äußerte wiederholt feine Empörung und lein warmes Mitgefühl mit der bedauernswerten Nickte. Er forl&te sogar nack dem Urheber der wüsten Schreibereien, wobei den Verbackt auf einen Mann lenkte, allerdings vergeblick. Scklteßllck stellte sick ledock heraus, daß der Sckmutzf,nk der Onkel des Madckens selber war. der auf diese Weife feiner Nickte das Leben schwer mackte. Nun hatte sich der ..feine Onkel wegen verleumderischer Beleidigung durch unzüchtige Sckriften und Abbildungen vor ber Gießener Strafkammer zu verantworten, bie ihn zu fünf Monaten 6 e 'ein flEinwoBnerrtause'iB übel batte unter fnt'diem Namen bei bem Landratsamt in Friedberg einen Bäckermeister unb etnen Metzgermeifter aus Vilbel beicbulbiflt. Schiebungen mit Mehj und Fleisch besangen zu haben. Sie Ermittlungen ergaben die Grund­losigkeit der Anickuldisuiigen und zugleich die Tatersckati des hinterhältigen Angebers. Sie. Strafkammer Gießen cerurteilte ben üblen Zeitgenossen wegen feiner falschen A n f ck u l b i g uns ,u fünf Monaten Gefängnis unb betonte habet baß sein Vorgehen vorsätzlich und leichfettig gewesen M-daßer aber in keiner Weise tote er glauben machen wollte, bte Interenen oes Staates habe zur Geltung bringen wollen.

Neues aus aller Wett

Gewaltige Überschwemmungen in Venezuela

Madrid, 2. Dez. Schwere Wolkenbrüche in bem venezuelanischen Staat Tachira führten nach einer Efe-Meldung aus Caracas zu großen Überschwemmungen in den Flußgebieten. Die Ort­schaft El Cohre wurde durch die Fluten vollständig fortge­schwemmt. Die Zahl der Ertrunkenen steht bisher noch nicht fest.

Prozeß nm ein Gebiß. Es gibt zwischen Ehepaaren, wie die Erfahrung lehrt, die verschiedensten Reibungsflächen. Auch ein künstliches Gebiß kann zu argen Verdrießlichkeiten fuhren, wie ein Prozeß, der sich kürzlich in Budapest abspielte, beweist. Das künstliche Gebiß feiner Gattin brachte bem Angestellten Kolo­man D. nicht nur eine Scheidungsklage, sondern auch vier Wochen Gefängnis ein. Daß Frau Maria em künstliches Gebig hatte- war zunächst kein Stein des Anstoßes, denn sie war gleick ihrem Gatten nicht mehr in der ersten Jugend Blute. Die,er letztere Umstand hinderte die Beiden ,edoch nicht, zum Mitzver- qnüqen ber Nachbarschaft täglich unter höchstem Stimmenau,- wanb ftunbenlang zu streiten Gelegentlich kam es sogar auch zu hanbgreiflichen Auseinanbersetzunaen. Bei einer solchen geschah es daß Frau Maria betariiq anhaltend schrie, daß sie Nicht nur den Atem, sondern auch ihr Gebiß verlor Kaum hatte Koloman bas gesehen, als er sich schnell bückte, das Gebig an siel) nahm, es in die Tasche steckte unb damit fortlief. Noch ahnte Frau Maria nichts von bem teuflischen Plan, ben Koloman hegte. Als ber Ehemann einige Stunben später wieber heimkehrte, zeigte er bet zahnlosen Gattin stolz, was et gekauft hatte: 2 Krawatten, einen Hut unb ein Paar Handschuhe. Höhnisch lachenb fügte er hinzu: Ich habe bein Gebiß verkauft und mit dem Erlös diese Ein­käufe gemacht!" Diese Eröffnung war ju viel für die unglückliche Frau Maria. Denn sie konnte sich nicht nur nicht mehr in bei Öffentlichkeit zeigen, sonbern von Stunb an nur noch breiförmige und flüfiige Nahrung zu sich nehmen, was ihre Lebensfreude er­heblich beeinträchtigte Zunächst stellte sie ihrem Gatten das Ulti­matum, daß er ihr binnen einer Woche ein neues Gebiß zu be­schaffen habe. Koloman nahm von dieser Forderung gat keine Notiz, er war auch finanziell gar nicht in bet Lage, sie zu er­füllen. Er beließ vielmehr Maria seelenruhig in bem betrüblichen Zustanb ber Zahnlosigkeit, so daß ber Bedauernswerten am Ende nichts übrig blieb, als bie Hilfe bes Gerichtes anjurufen. Sas Gericht stellte sich ritterlicher Weise auf bie Seite bet Ehefrau unb verurteilte Koloman wegen Sichaneignens fremden Gutes unb damit verbundener Mißhandlung der Gattin zu vier Wochen Gefängnis. Außerdem wurde die Ehe aus alleinigem Verschulden Kolomans geschieden.

Mittmoch Verdunkelung von 17.18 bis 7.47 Uhr