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Wiesbadener Tagblatt
Freitag, 27. November 1942
___________Wiesbadener Nachrichten
Eine stolze Bilanz
KdF.-Rechenschaftsbericht des Baues Hessen-Nassau
Wenn am heutigen Freitag vor den Soldaten einer Fliegerhorstkommandantur aus Anlaß der neunten Wiederkehr des Tages, an dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die Gründung der NS. - Gemeinschaft „Kraft durch Freude" bekanntgab, ein besonderes Festprogramm abgewickelt wird, wenn an den Stätten, da Schaffende für die Kriegswirtschaft arbeiten, Sonder- oeranstaltungen stattfinden, dann wird damit in einer Zeit, die von unserem Volk ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft verlangt, das nennte Jahr dieser segensreichen Einrichtung beschloßen und ein neues hoffnungsvoll eingeleitet.
Wer hätte mehr Berechtigung, mit Stolz und Zufriedenheit auf seine Jahresarbeit zu blicken, als „Kraft durch Freude"? Hinter diesem Begriff steht eine Organisation, wie sie in der Welt einmalig ist. Begonnen beim ehrenamtlichen KdF.-Ortswart über den Kreis- und Eauwart bis in die höchste Spitze hinauf wurde >und wird von diesen Männern zusammen mit ihren Helfern eine solche Menge an Planungs- und Vorbereitungsarbeiten geleistet, an Organisations- und Jmprovisationstalent bewiesen, von der sich der KdF.-Besucher keine Vorstellung machen kann und soll. Denn ihm soll Freude, Ausspannung, Erholung gegeben werden, neue Kraft zu neuem Tun. Daß aber dieses Ziel trotz kriegsbedingter Schwierigkeiten erreicht und die gestellten Aufgaben erfüllt wurden, weih niemand besser als eben jener Besucher.
Allein das Amt „Feierabend" konnte in Hesien-Naffau vom 1. November 1941 bis 31. Oktober 1942 4434 öffentliche Veranstaltungen mit 1 644 508 Besuchern abwickeln. Für unsere Wehrmacht wurden außerdem 3400 abendfüllende Darbietungen durchgeführt, bei denen 790 680 Soldaten Freude und Erholung geboten wurden. Im Arbeitsbereich desDeutschenVolksbildungs- Werkes konnten in derselben Zeit 53 417 grohe und kleine Veranstaltungen abgewickelt werden, zu denen 1260 962 Besucher kamen. Eine der zuletzt ins Leben gerufenen Einrichtungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" stellte das „Reichs- erholungsweik" dar. Wie segensreich seine Tätigkeit war, dürften am besten diejenigen bezeugen können, denen trotz Krieg
und erhöhtem Arbeitseinsatz Gelegenheit gegeben wurde, an den schönsten Stellen unseres Gaues sorglos und ohne Unkosten erneu zusätzlichen Urlaub zu verbringen. Rund 500 Rüstungsarbeiter und -arbeiterinnen find es durchschnittlich im Monat, die aus diese Art Kräfte anreichern und mit neuem Arbeitseifer an rhre Ausgaben gehen können.
Es lasten sich noch mehr durch Zahlen belegte Beispiele anführen. Da ist das S v o r t a m t. Es hat allein in den Monaten Mai bis September 1942 474 862 Schaffende unseres Gaues betreut, die bei Sport und Sviel den Alltag abstreiften und sich ganz der Freude am Augenblick Hingaben, so Körper und Geist stählend und neue Kräfte sammelnd. Oder die Arbeit, die auch heute noch, obwohl llrlaubsreisen und Fahrten der KdF.-Flotte seit Kriegsbeginn unterbrochen werden muhten, im Am t „Reisen, Wandern und llrlau b", geleistet wird. Allein in vier Monaten dieses Jahres waren es 49 777 Volksgenosten, denen auf 790 Wanderungen und Betriebssahrten die Schönheiten unseres Gaues erschlosten werden konnten.
Eine nicht zu unterschätzende Aufgabe fällt auch dem Amt „Schönheit der Arbeit" zu. Trotz Krieg und den mit ihm verbundenen Einschränkungen wurden aus Grund der 55 durchschnittlich im Monat erfolgten Betriebsbesichtigungen des vergangenen Jahres jeweils rund 35 Beratungen durchgeführt, um die baulichen, technischen und hygienischen Belange der Arbeitsstätten zu verbestern. Mehr als ein Drittel dieser Beratungen führten zu grundlegenden Mahnahmen, deren Endersolg in wesentlichen Verbesterungen der betrieblichen Einrichtungen sichtbar wurde.
Noch manches andere liehe sich aufzählen allein aus unserem Gau. Doch'schon diesen Zahlen ist zu entnehmen, wie groh und umfassend die Aufgaben sind, aber wie ernst sie auch genommen werden, die „Kraft durch Freude" zu erfüllen hat. Ein Tag aber wie dieser, da das zehnte Jahr dieser Arbeit begonnen werden soll, gibt für uns alle, ob Soldat oder in Zivil, die beruhigende Gewihheit. dah all das immer noch nur ein Anfang ist und sein soll, im Rahmen der Kriegsnotwendigkeiten geleistet und ein kleiner Beitrag für. alle, ihre Anstrengungen zu erhöhen. Der Sieg aber wird das Signal sein, all die Schätze, die noch in diesem nationalsozialistischen Werke ruhen, zu heben. Bis dahrn heiht es „Kampf und A r b e i t". Dab wir beides können mit ungebrochener Kraft an Körper und Geist, dazu tragt „Kraft durch Freude" seinen Teil bei.
Die heimische Bersorgungslage
Marktbeobachtung des Reichsnährstandes
Die Eetreidebewegung ist gegenüber dem Vorbericht der letzten Woche nicht wesentlich verändert. Das Angebot an Roggen hält an. — Auch in der Kartoffelversorgung sind gegenüber der Vorwoche keine wesentlichen Mehranlieferungen erfolgt. — Die Versorgung mit Gemüse ist befriedigend. Insbesondere mit Kohlgemüse ist der Markt reichlich beschickt. - Die Belieferung der Lazarette und Krankenhäuser mit Obst konnte auch in der Be- richtswoche ausreichend durchgeführt werden, — Die Bedarfsdeckung wurde an allen Viehmärkten sichergestellt. Die Quält» täten waren bei Rinder mittel, bei Schweinen, Kälbern und Schafen mittel bis gut. Die Kälberanlieferungen werden den Bedarf befriedigen. Ebenso nimmt das Aufkommen an Schweinen zu, welche jedoch zu einem großen Teil in der Voiratswirtschaft untergebiacht werden. — Die Versorgung mit Milch- und Milch- erzeugnissen war sichergestellt. — Die für den 43. Versorgungsab- schnitt aufgerufenen zwei Eier find in den Einzelhandelsgeschaften zur Ausgabe gebracht worden.
A tidjtunq VeTkdttstßilnehmet!
Ab 1. Dezember „BLW."
Der Reichsverkehrsminister hatte im Zuge der weiteren Klarstellung der noch für den Verkehr im Kriege zugelassenen Kraftfahrzeuge auch für die Behelfs-Liefer-Wagen Vorschriften erlassen. Alle im Verkehr befindlichen Behelfs-Liefer- Wagen müssen jedoch auf der dem Lenkrad entgegengesetzten Seite der Windschutzscheibe durch die Buchstaben „BLW." kenntlich gemacht werden. Zur Anbringung ist der Halter des Kraftfahrzeuges bis spätestens 1. Dezember verpflichtet, ein Termin also, der unmittelbar vor dem Ablauf steht. Die Buchstaben sind in schwarzer Blockschrift aus weihen Grund anzubringen und sollen zehn Zentimeter hoch sein. Die Kennzeichnung „BLW." bedarf keiner Abstempelung durch die Behörden.
— Der Rundfunk am Samstag bringt an bemerkenswerten Sendungen im Reichsprogramm: 16 Uhr froher Samstag» nachmittag, 18 Uhr Die Brigade von Ulad Sail, 18.30 Uhr Zeltspiegel, 20.20 Uhr Deutsches Tanz- und Unterhaltungsorchester, 21 Uhr Die lustige Stunde zum Wochenende. Im Deutschlandsender- 17.10 Uhr „Werke, die in Linz entstanden" Mozarts 6-dur-Sinfonie, Bruckners I. Sinfonie, 20.15 Uhr Aus Oper und Konzert von Mozart bis Weber, 21 Uhr Opernmelodien von Verdi, Schillings, Ecklebe, Mascagni u. a. .
- Wiesbadener Gerichtsurteile. Eine Zigeunerin, dre tm nachbarlichen Grundstück für den Eigenverbrauch Hühner stahl, stand mit ihrem mithelfenden Freund vor Gericht. Die Zigeunerin erhielt wegen schweren Diebstahls drei Monate, der Freund wegen Hehlerei zwei Wochen Gefängnis. — Ein Jugendlicher, der mit strasunmündigen Kinbern am Rheinuser spielte, kam auf den Gedanken, in einem vor Anker liegenden Schiff einzubrechen. Er veranlaßte die Kleineren, laut zu pfeifen, stieß das Bullauge ein und stahl Geld, eine Uhr usw. aus der Wohnung des Schissers. Er wurde vorn Jugendrichter wegen Diebstahls mit vier Wochen Jugendarrest bestraft, seiner wurden Erziehungsmaßnahmen angeordnet. — Wegen Diebstahls, Unterschlagung, Zechprellerei und Urkundenfälschung stand ein junges Mädchen, das feine Arbeitsstelle verlaßen hatte und sich mit Männern in verschiedenen Städten herumtrieb, dabei in Pensionen alles stehlend, was ihr in den Weg kam, vor dem Amtsrichter. Die geständige Angeklagte wurde mit einer Gefängnisstrafe von neun Monaten und dre, Wochen Haft belegt. — Zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilte das Amtsgericht eine Hausangestellte wegen Diebstahls und Betrug. Sie hatte fortgesetzt ihren Dienstherrn bestohlen und verkaufte unter falschen Angaben eine gestohlene Uhr.
„Ich selbst glaube ja nicht..
Lahme Entschuldigungen sind kein« Entlastung
Da lebt ein Mensch, müht sich und sorgt sich, kämpft gegen mannigfaltige Widerstände einen nicht immer leichten Kamps und erreicht, sein Dasein in einer gesicherten Stellung sauber aufgebaut zu sehen. Er baut sein Leben aufeinander, wie ein Haus aus lauter Backsteinen und jeder der vorübergeht, kann an Ordentlichkeit und Ausrichtung Rückschlüsse auf den Erbauer ziehen. Und bann- kommt eines Tages einer, dem das Haus vielleicht nicht so ganz gefällt und der nimmt mit den Worten: „Denken sie nur, man sagt" einen Stein aus dem Lebensbau des ersten heraus. Da das entstandene Loch ihm dann aber zu böse ausfieht, stopft er die Worte „Ich selbst glaube ja nicht daran, aber man sagt doch halt" zur Füllung wie Werg hinein. Damit ist das Loch nun zu, das Haus wird wegen eines fehlenden Backsteines nicht einstürzen und der so Handelnde kommt sich chunder wie schlau vor.
Ein solch zugestovftes Loch aber ist genau so schlimm, wie eine offene Lücke, da jeder der vorbeikommt den Makel sieht. Da er ihn nur sicht und nicht weiß, wie er entstand, die not»
Neuer Stern *
Der Sternhimmel im Dezember
Nach Meldung verschiedener Sternwarten ist um den 10. Nov. im Sternbild Schiss Argo, das südöstlich des hellsten Fixsterns Sirius steht, ein neuer Stern entdeckt worden, der bei der Auffindung die erste Größe zeigte. Der Ort des Sternes ist in Aufsteigung 8 Uhr 10 Min. in Südabweichung 35 Grad. Bei uns kann er im Dezember durch feine Südstellung nur kurze Zeit
Walfisch
Jupiter
VZwillin
bei freiem Südhorizont in den Nachmitternachtsstunden aufgesucht werden. Nach Beobachtungen in Zürich zeigte das Spektrum helle Linien im Gelborange und Grün. Neue Sterne solcher Helligkeit treten in Abständen von Jahren hauptsächlich in dqr Milchstraße auf, die ja eine Anhäufung von Millionen schwacher Sterne dar- ftellt. Auch in den Spiralnebeln, die selbst wieder Milchstraßensysteme sind, werben sie beobachtet. Sie find Sterne, bei denen durch innere Vorgänge von noch nicht geklärtem Charakter ein
Die Welt der Frau
Die Tat
Wir könnten nicht mehr sagen, wann zuerst Sehnsucht, Wißen und Gedanke um die Tat bewußt in uns wurden! War es, als die Mutter uns Märchen erzählte an einem sruhdunklen Winter- nachrnittag und die Kühnheit des Helden uns mit der Sehnsucht, es ihm einmal gleich zu tun, verzauberte? War es, als das erste leibhastige Große und Erschütternde uns im Leben begegnete und mit dem Aufleuchten eines Zieles das Wißen um die Tat wach- tief9 War es, als wir vor etnet Entscheidung standen, die Traum und Wirklichkeit trennte, die uns zum Handeln ries, das wir zu verantworten hatten? Nicht die einzelne Tat, die allem getan wird, um etwas zu erreichen, aus Zugeständnis vor der Welt und vor sich selbst ist die Krone und Erfüllung des Lebens - sondern d i e Tat ist es, die aus Überzeugung und Verantwortung aus tiefem unbewußtem Drängen die Tür unseres Herzens ausstoßt, daß wir in das Leben einströmen unb bas Loben in uns. Alle „unvergänglichen" Taten tragen diese Art — obgleich es nicht immer die sogenannten „großen" sein müßen die zum Vorbild aus- ruckcn - sie werden still doch bestimmt, sie werden iroangslaung, boch nicht unter Druck und Ehrgeiz getan Arbeit ist Dienen — Tat ist Freiheit, denn bas Wie steht uns offen Die Tat erfordert Kraft und Mut. Nicht alle, die wir als Helden preisen, haben die Tat so erhandelt und gestaltet w,e sie sein sollte: rein und selbstlos und ursprünglich. Immerhin ist in jedem Heldentum, ob dies sichtbar oder versteckt, ob es laut oder letse anklingt, die Tat der Ausdruck und zugleich die Einlösung.
Man sollte nicht verzagen, wenn erträumte Taten sich nicht erfüllen. Träume zu gestalten ist das Ziel des Lebens nicht. Eine erlösende Tat fordert das Leben von uns allen, für die es der Arbeit und Geduld bedarf, um den Stoff, der Jedem gegeben wird, zu verwerken, aufzuwerten: — den goldenen Entnd aus Mosaik für unser Dasein zu bauen. Den goldenen, echten
Grund, den Boden, der die Keime trägt und die Wurzeln hält. Die dunklen „Geister der Gründe" sind es, die uns das Leben oft schwer machen und die guten Vorsätze, die überall da sind, angreifen. Ehe wir jedoch nicht in uns selbst diese eine Tat wirken konnten, eher werden wir auch nach außen mit dem Instinkt des Unwißenben und der Sicherheit des Schlafwandelnden keine Taten vollbringen, die das gesegnete Zeichen an der Stirn tragen. Gewiß muß die Ausführung einer Tat überlegt sein — aber der Gedanke, die Notwendigkeit der Tat muß emporschießen, muß da sein wie der Himmel da ist und die Sonne, ohne Woher und Warum. Das gibt ihr die Größe, das Bezwingende und Besondere. Sie zeugt aus sich und überzeugt, und so gibt sie Leben, Wärme und Feuer, bas Funken, Freude, Mitreißen für viele andere Herzen sein kann und sein mutz.
Nicht Heldentaten und nicht Taten der Geschichte, nicht Beispiele und nicht Vorbilder sind gemeint, sondern bas schlichte Tun im Werktag, bas Heraustreten bas Sich-Aufschließen in der Hingabe, in dem Aufgehen. Aufblühen aus dem goldenen Grund des eigenen Seins In der Selbstverständlichkeit und Absichtslosigkeit, in dem unbewutzten Einfügen in die notwendigen Forderungen .und Erwartungen der Stunde, also gerade in der Erfüllung des Alltags mit der edlen Tat, liegt ihre Aufgabe. Das stille, unauffällige Tun ist kein dankbares Gebiet, wir lieben das sichtbare Einsrei-en. die entscheivenden Aufriße und die strahlende Gloriole mehr. Wir möchten uns einer erahnten Verpflichtung entledigen und schieben die Taten den „Auserwählten" zu.
Aber, was uns als Wunder-Tat erschien im Märchen, das die Mutter uns erzählte, was als Sehnsucht, Wißen und Gedanke sich darum gesponnen und in unser Bewuhtiein kam — ist die ein« sache Erlösung unserer Seele zur Freiheit unseres Wesens, ob dies schwach oder stark sei. Sanfit es mutig und kraftvoll werde, sollten wir auch die nichtigsten Dinge dieses Daseins mit Liebe und Anmut tun. Und gerade die Frauen, denn ihr Wesen tollte das stille, unauffällige Tun, „die Tat aus dem goldenen Grunde" kern.
Adele P l u s ch k e.
Lob einer Küche
Von Berlin bis nach Neapel, von Neapel bis Berlin merkst du, wie den „Fronturlauber" Düfte mannigfach durchziehn. . .
Doch es find nicht schlechte Düste, Düste find's voll Appetit.
Denn es fährt auf dieser Strecke „unser Küchenwagen" mit.
Gegen zwölf Uhr gibt es Suppe, früh und abends gibt's Kaffee. Und die Landser stillvergnüglich loben ihre „Küchenfee".
Diese ist jedoch nicht weiblich, sondern rauh und maskulin.
Weiblich nur sind ihre Künste, deren Düste lockend ziehn.
‘ Saft du schon mal mitgegcßen!
Erbsensuppe, heiß, mit Sveck. . . oder Eintovs, Kraut und Siedfleisch. . . Iß _ und du bist einfach weg!
Ja, der „Wehrmachisfronturlauber" ist aus manchem Grund beliebt.
Erstens, weil er heim uns krachtet ,
zweitens weil cs Eßen gibt! Uffs. Ernst Sverk
dürftige Ersatzsüllung ihm nichts sagt, so erzählt er dem Nächsten nur vom fehlenden Stein. Der spricht dem Übernächsten bereits von ein paar fehlenden Steinen, die der Übernächste dem Daraus» -folgenden nur noch als fehlende Steine schildert, so daß dieser schon das halbe Saus fehlend wähnt und dementsprechend welter- gibt und am Schluß, wenn nichts dagegen geschieht, wäre so bas ganze Haus in den Erbboben hineingcrebet worben. Unb bas alles, weil einer mißgünstig einen Backstein herausnahm, um Werg hkneinzustovfen und habet nicht einmal merkte, daß beim allzu eifrigen Bemühen um ben Stein bes anbeten, ihm aus dem eigenen Haus einige Steine fielen unb zerbrachen, so baß er die Lücke wohl nie mehr wirb füllen können, benn Werg sieht man auch bei ihm. Deshalb: bie Hänbe weg vorn Lebensbau des anbeten. Wer anbeten schaben will, schabet letzten Enbes doch nut sich selbst. Unb bann hilft ihm nichts, auch keine Vogel- Strauß-Politik. , . ,
Veranlassung zu biesen Zeilen gab eine Eerichtsnottz, wonach ein Einwohner aus bem Rheingau wegen übler Nachtebe vor bem Amtsrichter staub und buchte, et könne seine Anschuldigung bnrch bie hinzugefügte Formel, „ich selbst glaube ja nicht daran' entkräften. Er hatte einen Polizeibeamten beschuldigt, sich durch die ihm übertragene Lebensmittelüberwachung unrechtmäßig größere Vorräte verschafft zu haben. Daran war, wie immer bei biesen leibigen Beleibigungsklagen, kein wahres Wort unb her wieberholt vorbestrafte Angeklagte mußte eine Gefängnisstrafe von einem Monat einstecken., trotz bes Hinterhalts „ich selbst glaube ja nicht", benn hinkende Entschuldigungen können als Entlastung nicht anerkannt werden. 21. Mr.
— Wiesbadener Künstler auswärts. Lothar Weber, der Heldenbariton des Deutschen Theaters Wiesbaden, gastierte am Frankfurter Opernhaus, wo er den Teltantund in Wagners „Lohengrin" und den Sebastiano in Eugen d'Alberts Musik» drarna „Tiefland" mit grobem Erfolg sang. —
plötzliches Aufblühen und Zerplatzen unter Bildung von Nebel- Hüllen stattfindet. Erst nach Jahren kehren sie unter starken Sellig- keitsschwankungen wieder in den ursprünglichen Zustand zurück. Auch von unserer Sonne nimmt man neuerdings an, da« sie vor Jahrmillionen ein solches Ereignis durchlebte und dabei einen beträchtlichen Teil ihrer Maße abgab. Vielleicht sind die, Sonnenslecken mit ihrer durchschnittlichen Periode von elf Jahren noch ein geringer Überrest davon, da sie ebenfalls Eruptionen mit nachfolgender Wolkenbildung darstellen.
Das Zentralgestirn Sonne sinkt im Dezember noch um vier Mondbreiten in feiner Bahn durch die Sternbilder Skorpion und Schütze tiefer. Am 22. um 12 Uhr 40 mittags MEZ. erreicht sie ihren tiefsten Punkt, die Wintersonnenwende, und steigt dann bis zum Jahresschlub wieder um eine Mondbreite in die Hohe. Dte Tagesdauei sinkt deshalb für Wiesbaden zunächst noch um 22 Minuten ab bis auf 8 Stunden 4 Min. und steigt bann wieher um 4 Min. Auf ben Vormittag entfällt zuerst eine Abnahme von 21 Min., barauf eine weitere Abnahme um 2 Min. Beim Nachmittag beträgt bie Abnahme entsvrechenb 1 Min., bie Zunahme 6 Min. Astrologisch wirb bas Zentralgestirn bis zum 22. im Zeichen bes Schützen, barauf in bem bes Steinbocks angenommen.
Der M o n b wechselt im Dezember seine Phase fünfmal. Am 1 um 2V« Uhr tritt et als letztes Viertel in ben Monat ein. Er wirb Neumonb am 8. um 3 Uhr, erstes Viertel am 14. um 18% Uhr, Vollmond am 22. um 16 Uhr und zum zweiten Male letztes Viertel am 30. 19'/- Uhr. Er kommt am 9. in Erdnähe und Niedrigststand, am 23. gleichzeitig in Erdferne und Höchststand. Er läuft zu den folgenden Zeiten an hellen Sternen vorbei, die man sich so leicht merken kann: am 4. bei Svika in der Jungfrau, 6. bei Mars. 20. bei Saturn unb Albebatan im Stier, 24. bei Jupiter unb Pollux in ben Zwillingen, 27. bei Regulus tm Löwen unb am 31. zum zweiten Male bei Svika. Am 20 abenbs wird Aldebaran zum dritten Male in diesem Jahr vom Monde direkt bedeckt. Bei klarem Wetter wird diese Bedeckung bei uns sehr gut zu verfolgen sein. Für Wiesbaden wird sie um 20 Uhr 35 Min beginnen und um 21 Uhr 54,0 M:n. enden Aus plötzlichem Eintritt und dem momentanen Ende schließt man, daß der Mond keine Atmosphäre haben kann, da sonst ein allmähliches Schwächerwerben unb Wieberauftauchen ftattfinben müßte.
Von ben hellen Planeten bleiben Merkur unb Venus bem bloßen Auge unsichtbar, ba Merkur am 1. direkt hinter der Sonne steht unb bann in ben Taghimmel läuft, Scnus zwar am Abenbhimmel steht, aber sich noch in bei Hellen Dämme- rung verbirgt. Mars geht den ganzen Monat über am.ei Stunden vor der Sonne im SO. als schwacher Stern zweiter Gröhe aus. Er eilt burch bie Sternbilbet Waage unb Skorpion bem Zentralgestirn auf seinem Laufe nach. Saturn ist jetzt bie ganze Nacht hinburch bis in bie frühen Morgenstunben im Sternbilb Stier, über bem toten Sllbebatan stehend, zu sehen. Er bewegt sich langsam westwärts. Im Fernrohr erscheint her Ring unter einem groben Durchmeßet von 46 unb einem kleinen von 20 Bogensekunden, während her Körvet 20 unb 19 Sei. zeigt, so baß her Ring über ben Körper hinausragt unb bie Ringteilungen gut gesehen werben können. Wir schauen babei auf bie Südseite bes Ringsvstems. Jupiter folgt Saturn um btei Stunben nach, in ben Zwillmgen unter Kastor unb Pollux westwärts laufenb. Seine Helligkeit wächst noch immer an unb übertrifft bie bes Sirius merklich Im Rohr zeigt er sich in seiner elliptischen Form in voller Pracht mit Heller Aauatorrone unb bunflen Streifen, in beten Verlängerungen bie Monbe ihr Sviel treiben. Am 1., 8 unb 31. treten bei ben Monden besonders viele Bedeckungen und Verfinsterungen auf.
Der Fixsternhimmel zeigt zum Monatsbeginn um 23 Uhr MEZ südöstlich des Scheitelpunktes den Stier mit Aldebaran unb Plejaben. In berfefben Richtung weiter herunter funkeln bie Sterne bes Orion Beteigeuze, Bellatrix unb Rigel unb Sirius im Kroßen Hund. Dom Scheiielvunkt nach O. treffen wir auf die Helle Kaoella im Fuhrmann und weitet auf Kastor und Pollux in den Zwillingen. Der Löwe mit Regulus kommt im O. in die Höhe. Zwischen beiden Richtungen glänzt Prokyon im Kleinen Hund. Demgegenüber verblaßen d-e anderen Sternbilder.
Die Milchstraße zieht sich von SO. in die Höhe durch die Hunde, die Zwillinge und Fuhrmann' nach dem Scheitelpunkt mit Perseus und senkt sich dann nach dem NW.-Horizont herunter durch Kassiopeia, Kepheus und Schwan mit Deneb. Dr. K.
Freitag Verdunkelung von 17.22—7.39 Uhr
