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Wiesbadener Tagblatt
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90. Jahrgang
Freitag, 27. November 1942
Nr. 279
V
Erbitterte Abwehrtämpfe im Süden und in der Mitte
taten aller
12000 BRT. USA-Transporter versenkt
Lin Zerstörer vernichtet, ein weiterer in Brand geworfen
Berlin, 27. Nov. (Funkmeldung.) Javanische Kampfflugzeuge griffen am 25. November im Indischen Ozean einen 12 000 BRT. großen nordamerikanischen Transporter an, der durch vier Zerstörer und mehrere Korvetten gefichert war. Der grobe Dampfer, der Kriegsmaterial geladen hatte, ging nach mehreren Bombentreffern unter heftigen Detonationen unter. Bon den geleitenden Zerstörern wurde einer im Tiefangriff versenkt, ein zweiter in Brand geworfen.
Bei dem versenkten Dampfer handelte es sich um ein Fahrgast- und Transportschiff vorn Typ der „Prefident"-Klasse der staatlichen Reederei der US-Anny, New Bork.
Ansteigen der Preise. Größter Mangel herrscht an Arzneimitteln, die bisher zu neun Zehnteln aus Frankreich kamen. Wi
Wieder 123000 BRT.
Feindlicher Nachschub durch unsere U-Boote emvjindlich getroffen
Au» dem Führerhauptouartier, 27. Nov. (Funkmeldung.) Da» Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Deutsche Unterseeboote versenkten in den Operationsgebieten vorn Eismeer bis rum Eingang des Indischen Ozeans in zähen Kämpfen gegen Geleitzüg« und Einrelfahrrr 19 Schiffe mit 123 9 0» BRT.
Mit diesen Erfolgen wurde besonders der feindliche Rachschubverkehr nach den nördlichen Sowjethäsen und nach dem mittleren Osten empfindlich gettossen. .
Stalingrad und im Donbogen
verstärktem Störungs- und Vernichtungsfeuer beantwortet wurde, setzten sich die bolschewistischen Sturmwellen und Panzerformationen in Bewegung. Sie stieben auf die kampfbereite deutsche Verteidigung. Bei der zahlenmäßigen Überlegenheit des Feindes konnte es nicht ausbleiben, daß seine Vorstöße vereinzelt zu Einbrüchen führten. Diese wurden sämtlich im Gegenstoß bereinigt und dabei achtzehn feindliche Panzerkampfwagen abgeschossen. Besonders hartnäckige, teilweise unter heftigen Schneestürmen geführte Kämpfe tobten um einige Stützpunkte und Ortschaften, die im Laufe des Tages wiederholt ihren Befitzer wechselten, bis sie fest in unserer Hand blieben Auch unsere Artillerie kam zu wirksamen Einsätzen. Sie schirmte durch Sperrfeuer die im Eegenstob angegriffenen Räume ab und bekämpfte feindliche Panzerbereitstellungen sowie den Anmarsch von Verstärkungen, die der Feind durch Einnebeln der Beobachtung und dem Feuer zu entziehen versuchte. Trotz des statten Einsatzes von Infanterie, Panzern und Schlachtfliegern wurden alle feindliche Angriffe in diesem Abschnitt abgeschlagen.
Lebhafte Unruhe unter den marokkanischen Stämmen
Durch'die Wassenablieferung in den heiligsten Traditionen verletzt
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zurückgeben würden. Weiterhin verschönt das rücksichtslose Auftreten der amerikanischen Besatzungstrupven auch dre Mißstimmung in den Kreisen der Eingeborenen.
Sn London ist man sich natürlich nicht im unklaren darüber, daß die ganzen Auseinandersetzungen über .Nordafrika nur einen Teil jener Entwicklung darstellen die auf eine Liquidierung der britischen Erbschaftsmasse durch dre USA. hinausläuft. So hat denn der frühere englische Kriegsminister, Sir Edward Grigg. ,im Unterhaus dre sofortige Errichtung eines Amtes für koloniale Entwicklung gefordert, in dem Großbritannien, die USA. und dre verschiedenen Mitläufer vertreten sein sollen. Sn der Begründung wird u. a. gesagt, diplomatische Diskussionen seien viel zu langsam. „Es hat keinen Zweck, daß die Briten und Amerikaner einander über den Atlantik hinweg sich anschreien." Auch hier also der alte demokratische Glaube, durch Ausschuss« irgend welcher Art barte Tatsachen aus der Welt schaffen zu können. Herr Roosevelt wird über soviel Naivität lächeln, im übrigen aber die Übernahme der englischen Erbschaftsmasse weiterhin vorbereiten. _____
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wt. General Smuks, der bei der Rückkehr von seinem Londoner Agiiationsausflug in Gibraltar eine Aussprache mit General Eisenhower und Adnkiral Cunningham, den beiden Befehlshabern des nordafrikanischen Unternehmens, hatte, §ab der Presse gegenüber eine Erklärung ab, die nach dem anfänglichen Jubelgeschrei reichlich kleinlaut wirkt. „Ich möchte nicht", so sagte Smuts, „daß sich der Eindruck verbreitet, daß wir auf dem geraden Wege zum Siege sind; aber wir find auf einem Weg, der von der Niederlage wegführt." Diese auffällige Bescheidenheit zeigt, daß die Schläge der deutschen U-Boote und der deutschen Luftwaffe gesessen haben. Aber auch die inneren Verhältnisse in den besetzten Gebieten machen den Amerikanern und Briten Sorgen. Vor allen Dingen die Haltung der Marokkaner, die, wie die in Tetuan in der spanischen Tangerzone erscheinende arabische Zeitung „Hurriva" schreibt, stolze Bergmenschen sind, die leidenschaftlich ihre Ehre, ihre Gewohnheiten, ihre Sitten und vor allem ihre Würde verteidigen. Die Gewaltmethoden, die die Amerikaner anwenden, lösen, wie das genannte Blatt berichtet, größte Erbitterung aus. In den Bergen bemerke man Bewegungen bewaffneter Gruppen. In vielen Dörfern bilde man Lebensmittelvorräte und zahlreiche Herden würden aus der Ebene in die höheren Regionen getrieben. Tausende von Muselmanen verließen die großen Städte und zögen sich in die Eebirgsorte zurück und der täglich wachsende Zustrom der Pilger zu den heiligen Stätten sei ein untrügliches Zeichen dafür, daß das ganze Land in Unruhe gerate. Vor allem hat der Zwang zur Ablieferung der Waffen, da das Waffentragen — besonders in Südmarokko — zu den heiligsten Traditionen gehört, die Bevölkerung zutiefst verletzt. In vielen Otten setzte ste sich gegen die Ablieferung ihrer meist sehr kunstvoll gearbeiteten Schußwaffen, sowie ihrer silber- beschlagenen Säbel und Dolche zur Wehr. Nach Meldungen aus Tanger wurde, wie Stesani berichtet, eine Abteilung nord-, amerikanischer Soldaten, die in Lastwagen von Port Lyautey nach Sidi Puhia unterwegs war, von schwerbewaffneten Marokkanern niedergemacht. Die Marokkaner konnten mit ihren Toten und Verwundeten ins Landesinnere entkommen, bevor noch Verstärkungen eintrafen.
Inzwischen haben sich die Gefängnisse, die bei Ankunft
as. Berlin. 27. Nov. (Gig. Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Sm englischen Unterhaus ist Eden am Donnerstag erneut bedrängt worden, eine A u s s v r a ch e über Nordafrika zuzulassen. Er hat das wiederum aü- gelehnt, die Abgeordeten aber auf etne spater abzubaltende Geheimsitzung vertröstet. Offensichtlich spricht man von diesen Dingen in London am liebsten nicht, denn ste sind für die englische Regierung einigermaßen peinlich. Das kam sehr deutlich in der kurzen Antwort Edens zum Ausdruck, in der es heißt, daß in Franzosisch-Nordafrika die Militar- gewalt bei den Vereinigten Staaten liege, wahrend sich dre Zivilgewalt in den Händen der Franzosen, d. h. der Leute um D a r l a n befände. „Unsere Stellung", so erklärte Eden, „muß sich diesen beiden Tatsachen anpassen.,. Mit anderen Worten heißt das. daß Eng la n d z u n ach it e inma l leer aus gegangen ist und es heißt weiter, daß sich das einst io mächtige England seine Position von dem amerikanischen Bundesgenossen »uweisen lassen muß.
Empört ist man vor allem im Lager der GauI- l ist en. daß man bei diesem Raubzug gar. nichts erben kann, weil die Engländer von den US.-Amenkanern an die Wand geauetscht werden. So bat der Sprecher der de-Gaulle- Franzosen, der sonst am Londoner Rundfunk regelmäßig die Kommentare zur Lage gab, seinen Dienst eingestellt und erklärt, er werde seine Tätigkeit erst wieder au.f- nehmen, wenn Darlan von seinem Posten, in Nordafrika verschwunden sei, Angesichts dieser ganzen Stimmung scheint auch die Meldung, daß de Gaulle seinen bisherigen Vertreter tu Syrien, .den General C atro ui zum Oberbefehlshaber aller iranzostschen. Streitkräfte in Französisch-Nordafrika ernannt habe, nicht unglaubwürdig. An der tatsächlichen Lage wurde sich damit allerdings gar nichts ändern, es würde sich nur der Wirrwarr im Lager der Verräter noch steigern. Kenmelchnend für die Stimmung in diesem Lager ist. auch der Ausspruch eines zu de Gaulle übergetretenen früheren französischen Flieger-Generals, der Darlan als den „meist gehaßten und am tiefsten verachteten Mann in Frankreich" bezeichnete und meinte, die Eaullisten ständen Darlan ablehnender gegenüber als Laval. .
Snzwiscken scheinen freilich auch manche der irranzoien. die mit der Auslieferung Nordafrikas an die Amerikaner schnell bei der Sand waren, ein Saar in der Suppe gefunden zu haben Sie sehen, daß die Amerikaner eine ganze Reihe von Fachleuten. Sngenieure. Technikern, Bergbausachver- ständigen usw. mitgebracht haben, die eine intensive Tätigkeit entfalten. So begreift man. daß es auch, hier den USA. nicht um die „Verteidigung der Demokratie gebt, Umbern um sehr reale Dinge um Bodenschätze aller Art.. Daraus zieht man denn auch Schlüffe auf die Glaubwürdigkeit..der amerikanischen Versicherung, daß die USA. das Gebiet spater
Flakkorps schoß 1200 Feindflugzeuge ab
Berlin, 26. Nov. Ein Flakkorvs der Luftwaffe hat seit Beginn des Ostfeldzuges bis zum 8. November 1942 1200 Feindflugzeuge abgeschossen. Das entspricht dem Verlust von fünfzehn Eeschrdadern und rund 3000 Mann fliegenden Personals.
Diese Leistung ist -um so höher zu bewetten, als sie nut ein Teilausschnitt der Eesamterfolge dieses Flakkorvs der Luftwaffe darstellt, dessen Einsatz im Erdkampf außerdem entscheidende Kamvferfolge gegen Panzer, Befestigungen und Batteriestellungen und Angriffe der Infanterie erbrachte.
London leer ausgegangen
Churchill hat in das Afrika-Unternehmen des Präsidenten Roosevelts nichts hinein zu reden
der amerikanischen Truppen geöffnet wurden, wieder gefüllt und zahlreiche neue Konzentrationslager sind inzwischen entstanden. Die Behandlung der Internierten ist sehr schlecht, so daß es verschiedentlich zu Unruhen Ham. In einem Lager bei Mostaganem wollte sich eine Abordnung der Internierten bei dem Kommandanten beschweren. Die Männer wurden auf die roheste Weise verprügelt, einem der Internierten der Brustkorb eingedrückt, einem anderen beide Seine gebrochen.
Auch in Algier, das, wie die arabische Zeitung „Hurriya" erklärt, von friedlichen Bauern bewohnt wird, die keine Möglichkeit haben, der anglo-amettkanischen Vergewaltigung Widerstand entgegenzusetzen, bilden sich, nach einer Meldung der Schweizer Zeitung „Tribüne de EenSoe", chaotische Zustände heraus. In der Stadt Algier treibe die Entwicklung einer Krise entgegen, wenn es den „Eroberern" nicht gelinge, in Kürze Ordnung zu schaffen. Das Verkehrswesen ist völlig in Unordnung geraten, die meisten Beförderungsmittel stehen wegen Kohlenmangel still. Aus den Märkten werden keine Lebensrnittel mehr angeboten und die Läden sind leer. Die Hafeneingänge sind durch veffenkte Schiffe verstopft und es bestehe keine Ankunstsmöglichkeit mehr für Waren, die den zivilen Dienststellen zur Verfügung stehen. Bei der Erschießung zweier junger französischer Marineoffiziere, die ein Attentat auf das Leben des Verrätergenerals Eiraud versuchten, kam die Stimmung der Bevölkerung in dem Ruf: „Nieder mit den Verrätern" zum Ausdruck. Persönlichkeiten, die von den Besatzungsbehörden festgenommen wurden, sind verschiedentlich befreit worden, was Anlaß zu großen Kundgebungen gab. Besonders schwer wird die Bevölkerung natürlich durch die starke Teuerung betroffen. Die Engländer tarnen mit großen Summen algerischer Franken, die in London geprägt und gedruckt worden waren und verursachten damit das Absinken der Währung und das entsprechende
Wirksamer Flakeinsatz südwestlich
Berlin, 26. Nov. 3m Raum südwestlich Stalingrad zwischen Wolga und Don sowie im großen Donbogen hielten am 25 November die schweren Abwehtkämpse an. Den fortgesetzten Angriffen starker Infanterie- und Panzerkräfte des Feindes fetzten unsere Truvven hartnäckigen Widerstand entgegen. Südwestlich Stalingrad rief die Treibeis führende Wolga an den Übergängen Verkehrsstauungen hervor, die von unseren Fliegern wiederholt mit starker Wirkung angegriffen wurden. Dabei vernichteten die Bomben der Kampfflieger, wie das OKW. mitteut, allein an einet Stelle über hundert voll- beladene Lastkraftwagen.
Der Feind hatte bei seinen weiteren Angriffen wieder schwere Verluste. Ties eingeschnittene Bachläufe und flache Hügel, die sich über der Stevve erheben, sind die Schwerpunkte unseres Widerstandes. Die Buchten sind zu Kamvfgräben und die Bodenwellen zu Feuerstellungin für die Artillerie geworden. Gutes Schußfeld erlaubt es, schon auf grobe Entfernungen den Feuerkamps gegen die Angreifer aufzunehmen. Als die Bolschewisten gegen eine derartige Sügelstellung mit Infanterie, Panzern und Schlachtflugzeugen votstieben, gerieten die Sturm« wellen und Panzerlamvfwagen in das Kreuzfeuer des Stutzpunktes usid des nächsten Kamvfgrabens. Flakgeschütze richteten ihr Feuer auf die Panzer und die Flugzeuge, während Grenadiere die bolschewistischen Schützen beschossen. Als der feindliche Angriff an dieser Stelle zusummenbrach, lagen die brennen« den Trümmer von sechzehn Panzern und vier Flugzeugen zwischen den Schützenrudeln, die das Feuer unserer Maschinengewehre in der beschneiten Steppe bewegungsunfähig niederhielt. Weitere fünf feindliche Flugzeuge und zahlreiche Panzer wurden im Donbogen von der Luftwaffenflak ab- geswossen.
Zwischen Wolga und Don konnten die Bolschewisten trotz ihres massierten Einsatzes von Infanterie und Panzern bei ihren Vorstößen keine Ergebnisse erzielen und auch in Stalingrad Selbst wurden alle Angriffsversuche abgewiesen. An der Einbruchtelle im Donbogen ging der wechselvolle Kampf um Stützpunkte, Dörfer, Bergstellungen und Schluchten weiter. 3n dem Kranz der Widerstandsnester und Igelstellungen wurde er- bittett gekämpft. Unsere Heeresverbände wurden in ihrem Kampf durch deutsche und rumänische Kampfflugzeuge, sowie durch Nahkampffliegerkräfte gut unterstützt Mehrfach konnten Einbruchsversuche feindlicher Panzer sofort nach Eingang der Aufklarer- meldungen so erfolgreich mit Bomben und Bordwaffen bekämpft werden, daß die Bolschewisten nach Vernichtung zahlreicher Panzerkampfwagen ihre Vorstöße aufgeben mutzten. Weitere schwere Verluste hatte besonders die feindliche Infanterie dadurch, daß sie von unseren Fliegern oft schon in ihren Bereitstellungsräumen ober beim Anmarsch unter Feuer genommen werden konnten. Insgesamt vernichteten die Bomben unserer Kampfflugzeuge, über 450 motorisierte und bespannte Fahrzeuge des Feindes, die, mit Truvven und Material beladen, auf dem Wege zur Front waren.
Auch im nittleren Abschnitt der Ostfront sind bie Bolschewisten am 25. November im Gebiet südwestlich Kalinin und in dem Raum südostwärts und westlich Toropez auf breiter Front zum Angriff angetreten. Diese Aktionen wurden von unseren Truppen schon seit längerer Zeit erwartet, doch hatte bis jetzt die mehrfach gemeldete wirksame Bekämpfung des feindlichen Aufmarsches durch unsere Luftwaffe den Angriff verzögert. An den Vortagen hatten bereits große Bewegungen beim Feind sowie stärkere örtliche Vorstöße auf den unmittelbar bevorstehenden Angriff schließen lassen. Nach starkem, oft mehrstündigem Attillettefeuer, das von unseren Batterien mit
as. Die neue Erfolgsmeldung unserer U-Boot^ ftättt die Vermutung, daß dieser Monat eine Rekordversenkungsziffer bringen wird. Wiederum ist der feindliche Nachschub schwer getroffen worden und zwar, sowohl der Nachschub für bie Sowjets, als auch bet Nachschub für bie angloamerikanischen Truppen im Mittleren und Nahen Osten. Gerade in bet letzten Zeit find ja in bet feindlichen Presse immer neue Artikel übet die U-Boot-Gefahr gebracht worden, deren Berechtigung die neue Sondetmeldung noch einmal unterstreicht.
Das Ausbleiben der Siegesbetichie aus dem geraubten Stan» »öfisch-Norbafrika führt in England dazu, dab in den Zeitungen bie Melbunsen über Norbafr ika als zweitrangig behanbelt werben. Man erklärt, daß in Tunesien schlechtes Wetter herrscht, bas bie Versorgung bet Truppen sehr erschwere. Bisher, so heißt es dann weiter, sei es auch zu großen Kampshandlungen noch immer nicht gekommen, cs handele sich vorerst noch immer um „Kämpfe der Quartietmache t“. Weiter wirb bann erneut auf die große U-Boot-Eefahr und auf bie Angriffe bet Achsenluftwaffe verwiesen. Kurzum, bet Ton ber Berichterstattung ist ziemlich gebämvft.
Auch aus ben Melbungen von der Ostfront schöpft man in den anglo-arnetikanischen Ländern keine allzu großen Hoffnungen. Man hat mit den sowjetischen Siegesmeldungen ja schließlich schon einige Erfahrungen gemacht. So schreibt beispielsweise die llS.-ametikanische Zeitschrift „New Weck", die sowjetischen Äommunian6s seien zu optimistisch. Auch hätten Hohe Beamte nach dem Besuch in bet Sowjetunion erklärt, bie sowjetischen Heeresberichte würben „für ben Bedarf der sowjetischen Bevölkerung abgefaßt". So wolle man ein Abfinken der Stimmung verhindern. Tatsächlich haben die Sowjets mit allen ihren schweren Angriffen kein einziges ihrer Ziele zu erreichen vermocht. Ihnen tarn es ja nicht darauf an, irgendwo in die deutsche Verteidigung einrubrechen, sondern das Ziel war naturgemäß die Umklammerung unserer Positionen in Stalingrad. An der Tapferkeit des deutschen Soldaten find alle diese sowjetischen Angriffe, soviel Material und soviel Menschen hie Bolschewisten auch etnsetzten, gescheiiett und zwar unter außerordentlichen Per- lüsten für ben Gegner.
„Dumm und kindisch"
„Eiornale b’Stalia" fertigt Halifax-Geschwätz ab
Rom, 26. Nov. Im „Eiornale b'3talia“ bezeichnet Gayda eine Äußerung Lotb Halax', die britischen Bombenangriffe auf Oberitalien hatten „zu einer neuen Spannung zwischen 3talien und Deutschland geführt und ben Wunsch Italiens, aus bem Kriege auszuscheiden, gesteigert", sowie seine Behauptung, „Station sei kein freies Land mehr und fei in die Reihe der von Deutschland besetzten Länder wie Belgien und Frankreich zu stellen", als dumm und kindisch.
Was bie Materie: „Freiheit gegenüber ben Verbündeten" anbelange, schreibt Gayda, „so möge Lord Halifax sich erst einmal über bie Stellung Englands gegenüber den Vereinigten Staaten klar werben. Wenn Deutsche als liebe und gern gesehene Gäste in Italien stehen, so geschieht bies, weil Stalien sich im Mittelpunkt bes Mittelmeeres befindet und weil das Mittelmeer ben Mittelpunkt bes Krieges gegen England hübet", fiorb Halifax möge bes weiteren zur Kenntnis nehmen, baß bie britischen Fliegerangriffe, bie gleichzeitig mit bem anglo-amettkanischen Unternehmen gegen Französisch-Nordafrika erfolgten, eine Phase noch engerer geistiger und militärischer Zusammenarbeit zwischen Station und Deutschland eingeleitet Hälsen.
Art sind rar geworden, nicht allein infolge der übertriebenen Käufe der ersten Tage, sondern weil man die Besatzungstruppen verpflegen muß, deren Nachschub teilweise den U-Booten und Flugzeugen bet Achse zum Opfer gefallen ist.
