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Seite 2 Nr. 275

Wiesbadener Tagblatt

Montag, 23. November 1942

Abenteuers Tonnageverluste bei der Transvortslotte eingetreten. die den verantwortlichen Stellen für Seetrans- vorte in beiden Ländern die Tränen in die Augen getrieben baden durften. Diese durchaus unerfreuliche, wenn auch von Leuten wie Mister Knox beinahe geahnte Erscheinung läßt y.® "un nicht einfach durch Verschwinden aus jener unwirt­lichen Gegend und Verlegung der Seerouten beseitigen, oenn^die einmal gestartete Expedition verlangt ja ihren na n d , g e n Na ch s ch u b. und der muß irgendwo die Küste Afrikas erreichen. Wenn mau schon die besonders unange­nehmen wegen der doppelten Bedrohung aus dem Wasser und^aus der Luft Mittelmeerhäsen meidet, weil man sich zu ^.ransvorten in westöstlicher Richtung der guten Bahn­verbindung von Casablanca parallel zur Küste bis nach Tunis und Sfax bedienen kann, so muh man dafür dann um so lntensiver die atlantischen Hafenorte Marokkos anlaufen

Agadir, Mogador, Casablanca, Rabat, Mehadia, und diese atlantische Küste Marokkos ist nur halb so lang mit ihren rund 700 Kilometer Luftlinie, wie die algerisch-tunesische und dem­entsprechend auch leichter durch die U-Boote zu blockieren. Man darf ruhig sagen: nach der ganzen Entwicklung, die die moderne veekriegsührung genommen bat, gibt es kaum verletzlichere Verbindungen über See, als die von England und den USA. nach dem Schauplatz ihres neuen afrikanischen Ehrgeizes. Wenn man im Schotzs des alliierten Generalstabes ein klastischeres Beispiel für die Gefahren der Zermürbungs­strategie aufstellen wollte, dann konnte man keine bestere Wabl treffen als die, mit so bedeutenden Kräften und so üoffnungsfrohen Zielsetzungen nach Nordafrika zu geben. Man wird dort in diesem Punkte der Abnutzung des Schiffsraumes und einiger anderer Dinge prompt und umfangreich bedient werden.

Cripps, der Star der englischen L nken, gescheitert Wieder einmal Veränderungen. im britischen Kabinett

Stockholm, 22. Nov. Wie Reuter meldet, ist Sir Etafford Cripps aus dem Kriegskabinett ausgetreten und wird Minister für die Flugzeugproduktion.

Den von Cripps freigemachten Platz im Kriegskabinctt nimmt Herbert Morrison ein, doch behält dieser seinen Posten als Minister des Innern und Minister für die innere Sicherheit. Eden wird Führer des Unterhauses, behält jedoch den Posten eines Außenministers bei. Oberst L i e w e l l i n , der bisherige Minister für die Flugzeugproduktion, wird Beauftragter für Ver- sorgungsangelegenheiten in Washington. Oberst Oliver Stanley wird als Nachfolger Lord Cranbornes Kolonialminister, Lord C r a n b o r n e übernimmt das Amt eines Lordsisgelbewahrers, doch wird er nicht Mitglied des Kriegskabinetts. Liewellins Ar­beit in Washington wird darin bestehen den Produktionsminister auf allen Gebieten innerhalb dieser Sphäre zu vertreten.

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as. Churchill hat schon wieder einmal sein Kabinett umge- btldcn Bemerkenswert ist dabei vor allem die Tatsache, Latz der Einfluß Sir Stafsord Cripps sich erheblich vermindert. Er scheidet aus dem sogenannten Kriegskabinett aus, wird auch nicht mehr alsFührer des Unterhauses^ fungieren, sondern über­nimmt nunmehr den Posten eines Ministers für die Flugzeug­produktion. Man kann daraus nur folgern, datz Cripps' Stern zu verblassen beginnt. Seine fehlgeschlagene Jndienmission, ebenso aber auch Auseinandersetzungen mit der Unterhaus-Mehrheit, haben sich zu seinen Ungunsten ausgewirkt, so datz Curchill heute diesen Mann, der ihm einst gefährlich zu werden schien, in den Hintergrund abschiebcn kann. Die englische Presse ist im allgemeinen durch die knappe Mitteilung überrascht worden. Sie versucht naturgemätz dem Personenwechsel eine gute Seite abzugewinnen und betont dabei, daß es sich in erster Linie um innenpolitische Vorgänge handele. Verschiedene englische Kommentatoren sehen in den personellen Veränderungen eine Stärkung des konservativen Einflusses, auch wenn der Ärbeiterparteiler Morrison anstelle von Cripps in das Kriegskabinett eintritt, also kein Konservativer. Anstelle Cripps' wird nun Autzenminister Eden .Zührer des Unterbauses". Er erfreut sich bei den Parlamentariern einer grötzeren Beliebtheit

als Cripps, der nun einen recht undankbaren Posten übernimmt, aus dem schon vor ihm Lord Beaverbrook scheiterte. Im Gan­zen mutz man in diesem Personenwechsel einen neuen Beweis für eine gewisse Unsicherheit auf der Gegenseite suchen. Es ist der alte Irrtum, Mängel imd Fehler, die im ganzen System und in der ganzen Wirtschafts- und Kriegslage begründet sind, durch irgendwelche personellen Umbesetzungen beseitigen zu können. An der Kriegspolitik der englischen Regierung ändert die per­sonelle Umbesetzung im Kabinett Churchill natürlich nicht das Mindeste.

Mit Cripps ist der S r a r der englischen Linken gescheitert, wie das schon bei Beginn der Indien-Mission Cripps' vorauszusehen war. Wenn nunmehr Morrison an seiner Stelle im Kriegskabinett Platz nimmt und Eden für ihnFührer des Unterhauses" wird, so bedeutet das, datz die Vertreter der Empire-Erhaltungspolitik sehr wesentlich gestärkt werden, denn diese drei Männer hatten immer wieder die alte These vertreten, datz das Empire unter allen Umständen erhalten bleiben mutz, während Cripps bereit war, in Indien gewisse Zugeständnisse zu machen. Sein Ausscheiden bedeutet auch insofern eine Antwort an die amerikanischen Politiker, die Herrn Churchill immer wie­der erklären, datz sie nicht für das Empire zu kämpfen gedächten. Schlietzlich bedeuiet es, datz Churchill nunmehr die Zusammen­arbeit mit der Sowjetunion in die eigene Hand nimmt.

Überdurchschnittliche Reisernte in Japan

Tokio, 22. Nov. Rach der zweiten offiziellen Schätzung von Ende Oktober wird die diesjährige Reisernte in Japan noch bester als sie nach der ersten Schätzung im September zu erwarten war. Der japanische Landwirtschaftsminister Ino berichtete am heutigen Sonntag dem Tenno Uber das Ergebnis der neuesten Schätzung, datz sie sich auf 67,3 Millionen Koku beläuft. (1 Koku ist 1,8 Hektoliter.) Damit ist die Reisernte in diesem Jahr um sechs Prozent besser als die an sich schon gute Ernte im Vorjahre. Auch das Generalgouvernement Korea meldet eine überdurchschnittliche Ernte an Reis.

Dre Araber lehnen die Preisgabe Palästinas ab '

Ein Eeheimbefehl enthüllt die britische Heuchelei

wt. Die Reden Willkies und S m u t s ' anläßlich des 25. Jahrestages der Balfour-Erklärung, in denen ein großzügiger Ausbau des jüdischen Staates in Palästina nach Kriegsende an­gekündigt wird, hat unter den Arabern tiefste Empö­rung ausgelüst.Wir haben unsere Heimat nicht vergessen, so schreibt die arabische ZeitungPalastin"und sind nicht bereit, auf unser Recht auf dieses Land verzichten, in dem wir geboren und ausgewachsen sind " Die Stimmung der Araber wird nicht gerade oerbestert durch den Eeheimbefehl des britischen Brigade- generals F i l o s e , der durch Indiskretionen bekannt wurde. Wir dürfen den Arabern nicht gestatten", so schreibt darin der genannte General, der mit seinen Truppen in Nordsyrien steht, uns Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Der englische Offizier darf nicht vergessen datz der Araber treulos, arrogant, listig, intrigierend und geizig ist, autzerdem ein Dieb, brutal bis zum äuhersten und gelegentlich sehr feige. Vergeht nicht, datz die Araber Syriens bedeutenden Anteil an der panarabischen Be­wegung haben. Ihr mützt der Eigenliebe der Araber schmeicheln, aber nie vergesten, datz wir als britische Unter­tanen die Pflicht haben, die politischen Richtlinien unserer Vor­gesetzten einzuhalten." Dieser Befehl bestätigt den Arabern noch einmal, datz ein britischer Sieg für sie die Verewi­gung der Unterdrückung bedeuten würde. Ihr Hatz wird durch die rücksichtslosen Lebensmittelrequirierungen noch erhöht. Seit dem Oktober, also seit Beginn der britischen Offensive in Ägypten, wurden die Rationen für die einheimische Bevölkerung, die an sich schon unzureichend waren, um weitere 35 Prozent verringert. Die Brennstoffzuteilung hat nahezu völlig aufgehört und Textilwaren erreichen derart hohe Preise, datz die ärmeren Volkskiasfen überhaupt nichts mehr kaufen können. Hinzu kommt der skrupellose Nahrungsmittelwucher der Juden, die die arme, unterdrückte Bevölkerung bis aufs Blut auslaugen. Sie treiben es so toll, datz anscheinend selbst die briti­schen Behörden Bedenken bekommen. Bei einer Regierungs-

kontrolle, der die jüdischen Banken unterworfen wurden, stellten sich ungeheure Unterschlagungen heraus. Bisher wurde die Veruntreuung von 8 Millionen Paläftina-Psund fest- gestellt. Die Reserven der jüdischen Banken in Tel-Aviv, in Haifa und Jerusalem sind durch betrügerische Manipulationen des Per­sonals und der Vorstände verspekuliert worden, so datz diese Schwindelunternehmungen den Bankerott erklären müsten.

Wie aus Ankara gemeldet wird, hat der iranische Finanzmini st er sein Rücktrittsgesuch einge­reicht, weis er sich gegen den USA.-Ratgeber" im Finanz­ministerium nicht durchzusetzen vermochte. Sein Schritt ist als Protest gegen die Finanzdiktatur des Roosevelt-Agenten zu be­trachten. Um der völligen Entwertung der iranischen Wahrung entgegentreten zu können, beabsichtigt jedoch der Ministerpräsident, die Finanzen Irans völlig unter die Kontrolle der USA. zu stellen, womit der Gangster im Weißen Haus wieder einmal [et* Ziel erreicht hätte.

Rumänien im neuen Europa

Bukarest, 22. Nov. Die geschichtliche Bedeutung des Beitritts Rumäniens zum Dreimächtepakt, den der rumänische Staatssührer Marschall A n t o n e s c u vor zwei Jahren als ersten außenpoliti­schen Regierungsakt kurz nach seiner Machtergreifung in Berlin vollzog, wird von den Bukarester Blättern ausführlich gewürdigt. In der kommenden Woche jährt sich zum ersten Male auch der Beitritt Rumäniens zum Antikominternabkommen, das im Rahmen des Berliner Kongrestes 1941 von dem stellvertreten­den Ministerpräsidenten Professor Mihai Antonescu unterzeichnet wurde. Auch dieses bedeutungsvolle Ereignis unterstreichen die Zeitungen als einen weiteren Markstein der außenpolitischen und weltanschaulichen Eingliederung Rumäniens in die Entwicklungs­tendenzen des neuen Europas.

Erfolge im Raum von Naltschik

' Der Sonntagsbericht des OKW.

Aus dem Führerhauptauartier, 22. Nov. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

5m Raum von Naltschik erbeuteten deutsche und rumänische Truppen bei erfolgreichen Angriffskämpfen in ge­birgigem Gelände eine grobe Anzahl Fahrzeuge und Gerät. Zwei Krästegruvven des Feindes wurden am Terek-Abschnitt eingeschlosten und vernichtet. Ein eigener Angriff traf den Feind in der Flanke und fügte ihm schwere Verluste zu.

Im Raum südlich Stalingrad und im groben Don-Bogen halten die erbitterten Abwehrkämpfe an. Deutsche und rumänische Truppen brachten bei einem Gegen­angriff 600 Gefangene ein und vernichteten 25 Panzerkamps­wagen. Weitere 36 Sowjetpanzer wurden am 20. und 21. No­vember von einer Panzer-Division abgeschossen. Deutsche und rumänische Luststreitkräfte unterstützten die eigenen Truppen und fügten dem Feinde in rollenden Angriffen gegen Panzerbereit- ftellungen, Jnsanterieverbände, Ausladungen und Fahrzeug­kolonnen hohe Verluste zu.

In Stalingrad wurde« bei Stoßtruppunternehmen wei­tere stark ausgebante Stützpunkte genommen und an anderer Stelle Borstöbe der Sowjets abgewiesen. Bei Woronesch wurde ein starker feindlicher Stoßtrupp aufgerieben, örtliche An­griffe des Gegners südostwärts des 5lmen-Sees scheiterten in erbitterten Kämpfen, llbersetzversuche über die Newa brachen im zusammengesabten deutschen Artillerieseuer zusammen.

Sturzkampfslugzeuge j-tzten die Angriffe gegen die Murman- Bahn sort.

In der E y r e n a i t a beiderseitige lebhafte Spähtrupptätig- keit. Die eigenen Bewegungen verlaufen planmäßig.

Kampssliegerverbände bombardierten bei Tag und Nacht stark belegte Flugplätze im algerischen Küstengebiet sowie die Hafen von B o u g i e und Phjlippeville.

Ein deutsches Unterseeboot erzielte im Mittelmeer drei Treffer auf einem Schlachtschissoerband, der von einem Flugzeugträger und Kreuzern gesichert wurde. Das­selbe Boot torpedierte aus einem Eeleitzug zwei Frachter und einen Zerstörer.

Die Flucht in den Krieg

Die amerikanische ZeitschriftColliers Magazine" entwirft ein düsteres Zukunftsbild für den Fall, datz die Vereinigten Staaten in diesem Kriege siegen. Die Zeitschrift rechnet in diesem Fall mit einet beispiellosen Arbeitslosigkeit, die alle Rekorde breche, wenn erst die Kriegsindustrien wieder auf den Friedensstand umgestellt werden. Sie exemplifiziert im be­sonderen aus die Autoindustrie und aus d'e Flugzeugindustrie. Mit der Herstellung von Flugzeugen feien jetzt in den Vereinigten Staaten 1,7 Millionen Arbeiter beschäftigt, im Frieden würden höchstens 200 000 notwendig fein. Die Verarmung der Welt werde in kurzer Zeit auch zur Wiederholung der Vorgänge während der Weltwirtschaftskrise führen: datz die amerikanischen Farmer keinen Absatz für Baumwolle, Getreide, tierische und pflanz­liche Fette finden.

Die nächste Bemerkung zu dieser Zukunftsbettachtung liegt nahe: Roosevelt ist in den Krieg geflüchtet, weil fein mit so vielen Hoffnungen angekündigtes soziales Reformwerk scheiterte, weil er die Arbeitslosigkeit nicht überwand, weil er den Farmern ihre ungeheuren Vorräte zwar beleihen, aber nicht abnehmen konnte. Wir sind in der glücklichen Lage, uns für den Fall eines Sieges keine solchen Sorgen machen zu brauchen.

Aber mit dieser Gegenüberstellung ist das Problem nicht er­schöpft. Woher kommen denn die USA -Sorgen? Weil die an­geblich so freien USA.-Bürger unter jüdischem Einfluh nur in Gegensätzen zu denken gelernt und das Denken in Gemeinsam­keiten verlernt haben. Wenn erst einmal die Furcht vor dem Kriege aus der Welt und der letzte Grund dieser weltweiten Furcht vor dem Kriege ist die tyrannische Anwendung des Blok- kaderechts durch Engländer und Amerikaner geschwunden ist, dann gibt es Arbeit, für alle. Unter der Bedingung, datz die Menschen nicht in Vernichtungsphantasien schwelgen, sondern den Weg zueinander finden, den die wunderbaren Foktschrite der modernen Technik weisen. Rur bet jüdische Hatz, nur der bolsche­wistische Zerstörungswille wollen aufhalten, was Technik und sozialer Fortschritt uns heutigen Menschen aus dem Präsentier- teilet entgegenfinngen.

Zum Todestag Werner Mölders

Berlin, 22. Nov. Aus Anlah des einjährigen Todestages de/ Obersten Werner Mölders, der am 22. November 1941 bei einem Dienstslug tödlich verunglückte, stellte die Luftwaffe am Totensonntag an seinem Grabe auf dem Jnvalidensriedhos einen Doppelposten. Mittags um 12 Uhr legten drei Offiziersabotdnun- gen der Luftwaffe Blumenkränze des Reichsmarschalls und Ober- befehlshabets der Luftwaffe Hermann Göring, des Jagdge­schwaders Mölders und des Inspekteurs der Jagdflieger an der - Ruhestätte nieder.

Druck und SBcrlag L Sdjeütnberg jd)t Butzdruckeret, Wtrsvlldrnu Zagblutt, Wiesbaden Gesamtleitung Di phil habil Gustav Tcheilenbeig und Otto Raffel - Haupt- ichnftleiter FritzGünih», ,'Smtl tn Wiesbaden Zur Zeit ist Preisliste Rr io gültig

Die beutiae Ansaabe umtobt R Seiten

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Berlin. Ende November.

Fünf Bühnen standen im Zeichen des 80. Geburtstages Gerhart Hauptmanns. Das Deutsche Theater war mit der -- hier schon besprochenen Neuinszenierung desArmen Heinrich" vertreten. Das Staatstbeater batte den .Biberpelz vor­bereitet die Aufführung mutzte jedoch wegen Erkrankung von Werper Krantz verschoben werden: dafür trug Friedrich Kavtzler in einer Vormittagsveranstaltung Lvrik und Prosa des Dichters vor. Die Volksbühne führteFlorian Eever auf das.Schiller- tbeaterVeland" und das Rose-Theater die TragikomödiePeter Brau-r". So klein dieser Äiisichnltt aus dem Gesamtwerk des Dichters, so machte er dock die ungeheure Weite seines Be­sitzes deutlich.

V e l a n d" zeigt Gerhart Hau-tmann guf der Höbe feiner sprachlichen Macht und ist ein gewaltiger A.mritz dunkel-chaotischer Gründe des Menschlichen. Veland ist der Wieland der Edda-Sage, der äaubertunbi.ge Finder und Enindet van Wunderwerken und schätzen, dem König Herold die Zehnen der <juBe hatte durch- schneiden lassen, um den Lahmen seiner Habgier dienstbar »u machen und bet bann bi« Erbenschwere unb bie Gewalt her Menschen mit ehernen Flügeln überwanb. Dock, hat bas Geschöpf Sauuimnnits nichts von bet strahlenden Sieghattigkeit bes abler- gleicken Selben sonbern ist bie ungeheure Verkörperung bes Halles und des Rachedurstes. Auf dem Söbeounkt des Dramas, da Veland zur ickaudervollen Vergeltung gelangt., wird alles in den Sckatten gestellt, was ehedem in der dramatlichen Literatur auch in GrabbesHerzog Theodor von Eothland . an Graullg- keiten gehäuft wurde. In diesem Sollenbrodem behauptet das Titanische mit der Urgewalt des Cbaos sein eigen Reckt. ..Dann läßt Hauptmann einen gütig-gläubigen Hirten aut der verwüsteten Walstatt erscheinen bet ben Rasenden an das Menschliche zu binden sucht Aber Veland hot mit dem Übermaß inner lat das Menschliche überwunden Er wird llck mit leinen Feuerschwmgen erheben, dorthin ...wo das Schweigen umer aller Schicktal webt Es verflüchtigt nch das Drama in bet Hohenlust bes Gedanklichen und bie geistige Lösung, so stark unb iibeneugenb sie ist. scheint sich bock nicht «anz organisch aus ben heftigen Wirkungen bes $''rang-gang'nen zu ergeben Dem ohne Frage bedeutendem Wurf der mit der ftrotzenden Fülle dämonischer Villone« unter ben Werken Hauptmanns eine Sonberstellung elnnimmt wurde die Ausführung des Sckillertbeaters unter Ernst Legats Leitung in weitem Matze gerecht, llngebeuerlick bie Bubnenbilber Jolet Fennekers ber nackte Felskolotz auf bet meerumbranbeten Nord- landsinfel bie mit allem Höllenorunt ausaeitattete Sckmiebe- wetkftatt Eine Wirkung ohnegleichen wie fick.von fernher tn bas Brausen unb Ächzen ieravbifcke Klänge mucken . . . .Hemrick George hat bas granbioie Format bes lahmen zottigen. .in Sckmerzen röhrenben und lochenden Menickenuntiers, dielen Urzeit-Grimm den wir fckon einmal aus feinem Huhn inUnd P'vva tanM Hervordrechen hörten, aber auch bas Zittern eines Menschenherzens.

_Florian Geyer" hebt llck mit feinem mannhaften Velden aus bet Fülle der Hauptmann-Dramen hervor, in denen

die mitleidende Sehnsucht des Dichters die Duldenden, dieaus­gefetzten Kinder der Sonne" verklärt. Doch trägt auch der herrliche schwarze Ritter der für Deutschlands Einheit kämpft des Dickters persönliche Zuge: er der feine todeswillige Seele einem grotzen Gedanken opfert ist vor allem ein Sehnender. Die Verhältnisse llnd fast von Anbeginn mächtiger als er und sie zu fckildern. ent­warf Hauptmann mehr ein episches Gemälde als ein von einem inneren Konflikt getragenes Drama. Darin liegt das Problem ber. szenischen. Wirkung unb ber Aufführung überhaupt. Selten gelingt es einem Svielleiter bie weitverzweigten Einzelheiten ju einem.einheitlichen unb erregenben bramotifchen Gebilde w lammenzufallen Man hilft llck mitunter damit, diese Einzelheiten zu beschranken. Das aber ist ein gefährliches Unterfangen denn in ihnen ruhen reiche dickterifcke Werte. Karlheinz Martins Einrichtung in der Volksbühne gebt in ber Ausschaltung ckorakte- nstischer Evifoben weit. Wicktlger wäre eine gelegentliche Dämmung bes «rurioso unb eine schärfere Herausarbeitunn bes Sprachlichen .gewesen. Immerhin gelingt eine im Ganzen beacht­liche Mb wurbige Letstun». Im Mittelpunkt lleht wieber ber beste Florian Eener ben wir besitzen. Eugen Klöpfer: fckön in feiner herben Kraft unb Biederkeit ergreifend in der Melancholie der Todesahnung unb hinreitzend im letzten ver­zweifelten Kampf.

Ist vielleicht nur besbalb Gerhart Hauptmanns Tragikomödie Peter Brauer" (uraufBefuhrt vor 20 Jahren) so lange unbe­achtet geblieben weil sie im Schatten besKollegen Crampton" »and? Aber eigentlich verführt nur dasselbe Milieu des Dichters Erinnerung an feine Lehrjahre an ber Breslauer Äkabemie zum Vergleich. Crampton ist ein verbummeltes Genie, in bem sich in Hellen Augenblicken Menschwürbe und KLnstlerstolz auj- richten. Brauer ist eher ein Vetter von Ibsens Hjalmar, ein Poseur. Tauscher unb Selbittäucher. Auch ist er mit feinen be- lackenswerten Zügen bem Falftaff »erroanbt. Berwanb! . . . Doch ein ureigenes Geschöpf ber menschenkundigen Phantasie Haupt­manns. In all seiner inneren und äußeren Verlotterung eine tragische Erscheinung. Ein armer alter Mann bet llck bet Kunst permafl. ohne, eine Künstlerband zu. haben der immer mehr in die argen Wirbel des Elends und bes Schwindels gerät. Es ist Hauptmanns Genie datz wir ben Blender und Untauglichen, bet mit schonungslosem Naturalismus blotzgestellt wirb trotz allem als mitleibsroürbig empfinden. Die Inszenierung im Rose- Theater. die sich einet milderen Schlutzwenbung als die Utfasfung votnebt bedient schöpft mit Bedacht die koloristischen Wirkungen aus. manckmal mit zu viel Bedacht denn das Stück bat an nck wenig bramatitoe. Bewegung Georg August Koch gibt bem tunftrremben Pinsler gültiges irormat. Eine Eviiodenfigur tritt gefpenstikch, mit flebermausarttger Hurtigkeit mit ihm in Wett­bewerb. bet fahtenbe Photograph bes ausgezeichneten Franz Stein. Florian Kienzl

* Rossini auf bet Briefmarke. Die italienische Postverwaltung bat zum 150. Geburtstag Rossinis Gedenkmarken in vier Wetten herausgegeben bie in ben nächsten Tagen erscheinen werben und bas Bild bes Komponisten tragen.

* Filmschau der Hitler-Jugend. Freudig begrüßt von Jugend unb Elternschaft ist schon der erste Bildstreifen ..Junges Europa'

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und M Bausti

Ein zweites Theater in Mülhausen (Ellatz). Mülhausen im Eisatz hat in diesen Tagen ein Zweites Theater, das Thalia- Theater, als sogenanntes kleines Haus, mit einer Aufführung von Benay.kvs musikalischer KomödieMeine Schwester und ick" der Öffentlichkeit übergeben. Das Haus ist benimmt tut Kammer« [fielaurtubrunnen. Märckenfviele Marionettentheater und Morgen­feiern. In etwa zehn Wochen wurde aus einem im Baustil und in den Raumverhältnissen guten, aber sonst arg veralteten und verschmutzten VarietS-Kino ein reizendes, anheimelnbes Kammer, spieltbeater mit 500. Sitzplätzen, neuer Buhne. Orchesterraum. Sieben raumen um. geitbanen.

ßoroft fein!

Bon Kurt Matzmann

Immer werden Rüstung und Schwert, dem Kämpfer zur Wehr unb zur Waffe, härtenb gefchmiebet aus bem Erze bet kühnen Herzen.

Du magst bick in Eifen schienen, bu magst wie bu willst bick rüsten wenn bu zum Kampfe gehst: aber zuerst unb vor aller anberen Rüstung wappne bein Herz!

Nickt bie Waffen nut Rnb es. bie Schlackten entfckeiben unb Kriege gewinnen, sondern zu aucrertt sind es die Herzen

- welche die Scklachien schlagen und bie Kämpfe bestehen!

Darum wavvne unb bas vor allem anbeten! bein Herz batz es immer stark fei unb mutig unb treu unb immer bereit!

auf bet Leinwand ertoienen. Um fo grötzer ist bas Interesse das der zweiten Folge entgegensebraiht wird die zur Eröffnung der Jugendfilmstunden in Berlin uraufgeführt wurde. Diese Film- sckau. die mit der neuesten Wochenschau in unseren Filmtheatern zum Einsatz gelangt, zeigt wiebetum. in hervorragender Weise Ausschnitte aus der Arbeit der europäischen vor allem aber bet deutschen Jugend. Den größten Eindruck bei unserer Jugend werden zweifellos die Bildet erwecken bie Hauptmann Marseille anläßlich seines letzten Heimaturlaubes im Kreise ber Kameraben »eigen. Ebenso gelungen llnb auch bie emleitenben Aufnahmen von bet norwegischen und svannchen7.Jugenb ausführlich wird eine Einiatzabteilung der Nackrichten-HJ gezeigt die in den W-br- ertuchtiyungslagern von der Wehrmackt ausgebildet wird, Dom Fabrikeinsatz der Hitler-Jugend über die Kinderlandverschickung eis zu denRommel -begeisterten Mmvfen aus Weida leitet die schwungvolle Filnnckau zurPauke der Moral" ein die bissmal den Gerüchtemachern Fehde angesagt hat.