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Wiesbadener Tagblatt

Samstag/Somltag. 21./22. November 1842

davon, daß damals gleichz hängig voneinander die Fi

die

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Erositss Kinfoniakonzart

öjs Solist beran- tüi Violine und

evns

Effort" zu den Vollmachten für Laval

Bichy, 20. Nov. Der sozialistischeEffort" beschäftigt sich mit der Übertragung umfassender Vollmachten an Laval und schreibt, die Ereignisse in Nordasrika hätten erst das Treiben der Abtrünnigen vollkommen demaskiert. Heute könne man genau feststellen, wo sich der wahre Patriotismus befinde. Die durch die Verhältnisie hervoigerufenen Ausnahmezustände hätten Aus­nahmemahnahmen gefordert. Wenn Petain in dieser Form Laval mit Vollmachten betraut habe, so bedeute das die Stimme ganz Frankreichs. Er sei der Mann, der sein ganzes Leben einer Besserung der internationalen Beziehungen gewidmet habe. 1940 habe er Frankreich jenen entrissen, die es verraten wollten.

Nr. 274 Seite 3

Konzert für von DohnSnn zum Vortrag

Die ersteTankschlacht"

Vor 25 Jahren: Schlacht um Eambrai Mann gegen Maschine Die Lehren

zeug bis zum nächsten Einsatzhafen aus Sizilien, eine Viertelstunde bis nach Eagliari auf Sardinien. Zu Friedenszeiten kostete '

Der bekannte französische Großindustrielle Eugen Schnei« : - Ereus»t ist am Dienstag in Paris gestorben.

von Eambrai mit den Worten anerkannt wird, dah die grobe Tapferkeit dieses Mannes die Bewunderung aller Dienstgrade erregte. Das sind nur einige Evisoden aus dem groben Ringen. Überall Kampf, immer wieder Kampf und Widerstand, das löste die Engländer auf, lähmte sie und brachte ihre Führung aus dem Geleise", so hat einmal der Führer der 54. Infanterie-Division, Freiherr von Matter, dessen Truppen diesen Kampf mit durch- sochten, die Schlacht gekennzeichnet. Auch die Engländer haben in späteren Veröffentlichungen, so in der ZeitschriftRation" vom 5. März 1918, erklärt. .Die auffallende Lehre aus der Schlacht bei Eambrai ist der gewaltige Einfluh, der von ein paar ent­schlossenen Männern ausgehen kann. Ein paar deutsche Soldaten bei Flesauidres und eine andere Abteilung bei Masnisres sind es gewesen, die tatsächlich unseren Angriff am Eröffnungstage ge­brochen haben "

Das ist eine Lehre, um derentwillen wir auch im heu­tigen groben Ringen der Schlacht von Eambrai gedenken und uns der Heldentaten erinnern, die der deutsche Soldat damals voll-

Tune ischer Sperriegel

Land, Leute und Bastionen in einem Kernland des Mittelmeerraumes

Am schmälsten Engvab des Mittelmeers türmt sich Tu­nesiens Steilküste auf. Das Atlasgebirge schiebt hier seine letzten Ausläufer in die ewigblaue See hinein, natürlichen Bastionen gleich, wie geschaffen zur Beherrschung der Sizilien- stratze. Zwanzig Flugminuten braucht ein deutsches Kamo'slug-

brachte. Vielleicht hat dieser Sieg des Mannes über die Ma» schine dazu geführt, dab man damals dem neuen Kampfmittel nicht ganz die Aufmerksamkeit widmete, die es verdiente, obwohl mit seiner Hilfe die Engländer einen Gewinn errangen, für den man kurz vorher in Flandern über vier Monate hatte kämv'en - müssen. Es kam hinzu, dah eine bald danach einsetzende deutsche Gegenoffensive den Engländern den größten Teil ihres Eelände- gewinnes wieder entrih. Man kann es heute auf sich beruhen lassen, ob das alles zu einer gewissen Unterschätzung der neuen Waffe und so zu einem sehr langsamen Au "bau einer deutschen Panzerwasfe führte (die ersten deutschen Panzerkamvfwagen er­schienen am 21 März 1918 aus dem Kamvffeld bei St. Quentin). Heute wissen roi und weiß die Welt, dah das nationalsozialistische Deutschland die richtigen Lehren aus Eambrai zog und aus dem, was auf Eambrai folgte. Heute sind die deutschen Panzer der Schrecken unserer Feinde. In Polen und Frankreich, auf dem Balkan, in Afrika wie in der Sowjetunion errangen sie unsterb­lichen Ruhm.

Hungersnot in indischen Distrikten

Tokio, 20. Roo. Der Zustand der Hungersnot in verschiedenen Distrikten Indiens steigt stetig an, zusammen mit der wachsenden Anzahl der Inder, die Hungers sterben, berichtetAsahi Schim- bun" von einer Jnformationsauelle aus Bangkok. Die Zeitung sagt, dah die britischen Behörden in Indien ein Büro zum Aus­gleich der Lebensmittel errichtet haben, in Wirklichkeit jedoch Mittel und Wege suchen, um Nahrungsmittel von In­dien nach Westasien zu verschiffen. Der Hauptgrund der Hungersnot ist in der Abschliehung Indiens von den nah­rungsmittelerzeugenden Gebieten, einschließlich Burmas, zu suchen, das früher Reis nach Indien geliefert hat, und Djawas, das Zucker lieferte.

Der erste Masseneinsatz von Panzerkamvfwagen am 2 0. R o - vember 1917, also vor nunmehr 25 Jahren, ist als Tank- schlacht von Eambrai in die Geschichte eingegangen. Man hat diesen 20. November 1917 wohl auch gelegentlich als denGe­burtstag einet neuen Waffe" bezeichnet. Das ist rein formal ge­sehen nicht ganz richtig, denn Panzerkamvfwagen hatten bereits in die Sommeschlacht eingegriffen. Am 15. September 1916 bra­chen bei Siers, südlich Bapaume, die ersten englischen Tanks zu­sammen mit der Infanterie vor. Die Mehrzahl von ihnen wurde allerdings damals zusammengeschossen. Großen Eindruck hat auch dieser erste Einsatz einer neuen Waffe auf die mahgebenden oberen Stellen jedenfalls nicht gemacht, denn erst sehr viel später (am 20. Oktober 1916 sprach der Heeresbericht vom Einsatz von feind­lichenPanzerkraftwagen (Tanks)". Tanks, das war der Deck­name für alle Konstruktions- und Bauarbeiten der Panzerkamvf­wagen in England gewesen. Dabei sind aber keineswegs die Engländer die Erfinder des Panzerkamvfwagens, ganz abgesehen 1>* K* "'"chzeitig mit ihnen aber vollkommen unab-

. ------------------- ----iranzosen ebenfalls Panzerkamvfwagen zu

bauen anfingen. Der Erfinder des Panzerkamvfwagens ist viel­mehr, wie heute einwandfrei feftsteht, der damalige österreichische Oberleutnant Burstyn, dessen Pläne allerdings keine Gnade vor den Augen des Wiener Kriegsministeriums fanden, dem aber 1912 das Reichsvatent 252 815 erteilt- wurde,einen Panzerwagen betretend, geeignet, sich mit motorischer Eigenkraft nicht nur auf Straßen, sondern auch aus unwegsamem Gelände fortzubewegen".

von Forts und Feldstellungen genutzt. Das war dieandere MaginoUinie", diesmal zum Schutze desFrankreichs über See". Es galt, italienische Ansprüche zu annullieren; Ansprüche, die auf ein Gebiet erhoben wurden, das vorwiegend von Italienern er­schlossen und kultiviert worden ist. Auch nach französischen Statistiken wohnen wesentlich mehr Volkstums-Italiener in Tunesien als Franzosen, selbst wenn man zu diesen die zahlreichen Beamten und die Garnisonen hinzurechnet.

Heute halten deutsche und italienische Soldaten auf den Klivven und Höhen Wacht. Sie haben die Bastion Tunesten in Besitz genommen. Die berühmte Flottenbasis B i z e r t a mit ihrem vorzüglichen U-Boothafen und den riesigen Werften und Docks Hir größte Schlachtschiffe und Flugzeugträger dient den Achsen ächten als Overationsinstrument. Die bestausgebauten Wasser- und Landflugvlätze zwischen Kav Bone int Norden und dem Phosphathafen Sfax im Südwestcn wurden von der Luftwaffe des Reichs und Italiens bezogen. Sie kämpfen in engster Zu­sammenarbeit mit der Besatzung der Sverrinsel Pantelleria, 75 Kilometer weit draußen in Richtung Malta.

Rach Süden zu dehnt sich die unendliche, schweigende Wüste, vom Landesinnern getrennt durch die Region der Salzseen. Nach Westen zu aber, an der algerischen Grenze, wachsen schroffe Gebirgszüge aus Dem Boden, über 1500 Dieter hoch an manchen Stellen, ausgezeichnete natürliche Hindernisse gegen alle ameri­kanischen Ekpansionsgelüste. Tunesien . ist die Schlüsselstellung zwischen Algerien und Libyen, die Klammer zweier kolonialer Imperien, aber nun auch die Scheidewand zwischen dem, was Roosevelt diewestliche Hemisphäre" zu nennen beliebt und unserer Welt. Sicherlich gelüstet es General Eisenhower nicht nur nach den Häfen und Fliegerhorsten dortzulande, sondern ebenso sehr nach den reichen Phosvhatlagern und Eisenerzen, nach den Millionen von Llbäumen, nach den Weinbergen und Kork- wäld-'n und nicht zuletzt nach dem weitverzweigten Eisenbabn- netz. Aber seit der ersten Landung der Pankees in Algier ist eine bedeutsame Spanne Zeit verflossen, die nämlich des deutsch- italienischen Gegenstoßes. Daß dieser die Landung in Tunesien und den Einmarsch über die libysche Grenze einbezog, das wäre jedem Strategen von vornherein klar gewesen, der mit euroväischer Geogravhie und Geschichte Bescheid weiß.

Fritz Zech

* Sie SoltsmuRlitouk erteilt anläßlich des Tages der deutschen Hausmusik (22. Novemberl allen interessierten Volks­genossen erne kostenlose Probe-Unterrichtsstunde. Anmeldungen nimmt die Kreisdienftstelle entgegen.

Die Erfahrungen, dte die Engländer zunächst mit ihren Panzerkamvfwagen machten, waren nicht sehr ermutigend. Den­noch hielten die Männer der neuen Waffe durch und konnten im Herbst 1917 den ersten Masseneinsatz des neuen Kampfmittels er­reichen. Der Einsatz erfolgte gegen eine gut ausgebaute Stel­lung, gehörte doch die deutsche Front südwestlich Eambrai noch zur Siegfriedstellung. Dieser Teil galt damals als sehr ruhige Stellung, die man deshalb auch stark abgekämpften Divisionen anoertraute. Als am Ä> November 1917 morgens auf diese sonst so ruhige Front tin Eeschoßhagel aus tausend Schlünden der eng­lischen Artillerie niederging, da glaubte man zunächst, daß Das ein Vorsoiel für ein. mehrstündiges Trommelfeuer [ein würde. Aber kaum waren die Erabenbesatzungen bis auf wenige Posten in den Stallen verschwunden, als auch schon der Alarmruf erscholl Tanks kommen!" Schon tauchten diese Ungeheuer in Massen auf, hatte doch der Engländer hier auf einem Abschnitt von etwa neun Kilometer Breite nicht weniger als 378 Tanks einge­setzt, die zum Teil, mit ME's, zum Teil mit Geschützen ausgerüstet waren. Die starken Drahthindernisse wurden niedergewalzt, die tiefsten Gräben, wenn auch langsam, überwunden. Für gar zu breite Gräben hatten diese Kammwagemmgeheuer selbst Faschinen gebracht, die in den Graben geworfen dem Tank das Überwinden des Hmdernisses erleichterten. Mit der gewöhnlichen Jnfanterie- munition war gegen den Panzerwagen nichts auszurichten, ja selbst die bswährte Erabenwaffe, die Handgranate, versagte. Der Staub der einschlagenden Granaten, Rauch und künstlicher Rebel nahmen dazu jede Sicht. Geschickt fuhren die Ungetüme von hinten an die deutschen Stellungen heran, jagten durch ihr Feuer die Erabenbesetzung tn den Stollen und warteten, bis die fol­gende Infanterie die Insassen mit Handgranaten überwältigte. Die Artillerie war zum größten Teil zur Untätigkeit verdammt, es fehlte jede Sicht. Dennoch klammerte sich die deutsche Infan­terie, nachdem der erste Schrecken überwunden war, heldenmütig an jede Eeländewelle. Überall bäumte sich ein heroischer Abwehr­wille auf.Wir halten!" so heißt es beispielsweise in der für das Regiment bestimmten Meldung eines Bataillons-Komman­deurs des Infanterie-Regiments 84.Tanks in unserer Höhe und darüber hinaus. . Wir halten bis zum letzten Mann", diese Worte kennzeichnen den Geist des deutschen Soldaten in der Eam- brai-Schlacht. Meist freilich blieb dem Heldentum der Erfolg ver­sagt, aber noch am Abend des 20. November hielten sich einige deutsche Verteidigungs-Inseln hinter der englischen Front. Ruhmesnamen in der deutschen Kriegsgeschichte sind Flesyuiöres und Masnibres.

Die Artillerie feuerte in direktem Schuß, was die Rohre Her­gaden solange der knappe Munitionsvorrat reichte. Auch dann streckte man noch nicht die Waffen, sondern griff zum Karabiner oder zur Handgranate. So erzählt das Ehrenbuch der deutschen Feldartillerie oon der 6. Batterie des Feldartillerie-Regi­ments 108, die mit ihren Feldhaubitzen in einem kleinen Talkessel stand und infolgedessen schlechtes Schußfeld hcktie. Mit ihrem Führer, Leutnant der Landwehr Kurz, an der Svitze, stürmten die Männer, der Batterie gegen den Feind an. Die 8. Batterie des gleichen Regiments stand unweit Flesauidres in bedrohlicher Lage Sie hatte sich verschossen, und der Batterieführer gab den Befehl zum Rückzug. Beim linken Flügelgeschütz kam der Unter» Offizier Krüger diesem Befehl Nicht nach. Er blieb beim Ge­schütz und feuerte mit einigen Körben Munition unbeirrt weiter, brachte noch Tank auf Tank zur Strecke und weigerte sich beharr­lich, der englischen Aufforderung, sich zu ergeben, nachzukommen. Das ist der Held, dessen tapfere Haltung auch von dem englischen Oberkommandierenden Haig in seinem Bericht über die Schlacht

Im zweiten Simoniekonzert der Kapelle des Deutschen Theaters. das am gestrigen Freitag stattfand, war der erste Konzertmeister des Theaters Edmund W ' ~ "" ' gezogen worden. Er hatte sich das K Orchester op. 27 in 0-moll von Ernst vor.

gewählt. Dobnänv geboren 1877 in Preßburg erweist sich in dem Werk als Komponist von Brabmsscher Neuromantik, aus dessen Tonen ein oetremettes Jnneleben und ein diffiziler musikalischer ®u®brurf. zu uns spricht. Di« vier Sätze erneuen durch Klarheit und Einfachheit der Thematik, nicht minder auch durch die Größe der immer edlen, und jugentzfrisch lich gebenden Grundgedanken. Der tn seiner Wirkung zugkräftigste Satz war das Molto vivace. Durch warme, schon geschwungene Melodiesubrung nahm das Andante das Obr gefangen und der erste Satz feüelte durch die scharfe Prägung »einer Tkema während der Schlußsatz wobl nicht ganz auf der Höbe der vorhergehenden Sätze stand. Trotz seiner sinfonischen Anlage bietet das Konzert dem Solisten reichlich Ge­legenheit. fein technisches Rüstzeug und Fein musikalisches G-stal- iungsvermogen in glänzendstem Lickte erstrahlen zu lassens in Edmund Wevns war ein Geiger am SBerl der die mancherlei Schwierigkeiten des Sofocartes mit fviel-nder Selbstverständlich- keit meisterte in der Kantilene einen blühenden sinnlich schönen Ton entwickelte und sein respektables geigerisches Können ganz in den Dienst des Werkes stellte. Der Künstler fand für feine treff» licke Leistung der den Zuhörern sehr herzlichen Beifäll. Die Kapelle des DeutFcken Theaters unter feinfühliger Leitung von Ernst Cremer hatte für klangschöne dezente Be­gleitung. berechtigten Anteil.am Erfolg der solistücken Darbietung. Als Au.itakt des Abends »vielte sie als rein orchestrale Gabe Variationen und mifle über ein Tbema von Beethoven" von Mar Reger op. 86. .Das Werk ist urlvrünglick für zwei Klaviere ge- torieben und water vom Komponisten in verkürzter Form für Orchester bearbeitet worden. Die liebenswürdige Bagatelle in B=bur aus op. 119 bildet die schlickte Vorlage. In acht Verände­rungen und. der Scklußmge zeigt sich der vertöitttoe Stil des Meisters, feine eigentümliche Derfchmelzun» des linearen Satzes mit der neuromantischen Harmonik und feine glänzende Be­herrschung aller kontrm-unktifchen Finessen in überzeugender 2Feise.Den zweiten Teil des Konzertes füllte Beethovens Eroica "Überauellende Fülle der thematischen Gestaltung breitet der elfte Satz aus. Welche.Kühnheit der Phantasie gibt sick darin kund! Im Trauermarsch ist alles gron gewaltig weihevoll ein wahrer Actus tragicus.. Eine unerschöpfliche Flut des Schmerzes wogt darin auf und nieder. Lebenslust und Lebensdrang atmet das Sckerzo Im Tno lubeln die Hörner in herziger Weife Das Finale ist in feiner ersten Hälfte ein $arialionen»nflus über das der. Prometheus-Musik entlehnte und fckon in den Kfamer- gartationen op. 35 benutzte Tbema es bietet im weiteren der Phantast« Spielraum zur reichsten Entfaltung und endet in ditbvrambiicken Schwünge In der Ausnihrun» der beiden O-ck-ltt-r- werke entwickelte die Kapelle des DeutFcken Theaters die ganze cfala <brer Ausdrucksmoglickkeiten vom (eiteften Piano bis zum S.lanzenden Fortisiimo des bleckgevan'erten Orchesters in eindring­licher Weile und folgte mit aller Bereitwilligkeit den Zeichen ihres Leiters Ernft Cremet der das Pariiturbild vollständig beberrFchte und ibm em «etlt» und temperamentvoller Deuter war. Das gut besetzte Haus ließ es an herzlichem Beifall nickt fehlen.

L_ * Eröffnung des Deutschen Theaters in den Niederlanden. Reichsminifter Dr. Goebbels stattete am Donnerstag dem Aeichskommissar m den Niederlanden Reichsminister Dr. sevß-Inauart. einen Befuck ab. Auf der Fahrt nach den Haag legte Dr. Goebbels am Ehrenmal des Seldenfrjedbofs am Etebbe- Berg einen Kranz nieder. Nack einer Reibe von Besprechungen mit den führenden Persönlichkeiten der Partei des Staates und der Wehrmacht in den Haag nahm Dr. Goebbels abends zu- lammen mit ReickskominiFFar Dr. Seuß-Jnauart an der Eröffnung des deutschen Theaters in den Niederlanden teil Das Theater wurde mit einer festlichen Aufführung des ..Don Giovanni" eronnet die zu einem stolzen Erfolg für die junge Bübne wurde.

* Der Meitterphotogravh Kurt Sielidiet wird am Dienstag S*-,,?»! tm kleinen Kurbausfaale zu Feinen unübertrefflichen Lichtbildern über ..Rumänien insbefondere die deutsche Kultur in Siebenbürgen" sprechen. Vorträge Hielfchers sind immer ein erlesener Genuß.

* Margot Krischet ist von Intendant Zwißler als erste Koloratursängerin für die Städtische Bübne Mainz veroflicktet worden

* Generalmusikdirektor Sckutickt hatte soeben in einem öffent­lichen «ondetkonzert des Radio-Paris mit feiner Interpretation der ersten Sinfonie oon Brahms und der Unvollendeten von Schubert einen fo sensationellen Erfolg bei Orchester Publikum und Presse daß ibm fofort die Leitung einer Serie von großen Konzerten mit diesem und mit dem berühmten Confervatoire- Orchefter angetragen wurde Auch nach Marseille wurde tr ein­geladen.

* Eugen Sebert Nachfolger Clmenbotff*. Der Intendant des Mannheimer Nationaltheatets Friedrich Brandenburg Kai den Intendanten des Thüringischen Landestbeaters Altenburg Gugen B o ü a r t. «im musikalischen Oberleiter des Deutschen Rational- theaters rn Mannheim berufen. Bodart tritt als Nachfolger des nach. Dresden verpflichteten Karl Slmenborff sein neues Amt vor­aussichtlich am 1. Januar 1943 an.

Das Wäöchav mit Öen zwei Sarosrbsrn

Die schöne Taki San faß auf der Holzterrasse vor dem Haufe ihrer Eltern das weit in den mächtigen Fluß vorgebaut war. Ihr faltiges Gewand aus Brokat glich den roten Abornblattern. die im Herbst das Wasser hinabfckwimmen Ibr Wm»" ' Sjt war in einem hoben Aufbau emvorgetürmt und wurde mit Kost­baren Nadeln festgenalten. Mit dem Gürtel der auf ihrem Rucken Zwei große Schleifen zeigte glich sie einer zitternden Libelle, die sich auf dem Blatt einer Wasserrose niedergelassen bat. Ste schaute über die weife Wasserfläche in der sich die Abendröte spiegelte und blickte zu der schneebedeckten Pvramide des heiligen Berges Fuii hinüber. Mit ihren feinen weißen Fingern strick sie über die Saiten der vor ibr am Boden liegenden Samifen. fo daß ein (eifer Akkord aufrautote. Dann sang sie: ..Die Nackt bricht heran, sie ist lang wie der Schweif des Silberfasans. Iiere Schwermut la» über der Landschaft. Sie hielt in ihrem Sotel inne und dachte der beiden Bewerber, die sich eifrig um ihre zarte Hand bemühten aber leider konnte sie sich zu keinem von beiden enttociben. Der eine von ihnen stammte aus ihrem eigenen Seimatlande der andere aus einer entfernten Provinz, aber das war auch der einzige Untemieh zwilchen beiden Sie hattest die gleiche Größe und trugen beide das gleiche Gewand tn einem farbenfreudigen Geschmack. Auch ihre Gesichter und die Be­wegungen ihrer Hände waren wie die von zwei Zwillingen. Die schone Taki San hätte sick entscheiden können wenn sie hätte fen» stellen können daß die Liebe bei dem einen um einen Grad geringer gewesen wäre als bei dem andern aber sie waren ihr mit gleicher inniger Zärtlichkeit zugetan, hatten das gleiche feine Empfinden und befeuerten fast mit denselben Worten ihre Leiden­schaft. indem sie ihre Lage verglichen mit der eines Fischers der in einem fteuetloien Fahrzeug au; wilden gefahrvollen «trudeln umbergemorfen wird Die Eltern hatten ihr den Rat gesehen: Nimm einen ganz gleich welchen, zum Gatten dann wird der andere von selbst zurucktreten!" Aber hierzu konnte sich Takt San nickt entschließen da -sie nichts Unrechtes tun wollte.

r...,3n diesem Augenblick erschienen die zwei Jünglinge grüßten botttck und hockten sick vor Taki San auf den Holzboden der Terrasse nieder. Sie pflegten auch die gleichen Getoenke mttiu» bringen Diesmal war es ein zierliches Schreibgerät in Lackarbeit mit Goldstaub

Das junge Mädchen brach in Tränen aus und erklärte ne könne nickt weiter in dieser Ungewißheit (eben und werde für immer in ein buddhistisches Kloster gehest.

Im Felben Augenblick entflog kreischend eine. Schar von Kranicken über den Fckon dunkel violett gewordenen Simmel Da sie sick aus ihren Träum->n auf und sagte: eeht dort, die Kraniche wie sie in einem Dreieck dahinfliegen den Anführer ast der Boise nehmt eure Bogen und toiefct nach ihm Wer ihn trefft der soll mir zu eigen Fein!" Beide griffen fofort noch ihren xogen Zwei Pfeile schwirrten und der Kranich flog getroffen ZU Fußen der schönen Taki San Die beiden Pfeile faßen neben­einander tm Herzen des Tieres. r

Mit einem Schrei Ivrang Takt San auf und zerraufte ihr Haar. Ich sehe die Götter wollen mich verderben amttaba gtoBer Buddha nimm mich auf in dem Nirwana. Mit diesen Worten stürzte sie sick in das Wasser dessen wette 6rallrffn*eti auftautoten Die beiden Jünglinge Forangen Fofort in den Fluß um sie zu retten Der eine faßte sie bei der Sand der andere beim <ruß und >o ertranken sie alle drei.

Gs gab ein feierliches SJetoenbesänanis an dem der ganz« Ort tetlnanm Takt San wurde unter einem KirlLhaum beiseieht. Der eine Jüngling der im gleichen Ort geboren war. wurde von

Karte: Dehnen-Dienst llherfahrt von Eurovg nach Afrika ganze sieben Lite, ungerechnet allerdings die großen Schwierigkeiten, die es auf dem Paßamt zu überwinden gab. Denn Tunesien ist französisches Protek­torat, mit 125 000 Quabrattilometer (etwa der Umfang von Baden, Württemberg, Bayern und Hessen-Nassau zufammen- genommen) die kleinste »er Besitzungen Frankreichs im Norden des Schwarzen Erdteils. Da drüben aber liegt Italien.

Zweieinhalb Jahrtausende ist es her, seit zum erstenmal eine Königin des Mittelmeeres auf den tunesischen Felsen thronte. Es war Karthago, die seegewaltige Handelsstadt. Man zeigk heute noch ihre kümmerlichen Reste unfern der Hauptstadt Tunis, ein halbvergessenes Schaustück für Touristen. Nichts zeugt mehr von vergangener Pracht So gründlich schlug Rom zu. In drei gewaltigen Kriegen vernichtete es die Zwingburg des mittel» meerischen Raumes. Die beherrschende Lage Tunesiens aber ist die gleiche geblieben, mehr noch: ist int Zeichen der modernen Waffen womöglich noch stärker geworden.

Der tunesische Gebirgsklotz bildet die beherrschende Ostflanke des französischen Kolonialreiches. Unvermittelt stößt die flache, kahle Wüste Libyens an - dieses Bergmassiv. Französische Be­festigungskunst hat vom Golf von Babes bis an den Rand der Sahara die Gunst des Geländes durch einen breiten Sperrgürtel den. Eltern zu ihrer Seite gebettet. Als nun aber die Eltern des zweiten 3un»hn»s das gleiche Recht für ihren Sohn beansvruckten. wurden sie abgerotefen mit der Begründung, daß er von aus­wärts gekommen Fei. und hier kein Recht auf eine Grabstätte befaße. Da ließen keine Eltern einen »roßen Wagen mit fritoer Erde aus .der entlegenen Provinz herbeifahren, füllten damit die Grube auf der anderen Seite und betteten den Toten in Feine Heimaterde.

..Wenn im Frühling die Kirschen blühen und ihre Säunter weiß schimmern wie zarte Wölkchen, spendet man »erne Gaben tut die drei Toten auf ihren Gräbern. Die Kirschen verblühen ebenso »Lnell wie es bei der schönen jungen Taki San der Fall wär und dann ist es als sei ein Schneefall weißer Flocken auf die Graber ntebergeiunlen.

Ein javanisches Haus erscheint dem Fremden völli» leer. Man sieht nur weiße Schiebewände und eine Matte auf dem Fußboden Nachts wird eine Matratze auf den Boden gelegt die als Scklaf» statte dient. Aber an einer Seite des Zimmers befindet sick eine Nische. Hier stellt man je nach der Jahreszeit oder bei gewissen Veranlassungen immer wieder neue Schnittblumen in eine Dale Dahinter hangt meist von einem bedeutenden Äünitler in Tusche gemalt ein sogenannter Kakemeno das heißt Rollbild. Auck dieses wechselt den Gelegenheiten entivrechend.

Wenn sick der Todestag der drei Liebenden fährt, zeigt das ©emalbe. einen zarten Kirlckzwei» als ein Sinnbild der in der Blute rote durch einen Frost zerstörten Jugend.

Dr. Wolfram Waldlckmidt

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