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Wiesbadener TagblM
Druck und Verlag. L. Lchelteuverg'sche Buchdruckerei, Lanaaaije Nr. 21 (Taablatt-Haus» f Wöchentlich in V AuSaaben ErickeinunaSzeit werltäalick uachmitta»«
Wöchentlich in 6 Ausgaben
Lrjcheiuungszeir werktäglich nachmittags
Nr. 271
Mittwoch, 18. November 1942
90. Jahrgang
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Waffen oder Bewaffnete
Von Wilhelm Ackermann
Vorsichtsmaßnahmen Francos
Teilmodilifierun» angeordnet
Madrid, 18. Nov. (Funkmeldung.) General Franc» hat Minister der drei Wehrmachtgattungen durch Dekret ermäch
tigt, nach eigenem Ermessen eine Teilmadilmachun« durchzuführen, um die Einheiten von Seer, Lustwasse und Marine aus Kriegsstärke zu bringen. Außerdem werden alle in Sleseroe und Ruhestand befindlichen Offizier« und Unteroffiziere im Rahmen der bestehenden Rotwendigkeiten «inberasen. In dem Dekret wird die Mahnahm« mit der Zuspitzung der internationalen Lage und der Tatsache begründet, dah der Krieg jetzt in die unmittelbar« Rah« d«r spanischen Soheits- und Protektorats- sowie Kolonialgebiete gerückt sei. Es handele stch, so heißt es in der Verordnung, um eine elementare Vorsichtsmaßnahme um Spaniens Unabhängigkeit und Einheit zu gewährleisten.
Auch hohe personelle Verluste der Landungsflotte
Verschiedene vollbesetzte Transporter mit Mann und Maus untergegauge».
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Roosevelts Heuchelei schlügt selbst den britischen Rekord
Der Weltdiktator läßt eine Attacke gegen den Imperialismus reiten
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Die ersten Wermutsttopfen
London bettelt um eine Sowjet-Offensive zur Unterstützung des Afrira-llnternehmens
Bisher hat, soweit überhaupt eine aktive, kämpfende Kriegsteilnahme der Vereinigten Staaten festzustellen war. und Nicht nur eine überwiegend politisch bedingte Verteilung amerikanischer Besatzungstruvven über die halbe Welt, bei diesen Kampfhandlungen die USA.-Flotte und Flug- waffe. im Vordergrund gestanden: bei den Versuchen im Pazifischen Ozean, ein weiteres javanisches Vordringen, insbesondere eine Bedrohung Australiens aufzuhalten, bei der kaum mehr als symbolischen Unterstützung, deren Tschungking- Chlna teilhaftig wurde, bei dem nicht viel bedeutsameren Anteil, den die amerikanische Wehrmacht am Kampf zwischen England und der Achse in Nordostafrika nahm. Nun aber ist erstmals mit der Expedition nach Nordwestafrika auch das Land beer der USÄ. in gröberem Maßstab in die Erscheinung getreten: die Flotte ist an ihr nur in zweiter Linie mit einem Geschwader unter englischem Oberbefehl be- teiligt: die Luftwaffe stellt in der amerikanischen Wehrmacht keine selbständige Organisation dar. sondern ist jeweils Ser Armee oder der Marine eingegliedert. Mit diesem Auftreten des Heeres gewann naturgemäß die Frage nach seiner derzeitigen und mehr noch zukünftigen Stärke allgemeines Interesse, und Roosevelt hat auf dahingehende Fragen jüngst eme offizielle Auskunft gegeben: zwar nicht über den augenblicklichen Stand, aber über die Ausbauvläne. Danach soll die Armee bis Ende nächsten Jahres auf eine Bestands- zlffer von 7L Millionen Mann gebracht werden: zum gleichen Zeitpunkt soll der Kriegsmarine eine Zahl von 1,8 Millionen Mann zur Verfügung stehen, so dah sich eine Gesamtwehrmachtstärke von 9,7 Millionen ergäbe. Nun sind das freilich einstweilen noch ebensolche Pavierpro- rekte. wie die der Kriegs- und Frachtschiffs- und Trans- vortflugzeugbauten: aber immerhin lassen sie schon einen nicht unerheblichen Abstrich erkennen gegenüber den groß- zügrgen Angaben, die noch vor kurzem mehr oder minder amtlich im Umlauf waren. Denn bisher war die offizielle Lesart die. dah bis Ende 1943 mindestens 11. wenn nicht 13 Millionen Mann im Landbeer bereitstehen würden.
„ . ragt man nach dem Grund dieses 3—5-Millionrnab- strichs, so kommt man auf den bedeutsamen Zwiespalt, der sich bei der praktischen Durchführung der amerikanischen Aufrüstung zwischen den menschlichen und den industriellen Möglichkeiten ergeben hat: und in dem sich eine Begrenzung der militärischen Machtentwicklung zeigt, an die man zunächst offenbckt in den kriegsunerfahrenen Vereinigten Staaten überhaupt nicht gedacht bat. Das Menschen- reservoir ist, nämlich eine ziemlich fest bestimmte Grobe, die sich nicht willkürlich und mit dem Einsatz kapitalistischer Mittel ausweiten läht. wie es in gewissen Grenzen für die Rohstoffversorgung und die industrielle Leistungsfähigkeit für Kriegszwecke möglich ist. Und wenn beide Faktoren. Wehrmacht und Industrie zugleich steigende Ansprüche an die fest verfügbare Menschenzahl stellen, so erweist sich die Decke aus der einen oder auf der anderen Seite sehr bald als zu kurz. Dieser Zustand istz inzwischen in den USA, bereits erreicht, und die Folge ist das natürliche Dilemma: je mehr Menschen die Wehrmacht beansprucht, desto weniger können an den Maschinen stehen. Aber dieser verhängnisvolle Zirkel ist damit noch nicht erschöpft: er setzt stch fort über das rein amerikanische Interesse hinaus bis zu dem der Verbündeten: Ausbau der Wehrmacht Heiht Verringerung der Industrieproduktion bei steigenden Material- anspruchen für die eigene Aufrüstung, heibt im weiteren Sinne immer stärkeres Sinken der Materialüberschüste. die tui den Bedarf der Bundesgenosten verfügbar sein sollen. Der zunächst für so genial gehaltene Rooseveltsche Gedanke der Pacht- und Leihverträge, deren Anwendungsgebiet zunächst gar nicht weit genug erstreckt werden konnte, die man sogar manchen Ländern, wie der Türkei, gegen ihren Willen aufzuzwingen' suchte, wird in seiner praktischen Bedeutung immer fragwürdiger.
Dieses Eefahrenmoment für die alliierte Kriegs- rustung und Kriegführung hat längst die mihtrauende Beachtung der davon Betroffenen gefunden. Dafür ist nicht nur das immer schärfere Drängey Moskaus auf Soforthilfe ein Beweis, auch in England werden immer wieder Stimmen der Besorgnis laut, dah man in der Materialunterstützung aus den USA. zu kurz kommen werde, wenn Washington die eigene Aufrüstung zu sehr in den Vordergrund stelle. Die britische Wirtschaftszeitung ..Economist" hat erst jüngst wieder diesen. Beklemmungen Ausdruck gegeben, indem sie schrieb, es müsse eine grundsätzliche Entscheidung darüber getroffen werden, ob die Vereinigten Staaten zum Siege her verbündeten Nationen am zweckmäbigsten beitragen, wenn sie Lieferung von Waffen für die derzeitigen Fronten und von Lebensmitteln übernehmen, oder, wenn sie eine Massenarmee von 10 oder mehr Millionen Mann aufstellen. die ein Jahr oder länger nicht zum Kampf ausgerüstet werden kann. Es sei klar, fügte das Blatt hinzu, dab eine Entscheidung über den endgültigen Umfang der Armee notwendig ist. ehe irgend ein Plan zur landwirtschaftlichen und industriellen Mobilmachung festgesetzt werden kann, und es sei ein Glück, dab in den USA. wachsendes Verständ-
Kz. Wenn man bisher glaubte, die britische Heuchelei sei Nicht, mehr zu überbieten, so ist Roosevelt auf dem besten Wege, ihren Rekord zu brechen. Es gehört schon sehr viel Dreistigkeit dazu, nach den Raubzügen, die dieser Eangsterhäuptling in allen Teilen der Erde durchfuhrt, weiter den S e l b st l o s e n zu spielen uno so zu tun, als ob man nur für das Wohlergehen der Welt und aller Völker kämpfe. Diesmal schickte der Gangster im Weihen Hause seine gefügige Marionette, Wendel! Willkie, vor, der stch auf einer Veranstaltung der „New York Herald Tribun^' in scharfer Form gegen Churchills Versicherung wandte, den Besitzstand des Empires halten zu wollen. Churchill hatte aut dem Bankett des Lordmajors am 10. November gesagt: „W i t wo llen fest halten, was uns gehört. Ich bin nicht des Königs erster Minister geworden, um den Vorfitz zu führen über die Liquidation des britischen Empire." Willkie meint dazu, es genüge nicht eine Atlantik-Charta zu veröffentlichen, sondern man müsse ihr auch materielle Grundlagen geben und den „Vereinigten Nationen" nach dem Kriege alle Voraussetzungen zur wirtschaftlichen Entwicklung zur Verfügung stellen. Dies sei unmöglich, wenn einer, der an der Charta beteiligten Politiker einer erstaunten Welt erklärte: „Wir beabfichtigen das zu halten, was wir besitzen." Das ist an sich eine Erkenntnis, deren Richtigkeit niemand anzweifeln wird, eine Erkenntnis übrigens, die die „Habenichtse" schon seit langem vertreten. Aber Roosevelt, der hier aus dem Munde Willkies spricht, ist der Letzte, der ein Recht hätte, den Briten Vorwürfe zu machen. Ein Mann, der für 50 schrottreife Zerstörer wichtige Stützpunkte einhandelt, der Südamerika den wirtschaftlichen Sntereffen des USA -Kapitals unterwirft, der stch Kanada gefügig macht. Australien und Neuseeland in seine Gewalt bringt, sich die wichtigsten wirtschaftlichen Positionen im Nahen Osten zu sichern sucht und schließlich dem be- freundeten Frankreich seine wettvollsten Kolonien raubt, wirkt lächerlich, wenn er eine Attackegegen den Imperialismus reitet. Hinter den scheinheiligen Phrasen Willkies verbirgt stch die Raffgier der USA.-Kapitaliften, der Weltherrschaftsanspruch des internationalen Judentums, den Roosevelt verwirklichen will. Washington bedient sich des Phantoms der ./Bereinigten Nationen", um seine Ansprüche auf das Empire zu tarnen. Eine üble Erbschleicherei, die man in England, wo man über die Einmischung Washingtons in die indischen Ver- hältnifie schon reichlich verschnupft ist, sehr unangenehm empfindet. Die britische Zeitschrift „Econvmift" klagt in einem Artikel über die „unvernünftige amerikanische Haltung" gegenüber der englischen Indien-Politik. Sie beklagt bitter, dah ein großer Teil der Amerikaner den britischen Standpunkt einfach nicht verstehen wolle. Für England liege keinerlei Grund vor, sich den Vereinigten Staaten gegenüber ständig wegen des britischen Imperialismus zu entschuldigen, denn sonst würde sich auf feiten Großbritanniens nur ein Minderwertigkeitskomplex entwickeln. Die Stellung Londons in dem angloamerikanischen Gangster-Komplott ist bereits so schwach, daß die genannte britische Zeitschrift nur einen Angriff gegen die journalistischen Methoden in den USA. unternimmt, aber den eigentlich Schuldigen, Roosevelt selbst, nicht zu nennen wagt. In Washington wird man über derartige papierne Proteste mit einem Lächeln hinweggehen.
Die innere Unsicherheit, die ideologische Verwirrung nimmt in England immer mehr zu. Das zeigt am besten die letzte Agitationsrede Stafford Cripps, in der er sich sozial-philosophisch gibt und u. a. den Begriff Freiheit zu definieren sucht.
Er kommt zu einer Formulierung, die uns seltsam bekannt erscheint. „Wie wir in unserem eigenen völkischen Leben festgestellt haben", so erklärt Cripps, „muß die Freiheit des Einzelnen im gewissen Umfang zugunsten einer größeren Freiheit aller beschnitten werden." Das ist eine nationalsozialistische Grundthese, die uns in dem Wort „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" seit Jahren zur Richtschnur unseres Handelns geworden ist. Ein offener Diebstahl, mit dem die Plutokraten ihrem geistigen Rüstzeug, dessen Unzulänglichkeit sich in den Kriegsverhältnissen erwies, aufhelfen möchten. Eine Ration aber, die sich mit gestohlenen Waffen schlägt, kann niemals siegen. _________
Erneuter japanischer Protest in London
Tokio, 17. Nov. Wie hier bekannt wird, ließ die lapaniiche Regierung am 7. November durch Vermittlung der Schweiz in London erneut Protest erbeben gegen die unmenschliche Behandlung von javanischen Internierten. Den Anlaß hierzu gaben diesmal Vorgänge in Britisch-Jndien, rote ne nach Rückkehr des Evakuierungsdamvfers „Kamakura Maru" in Tokio bekannt wurden. Durch Schweden find außerdem direkt bei der indischen Regierung entsprechend« Vorstellungen erhoben worden.
Javanische Internierte in Indien wurden, wie es heißt, teilweise in Zelten untergebracht, die keinerlei Schutz gegen die Unbilden der Witterung boten. Andere wieder waren schutzlos der furchtbaren Hitze ausgesetzt. Die Ernährung let nicht nur schlecht, sondern es herrsche auch Mangel an Medikamenten, so daß zahlreiche Krankheitsfälle zu verzeichnen seien.
feindlichen Schiffseinbeiten ist in den -letzten Tagen erheblich geringer geworden. Die Eeleitzüge werden aufgelockert und pro.ankommenden und abführenden Schiffe haben es auf- tallig eilig, um aus der Gefahrenzone herauszukommen. Trotzdem gelang es einem deutschen U-Boot, wie der OKW-- Bencht von gestern .mitteilte, einen 12 000-Tonnbr zu versenken. Zwei weitere feindlich« Handelsschiffe wurden vor der algerischen Küste von italienischen Tor- pedoflug zeug en vernichtet und ehr vierter Transpor- t«r sehr schwer beschädigt Die deutschen Kampfflugzeug« setzten ihre Angriffe auf die Hafenanlagen von B o ugie fort und erzielten zahlreiche Bombentreffer in das bereits abgeladene Material. Da der Nachschub dauernd ergänzt werden muß. find fortlaufende bedenkliche Schiffsverluste für dte Anglo-Amerikaner . unvermeidlich. In diesem Zu- mmmenhang macht die spanische Zeitung „La Prensa" aut die hohe Zahl vettenkter Dampfer aufmerksam, die zu den ..Aristokraten der Meere" zu rechnen find. Also Dampfer oon 20 000 BRT. und mehr. Der Einsatz dieser kostbaren Schifte, die zu Anfang des Krieges von den Engländern in amerikanischen Häfen fichergestellt worden waren, zeige, wie hoch die Verluste find, die die deutschen U-Boote der britischen Handelsflotte bereits zugefügt haben. Rur so sei es zu erklären. daß man die wertvollen, großen und schnellen Schttte bei einer so gefährlichen Operation einsetzte.
«ft. Berlin, 18. Nov. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) In Nordafrika kommen die feindlichen Landungsoperationen nur sehr langsam i n Gan g. So besteht bisher zwischen den in T u n i s stehenden Achsentruvven und den int östlichen Teil Algiers ^landeten britisch-amerikanischen Verbänden noch keine Ee f e ch t s b e r u h r u n g. Dagegen haben diese Briten und Amerikaner schon in einer für sie äußerst schmerzlichen Weise mit der Luftwaffe der Achse Bekanntschaft gemacht, die in Richtung Tunis vorrückenoe Feindkolonnen angriff und. ihnen schwerste Verluste zufügte. In London ist man wenig erbaut davon, daß General Anderson, der Führer der östlichsten Landungstruppen, die als 1. Panzerarmee be- tarnet werden und angeblich zu 90 Prozent aus Engländern bestehen sollen, so langsam vorgeht und daß auch in Tunesien selbst wieder die Achse den Anglo-Ämerikanern zuvorgekommen ist. Man versucht in London dieses langsame -Vorgehen mit Eelandeschwierigkeiten zu begründen, doch ^ssen englische M.ilitärsachverständig« durchblicken, daß Anderson so vorsichtig operiert, weil er Achsentruvpen in Tunesien weiß, deren Stärke er zudem nicht kennt. Außerdem aber machen gerade die englischen Luftfabrtsachver- standlgen auf Deutschlands. Möglichkeiten aufmerksam, „große . nach Rordasrika zu überführen." So hat man heute schon in London den Eindruck, daß Tunis eine recht b?rte Nuß für die sogenannten Alliierten werden d u rf t e.
Kennzeichnend ist auch, daß man jetzt schon nach einer Unterstutzung durch die Sowjets ruft. Noch bei Beginn des Afrika-Unternehmens versuchte man den Bolsche- rleiL“ar öu machen, daß nun eigentlich die zweite Front geschaffen werde, die Moskau zu seiner Entlastung immer gefordert habe, ein Versuch, auf den die Sowjets allerdings ttihl ablehnend antworteten. Jetzt reden sowohl der „Daily §r?reß als auch die Herrn Eden nahestehende ..Borkshire Post den Sowiets zu. eine kräftige Offensive einzuletten, damit keine deutschen Truppen von der Ostfront abgezogen werden konnten. Es sind also jetzt nicht mehr so sehr die Sowiets, di« nach Hilfe rufen, sondern di« Engländer. die .fick.nun einer .ernsten Ausgabe gegenüberseben.
Auch die Tatsache, daß sich Rommel in der Cvrenaika weiter nach Westen absetzi und dab der Küstenort D e r n a nach Zerstörung aller militärischen Anlagen von den Achsen- truppen planmäßig geräumt wurde, bietet den Engländern wenig Trost. rutiml der Militärsachverständige der „Times" darauf hinweist, daß die englischen Truppen vermutlich sehr
1 ™t.emP»u$e einlegen müßten, weil sich ihre Nachschublirne immer mehr verlängert. Sie mißt heute, von Alexandrien gerechnet, etwa 800 Kilometer. Tatsächlich machen sich auch bei den Briten Nachschubschwierigkeiten bemerkbar. Es gibt Kolonnen, die wegen Brenn- stoffmangel still liegen und für unsere Flieger ein gutes Än- griffsobjekt darstellen. Da auch die Hafenanlagen von
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Tobruk von den Achsentruvven gesprengt wurden, so auch dl« Heranführung des Nachschubs auf dem Seeweg für die Briten äußerst schwierig. Dazu verweisen englisch« und amerikanische Korrespondenten erneut darauf, daß R o m m e l [eineu,5mei6manööet vollkommen planmäßig durchfuhrt. Der deutsche Feldmarschall, so schreibt ein ameri- fanUÄet Journalist aus Kairo, befreite sich aus den ihm gestellten Fallen nut der bei ihm geroobnten Schnelligkeit. In diesem besonderen Kampfgebiet, so fährt der amerikanische Journalist fort, gilt aber mehr als an irgendeiner anderen Front lediglich die tatsächliche Zerstörung der feindlichen Streitkräfte. Hunderte von Meilen sandigen Gebietes können verloren oder gewonnen werden, ohne ernsthaft die Strategie der beiden fich gegenüberstehenden Streitkräfte zu bemflussen. .Diese Worte des Amerikaners decken sich mit dem, was wir schon vor einiger Zeit sagten. Sie find auch bei den weiteren Operationen Rommels zu berücksichtigen, der allein bie Entscheidung darüber treffen kann, wie weit er sich nach Westen absetzen wird.
Insgesamt aber ist festzustellen, daß die Engländer trotz des Lautens der Kirchenglocken am Sonntag keine rechte Nordafrika haben und daß auch zahlreiche eng- ltsche Blatter vor einem Optimismus warnen. Argentinische Zeitungen berichten sogar aus der englischen Hauptstadt, daß di« englische Öffentlichkeit, die in den ersten zwei Tagen über das afrikanische Unternehmen begeistert waren, jetzt schon wieder angesichts der großen Schwierigkeiten und auch angesichts der Schiffsversenkungen „unruhig und besorgt" wäre.
wt. Die Amerikaner und Briten haben bei den Landungsoperationen in Franzöfisch-Nordafrika nicht nur schwere Schiffs- und Materialeinbuben, sondern auch empfind- lZche personelle Verluste erlitten. So berichtet der Sonderkorrespondent der „Daily Mail", daß ein mit USA.- Soldaten vollbesetztes, großes Schiff vor Oran einen so unglücklichen Torvedotresfer in die mitgeführten Munitionsvorrate erhalten habe, daß es buchstäblich in Atome zerfetzt wurde, wobei alle auf dem Schiff befindlichen Mannschaften den Tod gefunden hätten. „Daily Scetch" meldet, daß noch mehrere andere amerikanische Transporter das gleiche Schick- ml ereilt bat. In Gibraltar find nach zuverlässigen Schatzungen bereits 5000 Tote und Verwundete an Land gebracht worden. Aus England werden dort drei Lazarettschiffe erwartet, da die Verwundeten in Gibraltar nicht alle untergebracht werden können.
Der Haien und die Dockanlagen Gibraltars find zu einem Schiffslazarett geworden. Etwa 50 Kriegs- und Transvortschiffe liefen dort, mehr ober weniger be.toäbigt. ein. Ein Schlachtschiff unb ein Flugzeugträger zeigten schwere Schlagseite. Sie werben notbfirftig ausge- beuert unb sollen bann zur enbgültigen Reparatur nach England zurückkehren.
Die Zahl der in afrikanisch«« Gewässern operierenden
