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Wiesbadener Tagblatt
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»nut und «erlag: L. TcheUenberg'jche Buchdruckerei, Langgasse Rr. 21 kTagblatt-Haus,
90. Jahrgang
Dienstag, 17. November 1942
Nummer 270
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Darlan gibt vor, in meinem Namen zu handeln, der Mann, der irgend einem Zwang nachgeben das Gegenteil behauptet, der fügt mit eine Belei-
10 000= Lauere, machen gebaut
..Daily Telegraph" eingestehen, daß der Bau eines Tonnen-Frachters noch immer 6 bis 7 Monate während die amerikanische Agitation immer glauben möchte, daß ein solches Schiss in wenigen Tagen werden könnte.
Bichy, 16. Nov. Das französische Jnsarrnatiansministerium gab am Montag folgendes bekannt:
Der Rundfunk von Marokko hat eine Proklamation des Admirals Darlan bekanntgegeben, die tatsächlich einen A u f- r u s zur Abtrünnigkeit darstellt. Sobald Marschall P e t o i n von diesem Dokument Kenntnis erhielt, richtete er an alle Franzosen des Mutterlandes und des Weltreiches folgende
digung zu. 5m Augenblick, in dem Afrika angegriffen wurde, habe ich dem Admiral Darlan die Verteidigung der französischen Souveränität anvertraut, die mir übertragen wurde. Schon seit der ersten Kamvshandlun« hat der Admiral nicht gezögert, mit den Angreifern in Verbindung ja treten, und er hat, indem er den vorzeitigen Befehl zur Einstellung des Feuers gab, den Widerstand desorganisiert und die Moral 6 e-t Truppen g e - brachen. General 8 i r a u d wurde durch eine ausländische Macht bestellt, die den Krieg aus franröfischen Boden trug. Der Admiral hat sich daher außerhalb der nationalen Gemeinschaft gestellt. 5ch erkläre ihn aller seiner öffentlichen und des militärischen Befehlshaberpostens für verlustig."
Botschaft:
»Admiral 5ch bin nicht würde. Wer
Verräter Darlan wurde seines Postens enthoben
PStain: „Der Admiral hat sich außerhalb der nationalen Eemeinschast gestellt"
USA.-Truppen auf Guadalcanar völlig abgeschnitten
Der vierte Durchbruchsversuch der amerikanischen Flotte endgültig gescheitert
Nord-Süd-Sperriegel verstärkt
Auch im auglo - amerikanischen Lager erkennt man die Bedeutung der Landung in Tunis
as. Berlin, 17. Nov. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner. Schriftleitung.) Die Kämpfe im Mittelmeerraum stehen weiterhin im Zeichen der entschlossenen und machtvoll geführten Gegenaktionen der Achse. Zu den für die Anglo- Amerikaner so verlustreichen Aktionen der Achsenflieger und der U-Voote gesellt sich nunmehr die Nachricht, daß deutschitalienische Truppen in Tunesien gelandet sind. Sie haben damit in einem Gebiet Fuß gefaßt, das strategisch und taktisch von größter Bedeutung ist. Hier kommen sich Europa und Afrika bis auf 150 Kilometer nabe. Sie sind getrennt durch die Straße von Sizilien, die nunmehr an ihren beiden Küsten von den Achsenmächten besetzt ist, so daß die Sverre dieser'Straße sich noch wirksamer als bisher gestaltet. Nimmt man die Besetzung der südfranzösischen Küste und Korsikas hinzu, so erkennt man ohne weiteres, daß der Nord-Süd-Riegel der Achse, der die westlichen und östlichen Kriegsschauplätze voneinander trennt, nie so stark gewesen ist. Bekanntlich ist das Ziel des amerikanischenglischen Vorstoßes aber auch in erster Linie die Öffnung des Mittelmeeres für die anglo-amerikanische Schiffahrt. Mit der verstärkten Sverre der Straße von Sizilien durch die Achsenmächte ist man heute von diesem Ziel weiter denn je entfernt. Die italienische Presse unterstreicht denn auch die Bedeutung der Landungen der Achsentruppen in Tunesien, während auf der Gegenseite diese Nachricht starke Enttäuschung hervorgerufen hat. So gibt man in London offen zu, daß damit die Hoffnungen, Tunis wie Marokko und Algier überrennen zu können, vernichtet sind. Di,e englische Öffentlichkeit fragt, wo denn eigentlich die britisch-amerikanischen Truppen stehen, die gegen Tunis vorgehen sollten, die man aber in London in B o n e, einem algerischen Hasen westlich der tunesischen Grenze, vermutet. Bemerkenswert ist immerhin, daß der Befehlshaber dieser Truppen, der General Anderson, vor jedem Optimismus warnte. So bat insgesamt die Nachricht von der Landung deutsch- italienischer Truppen in Tunesien Ernüchterung im alliierten Lager ausgelöst. Man fragt sich, warum man nicht von vorneberein alliierte Truppen in Tunis landete und gesteht sich wohl selbst ein. daß man die Luftwaffe der Achse z« sehr fürchtete.
Man muß ja auch ohnehin feststellen, daß die Achsen-Luft- waffe und die deutschen U-Boote äußerst tätig sind. Man kann auch dem ctnglo-amerikanischen Publikum diese erfolgreiche Tätigkeit der Achsenluftwaffe nicht ganz verschweigen, zumal vor allem die englische Öffentlichkeit den deutschen Sondermeldungen weit mehr vertraut, da sie deren Zuverlässigkeit wiederholt feststellen konnte. So versuchen es die
amtlichen Stellen wieder mit dem alten Trick, die deutschen Meldungen als „weit übertrieben" hinzustellen. Andererseits aber muß man doch schon eingestehen, daß ..selbstverständlich eine Operation, wie die gegen Nordafrika, nicht ohne Verluste durchgeführt werden kann." Man gibt auch zu, daß es „den Achsenmächten sehr schnell gelungen ist. sowohl das Mittelmeer als auch die berührten Teile der Atlantikgewässer mit U-Booten zu spicken." In diesem Sinne spricht auch der „Evening Standard" von „einer furchterweckenden Armada", nämlich der Achsen-U- Boote. Das alles besagt genug und zeigt, daß die Sorgen um den Nachschub für Nordafrika in London nicht eben klein sind. Auch die „Times" unterstreicht, daß man die äußersten Anstrengungen gegenüber der U-Boot-Tätigkeit der Achsenmächte machen müsse, um „diese tödlich zu nennende Gefahr" zu meistern. Aus all dem ergibt sich, daß die großen Erfolge unserer U-Boote auch im Lager unserer Gegner starken Eindruck gemacht haben, beginnt man doch dort sich schon gegenseitig Vorwürfe darüber zu machen, daß man keine ausreichenden Vorkehrungen für die Bekämpfung der U-Boote getroffen base. Auf jeden Fall nimmt dieses Thema einen immer größeren Raum in der englischen Presse ein. die sich nun auch wieder ausführlicher mit den Möglichkeiten der Schiffsneubauten befaßt, ohne aber ihren Lesern dabei irgendeinen Trost spenden zu können. Vielmehr muß der
Roosevelt und die Franzosen
Von Walter Aßmus
Seitdem der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt entschlossen war, die „autoritären Staaten" mit Krieg zu überziehen, bat Frankreich in seinen Berechnungen und Plänen eine große Rolle gespielt. Er und seine Hintermänner hielten die französische Armee für die beste der Welt und waren der Ansicht, daß selbstverständlich diese Armee Hitler stoppen müßte. Man ließ deshalb gar keinen Zweifel daran, daß man im Konfliktsfalle automatisch auf die Seite Frankreichs treten würde. Der amerikanische Botschafter in Paris, Herr Bullitt, hat das nicht einmal, sondern mehrfach ausgesprochen und bat alles getan, um die Partei der Kriegstreiber in Frankreich durch solche und ähnliche Zusicherungen zu stärken. Als sich nach den Münchener Verhandlungen die Möglichkeit einer europäischen Befriedung abzuzeichnen schien, war Roosevelt äußerst erbost und gab seinen Vertretern Anweisungen, alles zu tun, um die friedliche Lösung zu hintertreiben und diejenigen, die dieser friedlichen Lösung zustimmten, als schwächlich und unbrauchbar hinzustellen. In den deutschen Weißbüchern finden sich zahlreiche Beweise für die Kriegstreiberei . der amerikanischen Diplomaten in den europäischen Staaten. Es kann nicht dem mindesten Zweifel unterliegen, daß die amerikanischen Ratschläge an die französische Regierung in letzten Wochen vor dem Ausbruch des Krieges ganz darauf abgestellt waren, den französischen Widerstand gegen jede Verteidigungsmöglichkeit zu wecken und wachzu- balten.
Als die Kriegstreiber glücklich ihr Ziel erreicht hatten und als England, wie ja erst unlängst ein britischer Journalist feststellte, ohne angegriffen zu sein, den Krieg erklärt hatte und sich»rankreich ihm anschloß, da mußte man allerdings in Paris die Erfahrung machen, daß die so oft in Aussicht ge- krellte amerikanische Hilfe ausblieb. Selbst als am 10. Mai 1940 die deutsche Wehrmacht zum Endkamvf gegen Frankreich antrat, war die amerikanische Hilfe noch so fern wie am ersten Tag. Außer einigen Flugzeugen war so gut wie kein amerikanisches Kriegsmaterial auf dem französischen Kriegsschauplatz eingetroffen. Als Frankreich dann vor der Katastrophe stand, lancierte-zwar Washington Meldungen in die französische Presse, daß die Bewegung zugunsten einer sofortigen materiellen Unterstützung für Frankreich in den USA. im Wachsen begriffen sei. Als die französische Regierung sich dann händeringend an Roosevelt mit der Bitte um Hilfe wandte, da versicherte zwar der amerikanische Präsident Frankreich wieder seiner stärksten Sympathien, kr stellte auch Kriegsmaterial in Aussicht, fügte dann aber vorsichtshalber hinzu, daß alle seine Beteuerungen „keinerlei militärische Verpflichtungen zur Folge haben können." Frankreich war von Roosevelt schmählich im Stich g e -
Trotzdem bat Roosevelt den Franzosen- den Zusammenbruch nie verziehen. Er ging allerdings sehr andere Wege als d i e Engländer, die am 23. Juni 1940 die Beziehungen zu Frankreich abbrachen. Auch in ben USA. wurde diese Möglichkeit erwogen, und die Engländer meldeten damals schon triumphierend, daß sich Roosevelt ihrem Schritt anschließen würde. Sehr bald aber dementierte Washington solche und ähnliche Gerüchte und ließ erklären, daß sein Botschafter auch weiterhin in Frankreich bleiben würde. Man hielt es zwar für besser, den allzu stark belasteten Herrn Bullitt abzuberufen, aber man schickte dafür als Vertreter den Admiral Leahy, der zum mindesten zeitweilig in Vichy eine sehr erhebliche Rolle gespielt hat. Wie man wirklich in den USA. über Frankreich dachte, zeigte sich sehr klar, als der Vorsitzende des Auswärtigen Senatsaus- schusies. Senator Pittman. die -Engländer zu dem feigen Überfall auf Oran am 3. Juli 1940 beglückwünschte, und als sich das gleiche wenige Monate später bei dem Überfall auf Dakar wiederholte. Wir sind uns nie im unklaren darüber gewesen, daß Washington seinen diplomatischen Vertreter in Vichy die Rolle eines Aufvasiers zugedacht batte und daß es zu den Aufgaben dieses Mannes gehörte, jede vernünftige Entwicklung zu verhindern. Das ist inzwischen von dem amerikanischen Außenminister Süll mit geradezu zynischer Offenheit bestätigt worden. Man kann beute ipohl sagen, daß die Entwicklung in Frankreich sich wesentlich anders vollzogen hätte und daß den Franzosen manche Schmerzen und Sorgen erspart geblieben wären, wenn sie sich über die Rolle Leahys stets im klaren gewesen wären. Deutscherseits ist ja wiederholt die Hand zur Zusammenarbeit den Franzosen entgegengestreckt worden. Immer wieder aber ist durch den Einfluß Washingtons die Partei derjenigen gestärkt worden, die sich in Frankreich einer solchen vernünftigen Entwicklung entgegenstemmten. Wenn auch die Begegnung des Führers mit Marschall Petain in Montoire am 24. Oktober 1940 kaum zwei Monate später, nämlich am 13. Dezember des gleichen Jahres, die berüchtigte Verschwörung folgte, die den Sturz und die vorübergehende Verhaftung Lavals zur Folge batte, so hat bier die Mil
den Achsenmächten zu vergiften. Schon die freundliche Ausnahme der deutschen und italienischen Truppen in den bisher unbesetzten französischen Gebieten hat gezeigt, daß dieser Versuch mißlungen ist. Ein weiterer Beweis dafür ist der E i n s a tz f r a n z ö s r s ch e r Facharbeiter in Deutschland, der nunmehr auf vollen Touren läuft. Die französischen Arbeiter fühlen sich wohl im Reich, arbeiten ausgezeichnet und sind glücklich, einen lohnenden Verdienst gefunden zu haben. Sie arbeiten f ü r ein neues Europa, besten Sieg auch die letzten anglo-amerikanischen Anschläge auf das französische Kolonialreich zunichte machen wird.
Die Siegeszuversicht, die man i n London zu Beginn des Raubüberfalls auf Französisch-Nordafrika an den Tag legte, klingt, wie schwedische Prestestimmen besagen, nur noch sehr gedämpft zum Kontinent hinüber. In der englischen Hauptstadt werde man, so schreibt „Göteborgs Posten", ganz wirr im Kopf von all den widerspruchsvollen Gerüchten. Im britischen Presse- hauptquartier stelle man fest, daß man überall in der Welt besser über die Entwicklung im Mittelmeer orientiert sei, als in London. Einmal heiße es, die französische Flotte sei auf dem Weg nach Tunis, um die Amerikaner anzugreifen. Dann wieder sollte sie sich in der Nähe von Sardinien befinden, um gegen die Italiener vorzugehen. Das gleiche Spiel werde mit den führenden französischen Persönlichkeiten getrieben. So sei gemeldet worden, daß sich P 61 a i n in Algier befinde, zehn Minuten später habe man erfahren, daß er nach Paris unterwegs fei. Wahrscheinlich aber halte er sich auch heute noch in Vichy auf. Aus diesem Durcheinander kann man ersehen, daß die Engländer nach dem Ausbleiben des angekündigten, totalen Erfolges beteits reichlich nervös zu werden Beginnen.
wt. Der feige Verrat Darlans wird von der französischen Prelle einhellig verurteilt und als Ehrlosigkeit gebrand- markt. „Paris Soir" Überschreibt seinen Leitartikel: „Schluß mit den Zweideutigkeiten". Es gehöre nicht zur Tradition der französischen Marine und der Armee, daß ihr Ehef in dem Augenblick, wo Soldaten ihr Leben opfern, um ihre Pflicht zu erfüllen, mit den Angreifern gemeinsame Sache macht. Der „Matin" weist auf die Kämpfe der französischen Marine hin und schreibt, der einfache Soldat habe die Ehre der französischen Fahne gerettet. „Journal des Debats' appelliert an alle Franzosen, alles abzulehnen, was die Einheit gefährdet. In diesem Zusammenhang findet die aufrechte Haltung des Admirals Eodefroy, des Befehlshabers des französischen Geschwaders in Alexandrien, der die britische Auf- sorderum,, seine Einheiten auszuliefern, energisch ablehnte, allgemeine Anerkennung Eodefroy ist von den Briten verhaftet worden. '
Auch die Franzosen, die immer noch im englischen Fahrwasser treiben, können die Brutalität und den Egoismus, der dem angloamerikanischen überfall zugrundeliegt, kaum noch abstreiten. Auch sie müssen zugeben, daß die Einführung amerikanischer und britischer Banknoten in den besetzten Gebieten Marokkos und Algeriens einen schweren Schlag gegen die wirtschaftliche Position Frankreichs darstellt, der mit militärischen Notwendigkeiten nicht begründet werden kann, zumal der Um- wechslungskurs so hoch ist, daß damit die Auspowerung des ganzen Landes zwangsläufig verbunden ist. Auch das brutale Vorgehen gegen ein kleines französisches Segelschiff, ’ das von Marokko nach Spanien unterwegs wat, hat große Erbitterung aus- gelöst. Das Schiff wurde von britischen Kriegsfahrzeugen und amerikanischen Flugzeugen angegriffen und versenkt. Dabei kamen nach den bisher vorliegenden Meldungen sämtliche Fahr-. gästeumsLeben.
Die englisch-amerikanische Agitation versucht mit Len verlogensten Behauptungen das Verhältnis zwischen Frankreich und
wt. Wie aus Tokio gemeldet wird, haben die Reste des bei Guadalcanar geschlagenen USA.-Geschwaders sich im Dunkel der Nacht in südlicher Richtung zurückgezogen. Sie werden von japanischen Kampffliegern verfolgt. Damit ist der vierte amerikanische Durchbruchsversuch, der den auf Guadalcanar kämpfenden und völlig abgeschnittenen ÜSA.-Truppen Verstärkung und Nachschub bringen sollte, endgültig gescheitert. Die japanischen Kriegsschiffe und Marineflugzeuge beherrschen in einem Umkreis von mehr als 1000 Kilometer das Kampfgebiet um die Salomon-Inseln. Die USA.-Truppen auf Guadalcanar kämvsen eilten Verzweislungskam pf der in allen Punkten dem Ringen aus der Bataan-Halbinsel ähnelt. Das Unternehmen, das " " auf -Neu-Guinea die Ee-
zu einer neuen Nie - ihre Pazifikflotte, obwohl
zusammen mit der gescheiterten Offensive fahr für Australien 6c|eiti(jen sollte, hat ______
vertage der Amerikaner geführt und ihre Pazifikflotte, obwohl sie mehrfach durch Einheiten aus dem Atlantik verstärkt wurde, so geschwächt, daß sie einen Angriff kaum noch wagen kann. Sie verlor bei dieser Aktion ein Schlachtschiff, vier Flugzeugträger, neunzehn Kreuzer und zehn Zerstörer. Bis jetzt hatte das amerikanische Marinemini st erium über die neuen Einbußen bei dem letzten Seetieffen geschwiegen. Am Montag bequemte es sich endlich zu einem Teilgeständnis. Wie immer in solchen Fällen liegen auch diesmal nur vereinzelte Berichte vor, so daß die Verlustliste „notwendigerweise unvoll- st ä n b i g“ fein muß. Immerhin gibt Mister K n o x zu, daß zwei
leichte Kreuzer und sechs Zerstörer verloren gingen. Tatsächlich sind ja, wie die japanische Sondermeldung vom Samstag besagte, fünf Kreuzer und ein Zerstörer vernichtet worden. Wir nehmen dre Mitteilung des Washingtoner Marineministeriums als erste "‘“t* ,u*}b dürfen nach den bisherigen Erfahrungen erwarten, daß in sechs bis acht Wochen eine zweite fällig sein wird. Außerdem teilt Washington mit, daß Konteradmiral Daniel I. € «I = la glj an gefallen ist. Eailaghan, der früher Oberkommnndieren- der der amerikanischen Flotte war, dürfte sich kaum auf einem "'chten Kreuzer oder auf einem Zerstörer befunden heben Der militärische Mitarbeiter der „New York Times" rückt merklich een dem amtlichen Optimismus ab und stellt bewußt die über- le gen beit der Japaner im Gebiet der Salomonen heraus Zunächst, ko schreibt das Blatt, besäßen die Japaner die defini - t i v e Flo ttenüberlegenheit; zweitens seien die japanischen Flottenbasen dem Kriegsschauplatz näher als die der Amerikaner. Und drittens hätten die Japaner den Vorteil, daß sie mehr oder weniger das Hknterland des Salomonen-Gebietes beherrschten, während die Amerikaner an der Peripherie säßen Auf den Umstand, daß die amerikanische Flotte zu schwach ist um auf zwei auseinanderliegenden Kriegsschauplätzen mit Hoffnung auf dauernden Erfolg kämpfen zu können, also etwa im Pazifik und im Mittelmeer, vergaß das Blatt hmzuweisen. Seine pessimistische Beurteilung soll anscheinend die Amerikaner auf bevor- stehende neue Schlappen vorbereiten.
