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Wiesbadener Tagblatt
Samstag /Sonntag. 31. Oktober/I. November 1942
Seite 2 Nr. 256
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■Sie heutige Ausgabe umfaßt 8 Seiten
chen der engen Verbundenheit zwischen dem Gauleiter und Flak-Artillerie der Reichshauptftadt überreicht.
Anglo-bolschewistische Machenschaften in Spanien
Vorbildliche Gebefreudigkeit
Die Berliner Flak überreichte Dr. Goebbels ein Sonberspende von 287 000 RM für das KWHW.
-Berlin, 30. Okt. Die zum Schutz der Reichshauptstadt eingesetzten Flak-Artilleristen haben als einen schönen Beweis ihrer sozialen Opferbereitschaft eine Sondersammlung für das Kriegs-WHW. durchgeführt, die sich dank der vorbildlichen Eebefreudigkeit von Offizieren und Mannschaften zu einem vollen Erfolg gestaltete. 287 634,20 R M wurden von der Luftverteidigung der Reichshauptstadt aufgebracht.
Diese Summe wurde am Donnerstag vom Kommandeur gemeinsam mit den erfolgreichsten Sammlern Reichsminister Dr. Goebbels anläßlich seines 45. Geburtstages als ein Zei-
Zersprengte Feindreste bei Naltschik vernichtet
Wichtiger Flußübergang erzwungen — Weiterer Eeländegewinn in Stalingrad — In zwei Tagen 134 Sowjetflugzeuge abgeschossen örtlicher britischer Angrifs an der Ägqptensront gescheitert
USA-Landetruppen seit Wochen ohne Nachschub Die Auswirkung der Seeschlacht im Südpazifik
Sabotage an der Einigkeit der antikommunistischen Völker. Das parteiamtliche Blatt „Arriba" wird noch deutlicher, wenn es schreibt: „Die Stunde der Offensive gegen diejenigen, die sich teils freiwillig, teils unbewußt den Manövern der Feinde Spaniens zur Verfügung stellen, ist nahe. Heute können die unklaren und halben Bekenntnisse derjenigen, die sich hinter einer politischen Neutralität zu verschanzen suchen, nicht mehr geduldet werden. Wer nicht für uns ist, ist für unsere Feinde. Wer nicht mit uns ist, ist ein Verbündeter des Bolschewismus."
Druck und Verlag-L.Sch-llenbeig1cheDuchdruck-ret,W<e-baI>cnerTLgbI-tt,Wie-bLd«n L>esmnUeltutig! Dr.phU.habil.Gustav Schellenberg und Otto Kaiser. Haupt. ichllstleiteri Fr IhGünther, stlmtl. In Wiesbaden. Zur Zeit Ist Preisliste Nr. 10 gültig
Der amerikanische Admiral Stirling bezeichnete es, wie aus New York gemeldet wird, als eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Oberbefehlshabers der amerikanischen Streitkräfte im Südpazifik, Admiral Halses die Initiative wieder in die Hand zu bekommen. Diese hätten die Amerikaner verloren. Sie seien noch immer in der Defensive. Es habe den Anschein, als ob die amerikanischen Seestreitkräfte „stark zusam- mengcschrumpft" seien.
der USA. Auch die amerikanischen Forderungen, daß der Krieg von Amerika aus geleitet werden müsse, haben in England naturgemäß stark verstimmt Immer deutlicher muß man erkennen, daß sich die USA. anschicken, das Erbe Englands anzutreten, und daß es heute keinen Fleck der Welt mehr gibt, auf dem nicht amerikanische Einflüsie sich bemerkbar machen. Alledem soll also offenbar die neue Monatsschrift „Britain" entgegenarbeiten. Dabei sei daran erinnert, daß die Engländer zur besseren Verständigung und zur Annäherung auch in Moskau ein Agitarionsblatt schufen. Viel Glück haben sie damit nicht gehabt, die Bolschewisten waren vielmehr äußerst unzufrieden mit dem, was ihnen die Engländer boten und auch in England selbst war man von diesen agitatorischen Leistungen alles andere als begeistert. Ob man jetzt in den USA. mehr Glück hat, ist recht zweifelhaft, das britische Erbe erscheint dazu den Amerikanern allzu verlockend, die allerdings die Rechnung ohne den Wirt, d. h. in diesem Falle ohne die Mächte des Dreierpaktes, machen.
England vor einer- Niederlage zu schützen, haben die Amerikaner erst kürzlich unmißverständlich zum Ausdruck gebracht, daß sie gar nicht daran dächten, für die Erhaltung des briti- ichen Empires zu kämpfen. Die Amerikaner und im besonderen Roosevelt, der sich schon als künftiger Weltpräsident steht, haben eben ihre eigen« Meinung über den Begriff des Empire, das, wenn es als künftiger Staatenbund den Einsatz lohnen soll, nicht mehr englisch, sondern amerikanisch sein müßte. Das alles aber sind schließlich mehr oder weniger spekulative Phantasien, mit denen man sich gegenseitig Sand in die Äugen streut, um über die Leere Hinwegzukommen, die der Mangel an militärischen Erfolgen erzeugt hat. Der militärische Erfolg aber, der allein über die künftige Gestaltung des Weltbildes entscheidet, befindet sich — und das ist eben der fund amentale Unterschied — auf der Seite der Dreiervakt- Machtc, deren strategische Zusammenarbeit trotz räumlicher Entfernung der verschiedenen Kriegsschauplätze die einheitliche Linie des Kampfes für das große Ziel deutlich erkennen läßt.
Luftwaffe
Berlin, 30. Okt. Der Führer verlieh das Ritterkreuz Eisernen Kreuzes an:
Oberfeldwebel Gustav Strauß, Zugführer in einem Grenadier-Regiment.
Auf Vorschlag des Reichsmarschalls verlieh der Führer das Ritterkreuz an:
Oberleutnant P r e n t l, Batteriechef in einem Flak- Regiment, Oberfeldwebel Müller, Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader.
Neuerdings ist man hiervon abgekommen, sondern zeigt sich vielmehr bestrebt, jene Kreise zu stärken, die Francos Regime aus irgendeinem Grunde, sei es, daß sie unbelehrbare Reaktionäre sind, sei es, daß cs sich um heimliche Bolschewisten handelt, ablehnend gcgenüberstehen. Wenn sich auch die Bolschewisten zu diesem Wechsel der Methoden verstanden haben, so ist das ganz offensichtlich auf eine Einflußnahme des britischen Botschafters in Madrid, Sir Samuel Hoare,, zurückzusühren. Zugleich verzichtet Moskau damit auf die alten Schlagworte, es spricht nicht mehr von der Diktatur des Proletariats, sondern widmet sich ganz bet Arbeit, die auf die llnterhöhlung der bestehenden Ordnung hinzielt. Gleichzeitig sind aber auch Anzeichen dafür vorhanden, daß auf der anderen Seite diejenigen spanischen Kreise, die sich nach den Bürgerkriegserfahrungen vor jeder Zusammenarbeit mit dem Bolschewismus hüten, von amerikanischer Seite beruhigt werden sollten. So hat nach einer Darstellung der DAZ. der Abgesandte Roosevelts, Herr Taylor, der auf seiner, Rückreise vom Vatikan auch Spanien und Portugal besuchte, sogar Garantien angeboten des Inhaltes, England und Amerika würden den Ländern des europäischen Westens Hilfe zuteil werden lassen, wenn sich nach einem siegreichen Kriege die Sowjets nicht an die Grenzen der ihnen gezogenen kontinentalen Einflußsphären halten sollten. Das ist der'Höhepunkt angloamerikanischer Heuchelei und Verlogenheit! Aber alle diese Methoden fruchten in Spanien nicht. Man weiß dort sehr genau, wo der Feind Spaniens und wo der Feind Europas steht. So betont auch die spanische Presse, daß jede Neutralität gegenüber dem Kommunismus mit der gleichen Entschlossenheit verurteilt werden müsse wie die
Die Luftangriffe auf Murmansk wurden bei Tag und Nacht fortgesetzt.
Die Sowjets verloren am 29. und 30. Oktober 13 4 Flugzeuge. An den Abschußerfolarn waren rumänische und ungarische Jagdflieger beteiligt. Acht eigene Flugzeuge kehrten nicht zurück.
In Ägypten setzte der Feind am gestrigen Tage seine Großangriffe nicht fort. Ein örtlicher britischer Angriff scheiterte. Die deutsche und italienische Luftwaffe bekämpfte motorisierte Kräfte und Nachschubkolonnen des Feindes. Acht britische Flugzeuge wurden abgeschossen.
Wie durch Sondermeldung bekanntgegeben, griff eine Gruppe deutscher Unterseeboote im Rordatlantik unter schwer- ften Wetterverhältnissen einen nach England fahrenden vollbeladenen Eeleitzug an und versenkte ungeachtet der starken Abwehr in hartnäckigen, wiederholten Tag- und Nachtangriffen ' neun Schisse mit zusammen 68 500 BRT. Weitere Schisse wurden durch drei Torpedotreffer beschädigt.
Ferner versenkten unsere Boote auf den Zusuhrwegen nach England und Amerika sechs Schisse mit 32 425 BRT.
Damit verlor die feindliche Bersorgungsschiffahrt wiederum 15 Schiffe mit 100 925 BRT. Weitere Seleitzugoperationen sind im Gange.
als Fortietzung der Kämpfe um die Salomonen die dort ge=' landeten amerikanischen Truppen in schwerste Bedrängnis vrachte. bat die unter künstlichem Nebel gehaltene Situation letzt bltbaxttg erhellt. Wenn auch die schweren Verluste der Amerikaner in Washington noch immer verschwiegen werden, ganz zu leugnen wagt man sie jetzt nicht mehr. Dabei bat Roosevelt noch nicht einmal die früheren Schiffsvcrluste ein- gestanden. die der Pazifik-Flotte zugefügt wurden und die Überlegenheit der javanischen Seestreitkräfte bereits überzeugend zum Ausdruck brachten. Selbst der Stellvertretende Oberbefehlshaber der amerikanischen Seestreitkräfte muß jetzt die bestehende Unterlegenheit der USA.- Flotte tm Stillen Ozean in einem Zeitungsgefvräch zugeben.
, In anglo-amerikanifchen Kreisen ist man sich über die besonderen Aufgaben der Kriegführung übrigens noch immer nicht ganz einig, besonders über den Anteil, den England und. Amerika dabei zu leisten haben. Wäbrend London der Auffassung tjt. daß es Amerikas Aufgabe in erster Linie wäre, dte ..Alliierten" mit Kriegsmaterial zu unterstützen, um
as. England, die USA. und die Sowjets wenden gleicher- aßen ihr Interesse Spanien zu. Man hofft dabei wohl kaum ich, Spanien auf die Seite der sogenannten Alliierten ziehen zu können, aber man wünscht doch ein Erstarken dieser Landes auf jeden Fall zu verhindern und bemüht sich deshalb auch, wirtschaftliche Schwierigkeiten, von denen im Kriege Spanien natürlich nicht verschont blieb, auszunutzen. Bis vor kurzer Zeit arbeitete man im allgemeinen mit den alten bolschewistischen Methoden, die ja zugleich auch die Methoden der englischen Secret Service sind, das heißt mit Sabotageversuchen, Anschlägen auf das Verkehrsnetz und auf Rohstofflager.
Auch in Italien wieder normale Zeit
Rom, 30. Okt. Amtlich wird bekanntgegeben, daß in der Nacht zum Montag, dem 2. November, in Italien wieder die normale Zeit eingeführt wird.
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des Raumes gesellt. Es gibt keine Scheide mehr zwischen Nord- und Süd-Atlantik, denn die maritimen Tore find von der deutschen U-Boot-Waffe vorn hohen Eismeer-Norden bis zu Den südlichen Küsten am Kap der Guten Hoffnung aufge- stoßen worden. Technische, operative und seemännische Leistungskraft wird ebensosehr vor der Westküste Afrikas wie innerhalb der nördlichen Verbindungswege der amerikanisch - britisch - bolschewistischen Versorgung wirksam; sie schlägt der Feindtonnage furchtbare Wunden im ausgedehnten Westfeld der atlantischen Linien zwischen Süd- und Nordamerika.
Aus der einstigen Enge des „Rassen Dreiecks" ist die Bewegungsfreiheit des deutschen Unterseebootkrieges in.den Groß- raum des Atlantischen Ozeans übertragen worden. Vom Nordkap bis Kapstadt und zum Panamakanal dehnt sich seine Reichweite. In diesem vielgegliederten Netz muß sich der Lebensstrom der Alliierten unaufhaltsam verbluten. — Unsere Karte gibt ein eindrucksvolles Bild von den ozeanischen Maßen des Atlantik. In der weltweiten Auseinandersetzung dieses Krieges nimmt er einen erstrangigen militärischen Platz ein: Denn er ist der Ozean der U-Boote geworden.
Berlin, 30. Okt. Die amerikanische Niederlage in der Seeschlacht im Südpazifik wirkt sich jetzt auch bei den Landkämpsen auf der Insel Euadalcanar aus. Die dort Anfang August gelandeten amerikanischen Truppen sind seit Wochen ohne Nachschub. Sie vermochten zunächst ihre Landunasbasis zu erweitern, konnten jedoch den hartnäckigen SBiberJtanb der zahlenmäßig unterlegenen japanischen Besatzung nicht brechen. Die Japaner, die über die See- und Luftherrschaft im Raum der Salomon-Inseln verfügten, konnten dagegen lausend Verstärkungen heranbrinaen und den Nachschub für die aus der Insel stehenden Truppen sicherstellen. Dann begann der japanische Gegenangriff. In zahlreichen Gefechten in unübersichtlichem, urwald- ähnlichem Gelände gelang es den Japanern, die amerikanischen Truppen zurückzuwersen und so stark zu schwächen, daß ihnen nichts anderes übrig blieb, als sich auf die Ausgangsstellungen zurückzuziehen. Nur der Flugplatz „Henderson F i e l d^ blieb bis in die letzten Tage noch hart um kämpft. Es ist der einzige Flugzplatz, der den Amerikanern tm Kampfgebiet der Salomon- Inseln noch zur Verfügung stand.
Der dritte Vorstoß der amerikanischen Pazifikflotte hatte u. a. auch das Ziel, die aus Euadalcanar abgeschnittenen USA.-Truppen mit Lebensrnitteln und Munition zu versorgen. Nach der Niederlage in der Seeschlacht im Südpazifik mußten die Amerikaner auch dieses Vorhaben aufgeben. Seit dem 26. Oktober kämpfen bie amerikanischen Truppen auf Euadalcanar ohne Hoffnung, jemals wieder aus der Umklammerung befreit zu werden. Selbst der feindliche Nachrichtendienst muß zugeben, daß die Amerikaner auf Euadalcanar von drei Seiten umzingelt sind und daß die Japaner zur See bie Oberhanb ge-
as. Aus New York kommt die interessante Meldung, daß dort unter dem Titel „Britain" eine neue Monatsschrift erscheint, bie ein besseres Verstehen zwischen bem amerikanischen uns bem britischen Volk schaffen soll. Es hat in ber letzten Zeit ja zwischen Englänbem unb Amerikanern mancherlei Auseinandersetzungen gegeben, angefangen von dem bekannten „Life"-Brieft in dem erklärt wurde, daß die Amerikaner nicht für das britische Empire in den Krieg flögen, bis zur Red« Willkies, der Indien als ein amerikanisches Problem bezeichnete. Auch'Eden konnte gelegentlich einer Veranstaltung, an ber Frau Roosevelt teilnahm, sich nicht enthalten, unter Bezugnahme auf eine Äußerung von Frau Roosevelt daß bas britische Volk nur wenig über die USA. informiert sei, mit ber Gegenbemerkung aufzuwarten: „Wenn ich Die großen Zeitungen ber USA. lese, :ß ich feststellen, daß Amerika keine sehr grünblichen Kenntnisse der SBebeutung Des britischen Commonwealth besitzt." Es ist nicht schwer, zu erraten, worauf Eden hier anspielte und welchem Ee- banten die neugegrünbete Zeitschrift wohl in erster Linie entgegenwirken soll, nämlich ber Anschauung, daß das britische Empire „zu alt" sei, daß es keine Schwungkraft mehr habe und daß mithin die Amerikaner nach dem Kriege alles das bewirtschaften müßten, was heute zum britischen Empire gehöre. In dieser Richtung hat es in der letzten Zeit eine ganze Reihe amerikanischer Äußerungen gegeben, die den Engländern langsam auf die Nerven gegangen sind. Englische Zeitungen haben sich auch wiederholt bemüht, die Leistungen Englands stark herauszustellen, ja, sie haben sogar darauf verwiesen, daß die englische Rüstungsproduktion, auf den Kopf ber Bevölkerung gerechnet, größer sei als bie
Edens Loblied auf den Terror
(Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung)
as. Berlin' 31. Okt. Herr Eben hat in Glasgow auf bem schottischen Gewerkschaftskongreß eine Rede gehalten, bie lediglich erkennen läßt, daß er die ganze Zeit nicht begreift. Es macht sich in dieser schwierigen Situation Englands wirklich sehr schön, wenn er erklärt, daß bas Problem Deutschlanb Diesmal vollstänbig gelost werben müßte. Er glaubt offenbar, baß Englanb auf bem besten Weg zu dieser Losung ist, lobte er doch die „prächtige Leistung", die die britische Luftwaffe in Italien vollbrachte. Das ist also ein neues Bekenntnis zu den britischen Terrormethoden, das wir zur Kenntnis nehmen und auf das wir zur richtigen Zeit zurückkommen werden. Wenn Herr Eden weiterhin erflärt, daß er sich die Welt nicht ohne Empire vorstellen könne, so kann man darauf nur sagen, daß er sehr erheblich wird umlernen müssen. Diese Worte waren allerdings weniger für den inneren Gebrauch bestimmt, sondern vielmehr als Abwehr gege.n« über den mannigfachen amerikanischen kritischen Stimmen übet Das britische Empire gedacht.
Aus dein Führerhauptquartier, 31. Okt. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Bei Naltschik vernichteten deutsche und rumänische Truppen zersprengten Feind und erzwangen einen wichtigen Flußübergang.
In Stalingrad wurde durch Stoßtruppunternehmungen weiteres Gelände gewonnen. Infolge seiner hohen Verluste hat der Feind seinen Angriff südlich der Stadt eingestellt. Kamps- fliegeroerbände griffen erneut die Bahnlinien nördlich Astrachan an.
Italienische und ungarische Truppen wiesen am Don llbersetz- versuche des Feindes ob.
An der übrigen Ostfront ist die Lage unverändert. Eigene Stoßtrupp» zerstörten eine größere Anzahl Bunker und Kampfstände der Sowjet» unb brachten Gefangene ein. Die Luftwaffe bekämpfte int Quellgebiet der Wolga Bereitstellungen, Transportbewegungen, Nachschublager sowie Industrieanlagen weit im Hinterland de» Feinde».
Aus dem Ladoga-See wurden vier größere, für die Versorgung von Leningrad bestimmte Schiffe durch Bombenwurf versenkt und drei Lastkähne beschädigt. Bombenangriffe aus Leningrad riefen Brände hervor.
In zwei Tagen zwölf Tanker versenkt
Berlin, 20. Okt. Deutsche Kampffliegerverbände haben in ber Nacht jum Freitag bem bolschewisti'schen Schiffsverkehr aufbem Kaspischen Meer neue schwerwiegenbe Verluste beigebracht. Nach Mitteilungen bes OKW. stießen unsere Kampfflugzeuge in ber älbenbbämmerung über bie Nordwestufer biefes größten europäischen Binnenmeeres vor, um bie Seewege zwischen Astrachan unb Baku nach feindlichen Schiffen abzusuchen. Sie sichteten dabei zahlreiche ausgebrannte Wracks ehemaliger Tanker und Handelsschiffe, die von ihren Mannschaften aufgegeben und auf Untiefen gesetzt worden waren. In Hohe der Halbinsel Mangyschlak trafen Die Kampfflugzeuge auf mehrere durch Bewachungsfahrzeuge geschützte Tankdampfer. Dem sofortigen Angriff fielen drei Tankschiffe zum Opfer, die nach mehreren Volltreffern sanken, während ein größeres Handelsschiff unb ein Frachtkahn bes gleichen Geleits in Brand gerieten. Von schweren Bomben getroffen blieben weitere vier Tanker brennend unb mit schwerer Schlagseite liegen. Ein einzeln fahrenber größerer Tankdampfer würbe kurze Zeit spater burch Bombenwurf versenkt. Zusammen mit ben am 28. 10. versenkten vier größeren und mittleren Tankern verloren bie Sowjets innerhalb von zwei Tagen insgesamt 12 Einheiten ihrer Tankerflotte aus bem Kaspischen Meer sowie eine beträchtliche Anzahl von Hanbels- und Transportschiffen, Schleppkähnen und Frachtern.
wonnen haben. Mit diesem Teilgeftändnis suchen also die Briten und Amerikaner die erlittene schwere Niederlage in bet Seeschlacht im Südpazifik abzuschwächen.
Ein Sybney-Korresponbent kabelt einen Hilferuf nach London und schreibt, wer Euadalcanar besitze, beherrsche die Salomon-Inseln unb .gewinne bamit den gesamten südwestlichen Stillen Ozean. Sollte Euadalcanar fallen, so dürfte wahrscheinlich eine neue Krisis im pazifischen Oberbefehl vermeidlich sein. Bekanntlich teilen sich Admiral Nimi
4)er Ozean der U-Boote
DD. Einschließlich all seiner Nobenmeere bedeckt der Atlantische Ozcan 106 Millionen Quadratkilometer oder über ein Fünftel der Erdoberfläche. Auf seine Mittel- unb Ranbmeerc — wie Europäisches unb Amerikanisches Mittel- meet, Nordsee, Biskaya, St -Lorenz-Golf u. a. — entfallen zusammen 24,5 Millionen Quabratkftometer. Der Atlantik ist der Ozean zwischen der Alten unb ber Neuen Welt — wer zwischen seinen Küsten maritim operiert, der hat kämpfend den gewaltigen ozeanischen Raum seiner nördlichen und südlichen Gewässer zwischen ben Kontinenten zu überwinden, in einer Reichweite, die nach Zehntausenden von Kilometer mißt.
In diesem Weltmeerraum zwischen Europa, Afrika und den beiden Amerika find unsere U-Boote mit beispiellosen Stegen des Tonnagekampses heimisch geworden. Ihre Operationsgebiete sind nach Maßgabe der zu losenden Seekriegsaufgaben in immer tieferen Vorstößen gegen die Herzlinien der Alliiertenoersorgung bis in die Kernzonen der feindlichen Versorgungsschiffahrt 'hineingewachscn. Zu dem Wunder der O st - W e st - Überquerung hat sich die kühne Tat der Nord-Süd-llberwindung
v e r m e t d l i ch fein. Bekanntlich teilen sich Admiral Nimitz und General Mac Arthur in das Oberkommando über bie Streitkräfte im Stillen-Ozean-Eebret. Dieses Problem werbe bereits heftig in bet australischen Presse bistutiert, wobei man wieberholt das Mißtrauen zum Ausdruck gebracht habe über die „allzu geringen Kriegslieferungen" aus Amerika an Mac Arthur.
