WiesbaüenerTagblatt
Druck unö Berlug: L. Lchettenbxrg'jche «uchdruckerei, Langgajjc Rr. 21 <raqblatt-Haus> z:&2\ Wöchentlich in 6 Ausaavcn IStidlciminoäicit werfläultdi
Wöchentlich in 6 Ausgaben
Ericheinungszeit werktäglich nachmittags
Nummer 249
Freitag, 23. Oktober 1942
90. Jahrgang
Geschäftszeit durchgehend von 8—18 Uhr außer Sonn- und Feiertags . Berliner Büro: Berlin-Wilmersdorf 5tnJL®'9enprel*c: ®ln Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil RM 0.07 der 46 Millimeter breiten Spalte im Tertteil RM 0.80, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend • Nachlässe nach Preisliste Nr. 10 - Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Dortaqe
Drua und Verlag: L. Tchellenberg'jche Buchdruckcre», Langgaffe Rr. 21 (Tagblatt-Haus) , .
Fernruf: Sammel-Nr. 59631 - Drahtanschrift: Tagblatt, Wiesbaden - Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 7405 I (/* Kezuaspretse: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2.—einschließlich des Trägerlohnes | y
Durch die Post bezogen für einen Monat RM 2.35, zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld - Einzelnummern KTO 0.10 Bei Behinderung der Lieferung infolge höherer Gewalt kein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises
Aktiensturz in der Wallstreet
Schanghai, 22. Okt. „Es gibt keinen besseren Bew die Fehlschläge des Regimes Roosevelts, dessen Haltung über dem USA.-Bolk unverantwortlich sei. als die Rackri,
;ibt keinen befferen Beweis für
.Fanny" (Sterne für das Messer) ost
>b es in Wirklichkeit auch so gut ginge.
Kann ein den? Sind
geübt. Ich war neugierig, ol Und es ging so gut."
Vie yei)i|a)iage oes Regimes Ptooseveils, dessen Haltung gegenüber dem llSA.-Volk unverantwortlich sei, als die Nachricht über das Absacken der Börsennotierunge n“, erklärte der Sprecher der japanischen Botschaft in einer Unterredung mit der „Shanghai Times". Der Sprecher sieht in der Abwärtsbewegung der Aktienkurse eine Reaktion der führenden amerikanischen Finanz- kreise auf die schlechten Nachrichten vom Kriegsschauplatz, die dem llSA.-Volk verheimlicht werden. Amerika versuche, so führte der Sprecher aus, den modernen Krieg mit einer veralteten Kriegsmaschinerie und einem Regime zu führen, das ebenso überholt wie diese Maschinerie und ihre Kampfmethoden sei. Diese Tatsache beginne das USA.-Bolk nach zehn Monaten verlustreicher und irrtumsreicher Kriegführung allmählich zu erkennen. Die Schlacht bei den Salomon-Inseln sei ein typisches Bei- spiel für die amerikanische Darstellungswcise, die das Volk glauben machen wolle, daß nur Siege errungen würden, bis schließlich mehr und mehr Verluste zugegeben werden mufften. Die Wallstreet sei offenbar über den Gang dieser Schlacht gut orientiert und reagiere dementsprechend. Auch das llSA.-Volk beginne die wirkliche Lage zu erkennen, „was angesichts der bevorstehenden Neuwahlen für Roosevelt sicherlich schmerzlich sei", schloff der Sprecher seine Ausführungen.
2m Terek- Abschnitt gingen die Kämpfe des 21. 10 um vorgeschobene Stellungen deutscher und rumänischer Truppen Die Bolschewisten führten mehrere Gegenangriffe, um unsere Kampfperbande aus ihren, für weitere Vorstöße günstigen Positionen herauszudrucken. Der Feind konzentrierte seine Angriffe auf einzelne Stützpunkte, wurde jedoch überall abgewiesen wobei die Rumänen vier bolschewistische Panzerkampswagen abschossen.
Das Ringen um Stalingrad
SerJin, 22. Okt. Nördlich von Stalingrad standen dte deutschen Truppen nach den beim OKW. vorliegenden Meldungen auch am 21. 10. in erfolgreichen Abwehrkämpfen. Die Bolsche- wtsten erneuerten nach schwerem Vorbereitungsfeuer unter Ein - I a 5 J _a Infanteriekräfte und Panzern mit aufgefeffenen Schützen ihre Entlastungsangriffe. Aufklärungsflugzeuge erkannten rechtzeitig die sich zum Angriff bereitstellendcn . Panzer, die darauf von deutschen und rumänischen Kampffliegern mit Bomben angegriffen wurden. Dennoch traten die Bolschewisten an Durch Zusammenfaffung seiner Kräfte auf schmalem Raum gelang es dem Feind, in die deutschen Stellungen einiu- dringen. Noch bevor er diesen Teilerfolg ausnutzen konnte, trat der Kommandeur des in diesem Abschnitt eingesetzten Bataillons mit seinen Reserven zum Gegenstoß an, kämpfte sich wieder bis -ur Hauptkampfstellung durch und hielt sie gegen alle weiteren Panzcr- und Jnfanterieangrisfe des an dieser Stelle zahlenmäßig überlegenen Feindes. Gleichzeitig wurden die an anderen Kampfabschnitten cingestckerten Bolschewisten im Nahkampf vernichtet so daß die deutsche Hauptkampflinie in vollem Ilm- fang wieder hergcstellt wurde.
In Stnlingrad selbst nahmen die Säuberungskämpfe im Rordteil der Stadt ihren Fortgang.
Trotz WettersturZ erfolgreiche Kämpfe im Kaukasus Ein sowjetisches Schützenregiment vernichtet
„Land der Freiheit"
Von Wilhelm Ackermann
Sie ist es zwar nicht, aber sie nennt sich doch so. die drollige kaffeebraune bis rabenschwarze Republik Liberia an der Pfefferküste Westasrikas. mit deren Gründung sich die Nordamerikaner ein Denkmal ihrer sentimentalen Periode der Feindschaft gegen die Sklaverei gesetzt haben. Als vor nunmehr schon 120 Jahren die ersten freien Neger aus den Vereinigten Staaten an dieser Pfefferküste in unmittelbarer Aauatornähe landeten, um die jenseits des Atlantik geborene romantische Idee einer heimatlichen Zuflucht für alle Neger der Welt — etwa im Stile des Gelobten Landes für die Juden — zu verwirklichen, da trieb man in den Nordstaaten der 116'21. soeben auf der schäumenden Welle der Empörung über die Sklaverei des Südens dahin, und es war ein Menschenalter später im Sezessionskriege ein gutes Propagandamoment für den Norden gegenüber der Weltöffentlichkeit. die damals gerade über Harriet Beecher- Stowes ..Onkel Toms Hütte" Ströme mitfühlender Tränen vergoß, daß man da im schwarzen Erdteil mit mildtätigen Dollars ein negerisches Nationalheim gegründet hatte. Zum 25jährigen Jubiläum dieser Gründung kam aus den Vereinigten Staaten ein schönes Geschenkpaket in Liberia an. enthaltend eine prima demokratische Verfassung nach westlichem Muster — bis dahin war es etwas raub patriarchalisch im Lande zugegangen —, ein eigenes Gesetzbuch, das auch sehr amerikanische anmutete, und sogar ein originales Landeswappen. Zwar hatte bej ihm offenbar'kein Heroldsamt Pate gestanden, denn solche altmodischen Einrichtungen kannte das freie Amerika nicht, aber es war gleichwohl lehr schön und sinnig geraten. Uber den Symbolen des Fleißes. Pflug und Spaten zeigt es einen im Sonnenglanz der Freibeit von Westen nach Osten segelnden Dreimaster, sicherlich das Schiff, mit dem die gründenden Negerväter an die Pfefferküste gefaüren waren, und dar Spruchband des Wappens verkündet in englischer Sprachei „Die Freibeits- liebe brachten uns hierher!" Mit dem Abstecken der Grenzen des neuen Staatswesens ging es ziemlich einfach: man nahm im Osten den Lauf des Fluffes Cavallv. im Westen den des Mano als Grenze: die Lücke, die zwischen ihren Oberläufen im Hinterlande blieb, füllte entgegenkommender Weise die Bodenerhebung der Nordguineascknvelle aus. Das alles erwies sich als eine glatte Sache, denn Engländer waren damals noch keine in der Nähe. Seitdem ist da also die Republik Liberia, ziemlich 500 Kilometer lang an der Küste, bis zu 250 Kilometer tief ins Land bitzein. eine tropische, für Weiße ickwer erträgliche Gegend mit feuchtheißem Ilrwald- klima. aber mit günstigen landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen.und mit mancherlei sestgestellten Bodenschätzen an Eisen. Kupfer, Zinn, Blei und anderen guten Sachen bis bin zu, Gold und Diamanten.
Seiber haben die Symbole d.es Landeswappens in all ihrer Sinnigkeit auf die Staatsbürger der Republik keinen Eindruck gemacht: int Gebrauch von Pflug und Spaten sind sie außerordentlich maßvoll gewesen, und mit der Ausbeute der Bodenschätze haben sie es noch weniger eilig gehabt. Soweit Arbeit unumgänglich nötig war. verrichteten sie nicht die ausgebleichten Rückwanderer aus Amerika, die sich wegen ihrer Berührung mit weißer Kultur oder wenigstens Zivili- latton zu Höherem berufen fühlten, und auch nicht ihre im Lande, geborenen Nachkommen, die eine Art Adelstolz mit auf die Welt brachten, sondern die eingeborenen Negerstamme des Hinterlandes, die man zu diesem Zweck in munteren Jagden als Arbeitssklaven einfing und an die Küste transportierte. Das ist nun nicht etwa eine Erinnerung an dte ersten Jahrzehnte dieses Operettenstaates, sondern ein Zustand, der bis vor wenigen Jahren so gut wie offiziell bestand. so intensiv, daß ein Rüchlein von seinem Dust sogar die Säle des Genfer Wohltätigkeitsvereins erreichte und dort peinliches Aufsehen über das geschätzte liberianische Mitglied erregte. Man konnte nicht umhin, einen Völkerbunds- kommisfar an Ort und Stelle zu entsenden, der dann den langiahrig amtierenden Herrn Staatspräsidenten veranlaßte. Nch venstonieren zu lassen. Ob die Dinge unter seinem Nach- tolger wesentlich anders geworden sind, ist unbekannt: jedenfalls batte die damalige Untersuchung festgestellt, daß die ..freien“ Schwarzen von der Küste ibrer Brüder aus. dem vinter-and, soweit sie sich nicht gutwillig zu Zwangsarbeit Bereitranben kurzerbaub mit Maschinengewehren unb anberen Zivilimtionsmerkmalen zu überzeugen suchten unb fie schließlich wegen offensichtlicher Unbelehrbarkeit in den Urwald getrieben batten, um bas ganze Problem im Wege bes Verhungerns zu lösen.
Diese beachtenswerte Aufwärtsentwicklung her freien Republik Liberia fanb unter den Augen des amerikanischen Hinanzkommifsars statt, der als ständiger Vertreter der heimlichen Schutzmacht in der Landeshauptstadt Monrovia faß.
„Meine Aufgabe war, drei Mannzutöten und dann die Telephon-Zentrale zu übernehmen und später zu zerstören." Wie löste er diese Ausgabe? Den Wachtposten, „den ich erledigen sollte" (dies ist dte Ausdrucksmeise in einer öffentlich verbreiteten Zeitschrfft!) hatte er gelernt so zu töten: „Bon . hinten an ihn herantreten, mit der linken Hand seinen Mund zuhalten und mit der rechten Hand feinen Hals mit einem Messer durchschneiden." Das war gelehrt und gelernt morden. Die Ausführung beschreibt der Mann entsprechend: Schweigend habe er fein Opfer einige Zeit beobachtet, schweigend habe er sich erhoben. der Boden sei fest gewesen, „das erleichterte die Sache". Dann wörtlich: „Ich hatte dieses Töten an einem starken Mann und mit einer imitierten „Fanny" (Name für das Messer) ost
as. Berlin. 23. Oki. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) In ben USA. ist man bisher immer furchtbar stolz auf bie Kriegsprobuktion gewesen. Roosevelt erging sich in ben wilbesten Phantasten über alles bas. was man an Flugzeugen. Panzern. Kanonen. Schiffen uiro. erzeugen wollte. Seit einiger Zeit lassen aber auch amerikanische Berichte erkennen, baß alle biese schönen Zahlen auf bem Papier bleiben. Zum Teil machen Rohstoffnöte, bic auch nicht von heute auf morgen überwunben werben können, bie Einhaltung bes Programms unmöglich zum anberen Teil spielt aber bereits bie Arbeiterfrage eine sehr erhebliche Rolle. Man muß plötzlich entbetfen. baß auch bas große Faß ..Arbeitskraft" nicht unerschöpflich ist. Man kann nicht gleichzeitig eine Millionenarmee schaffen, wie sie ben amerikanischen Militärs vorschwebt unb außer- bem noch eine Rüstungsinbustrie aufbauen unb laufen lassen. So hört man immer wieber Klagen, baß bie Rüstungsfabriken sich gegenseitig bie Arbeitskräfte fortengagieren unb ähnliches. Der Wirrwarr beim Einsatz ber Arbeitskräfte ist beute schon so groß, baß bei Vorsitzenbe ber amerikanischen Arbeitkraftkommission. Mac Nutt. bereits erklärte, burch freiwillige Aktionen laste sich biefes Problem nicht mehr lösen, er mürbe vielmehr in Kürze Roosevelt einen Gesetzentwurf über einen ..Nationalarbeitsbienst" vorlegen. Roosevelt selbst bat bekanntlich auch schon geäußert, baß man ohne Zwangsmaßnahmen beim Einsatz bet Arbeitskräfte nicht auskommen werbe. Vor ben Novemberwahlen bürste aber wohl keinerlei Neigung bestehen, solche Vorschläge im Parlament vorzulegen. Vorschläge, bie offenbar auf eine schlechte Nachahmung ber von Roosevelt einst so heftig befebbeten beut- schen Methobe binauslaufen werben.
Die Englänber verfolgen biese Entwicklung in ben USA. mit großem Mißbehagen. Sie versuchen ben Amerikanern immer wieber klar zu machen, baß es zwecklos fei. wenn man in ben USA. ein großes Heer schaffe, viel besser sei. bie Kräfte für ben Ausbau bei Rüstungsinbustrie einzusetzen unb biese Rüstungsprobuktion bann ben Alliierten, b. h. in erster Linie ben Engländern selbst, zu liefern. Der Streit über biese Frage gebt zunächst einmal munter weiter, genau wie in ben USA. selbst ber Streit Darüber, ob man nun bie sogenannten Spezialisten in ben Rüstungswerken belassen, ober ob man sie in bie Wehrmacht
einreiben soll, bie laut nach Funkern, Mechanikern. Elektrotechnikern, Automechanikern uiro. ruft. In Washington denkt man offenbar an bie Schaffung einer neuen Stelle, irgenbeiner ..Super-Koorbinationsstelle". bie bie verschie- benen »yorberungen ausgleichen soll. Aber selbst in ben USA. bezweifelt man heute ben Wert solcher Stellen. An Ausschüßen unb Dienststellen fehlt es nämlich in Washington nicht. Wenn Ausschüsse unb Ämter ausschlaggebenb für ben Krieg wären, müßten bie USA. Sieger bleiben. Bisher treuttf) haben alle biese Stellen ben Wirrwarr nur noch vergrößert. Anbererseits zeigt sich aber boch auch immer wieber. baß auch im Laube Roosevelts bie Rüstungsbäume nicht in ben Hümmel wachsen unb baß bas Problem ber Überleitung in bie Kriegswirtschaft bort noch keineswegs gelost ist. trotz ber zahlreichen Ausschüsse. Die bemokra- tischen M e t h o b e n erweisen sich auch auf bleiern Gebiet als unbrauchbar.
Berlin, 22. Oft. Im Westteil des Kaukasus hatten sich die im -Raum von Schauinjan geschlagenen Bolschewisten weiter südlich festgesetzt und Auffangstellungen in den südostwärts dieser Stadt liegenden Gebirgszügen bezogen. Infolge des Witterungssturzes führten die Eebirgsflüsfc Hochwasser und wurden deshalb zu schwer urnkämpsten Hindernissen. Durch die tieihangenden Wolken stießen unsere Sturzkampfflugzeuge hindurch und bereiteten den deutschen Sturm durch Angriffe auf die feind- lidjcn Batteriestellungen vor. Die eigene Artillerie konzentrierte ihr Feuer auf Stellungsabschnitte, die als günstige Einbruchsstellen erkannt worden waren.
Dann traten unsere Jäger zum Angriff an. Sie stürmten die regennassen, glatten Abhänge herab und brachen in die bolschewistischen Bunkerstellungen des Talgriindes ein. In erbitter- t e m N a h k a m p°f erweiterten sie die Einbruchsstellen zum Durchbruch. Durch energisches Nachstößen nahmen sie die stark befestigten Häusergruppen zweier mitten in dem feindlichen Stellungs- fystem liegenden Stützpunkte und bildeten jenseits des reißenden Flüßchens im Talgrund mehrere Brückenköpfe.
Bei den Durchbruchs- und Häuserkämpscn wurde ein ganjes bolschewistisches Schützenregimentver- ntdjtet. Der Feind 'mußte über 1200 Gefangene 7 Geschütze, 127 Maschinengewehre, 87 Fahrzeuge, darunter 14 Feldküchen, zahlreiche Waffen und anderes Gerät auf dem Kampffeld zurück- lassen.
Um ihre zurückweichenden Kolonnen aufzusangen, versuchten die Bolschewisten mit berittenen Truppen neue Wider st and s- I i n i e n aufzubaucn. Diese Kavallerieeinheiten wurden an der Straße nach Tuapse von deutschen Zerstörern gesichtet, die ihre Bomben zwischen die abgesessenen Kavalleristen warfen. Die A b - ieilungen wurden aufgerieben, noch bevor sie zum entlastenden Gegenstoß angesetzi werden konnten.
Das find Banditen
Ein zynischer Bericht über die Methoden
Berlin, 22. Okt. In der Bekanntmachung des Oberkommandos der Wehrmacht, vom 7. Oktober, in der die erste Mitteilung über die schändliche Behandlung deutscher Äriegsgcfangcnt durch die Engländer gemacht wurde, erklärte das OKW.. datz es sich gezwungen sähe, u. a. anzuordnen, daß „in Zukunft sämtliche Terror- und Sabotagetrupps der Briten und ihrer Helfershelfer, die sich nicht wie Soldaten, sondern wie Banditen benehmen, von den deutschen Truppen auch als solche behandelt und, wo sie auch auftreten, rücksichtslos im Kampf nigdergemacht werden".
Kein Wort in dieser schweren Anklage, die hier gegen die englischen Methoden der Kriegführung erhoben werden, war zu hart oder stellte auch nur die Vorgänge, die sich tatsächlich abgo» spielt hatten, übertrieben dar. Wie wenn es eines Beleges für bic Notwendigkeit einer solchen Anordnung bedurft hätte, bot die amerikanische Zeitschrift „Liberty" in ihrer Ausgabe vom 19. September 1942, also vor Herausgabe der deutschen Anordnung, einen unüberbietbaren Beweis für das unglaubliche Banditentum, das planmäßig von der britischen Kriegführung gepflegt wird.
Ein schreckenerregendes Bild versuchte die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich zu ziehen. Eine Faust umklammert den Kops eines deutschen Soldaten und ein Messer ist bereit, die Kehle zu durch- schneiden. Es wird von einem englischen Uniformierten geführt, dessen Kopf hinter .dem deutschen Soldaten auftaucht, mit grausigem, brutalem Gesicht. Unb genau dies wurde in dem Bericht beschrieben, den ein Teilnehmer an einer der sogenannten „Kommando-Unternehmungen" erstattete, das in einer Januarnacht 1941 aus eine weit vorgeschobene Insel in den Lofoten nahe der Grenze des Polarkreises ausgeführt wurde. Diese Unternehmungen möchten die Engländer so gern als Heldentaten ausgeben, sind aber doch nur feige Überfälle in dunkler Nacht. Der Mann berichtete: ,
aber keine Soldaten
der britischen „Kommandp-Unternehmungen"
machte er, um seine Pistole zu ergreifen oder an die Schaftstiefel zu gelangen“. Dennoch wurde auch er getötet: „Ich packte ihn ganz einfach und gab ihm etwas von der Medizin. Unser deutsch- Wrechender Mann übernahm die Telephonleitung. Ich teilte den Ofs'l'er in eine Ecke, setzte mich und rauchte eine Zigarette."
Rekord der Jugend-Kriminalität in USA.
~ Vigo. 22 Okt. Die Kriminalität ber USA.- xiugenbfnfjen bat im letzten Jahr alle bisherigen Ne k v r b e geschlagen, stellt bie llSA.-Wochenzeitschrist „Time" in einem Artikel ..Kinber ohne Moral" fest. So seien bie Verbrechen Minberjähriger gegenüber bem Vor- labr.in Los Angeles um 20 Prozent, in Boston um 15 Proz. angeiitegen. in Nero Orleans sei ber Prozentsatz ber Straftaten lugenblicher Neger um 56 Prozent, ber weißen Jugenb- uchen um 5 Prozent angewachsen. Auffällig sei habet bas Anwachsen ber Sexualverbrechen.
. Daneben fei nach ber „Time" eine bedenkliche « ' tten lockerung, beionbers unter ber weiblichen cugenb, lestzuftellen. „Time" zieht baraus ben Schluß, baß ein weiteres Anbauern ber gegenwärtigen Ausnabmezu- ftanbe eine beängstigende moralische Zerrüttung erwarten lasse.
Papierene Rirstungszahien
Demokratische Methoden erweisen sich für die Umstellung der USA-Industrie als unbrauchbar
Zynismus dieser Art überhaupt noch überboten wer- . ... Menschen dieses Typs noch als Soldat e n z u b e z e i ch n e n ? Es wäre eine Schändung dieses Be- gttnes, wollte man diese „Diebe in der Nacht", wie sie sich selber nennen, ehrenhast kämpfenden Truppen zuzählen. Es sind Banditen, und sie verdienen nichts anderes als was ihnen angedroht wurde: Wo sie auch auftreten, werden sie rücksichtslos im "Kampf niedergemacht.
.Die Brutalität und zynische Skrupellosigkeit der Tat mischt sich hier mit der grenzenlosen Schamlosigkeit der Darstellung, die aber offenbar keine Rücksicht auf Moral im Leserkreis zu nehmen brauchte.
Es handelt sich nicht um ein individuelles Verbrechen, cs handelte sich vielmehr um die Anwendung dessen, was höhere Stellen der englischen Kriegführung ersonnen und wohl durchdacht hatten. „Das Kommandotrainin g“. so unterrichtet der Engländer die nun aufgepeitschten amerikanischen Leser, „lehrt einen, nach Sekunden zu arbeiten" Ganz genau war alles eingeübt, zeitlich und in jedem Handgriff, wie die ganze Ausrüstung auf solche Banditenstreiche zuaeschnitten war, die Gummisohlen, die geschwärzten Gesichter, die Kleidung, die Messer und anderes.
Bei einem Mord blieb es nicht. „Ich machte meinen Posten vor dem Rathaus ohne Schwierigkeiten ausfindig und meine „Fanny" fand wiederum gute Verwendung. Ich hatte diese Rächt innerhalb fünfzehn Minuten zweimal getötet. Ich halte mich für keinen unliebenswürdigen Menschen, aber ich muß gestehen, daß ich keinerlei Gewissensbisse empfand, als ich mich hinter diese beiden Hunnen Ichlich, wie ein Dieb in der Nacht, und ihnen fast die Köpfe abfchnitt." Dann mußte noch ein Offizier in der Telephon-Zelle überwältigt werden. Er sei völlig überrascht gewesen und „blieb mit einem leeren Ausdruck im Gesicht sitzen, nicht einmal eine Bewegung
