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Wiesbadener Tagblatt

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Erscheinungszeit werktäglich nachmittags

Wöcheutkich in 6 Ausgaben

Druck und Vertag: L. LcheUenberg'sche Buchdruckerei, Langgasse Rr. 21 (Tagblatt-Haus)

90. Jahrgang

Nummer 248

Donnerstag, 22. Oktober 1942

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Freiheitskampf Indiens ist die englische । hindern und setzten sich zu diesem Z> ileiBt ihr nichts übrig, als stur an der I wurden mit Maschinengewehren z u fi : t i I festzuhalten. England müsse sich, I Ahmedabad, dem Textilzentrum von Salisbury im Oberhaus, v o n d e n I ..News Chronicle" verrät, eit der $

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Die Gattin Gandhis in der Hast erkrankt

Bangkok, 22. Okt. (Funkmeldung.) Frau Kasturbhai. die Gattin Mahatma Gandhis, die sich zusammen mit ihrem Mann in Hast befindet, ist erkrankt.

Das chilenische Kabinett zurückgetreten

Santiago de Chile, 21. Okt. Das chilenische Kabinett ist zu­rückgetreten.

Der Duce empfing Reichserziehungsminister Bernhard Rust zu einer etwa einstiindigen herzlichen Unterredung.

Neue Ritterkreuzträger

des Heeres, der Luftwaffe und »er Kriegsmarine

Berlin, 21. Okt. Der FLhrer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an:

Oberstleutnant Alexander C o n r a d y, Bataillons-Komman­deur in einem Infanterie-Regiment, Hauptmann d. R. Hermann Heitmann, Abteilungsführer in einem Artillerie-Regiment, Oberleutnant Hans-Henning I o e r s, Kompanieführer in einem Infanterie-Regiment, Oberfeldwebel Johann Kochanowfki, Zugführer in einer Sturmgeschütz-Abteilung, Oberfeldwebel Peter Merten, Zugführer in einem Infanterie-Regiment.

Auf Vorschlag des Reichsmarschalls verlieh der Führer das Ritterkreuz an:

Hauptmann K o r t h a l s, Staffelkapitän in einem Kampf-

Die Kampferspritze des Volksverräters Smuts

(Eigener Drabtbericht unserer Berliner Schriftleitung)

banditen zeigt, daß auch in der Kriegführung die Demo­kratien einander wert sind und ganz auf der gleichen Höbe stehen wie die B o l s ch e w i st e n, die wenig­stens ihrerseits internationale Abkommen, die eine an­ständige Kriegführung sicherstellen sollten, gar nicht erst unterzeichneten. Die amerikanischen Flieger beweisen durch ihre Aussagen, nach denen sie u. a. bewußt auf spielende Kinder schossen, „um ihnen einen Vor­geschmack su geben, was Kugeln bedeuten", daß sie nicht die Ehrenbezeichnung Soldat verdienen, sondern daß sie zu der Sorte Menschen gehören, die in den USA. blüht und für die es auch nur eine amerikanische Bezeichnung gibt, nämlich E a n g st e r. Gegen dieses Untermenschentum mutz man sich schützen. So stoßen die iavanischen Selbsthilfemaß- nahmen bei uns auf volles Verständnis. Engländer und Amerikaner aber wissen nun Bescheid, daß sie nicht unge­straft Missetaten begehen können. Die Dreiermächte kaffen nicht mit ffch spaßen, sie haben den Willen und Re haben auch die Macht, sich gegen Gangster und Buschkriegermetboden durchzusetzen.

Amery bestätigt den erneuten Verrat an Indien

Schwere Verluste der britischen Truppen in den Nordwest-Provinzen

as. Berlin, 22. Okt. Der südafrikanische Premierminister Smuts hat die von der englischen Preffe mit viel Tamtam angekündigte Rede vor dem Oberhaus und Unterhaus ge­halten. Man kann von ihr nur sagen, daß es eine von den vielen Reden war, die auf der Gegenseite gehalten werden, um von Zeit zu Zeit die Stimmung wieder aufzu- pulvern. „Wieder einmal", so meinte denn auch Herr Smuts, „ist die Zeit gekommen, um die Offensive zu ergreife n.“ Diese Zeit war allerdings nach Ansicht unserer Gegner schon mehrfach gekommen. Wenn man dennoch darauf verzichtete und wenn man nicht einmal dem «rieben Stalins entsprach, so war dafür, wie uns gestern erst der Erste Lord der Admiralität, Alexander, bestätigte, die, Schiffsraumfrage maßgebend. Zu diesem Thema aber äußerte sich der südafrikanische Premier vorsichtshalber nicht. Er sprach kein Sterbenswort über die Versenkung kostbaren Schiffsraums gerade an der südafrikanischen Küste. Wir glauben kaum, daß Herrn Stalin mit diesem Bekenntnis Smuts' zum Öffenffogedanken bereits gedient ist. Smuts verrät auch nur seine völlige Unkenntnis, wenn er behauptet, daß die Hilfsauellen Englands und Amerikas nunmehr „alle entwickelt und mobilisiert" feien, denn tatsächlich nehmen bei unseren Gegnern die Schiffsraumnöte und damit auch die Rohstoffschwierigkeiten zu. Ebenso dumm aber war sein Hinweis auf das „Schreckgespenst der Not und des Hungers", das nun angeblich bei uns zu staffieren beginne. Mit

am Mengeschossen.

,---------, ----- Textilzentrum des Landes, liegen,

„News Ehronicle" verrät, seit der Verhaftung Gandhis sämt­liche Betriebe still. Die Arbeiter verließen die Stadt und helfen den Bauern bei der Einbringung der Ernte. Außerdem werden ste, so behauptet das Blatt, von der Kongreßpartei wirt­schaftlich unterstützt, so daß alle Bemühungen, sie zur Wiederauf­nahme der Arbeit zu veranlaffen, ergebnislos blieben.

as. Berlin. 22. Okt. (Gig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Die Engländer scheinen Wert darauf zu legen, der Welt klar zu machen, daß die Begriffe „Gentleman" und „fair“ nur Erzeugnisse der britischen Agitation sind. Ihre Kamvfesweise ist jedenfalls himmelweit von solchen Begriffen entfernt. Wenn am Mittwoch das OKW. von einem feigen Angriff der britischen Flieger auf einen Hauptverbandsplatz in Nordafrika, der als solcher sehr' deutlich gekennzeichnet war. berichtet, so handelt es ffch ja hier leider durchaus um keine Einzelerscheinung, keineswegs um einen Akt. den man auf ein Versehen der englischen Flieger zurücksübren könnte. Es liegt vielmehr Methode in diesem englischen Vorgehen, griff doch erst auch kürzlich ein britisches Zerstörerflugzeug ein mit dem Roten Kreuz deutlich gekennzeichnetes Sanitätsflugzeug an. Ein gefangener amerikanischer Offizier, der selbst in dem angegriffenen Sanitätsflugzeug a6transportiert wurde, war Zeuge dieses Banditenstreiches seiner englischen Ver­bündeten. Gr gab seiner Entrüstung deutlich Ausdruck. Nimmt man die Fesselungsbefehle hinzu, die erst von amt- lischer englischer Seite abgestritten wurden, deren Dor- bandensein dann aber zugegeben werden mußte, so bat man ein'Bild, das die Kriegführung der Briten kennzeichnet.

Damit ist nun aber auch ein Punkt erreicht, an dem man die Dinge nicht einfach mehr laufen lassen kann. Die deutsche Antwort auf die Fesselungsbefehle ließ ja bereits gar keinen Zweifel daran, daß wir nicht gewillt find, derartige Metho­den der britischen Kriegführung, wie sie England gegen wehrlose Völker anzuwenden pflegt, ruhig hinzunehmen. Wer sich als Soldat benimmt, wird, wenn er in deutsche Ge­fangenschaft gerät, auch als Soldat behandelt, aber Ban­diten und GLangftcr müssen für ihre Schand­taten büßen. Es ist ja auch nicht mißzuverstehen, wenn das OKW. sagt, es müsse aus dem englischen Verhalten die Folgerungen ziehen, daß die britische Regierung keinen Wert mehr darauf legt, die Genfer Konvention aufrecht zu er­halten. Man mag diesen Satz in London örebot und wen­den wie man will, man wird sich klar darüber lein müssen, 'daß man mit den Methoden, die man erfolgreich in den Kolonialkriegen gegen schwache Völker anwandte. Deutsch­land gegenüber nicht die geringsten Chancen bat. London schneidet sich damit nur in das eigene Fleisch.

Die Meldungen aus Japan über die Bestrafung der in javanische Hände gefallenen llS.-amerikanischen Lufi-

solchem Unsinn mochte man wohl den wirkungsvollen beut« Kben Argumenten entgegenarteiten, die überall den aller- stärksten Eindruck machten.

Gs wird aber aus der Rede Smuts’ sehr klar, warum die englische Regierung so große Reklame für den südafrikani- ichen Premierminister machen ließ und ihm die Gelegenheit bot. in einer gemeinsamen Sitzung das Ober- und Unterbaus »u sprechen. Sitzungen, die in England äußerst selten sind. Herr Smuts hat seinen Auftraggeber nicht enttäuscht. Gr fang em großes Loblied auf Churchill. „Ich mochte manchmal wiffen". so erklärte er. ..ob sich die Leute in diesem Lande genügend klar darüber sind, was Churchill be­deutet hat und was er weiterhin bedeutet, nicht nur für sie. wndern für die alliierten Völker." Darauf kann man nur entgegnen, das die Engländer wirklich noch nicht begriffen haben, was Churchill bedeutet, daß er nämlich der Toten­gräber des Empire ist. Was sonst Herr Smuts noch bot, ver- die.nt eigentlich kaum eine besondere Erwähnung. Gt be­schäftigte lieb, wie so manche englische Redner, wieder einmal , mit der Nachkriegswelt und bezeichnete es als wichtige Frage, sich darüber klar zu werden, wie die Welt nach dem Kriege aussehen solle. Hierbei fiel ihm aber nun wirklich gar nichts Neues ein. sondern er verwies auf die berüch« ote Atlantik-Erklärung. für die niemand ijj der Welt auch nur noch einen Pfennig gibt und die im übrigen ja selbst von den Engländern- und Amerikanern längst durchlöchert ist.

entgehen, zurückziehen, aufgerieben. Die v ", kolonnen und bemächtigen st«, , „

den wichtigsten Eisenbahnlinien sind alle hundert Meter Posten aufgestellt, da in letzter Zeit zahlreiche Stationsgebäude in die Luft gesprengt und die Schienenstränge mehrfach ausgeriffen wurden.

Erklärung des japanischen Regierungs­sprechers

Tokio, 21. Okt. Vor der Auslandspreise äußerte sich der Sprecher der javanischen Regierung. Hort, am Mittwoch über die jüngsten japanischen Maßnahmen gegen feindliche Flieger, die sich bei einem Angriff auf javanisches Gebiet oder die besetzten Gebiete Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung zuschulden kommen lassen und die deshalb mit schweren Strafen belegt werden. Gs handle sich dabei um eine Bekanntgabe der Grundsätze und der Politik. die Japan in Zukunft einschlagen wird.

Hori bestätigte bei dieser Gelegenheit, daß die bereits vor einem javanischen Militärgericht abgeurteilten ameri­kanischen Flieger, die im Verlaufe des Luftangriffes auf Javan am 18. Avril in Gefangenschaft gerieten, zugegeben hätten, daß sie absichtlich nichtmilitärische Ziele und Zivilisten mit Maschinengewehren beschoffen und mit Bomben Belegt hatten. Gr widerlegte damit zugleich die amerikanische Behauptung, daß alle USA.-Flugzeuge von dem damaligen Luftangriff auf Japan bis auf eins, das in Sibirien landete, zurückgekehrt seien.

Die türkische Zeitung „Cunrhuriyet" meldet, daß die H u n - d e r tj a h r f e i e r der ägyptischen Universität El A z h a r , zu der König Faruk sämtliche führende Persönlichkeiten der Islamitischen Welt und 10 000 Azhar-Studenten eingeladen hatte von den Briten, obwohl sie sich nach feierlichen Versprechungen nicht in die inneren Angelegenheiten Ägyptens einzumischen haben, verboten wurde.

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Offensivkraft

In England ist das Stimmungsbarometer wieder einmal gefallen. Man hat es dort seltsamerweise aus deutschen Äußerungen geglaubt schließen zu können, daß wir nun nichts mehr weiter tun würden als die eroberten Gebiete auszunutzen. Man hatte sich fernerhin dem verhäng­nisvollen Irrtum hingegeben. daß wir auch in Stalingrad auf die Eroberung der restlichen Stützpunkte verzichten wür­den. Kurzum, man nahm an, daß wir im großen und ganzen eigentlich mit verschränkten Armen stehenbleiben und offenbar zusehen würden, was nun unsere Gegner tun. Solche Ideen können eigentlich nur in England entstehen. Gs ist ja in der übrigen Welt ein alter Grundsatz, daß man sich bei allen Handlungen auch darüber klar werden soll, was wohl der Gegner voraussichtlich unternehmen wird. Die Gnglänber haben uns noch nie richtig eingeschätzt, das hat ja der Ver­laus dieses Krieges immer wieder bewiesen. Immerhin hätte man doch annehmen können, daß sie etwas mehr von der Haltung des nationalsozialistischen Deutschlands be­griffen hätten. Sie wären dann nie und nimmer auf die Idee gekommen, daß wir nun etwa einen Winterschlaf halten oder uns hinter den Grenzen der bisher eroberten Gebiete eingraben würden.

So hat denn das erneute Aufflammen der Kämpfe in Stalingrad, und das heißt ja zugleich auch die erneuten deutschen Erfolge in Stalingrad, die englische Öffent­lichkeit stark beeinflußt. Sie mußte zur Kenntnis nehmen, daß die Angriffskraft der deutschen Truppen keineswegs ge­brochen ist und daß auch die seit langer Zeit ausgebauten Fabrikanlagen und Vetonhäuser für die angreifende deutsche Truppe kein unüberwindliches Hindernis darstellen. Dazu kann man in London auch aus den sowjetischen Hilfe­rufen unschwer folgern, daß man in Moskau die deutsche Offensivkraft sehr wesentlich anders einschätzt, als es in englischen Wunschträumen geschah. Immer umfangreicher und immer dringender, so berichten neutrale Korresponden­ten. aus der englischen Hauptstadt-, würden die Gesuche der Sowjets. Die Liste ihrer Forderungen wachse von Tag zu Tag. Schowherate man mit den Amerikanern, wie man diese sowjetischen Ziorderungen am raschesten und so lückenlos wie möglich erfüöen könne.

Zeigt sich hier schon, daß es mit den Hoffnungen auf ein Versagen der deutschen Offensivkraft nichts war. so spüren die Engländer die deutsche Offensive ja auch am eigenen Leibe, nämlich die offensive Führung der Schlacht im Atlantik. Das Schifssraumproblem verschwindet aus den Spalten der englischen Zeitungen nicht, immer wieder muß man feststellen, daß die deutschen U-Boote an allen möglichen Punkten des Ozeans auftreten und leider gerade auch dort, wo man sie am wenigsten erwartete. So ;ammert man auch darüber, daß die deutschen U-Boote nunmehr an der Westküste Afrikas operierten, so daß man auch auf diesem Weg. der ohnehin schon starke Zeitverluste mit sich bringe. Schiffe verliere.

Gs war also wieder einmal nichts mit den englischen Hoffnungen. Zudem hat ihnen ja auch noch Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Münchener Rede erklärt, wenn sie glaubten, daß wir zur Offensive nicht mehr fähig wären, so würden wir uns zu gegebener Zeit wieder sprechen „und sprechen uns jetzt immer noch." So muß man denn auch in England die eigenen Offensivpläne, von denen man schon träumte, wieder in den großen Schubkasten legen, in dem schon so viele unerfüllte englische Wünsche und Hoffnungen verschwanden. Gewiß will man noch nicht dieses Thema ganz abschließen, die Engländer sind ja groß darin, immer wieder neue Hoffnungen zu erwecken, und so redet man denn einmal von Afrika und einmal von Burma, nur redet man io wenig wie möglich von dem Schiffsraum, der für alle diese Pläne erforderlich wäre. Man kann sich in England schon daraus verlaffen. daß die Initiative in unserer Hand ist und daß sie in diesen unseren Händen und in denen unserer Bundesgenossen auch bleiben wird. Daran ändern alle eng­lischen Auslegungsversuche deutscher Reden nichts. Die Tatsachen sprechen eine zu barte Sprache, gleich, ob es sich um Stalingrad und den Kaukasus, um den Atlantik oder um den Mrzifik handelt. W. A ß m u s.

Zwei llSA.-Zerstörer versenkt

Stockholm, 22. Okt. (Funkmeldung.) Das USA.-Marine- ministerium gibt — nach einer Reuter-Meldung aus Washington — den Verlust der beiden Zerstörer „Meredith" und „O ' B r i e n“ bekannt. Sie seien „in den letzten Tagen" durch feindliche Ein­wirkung bei den Salomon-Inseln verloren gegangen. Ein Bericht über die Einbuße an Mannschaften sei noch nicht ein­gegangen.

„Meredith" gehörte zu den aller neue ft en amerikani­schen Zerstörern. Das Schiff war erst 1941 vom Stapel gelaufen. Es hatte eine Wasserverdrängung von 1630 Tonnen und war mit sechs 12,7-Zentimeter-Eeschützen bestückt.

Der Zerstörer „O ' B r i e n“ war nur ein Jahr früher fertiggestellt worden. Er hatte 1570 Tonnen Wasserverdrängung und eine Geschwindigkeit von 36,5 Knoten. Seine Friedensbe­satzung beli'es sich auf 166 Mann. Er war bestückt mit vier 12,7= Zentimeter- und fünf 2,8-Zentimeter-Flakgeschiitzen, sowie acht Ma­schinengewehren.

Jenseits von Anstand und Moral

Die „Demokratien" schließen sich selbst aus dem Kreis der zivilisierten Völker aus

wt. Gegenüber dem < Oberschicht ratlos. Es bl Bleiknüppel-Poli— ------- ----- -------- . ..

so erklärte der Marquis von Salisbury im Oberhaus, von den Befriedungsbestrebungen endgültig lossagen. Nachdem das Zuckerbrot der Versprechungen für die Machkriegszeit die Inder nicht beeinfluffen konnte, bekennt man sich also wieder offen zur Peitsche. Daß die Versprechungen nicht ernst gemeint waren, beweist auch eine Äußerung des Jndienministers Amery, . der auf die Frage eines USA.-Journalisten, ob man Indien nach Beendigung des Krieges die Freiheit geben wolle, ausweichend antwortete: „Ich gebe zu, das Problem besitzt eine ungeheure Viel­seitigkeit. Wir können unseren guten Willen und unsere nützliche Initiative einsetzen, wenn sich eine günstige Gelegenheit bietet." ... Indien noch jemand gab, der an den „guten Willen" der Engländer glaubt«, bann wird ihn diese Mitteilung Amerys eines besseren belehrt haben. Eindeutiger kann die Atlantik- Charta, die allen Völkern die „Freiheit" verkündete, nicht als Lüge demaskiert werden.

Das indische Volk ist längst erwacht und weiß, daß es sich seine Freiheit erkämpfen muß. Die vorliegenden Nachrichten zeigen, daß die Unabhängigkeitsbewegung nicht müßig ist. In P e s h a w a r kam es bei der Verhaftung eines afghanischen Kon­greßmitgliedes zu blutigen Auseinandersetzungen. Die eng­lischen Truppen hatten dabei schwere Verluste. Der Aufstand an der Nordwestgrenze nimmt immer größeren Um­fang an. Sämtliche Stämme find von ihm erfaßt worden. Britische Verstärkungen mußten sich, um der Gefahr einer Umzingelung zu ” * ' 6en. Eine Abteilung wurde nahezu gänzlich Aufständischen überfallen britische Kraftwagen- ächtigen sich ihrer Fahrzeuge und Waffen. An

geschwader und an Feldwebel Siegfried Engfer, Flugzeug­führer in einem Jagdgeschwader, der bisher 52 Lustsiege errang.

Der Führer verlieh ans Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Eroß-Admiral Raed er, das Ritterkreuz an:

Kapitänleutnant Otto von Bulow, Kommandant eines Unterseebootes, der bisher einen Zerstörer und fünfzehn Schiffe mit zusammen 88 000 BRT. versenkte.

Aber nicht nur in den Nordwest-Provinzen, die sich ja immer in Gärung befanden, sondern auch in den übrigen indischen Ge­bieten, macht die Ausstandsbewegung Fortschritte. Das britische Militär reicht bei weitem nicht aus, das ganze Land zu überwachen und wo die Truppen sich zurückziehen, setzen die Anschläge auf Polizeistationen, Postämter und Regierungsgebäude sofort wieder ein. Da die Bevölkerung nahezu waffenlos ist, tritt Re mit Speeren, Dolchen, Knüppeln, Bogen und Pfeilen ihren Unterdrückern entgegen. Die natürliche Findigkeit der Inder hat bereits zur Selbstherstellungvon Waffen geführt, wie die ausfallende Zunahme der Bombenexplofionen zeigt. Die britische Zensur gibt sich natürlich die größte Mühe, das Be- kanntwerden von Zusammenstößen und Sabotageakten zu verhindern.

Wie aus den Distrikten Nadia, Bagaldur und Monghyr ge­meldet wird, haben die Engländer wieder Flugzeuge gegen die Aufständischen eingesetzt und die Bevölkerung aus be; Luft mit Maschinengewehren beschaffen. Im P a t n a - B e - zixk wollten die Inder einen Eisenbahnzug an der Weiterfahrt