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Wiesbadener Tagblatt

«Vy 9i cvtitAi ' SKÄVüA^«*it* i« tt Ericheinunasreit werktäglich nachmittags

Druck und Verlag: L. ScheUenberg sche Buchdruckerer, Langsame Nr. 21 (Tagblatt-Haus)

90. Jahrgang

Mittwoch, 21. Ottober 1942

Nummer 247

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otäben, Kanalisationen, Gruben stecken halten sich V ' Versprengten tarn

Die Versorgungsansprüche der Sowjets wachsen täglich

Die gewaltigen Eebietsverluste wirken sich aus

Neue Ritterkreuzträger

des Serres, der Luftwaffe und der Kriegsmarine

Berli». 20. Okt. Der Führer verlieb das Ritterkreuz des Erlernen Kreuzes an

Oberstleutnant Gustav-Adolf Bruns, Äomm<mbcur eines Panzergrenadier-Regiments. Hauptmann Wolfgang »an Krane n^ rock. Bataillonskommandeur in einem Infanterie-Regiment, Oberfeldwebel Emil Kaminsky, Zugführer in einem Infanterie-Regiment.

Auf Vorschlag des Reichsmarschalls verlieh der Führer das Ritterkreuz an

Major Alvers, Kommandeur einer Fernaufklärungs- gruvve, Oberleutnant Remecek. Beobachter in einer Fernaufklärer-Staffel, Leutnant Hemmer, Flugzeug­führer in einer Fernaufklärer - Staffel. Hauptmann $reu, Eruvvenkommandeur in einem Kampfgeschwader, Hauptmann Schmidt. Staffelkapitän in einem Kampf­geschwader, Lentnant Roehrig, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader (51 Abschüsse) und an Oberfeld­webel Füllgrade, Flugzeugführer in einem Jagd­geschwader (52 AbslAisse).

Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine. Großadmiral Raeder, das Ritterkreuz an Leutnant z. S. d. R. Hermann B o e g e l, Kommandant eines Minensuchbootes.

Erbitterte Säuberungskämpfe in Stalingrad

Verzweifelt sich wehrende Feindkräfte im strömenden Regen vernichtet

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düngen des OKW. wurden daher am 19. Oktober die Säuberungs­aktionen gegen die feindlichen Reste fortgesetzt. In Abzugs­gräben, Kanalrsationen, Gruben und ähnlichen Ver­stecken halten sich kleinere feindliche Trupps versteckt, Mit diesen Versprengten kam es in den unübersichtlichen, ihnen aber wohl­bekannten Trümmerfeldern im Werkgelände der Geschützfabrik Rote Barrikade" zu hartnäckigen Kämpfen. Die sich verzweifelt wehrenden Bolschewisten hatten nur die Wahl, im Feuer der deut­schen Infanteristen und Pamer-Erenadiere oder unter den Kugeln der sie vorwärtstreibenden Kommissare zu fallen. Obwohl die am verlorenem Posten kämpfenden feindlichen Trupps jeden Vorteil und jede Deckungsmöglichkeit in den zerschlagenen Werkanlagen ausnutzten, wurden sie von unseren Soldaten gefaßt und erledigt.

Italienischer General gefallen

Rom, 20. Okt. Die Reihe der in diesem Krieg auf dem Schlacht­feld gefallenen hohen italienischen Heerführer hat sich, wie Stefani in Ergänzung zum heutigen italienischen Wehrmachtbericht nwldet, wiederum um einen Namen vermehrt, General Fre- durico Ferraro-Orsi, Kommandant eines Armeekorps an der ägyptischen Front,. Als guter Soldat und Kämpfer gab er in jedem Augenblick Proben seines persönlichen Mutes und seiner glänzenden Führereigenschaften. Er gehörte zu den Offizieren des italienischen Heeres, die die meisten Tapferkeitsauszeichnungen haben. Er fiel am 18. Oktober in vorderster Linie inmitten seiner Infanteristen.

Die Säuberungskämpfe konnten von der Luftwaffe wegen der Verschachtelung der Front kaum unterstützt werden, so daß die Sturzkampfgeschwader ihre Angriffe im Stadtgebiet vor allem gegen die Industrieanlagen des WerkesRoter Oktober richteten. Die den ganzen Tag über anfliegenden Ju 87 legten mir ihren Bomben Werkhallen und Verwaltungsgebäude, die von den Bolschewisten durch Einbau von Infanteriegeschützen und Maschinengewehren in Festungswerke umgewandelt waren, in Trümmer. Die Wirkung der Stuka-Angrisfe war so stark, daß einige Gebäude bis auf die Grundmauern zerschlagen wurden und im Zusammenbrechen ihre gesamte Besatzung unter sich begruben.

Der Schwerpunkt der deutschen Luftangriffe lag auf den Bahnstrecken am Unterlauf der Wolga, wo Aufklärer mehrere

von Afrika, das vor wenigen Tagen so hoch im Kurs stand, sondern jetzt schiebt man plötzlich Burma in den Vordergrund. Auffallend häufig befassen sich die englischen Blätter mit dem indisch-burmesischen Grenzgebiet. Gleich­zeitig verbreitet man ainb die Nachricht, daß der in Ägypten abgesägte General A u 81 i n l e ck sehr bald einenaußer­ordentlich wichtigen Posten" wieder erhalten würde. Er weilt schon in Neu-Delhi und bat mit dem britischen Ober- kommandirenden. General W a v e l l. und dem sogenannten Chef der amerikanischen Streitkräfte in China. General S t i l w e l l. mehrere Besprechungen gehabt. Da _ die Monsunzeit aufgebört habe, so erklärt man in London, könne eine britische Offensive gegen Burma reden Augenblick beginnen. Man gibt sich so. als ob eine solche Offensive gar keine größeren Schwierigkeiten bereiten würde. Dabei hant man angesichts der llngangbarkeit des Grenzgebietes zwischen Indien und Burma schon früher stets betont, daß man eine Rückeroberung Burmas nur mit einet Landung in Südburma durchführen könne. Hierfür fehlt aber jede Voraussetzung. Man verfügt weder über die nötige Tonnage, noch über die nötigen Kriegsschiffe, um die javanische Flotte in Schach zu ballen.

Das ganze Gerede um die angebliche Offensive gegen Burma dürfte denn auch in erster Linie gestartet werden, um einen Einfluß auf die Japaner auszuüben. Je starker der japanische Druck sich im Vorfeld Australiens fühlbar macht und daß die Lage der Amerikaner auf Euadal- canar alles andere als rosig ist. bestreitet auch London nicht . umsomehr muß man natürlich bestrebt sein, die Japaner von diesem Gebiet abzulenken. Aus diesem Grunde also versucht man. Burma als Zielpunkt einer geplanten Offen­sive hinzustellen. Zugleich hofft man dadurch auch Eindruck in Tschungking-Ebina machen zu können, wo man sehr ver­stimmt daüber ist. daß die Anglo-Amerikaner nichtsZun, um die Lüge Tschiangkaischeks zu erleichtern und den Weg über Burma wieder zu öffnen.

Etappe Afrika

Von Wilhelm Ackermann

Zwei Ereignisse der vergangenen Woche haben in ver­stärktem Mabe das Augenmerk der Weltöffentlichkeit und der englisch-amerikanischen im besonderen auf den schwarzen Erd­teil gelenkt: das Erscheinen und die Versenkungserfolge deutscher Unterseeboote vor süd- und westafrikanischen Häfen und die plötzliche Reise des südafrikanischen Ministervräsi- denten Smuts nach London. Anscheinend ist die weitaus- bolende propagandistische Ausnutzung der Smutsreise in England dazu bestimmt, die alarmierende Wirkung abzu­schwächen und zu übertönen, die von den Ül-Bootakiionen auf die Volksstimmung in England und den Vereinigten Staaten ausging, und die in erregten Betrachtungen der Presse zum Ausdruck kam. daß nunmehr also auch die letzte wichtige Lebensader des alliierten Überseeverkehrs nach Indien, nach Ägypten und den Vorderen Orient und schließ­lich über den Persischen Golf auch nach der Sowjetunion von der deutschen Seekriegfübrung in die Zange genommen wird. Seit Smuts' Ankunft in London bemüht sich daher die britische Presse, seiner Reise ein besonderes Relief zu geben, indem sie die Wichtigkeit der Verhandlungen betont, die er in England und anschließend bei seinem inzwischen bereits angekündigten weiteren Besuch in Washington fübren werde. Den Hintergrund dafür geben eingehende Schilde­rungen ab. welch entscheidende Rolle dem afrikanischen Kon­tinent für die ganze englisch - alliierte Kriegfiibrung zu­komme. 2n derTimes" war zu lesen, neben dem englischen Mutterland stelle nunmehr Afrika den Eckpfeiler der ganzen britischen Machtstellung und der Existenz des Empire dar, und allgemein findet sich in der Jnsetpresse die Feststellung, dieses grobe afrikanische Gebiet sei nunmehr zur maßgeblichen Etappen st ellung für den Vorderen und Mittleren Orient, Ägypten. Palästina und Syrien, für Irak unKSran. ebenso aber auch für Indien und im weiteren Sinne für das Cbina Tschiangkaischeks geworden.

Ausgangspunkt dieser Auffassung ist natürlich die un- eifreuli»e und widerwillige Erkenntnis, daß das Mittelmeer infolge der völligen Umkebrung der dortigen Machtverbält» ntfre aufgebört bat. eine englische Verkehrslinie zu sein, und daß dciber der weite Umweg um das Kav der Guten Hoff­nung für die englische wie für die amerikanische Ver- sorgungsschifsahrt eine neue und entscheidende Bedeutung ge- wonnen bat. Die west- und südafrikanischen Hafen Batburst. Freetown. Lobiro, Kapstadt. Port Elizabeth. East London und Durban sind U m s ch l a g p l ä tz e für das amerikanische Material geworden, das von dort zu einem kleinen Teil über Land, »um Großteil in der direkten und in der Küstenschiff­fahrt an seine eigentlichen Bestimmungsorte weitergebt. Diese sozusagen Svediteurrolle Afrikas ist einstweilen wichtiger als sein unmittelbarer Kriegsbeitrag, der sich so­wohl rein militärisch wie wehrwirtschaftlich in bescheidenen Grenzen hält. Zwar wäre an sich eine mehr als ausreichende Rohstoffgrundlage für eine grobe Kriegsindustrie gegeben mit den reichen Kohle- und Erzvorkommen im Kongo und fn der südafrikanischen Union, denn das einzige völlige Manko, das der Erdteil in dieser Beziehung aufweist, ist nur das vollständige Fehlen von Erdölfundstätten. Aber die Erschliebung all dieser Bodenschätze steht noch in den An­fängen. und noch mehr mangelt es an einer entsprechenden weiterverarbeitenden Industrie. Sie etwa noch während des Krieges int amerikanischen oder sowjetischen Tempo zu schaffen, erweist sich aus den verschiedensten Gründen als un­möglich: besonders ausschlaggebend dafür sind die dürftigen Verkebrsverbältnisse im Kontinent selbst, der Mangel an Arbeitskräften, der sich auch durch die jetzt in größerem Maßstab erfolgende Schulung von Negern zu Facharbeitern nicht durchgreifend bebeben läßt, endlich aber auch die Un­möglichkeit ausreichender Maschinenbeschaffung aus der längst überbeanspruchten englischen und amerikanischen Industrie.

Wenn also die E t a p p e A f r i k a in den demokratischen Vorstellungen nunmehr diese grobe Rolle spielt, so beruht sie in der Hauptsache auf ihrer Bedeutung als geographi­sche Basis. Und aus ihr erklärt sich auch vorerst das intensive amerikanische Interesse, wenigstens zunächst für die Kriegsdauer. Für eine weitere Entwicklung lockt Afrika nicht nur das USA.-Kavital, sondern auch den amerikanischen Imperialismus als Sprungbrett und Ausgangspunkt für seine weitreichenden Planungen, die bekanntlich bereits bis Iran bin und über ganz Kleinasien binweg spürbar sind. Smuts als Ministerpräsident des größten und bestorgani- sierten afrikanischen Staatsgebildes verfolgt inmitten dieser sich abzeichnenden Gegenwaris- und Zukunftsentwicklungen feine besonderen ehrgeizigen Pläne. 2m Zusammenhang mit seiner England- und Amerikareife sind in der Presse wieder bie und da seine Ideen von der afrikanischen Union aufgetaucht, zu der er nicht nur die englischen, son­dern auch die portugiesischen und wenn möglich auch noch andere koloniale Besitzungen zusamiOenfassen möchte. Das wäre dann sein sozusagen persönlicher Kriegsgewinn, von dem man annehmen darf, ohne ihm nahezutreten, daß er ibn auch aus Washington mit nach Hause nehmen würde, wenn er ihm in London versagt wird. Einstweilen freilich gibt es noch ein ärgerliches Störungsmoment für seine Pläne lowobl wie für die ungehinderte Ausnutzung Afrikas als englisch-amerikanische Etappe. Das ist die bedrohliche An­wesenheit der Achsenstreitkräfte im Norden des Erdteils.- über

Lord Alexanders Klagelied

Die britische Schiffahrt hat die denkbar schwerste Last zu tragen

Eüterzüge festgestellt hatten. Kampfflugzeug« zerstörten zunächst mit ihren Bombenwürfen die Bahndämme und Schienenstränge, dann griffen sie die aufgestauten Eüterzüge an und warfen einige eingeschobene Kesselwagen in Brand. Das ausfließende brennende Ll breitete sich schnell aus und erfaßte die Wagen von vier Materialzügen, die vollkommen ausbrannten. Ein anderes deut­sches Kampfflugzeug vernichtete mit einer einzigen Bombenreihe 25 hintereinander stehende, mit Geschützen und Material beladene Waggons.

as. Berlin. 21. Okt. (Cig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Der Moskauer USA.-Botsckafter Stand­ley ist nach einer eiligen Reise um die halbe Welt nunmehr in Washington eingetroffen. Was er Herrn Roosevelt er­zählen wird, kann nicht zweifelhaft sein. Er wird im Auf­trage Stalins erneut die Schaffung der zweiten Front und außerdem umfangreiche Hilfssendungen aller Art fordern. In der Sowjetunion beklagt man sich ja immer wieder über die unzugängliche Hilfe der teuren Ver­bündeten. So schreibt der Sowjet-Jude Jllja Ehrenburg, die Lieferungen der Engländer und Nordamerikaner an die Sowjetunion stellten nur einen Tropfen in einem groben Meer dar. Vor kurzem habe er. Ehrenburg, die Front bei Rschew besucht, hätte aber nirgends Spuren eng­lischer oder amerikanischer Hilfssendungen entdecken können. Der Artikel, in dem festgestellt wird, daß die Sowiet- soldaten müde und erbittert seien, klingt in den Hilferuf aus, England und Amerika müßten der Sowjet­union sofort militärisch helfen.

Nun bezweifelt niemand in den USA. und in England den Ernst der Lage für die Sowjets, Die anglo-amerikanische Presse weist vielmehr mit Nachdruck auf die neuen deutschen Erfolge im Kaukasus, um die letzten Stützpunkte in Stalin­grad hin. Aber die Frage, wie man den Sowjets, helfen soll, diese Frage macht nach wie vor den Anglo-Amerikanern die allergrößten Kopfschmerzen. Die Debatten über die erfolgreichen deutschen U-Boote reiben nicht ab. Der britische Marinemnister Alexander selbst mub wieder einmal bestätigen, daß der Seekrieg der britischen Kriegs- und Handelsmarineeine Last aufgebürdet bat. die schwerer ist als irgendeine Last, die je zu­vor getragen ward e. Drei Veränderungen in der Seekriegführung seit dem letzten Weltkrieg, so erklärte er. hätten die Gefahren für die britischen Seeverbindungen un­geheuer erhöht:

1. D»r bedeutend vergröberte Aktionsradius und die Feuerkraft der Flugzeuge

2. die ungeheuer erweiterte Leistungsfähig­keit und Eigenschaften der ll - B o o t e und

g. 3. das Ausmaß und die Verschiedenartigkeit der feind- nchen Verminungsoperationen.

Zur Bekämpfung dieser Gefahren müsse das Gros der &riti(djen Flotte eingesetzt werden, um die Seeverbindungen offenzubalten. und eben bei dieser Arbeit habe die Marine die meisten ihrer Verluste erlitten.Diese Verluste" so sagte Alexander wörtlich,sind leider grob gewesen, selbst wenn sie nach dem Standard der Jahre 1914/1918 bemessen werden." Im edlen Wettstreit englischer und nordamerikani­scher Phantasiezablen. meinte Alexander dann mit einem deutlichen Seitenhieb:Das zukünftige Baupro­gramm der Vereinigten Staaten, im verein mit unserem eigenen, das nicht unbeträchtlich ist denn im Verhältnis zu unseren Hilfsauellen stellen wir immer noch mehr Tonnen Schiffsraum per Mann her. als es in den USA. mit all den amerikanischen modernen Methoden der Fall ist erweckt mein Vertrauen."

Hatte man sich aber solange der Illusion brngegeben. daß man jetzt wenigstens auf dem Wege sei. sich eine überlegene Luftwaffe zu schaffen, so muß man einem Bericht des Washingtoner Informationsbüros entnehmen, daß der gegen­wärtige Bestand an Flugzeugen aller Typen in den Luft­waffen der Alliierten der deutschen Luftwaffe in keiner Weise überlegen sei und es auch niemals werden, könne. Dieser USÄ.-Bericht über die Unterlegenheit und nicht, wie man gern und oft in Washington und London beteuerte, die Luftüberlegenheit der Alliierten, trat, an einem Tag in London ein. an dem der Luftkrieg Angriffe gro-ßeren Ausmaßes gegen die britische Insel gebracht hatte.. 3n London gibt man offen zu. dab 16 britische Städte von der deutschen Luftwaffe mit Erfolg angegriffen worden sind. Der Korrespondent der schwedischen Zeitung Nya Daglight Allehanda" bat es vermocht, die scharfen britischen Zensurbestimmungen dadurch zu umgeben, daß er tn einem Bericht über diese Angriffe sagtirgendein Ort von militärischer Wichtigkeit müßte bei diesen Angriffen ge­troffen worden sein. Aber es wäre heutzutage auch schwer, irgendeine britische Stadt anzugreifen, ohne daß dort Ziele von militärischer Bedeutung getroffen würden."

Die Lage der Alliierten ist also, das muß man wieder einmal erkennen, alles andere als rosig. So versucht man sich denn wieder in London mit Ofiensiv-Wunsch- träumen zu trösten. Freilich redet man jetzt kaum noch

Berlin, 20. Okt. In Stalingrad haben am 19. Oktober ft a i f e Regengüsse die zum großen Teil nicht gepflasterten Straßen der Stadt tief aufgeweicht. Durch knietiefen Morast wühlten sich die Trosse und Fahrkolonnen zu den Kampfabschnitten im Nordteil der Stadt vor und versorgten die Front mit Muni­tion, Verpflegung, Treibstoff und sonstigen Nachschubgütern. In den Trümmerfeldern der eroberten Rüstungswerke flackerte ver­einzelt der feindliche Widerstand von neuem aus. Nach Mel­dungen des OKW. wurden daher c

Eens, 21. Okt. (Funkmeldung.) Wie es in einem Bericht des Sonderkorrespondenten derS u n d a y Times" vom 18. Oktober heißt, ist das Dersorgungsproblem der Sowjetunion erneut in Washington und in London fit den Brennpunkt des politischen Interesses gerückt. Sowjetischerseits tue man alles, um die Eng­länder und Amerikaner dazu zu bringen, ihre Material- und Lebensmittellieferungen aufrechtzuerhalten. Dabei verwies man auf die gewaltigen Gebietsverluste. Eroßbritanni'en, so behauptet der Korrespondent, habe zwar bisher mit seinen der Sowjetunion gegenüber eingegangenen Verpflichtungen Schritt gehalten, doch könne man dasselbe nicht von den USA. sagen. Die Sowjetregierung übe daher einen besonderen Druck auf Washington aus, damit Amerika den Materiallieferungen an die Sowjets künftig die Vorrangstellung einräume. Das Pro­blem werde jedoch dadurch besonders verwickelt, daß die Liste der von der Sowjetunion dringend benötigten Güter von Tag zu Tag länger werde.

Der LondonerDaily Herold" kündigt neue Einschrän- kungsmahnahmen auf dem Gebiet der Ernährung an und

erklärt, schon die Tatsache, daß die Sowjets ihre wichtigste Ernährungsgrundlage verloren hätten, verschlechtere die Verjor- gungsaussichten Englands. Der Handelsminister Hugh Talton gab am Dienstag im Unterhaus bekannt, daß man große Mengen von Kleidungsstücken, medizinischen Erzeug­nissen und anderen notwendigen Bedarfsgegenständen nach der Sowjetunion schicken müsse. Alle derartige Hilfe müsse aus den Vorräten, die für die britische Zivilbevölkerung zurück- gelegt waren, entnommen werden.

In letzter Zeit mehren sich die Aufrufe und Mahnungen an die Belegschaften der den Sowjets noch verbliebenen Kohlen­gruben, diezur unbedingt erforderlichen starken Produk­tiv n s st e i g e r u n g" anfeuern. Zwischen den Zeilen geht aus diesen Ausrufen deutlich hervor, wie stark die Moskauer Macht­haber und vor allem die sowjetische Rüstungsindustrie den Wegfall der für die gesamte Sowjetwirtschast lebensnotwendigen Kohlen­zentren wie des Donezbeckens spüren. Sogar die alten bereits aus­gedienten Grubenarbeiter werden gelungen, die llntertogearbeit auf den Gruben und in Flözen wieder aufzunehmen.