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Nummer 238

Samstag/Sonntag, 102/11. Oktober 1942

90. Jahrgang

Wieder IM000 BIT, versenkt 1

An der Westküste Afrikas, vor Kapstadt, vor der südamerikanischen Küste, im St.Lorenz-Golf und im Nordatlantik

22 Feindschiffe vernichtet

Darunter ein Kühlschisf von 15 000 BRT.

Sus dem Führerhauptquartier, 10. Okt. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche Unterseeboot« haben den britisch-amerikanischen Schiffsverkehr uor Südafrika schwer getroffen. Sie versenkten unmittelbar vor dem Hafen von Kapstadt in schlagartigen Überraschungsangriffen 12 Handelsschiffe mit zusammen 74 000 BRT. i Andere Unterseeboote versenkten an der Westküste

Afrikas vor dem britisch-amerikanischen Flottenstützpunkt Free­town, vor der s L d a m e r i k a n i s ch t n Küste, im St. Lo­re n z - G » l f uud bei schwerem Sturm im Nordatlantik 10 Schiffs mit 67000 BRT. Darunter befand sich das 15 000 BRT. große britisch« Kühlschiff »Sndalucia Star*, das mit «inet Ladung von hochwertigen Lebensmitteln, vor allem Gefrier­fleisch, nach England bestimmt war.

Damit haben unser« Unterseeboote abermals aus weit ver­zweigten Kriegsschauplätze» 22 Schiffe mit 141 0 00 BRT. versenkt.

Verstärkte deutsche Aktivität

Angriffe an allen Teilen der Ostfront führten zu wichtigen Frontverbesserungen

• Berlin. 10 Okt. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schrntleitung.) An der Ostfront stand die nunmehr ab­laufende Woche im Zeichen einer verstärkten deut- Heit Aktivität., Bon der Kandalakscha-Bucht, also vom Weißen Meer bis zum Terek wurden an den verschie­densten Stellen der Front Angriffe durch die deutschen und die verbündeten Truppen vorgetragen. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Wochen sprechen die Berichte des OKW. kaum.noch von stärkeren sowjetischen Angriffen. 1 Moskau ""t offenbar eingesehen. daß es mit allen.Angriffen, an welcher Stelle der Front sie auch immer versucht werden, kemen Erfolg bat und daß alle diese Angriffe nicht die im Sudabschnrtt kämpfenden sowjetischen Truppen zu entlasten vermögen. Dort aber, wo die bolschewistischen Masten- a.ngriffe Einbuchtungen in der deutschen Abwehrfront zu er- zielen vermochten und dort, wo aus ähnlichen Gründen eine Verbesserung der Linienführung zweckmäßig erschien, ist der deutsche Soldat zum Angriff angetreten und hat üderall die befohlenen Ziele erreicht. So find an verschiedenen Stellen Frontverbesserungen erzielt worden, die nch in der fqmmenben Zeit als nutzbringend erweisen werden. Wenn im OKW.-Bericht festgestellt wird, daß bei den Kämpfen südöstlich des Jlmen-Sees fünf sowjetische Divi­sionen vernichtet wurden, so zeigt das. daß die Sowjets alle ^lsüsbaren Kräfte einsetzten, um ihre Positionen zu halten. In Waldern, an den Flüssen und in den Dörfern leistete der <ieind verbissenen Widerstand, der aber gebrochen wurde. So rourbe auch hier in mehrtägigen barten Kämpfen, wie der OKW.-Bericht feststellt, ein wichtiger Geländeabschnitt ge­wonnen. Aus den Mitteilungen des OKW. ergibt sich fernerhin, daß.auch unsere Angriffe im Raum von §.o.^u g a zu einer erheblichen Verbesserung der deutschen Linien führten. Das gleiche gilt für Unternehmungen im boh.en Norden. Insgesamt ist also sestzustellen. daß die deutichen Kräfte die schweren sowjetischen Massenangriffe ab- wehrten. ohne daß es notwendig wurde, von der Ofsensiv- front deutsche Kräfte abzuzieben. im geeigneten Augenblick

das Gesetz des Handelns an sich risien und den Angriff vor­trugen.

Der Schwerpunkt der Kämpfe liegt aber natur­gemäß weiterhin im Südabschnitt. Dort wird jetzt im Kaukatus in zum Teil recht beträchtlichen Höhen ge- kamvrt. Alle Schwierigkeiten des Gebirgskrieges, die auch rn den Wochen,chauen klar erkennbar sind, müsien über­wunden werden. Der kämpfenden Truppe muß beispiels- weiie der Rachichub mit Tragtierkolonnen zugeführt werden. Dabei muß man sich einmal vor Augen balten. daß der Be- eines einzigen kämpfend Sv Bataillons an einem Tag 7000 Kilo ausmacht. Trotz allem kämpfen sich auch hier unsere Truppen mejter vorwärts, auch wenn man in oen schmalen Talern und auf gänzlich unzulänglichen Wegen nur mit schmalen Angriffskolonnen vorgeben kann, die oft genug durch Bergzüge voneinander getrennt, jede für ttd) operieren müssen. Die Sowjets haben nicht zu verhin­dern vermocht. daß unsere Truppen nach der Überwindung des Terek nunmehr, von dem bei Mosdok geschaffenen Brückenkopf hinaus in das Erdölgebiet von Mosdok vorgenoßen sind, das dem Erdölgebiet von Eroßnji benach­bart ut und daß auch an anderen Stellen Fortschritte er­zielt wurden.

Kein Wunder, wenn bei dieser Gesamtlage das Thema der z w e i t e n F r o n t nicht zur Ruhe kommt. Aber so sehr Stalin, auch drängt, man bleibt in London und Washington whl bis ans Herz. Roch einmal wird die ..New Bork Times ganz deutlich. Sie meint nämlich in bezug auf die Forderungen Stalins, daß die Selbsterhaltung nicht nur oberstes Gesetz für Moskau sei. Die reine Selb ster- balrung schreibe den Amerikanern und Engländern vor. nicht eine halbe Million Menschenleben vergebens dafür zu opfern, daß man in den USA. und in England den Vertei­digern Stalingrads Bewunderung zolle. Das ist eine neue deutliche Absage an Herrn Stalin, der nun auch langsam begreifen dürfte, was von Rooseveltschen und Churchillschen Versprechungen zu balten ist.

Glückwunschtelegramm des Führers zum chinesischen Nationaltag

Aus dem Fühtethauptquattiet 9. Öft. Der Führer Haiv dem Präsidenten der chinesischen National-Regierung, Wang E h i n y - w « i, zum chinesischen Rationaltag am 10. Oktober mit emem tu herzlichen Worten gehaltenen Telegramm feine Glück­wünsche übermittelt.

Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten für Major Graf

Bom Führer persönlich überreicht

Aus dem Fllhrerhauptquartier, 9. Okt. Der Führer hat dem Staffelkapitän in einem Jagdgeschwader Major Hermann Eros, die ihm als fünftem deutschen Soldaten verliehene höchste deutsche Tapferkeitsauszeichnung, das Eichenlaub mit Schwertern und Brillanten zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, prrsön- l,ch überreicht.

Neue Ritterkreuzträger

Berlin 9. Okt. Der Fihhrer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an:

Major Günther S ch e m m e l, Bataillons-Kommandeur in emem Panzer - Grenadier - Regiment, Oberfeldwebel Gustav „ r,u * em eiet, Zugführer in einem Gebirgs-Panzer-Bataillon, Unteroffizier ^»fef Schwertherr, Gruppenführer in einem Infanterie-Regiment.

_ Der Führer verlieh auf Vorschlag des Ob-rbesehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant L o r n s ch e i n , Fluazeua- sührer nt einem Kampfgeschwader.

Großadmiral Raeder, beglückwünscht Grossi

Berlin, 9. Okt. Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, übermittelte anläßlich der Versenkung eines amerikanischen Schlachtschiffes der .,Misfisfippi"-Klasse durch das Unter,eeboot unter Führung des Kapitäns zur See E r o s s i an den Unterstaatssekreiär der Kgl. italienischen Marine, Admiral Riccardi, nachstehendes Glückwunschtelegramm,

„Zu dem großartigen Erfolg, den die Kgl. italienische Marine durch die Versenkung des amerikanischen Schlachtschiffes der „Mis,issippi"-Klaste errungen hat, übermittele ich in aufrichtiger Bewunderung der heldenhaften Leistung des Kapitäns zur See

Erosfi meine und der deutschen Kriegsmarine herzlichen Glück­wünsche. In kameradschaftlicher Verbundenheit Ew Exzellenz ergebener Raeder, Großadmiral."

Der siegreiche llnterseebootkommandant, Kapitän z. S. Enzo Grossi, erhielt folgendes Glückwunschtelegramm,

„Zu dem erneuten Erfolg, den Sie in heldenhaftem Einsatz errungen haben, und zur Verleihung des Ritterkreuzes übermittle tch meine und der deMschen Kriegsmarine herzlichen Glückwünsche.

Raeder, Großadmiral."

satter mehr dieser Art

Englische Nahrungssorgen

Bor einer einschneidenden Kürzung der Rationen

Lipabon, 9. Okt. „Die Engländer sehen in diesem Winter einet drastischen Rahrungsmittelkürzung ent­gegen um Schiffsraum einzusparen", heißt es in einem aus Eng­land datierten Artikel in der in Montreal (Kanada) erscheinen­den Zeitschrift „Standard" vorn 29. August. England wird in den vierten Kriegswinter mit bedeutend kleineren Rationen als led- ®a6r S°hen. Fleisch, Eier, Butter Kochfette, Käse, Linsen und Reis werden nicht mehr in denselben Mengen wie bisher zur Verfügung stehen. Sobald der augenblickliche Vorrat aufge- zehrt ist, wird es auch keine kondensierte Milch und keine ge­trocknete und eingemachten Früchte mehr geben. Das importierte Fleijch wird fast vollständig aus getrockneten und knochenlosen Fleischarten bestehen. Der englische Landwirtschaftsminister hat zur gleichen Zeit eine weitere Beschneidung in der Aufzucht von Schweinen und Geflügel angeordnet. Rach dem 1. Oktober wird der großen Mehrheit der Engländer nur noch Eipulver zugewiesen Siebenhundert Millionen Eier werden in diesem Jahre dadurch verloren gehen, daß die kleinen Geflügelzüchter kein Fi " erhalten, Reis, Spaghetti und andere Nahrungsmittel werden bi» zum Winter verschwunden sein. Es wird daher der großen Einfallsgabe der Hausfrauen bedürfen, um ein Esten zuzu-

Abschließend wird in dem Artikel festgestellt, daß das Stu­dium der englischen Rationen di« Am«rikaner davon überzeugen inuste daß dr« Leute in England nicht mehr genügend zu essen Haven.

Gerade von englischer Seite ist immer wieder auf die angeb­lich mangelhafte Ernährung in Deutschland hingewiesen worden und im Zusammenhang damit wurden auf den „General Hunger" größte Hoffnungen gesetzt. Run muß England in Auswirkung bcs erfolgreichen ll-Boot-Krieges mit einer einschneidenden Kür­zung der Lebensmittelrationen zum Winter rechnen, während die deutsche Bevölkerung mit erhöhten Rationen in den Winter geht.

An der Wende

Von Fritz Günther

Eine englische Zeitung bat kürzlich das Jahr 1942. von dem man in London noch im Frühjahr der Überzeugung mar. daß es den „Alliierten" endlich die fehnlichft erwarteten Erfolge bringen würde, als das Jahr der verpaßten Gelegenheiten bezeichnet. Es wird damit zum min- M.en unterstellt, daß zur Verwirklichung von strategischen Wünschen und Hoffnungen Gelegenheiten vorhanden waren, die aus irgend welchen Gründen nicht ausgenutzt wurden. Wann und wo solche Möglichkeiten bestanden hätten, ist uns in Anbetracht der militärischen Situation, die auf allen Kriegsschauplätzen eine haushohe Überlegenheit der Dreier- vaktmachte erkennen läßt, unerfindlich. Wo auch immer strategische Operationen von Bedeutung den Verlauf des Krieges bisher und auch in diesem Jahre bestimmten, immer lag das Gesetz des Handelns bei den Achsenmächten und ihren Verbündeten. Das gilt besonders von den Kämpfen an der O st f r o n t. wo die deutsche Wehrmacht ge­meinsam mit den Soldaten der Verbündeten nach einem Winter, der an Härte und Dauer alle seine Vorgänger übertraf, den Feind mit wuchtigen Schlägen bis an die Wolga zurücktrieb, gewaltige Gebiete diesseits und jenseits des Don. sowie im Kaukasus eroberte, die für den Feind den Ausfall wichtigster Nahrungsauellen und Produktions­statten bedeutet. Das gilt aber auch für den Kampf in Afrika, wo mit der Eroberung Tobruks die ganze Cvre- naika befreit und der Vorstoß Rommels bis tief in das von den Briten drangsalierte Ägypten hinein erfolgte, und das gilt vor allem auch für die Schlacht auiden Meeren, wo. die. U-Boote der Achsenmächte trotz der Herbststürme weiterhin am Feind bleiben, durch Zertrümmerung stark ge­sicherter Eeleitzüge seinen Schiffsraum dezimieren und seinen Kriegsfahrzeugen immer wieder schwersten Schaden zufügen. Das gilt aber nicht minder für den Kriegsschauplatz Ostasien. auf dem die Soldaten des Tenno und die lavanischen Seestreitkräfte die den angelsächsischen Gewalt­herrschern entrißenen Positionen fest in der Hand halten und nach dem Wiederaufbau der eroberten Gebiete bereits für die Kriegführung der Dreierpaktmächte nutzbar machten.

. Noch am 18. Juli prophezeite der britische Produktions- Minister Oliver Lyttelton den „Vereinigten Nationen", daß mir noch 80 kritische Tage beoorständen und dann die de zugunsten der „Alliierten" eintreten würde. Diese <yrtrt nt Bereits überschritten und nichts deutet darauf hin. daß die von Lyttelton. erwartete Wende eintreten könnte.

t Eegenteil. die kritische Lage des Gegners bat sich noch erheblich verschärft und Stalins verzweifelter S O S. - R u f läßt keinen Irrtum darüber aufkommen, daß er mit der zögernden Haltung seiner Bündnispartner höchst unzufrieden ist. Er wandte sich deshalb mit seiner Forde- derung nach sofortiger Errichtung einer zweiten Front dies- mal auch unmittelbar an das englische und amerikanische Volk..dem. das so verderbliche Gedankengut des Bolschcwis- mus inzwischen von den Moskauer Sendboten auf mannig­fache Art nahe gebracht wurde. Daß Stalin feine Hoffnun­gen auf einen Erfolg der Sowjet-Strategie aufgegeben hat und nach dem Ausfall seiner ertragreichsten Gebiete sich vor e r n e m f ch w e r e n Winter ohne Rohstoffe, ohne Öl und ohne Nahrungsmittel für die Maste der Bevölkerung sieht, beweist auch sein neuer Bfutbefebl zur Aufrechterhaltung der Dnzivlin hinter der Front. Was nutzen aber alle ulti- matiM Forderungen, wenn weder London noch Washington die Möglichkeit und wahrscheinlich auch gar nicht ernsthaft den Willen haben, die immer wieder versprochene Hilfe wirksam werden ju lasten.

Für die Bildung einer zweiten Front, die erheb­lich über den „ermunternden" Landungsverfuch bei Dieppe hinausgehen müßte fehlen neben dem Mut zu einer solchen Aktion auch die Schiffe und das Material. Für eine wirksame Materialhilfe, die den Ausfall der fowjetischen Produktion ersetzen konnte und heute nicht nur Waffen und Munition sondern auch Lebensrnittel und Treibstoff in größerem Umfange enthalten mußte, aber fehlen nicht nur Schiffe. Mit dem Eintritt des Winters frieren das Weibe Meer und der an ihm gelegene Hafen Archangelsk bekannt- lich. zu. Murmanik und der Schiffahrtsweg zu diesem Hafen aber liegt unter der Kontrolle unserer Aufklärungs-' f lug zeuge und der vernichtenden Aufmerksamkeit unserer U-Boote. Von cuben her. über Basra und Iran, könnte eine wirksame Hilfe schon wegen der schwierigen «n5»011”«J6oItniHe und des langen Weges nicht an den Bundesgenosten herangebracht werden. Dieser Norden ist aber nach dem Vordringen unserer S’? " Ualga so gut wie völlig abgeschnitten.

eU6.*en:«®“!Ten^-e0s.cn bwies Sommers ist bis bol- Kpemutnaie Kampfkraft auf das Härteste getroffen und die Sowietfront in zwei Teile zerrissen worden ?->'f^rzweifelten. Versuche der Bolschewisten. Stalingrad zu 0er^ -Mt über die Bedeutung hinaus, die diese Stadt, militärisch geiehen. als stark ausgebaute Festung und Widerstandszentrum hat. Ihr Verlust bedeutet auch den endgültigen Verzicht auf die Verbindung mit den im Kau- s!"/ 'tehenden Truppen unb barnit bei, Verzicht auf bie tn 0eM.ostener Front Damit aber schwinbet lebe Hoffnung auf eine Wiebereroberung ber verlorenen (DCDiete.

^eIdi.e JBebeutuno bet Verlust ber Ukraine, bes Donez- unb Donbeckens, bes Kubangebietes ünb wertvoller öl- sentren im Kaukasus für bie zukünftige Kampfkraft bes Bol- schewismus haben, bas erkennt man letzt auch im Laaer bet aeinbe mit erichreckenber Deutlichkeit. Wenn bähet der ebe- malige britische Kriegsministet Höre Beiisha in einer orgen- nntk6en Zeitung ichreibt. man müsse baran erinnern baß allein b,e in ber Sowietumon von ben beutschen truppen belebten. Gebiete ber Gesamtfläche von Deutschland. Italien Frankreich und den Niederlanden gleichkomme und Deutschland