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Wiesbadener Tagblatt

Freitag, 3. Oktober 1S4L

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>wehi versenkt und zwei Schiffe torpediert, des sofort einsetzenden Abdrängens nicht

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Lüderov einmal

einmal darüber

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(Fortsetzung folgt.)

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von dies zum

Sie batte nichts gegen Gerd Lüderov. und einer der Insel würde ihr Mann werden. Sie nutete, baß von Anfang an beschlossen war. Aber beute trat es erstenmal an sie hdran und die Unruhe zog in ihr Herz.

Petersen lächelte sparsam: ..Später bessern sie sich, das liegt nur. an dir. Aber der Kern ist gut. Ich bin in meiner Jugendzeit auch keiner von den Stillen gewesen. Das bringt der harte Beruf so mit sich."

..Ja. Großvater."

. . ..Nun, es eilt nicht so sehr mein Kind. Ich lebe noch einige Jahre. Mein Vater ist 87 Jahre alt geworden und der Großvater sogar 91. Langes Leben liegt bei uns in der Familie."

Nur die Frauen werden nicht alt auf der Insel, wollte Maike binzufügen, aber sie unterließ es. Mit 40. 50 Jahren starben die meisten. Vielleicht tarn* es von dem ewigen Sehnen nach den Männern und Söbnen. die ibr Leben lang auf der See waren.

Das Turmluk ist zu, das Boot rauscht in die Tiefe. Drei Stun­den lang kracht es. Dann aber wandert das metallische Krachen langsam achtern aus . . .

Mit heilem Boot kehren sie in den Stützpunkt zurück. Nur der Turm ist arg mitgenommen. Dieser Schaden wird schnell beseitigt werden. Was viel wichtiger ist, drückt sich jetzt in der Meldung des Kommandanten an den Flottillenchef aus: denn vier Wimpel flattern am Sehrohr! Zwei Dampfer haben sie auf ihrer ersten Fahrt trotz stärkster Abwehr versenkt und zwei '*.....

deren Sinken wegen 1:

zum Mann nehmen würdest. Hast du schon nachgedacht?"

..Nein, Großvater."

..Aber du kennst ibn doch?"

..Ja. Großvater."

Und er gefällt dir wohl?"

Er ist wie alle andern. Großvater.

wilde Jungen."

panzer für das Sehrohr. Verkohlte Holzsplitter fallen mit in den Turm hinein, in dem dicker Pulverqualm steht.

beobachtet werden könnte.

Auf den Gesichtern der Männer steht wieder das Leuchten. Das ist der junge Nachwuchs der^deutschen ll-Boot-Wasse!

riß das Ruder io scharf herum, daß dieCav Horn" einen ^Dfe'Maschne kreischte schrill'die Kolben klapperten wie ein Bündel loser Eisenstäbe. Erne kalte Woge flutete über das Schiff und spritzte den Männern auf der Brücke tns Ge­sicht. Aber Tede kümmerte sich nicht darum., In der Ferne war der massige schwarze Block der Insel aufgetaucht.

5. K a v i t e l.

Ole Petersen saß am Schreibtisch und.schrieb mit seiner großen steilen Handschrift an einem Aktenstück. Sein Mund war verkniffen und immer wieder packteseine Faust den Federhalter so fest, als habe er eine Wane in der Sand. Gleich nach dem Abendbrot hatte er sich hingetetzt und fett einer Stunde war es nun schon still in der kleinen Stube.

Maike, die am Ofen Über eine Stickerei gebeugt saß. blickte immer wieder zu ihrem Großvater bin. Ihr geftel es nicht, daß er heute so schweiglam und unwirsch war.

Nr. 237 Seite 3

Er stand auf und legte Maike die Hand auf das Haar. Sein Gesicht wurde milder:Es ist etwas zwischen uns. was sich nicht auslöschen läßt, mein Kind. Wir wollen nicht darüber reden. Wie ich es bestimmt habe, ist es schon richtig. Und ich würde mich freuen, wenn du Gerd V

Ole Petersen hatte seine Pfeife angezündet und rauchte schweigend vor sich bin. Maike beugte sich wieder über ' Stickerei, aber es fröstelte sie.

Heldentum, von dem nur selten gesprochen wird

Die Tätigkeit »er Sicherungsstreitkräfte der Kriegsmarine

Wegbereiter Horst Wessel

Zum 9. Oktober

Das herrliche Gefüge der deutschen Volksgemeinschaft ist nicht vom Himmel gefallen; es ist mit harten Opfern an Gut und Blut zusammengeschmiedet worden. Der Aufstieg des Volkes aus der Nacht der äußeren Knechtschaft von Versailles und aus dem Trümmerfeld der inneren Zerrissenheit findet in dem siegreichen Kampf utfl eine gerechte Neuordnug der Welt feine heroische Fest­setzung. Front und Heimat sind durch das unteilbare Bewußtsein des gemeinsamen Willens verbunden; die Taten unserer Wehr­macht glänzen neben den Leistungen der Männer und Frauen in den Industrien der Städte und aus den Ackern der Landbezirke. Jeder tut treu und hingebungsvoll, was die Nation von ihm er­wartet. In dem Schicksalslampf. unseres Volkes ist die Größe der Einzelausgabe völlig unabhängig von den einstigen Privilegien der Geburt, des Standes und des Vermögens; der heldenhafte Ge­freite trägt genau das gleiche Ritterkreuz wie der schlachten­gewinnende Führer einer Armee; der Bauer und der Werkmeister trägt da« gleiche Ritterkreuz wie der Admiral, der für die Aus­rüstung eines ganzen Wchrmachtsteiles verantwortlich ist. Es ist nur eines entscheidend: d-er Wert der einzelnen Tat für die Gemeinschaft. Unter den Kämpfern, die als Weg­bereiter dieser neuen Zeit und ihrer neuen Gesetze m die Geschichte eingegangen sind, lebt Horst Wessel (geboren am 9. Oktober 1907) in unserem Bewußtsein, Er ist schon längst zu einer geschichtlichen Gestalt geworden, und doch gehört er zu der Generation der Heutigen. Seine Altersgefährten, die Fünfund­dreißigjährigen, führen an der Front die Waffen und in der. Heimat die Maschinen. Viele Männer seines Jahrgangs haben, wie er, int Kampf für Deutschland ihr Leben hingegeben.. Es sind ja auch kaum zwanzig Jahre her, seit dieser Pfarrerssohn und Korpsstudent sein Schicksal mit dem Schicksal der Arbeiter verbau» und damit als einer der ersten bewußt den Weg der, Verbrüderung all-r Deutschen beschritt. Er, der Jurist, reichte ferne Hand dem Kameraden atfs dem Betrieb und dem damals hoffnungslos Über­zähligen. dessen Legitimation die Stempelkarte war. Horst Weffek wußte, daß sich riesenhafte Hindernisie auf seinem Wege und auf dem Wege seiner Kameraden auftun würden, daß nur Schrrtt für Schritt Boden gewonnen werden konnte. Aber eine grenzenlose Verehrung für den Führer und ein unbeugsamer Wille ließen ihn den Kampf aufnehmen und führen, allen Gewalten und Wider­ständen zum Trotz. Die Hindernisse waren stärker als der junge Kämpfer aber den Vormarsch der großen Idee, für die Horst Wessel sein Leben lassen mußte, konnten sie doch nicht aufhalten. Von einer Kugel eines Mordbuben getroffen, fiel der junge Sturmführer Sein Tod war für seine Kameraden das Fanal zu einem noch stärkeren Kampf, der schließlich zum Siege führte. Die Volksgemeinschaft ist zur Tatsache geworden, Horst Weffel, der für sie kämpfte und starb, lebt in uns, obgleich ihn das Grab um- schlossen hat, denn er war ein Bannerträger unserer Freiheit.

Maike seufzte leicht und zog Faden.um Faden durch dre Stickerei. Lieblich war sie anzuschauen tm gedampften Licht der Lampe. Sie wär hochgewachsen rote alle Petersens, herb und kühl war ihre Gestalt, doch ibr Antlitz. war offen, die Augen leuchteten wärmer, als es tm allgemeinen bet Peter­sens der Fall war. und wenn sie lachte, war thr Gesicht ganz voller Sonne. Sie war eine Frohnatur, ohne te leichtfertig und oberflächlich zu sein, und es war.kein Wunder, daß nd) die Norderriffer Jungmänner bald teden Tag ihretwegen prügelten, obgleich sie bisher keinem den Vorzug ge­geßen hatte.

Mit einem harten Auftrumvfen des Löschers beendete Petersen seine Schreiberei, faltete das Schriftstück sorgfältig und schloß es in ein Fach seines Sekretärs ein.

Hast du gesehen, wo ich es hingelegt habe?" fragte er, indem er sich halb nach Maike umwandte.

Was ist es denn, daß ich es unbedingt sehen muß, Großvater?"

Mein Testament", entgegnete er kurz.

Aber Großvater! Das bat doch noch Zeit!

Er schüttelte unwillig den Kopf:Alles muß feine Richtigkeit haben. Niemand weiß, wann die Stunde kommt. Du wirst meine Erbin. Das Haus, die Ersparnisse. und

DNB. Berlin, 8. Okt. Während die deutschen U-Boote in weit entfernten Seegebieten den Kampf gegen die feindliche Ver- sorgungsschifsahrt führen, versehen die S i ch e r u n g s st r e i t- krafte der Kriegsmarine einen nicht minder wichtigen und gefahrvollen Dienst. Die Einheiten der Minensnch-, Minen- räum- und Vorpostenbocte sowie die U-Boot-Jagdverbände haben die schwere Aufgabe, die Aus- und Einlaufwege der eigenen Häfen und Stützpunkte und das Küstenvorfeld für die Kriegs- und Handelsschisfahrt freizuhalten, die Schiffahrt .des Gegners zu stören und eigene Seetransporte gegen feindliche Einwirkungen zu schützen. , . v ,

Unendlich viel Kleinarbeit ist hierbei von den Slcherungs- einheiten zu leisten. Arbeit, von der nur selten gesprochen wird und die doch von höchster Bedeutung ist für den ausreichenden Schutz der Tausende von Kilometer langen Seefronten.

In tage- und wochenlangen Wachtörns stehen diese Ein­heiten im Küstenvorfeld bereit, alle Angriffe des Feindes aus der Luft und die Störversuche der feindlichen Uber- und Unter- wasierstreitkräste abzuwehren. Uber tausend abgeschosiene feind­liche Flugzeuge, Dutzende vernichteter britischer Unterseeboote und leichter und mittlerer Einheiten und zehntausende beseitigter Minen kennzeichnen den Kampfgeist der Besatzungen dieser kleinen Einheiten der deutschen Kriegsmarine. Hervorragend bewährten sie sich int Kanal und an der A t l a n t i k k ü st e , wo sie fast

D/e Onfe! der Stürme Ä.

Sicher hatten sie wieder Streit gehabt auf dem Unter­land. das war hier bei den Männern ja so üblich. Auf der Hallig Hooge. wo sie gr,ß geworden war, hatte man ruhige- gelebt, und sie sebnte sich manches Mal dahin zurück, Ab das durfte sie nickt sagen, denn ne waren neben Madel zu Hause, und sie mußte dem Großvater dankbar fern, daß er sie zu sick genommen batte als seine Tochter.

Junge U-Boot-Besatzungen am Feind

Aus 100 Meter Entfernung eröffnet der britische Zerstörer das Feuer

Vielleicht könntest du dir sogar einen neuen. Schoner kaufen, wenn wir Glück bähen, fuhr er weiter fort, den Kapitän zu bearbeiten.Verstehen tue ich die Tauckerei.

Will's mir überlegen, stieß Boll hervor und schnaufte hörbar^ hinein. Er wußte, .daß der Kapitän

sick sckon längst entschlossen hatte, und das er es letzt fein würde, der dieAarbus nicht auf dem Meeresgrund ruhen ließ. Aber ihm konnte das ja gleich fern. Auf ein paar Tauchversuche kam es ihm nickt an.

Das Feuer von Norderriff blitzte in der Ferne fckwack auf. Tede sah es sofort und hob die Arme: Da ist er endlich. Boll! Da hinten!

Was denn, zum Teufel!.

Das Feuer von Nordernn! ., Deswegen brauchst du doch nicht so. zu schreien, ahs ob die ganze Polizei von Husum hinter dir her ist. Brüllen brauchtest du erst, wenn das Feuer nicht da wäre.

Tede lächelte nut und breitete die Arme auseinander. Er warf den Kopf zurück und atmete die herbe Seeluft in tiefen Zügen ein. Gleich wurde man da fein, oetmgetebrt auf die Insel. Und alle würde man roteberleben, die.Pahls und Lüderops. die Larsens und Kroger Kuck. Und erfahren würde man. was es 'mit der Feindschaft zwucken feinem Vater und Ole Petersen auf sich hatte.

Voll störte seine Erinnerungen:Was ich noch sagen wollte. du brauchst ia nicht gleich auf der Insel davon zu sprechen, daß du nach der .Aarhus tauchen wtllsi.

Warum denn nicht?" .. ,

Wegen Ole Petersen. Der ist bestimmt dagegen.

Tede schob das Kinn vor: Mit mir soll er lieber kemen Streit anfangen. Boll. Diese ganze alberne Geschichte zwischen den Alten muß überhaupt em Ende haben.

Das ist nicht so einfach, mein Jung. Höre auf mich, sage ich dir. Besorge dir erst den Erlaubnisschein vom Lgnb- ratsamt in Husum, dann kann Ole Petersen so leicht nichts

Nun kann ick ia machen . knurrte -Lebe.Aber wenn ich tauchen will, bann tauche ick eben. Unb wenn zehn Die Petersen bagegen sinb!

Voll meckerte leise in sick hinein:Ick habs ja immer getagt, die Andergasts sind hitzige Leute, »albe Kraft, »um Teufel'" schrie er bann plötzlich ins Sprachrohr hinein und

Bei der Kriegsmarine, 8. Okt. (PK.) Trotz ungünstiger Wenerverhältnisse, die lausend die Sicht beeinträchtigen, stärkster Sicherung und Abwehr, rieben in den vergangenen Wochen im Mittel- und Nordatlantik deutsche U-Boote immer wieder britisch­amerikanische Eeleitzüge auf. Die Betonung bei diesen Erfolgsmel­dungen lag bei der Tatsache, daß junge U-Boot-Kom­mandanten hier ihre Bewährungsprobe bestanden hatten. Es waren nicht die Aste der deutschen U-Boot-Komman­danten, die auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen' in der hohen Schule des Eeleitzugkampfes ihr überlegenes Können wieder bewiesen, sondern Besatzungen, die hier ihren Kampfwert zum ersten Male auf dem Schlachtfeld zeigten. Unter schwierigen Be­dingungen kämpften jene jungen U-Boo t- Besatzungen, von denen der OKW.-Bericht erläuternd zu einer Sondermeldung sagte, daß sie bei der Aufreibung eines britischen Eeleitzuges in der härtesten Form des U-Boot-Krieges ihre Bewährungsprobe bestanden hätten. Alle brachten Erfolge von ihrer ersten Unter­nehmung mit nach Hause. Bei mehreren flatterten vier Wim­pel am Sehrohr. Mit Schneid brachen sie in die Eelestzüge »in, manövrierten geschickt die überraschend auftretenden Gefahren für das Pool aus, ertrugen mit ruhiger und gefaßter Haltung ihre erste Wasserbombenverfolgung und setzten wieder zäh und hartnäckig zum Angriff an, um die britischen Frachtschiffe zu torpedieren und zu versenken.

Eine Besatzung bestand einen besonders gefährlichen Kamps mitten im Eeleitzug mit einem englischen Zerstörer. Eine stattliche Zahl von größeren und klei'neren Einschüssen klafften im Schanz­kleid des U-Boot-Turmes. Sogar in den dicken eisernen Sehrohr­schacht waren die Geschosse noch zwei Zentimeter tief eingedrungcn. Das gleiche Bild zeigte die Oberdecksverkleidung vorn am Bug.

Schon auf dem Anmarsch hätte die britische Abwehr, bie von der Insel mit Flugzeugen startete, den Seeraum aufgeklärt, und die in diesen Gewässern sichernden Zerstörer, ll-2äger und Kor­vetten hattenU . . . einen heißen Empfang bereitet.

Um 3 Uhr nachts tauchten drei Schatten auf, die gestoppt bei­einander lagen, aber den losgemachten Aal bemerkten und ihn ausmanövrierten. Am nächsten Morgen brachte bi'e an der Kimm heraufkriechende Dämmerung einen Eeleitzug, der auf Südkurs lief. Das Boot ging näher ran. Da lichtete sich überraschend der Morgennebel, und in fünf Meilen Entfernung preschten zwei Zer­störer heran. Rum das Boot und mit AK. weg! Zwei Stunden dauerte die Jagd. Eine 500 Meter dicke Regenwand schüttelte den einen der Zerstörer ab. Kurz darauf gab auch der andere die Verfolgung auf.

In der Nacht legte der Funkmaat dem Kommandanten einen Funkspruch vor. Ein Eeleitzug wurde gemeldet. Der Obersteuer­mann mußte mit der Karte kommen. Die Entfernung wurde mit dem Zirkel abgesteckt. Weit über 100 Seemeilen sind bis zur gemeldeten Position zurückzulegen. Mit hoher Fahrt wurde auf diesen Punkt zugelaufen ' Am nächsten Mittag kommen die ersten Masten in Sicht.

Es ist eine helle Mondnacht.Gustav schaut mit biederem Lächeln vom dunklen, sternenübersäten Firmament auf die 20 Dampfer herab, zwischen denen vier oder fünf Korvetten und, nach Steuerbord und Backbord rausgesetzt, Zerstörer sichern. Er. scheint den geheimen Wunsch des Kommandanten erraten zu haben und zieht eine finstere Wolke vor sein helles Gesicht. Eine günstige Schußstellung bietet sich. Fünf Dampfer kommen in guter Lage heran. Die Torpedowaffe ist schon längst klar. Die Mllndungs- klappen stehen auf. Entfernung und Tieseneinstellung für die Aale werden ins Boot hinuntergerusen. Der Vorhaltrechner im Turm gibt seine Ergebnisse Über die Lautsprecheranlage an den Mechani- kermaat. Alles ist klar zum Schuß. Der Torpedooffizier steht geduckt hinter seiner Zieloptik. 110 . . ., 105 . , 98 . . . Grad, kommt

es gleichmäßig über seine Lippen. Viermal schüttelt sich das Boot, vier Alle laufen . . .

Dar Kommandant läßt Hast-Ruder legen. Das Boot dreht ab, um aus dem Heckrohr auf den fünften Dampfer einen Aal los­zumachen. Gerade ist dasLooooos! gefallen, da blitzt es drüben auf. Die erste Detonation brüllt herüber. Einen 5 00 0 Tan­ner h a t es getroffen. Wieder zwei Detonationen, eine Feuersäule schießt hoch. Der zweite und dritte Aal haben denselben Frachter vernichtend getroffen. Er bricht auseinander und versinkt. Kurz darauf blitzt es auf einem anderen 5000-Tonner auf und wieder hallt eine'mächtige Detonation über das Wasser. Unten tm Boot ist klar dasBang, der Unterwasserschall des detonierten Aals, zu hören gewesen.

Mit einem Schlag ist es plötzlich diesig und eine Viertel­stunde später verschlingt der zähe Brei dichten Nebels alles. Es ist zum Kotzen, nichts ist mehr zu sehen. Unten im Boot schaukelt an der Eleitschiene ein neuer Aal an. Die Männer wuchten ihn mit FlaschenzLgen und dicken Tampen ins leere Rohr.

An Obersteuermann! Wo muß der Eeleitzug jetzt stehen?" Der Kommandant muß nach den bisherigen Kopplungen operieren. Es klappt. Nach wenigen Minuten hat er wieder Fühlung. Genau voraus liegt ein prächtiger Tanker. Wenn die da unten doch bloß bald den Aal ins Rohr gebracht hätten! Der Kommandant wartet ungeduldig auf die Meldung, daß ein Rohr wieder klar zum Schuß ist. Eine besiere Position kann er sich gar nicht wünschen. Er braucht nur etwas zu drehen, um zum sicheren Schuß zu kommen.

Zerstörer von achtern! Die dunklen Umrisie eines Zerstörers wachsen mit hoher Fahrt aus der Nebelwand heraus. Verfluchter Saukram! Jetzt muß der fette Tanker fahrengelassen werden.

Beide Maschinen AK. voraus!" Eine wilde Jagd beginnt.

Tag über Tag unb Nacht für Nacht mit ben feinblichen Einheiten in Berührung kommen unb wo oft genug der Kampf auf kürzeste Entfernung bis zur Anwendung der Handwaffen oder gar im Rammstoß ausgetragen wird.

Bei der Eroberung des wichtigen Hafens von Tobruk, bei der , Eeleitzugsicherung im Mittelmeer und bei der Erkundung und Abwehr des großangelegten britischen Landungsversuchs bei Dieppe leisteten deutsche Sicherungsstreitkräfte wertvollste Unter­stützung. Im Kanal versenkten sie außerdem allein im Oktober im Kampf mit feindlichen leichten Seestreitkräften bisher bereits sechs britische Schnellboote unb beschöbigten zwei weitere britische Boote schwer.

Ein neues Verräterkabinett in Irak

Istanbul, 9. Okt. Da bie Snglänber in Irak keinen anberen Politiker finben, ber ihre Interessen so willfährig vertritt wie ber Verräter seines Volkes Nuri Es Saib. bat biefer auch wieder ein neues Kabinett gebilbet. Nackbem bie bisherige Regierung unter bem Druck ber burck bie britische Besetzung entstanbenen Sckroierigkeiten auseinanber- gebrochen war. hat Nuri Es Saib nun doch einige Männer gefunden, die sich für englisches Geld bereit erklärten, die offenstehenden Ministervosten zu besetzen.

von der ..Mitternacht" gehört mir noch die Hälfte. Es siebt alles zu Pavier. Unb nach meinem Tode übernimmt Gerd Lüderov das Kommando. Er bat das Patent und ist ein heller Kopf.

Maike sah mit großen Augen zu ihrem Großvater bin: Aber sie lagen doch auf ber Insel, baß Tebe Anbergasi zu­rückkommt?

Ole Petersen ballte die Faust:Er bat kein Anrecht auf bas Kommanbo, nachbem er sick zehn Jahre lang nickt um die Insel gekümmert und in aller Herren Ländern berum­getrieben bat!

Maikes Gesickt wurde traurig:Könnte biefer Streit zwischen euch benn nickt einmal begraben werben?"

Nie!" stieß Ole Petersen hervor.Nie!"

Alle Zacks und Manöver, die der Kommandant versucht, um den Zerstörer abzuschütteln, bleiben erfolglos. 700 Meter beträgt der Abstand nur noch. Die Brückenwachen hat der Kommandant vor­sorglich nach unten geschickt, damit das Boot bei größerer Gefahr sofort tauchklar ist. In der Zentrale sind die Tiesensteuer besetzt. Der LJ. wartet auf den Befehl zum Fluten. Die heruntersausenden Ausgucks hatten ihm in hastigen Worten berichtet, wo oben anliegt. Mit großem Schnauzbart kommt der Zerstörer näher. Jetzt sind es nur noch 600 .. . 500 Meter.Alärm! Während der Kommandant das Turmluk schließt, reißen die Zentralgäste be­reits die Flutventile auf. Zischend strömt die Luft aus den Tauch­tanks und rauschend stürzt das Master herein. Das, Fauchen der Diesel ist verstummt, das Singen der E-Maschinen löst sie ab. Die Männer arbeiten prächtig, keiner dreht durch. Jeder Handgriff wird ruhig und überlegt ausgeführt. Der Tiesenanzeiger hat einen halben Kreislauf vollendet.

Krach bang! Krach bang! Krach - bang!" donnert es los. Das Boot erbebt und zittert unter den harten Schlägen der Wasserbomben. Auch die nächsten liegen gut. Aber Gott sei Dank gibt es keine Ausfälle. Bei jedem neuen Krachen ducken sich die Männer zusammen. l*/t Stunden tobt dieser Hexentanz der Ge­räusche. Dann meldet endlich der Funkmaat vom Horchgerät:Zer­störeigeräusch wird leiser . . . entfernt sich . . . ist kaum noch zu hören!"

Der Kommandant wartet noch eine halbe Stunde, dann läßt er anblasen. Oben liegt pottdicker Nebel. Die Sicht beträgt kaum 100 Meter. Vom Zerstörer ist nichts mehr zu sehen.

Das Suchen beginnt von neuem. Eintönig röhren die Diesel. In diesen gleichmäßigen Rhpthmus der Geräusche platzt die Mel­dung:Langer Schatten in 60 Grad!" Langgestreckt hebt sich steuer­bord querab ein Schiffsschatten aus dem Nebel. Sollte das der Tanker fein: Rum das Boot und ran!

Freude keimt auf, vielleicht den fetten Brocken wieder erwischt zu haben . . . Nein, die Freude schlügt sofort wieder in em un­erwartetes Erschrecken um. Der Schatten nimmt eine gefürchtete Form an, die schmal und gedrungen ist, einen niedrigen Schorn­stein und dünnen Mast trägt. Zerstörer!

Hart Steuerbord!", das Boot dreht ab. Die Diesel fauchen in schnellerem Schwung ihrer Kolben auf. Eine verflucht kritische Lage Da; Boot war bereits so dicht heran, datz .es jetzt im Ab­drehen beb der hohen Fahrtstufe mit hoher Annäherungsgeschwm- digkeit quer zum Zerstörer herankommt. Irrsinnig schnell geht das alles. Hätte der Kommandant nicht rechtzeitig hart Ruder legen und beide Maschinen mit äußerster Kräft anspnsigen lagen, so wäre höchstwahrscheinlich der Rammstotz unvermeidlich gewesen. Kaum 100 Meter beträgt die Entfernung.

Da liegt der Zerstörer in seiner schlanken Form! Er macht kaum Fahrt. Die Männer auf der Brücke fühlen ihr Herz m den Schläfen pochen. Der Schreck ist ihnen in die Glieder gefahren. Wird es noch einmal gut gehen? Sie sehen kaum einen Ausweg. Wenigstens halten sie sich slar, jeden Augenblick nach unten flitzen zu können.

Boutz!" brüllt drüben ein Geschütz auf. Em.gewaltiger roter Feuerschein durchdringt den Nebel mit gespenstischer <yan>e. Em wilder Feuerzauber beginnt. Der Kommandant brüllt sein Alarm!" dazwischen. Die vier Ausgucks drängeln sich um das enge Turmluk. Sie wissen, auf Bruchteile von Sekunden kommt es jetzt an. Jeden Augenblick kann ein vernichtender Treffer erfolgen.

Die Eeschoste pfeifen um den Turm, durchschlagen die Ver­kleidung, reißen die Holzverkleidung der Innenseite auf. Mit einem schnellen Blick effatzt der Kommandant beim Einsteigen noch, wie der Zerstörer langlam anfängt, Backbord achterlich zu werden. Gerade in döm Augenblick, als t das Turmluk zum Schließen herunterschwingen will, schlägt eme neue Salve in den Turm. Tief wühlen sich die Eeschoste in den dicken eisernen Schutz-