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Wiesbadener Tagbla

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Nummer 237

Freitag, 9. Oktober 1942

90. Jahrgang

Wirrwarr im gegnerischen Lager

Der Zweck des Gegenzuges

Von Wilhelm Ackermann

Das USA-Volk ist mit Roosevelts Cliquen- und Vetternwirtschaft unzufrieden

as. SerNn. 9. Skt. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Echriitleitung.) Im gegnerischen Lager herrscht zur Zeit, ausgelöst durch die Stalinschen Hilferufe und die Unmög­lichkeit ihnen zu entsprechen, eine starke Gereiztheit und Nervosität. Man muh ieststellen. dah der Krieg doch ganz anders verlaufen ist. als man sich das gedacht hatte und man übt nun an der eigenen Regiemng. K r i t i k. Ts wäre falsch, daraus allzu weitgehende Schlüsse.zu ziehen. Vor allem darf man nickt übersehen, dah alle diese Kritiker ihre Regierungen zu größeren Kriegsanstrengungen veranlassen wollen. Gerade deshalb erfolgt der offene Hinweis auf mancherlei Mißstände, deren Beseitigung die Kritiker fordern, weil durch den gegenwärtig herrsckenden Wirrwarr die Kriegsanstrengungen ungünstig beeinflußt werden.

Unter diesem Gesichtspunkt muh man auch die Kritik be­trachten. die gegenwärtig in den USA. an Roosevelt ge- Lbt wird. Sie tritt wohl am stärksten tn einem offenen Brief zutage, den die Zeitschrift „Fortune" veröffentlicht. Hier wird auf die grohe Enttäuschung hrngewlesen. die in den USA. über den amerikanischen Kriegsavvarat herrscht. ..Diese Enttäuschung", so beißt es dann. ..wird noch einmal eine politische E x v l,o s i o n in den USA. auslösen. Sie mag sich früher oder später ereignen, doch ist es nur gut. daß sie sich ereignet." Roosevelt wird dann ge­sagt. dah sich diese Explosion gegen ihn.richten konnte und er wird dringend aufgefordert, die unfähigen Manner in »feinem Verwaltungsavvarat zu entfernen, denn die Unfahig- V Mit der gegenwärtigen US.-amerikanischen Regierung sei ^-Dmmelschreiend. Zu ähnlichen Schlüssen hinsichtlich der lln- » -Fähigkeit kommt auch die Zeitschrift „Time", die darüber klagt, dah die USA. sich noch immer in der Defensive be­fänden und daß sie auch nicht einmal als Arsenal der Demo­kratien bezeichnet werden könnte, da sie nicht in der Lage.iei, den Verbündeten die von diesen dringend benötigten Waffen tu liefern. „

Auch der Senator Bvrd wird überaus deutlich, wenn

er in einem Zeitschriftenartikel Roosevelt Verschwendung und Korruption oorwirft. Byrd ist Vorsitzender des Aus­schusses für die Einschränkung nichtkriegswichtiger Bundes­ausgaben. Dieser Ausschuß habe Einsparungen in Höhe von über einer Milliarde Dollar vorgeschlagen. Er sei aber überall auf Widerstand gestoßen, vor allem versuchten die Beamten, die etwa auf nichtkriegswicktigen Posten abgebaut werden sollten, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dah man den Krieg verlieren würde, wenn man ihren Posten kassiere. Es werden dann zahlreiche Beispiele für die Ver­schwendung von Steuergeldern angeiühri. So würden Steuergelder für Musikkapellen verschwendet, die zur Hebung der Kriegsstimmung beitragen sollten. Der Roosevelt- Regierung wird sehr unverblümt Cliauen- und Vetternwirtschaft vorgeworfen.

Wenn man. wie gesagt,' auch alle solche Stimmen nicht überschätzen soll, so zeigen sie doch den Wirrwarr im gegnerischen Lager. Bemerkenswert ist. daß gerade in diesem Augenblick der Leiter des US.-amerikanischen Jnformations- amtes. Davis, zugeben muß. dah tatsächlich die Produktion nicht die von Roosevelt genannten Zahlen erreicht. Davis erklärte auf einer Pressekonferenz: „Die aus der Erde sprießenden Schiffahrts-Statistiken sind fast b e - deutungslos geworden. Die Versenkungen an nord­amerikanischen Schiffen halten nack wie vor eine Höhe die es in diesem Jahr den USA. unmöglich macht, den Tonnage­stand vor Pearl Harbour wieder zu erreichen. Wir müssen unsere Hoffnungen auf 1943 verschieben. Die Produktion an Kriegsmaterial hat im Juni eine Abwärtsbewegung begonnen. Die Lieferungen von Flugzeugen. Panzern. Ka­nonen und Ü-Boot-Jägern hinken alle hinter dem Pro- duktionsichema her." Damit wird noch einmal gesagt, daß es leicht ist. Produktionspläne mit astronomischen Zahlen aufzuzählen, daß es aber schwer ist. sie einzuhalten und es wird indirekt damit die Berechtigung der Kritiken zuge­geben.

Das Ritterkreuz

Berlin, 8. Okt. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an:

Major Alfons Eckhardt, Baiaillons-Kommandevr •-* einem Infanterie-Regiment, Hauptmann Ott» Schwa r z e r, Bataillons-Kommandeur in einem Infanterie-Regiment, Ober­leutnant Eugen S r l h o r ft, Bataillons-Führer in einem Infanterie-Regiment, Oberfeldwebel Helmut Lutze, Zugführer in einem Kradfchützen-Batatllon, Obergefreiter Gustav Berg­mann in einem Infanterie-Regiment. .........

Der Führer verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe, Reichsmarschall Göring, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: ...

Oberleutnant Fritz S - n g s ch m i t t, Flugzeugführer in einem Kampfgeschwader, Oberleutnant Schröter, Flugzeugführer in einem Jagdgeschwader.

Ritterkreuzträger gefallen •

Berlin, 8. Okt. Am 22. September 1942 fand in den Kämpfen nördlich Stalingrad der in Oberschönbrunn (Kreis Görlitz) ge­borene Ritterkreuzträger Major Georg Hesse. Kommandeur eines Kradschützen-Bataillons, den Heldentod. .

Sana Mach in Wiesbaden

Bom Gauleiter Sprenger empfangen

NSG. Der slowakische Innenminister und Oberbefehlshaber der Hlinka-Earde, Sans Mach, der sich zur Zeit auf Einladung des Reichsministers Dr Frick mit einigen Herren der slowakischen Regierung auf einer Deutschlandreise befindet, besuchte am Mitt­woch und Donnerstag den Gau Hessen-Nassau. Die Gäste wurden bei ihrer Ankunft in Aßmannshausen von Gauleiter und Reichs- statthalter Sprenger begrüßt.

Den Mittwochabend verbrachten die Herren auf Einladung des Gauleiters im Kreise von Führern aus Partei, Staat. Wehr­macht und Wirtschaft im Kurhaus zu Wiesbaden. Reben dem Besuch alter Kulturstätten in Wiesbaden und der Gauhaupt- stadt wurde auch das Hochhaus der JG.-Farben-Jndustrie tn Frankfurt am Main besichtigt.

Aldo Vidussoni in München

nehmenden Sckiffe" geben deutlick genug Aufschluß über das große Ausmaß der Schiffsversenkungen durch die deutschen Il-Boote.

Auch die Moslems Indiens fordern fofortige Befreiung des Landes

Genf, 8. Okt. Wie die englische Wochenzeitschrift „New States- man and Nation" am 3. Oktober schreibt, sei Churchill auf dessen Behauptung 90 Millionen indische Moslems lehnten die Forde­rung der Kongreßpartei ab, eine „drastische Antwort" von feiten der Moslems zuteil geworden. Aus Protest nämlich gegen die Ausführungen Churchills habe — wie von uns bereits gemeldet — der Moslempremierminister des indischen Staates Sind, Khan Bahadur Allahbaksa sein Amt niedergelegt.

In einer Erklärung, die er vorher an die Adresse Churchills abgab, habe er zum Ausdruck gebracht, daß die britische Regierung wieder einmal durch ihren Premierminister die in Indien wett­verbreitete Ansicht bestätigen ließ, wonach Großbritannien zu keinem Zeitpunkt wirklich bereit sei, auf eine Machtposition zu ver­zichten, die es einmal besitze. Auch die Moslems Indiens forderten die sofortige Befreiung des Landes von der britischen Herrschaft und Billigten in keiner Weise die von den Engländern der Kon­greßpartei gegenüber angewandten Methoden der Unterdrückung.

Brittsche Ausflüchte

Die Fesselung deutscher Soldaten nach ihrer Gefangennahme

Stockholm, 8. Okt. Gegenüber der klaren Feststellung des OKW.-Berichts vom Mittwoch, daß deutsche Soldaten nach ihrer Gefangennahme völkerrechtswidrig gefesselt worden sind, macht das britische Kriegsministerium Ausflüchte. Es behauptet, es seien Nachforschungen angestellt worden, und man habe festgestellt, die deutschen Gefangenen seien nicht gefesselt worden. Die Engländer wollen im übrigen beweisen, daß sie ihre Gefangenen human behandeln.

Diese Ausflüchte können nichts an der Tatsache ändern, die das OKW. ganz eindeutig klargelegt hat. Im Gegenteil können die Bemerkungen des britischen Kriegsministeriums nur als Ver­dunkelungsversuch gewertet werden.

Es muß auch von dem außenstehenden Beurteiler an et« kannt werden, daß der Mann im Kreml die Welt­sensation seines Interviews mit der beweglicken Klage über seine Verdündeten nickt leichtfertig und unüberlegt in szene gesetzt hat. Denn man muß bedenken, daß das Gerede nm die zweite Front, noch ehe es sich zu den amtlichen Londoner und Washingtoner Versprechungen an Molotow verdichtete, schon seit dem frühen Frühjahr im Sckwange war. sogar mit Erörterungen darüber, ob man mit einer solchen Aktion nicht Bereits einer neuen deutschen Sommer­offensive im Osten zuvorkommen sollte. Die Herren in den Ämtern der Demokratien allerdings haben sich, also mit dem Beginn der Kampfhandlungen an der Ostfront die Singe« legenheit aus dem theoretischen ins höchst aktuelle Stadium trat, hinter immer neuen Ausreden über die noch fehlenden Vorbereitungen verschanzt, ohne allerdings die allgemeine öffentliche Meinung zu bestreiten, daß immerhin im Laufe des Jahres 1942 mit deren Überwindung zu rechnen sei. Sie haben an dieser bequemen und billigen Taktik festgeüalten. bis sich die Lage der Sowjets militärisch und wirtschaftlich soweit verschlechten hatte, daß plötzlich wie von selbst Ge­rüchte über bolschewistische Absichten auf einen Sonderfrieden auftauchten. Sie waren zwar falsch, aber sie kennzeichneten die tatsächliche' Lage, und sie wirkten im Westen immerhin so alarmierend, daß Churchill nach Moskau flog. Aber er bat das, was er dort an ungeschminkten Deutlichkeiten von seinem Freunde Stalin zu hören bekam, nickt etwa zur eigenen Reumütigkeit benutzt, sondern zur Inszenierung eines neuen Betrugs. Er gab mit Vorbehalt eine ver­blüffend offene Schilderung der Meinungsverschiedenheiten in Moskau, um dahinter die Tatsache verschwinden zu lassen, daß diese' Differenzen gänzlich unbehoben ge­blieben waren. Jedermann in England ging ihm auf den Leim, sich zu sagen: wenn er io offen über den Krack sprechen kann, dann muß er ja wohl gänzlich ausgestanden sein. Und auf Grund dieses fingierten Eindrucks glaubte der Herr Premierminister, die zweite Front wieder in der Versenkung verschwinden lassen zu können, namentlich nach der Kostprobe von Dieppe, die er zu aller Vorsicht mit dem Blick nach dem Kreml noch geliefert hatte.

War durch diese reichlich seltsame Erfahrung mit dom Erfolg verbündeter Besuche das berechtigte Mißtrauen Stalins eher 'verstärkt, als beseitigt worden, so steigerte es sich zur stillen Empörung durch die jüngste Affäre mit Roosevelts Sondergesandten Willkie. Die frühere alliierte Klage, die Sowjetunion weigere sich, offenen Einblick in ihre tatsächliche Säge zu gewähren, ließ sich in diesem Fall nicht aufrechterhalten, vielmehr hat Willkie Io unerwartet viel zu sehen bekommen, daß er unter dem Gesamteindruck sein bekanntes Notsignal nach den USA. sckmetterte. Aber die Reaktion der dortigen amtlichen Kreise bestand lediglich in Empörung über W i l l k i e s V o r l a u t h e i t. an der sick auch englische Minister mit nicht minderer Entrüstung betei­ligten. und in Zynismus von der Art der „New Bork Times", wonach jeder in diesem Kriege nicht für den anderen, sondern lediglick für sein eigenes Fell und überleben kämpfe, und daß die Bewunderung für Stalingrad immerhin keine halbe Million Mann wert sei. Da eben platzte dem roten Zaren der Kragen, den er nicht trägt und so kam der Vertreter der amerikanischen Nachrichten-Agentur zu seinem sensatio­nellen Interview wie die Jungfer zmn Kinde. Und während sich der politische Luftdruck dieser Sprengbombe noch über die Demokratien hin fortpflanzte, geschah bereits ein n e u e s Unheil: denn der amerikanische Botschafter in der Sowjetunion rüstete sich zwar auf Geheiß aus Washington zur berichterstattenden Heimreise, aber nicht ohne'vorher in der Frage der zweiten Front nachdrücklich auf die Seite Will- kies und Stalins getreten zu sein. Das doppelt peinliche ist. daß man sich diesem Mister Standley gegenüber in den demo­kratischen Hauptstädten nicht auf die beliebten militärischen Sachverständigen berufen kann, denn als Admiral der USA. ist er deren selber einer. Wie groß die Verlegenheit und Verwirrung der so entstandenen Situation ist. das hat schon die Unterhaussitzung gezeigt, in der Churchill nur mit genauer Not durch bas Eingreifen des Speakers sich vor den drängenden Fragen der aufgebrachten Abgeord­neten retten konnte. Das beweist aber auch ein langer, ge­wundener Artikel in der „Times", in dem ihr zur Schlichtung der nun offenkundigen verbündeten Meinungsverschieden­heiten nichts besseres einfällt als der abgebrauchte Vor­schlag eines gemeinsamen Oberbefehls, eine Idee, die den Sowjets in ihrer augenblicklichen Lage vermutlich nock ge­fehlt hat.

Fragt man nach dem Zweck, den Stalin mit seinem

Müucken, 8. Okt. Nach Abschluß seiner Frontreise und den Empfang im Fübrerhauvtauartier traf der General­sekretär der Faschistischen Partei. Aldo Vtdussont. als Gast des Leiters der Parteikanzlei in der Hauptstadt der Be­wegung ein. wo er von Gauleiter Eiesler in Gegenwart von namhaften Vertretern von Staat. Partei und Wehrmacht herzlich begrüßt wurde. Nach der Kranzniederlegung an den Sarkophagen der Ewigen Wache wurde der hohe itauemime East von Reichsschatzmeister Schwarz' empfangen, der ihm den Aufbau der Partei- und Finanzverwaltung schttderte. Anschließend erwartete der Leiter der Partetkanzkei, Retchs- leiter Bormann, den fasckistiscken Repräsentanten im <ruhrer- zimmer des Braunen Hauses . und überreichte ibm ein 'künstlerisch wertvolles Geschenk. Generalsekretär Vidussoni erklärte, daß er von dem' Besuch die tiefsten Eindrücke mit in seine Heimat nehme und daß das beste Beispiel für die deutsch-italienische Kameradschaft und Verbundenheit die Soldaten der beiden Länder im Kampf gegen die gemein; fajnen Feinde geben. Mit bewegten Worten dankte Vidussoni Reichsleiter Bormann für die große Gastfreundschaft, vie ihm während seiner ganzen Deutschlandreise zuteil wurde.

Schiffsfunk lohnt nicht mehr

Ein Kompliment für die deutschen U-Boote

Genf. 8. Okt. Der von United Preß verbreitete Sckifis- dientt für die Radiomarine Corporation of America stellte, wie aus New Vork bericktet wird, am Donnerstag feinen Sckiffsnackrickten an feine Bezieher folgende Mitteilung voraus: v ,

„Wir bedauern mitteilen zu müssen, dan dieser Nach­richtendienst wegen der starken Verringerung der Zahl, der teilnehmenden Schiffe mit dem 31. Oktober 1942 eingestellt werden muß. gez. Radiomarine Corvoration of America.

Was Roosevelt. Churchill und Genossen ihren Völkern und der Welt mit allen Mitteln zu verheimlicken suchen. Sagt Bier ein Radio-Sckiffsdienst in aller Offenheit: denn die Worte „wegen der starken Verringerung der Zahl der teil»

Erbitterter Stampf um Stalingrad

— Verhinderte Ausbruchsversuche

Sturmgassen für die Infanterie

Berlin, 8. Okt. In Stalingrad rollen deutsche Panzer über Trümmerfelder, bekämpfen die in Kellern verborgenen Bunker und zermalmen im Vordringen gegen festungsartig aus­gebaute Fabriken die Barrikaden aus Schutt und zufammenge- bröchenen Eisenträgern. Wo die Truppe bei Tage ihre Kämpfe nicht mehr abschließen kann, setzt sie ihre Vorstöße im Laufe der Nacht beim gespenstischen Licht zahlreicher Leuchtkugeln gegen die in den tiefen Schatten verborgenen Bolschewisten fort. Verzweifelt wehrt fich der Feind. Unsere Panzer und mit ihnen die Bomben der Kampfflugzeuge aber öffnen immer wieder die Sturm- gassen für die Infanterie, die nach den beim OKW. vorliegenden Meldungen am 7. Oktober weitere Häuserblocks stürmte. — Ein Sturmgeschütz rollte gegen einen Kellerbunker vor, aus dessen Scharten ihm mörderisches Feuer entgegenschlug. Wie Hagelschlag prasselten die feindlichen Geschosse auf seine Panzerung. Die Trümmer des eingestürzten Hauses lagen als schwere Deckung über dem Widerstandsnest. Von den zerschossenen Eisengerüsten der benachbarten Fabrik warfen die Bolschewisten Brandflaschen herunter. Rings um das Sturmgeschütz, das die Kellerluke unentwegt unter wohlgezieltes Feuer nahm, loder­ten die hellen Flammen des brennenden Öls und dichte Qualm­wolken legten sich über den Schauplatz des erbitterten Ringens. Langsam schob fich das Sturmgeschütz vorwärts. Dann stand es unmittelbar vor dem Bunker. Mit aufheulendem Motor zogen die Raupen das Geschütz die Schutthalde empor, wo es auf der Deckung hin- und hcrfahrend durch sein Gewicht die Schießscharten eindrückte. Die sich im Schutz des Sturmgeschützes vorarbeitenden Pioniere erledigten dann mit Handgranaten und Flammen­werfern die feindliche Bunkerbesatzung.

Auch in dem Steppengelände am Nordriegcl. wo ununterbrochen krepierende Granaten den gesamten Kamptabschnitt in eine tiefe Wand von Rauch und Staub hüllten, waren die Sturmgeschütze bei der im Wehrmachtbcricht vorn 8. Oktober ge­meldeten Vernichtung feindlicher Kräfte maßgeblich beteiligt. Da

auch auf feindlicher Seite zahlreiche Panzerkampfwagen die er­bitterten Gegenstöße unterstützten, kam es saft ununterbrochen zu schweren Kämpfen von Panzer gegen Panzer und Panzer gegen Ernzelkampfer. Als sich bei einem Ausbruchsversuch aus dem Kessel bei O r l o w k a mehrere hintereivanderfahrende Panzer der deutschen Riegelstellung näherten, nahm der mit seiner ME-Eruppe dieses Grabenstück verteidigende Unteroffizier den •duBtungspon3et auf. .Unter dem Schutz von ,i,rcm Seuet die aufgesessenen feindlichen Schützen eben sprang der Unteroffizier allein und ohne schwere Waffen gegen den Stahlkoloß vor, zog seine geballte Ladung ab und traf. Die Explosion riß ein breites Loch in die P°nr°rs, dessen Deckel aufflog. Die aus drei Mann bestehende Besatzung versuchte sich mit Maschinenpistolen Wehr zu setzen. Durch eine weitere Handgranate wurde auch ?eerledigt. Das Schicksal des führenden Panzerkampfwagens tziett die übrigen in ihrer weiteren Entwicklung zum Angriff so lange auf bis der kurz daraus einsetzende deutsche Gegenstoß die Bolschewisten wieder in den Kessel zurückwarf.

Eine andere Seite der Schlacht um Stalingrad ist der Kampf zwischen Flugzeugen und Artillerie, bei dem die deutsche Luftwaffe immer wieder erfolgreich ist Sturz­kampfflugzeuge führten ihre Angriffe gegen schwere bolsche­wistische Batterien, die vom Ostufer der Wolga aus ihr Feuer auf die deutschen Stellungen richteten. Die am llfersaum einge- arabenen Geschütze waren zum Schutz gegen Luftangriffe von Flak-Batterien umgeben, deren hesiiges Abwehrfeuer die ersten Angriffe der Sturzkampsfliegei auf sich zog. Volltreffern stellten die Batterien das Feuer ein, so daß sich die Angriffe der Stukageschwader voll entfalten konnten. Zahlreiche Geschütze wur­den hierbei niedergekämpft. Die Einsätze der Kampfslüg-euge wurden von deutschen, rumänischen und kroatischen Sägern tu* sichert, die zehn bolschewistische Flugzeuge abschossen.