Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Taablatt

^amaaaHo q;* qi ® ' 9Qü*^w*it* in ß 91«sAfthcit ErsiüeimmßHreit werktäglich nachmittaihD

Drxck ««d Verlag: L. Schelleuberg'jche Bmhdruckerei, Laaggasse Nr. 21 (ragblatt-Haus)

Wöchentlich in 6 Ausgaben ErscheimmgSzeit werktäglich nachmittag»

EelchSftszeit durchgehend von 819 Uhr außer Tonn- und Feiertag, - Berliner Büro i Berlin^MImerrdorf Anzeigenvretse: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil RM 0.07 b« 46 Millimeter breiten Spalte im Tertteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr.10 maßgebend llUichläst- nach Preisliste Nr. 10 - Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Uhr vormittags, grSßere Anzeigen am Vortag«

Fernruf: Sammel-Nr. 59631 - Drahtanschrift: Tagblatt, Wiesbaden . Postscheckkonto: Frantsurt a. M. 740S Bezugspreise: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2. einschließlich des TrSgerlohnes Durch die Post Begogen für einen Monat RM 2.35. zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld - Einzelnummern RM 0.10 > Sei Behinderung der Lieferung infolge höherer Gewalt kein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises

Rümmer 234

Dienstag, 6. Oktober 1942

90. Jahrgang

Front und Heimat im Kampf gegen Judas Vernichtungswillen

Volkiaemeinsdiatt macM in» stark

Die große Rede des Reichsmarschalls zum Erntedanktag des deutschen Volkes

Der Wortlaut der Göring-Rede

leben. Da

io tauchte

eine

lenn

gann, als überall die Hämmer dröhnten, und das ganze deutsche Volk, Mann wie Frau, an die Arbeit ging, da war es notwendig, auch hier mehr und mehr an Ernährungsgütern auszuge' ~ schmolzen die Vorräte und wurden kleiner und kleiner, &

Die Rede des Gauleiters, die immer wieder von Beifall unterbrochen worden war. löste höchste Begeisterung aus. Durch seine Teilnahme an dem Doriabend in Ober-Hilbers- hat unser Landvolk die schönste Anerkennung für seine Arbeit und für die Pflege seiner kulturellen Bestrebungen erhalten.

in dem vergangenen Jahr nach der ungeheuerlichen Auswinterung, wie wir sie vorher nie erlebt hatten, vorübergehend die Gefahr auf, datz wir den Anschluß an die neue Ernte nicht finden würden, wenn die Erträgnisse aus dem abgelaufei.en Ernte- lahr wieder so schlecht ausfallen würden, wie die der beiden vor­angegangenen Jahre. Damals wurde mir zum ersten Male der Antrag unterbreitet, die Rattonssätze für da» deutsche Volk zu senken. Ich habe mich lange gewehrt, bevor ich diesen schwersten

sammengeschlosi_____

rechten Begriff vom will, der mag aufs

Bäuerliche Kultur erwächst aus der Dorfgemeinschast

Der Gauleiter auf einem Gemeinfchaftsabend in Rheinhessen

daß die britischen Chancen äußerst gering oder noch richtiger gesagt gleich Null sind.

Wäre dem nicht so. so brauchte man sich von Herrn Stalin nicht unausgesetzt ermahnen zu lassen, nun doch endlich die versprochene zweite Front zu schaffen. Es ist sehr bemerkenswert, daß das Kommunistenblatt ..Daily Worker den letzten Appell Stalins mit den Worten be­gleitet. in England müßten nun endlich die endlosen Dis­kussionen über die zweite Front aufhören. Man müsse itatt- besien handeln. Die ührige englische Presse kann ihre Ver­legenheit über die neuen Stalinschen Ermahnungen schlecht ver­bergen. Sie spricht von einer ..Erinnerung" an den sowreti- schen Wunsch, daß die Anglo-Amerikaner etwas zur Unter­stützung der bolschewistischen Front unternehmen mochten. Aber der einzige Trost, den man zu bieten bat. ist ein Hin­weis auf neue Verhandlungen zwischen London und Washington über Lieferungen an die Sowjetunion. Solche Verhandlungen seien notwendig geworden, da die Sowiets 60 Prozent ihrer schwerindustriellen Gebiete verloren hätten. Das bringe eine andere Zusammensetzung der Lieferungen. Man will also gar nicht einmal mehr liefern, sondern man will lediglich die Zusammensetzung der Liefe­rungen überprüfen. Den Sowjets wird auch jetzt schon klar gemacht, daß man die Lieferungen nicht verstärken kann, da. wie man betont, auch von anderer Seite große An­sprüche an die amerikanische Rüstungsindustrie gestellt würden. Damit weiß man nun auch, warum Wendell Wilkie in TschungLng Herrn Tlchiangkaischek eine stärkere Offensiv­tätigkeit im Pazifik zusicherte. Man denkt weder an die Einlösung des einen noch des anderen Versprechens, sondern man spielt nur einen Bittsteller gegen den anderen aus, um zu verbergen, daß man in der Praxis gar nicht in der Äw« ist. solchen SOS-Rufen iu entsprechen.

Wie wir bereits kurz berichteten, nahm Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger an einem Dorfgemeinschafts- abend in Ober-Hilbersheim teil. 2n der nach der Machtübernahme in Gemeinschaftsarbeit ausgebauten, fest­lich geschmückten Halle hatten die Angehörigen des Land­volkes Platz, genommen, während in einem freien Raum vor der Bühne neben den Früchten der Ernte die jüngsten Dorf­kinder eine lebendige Umrahmung bildeten. Es folgte die Einbringung des Erntekranzes, dem die Dorfjugend singend folgte, während dann nach altem Brauch der Erntekranz auf» gehängt wurde.

Der Ortsgruppenleiter gab darauf der Freude Ausdruck, von der die Ortsgruppe Ober-Hilbeesbeim erfüllt sei, daß sie den Gauleiter als ihren Galt begrüßen dürfe. Wenn der Gauleiter als erster Vertreter des Führers im Gau Hcsien- Rasiau und ungeachtet seiner vielen Aufgaben im Kriege diesen Dorfgemeinschaftsabend besuche, so komme dem eine symbolische Bedeutung zu. Das Landvolk von Ober-Silbers- beim fühle sich in dieser Stunde als Vertretung des gesamten Landvolkes unseres Gaugebietes.

Darauf begann der eigentliche Dorfgemeinschaftsabend, zu dem die HI. noch zusätzliche Kräfte bereitgestellt batte. Ein bäuerliches Hörspiel leitete ein und brachte dann in buntem Wechsel Vorführungen der kleinen und größeren Dorfjugend. Es wurde damit ein Ausschnitt aus der Dor f- kulturarbeit gegeben, die der Ortsgruppenleiter von Ober-Hildersbeim in vorbildlicher Weise aufgebaut bat Dies zeigte die Pflege der Hausmusik, die durch die Darbie­tungen einer Blockflötengruvve sowie einer kleinen Don- musikkavelle besonders zum Ausdruck kam. Ganz besonders aber erfreuten die Chöre und Lieder, die von den verschiede­nen Altersklasien vorgetragen wurden, und die Pflege einer guten Gesangskultur erkennen ließen. Die natürliche <rri!we der Dorfjugend kam in hübschen Reigen und Tänzen zum Ausdruck. Auch der Vortrag heiterer Dorferzäblungen fehlte nicht.

Dann ergriff der Gauleiter das Wort. ..Es war mir, so erklärte er. ..ein Herzensbedürfnis, der, Einladung zum Dorfgemeinschaftsabend zu folgen. Wo ginge ~ man auch schließlich lieber bin. als dorthin, wo man leine Jugend ver­lebt hat! Wenn es noch eines Beweises bedürfe, daß die Jugend Deutschlands Zukunft ist. dann ist das Erlebnis eines solchen Abends ganz besonders dazu geeignet. Die bäuer­liche Jugend ist in erster Linie der Blutsauell unseres Volkes.

Sie ist mit dazu berufen, die Ewigkeit des Volkes.zu siche». Wenn unsere Gegner, vor allem die Kriegsverbrecher Chur­chill. Roosevelt und Stalin willen wollen, wer in diele» Kampfe siegt, dann gibt ihnen ein Blick auf in der HI. zu- sammenAeschlosiene dmitsche Jugend die Antwort. Wer einen Einsatz der Mädel und Jungen gewinnen ................Land zur bäuerlichen Jugend kommen, um hier Deutschlands Zukunft zu leben. Diele Stunde bat es uns wieder gezeigt: der Führer hat es zur Tat werden lallen, daß das deutsche Volk eine Gemeinschaft geworden ist. Und io kämpft auch die ganze Ration vom Jüngsten bis zum Ältesten um das eigene Lebensrecht. Wollen wir die Lage treffend kennzeichnen, so ist festzustellen, daß ein Unter» Menschentum gegen das beste Volk auf der Erde im Kampfe steht. Wem könnte da die Entscheidung ndch zweifelhaft sein? Wir müllen nur dafür sorgen, daß wir die besten Kräfte erhalten, die in unserem Blute liegen. Darum bleibt das, was Ihr bisher wart! Bewahrt Euch Eure gesunde Natürlichkeit, die aus Eurer Jugend spricht! Bleibt rechte deutsche Bauern! Die Zukunft Eurer Jugend aber ist sicher- gestellt. Eines steht fest: was unsere Soldaten erkämpft haben, gehört uns. Wir haben in der Zukunft die Aufgabe, die Führung zu übernehmen, die nach diesem Kampfe beim deutschen Volke liegt. Bei der Durchführung dieser Aufgabe ist uns das deutsche Bauerntum unentbehrlich. Das bäuer­liche Volk ist und bleibt das Rückgrat eines neuen Deutsch­land. Mit allen schaffenden Menschen bildet es die auf» bauende Gemeinschaft.

Die menschlichen Werte aber offenbaren sich uns durch die Leistungen. Es gibt beute in unserem Volk keine anders gearteten Vorrechte mehr, sondern nur das Recht der Leistung. Wenn dieser Grundsatz unser Volk beseelt und immer stärker wird, bann kann unser Bestand durch nichts mehr erschüttert werden. Weder durch Hetze noch durch Terror kann uns der Feind überwinden. Oh er die Städte oder neuestens auch Dörfer heimsucht. überall tritt ih» die gleiche Entschkollenheit und mutige Haltung entgegen. Er wird höchstens das eine erreichen, daß wir immer härter und siegessicherer werden.

Ernährung. Diese Vorräte gestatteten nun bei den schwachen Ernten der ersten beiden Kneasjahre das deutsche Volk schlecht und recht zu ernähren. Die Ernährung aber nachm dann an Schwierigkeiten zu. Es galt ja nicht nur das deutsche Volk in der Heimat zu ernähren, es galt auch unsere Wehrmacht zu versorgen, und zwar so, daß sie kämpfen konnte und daß sie bei Kraft blieb, das heißt also, daß eine zusätzliche Ernährung bereitgestellt werden mußte. Aber auch unendlich viele fremde Menschen strömten nun in das deutsche Land hinein, fremde Arbeiter zu Hunderttausenden, dann zu Millionen. Als die gewaltige ungeheuerliche Rüstung be-

Das Echo

as. Berlin. 6. Okt. (Eig. Drahtberickt unserer Berliner SLriftleitung.) Die Rede des Reichsmarschalls hat, in der Auslandspreise ein sehr starkes Echo geweckt. Sie wird nicht nur ausführlich wiedergegeben, sondern von vielen Blättern auch kommentiert, wobei sie oft in Zusammenhang gebracht wird mit den Reden des Führers, des Reichsaußen­ministers und des Reichsprovagandaministers. Die Rede Görings, so muß der Londoner Korrespondent des schwe­dischen BlattesNya Dagligbt Allehanda" feststellen, hat den Engländern imponiert. ..Man ist in London nicht ge­neigt, Görings Versicherung, das deutsche Volk werde keinen Hunger leiden, als leere Redensart zu betrachten." Man ist darüber, so müßte man diesem schwedischen Bericht binzu- fugen, sogar sehr verärgert, daß der Londoner Nach­richtendienst erklärt: ..Die Gefräßigkeit der Deutschen ist eines der furchtbaren Dinge, die in Europa und in der ganzen Welt Tragödien bervorgerufen haben. Während die anderen Länder im Elend sterben, setzten die Deutschen eine weitere Sveckfalte an ihrem Halse an. Wenn es nun auch mit den neuen Speckialten nicht stimmt, so kennzeichnet doch auch dieses Wort die Erkenntnis, daß Deutschland nicht ausgehungert werden kann und daß somit alle eng­lischen Blockadepläne und Hoffnungen zusammengebrochen sind. Das macht dieDaily Mail" ihren Lesern noch ein­mal mit lehr nüchternen Worten klar:Es gibt keinen leich­ten Weg zum Siege", so meint das Blatt nämlich betreten. Deutschland muß auf dem Schlachtfeld besiegt werden." Das bedeutet wiederum den Zusammenbruch eng­lischer Illusionen. Nach den gewaltigen deutschen Siegen und auch der Bilanz, die der Führer über die mili­tärische Lage machte, wird man sich auch in London sein.

Entschluß dem Führer vorgetragen habe. Sie dürfen überzeugt sein, daß alle Auswege überlegt und durchdacht wurden. So standen wir vor der ernsten Frage: Sollen wir trotz der durch die lln- bilden des Winters verschärften Ernährungslage die Rationen bestehen lasten in der stillen Hoffnung, es könnte ja doch alles gut werden, oder sollten wir der harten Pflicht genügen, durch eine maßvolle Senkung der Lebensmittelsätze unter allen Umständen die Ernährung sicherzustellen?

Für eine verantwortungsvolle Führerschaft konnte es ja nun keinen anderen Entschluß als den letzten geben. Ich war mtr klar, daß diese Entscheidung für das deutsche Volk außerordentlich ei» schneidend war und Schwierigkeiten mit sich bringen mußte. Brot ist nun einmal das entscheidende Nahrungsmittel. Nun wollte es das Unglück weiter noch, daß wir auch trotz einer an sich günstige» Ernte in der Kartoffelversorgung heftige Rückschläge hatten. Die Kartoffel kam schlecht herein. Sie war naß, sie faulte leicht. Wieder kam ein dritter Winter, noch stärker als die vorher» gegangenen. Alle Erfahrung des Landwirts wurde über de« Haufen geworfen: selbst in die tiefsten Mieten drang bet Frost eilt und zerstörte die dort gelagerten Kartoffeln. Hinzu kam die außerordentliche Beanspruchung des Transportnetzes: Einmal die Schäden des schlimmsten Winters, den wir je durchlebt haben, dann durch die Notwendigkeit, zunächst einmal unter allen Um­ständen auf dem Transportwege die Fronten im Osten zu ver­sorgen. So konnten die Kartoffeln nicht iu genügender Menge in die Städte hineingeschafft werden, und so kam es auf einem Gebiet, auf dem ich niemals Schwierigkeiten erwartete, ebenfalls eine sehr starke Hemmung hinzu. Wir können heute um so be- ruhigerter davon sprechen, weil da» alles nun längst überwunden ist und nicht mehr austreten kann. Warum? werde ich gleich aussühren.

So wurden also die Rationen aekürzt. Dabei war ich felsen­fest entschkosten, in dem gleichen Augenblick, da die Eesanttlage und der Gesamtüberblick es gestatten würden, die Rationen wieder zu erhöhen. Voraussetzung hierfür war eine weitere Anspannung aller Kräfte, zu der ich das Landvolk aufrief, und die Gesundung unseres Transportwesens. Und ich kann sagen, daß gerade diese letzte Aufgabe dank der Energie der neuen und jungen Menschen, bte in das verantwortliche Ministerium hineinströmten, besonders gut gelöst worden ist.

Blockade und Aushungerung ist heute nicht mehr möglich

So wurde nach jeder Richtung hin überlegt, was zu tun war. Mit der Blockade hatte die vorübergehende ErnShrungsschwierig- keit nichts zu tun. Denn heute ist die Blockade und di« Aus­hungerung, wie fie sich der Gegner einst dachte, nicht mehr mög­lich. Wenn schon blockiert wird, und wenn wir uns fragen, wer blockiert wird, dann bestimmt nicht wir, sondern der Engländerk (Stürmischer, langanhaltender Beifall.)

Neben der vorausschauenden Organisation und der Arbeit des Landvolkes erfuhr die Ernährungslage durch die Tapferkeit unserer herrlichen Truppen und da» Feldherrngenie unseres Führers nun eine gewaltige Besserung, denn die deutsche Wehrmacht eroberte neue, und zwar die fruchtbarsten Gebiete, die wir überhaupt in Europa kennen. (Beifall.)

Sie hatte vorher schon andere, zum Teil auch sehr frucht­bare Länder erobett. Wir haben oft gestaunt, wie gerade in einem der fruchtbarsten Länder, nämlich Frankreich, eine geradezu lieber»

fall!)

Meine deutschen Volksgenosien und Volksgenosiinnen! Ich möchte nun als erstes meine Aufgabe borin sehen. Ihnen ganz klare Darstellung bet Verhältnisse unb der Lage auf bcm Ernährungsgebiet zu geben. Wie bie gesamte Führerschaft unserer Nation habe ich stets meinen Stolz batin gesehen, bem deutschen Volk immer in klaret Offenheit bie volle Wahrheit zu sagen, da­mit das deutsche Volk immer weiß, woran es ist, (Tosender Beifall.)

Die vergangenen drei Erntejahre waren, besonders was die beiden ersten Kriegsjahre anbelangt, keineswegs glücklich. Ganz überraschenderweise brachen brei unenblich starke und strenge Winter herein unb vernichteten vieles, was an Arbeit vorher in die Erde gesenkt worden wat. Trotzdem konnte die Ernährung des Volkes vollauf gesichert werden. Als ich bei der Ernennung zum Beauftragten für den Vierjahresplan damals in diesem selben Saal zum deutschen Volke sprach, habe ich wie sich noch mancher Volksgenosse erinnern wird gerade auf den Begriff und das WottFeindliche Blockade" besonders starken Nachdruck gelegt, überhaupt habe ich damals den ganzen Vierjahresplan eigentlich nur unter diesem einen Gesichtspunkt gesehen unb ihn auch so durchgesührt. Zu furchtbar waren für mich noch bie Erinnerungen an die feindliche Blockade des letzten Weltkrieges. Die Nachwirkungen dieser Blockade erleben wir heute noch. 2Bc" ich jeden Tag die traurige Pflicht ctfütte, die Todesanzeigen in den Zeitungen durchzuschen, dann lese ich so oft das schmerzliche und grausame WorrUnser einziges Kind". Und warumunser einziges Kind?' Weil damals ein unerbittlicher Feind nicht nur den Krieg gegen die Wehrmacht führte, sondern gegen das ganze deutsche Volk, und kraft seiner Kriegsmittel damals über dieses Volk die Hungerblockade verhängen konnte. Und dies nicht nur während des Krieges, sondern jahrelang noch nach dem Kriege. So hat ber Feinb bas beuische Volk unerbittlich ausgepreßt, aus­gemergelt und dem Hunger entgegengetrieben, daß für die edelste Ernte, bie wir kennen, die Zukunftsernte eines Volkes: Die Kinder! kein Raum war.

Und dieses Schreckgespenst hat mir immer vor Augen gestanden. Und aus diesem Grunde haben wir damals eine' Vorrats- Wirtschaft betrieben, nicht nur auf allen notwendigen Roh­stoffgebieten, sondern auch besonders reichlich auf dem Gebiet bet

Meine deutschen Volksgenossen und Volksgenosiinnen!

Deutsches Landvolk!

2m Beginn des gierten Kriegsjahres begehen wir heute das deutsche Erntedankfest. Wir können heute bte Feste der Nation nicht in dem Ausmaß und in der Art feiern, wie wir es sonst gewohnt sind. Nicht wie sonst kann das deutsche Landvolk in breiten Massen durch seine Abordnungen vor dem Führer erscheinen, um ihm Erntekranz und Früchte der alten Ernte darzubringen. Denn wir stehen im Kriege, im schwersten Kriege des deutschen Volkes. Und in diesem Kriege gibt es- nur eines:

Arbeit und wiederum Arbeit! Kämpfen und arbeiten bis zum Endsteg! (Starker Beifall.)

Wir können daher den diesjährigen Erntedanktag nur da­durch begehen, daß wir vor dem deutschen Volk offen darlegen, was seift Landvolk auch, in diesem Jahr in harter Arbeit ge­schaffen hat unb wie dieErnährungslage bes deutschen Volkes tm kommenden Jahr sein' wird. Bevor ich hierüber nähere Aus­führungen mache, ist es mir ein inneres Bedürfnis, in diesem Augenblick dem Allmächtigen dort oben zu danken, daß er uns in diesem Jahre über alles Erwarten so gesegnet hat, gesegnet in einer Ernte auf bem Schlachtselb, gesegnet in einer Ernte auf den Feldern und gesegnet in einer Ernte in unseren Kindern.

Und nun gilt im Namen des Führers mein erster Dank all den Volksgenossen, die in harter und unermüdlicher Arbeit und allen Witerungsunbilden zum Trotz dazu beigetragen haben, eine Ernte in die Scheuern zu bringen, die iebenfalls weit, weit bester ist, als wir es bamals, als uns zum brüten Male ein eisiger Winter überfiel, hoffen konnten. Diesen Dank und biese Aner­kennung für das deutsche Landvolk hat der Führer dadurch zum Ausdruck gebracht, daß heute die Besten unter ihnen mit zahl­reichen Auszeichnungen bedacht worden find, und daß für das gesamte Landvolk soeben zwei seiner hervorragendsten Vertreter das Ritterkreuz zum Kriegsverdienst kreuz als höchste Auszeichnung empfangen haben. (Langanhaltender Bei-