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Nummer 233

Montag, 5. Oktober 1942

90. Jahrgang

Dank der Nation an das Landvolk

Reichsmarschall Göring würdigt den Einsatz von Front und Heimat für die Sicherung der Ernährung - Die größten Versorgungsschwierigkeiten sind überwunden - Zwei Bauern erhielten das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz als Dank des Führers

Pflug und Schwert verbürgen den Sieg

as. Berlin. 5. Okt. (Gig. Drahtbericht unserer Berliner Echriitleitung.) übermittelte die Rede des Reichsmarschalls am Kriesserntetaa des deutschen Volkes 1942 auch in erster Linie dem deutschen Landvolk den Dank der Nation, so gab sie doch darüber hinaus einen Überblick über die gegenwärtige Kriegslage und brachte aus Grund dieser Be­trachtungen die unerschütterliche Siegeszuver­sicht und Siegesgewißbeit des deutschen Volkes noch einmal zum Ausdruck. Satte am Sonntag vor acht Tagen der Reichsaußenminister gewissermaßen aus diplomatischem Gebiet die Bilanz gezogen, die in der Feststellung gipfelte, daß die Zeit jetzt endgültig für die Dreimächte arbeitet, so folgt dem die große Rede des Führers, deren überzeugenden Argumenten von der militärischen und wirtschaftlichen Stärke Deutschlands, einer Stärke, die den Endsieg garan­tiert, man sich auch im gegnerischen Lager nicht entziehen kann. Der Reichsmarschall vervollständigte dieses Bild durch mancherlei Einzelheiten, die er aus der Er- nährungswirtschaft mitteilen konnte. Wenn so das deutsche Volk heute die Gewißheit hat, daß das Schlimm st e e r - nährungsmähig überwunden ist. so dankt es das der unermüdlichen Arbeit des deutschen Landvolkes, aber ebenso auch dem Heldentum seiner Soldaten, die unter der genialen Führung Adolf Hitlers dem Eeyixr die frucht­barsten und wertvollsten Gebiete entrissen, die" nun von uns und für uns organisiert werden. Pflug und Schwert verbürgen den Sieg. Dieses Motto gaä ein Svruch- band der groben Kundgebung im Berliner Sportpalast und dieses Wort wird auch weiterhin über unserem Kampf, der draußen und drinnen geführt werden mub. stehen. Es braucht dabei nicht nochmals unterstrichen zu werden, wie wichtig jeder einzelne Arbeiter der Faust und der Stirn und sein Werk in diesem Kriege ist. Das gilt in besonderem Mabe für den Bergarbeiter, dessen Versorgung- durch die neuen Maßnahmen nunmehr voll gesichert wird.

Gewiß wird, auch darüber lieh der Reichsmarschall keinen Zweifel, der Winter, dem wir entgegengeben, nicht leicht sein, aber wir werden ihn leichter durchstehen als den vorigen Winter. Bei allen Schwierigkeiten, die noch über­wunden werden müssen, begleitet uns stets die Gewißheit, daß sich unsere Lage weiter bessern, die unserer Gegner aber weiter verschlechtern muß. General Zeit und General Raum, auf die unsere Gegner einst so grobe Hoffnungen setzten, find endgültig zu uns übergetreten. Die Entwicklung ist uns gewiß nicht in den Schoß gefallen. Der Reichsmarschall ließ uns vielmehr alle einen tiefen Einblick tun in die gewal­tigen Anstrengungen, die auf allen Gebieten erforderlich waren. Das deutsche Volk dankt es dem Reichsmarschall besonders, daß er ihm auch einen Blick in die mili­tärische Befehlsführung von heute ermöglichte. Schon einmal bat der engste Mitarbeiter des Führers das geniale Feldherrntum Adolf Hitlers gefeiert, das er mit seiner warmherzigen Schilderung in dieser Rede dem deut­schen Volk, das das wobl instinktiv fühlt, nun näherbrachte.

Die Welt kann über die wahre Lage der Dinge nicht im unklaren sein. Die von fester Siegeszuversicht ge­tragene Rede des Führers, die Feststellungen des Reichs­außenministers, daß die Zeit endgültig für uns arbeitet, nunmehr die Erklärungen des Staatssekretärs Backe, daß die Ernährung des deutschen Volkes gesichert ist. die Bilanz, die der Reichsmarschall in seiner großen Rede zog. alle diese Kundgebungen, zu denen wir getrost auch die Erklärungen rechnen können, die Generalfeld­marschall Rommel vor Pressevertretern abgab. zeigen die ge­waltige Stärke unserer Position. Alle diese Feststellungen

Reichsmarschall Göring ehrt das Landvolk

Reichsmarschall Göring überreicht das Ritterkreuz zum Kriegsv'erdienstkreu, an den Landwirtschafts- führer Kurt L e f k l e r und an den Bauer Ernst Ritter (rechts) als Ausdruck des Dankes der gesamten deutsche« Ration an das deutsche Land­volk. Ganz links Staats­sekretär Backe.

(Weltbild). .

haben denn auch im Ausland ein starkes Echo gesunden. Die Nervosität im Lager der Gegner wächst noch dadurch, daß man selbst die schlechte Lage der Sowjets singest eben muß. Wenn selbst Herr Wendell Wilkie. der Apostel der zweiten Front, erklären muß. Stalin babe ibm gesagt, daß die Deutschen mit ihrem Vordringen bis an die Wolga der Sowjetunioneinen furchtbaren Schlag versetzt" bätten. wenn weiterhin dieTimes" kummervoll die Frage erörtert.

ob man in diesem Winter nicht den Sowjets Lebensmittel lenden müsse, so unterstreicht das alles nur die deutsche Fest­stellung genau wie die Klagelieder der Engländer über die Schiffsraumnot. Sollten unsere Gegner aber irgendwelche Hoffnungen auf die Terroraiwriffe auf deutsche Städte setzen, so hat ja auch dazu der Reichsmarschall das Erforder­liche gesagt und keinen Zweifel daran gelassen, daß auch diese Rechnung nicht aufgeht. Es gibt keine Möglichkeit, uns den Endsieg zu entreißen.

Staatssekretär Backe: Ernährung unseres Volkes gesichert

Berlin, 4. Okt. Im Rahmen einer feierlichen Großkundgebung der NSDAP., der zahlreiche hohe Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht beiwohnten, wurden am Sonntag, dem Ernte­danktag 1942, im Berliner Sportpalast zwei deutsche Bauern mit dem ihnen vom Führer verliehenen Ritterkreuz zum Kriegsverdtenstkreuz ausgezeichnet eine Ehrung, die zu­gleich in sinnfälliger Weise den Dank und die hohe Anerkennung des ganzen deutschen Volkes für verantwortungsbewußte und ein­satzfreudige Arbeit des deutschen Landvolks in allen seinen Glie­dern zum Ausdruck brachte. In einer großangelegten Ansprache machte sich Reichsmarschall Hermann Göring zum Dolmetsch die­ser Dankesgefühle der ganzen Ration, würdigte in eindrucksvollen, immer wieder von stürmischem Beifall unterbrochenen Ausfüh­rungen die hohen Aufgaben, die in dem entscheidungsvollen Ringen des deutschen Volkes um Sein oder Nichtsein dem Land­volk als einem besonders wichtigen Träger des Kampfes der Heimat zufallen und zeichnete darüber hinaus die große Linie, die das grandiose Geschehen dieser Tage bestimmen.

Punkt 12 Uhr erschien Reichsmarschall Hermann Göring mit seiner Begleitung, stürmisch von der tausendköpfigen Menge begrüßt, und begab sich auf das Podium, wo auch die Reichs­minister Dr. Goebbels, Dr. Frick und Rosenberg, die Staatssekre­täre und die übrigen Ehrengäste Platz genommen hatten. Als die Klänge des Nibelungen-Marsches von Richard Wagner, gespielt vom Mustkzug der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg, unter Lei­

tung von SA-Oberführer Fuhsel, in dem weiten Raum verhallt waren, eröffnete Staatssekretär Backe die feierliche Kundgebung.

Staatssekretär Backe begrüßte den Reichsmarschall in herz­lichen Worten und führte n. a. aus:Das deutsche Landvolk ist glücklich, daß gerade Eie, Herr Reichsmarschall, an diesem Tage im Namen des Führers das Wort ergreifen werden. Das deutsche Landvolk wird nie vergeßen, daß Sie, als der Beauftragte des Führers für den Vierjahresplan, immer wieder dann zur Siche­rung der Ernährung persönlich eingriffen, wenn entscheidende Maßnahmen notwendig waren.

Das deutsche Landvolk hat ein Jahr härte st er Pflichterfüllung, aber auch große Erfolge hinter sich. Ls ist vor allem der vorbildlichen Haltung unseres Landvolkes zu danken, daß es durch vollsten Einsatz und stärkste Willenskraft unter den Kriegsverhältnissen gelungen ist, neben der üblichen Frühjahrsbestellung auch noch die restlose Neubestellung der aus- gewmterten Flächen zu erreichen. Die günstige Witterung der letzten Monate förderte das Wachstum- und die Erntebergung außerordentlich. So ist auch in diesem Jahre wieder die Er­nährung unseres deutsch ckn Volkes gesichert. An diesem Erfolge haben Millionen deutscher Bauern, Landfrauen und Landarbeiter miigewirkt.

Einen besonderen Anteil daran haben die Bauern und Land­wirte, die als Landwirtschaftsführer in den besetzten Gebieten vor allem im Osten das Land bestellten, das unsere unvergleich­liche Wehrmacht unter der genialen Führung Adolf Hitlers dem Fsinde entriß.

Das Erntedankfest in der Gauhauptstadt

»anleit« Sprenger zeichnet 278 verdiente Landvolkangehörig« unseres »aues ans

Nach dem BorspruchPflug und Schwert" begrüßte der stell­vertretende Landesbauernfiihrer, Landesobmann Bauer W e i n tz, den Gauleiter und die bäuerlichen Gäste der Eauhauptstadl.

Dann ergriff Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger das Wort. Er ging von der alten bäuerlichen Tradition des Erntedank­festes aus, das heute mehr denn je seinen tiefen Sinn erfahre. War es früher ein Fest des Bauern, so ist es heute ein Fest des ganzen deutschen Volkes, das dank dem Fleiß bäuerlicher Hände auf eine reiche und gesegnete Ernte blicken kann, geworden. Und nicht allein das. Verglichen mit dem vierten Jahre des vergangenen Welt­krieges ist die Erzeugungsschlacht des deutschen Bauern ein Sieg auf bet gangen 2 i n i e. Er beweist mehr als alle Worte die verbrecherische Tendenz des internationalen jüdischen Händlertums, die in den achtziger Jahren Deutschland den Nähr­boden zu entziehen und es gänzlich auf Einfuhr abzustimmen ge­dachten. Kein anderer als Bismarck hatte dieses Ziel in seinen letzten Auswirkungen voll erkannt und ihm durch die Festsetzung von Eetreideeinfuhrzöllen einen starken Damm gesetzt. Zur völligen Umwertung des Bauerntums und seiner Arbeit führte erst der Na­tionalsozialismus im Jahre 1933. Er trieb ein Werk zu seiner Vollendung, das gerade zum heutigen Zeitpunkt erst seine vollen Früchte reifen läßt. Der Plan des Feindes, Deutschland durch eine

Hungerblockade auf die Knie zu zwingen, ist dank dem bäuerlichen Fleiß völlig zum Scheitern »«urteilt und wird, wie bereits die Vorzeichen andeuten, auf die geistigen Urheber dieser Absicht wirkungsvoll zurückgeschlagen. Der deutsche Mensch auf deutscher Scholle ist der Garant dafür. Durch Fleiß, Zähigkeit und Härte ist er zum führenden Vorbild geworden, dos die Be­griffe Herr und Knecht in ihrem alten Sinn nicht mehr kennt.

Der Gauleiter verkündete bann bie Gründung einer Ar­beitsgemeinschaft für bäuerlichen Nachwuchs für den Gau Hesien-Naffau. Ihre Leitung obliegt dem Gauamt für das Land­volk. Ihre Arbeit bient bem Ziele bet geistigen unb seelischen Formung bes bäuerlichen Nachwuchses, bet als Blutquell der Na­tion stets die Besten hervotgebracht hat.

Nach der ausdrücklichen Zusicherung sofortiger Hilfe für fliegergeschädigte Bauern unseres Eaugebietes verlieh der Gauleiter 278 Angehörigen des Landvolkes das Kriegsverdien st kreuz und die K r i e g s v e r d i e n st - Medaille. Er drückte jedem einzelnen der Ausgezeichneten bie Hand, bie sich im letzten Jahr besonbers hart für uniei Wohl­ergehen gerührt hat, und bat die Männer und Frauen, diese Aus­zeichnung in stolzer Freude unb zur Erinnerung an Deutschlands größte und schwerste Zeit zu tragen. Mit den Liedern der Nation klang die eindrucksvolle Feierstunde aus.

Der Gauleiter nahm am Abend des Erntedankfestes an einem Dorfgemeinschaftsabend in Ober-Hilbersheim im Kreise Bingen teil. Er weilte dabei kameradschaftlich unter der Be­völkerung dieses Dorfes und verlebte mit ihr gemeinsam einige frohe und unterhaltende Stunden, die bewiesen, daß bie kulturelle Arbeit bes Dörfer auch im Kriege nicht ruht.

Den Höhepunkt bes Erntebankfestes im Gau Hesien-Naffau bilbete eine große Äunbgebung im Saalbau bet Gauhauptstadt, zu der sich zahlreiche Ehrengäste von Partei, Staat unb Wehrmacht eingefunden hatten, um der Auszeichnung verdienter Landvolk- ongehöriger des Gaues Heffen-Nasiau beizuwohnen. Die lebendige, klingende Musik bet Heetesmufikschule Frankfurt am Main unter bet Leitung von Stabsmusikmeister Schwäger! betonte bie Festlich- leit bet Stunbe.

Sn Würdigung dieser Leistung des gesamten deutschen Land­volkes werden heute auf Anweisung des Führers im ganzen Reich zahlreichen besonders verdienten Landarbeitern, Bauern, Land­arbeiterinnen und Bäuerinnen und darüber hinaus verdienten Landwirtschaftsführern aus dem Osten Kriegsauszeich­nungen Überreicht.

Mit Dankbarkeit erfüllt es das deutsche Landvolk, daß zwei Männer aus seinen Reihen vom Führer würdig befunden worden sind, das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes zu erhalten. Es find dies der Landwittschaftszühret Kurt Leffler und der Bauer Ernst Ritter, bie beibe hier unter uns weilen unb bie ich besonders herzlich begrüßen möchte.

Der Landwirtschastsführer Kurt L e f f l e r hat im Osten unter schwierigsten Verhältnissen unb wiederholtem Einsatz seines Lebens besonders Hervorragendes bei der Versorgung der Truppe und beim Wiederaufbau der Landwirtschaft in seinem Bezirk geleistet. Mit größter Umsicht befreite er durch persönliches energisches Ein­greifen fein Gebiet von Banden unb befriedete es.

Der Bauer Ernst Ritter aus dem Breisgau hat nicht nut in seinem Heimatkreis unb den zu Kriegsbeginn geräumten Grenzgebieten teilweise unter Feindeinwirkung große Flächen brachliegenden Laubes ber deutschen Ernährung in kürzester Zeit wieder nutzbar gemacht, sondern darüber auch im besetzten Elsaß in bet total oerdbeten und versteppten Zone vorbildliche Aufbau­arbeit in bet Landwirtschaft geleistet.

Beibe Ritterkreuze gelten aber nicht nut bet persönlichen Lei- stung dieser beiden Männer, sondern auch ber unbekannten Lei­stung, bie von Tausenben bes Landvolkes im stillen vollbracht wurde. Dies macht das deutsche Landvolk stolz und dankbar."

Während sich dann alle von ihren Plätzen erhoben, begaben sich, geleitet von dem mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichneten Oberwachtmeistet bes Heeres Kirchner die bei­den Bauern Kurt Leffler, LandwirtschaftsfLhrer im besetzten Ost. gebiet, und Ernst Ritter aus bem Breisgau, zum Rednerpodium Augenblicke feierlicher Spannung waren es, als nun der Reichs-