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Samstag/Sonntag, 3./4. Oktober 1942

Wiesbadener TagblaN

Jlr. 232 Seite 5

IßiesbaOcn-ßiebEid)

DasSB. T." gratuliert. Am Sonntag vollendet Waldemar Schwalbe, Betriebsfühler und Borstandsmitglied der Kalle ii. Co., 516., sein 60. Lebensjahr. 1938 beging er fein 25jähriges Dienstjubiläum. Ehe er 1913 in Biebrich eintrat, lag schon eine reiche wissenschaftliche, chemische und technische Erfahrung hinter ihm. Während des Weltkrieges arbeitete Schwalbe in der Zwischenproduktenabteilung mit großer Hingabe und Energie. Den entscheidenden Abschnitt seiner beruflichen Laufbahn leitete jedoch das Jahr 1924 ein als Kalle auf eine neue Fabrikationsbasis gestellt werden mußte. Da eröffnete sich für ihn ein weites, neues Aufgabengebiet die Einrichtung und Leistung der Cellophan- Fabrikation Am 1. 4. 1933 übernahm Waldemar Schwalbe die gesamte technische Leitung des Werkes. Im Januar des daraus­folgenden Jahres trat er in den Vorstand der Firma ein. Waldemar Schwalbe ist nicht nur Chemiker von Natur; c# hat .technische Phantasie", um chemische Prozeße zweckmäßig ins Apparative zu übersetzen. Es war gewiß keine Kleinigkeit für ihn als Farbstoffchemiker, sich auf das neue Gebiet der Cellulofever- edlung umzustellen und im Rahmen einer alten Teerfarbenfabrik eine Anlage zu schaffen, in der neue, völlig anders geartete Pro­dukte sich entfalten konnten. Seine ruhige, abwägende Art, [ein verständnisvoller Sinn hat ihm die Herzen seiner Mitarbeiter geöffnet. Durch sein Verwachsensein mit allen Einzelheiten des Betriebes, durch feine stets hilfsbereite Eins (Jung in allen sozialen Fragen, durch seine Menschenkenntnis »nd seine Fähig­keit, Menschen zu führen, ist es ihm gegeben, das verantwortungs­volle Amt des Betriebsführers vorbildlich wahrzunehmen.

Masdadün-DotzSatM

Das Erntedankfest der Ortsbauernschaft Dotzheim wird am Samstag mit der Aufstellung des Erntekranzes auf dem Platze am Rheineck eingeleitet.

DasW. T. gratuliert. Am 1. Oktober begingen die Ehe­leute Georg Diehl und Rosa, geb. Herborn, Obergasie 74, das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Am 3. Oktober feiert Frau Käthe Sternberger, geb. Sturm, ihren 70. Geburtstag.

Wiesbadener> Lichtspiele

* Thalia-Theater. Zu dem FilmwerkEiner für alle lieferte das italienische Marineministerium Stoff und Drehbuch. Es ist ein packendes Heldenlied von dem schweren Dienst, dem opferbereiten Einsatz der U-Booismänner. Bei Übungen laichter Seestreitkräfte wird im Rebel ein auftauchendes Unterseeboot von einem anderen Schiff gerammt und sackt ab. Die Besatzung hat bereits eine vielstündige Tauchübung hinter sich, nur für eint be­grenzte 3jeü bleibt Atemlust. Aus eigener Kraft kann das Boot nicht mehr an die Oberfläche kommen. Rettungsversuche aller Art werden eingeleitet, Bergungsschiffe und Taucher wirken mit. Voll dramatischer Spannung ist dieser Kampf um das Leben der Boots­besatzung. Sehr instruktiv werden die technischen Einzelheiten geschildert, so gewinnt der Film einen hohen dokumentarischen Wert, aber er hat zugleich die mitreißende Wucht des unmittel­baren Erlebens. Im kritischsten Augenblick opfert einer der ,See­leute sich bewußt für die Kameraden. Und bann die ergreifende Szene: Als das U-Boot emporkommt, grüßen mlltzenschwenkend hic Matrosen ringsum auf den Schiffen; die Kriegsflagge wird gehißt, doch sie bleibt auf Halbmast, der Jubel verebbt in feier­lichem Schweigen. Den Kämpfern auf See, den Helden, die in der Flut ihr Grab fanden, ist das Filmwerk gewidmet, das ver­dientermaßen mit den Prädikaten staatspolitisch und, künstlerisch wertvoll ausgezeichnet wurde. Die Männer, die bei den Auf­nahmen kurz vor Beginn des gewaltigen Völkerringens mit­wirkten, stehen heute am Feind. Es sind Ofiziere und Soldaten der italienischen Kriegsmarine, die als Darsteller sozusagen eige­nes Schicksal gestalten und daher um so stärker zu Überzeugen vermögen. Vorzüglich ist die Aufnahmetechnik und die regiemäßige Beherrschung des Stoffes, die den beiden Seiten von Kulturfilm und Abspiegelung eines packenden Geschehens gleicherweise gerecht wird; sorgfältig und verständnisvoll auch die gute deutschsprachige Bearbeitung. Einen weiteren sehr lehrreichen militärischen Film bringt das Beiprogramm. Er heißtMelder durch Beton und Stah I", geschaffen von der Nachrichtentruppe des Heeres. Zwingend zeigt er die Bedeutung des Meldewesens im modernen technischen Krieg, den vielfältigen Einsatz der Nach­richter, die verschiedenen Arten der Übermittlung; gleichsam ein weitverzweigtes Nervensystem breitet sich von den Befehlsständen aus über das Schlachtfeld, registriert jede Phase des Kampfes, verbindet die Truppenteile, und wir sehen die Männer an Draht und Funkapparat jederzeit zu vollem Einsatz bereit, zwischen Eisen und Feuer, und tapfer bestehen mit ihnen die Gefahr auch die vierbeinigen Kameraden, die Meldehunde. Heinrich Leis

Mus Gau und Provinz

45 Zentner Körner durch Ährenlesen!

= Limburg, 3. Okt. Daß in unserrn Vaterland alles geschieht, die Volksernährung zu sichern, und daß vor allem unsere Land­bevölkerung hierbei voll ihre Pflicht tut, geht aus der Tatsache hervor, daß in diesem Herbst beim Abdrusch des Getreides Überall viele Zentner Körner allein aus gelesenen Ähren gewonnen wer­den. In der großen Kreisgemeinde Dauborn wurden auf diese Weise nicht weniger als 45 Zentner Körner guten Brot­getreides vor dem Verlorengehen bewahrt.

Eine Bahnwärterin ermordet

= Betzdorf, 3. Okt. Auf dem an der Strecke KölnBetzdorf- Siegen gelegenen Bahnwärterposten 74 unweit des Dorfes Grüne­bach fand man nachts die dort Dienst tuende Bahnwärterin mit durchschnittener Kehle tot in einer Blutlache liegend auf. Es handelt sich bei der Ermordeten um die 23 Jahre alte Ehefrau Hildegard Böcking, geborene Hein, aus Wahlbach (Kreis Siegen). Als der Tal dringend verdächtig wurde ihr Ehemann Wilhelm Böcking in Haft genommen. Er leugnet zwar bis zur Stunde die Tat, doch spricht eine Reihe von Umständen dafür, daß er als Täter in Frage kommt.

= Westerburg. 3. Okt. In Herschbach war es aufgefallen, daß ein Landwirt von drei Kühen nur 17 Liter Milch täglich ab­lieferte. Die Nachprüfung ergab, daß die Tiere 23 Liter Milch gaben. In verschiedenen Verstecken wurden Milch und Rahm so­wie selbstgestoßene Butter vorgefunden 5lus Furcht vor Ent­deckung schüttete die Frau "während der Kontrolle ein Gefäß mit zurückgekmltener Milch in einen Waffengraben. Wegen seiner gewissenlosen und eigensüchtigen Handlungsweise wurde der Land­wirt in Schutzhaft genommen.

= Alsfeld, 3. Okt. In den frühen Morgenstuirden des Frei­tag brach in der Holzwarenfabrik von C. Krause u. Co. Feuer aus, das erst nach mehrstündiger eifriger Löscharbeit der motorisierten Feuerwehren von Alsfeld. Gießen, Lich und Grün- 6etg niedergekämpft werden konnte. Da das Maschinen- und Keyelhaus von den Feuerwehren geretiet wurde, kann der Be­trieb fortgeführt werden. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unbekannt.

Büdingen, 2. Okt. Das seltene Fest der diamantenen Hoch­zeit konnten am 29. September in Büdingen Lehrer i. R. Hermann Frau in erfreulicher Rüstigkeit begehen. Lehrer senior der Lehrerschaft desoberheffischen Rothen-

Becker und Fra Becker ist der feni bürg".

.. Wörrstadt, 1. Okt. Seine durch Krankheit gebrechliche und geistig schwach gewordene Ehefrau hatte der Heinrich Stahl in Armsheim roh mißhandelt und nicht mehr genügend für ihren Lebensunterhalt gesorgt. Er hatte sie einmal so heftig geschlagen, daß sogar dl-- Nachbarn die Mißhandlungen hörten. Stahl wurde wegen Mißhandlung seiner Frau und böswilliger Verletzung feiner Fiirforgepflicht zu vier Monaten Gefängnis verurteilt.

= Wöllstein (Rheinh.), Z. Okt. Wegen schweren Diebstahls wurde der Jakob Hilsdorf aus Eaubickelheim zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Der Angeklagte war im Jahre 1940 mehrmals in den Keller des Winzervereins in Eaubickelheim eingestiegen und hatte dort erhebliche Mengen Weißwein gestohlen Er ist wegen des gleichen Delikts bereits mit sechs Monaten Gefängnis bestraf! worden. Da der Verurteilte äußerst ehrlos und in verbrecherischer Gesinnung gehandelt hatte, erkannte ihm das Gericht die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zwei Jahren ab.

Gina Ginoiti in derScala"

Ein abwechslungsreiches und interessantes Varietö-Prograinin

Die berühmte italienische Künftlerfamilie Einotti gastiert wieder in derScala" mit Szenen aus derPuppenfee", die Maestro Einotli, der Lehrmeister seiner Kinder, einstudierte und mit temperamentvoller Stabführung selbst dirigiert. Wieder erleben wir das »Wunder einer akrobatischen Tanz-Sensation, die vor allem Gina Ginotti in einer Paraderolle zeigt. Sie tanzt mit ebensoviel Anmut wie Grazie die einschmeichelnden Melodien des Balletts, um bann mit einer Vollendung, die immer wieder Bewunderung auslöst, ihre Elastizität und ihre Gewandtheit in den schwierigsten, von ihr aber mit verblüffender Leichtigkeit gebrachten körperlichen Übungen zur Geltung zu bringen, wobei ihr kleiner Bruder, der 11jährige Benito, als Partner eine erstaunliche Gelenkigkeit und Vielseitigkeit artistischer Betätigung zum Ausdruck kommen läßt. Die einmalige Begabung, welche sich in diesen beiden jugendlichen Künstlernaturen ver­körpert, fand wieder die verdiente Anerkennung mit dem stärksten Beifall des begeisterten Publikums. Eine hervorragende Tanz- künstlerin ist auch die Ungarin Maria Szantho, deren

raffige Darbietungen beste Schulung und den Schwung tempera­mentvoller Hingabe erkennen laffen. Lieder der Liebe singt deutsch und italienisch Low S k a y a. Ihr von Innigkeit des Ausdrucks erfüllter wohlklingender Sopran zwingt die Zuhörer in den Bann aufmerksamer Bewunderung. Die großen Nummern eines akroba­tischen Schau-Programms sind gleich mehrfach vertreten. Da ist vor allem Viktor L o i k a, dessen schwierige Stuhlbalanzen auj dem schwingenden Trapez den Atem anhalten lassen. Da ist der Japaner Nobuo N o k o d a, der in einem Kombinationsakt sich als vollendeter Handstand-Künftler, Jongleur und Fuß-Equilibrist erweist Da sind die Drei Sohns, die in einem serios-komischen Trampolin-Flugakt mit Vehemenz durch die Lust wirbeln. Und da ist Kott e, der verrückte Mann auf dem Rad, dessen groteske Darbietungen ein hohes Maß von Sicherheit und Gewandtheit erfordern. Für heitere Unterhaltung sorgt Richard Schulze, ein bewährter Komiker, der mit seinen tollen «paßen die Fröh­lichkeit im Saale auf Touren bringt und in dem SkeftchOswin macht Karriere" (mit Mary M ü 11 e r-S ch a d o w) den grotesken Unsinn einer derben Verwechslungskomödie auf die Spitze treibt. Konzert- und Begleitmusik ber Kapelle Wilhelm Kaus- m a n n ergänzen das ausgezeichnete Programm, dem ein dank­bares Publikum reichen Beifall spendete. Fritz Gunther

Sport und Spiel

Die Gauklasse Hessen-Nassau

Kickers Offenbach FSV. Frankfurt FK. 93 Hanau Eintracht Frankfurt Opel Rüsselsheim Wormatia Worms SpBgg. Aeu-Jfenburg Union Niederrod SB. 98 Darmstadt Rotweiß Frankfurt

Der bedeutsamste und interessanteste Kampf steigt in Offen­bach. Der Meister hat zuletzt wieder [eine gute Form unter Be­weis gestellt. Er hat diesmal mit Fußballsportverein einen sehr ernst zu nehmenden Gegner, und gewiß werden die Bornheimer den Kickers das Höchste abverlangen. Aber schließlich sollte doch ein Offenbacher Steg herausspringen. Ein recht zähes Ringen steht auch in Hanau zu entarten. Die Eintracht verlor auf eige­nem Platz gegen Rotweiß und liegt noch punktlos am Tabellen­ende. So wird sie mit aller Kraft wenigstens um einen Teilerfolg ringen, und ein Unentschieden scheint hier sehr wohl möglich. Die beiden Neulinge «Isenburg und Opel treten zu Hause, an. Dabei hat Isenburg wohl die leichtere Aufgabe und sollte die Union am Boden halten können. Ob dagegen Opel mit Wormatia fertig wird, ist immerhin fraglich. In Darmstadt gastiert Rotweiß und müßte nach Kampf gewinnen können; die Bockenheimer hätten sich mit weiterem Punktezuwachs eine recht günstige Ausgangs­stellung geschaffen.

Zwei Freundschaftsspiele

KSE. Wiesbaden BSE. Opel Rüsselsheim Post-SE. SV. 19 Biebrich

Die Kreisklasse beginnt am 18. Oktober die Meisterschasts- runbe und zwar spielt die Staffel Wiesbaden in diejem Jahr unter sich. Teilnehmer sind die folgenden Vereine: KSE., Reichs­bahn, Luftwaffe, Poft, FV. 02 Biebrich, SV. 19 Biebrich, FSV. 08 Schierstein, SpVgg. Eltville.

Zwei Freundschaftsspiele nun am Sonntag sind gewissermaßen Probestart für die kommenden Punktekämpfe. KSE. empfängt die Betriebssportler von Opel Riiffelsheim. Als Mittelläufer ist ein neuer Mann eingesetzt, der Posten des rechten Läufers bleibt noch offen. Roßkopp spielt diesmal im Angriff und sollte hier zwi[chen den ehemaligen Kastelern Schirmann und Gierend eine wesent­liche Verstärkung bedeuten. Man erwartet ein schönes Spiel, das die (Selben wohl für sich entscheiden müßten.

Die Post hat eine Begegnung mit Biebrich 19 vereinbart und will bei dieser-Gelegenheit eine Reihe neuer Leute ausprobieren. Die endgültige Aufstellung erfolgt erst vor dem Spiel, das einen interessanten Vergleich der Spielstärke ermöglichen wird. Die beiden Einheiten haben sich seit längerer Zeit nicht miteinander gemessen.

Endkampf um den Kriegserinnerungspreis

Reichsbahn-SE. FSB. 08 Schierstein

Reichsbahn und Schierstein sind bekanntlich als Sieger in den beiden Vierergruppen der Spiele um den Erinnerungspreis fest- gestellt worden. Untereinander machen sie nun in jroei Begeg­nungen den Endsieger aus. Das Vorspiel findet am Sonntag auf dem Reichsbahnplatz statt, der Rückkampf steigt acht Tage später in Schierstein. Diese Treffen versprechen einen sehr spannenden Verlauf, da beide Bewerber zur Zeit gut in Form sind und in ihrer Spielstärke ziemlich gleichwertig erscheinen. Der Slusgang laßt sich kaum voraussagen. Jeweils hat natürlich der gastgebende Verein durch den Vorteil heimischer Umgebung die belferen Aus­sichten. So wird diesmal die Reichsbahn energisch auf Sieg spielen, aber die Schwarzweißen mit Hell; Krug, Hirschberg; Schröder, K. Schmidt, Groth; Stroh, Fr. Schmidt, Stromberg, Nik. Henn- rich, Laumann lassen hartnäckigen Widerstand erwarten. Vermut­lich gibt die Tagesform den Ausschlag.

Um die HandbaU-Gaumeisterschaft

Luftwaffe Wiesbaden GsL. Pfungstadt Polizei Frankfurt Tu. Franksurt-Eriesheim SA. Frankfurt RSE. Hanau

Tgd. Rüffelsheim Tgs. Dietzenbach Igf. Offenbach Luftwaffe Gießen

Im Kampf um die Eaumeisterfchaft stellt sich am Sonntag hier beim zweiten Heimspiel des Luftwaffen-SV. die EfL. Pfung­stadt vor. Beide Mannschaften stehen zur Zeit mit 4:2 Punkten noch aussichtsreich im Weitbewerb; die Gäste, die zu Hause Gries­heim und Offenbach schlugen und in Frankfurt knapp gegen die SA. verloren, kamen etwas leichter zu ihren-Zählern als die Hiesigen, die bereits gegen schwerere Gegner im Gefecht standen. Wir glauben daher auch, daß der LSV., obwohl er in der Be­setzung Adler; Torninski, Hunger; Becvar, Bohrmann, Wiest; Kloppstein, Knoll, Senget, Schemel und Busse mit Ersatz in der Verteidigung antritt, das bessere Ende für sich behalten wird.

etwas anziehend. Der Freiverkehrsaktienmarkt lag ruhig bei Aktien und 0,07 (0,004) Wertpapiere.

der die

die SA' gegen die im Hintertreffen liegenden Hanauer. In Rüffelsheim sollte si» der Spitzenreiter Dietzenbach weiter allein vorne behaupten. In Offenbach wird die Igf. gegen den Tabellen­letzten Gießen zur Mittelgruppe aufrücken.

gemeinen etwas schwächer ein. Die Kurse gaben zumeist leicht nach. Zellstoff Waldhof waren um 1 % gebessert. Reichsaltbesitz 168'/«. Steuergutscheine' I 104'/-. Jndustrieobligationen im allgemeinen

Vor Beginn und während der Pause spielt eine Musikkapelle Luftwaffe.

Wie in Wiesbaden, so geht es auch in Frankfurt um Ehrenplätze im Vorderfeld; die Polizei wird gegen die mit ihr gleichstehenden Griesheimer härter darum zu kämpfen haben als ' gegen die im Hintertreffen liegenden Hanauer. In

Hockeygäste im Nerotal

Der Wiesbadener Tennis- und Hockey-Klub hat diesmal drei auswärtige Gegner zu Gast. Die Jugend des Clubs erwartet am Samstagnachmittag die Mannschaft des ' HJ.-Gebl.etsmelfters Sachsenhausen 1857, während die Mädchen am Sonntag« vormittag gegen die BDM.-Els von Frankfürt-Fecheri­tz e i m und die Frauen am Sonntagnachmittag gegen I G. Höchst spielen werden. Das Spiel der Jugend ist etn Freund­schaftsspiel, während die beiden anderen Spiele wichtige Punkt- kämpfe darstellen.

Leichtathletischer Bergleichskampf Bann 80 gegen Bann 258

Auf der Kampfbahn Frankfurter Straße treten am Sonntag« vormittag unsere HJ.-Leichtathleten zu einem Vergleichskampf gegen den Limburger Bann 253 an. Die Gäste, bekannt durch beste leichtathletische Leistungen, kommen mit ihrer stärksten Mannschaft ebenso wie die Einheimischen. An Läufen sind zu erwarten: 100, 200, 400, 800 und 1500 Meter und 4X400-Meter- Staffel, Wettkämpfe in Hochsprung, Speerwerfen, Diskus, Weit, fprung, Kugelstoßen, Stabhochsprung, Hammerwerfen, Keulen« werfen usw. .

SA.-Wehrkampftag m Idstein

Am Sonntag, 4. Okt., finden in Idstein die SA.-Wehrkampf- tage des llntertaunuskreises im Bereich des Sturmbannes III 224 ihren Abschluß. Der Nachmittag bringt die Entscheidungskämpfe und wird durch eine Ansprache des.Führers der Standarte 224 und Inspekteurs der Brigade 150 Sturmbannführer Weidmann eingeleitet. Der Untertaunustreis wird durch diese Veranstaltung geschlossen und einmütig den Wehrwillen des deutschen Volkes zum Ausdruck bringen.

______Wirtschaftsteil

Schiffe sind keine Schlitten

Transport über nordstbirische Hjisen?

Der zweite Großgeleitzug von den Vereinigten Staaten nach der Sowjetunion ist von der deutschen Luftwaffe und den Unter­seebooten schmählich zerschlagen worden. Dadurch ist in aller Welt offenbar geworden, wie problematisch für unsere Feinde die Seeverbindung durch den Nordatlantischen Ozean nach Murmansk und Archangelsk geworden ist. Mit den anderenWegen zur Sowjetunion" steht es nicht viel bester.

In ihrer Not stürzen sich unsere Gegner auf die ausge­fallensten Versuche. Da ist z. B. der Weg durch die schmale Beringstraße und das Sibirische Eismeer nach den Buchten Nord­sibiriens. Von den zahlreichen Flüssen, die ins Nordmeer mün­den, können nur wenige die Seefrachten auf die Binnengewässer übernehmen und große Strecken landeinwärts schaffen. Da sind vor allem der Jemsei und der Ob, Flüsse, die bis Zentralrußland vorstotzen und in den weiten eisenbahnlosen Strecken oft die St Verbindung darstellen. Auch die Flüsse Chatanga, Lena, rr und Jndigirka sind mehr oder weniger für den Waren­umschlag geeignet. Auf kleinere nordsibirische Buchten setzen die Feinste ebenfalls Hoffnungen.

Es darf bei dieser Route jedoch nicht vergessen werden, daß es sich um Eiszonen handelt, die im Jahr nur wenige Wochen frei sind. Der beste Hafen ist Port Jgaska am Jenistei. Aber auch er ist in der Regel nur von Milte August bis Mitte Ok­tober eisfrei, also etwa acht Wochen. Bei ungünstiger Witterung verkürzt die Frist sich ganz erheblich. Dennoch wurde über diese nördlichste Wasserstraße auch im Frieden schon einiger Verkehr ge­leitet. Das war jedoch nur möglich unter dem Einsatz starker Eisbrecher und zum Teil auch von Fliegern, die eisfreie Wege auffpüten mußten. All diese erschwerenden Umstände laffen einen starken regelmäßigen Schiffsverkehr nicht aufkommen.General Eis" versperrt alfo diesen bolschewistischen Nachschubweg. Und somit ist es kein Wunder daß die geschäftsbeseffenen Plutokraten aufs neue den gefahrvollen, fedoch natürlicheren Weg über den Nordatlantik genommen haben. Ob sie es jedoch bei der Höhe des Einsatzes nach einmal versuchen werden, muß abgewartet werden. Es wäre der beste Beweis für die verzweiftungsvolle Lage.

Frankfurter Börse vom 3. Oktober. Die Börse setzte im all-

Neues aus aller Welt

Kaffee reift in Deutschland

In der Nähe von Wasenweiler am Kaiser st u h l be­findet sich der heißeste Ort in ganz Deutschland. Wie schon öfter gibt es auch in diesem Jahre in Wasenweiler viele Kasfeesträucher, die sich voll entwickelten und deren Früchte zur Reife gelangten und zwar zur vollen Reife. Das ist aber noch in weiteren Gegen­den des Oberrheingebietes der Fall. Die Kaffeebohnen, die ge­erntet worden sind, weifen ein ausgezeichnetes Aroma auf.

Zugfaminenstoß in der Schweiz

Bern, 3. Okt. Wie derBund" erfährt, stießen Freitag früh östlich der Station Tüfcherz bei Biel auf der Strecke BielNeuen­burg ein Güterzug und ein Perfonenzug zusammen. Der Lokomo­tivführer des Personenzuges wurde getötet, der des Güterzuges verletzt. Die Zahl der Toten beträgt bis jetzt 1 0; 16 Personen wurden verletzt. Eine 5Inzahl Wagen ist entgleist.

Westmark-HJ. schafft größte Seidenraupenzucht. Die Bann- führung und Bannmädclführung Frankenthal haben in diesem Sommer die Frankenthaler Seidenraupenzucht zur größten Anlage der HI. im ganzen Reich ausgebaut. Im Laufe der Zeit ent­wickelten sich aus 60 Gramm Samen etwa 100 000 Seidenraupen. Planmäßige Maulbeerpflanzungen gaben die nötige Futtergrund­lage. Es wurden etwa 1000 Kokons abgeliefert und aus der Menge der abgelieferten Seidenfäden können acht Fallschirme her- gestellt werden.

33 Schweine unter der Straßenbahn. In einem Vorort von Budapest wurde eine Herde von 200 Schweinen, die dem Grasen Dr. Stefan Karolqi gehörte, durch die Straßen getrieben. Als ein Straßenbahnwagen vorbeifuhr und der Fahrer Signale

gab, liefen die Schweine auseinander. Zahlreiche Tiere gerieten dabei vor den Triebwagen. Obwohl der Fahrer sofort bremste, konnte er den Wagen doch nicht auf der Stelle zum Stehen bringen. 33 Schweine wurden getötet bzw. so schwer verletzt, daß sic geschlachtet werden mußten.

Wie man mit Druckfehlern Geschäfte macht. Wie aus Genf berichtet wird, hat sich der achtunddreißigjährige Julien Febre, ein Mann ohne Beruf und ohne festen Wohnsitz, seit mehreren Jahren durch einen ganz neuartigen Trick ein sehr ansehnliches Einkommen verschafft. Er kaufte nach Gewicht Tausende von Büchern auf, die sonst unverkäuflich waren, weil sie schwere Druckfehler enthielten oder falsch gebunden waren, so daß die Seitenzahlen nicht stimm­ten. Dann begab er sich jeden 'JKorgen zum Rathaus und verschaffte die neuesten Eintragungen des Standesamtes, wobei er Namen, Vornamen und Anschrift der eben Verstorbenen in sein Notizbuch schrieb. An diese Anschriften sandte er darauf einen der fehlerhaften Bände gegen Nachnahme. In 90 v. H. Fällen nahmen die Familie des Verstorbnen oder auch seine Erben die Sendung an und be­zahlten die Gebühr, da sie glaubten, daß sie damit vielleicht einen letzten Wunsch des teuren Entschlafenen respektierten.

2000 Renntiere gestohlen. Ein sensationeller Renntierdiebstahl, wohl der größte, der überhaupt je in Finnland verübt wurde, wurde vor einigen Tagen in Enontekio an der finnisch-norwegischen Grenze ausgeführt. Hierbei wurden dem sogenanntenKönig von Lappland", Aslak Juso, nicht weniger als 2000 Renntiere ge­stohlen, wobei es zwischen den Dieben .und den Bewachern der Renntiere zu einem Schußwechsel kam. Die Renntiere befanden sich in der Gegend des Haltiarunturi, des höchsten Berges Finnlands, der bereits zum norwegischen Hochgebirge gehört. Der dem be­stohlenen Lappen verbliebene Renntierbestand beträgt jetzt nur noch etwa 700 Tiere Der Schaden beläuft sich aus mehrere Millionen F i n n m a r k und ist nntionalölonomisch kaum er=v setzbar. Die Polizei und der Renntierbesitzer haben sich an den Ort des Diebstahls begeben, um die nötige Untersuchung durchzuführen