Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Tagblatt

Swart ittth 9. SAelletihrra'i&e Siu6brtt<f«"rei. 21 OrtAhlaH. Aanal ' ' «Jnrti»*11irti ia 6 ««1««hen iitidieinutUJöieil werktäalüb nackimittaaS

ErscheinungSzeit werktäglich nachmittags

Wöchentlich t* 6 Ausgaben

Druck und Verlag: £. Schellenbcrg'sche Buchdruckerei, Langgasse Rr. 21 (Tagblatt-Haus)

90. Jahrgang

Montag, 14. September 1942

Nummer 215

Geschäftszeit durchgehend von 819 Uhr nutzer Sonn- und Feiertag» . Berliner Büro; Berlin-Wilmersdorf Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil RM 0.07, der 46 Millimeter breiten Spalte im Tertteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend - Nachlässe nach Preisliste Nr. 10 - Schluß der Anzeigen-Annahme 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Vortage

Fernruf: Sannnel-Nr. 69631 - Drahtanschrift: Tagblati, Wiesbaden . Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 7406 Bezugspreise: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2. einschließlich des Trägerlohnes Durch Oie Post bezogen für einen Monat RM 2.35, zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld Einzelnummern RM0.10 Bei Behinderung der Lieferung infolge höherer Gewalt kein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises

Aus dem Führerhauptquartier. 13. Sev- Das Oberkom­mando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche Unterseeboote versenkten im 6 t. Lorenz- strom und au der kanadrchen Küste, im Atlantik und vor Afrika aus Geleitzügen und i« Einzeljagd in barte« Kämpfen 18 Schiff« mit 121500 BRT. Ein weiteres Schiff wurde torpediert.

Darüber hinaus ist zur Zeit im Atlantik eine Eeleitzugschlacht groben Umfanges im Sange.

Unaufhaltsames Schiffssterben

Unsere tapferen Unterseeboote versenkten wiederum 18 Schiffe mit 121500 BRT

as. Die Schlacht auf den Meeren gebt ohne Pause weiter. Alle Erklärungen des Herrn Knox und der sonstigen amtlichen US-amerikanischen und englischen Stellen, dah die Versenkungs­ziffern zurückgegangen seien und daß die U-Boot-Abwehr nun­mehr wesentlich größere Erfolge erzielt, sind nichts weiter als Zweckoptimismus, oder, gut deutsch gesagt, nichts weiter als Schwindel. Hätte es noch eines Beweises hierfür be­durft, so würde ihn die neueste Meldung über die Erfolge unserer U-Boote bringen. Wurden erst am 7. d. M. 17 feindliche Schiffe mit 108 000 BRT. als versenkt gemeldet, so sind inzwischen wie­der 18 Schisse mit 121 500 BRT. auf den Erund des Meeres ge­schickt. Dabei betonte die amtliche deutsche Meldung vom Sonn­tag, daß im Atlantik eint Eeleitzugschlacht großen Umfanges im Gange ist. Das ist eine Mitteilung, die weitere erhebliche Versenkungsziffern erwarten läßt, zeigt sich doch immer wieder, daß unsere U-Boote sich auch durch die starke Ab­wehr des Gegners nicht abschütteln lassen, sondern am Feind bleiben, bis der feindliche Eeleitzug völlig zersprengt oder ver­nichtet ist.

Auch im gegnerischen Lager kann man angesichts dieser nicht «bleibenden Schiffsverluste den Ernst der Lage nicht ganz ver­tuschen. So bequemt man sich von Zeit zu Zeit doch einmal zu Eingeständnissen, die uns zwar nichts Neues sagen, die aber die analo-amerikanifche Öffentlichkeit dann meist recht unangenehm berühren. Das kanadische Marine-Hauptquartier sah sich beispielsweise genötigt, vor falschem Optimismus zu warnen.Die Schlacht auf dem Atlantik" so heißt es in dieser Erklärung,ist von einer größeren Ausdehnung als man sie je zuvor erlebt hat und sie wird schonungslos wie noch nie ausgetragen". DiePictuie Post" versucht auch einmal ihren Lesern klar zu machen, was denn eigentlich die Versenkung eines Dampfers bedeutet. So schreibt das Blatt:Ein 10 000 BRT.

Tankschiff kann 118 000 Hektoliter Petroleum befördern, die den Treibstoff für tausend mittlere Panzer, oder tausend Bombenflug­zeuge für eine Strecke von 1300 Meilen liefern. Ein 10 000 BRT. großer Frachter faßt eine Eetreidemcnge, um 40 000 Familien ein Jähr lang mit einem Kilo Brot täglich zu versorgen." Zu diesen Zahlen muß man sich vor Augen halten, daß die beiden Sonder- meldungen, die bisher über die U-Boot-Erfolge in diesem Monat herauskamen, die Versenkung von über ein Viertel Millionen BRT., genau 229 500 BRT. verzeichneten. Das sind Zahlen, die dem Wagemut unserer U-Boot-Besatzungen ein glänzendes Zeug­nis ausstellen, zumal der Feind seine Abwehrmaßnahmen auf das stärkste ausgebaut hat und an Sicherungsfahrzeugen alles ein­setzt, was er nur irgend entbehren kann, bis hinunter zu Küsten­motorbooten und Segeljachten. Diese stark ausgebaute feindliche Abwehr stellt an die Kampfkraft und die Einsatzbereitschaft unserer U-Boot-Besatzungen die höchsten Anforderungen. Die Besatzung, auf engstem Raum zusammengedrängt und auf oft wochenlangen Fahrten zu einer harten Kampfgemeinschaft zu­sammengeschweißt, kann den Feind, der sie mit Wasserbomben an­greift, nicht einmal sehen. Während der feindliche U-Boot-Jäger Bombe auf Bombe ins Wasser wirft, gerade dort, wo sich das Unter­seeboot vermutlich befindet, muß die U-Boot-Besatzung ohne einen Schuß zu ihrer Verteidigung abgeben zu können, warten. Ihre Nerven sind dann bisjum Zerreißen gespannt, bis die Detonationen der Wasserbomben schwächer und schwächer werden. Dann wissen die Männer: Es ist wieder einmal gut ge­gangen, und aufs neue beginnt dann die Jagd nach feindlichen Schiffen, die ohne Unterbrechung Tag für Tag und Woche für Woche fortgesetzt wird.

In London gab gestern der Flotten-Admiral Shatfield bekannt, daß bereits über 16 000 britische Seeleute aus Handelsschiffen untergegangen sind. Er er­klärte, daßder dauernde Kampf auf den Meeren den Kämpfen zu Lande und in der Luft gleich stehen". Diese Worte wurden auf einem Konzert gesprochen, das zu Ehren solcher Seeleute ge. geben wurde, die der Eeleitzug-Hölle entronnen sind. Der König batte dazu ein Telegramm gesandt, in dem es heißt, er der König und sie Königin, vertrauten darauf, daß das Konzert eine passende Anerkennung der unschätzbaren Dienste sei, die diese Männer der Handelsmarine dauernd leisten. Das ist der Dank des plutokratijchen Englands und seines Königs, der auch privat einer der reichsten Männer des Empires ist, für die Seeleute, die ihr Leben für die Versorgung Englands und der englischen Fron­ten einsetzten. Die neuesten Versenkungszahlen waren, nebenbei bemerkt, eine gute Illustration zu der Londoner Veranstaltung.

Die Verluste der Bolschewisten sind grauenvoll

(Eigener Drabtbericht uniererBerliner Schriftleitu n g)

as. Berlin. 14. Sept. Immer nervöser und immer be­sorgter klingen die Kommentare der englichen Presse zu dem gewaltigen Kampf, der um Stalingrad entbrannt, ist. Welche hervorragenden Leistungen unsere unvergleiwlichen Truppen hier vollbrachten, und noch stündlich gegen einen sich verzweifelt wehrenden Feind vollbringen, der das ganze Kamvffeld mit allen Schikanen neuzeitlicher Befestigungs­kunst in ein Festungskampffeld umgestaltet bat, das zeigen auch immer wieder die Berichte des OKW.. tn denen ge­schildert wird, wie hier Betonbunker und eingegrabene jchwere Panzer mit Flammenwerfern und geballten Liwun- gen genommen werden müssen und wie jedes einzelne Haus von den Sowjets in eine Festung verwandelt wurde. In spaltenlangen Berichten werden diese barten Kämpfe in der europäischen Presse geschildert. Vielfach wird dabei ein Vergleich mit der Eroberung von,S.ewastopol gezogen. Besonders dramatisch lei. wie römische Bericht­erstatter melden, der gewaltige Artillerreeinsatz auf beiden Seiten. Tausende von Geschossen jeden Kalibers lieferten täglich ein ohrenbetäubendes Orgelkonzert. Ern wahrer Sturm von Geschossen jeden Umfanges gehe. auf Stalingrad nieder. An einem bestimmten Abschnitt batten die Sowjets ein tief gegliedertes Verteidigungssystem ge­schaffen. das die Vororte und sogar einen großen Teil der Stadt Stalingrad selbst umfasse. Dennoch gebe der deutsche Vormarsch unaufhaltsam weiter.

Bezeichnend für die Härte des Kampfes ist die Tatsache, daß Stalin, wie die sowjetische ArmeezeitungDer rote Stern" berichtet, die Brücken über die Wolga ab - brechen ließ, um den in Stalingrad kämpfenden Truppen jede Rückzugsmöglichkeit zu nehmen. Es bleibt ihnen nur die Wahl zwischen den deutschen Bomben und den Genick­schüssen ihrer Kommandeure, die rücksichtslos alles nieder­knallen. was sich zur aussichtslosen Flucht wendet. Methoden, die die abgrundtiefe Barbarei des Bolschewismus und die Verzweiflungsstimmung in Moskau enthüllen, den deutschen Angriff aber nicht zum Stehen bringen werden.

Recht bemerkenswert ist auch der Bericht, den der - Daily Herald" von seinem Moskauer Korrespondenten erhielt, vier heißt es. hoch über dem Kamvffeld brausen die Maschinen der deutschen Luftwaffe und zerbämmern die sowienschen Stellungen täglich mit Hunderten non Tonnen an Bombenlasten. Gegen ein einziges Ziel tn den sowjetischen Stellungen unternahmen die Deutschen inner­halb weniger Stunden 300 verschiedene Bombenangriffe. Über den zertrümmerten Straßen der Stadt selbst ist die Luft grau von dem feinen Staub der zertrümmerten Saufet. In diesen Tagen gibt es überhaupt keine Entwarnung. Die Verluste der Sowjets sind grauenvoll und dürften untragbar fein, wenn es nicht so unbedingt wichtig wäre. Stalingrad zu halten.

Kein Wunder, wenn unter solchen Umstanden aum die englischen Besorgnisse wachsen und dieTimes voller Sorge schon die Frage erörterte, ob die Sowjets überhaupt noch einmal zu einer Offensive fähig fein

Die Londoner Montagsblätter befallen sich weiter mit der ständigen Verschlechterung der Lage im Raum von Stalingrad.News Chronicle schreibt dazu: ..Es ist unsagbar tragisch, daß die Sowjets wiederum mehr Hoffnung auf den General Winter werden setzen müllen, als auf Aktionen der Generale ihrer Verbündeten. Damit wird noch einmal festgestellt, daß für die Sowjets ke in e Ho t f - nung auf die Errichtung einer zweiten Frontbe­steht Es braucht kaum besonders betont zu werden, daß man damit in Moskau gar nicht einverstanden ist. eo brachte auch bieTimesein langes Telegramm eines Moskauer Korresvondenten. in dem deutlicher als je zuvor darauf hingewiesen wird, was für katastrophale Folg e n oer Fall der Festung Stalingrads auch für

Der Kampfraum um Stalingrad

2

2 OsfOwtlnseJ

*zin I

SarpmsKt

v Insel

V»,

(Weltbild-Eliese.)

England haben müßte. Es fei eine fast unerträgliche Belastungsprobe für die Sowjets, den Kampf gegen die Deutschen allein ausfechten zu müllen. Es ist kenn­zeichnend, baß ein solches Telegramm durch die ftrenge Mos­kauer Zensur gegangen ist. Stalin hofft auf diese Weise die Agitation für die zweite Front wieder ankurbeln zu können. So hat auch in New Bork bereits, wie der amtliche sowjetische Nachrichtendienst meldet, eine große Kundgebung stattgefun- den, in der eine Entschließung angenommen wurde, die dar­auf verweist,daß Hitler 90% aller seiner Truppen an die Ostfront geworfen habe, weil er das Fehlen der zweiten Front der Alliierten ausnutzen wolle . Es wird dann weiterhin die schleunige Verwirklichung des van Roosevelt und Churchill seinerzeit Stalin gegebene Versprechen ge­fordert. Man sieht, daß Moskau alles tut, um diese Agi­tation nicht einschlafen zu lallen.

Der Verlauf der Kämpfe auf Madagaskar

Bichy, 13. Sept. Über die Kämpfe auf Madagaskar wird be­richtet, dah am Sonntag der Fluß B e t.f iboka noch immer in den Händen der Franzosen war, trotz energischer englischer Anstrengungen, den Übergang zu erzwingen. Dagegen mußte Ambaja der erdrückenden englischen Übermacht nachgeben. Es wurde besetzt, doch konnten die französischen Truppen aus der Stabt in voller Ordnung zurückgeführt weiden, über die Ee- samtlage wird in einem aus Madagaskar vorliegenden Telegramm festgestellt, daß im Gebiet von Majunga keine wesentliche Veränderungen festzustellen seien. Einige englische Kampfwagen hätten den Bet! - boka überquert, doch sei cs ihnen nicht ge­lungen, die Befestigungen im Sccgcbiet von Maevataname zu durchbrechen. Die französischen Truppen, die Ambaja aufgeben mußten, organisierten sich zum wetteren Widerstand tm Gebirge.

Zehn Jahre Mandschukuo

Von Dr. Sans Dffe

Seit dem Ausgang des russisch-japanischen Krieges 1904/05 waren zwar die chinesischen Hoheiisrechte über ote Mandschurei anerkannt, tatsächlich aber das Land in ein russisches und ein javanisches Einflußgebiet aufgeteilt worden. Der im Jahre 1912 erfolgte Sturz der Mandschu- Dynastie in China ließ die Mandschurei im Grunde selb­ständig werden, und wenn auch die russischen Versuche, die alte Machtstellung im Fernen Osten wiederzugewinnen, durch Weltkrieg und Revolution vereitelt wurden, begannen die Sowjets doch das Spiel von neuem. Um den hieraus sowie aus der ständig zunehmenden chinesischen Einwanderung in das menschenarme Gebiet entstehenden Gefahren vorzu­beugen, entschloß sich Japan 1931. die Mandschurei zu be­setzen. Zum Regenten des inzwischen als unabhängig er­klärten StaatesMandschukuo". d. h. Reich der Mandschu, wurde Pu-yi. der letzte chinesische Kaiser aus der Mandschn- Dynastie, eingesetzt und am 15. September 1932 der formelle Bündnisvertrag Mandschukuo-Japan unterzeichnet. Die allgemeinen Richtlinien für die Einstellung der javani­schen Politik in der mandschurischen Frage sind vor allem in der Übervölkerung der Heimatinseln und in den mehrfachen, im Bereich des vazifischen Ozeans erfolgten Einwanderungs­verboten zu suchen: nicht zuletzt stellte überdies d i e bol­schewistische Gefahr Javan vor die Notwendigkeit, seine Herrschaft, und zwar auch über Korea hinaus, auf das asiatische Festland auszudehnen. Die Zukunft muß lehren, ob und inwieweit die Parallele zu Korea erneut ihre Be­stätigung finden wird. Nach einem Jahrzehnt Mandschukuo dürfen wir aber schon beute als geschichtliche Tatsache bezeich­nen. daß jener entscheidende Schritt der Javaner für den neuen Staat selbst von segensreichen Folgen begleitet war: beispielsweise wäre die Ausrottung des drohenden Bolsche­wismus ohne javanische Hilfe so wenig möglich gewesen, wie die Beseitigung des Räuberunwesens: nimmt man hinzu die ebenfalls mit japanischer Unterstützung getätigte Festsetzung der Währung, den Bau von Straßen und Eisenbahnen, so­wie die Errichtung von Bergwerken, dann wird ersichtlich, was hier innerhalb eines, geschichtlich gesprochen, recht be­scheidenen Zeitraumes, an grundlegender politisch-wirtschaft­licher Arbeit geleistet worden ist.

Gegenwärtig umfaßt das unter japanischem Schutz stehende Kaiserreich Mandschukuo 1.3 Millionen Quadratkilometer mit übet 43 Millionen Einwohnern, die sich ganz überwiegend aus den im Laufe der letzten Jahr­zehnte eingeroanberten Chinesen und aus den Nachkommen bet alten Mandschu-Bevölkerung. sowie au Koreanern und Mongolen zniannnensetzen. Außer den in den Statistiken an Zahl sehr verschieden angegebenen Javanern zählt man rund 80000 Euroväer. darunter etwa 2000 Volksdeutsche, meist Rußlandbeutsche, die übrigens deutsche Schulen in MuSen und Chardin sowie ein eigenes großes Lichtspielhaus tn Charbin unterhalten

_ Gewiß kam für das an subtropische Lebensverhältnis ge­wohnte javanische Volk die Mandschurei als Sieblungsland kaum ernsthaft in Hitachi: bie selbst nach mitteleuroväiicken Begriffen strengen Winter lallen ben Eurchschnittsjavanern die Aussicht auf versonliche lanbwirtschaftliche Betätigung daselbst wenig verlockend erscheinen. Und doch stellt sich Mandschukuo wesenhaft als ein Agrarland dar, dessen wichtigstes Ausfuhrerzeugnis, die Sojabohne, ja auch aus der deutschen Wirtschaft wegen ihres hohen Eiweiß- und öl« gehaltes seit langem kaum noch bauernd wegzudenken ist. Es verschlägt übrigens wenig, wenn bisher nur etwa die Hälfte des kulturfähigen Bodens ins Auge fiel, war allerdings weniger die starke agrarische Entwicklungsfähigkeit, als viel­mehr die tatsächlich erfolgte beträchtliche Steigerung des Bergbaues auf Stein- und Braunkohle, an die sich eine immerhin beachtliche Stahlindustrie anschloß. Die Kohlen­vorräte des Landes hat man auf 2700 Millionen Tonnen veranschlagt, von denen jährlich (1937) 14 Millionen Tonnen gefordert wurden: daneben harren die verschiedensten sonsti­gen Bodenschätze der Erschließung, voran Eisen und Gold, sowie Ölschiefer. Dem Verkehr des Landes unb seinem An­schluß an ben Welthandel kommt es zugut. baß durch iavani- Iche Vermittlung und unter javanischem Druck 1935 die Ost­chinesische Bahn von den Sowjets an Mandschukuo verkauft wurde. Darüber hinaus entstanden im Laufe der letzten Jahre zahlreiche andere Linien mit einer Gesamtlänge von über 13 000 Kilometer: eine Leistung, die deshalb besonders hoch einzuschätzen ist. weil alle Häfen unter längerer, bis zu drei Monaten dauernden Eissperre leiden, während der Hauptstrom. der Sungari. in den Amur mündet, der jedoch als Grenzgewässer dem inneren Warenverkehr des Landes nur in untergeordnetem Maß zu dienen vermag.

Schien es bisher so. als verwendeten bie Javaner in Manbchukuo Fleiß unb Kapital vor allem auf ben Ausbau ber Jnbustriel des Landes und seiner Bodenschätze, so ist neuerdings eine, entscheidende Wandlung in angedeuteter Hinsicht.zu verzeichnen. Wie man vor kurzem vernahm, läßt bie künftige Wirtschaftspolitik des jüngsten Kaiserreiches eine ebenso starke Abkehr von den bisherigen Zielen er­kennen. Während bislang der Aufbau der Schwerindustrie tm Mittelpunkt stand, wird von jetzt ab die Landwirt­schaft an erster Stelle geförbert werben. Die Schwer- inbustrie soll künftig nur noch in bem Maße ausgebebnt werben, in bem Fortschritte ber lanbwirtschaftlichen Erzeu­gung zu verzeichnen sinb. Aufs Ganze ber Wirtschaft ge­sehen. erstrebt man ein örtlich unb nach Warengruvven aus­geglichenes System ber Eiiterprobuktion unb bergeftalt ben Einklang Manbichukuos mit ben letzten Zielen javanischer Wirtschaftspolitik, b. h. Einglieberung in ben werbenden ostasiatischen Eroßraum.

Bevorzugte Beförderung Reinhard Suhrens

Berlin, 12. Sept. Der Führer hat den Unterseebootskomman­danten Kapitänleutnant Reinhard Suhr e n, dem am 2. .9. 1942 eie 18. Offizier der Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde, wegen besonderer Auszeichnung vor dem Feinde z u m Korvetten­kapitän befördert.

Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, hat an Korvettenkapitän Suhren, den erfolgreichen llnterseebootkommandanten, anläßlich seiner Beförderung folgen­des Telegramm gerichtet:

.Ich freue mich, Ihnen Ihre erfolgte Beförderung zum Kor­vettenkapitän wegen besonderer Auszeichnung vor dem Feinde mit meinen herzlichsten Glückwünschen mitteilen zu können.

Ihr Oberbefehlshaber.