Wiesbadener Tagblatt
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Druck und Verlag: £. Schellenbcrg'sche Buchdruckerei, Langgasse Rr. 21 (Tagblatt-Haus)
90. Jahrgang
Montag, 14. September 1942
Nummer 215
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Aus dem Führerhauptquartier. 13. Sev- Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Deutsche Unterseeboote versenkten im 6 t. Lorenz- strom und au der kanadrchen Küste, im Atlantik und vor Afrika aus Geleitzügen und i« Einzeljagd in barte« Kämpfen 18 Schiff« mit 121500 BRT. Ein weiteres Schiff wurde torpediert.
Darüber hinaus ist zur Zeit im Atlantik eine Eeleitzugschlacht groben Umfanges im Sange.
Unaufhaltsames Schiffssterben
Unsere tapferen Unterseeboote versenkten wiederum 18 Schiffe mit 121500 BRT
as. Die Schlacht auf den Meeren gebt ohne Pause weiter. Alle Erklärungen des Herrn Knox und der sonstigen amtlichen US-amerikanischen und englischen Stellen, dah die Versenkungsziffern zurückgegangen seien und daß die U-Boot-Abwehr nunmehr wesentlich größere Erfolge erzielt, sind nichts weiter als Zweckoptimismus, oder, gut deutsch gesagt, nichts weiter als Schwindel. Hätte es noch eines Beweises hierfür bedurft, so würde ihn die neueste Meldung über die Erfolge unserer U-Boote bringen. Wurden erst am 7. d. M. 17 feindliche Schiffe mit 108 000 BRT. als versenkt gemeldet, so sind inzwischen wieder 18 Schisse mit 121 500 BRT. auf den Erund des Meeres geschickt. Dabei betonte die amtliche deutsche Meldung vom Sonntag, daß im Atlantik eint Eeleitzugschlacht großen Umfanges im Gange ist. Das ist eine Mitteilung, die weitere erhebliche Versenkungsziffern erwarten läßt, zeigt sich doch immer wieder, daß unsere U-Boote sich auch durch die starke Abwehr des Gegners nicht abschütteln lassen, sondern am Feind bleiben, bis der feindliche Eeleitzug völlig zersprengt oder vernichtet ist.
Auch im gegnerischen Lager kann man angesichts dieser nicht «bleibenden Schiffsverluste den Ernst der Lage nicht ganz vertuschen. So bequemt man sich von Zeit zu Zeit doch einmal zu Eingeständnissen, die uns zwar nichts Neues sagen, die aber die analo-amerikanifche Öffentlichkeit dann meist recht unangenehm berühren. Das kanadische Marine-Hauptquartier sah sich beispielsweise genötigt, vor falschem Optimismus zu warnen. „Die Schlacht auf dem Atlantik" so heißt es in dieser Erklärung, „ist von einer größeren Ausdehnung als man sie je zuvor erlebt hat und sie wird schonungslos wie noch nie ausgetragen". Die „Pictuie Post" versucht auch einmal ihren Lesern klar zu machen, was denn eigentlich die Versenkung eines Dampfers bedeutet. So schreibt das Blatt: „Ein 10 000 BRT.
Tankschiff kann 118 000 Hektoliter Petroleum befördern, die den Treibstoff für tausend mittlere Panzer, oder tausend Bombenflugzeuge für eine Strecke von 1300 Meilen liefern. Ein 10 000 BRT. großer Frachter faßt eine Eetreidemcnge, um 40 000 Familien ein Jähr lang mit einem Kilo Brot täglich zu versorgen." Zu diesen Zahlen muß man sich vor Augen halten, daß die beiden Sonder- meldungen, die bisher über die U-Boot-Erfolge in diesem Monat herauskamen, die Versenkung von über ein Viertel Millionen BRT., genau 229 500 BRT. verzeichneten. Das sind Zahlen, die dem Wagemut unserer U-Boot-Besatzungen ein glänzendes Zeugnis ausstellen, zumal der Feind seine Abwehrmaßnahmen auf das stärkste ausgebaut hat und an Sicherungsfahrzeugen alles einsetzt, was er nur irgend entbehren kann, bis hinunter zu Küstenmotorbooten und Segeljachten. Diese stark ausgebaute feindliche Abwehr stellt an die Kampfkraft und die Einsatzbereitschaft unserer U-Boot-Besatzungen die höchsten Anforderungen. Die Besatzung, auf engstem Raum zusammengedrängt und auf oft wochenlangen Fahrten zu einer harten Kampfgemeinschaft zusammengeschweißt, kann den Feind, der sie mit Wasserbomben angreift, nicht einmal sehen. Während der feindliche U-Boot-Jäger Bombe auf Bombe ins Wasser wirft, gerade dort, wo sich das Unterseeboot vermutlich befindet, muß die U-Boot-Besatzung ohne einen Schuß zu ihrer Verteidigung abgeben zu können, warten. Ihre Nerven sind dann bisjum Zerreißen gespannt, bis die Detonationen der Wasserbomben schwächer und schwächer werden. Dann wissen die Männer: Es ist wieder einmal gut gegangen, und aufs neue beginnt dann die Jagd nach feindlichen Schiffen, die ohne Unterbrechung Tag für Tag und Woche für Woche fortgesetzt wird.
In London gab gestern der Flotten-Admiral Shatfield bekannt, daß bereits über 16 000 britische Seeleute aus Handelsschiffen untergegangen sind. Er erklärte, daß „der dauernde Kampf auf den Meeren den Kämpfen zu Lande und in der Luft gleich stehen". Diese Worte wurden auf einem Konzert gesprochen, das zu Ehren solcher Seeleute ge. geben wurde, die der Eeleitzug-Hölle entronnen sind. Der König batte dazu ein Telegramm gesandt, in dem es heißt, er der König und sie Königin, vertrauten darauf, daß das Konzert eine passende Anerkennung der unschätzbaren Dienste sei, die diese Männer der Handelsmarine dauernd leisten. Das ist der Dank des plutokratijchen Englands und seines Königs, der auch privat einer der reichsten Männer des Empires ist, für die Seeleute, die ihr Leben für die Versorgung Englands und der englischen Fronten einsetzten. Die neuesten Versenkungszahlen waren, nebenbei bemerkt, eine gute Illustration zu der Londoner Veranstaltung.
Die Verluste der Bolschewisten sind grauenvoll
(Eigener Drabtbericht uniererBerliner Schriftleitu n g)
as. Berlin. 14. Sept. Immer nervöser und immer besorgter klingen die Kommentare der englichen Presse zu dem gewaltigen Kampf, der um Stalingrad entbrannt, ist. Welche hervorragenden Leistungen unsere unvergleiwlichen Truppen hier vollbrachten, und noch stündlich gegen einen sich verzweifelt wehrenden Feind vollbringen, der das ganze Kamvffeld mit allen Schikanen neuzeitlicher Befestigungskunst in ein Festungskampffeld umgestaltet bat, das zeigen auch immer wieder die Berichte des OKW.. tn denen geschildert wird, wie hier Betonbunker und eingegrabene jchwere Panzer mit Flammenwerfern und geballten Liwun- gen genommen werden müssen und wie jedes einzelne Haus von den Sowjets in eine Festung verwandelt wurde. In spaltenlangen Berichten werden diese barten Kämpfe in der europäischen Presse geschildert. Vielfach wird dabei ein Vergleich mit der Eroberung von,S.ewastopol gezogen. Besonders dramatisch lei. wie römische Berichterstatter melden, der gewaltige Artillerreeinsatz auf beiden Seiten. Tausende von Geschossen jeden Kalibers lieferten täglich ein ohrenbetäubendes Orgelkonzert. Ern wahrer Sturm von Geschossen jeden Umfanges gehe. auf Stalingrad nieder. An einem bestimmten Abschnitt batten die Sowjets ein tief gegliedertes Verteidigungssystem geschaffen. das die Vororte und sogar einen großen Teil der Stadt Stalingrad selbst umfasse. Dennoch gebe der deutsche Vormarsch unaufhaltsam weiter.
Bezeichnend für die Härte des Kampfes ist die Tatsache, daß Stalin, wie die sowjetische Armeezeitung „Der rote Stern" berichtet, die Brücken über die Wolga ab - brechen ließ, um den in Stalingrad kämpfenden Truppen jede Rückzugsmöglichkeit zu nehmen. Es bleibt ihnen nur die Wahl zwischen den deutschen Bomben und den Genickschüssen ihrer Kommandeure, die rücksichtslos alles niederknallen. was sich zur aussichtslosen Flucht wendet. Methoden, die die abgrundtiefe Barbarei des Bolschewismus und die Verzweiflungsstimmung in Moskau enthüllen, den deutschen Angriff aber nicht zum Stehen bringen werden.
Recht bemerkenswert ist auch der Bericht, den der - Daily Herald" von seinem Moskauer Korrespondenten erhielt, vier heißt es. hoch über dem Kamvffeld brausen die Maschinen der deutschen Luftwaffe und zerbämmern die sowienschen Stellungen täglich mit Hunderten non Tonnen an Bombenlasten. Gegen ein einziges Ziel tn den sowjetischen Stellungen unternahmen die Deutschen innerhalb weniger Stunden 300 verschiedene Bombenangriffe. Über den zertrümmerten Straßen der Stadt selbst ist die Luft grau von dem feinen Staub der zertrümmerten Saufet. In diesen Tagen gibt es überhaupt keine Entwarnung. Die Verluste der Sowjets sind grauenvoll und dürften untragbar fein, wenn es nicht so unbedingt wichtig wäre. Stalingrad zu halten.
Kein Wunder, wenn unter solchen Umstanden aum die englischen Besorgnisse wachsen und die „Times“ voller Sorge schon die Frage erörterte, ob die Sowjets überhaupt noch einmal zu einer Offensive fähig fein
Die Londoner Montagsblätter befallen sich weiter mit der ständigen Verschlechterung der Lage im Raum von Stalingrad. „News Chronicle“ schreibt dazu: ..Es ist unsagbar tragisch, daß die Sowjets wiederum mehr Hoffnung auf den General Winter werden setzen müllen, als auf Aktionen der Generale ihrer Verbündeten. Damit wird noch einmal festgestellt, daß für die Sowjets ke in e Ho t f - nung auf die Errichtung einer zweiten Frontbesteht Es braucht kaum besonders betont zu werden, daß man damit in Moskau gar nicht einverstanden ist. eo brachte auch bie„Times“ein langes Telegramm eines Moskauer Korresvondenten. in dem deutlicher als je zuvor darauf hingewiesen wird, was für katastrophale Folg e n oer Fall der Festung Stalingrads auch für
Der Kampfraum um Stalingrad
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England haben müßte. Es fei eine fast unerträgliche Belastungsprobe für die Sowjets, den Kampf gegen die Deutschen allein ausfechten zu müllen. Es ist kennzeichnend, baß ein solches Telegramm durch die ftrenge Moskauer Zensur gegangen ist. Stalin hofft auf diese Weise die Agitation für die zweite Front wieder ankurbeln zu können. So hat auch in New Bork bereits, wie der amtliche sowjetische Nachrichtendienst meldet, eine große Kundgebung stattgefun- den, in der eine Entschließung angenommen wurde, die darauf verweist, „daß Hitler 90% aller seiner Truppen an die Ostfront geworfen habe, weil er das Fehlen der zweiten Front der Alliierten ausnutzen wolle . Es wird dann weiterhin die schleunige Verwirklichung des van Roosevelt und Churchill seinerzeit Stalin gegebene Versprechen gefordert. Man sieht, daß Moskau alles tut, um diese Agitation nicht einschlafen zu lallen.
Der Verlauf der Kämpfe auf Madagaskar
Bichy, 13. Sept. Über die Kämpfe auf Madagaskar wird berichtet, dah am Sonntag der Fluß B e t.f iboka noch immer in den Händen der Franzosen war, trotz energischer englischer Anstrengungen, den Übergang zu erzwingen. Dagegen mußte Ambaja der erdrückenden englischen Übermacht nachgeben. Es wurde besetzt, doch konnten die französischen Truppen aus der Stabt in voller Ordnung zurückgeführt weiden, über die Ee- samtlage wird in einem aus Madagaskar vorliegenden Telegramm festgestellt, daß im Gebiet von Majunga keine wesentliche Veränderungen festzustellen seien. Einige englische Kampfwagen hätten den Bet! - boka überquert, doch sei cs ihnen nicht gelungen, die Befestigungen im Sccgcbiet von Maevataname zu durchbrechen. Die französischen Truppen, die Ambaja aufgeben mußten, organisierten sich zum wetteren Widerstand tm Gebirge.
Zehn Jahre Mandschukuo
Von Dr. Sans Dffe
Seit dem Ausgang des russisch-japanischen Krieges 1904/05 waren zwar die chinesischen Hoheiisrechte über ote Mandschurei anerkannt, tatsächlich aber das Land in ein russisches und ein javanisches Einflußgebiet aufgeteilt worden. Der im Jahre 1912 erfolgte Sturz der Mandschu- Dynastie in China ließ die Mandschurei im Grunde selbständig werden, und wenn auch die russischen Versuche, die alte Machtstellung im Fernen Osten wiederzugewinnen, durch Weltkrieg und Revolution vereitelt wurden, begannen die Sowjets doch das Spiel von neuem. Um den hieraus sowie aus der ständig zunehmenden chinesischen Einwanderung in das menschenarme Gebiet entstehenden Gefahren vorzubeugen, entschloß sich Japan 1931. die Mandschurei zu besetzen. Zum Regenten des inzwischen als unabhängig erklärten Staates „Mandschukuo". d. h. Reich der Mandschu, wurde Pu-yi. der letzte chinesische Kaiser aus der Mandschn- Dynastie, eingesetzt und am 15. September 1932 der formelle Bündnisvertrag Mandschukuo-Japan unterzeichnet. Die allgemeinen Richtlinien für die Einstellung der javanischen Politik in der mandschurischen Frage sind vor allem in der Übervölkerung der Heimatinseln und in den mehrfachen, im Bereich des vazifischen Ozeans erfolgten Einwanderungsverboten zu suchen: nicht zuletzt stellte überdies d i e bolschewistische Gefahr Javan vor die Notwendigkeit, seine Herrschaft, und zwar auch über Korea hinaus, auf das asiatische Festland auszudehnen. Die Zukunft muß lehren, ob und inwieweit die Parallele zu Korea erneut ihre Bestätigung finden wird. Nach einem Jahrzehnt Mandschukuo dürfen wir aber schon beute als geschichtliche Tatsache bezeichnen. daß jener entscheidende Schritt der Javaner für den neuen Staat selbst von segensreichen Folgen begleitet war: beispielsweise wäre die Ausrottung des drohenden Bolschewismus ohne javanische Hilfe so wenig möglich gewesen, wie die Beseitigung des Räuberunwesens: nimmt man hinzu die ebenfalls mit japanischer Unterstützung getätigte Festsetzung der Währung, den Bau von Straßen und Eisenbahnen, sowie die Errichtung von Bergwerken, dann wird ersichtlich, was hier innerhalb eines, geschichtlich gesprochen, recht bescheidenen Zeitraumes, an grundlegender politisch-wirtschaftlicher Arbeit geleistet worden ist.
Gegenwärtig umfaßt das unter japanischem Schutz stehende Kaiserreich Mandschukuo 1.3 Millionen Quadratkilometer mit übet 43 Millionen Einwohnern, die sich ganz überwiegend aus den im Laufe der letzten Jahrzehnte eingeroanberten Chinesen und aus den Nachkommen bet alten Mandschu-Bevölkerung. sowie au Koreanern und Mongolen zniannnensetzen. Außer den in den Statistiken an Zahl sehr verschieden angegebenen Javanern zählt man rund 80000 Euroväer. darunter etwa 2000 Volksdeutsche, meist Rußlandbeutsche, die übrigens deutsche Schulen in MuSen und Chardin sowie ein eigenes großes Lichtspielhaus tn Charbin unterhalten
_ Gewiß kam für das an subtropische Lebensverhältnis gewohnte javanische Volk die Mandschurei als Sieblungsland kaum ernsthaft in Hitachi: bie selbst nach mitteleuroväiicken Begriffen strengen Winter lallen ben Eurchschnittsjavanern die Aussicht auf versonliche lanbwirtschaftliche Betätigung daselbst wenig verlockend erscheinen. Und doch stellt sich Mandschukuo wesenhaft als ein Agrarland dar, dessen wichtigstes Ausfuhrerzeugnis, die Sojabohne, ja auch aus der deutschen Wirtschaft wegen ihres hohen Eiweiß- und öl« gehaltes seit langem kaum noch bauernd wegzudenken ist. Es verschlägt übrigens wenig, wenn bisher nur etwa die Hälfte des kulturfähigen Bodens ins Auge fiel, war allerdings weniger die starke agrarische Entwicklungsfähigkeit, als vielmehr die tatsächlich erfolgte beträchtliche Steigerung des Bergbaues auf Stein- und Braunkohle, an die sich eine immerhin beachtliche Stahlindustrie anschloß. Die Kohlenvorräte des Landes hat man auf 2700 Millionen Tonnen veranschlagt, von denen jährlich (1937) 14 Millionen Tonnen gefordert wurden: daneben harren die verschiedensten sonstigen Bodenschätze der Erschließung, voran Eisen und Gold, sowie Ölschiefer. Dem Verkehr des Landes unb seinem Anschluß an ben Welthandel kommt es zugut. baß durch iavani- Iche Vermittlung und unter javanischem Druck 1935 die Ostchinesische Bahn von den Sowjets an Mandschukuo verkauft wurde. Darüber hinaus entstanden im Laufe der letzten Jahre zahlreiche andere Linien mit einer Gesamtlänge von über 13 000 Kilometer: eine Leistung, die deshalb besonders hoch einzuschätzen ist. weil alle Häfen unter längerer, bis zu drei Monaten dauernden Eissperre leiden, während der Hauptstrom. der Sungari. in den Amur mündet, der jedoch als Grenzgewässer dem inneren Warenverkehr des Landes nur in untergeordnetem Maß zu dienen vermag.
Schien es bisher so. als verwendeten bie Javaner in Manbchukuo Fleiß unb Kapital vor allem auf ben Ausbau ber Jnbustriel des Landes und seiner Bodenschätze, so ist neuerdings eine, entscheidende Wandlung in angedeuteter Hinsicht.zu verzeichnen. Wie man vor kurzem vernahm, läßt bie künftige Wirtschaftspolitik des jüngsten Kaiserreiches eine ebenso starke Abkehr von den bisherigen Zielen erkennen. Während bislang der Aufbau der Schwerindustrie tm Mittelpunkt stand, wird von jetzt ab die Landwirtschaft an erster Stelle geförbert werben. Die Schwer- inbustrie soll künftig nur noch in bem Maße ausgebebnt werben, in bem Fortschritte ber lanbwirtschaftlichen Erzeugung zu verzeichnen sinb. Aufs Ganze ber Wirtschaft gesehen. erstrebt man ein örtlich unb nach Warengruvven ausgeglichenes System ber Eiiterprobuktion — unb bergeftalt ben Einklang Manbichukuos mit ben letzten Zielen javanischer Wirtschaftspolitik, b. h. Einglieberung in ben werbenden ostasiatischen Eroßraum.
Bevorzugte Beförderung Reinhard Suhrens
Berlin, 12. Sept. Der Führer hat den Unterseebootskommandanten Kapitänleutnant Reinhard Suhr e n, dem am 2. .9. 1942 eie 18. Offizier der Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde, wegen besonderer Auszeichnung vor dem Feinde z u m Korvettenkapitän befördert.
Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Großadmiral Raeder, hat an Korvettenkapitän Suhren, den erfolgreichen llnterseebootkommandanten, anläßlich seiner Beförderung folgendes Telegramm gerichtet:
.Ich freue mich, Ihnen Ihre erfolgte Beförderung zum Korvettenkapitän wegen besonderer Auszeichnung vor dem Feinde mit meinen herzlichsten Glückwünschen mitteilen zu können.
Ihr Oberbefehlshaber.
