Teile 4 Nr. 212
Wiesbadener Tagblatt
Donnerstag, 10. September 1942
Lernt die Heimat kennen 1
Auf Waldwegen in den Wehener Grund
ii*)
roit vor acht Tagen unseren Wandervorschlag in Wehen abbrachen und etwaige Wanderer damit jenseits der Höhe ihrem Schicksal und der Aufgabe überließen, stch selbst einen Heimweg zu suchen, da sollte allerdings unsere Tageswanderung, deren Ver- lauf wir heute weiter beschreiben, noch nicht beendet sein. In strdlrcher Richtung Wehen verlassend, wandern wir zunächst am Waldrand entlang, bis sich der Weg zum Eschbach hinab senkt rmd uns wieder der Wald aufnimmt. Angesichts des sich durch Wrefenmelände schlängelnden Baches wenden wir uns, ihm folgend, nach Westen. Ein von einem Eraben und leichten Erdaufwurf umgebenes Eeländestiich das unser Weg schneidet, läßt uns nach dessen Entstehung und Zweck fragen; aber wir müssen die Antwort schuldig bleiben. Bis nach Hahn folgen wir der Landstraße, die uns^ruch den kürzesten Weg nach Bleidenstadt weist. Da aber der kürzeste Weg nicht immer der schönste ist, benutzen wir den Übergang am Bahnhof, um in die Wälder am Nordabhang des Hahner Biegels (548 Meter) zu gelangen. Hatten wir den obersten Ort im Wehener Grund, Neuhof, nicht aufgesucht, weil er für uns etwas abseits lag, obwohl er geschichtlich an Nassau und auch an Wiesbaden durch allerlei Fäden geknüpft ist, so ist Hahn wt Taunus einer von den 20 einfachen Hahn-Orten in Deutschland (abgesehen von den zusammengesetzten Hahn-Namen) der in der Vergangenheit kaum hervorgetreten ist. Um 1694 wurde hier ein Eisenwerk errichtet, an das noch der Name eines Ortsteiles erinnert. Auch die industriellen Ansätze in der neueren Zeit kommen über solche kaum hinaus. Beim Einbiegen in den Wald gewinnen wir noch einmal einen hübschen Blick über den Wehener Grund und gelangen nach kurzer Wanderung aus den alten Lleidenstadter Weg, der von der Eisernen Hand herunter kommt und uns den Weg in das Dorf weist. Zweifellos müffen schon in vorgeschichtlicher Zeit durch diese Gegend Handelswege zwischen diesseits und jenseits der Höhe geführt haben, denn anders läßt sich die Wahl dieses Ortes zur Gründung eines Klosters, 350 Jahre vor Gründung des Klosters Eberbach, in dieser Gegend nicht erklären. Ob das Dorf bereits bestand, als das Kloster im Jahre 778, zu Karls des Großen Zeit, gegründet wurde, ist unsicher. Leitet man den Namen Bleidenstadt, wie Bach (Siedlungsnamen
*) Siehe „Wiesbadener Tagblatt" vom 3. 9. 1942.
Unsere Modemitarbeiterin berichtet:
Kleider für den Landdienst
Der Krieg hat eine Änderung aller Gewohnheiten herbeigeführt, das Privatleben eines jeden einzelnen ist weitgehend ausgeschaltet, auch die Frauen sind in der überwiegenden Mehrheit in das Berufsleben eingeordnet, um Lücken zu füllen. Auch das deutsche Modeschaffen ist von dieser Umgestaltung des täglichen Lebens erfaßt. Das Modeamt der Stadt Frank-
Waschklcid für den Landdienst mit großer Schürze. Entwurf: Modeamt der Stadt Frankfurt a. M.
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I
In Kürze erzählt:
Karl
Rückkehr von der Fahrt ins „llberhöhische".
—n.
Der Karl
„Mein Name ist Müller!"
Von Georg Büsing
Die Landesschützen-Kompanie hat einen neuen Chef bekommen und ist zur ersten Musterung angetreten. Voller Erwartung steht man dem neuen Oberhaupt entgegen. „Alter, ergrauter Wett- kricger, EK. I und so — wird schwer in Ordnung sein , murmelte einer.
„Morgen Leute!"
„Morgen Herr Oberleutnant!"
„Ehe wir beginnen, habe ich eine freudige Mitteilung zu machen. Einem unserer Kameraden ist ein Kind geboren worden. Ein Sohn. . Wurde eben durchtelegraphiert. Schütze Karl Muller heißt der glückliche Vater. Vortreten!" ...
Zwei Mann treten vor, zackig, Hände an die Hosennaht. Oberleutnant starrt sie verblüfft an: „Kreuzelement, ich habe
Müller gesagt!"
„Jawohl, Herr Oberleutnant", rufen beide. „Schutze
Müller zur Stelle." . „„
„Habt ihr denn zwei Karl Müllers in der Kompanie?
„Jawohl, Herr Oberleutnant", entgegnete der Feldwebel.
„Aber beide werden doch kein Kind erwarten!" Er wandte stch
an den ersten Karl Müller: „Erwarten Sie ein Kind?"
„Jawohl, Herr Oberleutnant", ruft der Angeredete, „meine
Frau erwartet ein Kind." .. ,.
„Und meine auch, Herr Oberleutnant", fügt der zweite hinzu.
„So was ist mir noch nicht vorgekommen!" stöhnt der Oberleutnant. „Was machen wir denn da, Feldwebel?"
„Wir müsien noch einmal Rückfrage halten, Herr Oberleutnant.
„Müssen wir wohl. Der Name Karl Müller scheint hier ,a zu grassieren. Ahne da Dunkles. Wie kann man überhaupt Müller heißen! In meiner Kompanie!"
Die angetretenen Landesschützen schmunzeln vor sich hm, während der Feldwebel stch den Fall in das dicke Buch notiert. Von der Kaserne kommt inzwischen ein Gefreiter angeflitzt und pflanzt sich vor dem Kompaniechef auf.
„Entschuldigung, Herr Oberleutnant. Das Telegramm hat mcht seine Richtigkeit!"
„Nicht seine Richtigkeit, Mann Gottes?"
„Nein, Herr Oberleutnant. Das Amt hat nochmal angerufen. Das Telegramm ist für Sie!" „Für mich —?“
„Jawohl, Herr Oberleutnant. Für Herrn Oberleutnant Karl Müller. Ein Sohn."
Dieser alte Krieger Vater eines Sohnes und Karl Muller Nr. 3 in der Kompanie —? Es dauert einen Augenblick, bis alle diese verzwickte Geschichte begriffen haben, dann donnert eine Lachsalve über den Kasernenhof.
Der Oberleutnant lacht auch eine Weile kräftig mit und hebt dann die Hand.
„Wenn ihr euch einbildet, daß drei Müllers in einer Kompanie etwas Besonderes find, dann irrt ihr euch gewaltig. Im Weltkrieg führte ich mal eine Kompanie, die siebzehn Müllers, und zweiundzwanzig Meyers hatte. Und mit dem Sohn für mich, das stimmt auch mcht! Großvater bin ich geworden, allerdings nur auf dem Papier, verstanden? Und nun — stillgestanden!"
des Taunus) es tut, von dem altdeutschen Namen Blido ab, so stand das Dorf bereits bei Gründung des Klosters. Nannte man aber die Klosterstätte Blidenstätte, d. h. frohe, freundliche Stätte, dann gab wobl das Kloster dem später entstehenden Dorfe seinen Namen. Die Wunder, die nach der Überlieferung an der hierher gebrachten Leiche des hl. Ferrutius geschahen, lenkten einen nie abreißenden Strom von Wallfahrern und reichliche Mittel in das Benediktinerkloster, besten Jnsasten im Laufe der Zeit fast nur aus dem Adelsstände kamen Wiederholte Versuche, den zunehmenden Verfall der Klosterzucht aufzuhalten, endigten damit daß Erzbischof Berthold von Henneberg 1495 das Kloster in ein Ritterstift umwandelte. Ein Teil des zur Gemarkung gehörigen Geländes war klösterlicher, der andere Privatbesitz, und dieses Verhältnis wirkte sich nach der Kirchentrennung dahin aus, daß die Klosterleute dem alten Glauben treu blieben, während die übrigen Orts- eingesestenen wie der Landesherr der Graf von Nassau-Idstein, der neuen Lehre anhingen. Diese konfessionelle Mischung der Ortseingesessenen ist bis auf den heutigen Tag geblieben. Von den alten Klostergebäuden ist als Ganzes nichts mehr vorhanden. Nur einzelne Teile haben sich in die jetzt noch vorhandene Kirche, die 1685 wieder aufgebaut wurde, gerettet. In den Stiftsgebäuden wurden die Gefalle des ehemaligen Klosters aufgespeichert; sie sind noch verhältnismäßig gut erhalten und waren im vorigen Jahrhundert längere Zeit Sitz der Receptur des Amtes Wehen. Zum Ritterstift gehörte die St. Peter geweihte O r t s k i r ch e , die 1530 den Evangelischen zufiel, sowie der S ch a f h o s und die Stistsmühle, Anwesen, die wenigstens dem Namen nach erhalten sind. Mit dieser kargen Aufzählung tatsächlichen Materials ist aber das, was die Kirche und ihre Umgebung an Sehenswürdigkeiten birgt, nur angedeutet, und eine eingehende Besichtigung des ehemaligen Klosterbezirks wird sich lohnen. An der hoch über dem Aartal stehenden evangelischen Kirche vorbei gelangen wir in das Tal des Roßbachs, dem wir aufwärts zwischen Wiese und Weide bis zum Walde folgen. Der ehemals sehr wasserreiche Bach ist ein kärglicher Wasterfaden geworden, seitdem sein Ouell- gcbiet durch Wasterstollen angezapft wurde. Im Walde talaufwärts überschreiten wir den Roßbach auf einer Steinbrücke und folgen dann dem „Seitzenhahner Pfad" hinauf bis zum Kamme des Gebirges. Wenige Schritte jenseits der Höhe öffnet stch der Ausblick auf den östlichen Taunus und die Wiesbadener Landschaft, die in der Abendbeleuchtung ihren ganzen Formen- und Farbenreichtum enthüllt. Zunächst allmählich, dann in steilem Abstieg nähern wir uns dem Ehausseehaus, immer den Schläferskopf zur Linken, und bald grüßt uns das Häusermeer der Stadt Wiesbaden bei unserer
— Der Appell der Kriegerkameradschaft Wiesbaden 1896 int Luftschutzhaus verlief int Geiste der Volksverbundenheit und Kameradschaft. Nach Erledigung interner Angelegenheiten durch den Ehrenkameradschaftsführer Becker und nach der Totenehrung sprach das Mitglied der Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehr- wistenschast, Kamerad Oberstleutnant a. D. Bach, über das aktuelle Thema: „Rommel in Afrika" . an Hand lehrreicher, instruktiver Lichtbilder. Unter den sachkundigen, begeisternden Worten des Redners erlebten wir den Heldengeist der Truppen auf dem Vormarsch in der afrikanischen Sandwüste. Namen wie Sollum, Tobruk u. a. werden genannt. Wir begleiten das Heer auf seinem Siegesmarsch und begreifen die Schwierigkeiten und den Heroismus eines Feldzuges in diesem heißen Land. Herzlicher Dank wurde dem geschätzten Redner für den interestanten Vortrag zuteil.
— Für die Bestellung von Schulbüchern, soweit sie noch nicht erfolgt ist, wurde, wie der Reichseiziehungsminister mitteilt, eine Nachfrist bis spätestens 15. September d. I. gewährt. Die Klasten- leiter werden nachprüfen, ob die erforderlichen Schulbuch- bestellungen aufgegeben wurden. Gegebenenfalls werden Schüler und Schülerinnen veranlaßt, die Bestellung sofort aufzugeben. Im Intereste einer ausreichenden Versorgung der Schüler und Schülerinnen mit Lernbüchern soll die Nachfrist unbedingt ein» gehalten werden.
— Unfälle. Am Michelsberg kam eine Frau zu Fall und brach dabei den linken Unterarm. — In der oberen Rheinstraße stürzte eine Frau beim überqueren des Fahrdamms und zog sich einen Handknöchelbruch zu. — Beim Spiel mit Kameraden erlitt ein etwa sieben Jahre alter Knabe durch Sturz schwere blutende Knie- verletzungen.
LBicsbaben-ßiebridj
Das „SB. T." gratuliert. Am Freitag feiern die Eheleute Johann Bohlend und Frau Katharina, geb. Trabold, Wiesbadener Straße 13, ihre goldene Hochzeit.
Aus dem Gaststätten- und Fremdengewerbe
Erste bezirkliche Berufsschule im Gau
Zur Vermeidung ton Zeit- und Ausbildungsschwierigkeiten sind in den Gauen Hessen-Nassau und K u r h e s s e n die Lehrlinge des Gaststätten- und Beherbergungsgewerbes durch besondere Anordnung vom ganzjährigen Besuch der örtlichen Berufsschule befreit. Als Ersatz für den dort entfallenden Unterricht werden sie jährlich einmal acht Wochen internatsmäßig zusammengezogen. Vor kurzem konnte in der Gau- Hauptstadt die erste bezirkliche Berufsschule für den Fremdenverkehr im Gau Hcsien-Nassau, zugleich die vierte des gesamten Reiches, eröffnet werden. Eaufachabteilungswalter Fremdenverkehr i. V., Bittner, gab einen Einblick in die Arbeit, die von den Männern der DAF. und der gewerblichen Wirtschaft im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft für die 'Berufserziehung im Eaststätten- und Beherbergungsgewerbe geleistet wurde und wird. Er ermahnte die Jungen und Mädels zur Beachtung der für ihre spätere Tätigkeit besonders wesentlichen Voraussetzungen, — zu Ordnung, Sauberkeit, Kameradschaft und Disziplin, um sie dann der Obhut von Schulleitung und Hitlerjugend zu übergeben.
Der stellvertretende Direktor der Berufsschule V, Glück, wies darauf hin, daß den Jungen und Mädels durch einen fachlich und allgemein wisiensmäßig bestens gegliederten Lehrplan und die ausgesuchten Lehrkräfte die beste Schulausbildung zuteil wird. „An euch wird es nun liegen", betonte der stellvertretende Direktor, an die neuen Schüler gewandt, „während der kommenden acht Wochen euer Wissen so zu bereichern, daß ihr als fachlich und menschlich gut ausgebildete Nachwuchskräfte eures vielseitigen Berufes ins Leben treten könnt. Die Bezirksberufsschule setzt ihren Ehrgeiz darein, euch zu diesem Erfolg zu verhelfen".
Man erfuhr noch, daß die Lehrlinge in der Zeit des acht- wöchigen Berufsschulbesuches in der Jugendherberge Bad Homburg v. d. H. untergebracht sind. Auch ihre Verpflegung erfolgt dort. Die llnterrichtsleitung wurde Eewerbeoberlehrer Glück, Frankfurt a. M., übertragen. Für den theoretischen Fachunterricht stehen zwei Kellner und ein Kochmeister zur Verfügung. Für die jugcndgemäße Betreuung in der Unterkunft sorgt ein vom Gebiet 13 der Hitler-Jugend abgeordneter Führer. Für den ersten Lehrgang wurde Fähnleinführer Haßler, Babenhausen, bestimmt. Er bewacht die Heimarbeit der Jungen und Mädels, richtet ste weltanschaulich aus und sorgt für ihre körperliche Ertüchtigung. Für die Betreuung der Mädels steht darüberhinaus eine BDM.- Führerin zur Verfügung. Zur Freizeitgestaltung werden außer den eigenen Möglichkeiten Dienststellen der NS.-Eemeinschaft „Kraft durch Freude" herangezogen.
f u r t a. M. sieht heute seine dringlichste Aufgabe darin Arbcits- kleider und Berufskleider aller Art zu entwerfen, damit die arbeitende Frau nicht auf eine gewiße Schönheit und Kultur verzichten muß.
Arbeitsanzüge für Fabrikarbeit, Kleidung für Landdienst oder Hausarbeit, die von dem Modeamt aus derben kräftigen oder freundlichen Waschstoffen entworfen wurden, find in erster Linie zweckmäßig, darüberhinaus kommen sie in Schniit und Verarbeitung dem weiblichen Schmuckgefühl entgegen. In erster Linie ist es der tadellose Sitz dieser Arbeitskleidung dann erst die modische Ausschmückung, die sich nur in Kleinigkeiten zeigt, die der Trägerin das Gefühl verleihen, gut angezogen zu sein. Alle diese Entwürfe sind so beschaffen, daß die Frauen ein Stück ihrer Lebenskultur und Daseinsfreude mit an ihren Arbeitsplatz bringen. Dabei ist zum Beispiel bei einem Anzug für Arbeit in einer Maschinenfabrik daran gedacht, daß die Hosenbeine^ eng den Knöchel umschließen, um zu vermeiden, daß sich Feilspäne in den Schuhen oder in den Aufschlägen sammeln, große Taschen sind zweckmäßig zur Aufnahme für Werkzeug angebracht.
Die Kleider für die Land- und Hausarbeit find in Farben und Schnitt weicher und weiblicher. Neben dem Trägerhosenrock für Feldarbeit hat das Modeamt Miederröcke geschaffen, die ähnlich wie die Röcke der Bäuerinnen fest in der Taille fitzen. Kleine buntfarbig oder gemusterte Waschblüschen ergänzen Re. Auch ein so nüchternes Bekleidungsstück wie eine Schürze wurde im Modeamt sehr sorgfältig behandelt und zweckmäßige kleidsame Fqrmen für die verschiedensten Zwecke gefunden. Etwas von dem neuen Arbeitsethos spricht aus den verschiedenen Berufskleidern, die eine ebenso freundliche Stimmung verbreiten wie ein schöner Arbeitsplatz. W. H.
WISSEN SIE SCHON...?
. . . daß Trockeneis nichts mit gefrorenem Wasser zu tun hat, sondern verfestigtes Kohlensäuregas ist? — In den vom Bierausschank her bekannten Kohlensäurebomben ist dieses.Gas unter hohem Druck bereits zu einer Flüssigkeit zusammengepießt, die bei einer plötzlichen Öffnung des Ventils schnell verdampft und stch dabei so abkühlt, daß fie zu einer schneeartigen Maste gefriert, die zu Stücken gepreßt, bereits eine wichtige Trockeneissorte liefert. Trockeneis nimmt
an freier Luft eine Temperatur von rund 79 Grad Kälte an und fpiekt Bei der neuzeitlichen Lebensmittelfrischhaltung durch Tiefkühlung eine große Rolle. Wenn es seiner Umgebung Wärme entzieht, schmilzt cs nicht, sondern verflüchtigt sich unmittelbar zu kaltem schweren Kohlensäure gas, das noch weiter kühlt und zugleich einen chemischen Schutz für das Kühlgut bildet. (Verglichen mit Wastereis, läßt sich mit Trockeneis mehr als die dreifache Kälteleistung erzielen.) Deike-M.
Erneuter britischer Terrorangriff
Die Flak vereitelte größere Schabensauswirkungen
In der Nacht zum 9. September 1942 griff ein britischer Bomberverband das Rhein-Main-Eebiet mit Spreng- und Brandbomben an. Es entstanden Sach- und Personenschäden. Nach den bisherigen Feststellungen wurden 34 Personen getötet.
Der Flak gelang" es wiederum, die feindlichen Flugzeuge vor der Erreichung dichtbevölkerter Stadtteile abzudrängen. Der aktive Luftschutz und die Selbstschutzkräste verhinderten größere Schadensauswirkungen dieses erneuten britischen Terrorangriffes.
Kind im Waschapparat ertrunken
— Andernach, 10. Sept. Eine furchtbare Feststellung mußte eine junge Frau, deren Mann im Felde steht, bei ihrer Rückkehr in die Waschküche treffen. Sie sand ihr neun Monate altes Kind ertrunken in einem mit Wasser gefüllten Kessel vor. Das Kind hatte auf dem Fußboden in der Nähe des Waschapparaies, der auf dem Fußboden stand, mit einer Kette gespielt. Es hatte sich in Abwesenheit der Mutter an dem Kessel aufgerichtet, wobei die Kette in das Master fiel. Bei dem Versuch, die Kette wieder herauszuholen, ist das Kind ertrunken. — Dieser traurige Fall, der einer Familie schweres Leid gebracht hat, mag allen Müttern erneut eine ernste Warnung sein, ihre Kleinen nie unbeaufsichtigt zu lasten.
— Gießen, 10. Sept. Ein Mann aus Butzbach hatte in seiner Eigenschaft als Beamter einer Behörde amtlich Gelder entgegenzunehmen. Dabei ließ er sich zu Unterschlagungen verleiten, die sich in drei Fällen insgesamt auf 65 RM Beliefen. Wegen dieser drei Amtsunterschlagungen wurde er von der Gießener Strafkammer zu P/i Jahren Gefängnis verurteilt.
— Darmstadt, 10. Sept. Der 38jährige Wilhelm Schmidt aus Darmstadt wurde von der Kriminalpolizeistelle Darmstadt festgenommen, weil er sich während eines Fliegeralarms a l s HilfspolizeiBeamter ausgegeben hat und Festnahmen vornehmen wollte. Wegen seines volksschädigenden Verhaltens wurde er dem Richter zugefuhrt und kam in Untersuchungshaft. Da das Verhalten des Festgenommenen einen die Autorität des Staates gefährdenden verantwortungslosen Mißbrauch staatlichen Hoheitsrechtes darstellt, wird er, um die Gemeinschaft vor ihm zu schützen und weiteren Straftaten dieser Art vorzubeugen, nach Verbüßung der gerichtlichen Strafe für längere Zeit in ein Konzentrationslager eingewiesen werden.
Ohm Krügers Diener. In Hilversum ist im Alter von 86 Jahren Happe, der frühere Diener des Präsidenten von Transvaal, Paul Krüger, gestorben. Er genoß das besondere Vertrauen des Burenhelden und hatte an seiner Seite gegen die Truppen Jamesons gekämpft; er hatte den Präsidenten auch
während seiner Fahrten durch Europa Begleitet, und er hat ihm Bis zu seinem Tode lieBevoll Beigestanden. Nach der Bestattung Krügers in Prätoria kehrte Happe nach Holland zurück und ließ sich in Hilversum nieder. Der treue Diener Bewahrte in seinem Hause zahlreiche Erinnerungen, Photographien und Andenken an Krüger und aus dem Burenkrieg auf.
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FELDPOSTPÄCKCHEN
Verpackt so fest wie möglich ! Der Weg ist weit. Nur was Stoß und Druck aushält, kann gut ankommen . Schreibt die Feldpostnummer richtig und deutlich! Streichhölzer und gefüllte Benzinfeuerzeuge gehören nicht in die Feldpostpäckchen!
