Wiesbadener Tagblalt
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Nummer 212
Donnerstag, 10. September 1942
90. Jahrgang
seinem Kommandobereich Iran abtreten.
Alexander als
Nachfolger Äuchi diese militärischl
blick auf die näherrückenden KaukasusgefäLren und daher
lenk mitgebrachten
ier im Grunde war
Mit dem Heldentod bildlichen Soldaten
Donez-Froni gelegenen
Nichten konnte,
nnlecks Iraks. Es könnte so scheinen, als sei
>e Umgruppierung in erster Linie im Hin-
Zrvei Ritterkreuzträger gefallen
Generalmajor Georg von Lromarck und Major Adolf Jordan
Das erbitterte Ringen um die Festung an der Wolga
Die feindlichen Entlastungsangriffe durch die hohen Materialverlufte etwas abgeflaut
Land Mischen den Fronten
Von Wilhelm Ackermann
Bei der Wahl der Reiseroute Churchills nach Moskau über den immerhin beträchtlichen llmwe« Lissabon—Kairo- Teheran haben nicht etwa nur Gründe der gröberen persönlichen Sicherheit eine Rolle gespielt, sondern auch die besonderen Notwendigkeiten, die sich für den englischen Premierminister im sogenannten Mittleren Osten ergaben. Sie haben nach dem Abschluß der Reise und der mancherlei an den verschiedenen Zwischenstationen geführten Gespräche ihren Ausdruck gefunden in den Umbesetzungen der militärischen Kommandostellen im Vorderen Orient, vor allem aber in der Neuschaffung eines eigenen Oberbefehlshabers für Iran und Irak in der Person des Generals Maitland Wilson. Zu seiner neuen Zuständigkeit mutzte Wavell aus
Aufbau einer starten selbstsicheren Rechtspflege
Reichsjnstizminrfter Dr. Thierack über den Auftrag des Führers
Anfang des Jahres 1942 wurde von Bismarck mit der Führung einer Panzer-Divifion unter Eeneralfeldmarschall Rommel in Afrika beauftragt Im April 1942 zum Generalmajor befördert und zum Kommandeur einer Panzer-Division ernannt, kämpfte Generalmajor von Bismarck, der sich bereits in Polen, Frankreich und gegen die Bolschewisten bewährt hatte, in Libyen und Ägypten gegen den englischen Gegner und hat an den Siegen der Panzerarmee Afrika hervorragenden Anteil. Als leuchtendes Vorbild selbstlosen kühnen Einsatzes wird der gefallene Divisions- Kommandeur feinen Offizieren und Soldaten unvergeffen bleiben.
als Rückendeckung zugunsten des bolschewistischen Verbündeten geschehen; und sicher ist man in Moskau mit dieser von Churchill gewissermatzen als Gcrstgesch, Neuigkeit nicht unzufrieden gewesen. Abei
eigenen Verlusten 137 feindliche Flugzeuge ver- , ist unermüdlich am Werke, die feindlichen Stellungen und rückwärtigen Verbindungen zur Unterstützung der
as. Berlin, 10. Sept. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleiung.) „Churchill konnte das Unterhaus nicht begeistern. Einige Mitglieder verliehen die Sitzung noch während der Rede des Premiers. Nicht etwa weil sie irritiert oder mitzgestimmt waren, sondern weil fie lieber essen als zuhören wollten. Das ist eine höchst bedeutsame politische Entwicklung. Sie bedeutet, dah weder der Premier. noch jemand anders das Haus durch Reden bewegen kann. Dieses Unterhaus war nicht feindlich, doch als es merkte, datz es nur Bericht war. verlor es sein Interesse und das Ereignis verlief im Sande." So schildert der Londoner Sprecher des New Borker Rundfunks die llnterbaussttzung. in der. wie wir schon gestern berichreten, Churchill einen Überblick über die allgemeine Kriegslage gab. Die Worte umschliehen ein hartes Urteil über den Churchillschen Redeerguh. Die englischen Blätter haben zunächst einmal auftragsgemäß Churchill gelobt. Dann klang es schon etwas matter, daß Churchills Rede ..ein einfacher Rechenschaftsbericht über Gewinn und Verlust des Sommers" gewesen sei. Nun muß man aber auch noch eingestehen. datz es sich um eine gefälschte Bilanz handelte. Man muh erkennen, dah die britischen Sorgen durch die schwindelhaften Erklärungen Churchills keineswegs behoben werden. „Wir müssen uns", so schreibt die „Daily Mail", „vergegenwärtigen, dah die alliierten Nationen an den drei wichtigsten Fronten Stalingrad. Kaukasus und Ägypten noch immer in der D e f e n i ö e gegenüber den Deutschen stehen. Wenn Stalingrad fällt, ist die Sowiet- union in zwei Hälften gespalten und wenn die Deutschen den Kaukasus überrennen, so schaffen sie ihre eigene zweite Front im Mittleren Osten." In ganz ähnlichem Sinn schreibt der „Daily Telegraph", es wäre gut. sich ins Bewußtsein zu rufen, dah die Tage von Blut. Schweiß und Tränen noch keineswegs vorbei seien. Es sollte keine Hoffnung auf der Hypothese aufgebaut werden, dah Deutschland und Japan plötzlich zusammenbrechen werden. Das sind Darstellungen, die der tatsächlichen Lage sehr viel
mehr entsprechen, als die Grohsprechereien Churchills, der sich sogar so weit demütigte, dah er Herrn Stalin ein Loblied sang. Er bezeichnete diesen Mann als „massive Persönlichkeit" und sprach von diesem Massenmörder als von einem Mann, der Sinn für Humor habe. Dabei muh Churchill gerade in diesem Augenblick feststellen, dah seine Verbeugung vor Moskau ihm nichts nutzt. Hatte er geglaubt durch die Aushebung des Verbotes des kommunistischen Blattes „D a i ly W o r k e r" Moskau und die englischen Kommunisten besänftigen zu können, so zeigte gleich die erste Nummer dieser Zeitung, dah sich die kommunistische Filiale in London nicht um die Parolen Churchills, sondern um die Parolen Moskaus kümmert. Das in London so verpönte Thema der zweiten Front wurde ebenso ausführlich behandelt, wie das nicht minder peinliche Thema der Verhandlungen mit Indien.
Den Churchillschen Ausführungen konnte man — ein Thema, auf das die Londoner Blätter naturgemäß nicht weiter eingeben — im übrigen auch entnehmen, dah die Dominien recht verstimmt sind und dah Churchill grohen Wert darauf legt, die Risse nicht breiter werden zu lassen. Das beweist u. a. seine Mitteilung, dah England dem australischen Dominion den Kreuzer „S b r o s v h i r e" als Ersatz für die versenkte „Canberra" schenkt und daß General Auchinleck auf direktes Verlangen Südafrikas abgesetzt wurde infolge „des massiven Urteils von S m u t s." Bleibt als letztes noch zu bemerken, daß Churchill sich jetzt auch die Ler- geltungsthese des Deutschenfressers Vansittard zu eigen gemacht hat. indem er nach dem Siege ein „Gericht" über Deutschland antünbigte, das noch für künftige Jahrhunderte als Warnung dienen solle. Das ist nicht etwa die erste derartige Haßbotschaft Churchills. Sie rundet nur das Bild dieses Scharlatans ab. der für feine grohmäuligen Reden und feine gefälschten Bilanzen die englische Öffentlichkeit vergessen machen möchte, wie weit er bereits das Empire verwirtschaftete.
IBS. Berlin, 9. Sept. Die Kämpfe um Stalingrad gehen erbittert weiter. Unter Anlehnung an jede Eeländefalte versucht der Feind, den deutschen und verbündeten Truppen das Vordringen gegen die Stadt zu verwehre,». Alle Anstrengungen haben nichts genützt. In harten Kämpfen wurden die Bolschewisten immer weiter gegen die Stadt zurückgeworfen. Obwohl sie das ganze Gelände, das sich übrigens hervorragend für die Verteidigung eignet, in eine einzige Befeftigungs- zone mit schachbrettartig angelegten Bunkern verwandelt und vermint hatten, konnten die tapferen Angreifer sich immer weiter gegen den entscheidenden bolschewistischen Stützpunkt am Wolgaknie vorkämpfen. Nachdem am Montag von Nordwesten her ein Einbruch bis zu sieben Kilometer Tiefe in die Vorlinie von Stalingrad erzielt worden war, haben Panzertruppen am Dienstag von Westen her zäh verteidigte bolschewistische Stellungen durchbrochen und in erbitterten Kämpfen beherrschende Höhen unmittelbar westlich Stalingrad genommen. Die deutsche Luftwaffe; die übrigens zusammen mit kroatischen Verbänden am Dienstag bei nur vier ' *” * " '
und ist doch auch bet diesen Entschlüssen in der Hauptsache das englische Etgeninteresse maßgebend. Dieses Gebiet zwischen den beiden Fronten, der in Ägypten und der im Kaukasus siebt die durch die Kriegserfabrung geschärfte englische Vorstellungskraft von den gewaltigen Zangen der deutschen Kriegsmaschine umfabt und bedroht. Und dieses Bild einer rauhen Gegenwart ist englischem Denken um deswillen so unsympathisch, weil der Mittlere Osten, das Land wischen dem Suezkanal und der neuen Türkei Englands eigentlichen Gewinn aus dem ersten Weltkriege darstellt.
Bis dahin hatte man sich in London dem Gedanken einer Austeilung des morschen und korrupten alten türkischen Reiches immer widersetzt und ihr sogar als dem „kranken Mann am Bosporus" künstlich das Leben verlängert, weil man bei einem Auseinandersallen dieses unorganischen Staatsgebildes die Ansprüche des alten Rußland fürchtete mit seinem Ziel der Herrschaft über Konstantinopel und die Meerengen und des Aufrückens zu einer europäischen Mittelmeermacht. Als aber der Kriegsverlauf 1914/18 diesen un- beauemen Mitbewerber durch den Zusammenbruch des Zarentums und den Beginn des bolschewistischen Bürgerkrieges ausgeschaltet hatte, da hielt man in London den Zeitpunkt für gekommen, sich an dem Kadaver der alten Türkei gütlich zu tun aus der Position heraus, die der Oberst Lawrence in zäher Kleinarbeit während des Krieges für England im arabischen Raum bereits geschaffen batte. Man nahm die Gelegenheit wahr, sich toiebet einmal reichlich zu sättigen, im Alleingenuß allerdings leicht gestört durch die Ansprüche, die Frankreich auf Grund seiner alten Stellung int Orient stellte. Man fand es von England aus damals mit der Mandatsherrschaft über Syrien und den Libanon ab. durchaus in dem Bewußtsein, wegen der besonderen Nationalitätenschwierigkeiten in diesem Gebiet den Bundesgenossen ein Danaergeschenk gemacht zu haben; und man hat jetzt im zweiten Weltkrieg die erste Möglichkeit ergriffen. auch dieses Stück des Mittelostens ganz dem englischen Herrschaftsbereich einzuverleiben. Dieser eilige Kriegsgewinn in Kleinasien wurde bann inzwischen noch ergänzt burch bie Aufteilung Irans in eine englische und eine bolschewistische Interessensphäre, b. h. burch bie Wieber- herstellung eines Zustandes, den man nach dem ersten Weltkrieg ungern genug gegenüber dem energischen Auftreten des Schahs Ri!a Palehwi hatte preisgeben müssen.
Dieses Streben nach englischer Machtverankerung in den vorderasiatischen Ländern entspringt althergebrachten Zielen englischer Politik: Sicherung in erster Linie des Bereiches des Suezkanals; Sicherung auch des Landwegs nach Indien, der im Zeichen des Luftverkehrs und der großen Überland-Omnibusstrecken noch eine neue und verstärkte Bedeutung bekommen hat; Sicherung schließlich der Ölgebiete und Ölinteressen in Irak mit dem Mossul- gebiet, in Iran mit dem Konzessionsbesitz der Anglo-Persian Oil Co„ auf den Bahrein-Inseln im Persischen Golf, wo man allerdings Bereits den Amerikanern hat weichen müssen; Sicherung zu guter Letzt aber auch der ganzen fee- strategischen Stellung Englands im Mittelmoer. die natürlich durch den Besitz der ganzen kleinasiatischen Küste von Port Said bis Alexandrette erheblich verstärkt werden konnte. Zu diesen alten aber sind inzwischen neue Ziele getreten, teils schon nach dem ersten Weltkrieg, teils jetzt während des zweiten. Es gilt, bie Rolle als ..Schutzmacht" bes Arabertums nach Möglichkeit auszubauen unb bie englische Alleinherrschaft im Roten unb im Indischen Ozean zu gewinnen. In zäher Arbeit, ohne sonderliche EewissenSbe- denken bei der Wahl der Mittel im Einzelfall, ist es gelungen. zwischen den beiden Weltkriegen bte ganzen Araberstaaten bis auf den größten, das Königreich Saudi-Arabien, unter mehr oder weniger ausgesprochene englische Botmäßigkeit zu bringen., sei es durch „Bündnis-Verträge", wie im Fall Irak und letzt Iran, sei es durch Korruption der Herrscher, wie in Transjordanien und im Emirat Koweit. 3m Bereich des Indischen Ozeans hat London mit dem Griff nach dem französischen Madagaskar aus der vermeintlichen Defensive gegen Japan heraus einen Vorstoß in bet
3m Raum von Stalingrad fiel am 21. August 1942 der Bataillons-Kommandeur in einem JR., Ritterkreuzträger Major Adolf Jordan. Die Truppe verliert mit ihm einen ihrer besten Führer und Kämpfer, der durch seinen selbstlosen tapferen Einsatz mehrfach entscheidend zu den Erfolgen der Division beigetragen hatte. 3m Mai 1942 wurde dieser vorbildliche Offizier für seinen zähen Widerstandswillen bei der Verteidigung einer für die weitere Kampfführung wichtigen, an der D o n e z - F r o n t gelegenen Ortschaft gegen zahlenmäßig weit überlegene Angriffe der Bolschewisten mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet.
Englands Verrat an Frankreich
Bichy, 9. Sept. Admiral Abrial, der frühere Chef der französischen Land- und Seestreitkräfte im Raum vtzn Dünkirchen in den für das Schicksal der französischen Ration entscheidenden Tagen, sprach am Dienstagabend im vollbesetzten Theater in Vichy über Englands damaligen Verrat an Frankreich. Er entwickelte zunächst ein geschichtliches Bild der jahrhunderte alten englisch-französischen Spannung, die von England skrupellos ausgenutzt auf Kosten Frankreichs zum englischen 3mperium führte. Durch seine eigenen Stgemen habe es stets Unruhe in den französischen Besitzungen zu schüren versucht und bediene sich noch heute französischer Verräter vom Schlage de Eaulles, Eatrouxs und Muselieres England benutzte Frankreich lediglich als Wahrer feiner eigenen Interessen. Das habe sich vor allem bei Dünkirchen gezeigt, wo die Engländer in der verzweifelten Situation sich zuruckzogen, statt miteinzugreifen, und wo sie trotz dringendster Vorstellungen von französischer Seite Frankreich zynisch seinem unvermeidlich e'n Schicksal überließen. Das spi ein nicht zu überbietender Verrat gewesen, den es später durch seine Angriffe auf Mers- e l - K e b i r Dakar, auf französische Besitzungen und französische Schiffe fortzusetzen suchte. Leider gebe es noch immer Franzosen, die trotz der erdrückenden Tatsache nicht klar zu sehen vermöchten, denen die Bombardierung französischer Städte, Züge und Fischerboote noch nicht die Augen geöffnet hätten. Aber bte Mehrzahl des Volkes stehe hinter dem Marschall und seiner von Laval geführten Regierung dessen eindringliche Warnungen man in kritischen Stunden überhört habe.
Churchills gefälschte Bilanz
Entgegen seiner Alusionsinache stellt „Daily Mail" fest: Die „Alliierten" noch immer defensiv
Berlin, 9. Sept. Reichsjustizminister Dr. Thierack sprach am Mittwochnachmittag vor der deutschen Presse über Ziel und Bedeutung seiner kürzlichen Beauftragung durch den Führer. Mit dem Führererlaß vom 20. August 1942 fei das Amt des Reichsministers der Justiz, des Prästdenten der Akademie für deutsches Recht und des Leiters des NS.-Rechtswahrerbundes und damit die Verantwortung für die gesamte deutsche Rechtspflege in eine Hand gelegt worden. In der deutschen Rechtsgeschichte sei dies zum erstenmal in diesem großen Umfang geschehen.
Als den eigentlichen Sinn und das Ziel seiner Aufgaben aber bettachiet Dr. Thierack:
1. eine starke nationalsozialistische Rechtspflege aufzubauen, um die gewaltigen augenblicklichen und künftigen Ausgaben des Eroßdeutschen Reiches zu erfüllen.
2. diese starke nationalsozialistische Rechtspflege, d. h. eine selbstsichere, also keine kraftlose und unsichere. nach der Idee des Nationalsozialismus auszurichten, dessen Weltanschauung auch die Rechtssprüche zu tragen habe.
3. Um die Ausgabe des nationalsozialistischen Eroßdeutschen Reiches zu erfüllen, sei es erforderlich, daß all die Gesetze, all die Eerichtsorgavrsationen und Institutionen, die immer noch aus« gerichtet seien aus eine Zeit, in der das deutsche Volk zusammen- gepreßt war auf engsten Raum, in dem es sich selbst behaupten mußte, in der es keine weite Sicht hatte, in der Spannungen innerhalb der einzelnen Teile des Reiches sichtbar waren, anderen Organisationen, einem anderen Geist und einem anderen materiellen Recht Platz machten.
Der Zentralpunkt dieser großen Ausgaben sei das Reichsjustizministerium. Es sei nicht nur Objekt des neuen Prinzips, sondern auch Subjekt. Die Akademie sür deutsches Recht werde dazu berusen sein, als wissenschaftlicher Helfer eingesetzt zu werden, auf ihr würden die Grundlagen geschaffen zum neuen Volksrecht, zum neuen Strafgesetzbuch — als helfende Organisation trete daneben der Rechtswahrerbund in Erscheinung, der der Menschenführung zu dienen habe. Diese Organisation dürfe keine Eesetzesfragen losen, sondern sie diene allein der Aufgabe, die Menschen auf die deutsche Rechtspflege auszurichten und sie zu führen.
Er werde darauf hinwirken, daß das deutsche Volk in Zukunft im deutschen Richter einen Helfer sieht, zu dem der einzelne Volksgenosse vertrauensvoll wie zu einem Arzt hinkomme. Der Richter dürfe nicht mehr ein verwaltungsmäßig arbeitender Jurist sein.
Zwar könne der Richter nur mit dem Gesetz richten, aber es Nkfe, vom Studium angefangen, nicht soweit kommen, daß der
Berlin, 9. Sept. Bei den Kämpfen in Afrika fiel als Kommandeur einer Panzer-Division der im Westfeldzug mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete Generalmajor Georg von Bismarck. """ " ' “ L> vor dem Feind fand das Leben eines vor-
, _ und Offiziers letzte Erfüllung.
Richter bas Gesetz beherrscht, bas Leben aber nicht mehr sieht unb wenn, bann nur burch bie Brille bes Gesetzes. Hier setze eine der Hauptaufgaben ein, die ihm, dem Minister, gestellt worden seien.
Der Auftrag des Führers, eine Neuordnung der deutschen Rechtspflege in Angriff zu nehmen, leite ein Projekt ein, bas seit vielen Jahrzehnten, ja fast Jahrhunderten,- immer roieber gewollt würbe, was aber nie erreicht werben konnte. Es fei eine ungeheure schwere unb verantwortungsvolle Aufgabe, bie durchgeführt werben müsse unb auch burchgeführt werbe.
Die feinbliche Agitation habe ben Passus des Führererlasses, daß er, der Reichsjustizminister, bei feinen Aufgaben gegebenenfalls vom bestehenden Recht abweichen könne, in dummdreister Weise für ihre Zwecke verwendet. Er könne abschließend hierzu nur erklären, jene Agitationslügen seien der beste Beweis dafür, daß dem deutschen Volk mit der Erfüllung des Führeraustrages ein weiteres wichtiges Moment des Vertrauens zu den gesamten sozialen Errungenschaften des nationalen Staates zur Verfügung gestellt werde.
kämpfenden Erdiruppen anzugreifen. Dazu gehört nicht nur die Stabt Staltngrab mit ihren kriegswichtigen Anlagen, [onbern auch bte Wolga-Brücken, die von Stalingrad zum anderen Ufer fuhren, und bte sowjetischen Flugplätze ostwärts bet Wolga.
Dte feindlichen Versuche, bie operativen Pläne ber deutschen guljrung durch wilde Massenongriffe an anderen Frontabschnitten zu stören, haben trotz größten feindlichen Einsatzes das gewünschte Ergebnis nicht erzielt. In den letzten Tagen sind diese Angriffe, die abwechselnd bei Woronesch, Drei, Rschew, Kaluga unb im Raum um den Jlmen-See geführt wurden, offensichtlich V5 °M es Iau 1 Denn der Verschleiß an feindliche» Kräfte» ist offenhar so stark gewesen, daß die Bolschewisten das bisherige Tempo ihrer AngrisfstStigkeit nicht weiter durchhalten konnten. Ein Beweis für die notwendigerweise sich auf der Gegenseite geltend machende Erschöpfung sind bie Panzerverluste bes Feinbes Nach der Mitteilung des OKW.-Berichtes vom Mittwoch haben bie Sowjets feit dem 11. August südwestlich Kaluga über 1000 Panzer und seit dem 30. Juli im Raume von Rschew 2126 Panzer eingebüßt. Das sind Verluste, die cs offne werteres verständlich erscheinen lassen, wenn Stalin jetzt stürmisch »ach englischen und amerikanischen Materiallieferungen schreit.
