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Seite 4 Nr. 206

Wiesbadener Tagblatt

Donnerstag, 3. September 1942

Das 4. Kriegs-WHW.

Jetzt heißt es wieder: Nun erst recht!

Die Heimat darf nicht abseits stehen, wo diesmal um ein neu Geschlecht, um neues Recht die 'Kämpfe gehen!

Die Heimat hat di« hohe Pflicht, den Kampf der Front zu unterstützen, durch Opfer, Einsatz und Verzicht das Heimatland vor Rot zu schützen!

Und immer hat sie Hand in Hand mit unsrer Wehrmacht durchzuhalten, bis unser teures Vaterland besiegt die feindlichen Gewalten!

Kein Opfer ist hierfür zu groß!

Das Winterhilfswerk dieses Krieges erleichtert uns des Kampfes Los und ist uns der Garant des Sieges! Willi Lindner

Ein Soldat geht durch die Stadt

Er will in die Heimat zurückfinden

Es ist ein Soldat wie jeder andere und doch ist etwas Besonderes an ihm. Er geht straff und stramm in der Haltung, in seinen Augen aber steht ein Verwundern, so als ob er im Zweifel wäre, daß dies hier die richtige Straße sei. Er blickt an den Häusern empor, cs sind stattliche Bauten, wenn auch nicht weiter auffällig. Er bleibt vor den Schaufenstern stehen und versinkt in den Anblick von Hüten, Schmucksachen, Blumen, ohne das alles recht zu erkennen. Ja, was sucht er nun eigentlich? Wo will er denn hin?

Er will in die Heimat zurückfinden! In die Heimat, die ihm an der fernen Ostfront oft so greifbar nahe erschien, und die ihm nun in der Nähe irgendwie fern ist. Fern und fremd, weil ihr Gesicht so ruhig und freundlich ist, so friedlich. Das ist es: ein Frontsoldat geht durch eine deutsche Straße, vor dem inneren Auge noch die Schreckensbilder des Krieges, im Ohr noch das Tosen höllischen Kampfes, in der Hand noch das Zucken nach der Waffe. Seine Sinne sind angespannt im Erfühlen und zur Abwehr von Gefahr und nun antwortet ihm ringsum nichts darauf. Das Leben der Stadt flutet dahin, im sicheren Rhythmus. Die Menschen, ob Mann ob Frau, sind wohl geschäftig und ernst, doch fühlbar in einem geordneten Dasein geborgen. Die Anschlagsäulen künden in bunten Plakaten von ernster und heiterer Muse für die Stunden der Erholung. Das alles hat der Soldat gewußt und nicht anders gewartet. Nun aber, wo er es in der Wirklichkeit erlebt, überwältigt es ihn fast im schnellen Übergang der schroffen Gegensätze.

Jedoch haben nicht auch wir in der Heimat zuweilen solche Empfindungen? Wir saßen im Lichtspielhaus und sahen die Wochenschau, waren mittendrin in Verderben und Vernichtung, erschauerten vor Zerstörung und Ehaos. Und dann treten wir aus die Straße und alles ist gut um uns her. Die Häuser stehen mit gardinenbehangenen Fenstern wohnlich da, die Leute fahren zur Arbeitsstätte oder streben dem Feierabend in ihrer Behausung zu. Welch ein Unterschied zwischen feindlichem Land und unserer deutschen Erde. '

Wir und der Soldat, wir sollten diese innere Umstellung 'nicht hastig herbeizuführen suchen. Denn in diesem Besinnen ver­tieft sich uns die Erkenntnis, wie dankbar und glücklich wir uns schätzen können in der Hut unserer umfriedeten Heimat. G. K-H

Das interessiert die Landwirtschaft«

3m Dienste einer feindlichen Macht!"

Es gibt Helfer des Feindes, denen wir viel zu wenig nach- spüren. Achtung! Du bist gerade mit einem von ihnen beschäftigt. 3a, ja, das transportable Kabel in deiner Hand, sieh es dir einmal genau an. Prüfe es genau, bevor du es verwendest und etwa fahrlässigerweise durch die Eetreidehalme in der Scheune gleiten läßt. Siehst du die Bruchstelle in der Mitte? Siehst du, wie schon ein paar Drähte bloßliegen? Da steckt schon so ein Helfer des Feindes, der eines Tages den Feuerstrahl in deine volle Scheune wirft! Sieh dir einmal die elektrischen Schalter an und alle Abzweigungsdosen: Hier ist eine Schaltdose angebrochen, dort hat eine Leiter die Verschraubung verbogen, die Drahte der Abzweigdose aus der Führung gezogen. Und die Zu­leitungen? Sind die nirgends durchgescheuert, angebrochen oder abgeschabt? Flicke nicht herum, scheue nicht das bißchen Mühe und die paar Pfennige, den Fachmann zu beauftragen. Laß ihn einmal alles überholen, sicher findet er noch manchen versteckten Helfer des Feindes!

Der Rundfunk am Freitag bringt an bemerkenswerten Sendungen im R e i ch s p r o g r a m m: 11 Uhr Musik von Beet­hoven und Schubert, 15 Uhr Volkstümliche Weisen mit Chören und Orchestern, 16 Uhr Unterhaltsame Konzertwerkc aus älterer und neuerer Zeit, 17.15 Uhr Tänzerische Musik unserer Zeit, 20.20 UhrSommersonne, Wind und Sterne", 21 Uhr Operetien- klänge und tänzerische Musik. Im Deutschlandsender: 17.15 Uhr Erich Boehlke dirigiert, 20.15 Uhr Klavier-Quartett von Brahms, 21 UhrZaide" Singspiel von Mozart.

Telegramme nur mit wichtigem Inhalt. Auch der Tele- grammverkehr im Kriege muß in erster Linie Kriegs-.und wehr­wirtschaftlichen Zwecken dienen. Nachrichten minderwichtigen In­halts besonders Glückwünsche u. ä. können, rechtzeitig auf­gegeben, auch brieflich oder durch Postkarte übermitteln werden. Sie belasten sonst die Telegraphenleitungen über das zuläsiige Maß und behindern und verzögern den Austausch der not­wendigen und wichtigen Nachrichten. Denke stets daran und übe auch hier die nötige Zurückhaltung!

Gesund an Leib und Seele

Sommersportsest der Jugendsportgruppe der Stadtverwaltung

Wir weilen auf K l e i n f e l d ch e n, unserem so schön ge­legenen Sportplatz im Westen der Stadl. Aus dem grünen Rasen tummelt sich die Jugend. Auf der Tribüne sitzen die Männer, denen diese Jugend zur beruflichen Ausbildung anvertraut ist. Und sie freuen sich über das frohe Spiel dieser jungen Menschen, die sich hier im Rahmen der sportlichen Jugendbetreuung der Stadtverwaltung Wiesbaden ertüchtigen. Hier wird

Angetreten zur Siegerehrung

Ausgleichs sp ort im wahrsten Sinne des Wortes getrieben. Das Mädel am Schreibtisch, der Junge an der Werkbank in irgendeiner der vielen städtischen Verwaltungsstellen und Werk­stätten; sie brauchen, um einmal tüchtige Männer und Frauen zu werden diese körperliche Betätigung. Wenn es sonst nur die Freude an Sport und Spiel selbst ist, und wenn es sonst nur die Sportbetreuer oder die Kameraden und Kameradinnen sind, denen man zeigt, was man sportlich zu leisten vermag, so sind es an diesem Mittwochnachmittag die Djenststellenleiter und die älteren Kameraden, denen man beweisen will, daß diese Nachmittage, die dem Spiele dienen, auch gut genutzt sind. Und besonders hat es die jugendlichen Eefolgschaftsmitglieder der Stadtverwaltung ge­freut, daß Bürgermeister Piökarski selbst gekommen war, um sich das Programm dieses Sportfestes, das mit dem Aufmarsch und feierlicher Flaggenhisiung begann, gemeinsame Körperschule, Laufspiele der Mädels, Tummelspiele, Reifenspiele der Mädels, Pferdespringen und Bodenübungen der Jungen, ein Faustball­spiel, Staffelläufe, ein Handballkurzspiel der Jungen, einen Dreh­tanz brachte, also einen Querschnitt durch die sportliche Jahres­arbeit gab, anzusehen und schließlich die Siegerehrung durch eine herzlich gehaltene Ansprache zu krönen. Bürgermeister Piökarski verwies dabei auf den Wert der sportlichen Betätigung gerade für den jungen Menschen. Eure Väter und Brüder, so führte er aus, kämpfen für den Bestand des Vaterlandes. Ihr habt ihnen dafür zu danken, daß es trotz aller Kriegsereignisie hier in der Heimat möglich ist, Sport und Körperertüchtigung zu treiben. Diese Nachmittage dienen auch der Erholung und Entspannung. Durch den Sport sollen die Jungen einst stahlharte deutsche Männer werden und die Mädels Kraft sammeln, um ihren Pflichten als deutsche Frau und Mutter einst segensreich für unser Volk nachkommen, zu können. Eine Reihe der besten

Humor für Äug' uud Ohr". Die NEE.Kraft durch Freude veranstaltete im Auftrage des Oberkommandos der Wehr­macht und in Zusammenarbeit mit dem SonderreferatTruppen- betreuung" im Reichsministerium für Volksausklärung und Pro­paganda am Mittwoch in einem hiesigen Lazarett einen bunten Nachmittag für die verwundeten Soldaten, an dem die Worte Lachen" undHeiterkeit" wirklich groß geschrieben wurden. Das begann sogleich bei der fröhlich zupackenden Begrüßung durch Mary Müller-Schadow, die weiterhin in schmisiiger und gewandter Weise die einzelnen Nummern einleitete und selbst amüsante, pikante Lieder und humoristische Gedichte und Betrach­tungen beisteuerte, indem sie das köstliche Wilhelm-Rabe-Wort Humor ist der beste Schwimmgürtel des Lebens" über den Nach­mittag setzte. Trud Marin, eine charmante, junge Tänzerin wirbelte im Steptanz und in getanzter Akrobatik über das kleine Podium und begeisterte durch ihr Können wie auch durch ihre blitzschnelle Verwandlungskunst. In Eusti Merkator lernte man eine temperamentvolle Künstlerin am Tylophon kennen, und P a st e l l o erntete spontane Bewunderung mit seinen hübschen Malereien aus buntem Sand, die schnell und geschickt vor den Augen der Zuschauer auf einem Stoff-Untergrund entständen. B r u r e l l o bot in einem atemberaubenden orientalischen Ela­stikakt vorzügliche Körperbeherrschung und -gewandtheit, die zähes Training verrieten und mit lebhaftem Beifall und Interesie be­dacht wurden ebenso wie die Jongleur- und Balance-Neuheiten von Pool und Pool, die außerordentliche Disziplin und Geschick­lichkeit zeigten. Den Humor in verdoppelter Auflage brachte der Leipziger Komiker Richard Schulze ins Treffen und setzte die Lachmuskeln in Bewegung mit seinen witzigen Redewendungen und handfesten Eeschosien, die zwar nicht immer allerjüngster Fabrikation waren. Frau Kaufmann ließ auf einer Heinen Theaterbühne ein paar Marionetten agieren und tanzen und führte die reizenden künstlerischen Puppen sehr geschickt. Das ganze Programm wurde musikalisch umrahmt und betreut von Else Peters am Flügel, die unermüdlich und einfühlsam begleitete und mit flott gespielten Weisen erfreute. A. Pl.

Wissenswertes aus dem Alltag. Spenden zum Winterhilfs­werk können nicht vor der Berechnung der Einkommensteuer vom Einkommen abgezogen werden. Das Ährenlesen ist nur auf geernteten Grundstücken gestattet. Als abgeerntet gilt ein Getreidefeld erst bann, wenn die Garben abgefahren und das Feld in üblicher Weise geharkt oder nachgerecht worden ist.

Lernt dis Heimat kennen I

Auf Waldwegen in den Wehener Grund

i.

Wehener Grund" bezeichnet man in alten Schriften das flache Hochtal, das sich in gleicher Richtung mit dem Taunuskamm vom Zugmantel, dem Quellgebiet der Aar, bis zur Hähncheslai unterhalb Bleidenstadt erstreckt. Der flache Südrand, der nur hier und da etwas steiler gefaltete Nordrand geben dem Tal keinen besonderen landfchaftlichen Reiz. Dafür weiß es dem Freund der Heimatgeschichte mannigfachen Anlaß zum Nachdenken zu geben, z. B. durch das Schicksal seiner Siedlungen, die ernst unter den Verheerungen des 30jährigen Krieges schwer zu leiden hatten, wie Pfarrer P l e b a n u s von Miehlen anschaulich be­richtet. Wie aber der Flecken Wehen zu seinem Namen kam und was er bedeutet, ist heute noch eine ungelöste Aufgabe der wissen- schastlichen Forschung. In nasiauischen Zeiten deuteten Spötter den schmerzhaften NamenWehen" indem sie aus demAmt Wehen" bas AmtÄtsch" machten. Viel einleuchtender erklärt ein alter Wehener den Namen seines Heimatortes so: Wehen liegt nicht weit vom Zugmantel, wo es so zieht, daß man auch im Sommer zwei Röcke anziehen muß, und ebenso weht der Wind immer in unserem Ort und daher hat er seinen Namen. Nun hat leider der NameZugmantel", trotz Vogel und Kehr ein, mit Windzug und Mantel nichts zu tun und damit wird auch diese Namenserklärung zweifelhaft. Wenn es aber bis in die letzten Jahre viele Ausflügler, denen das Einkehren die Krone des Wanderns ist, in den Wehener Grund zog, so hat das auch mit Zugluft nichts zu tun, sondern es erfolgte aus Gründen, die wir mit Zartgefühl verschweigen, um nicht durch schmackhafte Erinne­rungen schmerzliche Gefühle wachzurufen.

Bis zur Fischzucht mag jeder nach Lage seiner Wohnung den ihm vorteilhaftesten Weg wählen; vor dort aus bleiben wir auf dem östlichen Ufer des Kesielbaches und folgen auch seinem östlichen

Donnerstag Berdunkelung een 21.136.13 Uhr

Quellgebiet in mählicher Steigung durch prächtigen Buchenwald bis hinauf zum Herzogsweg, der hier zweimal im rechten Winkel seine Richtung ändert. Wir verlassen den alten Jagdweg schon nach etwa 100 Meter und gehen in gerader, fast nördlicher Richtung weiter, um zum wenig besuchten Eichelberg emporzusteigen, der die Platte um 36 Meter Überragt (536 Meter). Die Aussicht von diesem breitgelagerten Bergmassiv, das kaum noch Eichen­bestand aufweist, ist beschränkt, aber wer still zu wandern ver­steht, wird doch manche Überraschung erleben und hübsche Beob­achtungen anstelle» können. Wer gerne vorgezeichnete Wege geht, wendet sich nach Osten bis zum WegezeichenRoter Punkt", das ihn sicher nach Wehen bringt. Wer gern sein eigener Pfadfinder ist, folgt getrost einer der nordwärts gerichteten Schneisen und ge­langt so nach knapp halbstündiger Wanderung auf die von der Platte nach Wehen führende Straße. Wehen hat einst in der Ge­schichte Nassau-Idsteins eine beachtenswerte Rolle gespielt: be­sonders als Tagungsort der Märkergedinge (gemeinsame Wald­bewirtschaftung der Mark der Höhe). 1323 erhält Wehen Stadt- rechte durch Ludwig den Bayern, weshalb Gras Eerlach den Ort mit Wasser und Graben versehen ließ. Von letzterem erkennen wir noch Reste zwischen der Kirche und dem heutigen Amtsgericht, der ehemaligen Burg, die von 160255 der Witwe des Grafen Ernst von Nassau-Weilburg als Witwensitz diente. Wehen war eine Wasserfestung, und das Wasser für den Stadtgraben lieferte der aus dem Fürstenrod kommende Schwarzbach, der sich hier in die Aar ergießt. Die alte Wehener Kirche wurde 1811 nieder­gelegt, und die neue, im klassizistischen Stil nach Plänen des Wiesbadenre Baudirektors E ö tz errichtet, ist schon deshalb be­suchenswert, weil sie das Kirchengestühl des Klosters Notgottes im Rheingau, eine vornehme Barockarbeit, aufbewahrt. Die vielen hundert Wanderer, die jährlich durch Wehen wandern, in dem weiter nichts los ist", füllten aber auch noch aus einem anderen Grunde einmal einen Blick in die Kirche werfen, damit sie die Heimat recht, kennenlernen Sie bewahrt nämlich ein sorgfältig ausgeführtes, auf Grund gründlichen Aktenstudiums entworfenes Modell des mittelalterlichen Wehens mit feiner Burg auf, und dieses Denkmal echter Heimatliebe eines gebürtigen Weheners und halben Wiesbadeners Namen werden nicht genannt! führt eine eindringliche Sprache von Heimat und Vaterland.n.

Der Osten rufi

Schöne Arbeit für unsere Mädels im Bolksturnseinsatz

Bietet es nicht jedem Menschen eine schöne Befriedigung, für sein Volk arbeiten zu können? Unserer jungen Generation sind hier besonders wertvolle Aufgaben gestellt. Der neue Osten ruft Trägerin des Osteinfatzes der deutschen Jugend ist die, HI. sie kann auf diesem Gebiet bereits einen erfreulichen Anfangsenolg buchen. Die Zahl der freiwilligen Meldungen unserer Madels zum Volkstumseinsatz im neuen Osten beweist die Freude an dieser Arbeit. Rund 19 000 BDM.-Führerinnen und BDM.- Mädels sind es in 1942, die dort ihre junge Kraft auf den ver­schiedensten Gebieten nutzbar machen. Dieser Einsatz soll weiter verstärkt werden. Der Lagereinsatz, der ein halbes oder ein ganzes Jahr dauert, wird als Pflichtjahr angerechnet. Für die Madels, die dort bereits ihre Bewährungsprobe bestanden haben, bieten sich gute Berufsaussichten. Wer möchte zurückstehen in dieser schonen Arbeit? Die Einheiten des BDM. werden ihren Kame­radinnen Aufklärung über alle wissenswerten Fragen geben. Wer daher Lust und Liebe zur Ostarbeit hat, säume nicht mit der Anmeldung. p-

Sportlerinnen und Sportler wurden dann durch Bürgermeister Piökarski durch Überreichung von Buchpreisen und Urkunden geehrt. Auch Kreissportwart Sander vom Sportamt der NS- EemeinschaftKraft durch Freude", dem ja die sportliche Be­treuung der Jugend in den Betrieben übertragen ist, sprach zu

Bürgermeister Piökarski verteilt an tüchtige Sportlerinnen Buchpreise

(2 Photos: Tagblatt)

den jungen Kameraden. Er konnte darauf verweifen, daß wie bei der Stadtverwaltung auch in vielen anderen Wiesbadener Be­trieben dieser Eportbetätigung der Jugend innerhalb der Arbeits­zeit größte Aufmerksamkeit geschenkt wird. Diese Sportarbeit der männlichen Jugendlichen bis 18 und der weiblichen Jugendlichen bis 21 Jahren dient dem schönen Gedanken der Gemeinschaft und verdient daher alle Förderung. P.

Kriegserinnern in Stichworten. 3. September 1939: Das Deutsche Reich lehnt das britische Ultimatum ab. Kriegs­erklärung Großbritanniens und Frankreichs an das Deutsche Reich. Einnahme von Radomsko, Tschenstochau und Berent. Die deutsche Luftwaffe beherrscht den Luftraum. Blutsonnlag in Bromberg.

Hühnerhalter, denkt an unsere Verwundeten! Die Haupt­vereinigung der deutschen Eierwirtschaft hat die Zahlung von Prämien für Schlachtgeflügel angeordnet. Es werden an Prämien bezahlt: Bei Ablieferung einer schlachtreifen Eans von 4V- Kilo­gramm 8 RM, für eine Magergans von 3'/- Kilogramm 4 RM, für eine Pute von 2Vi Kilogramm 8 RM, für eine Ente von IV- Kilogramm 3 RM, für ein Huhn von IV« Kilogramm 3 RM, für ein Hähnchen 1 RM. Diese Prämien werden jedoch nur bei Ablieferung an die Eiersammelstellen bezahlt. Weder Privat­personen noch die früheren Aufkäufer sind berechtigt, diese ge­nannten Prämien zu gewähren. Sollte trotzdem eine der genannten Personen diese Prämien auszahlen, so liegt Höchstpreisüberschreitung vor, und Käufer und Verkäufer werden bestraft. Das abgelieferte Geflügel ist ausschließlich für die Verwundeten und kranke» Soldaten in Hessen-Nassau bestimmt. Es handelt sich jetzt vor allem darum, die schlechten und alten Legehühner abzuliefern, um im kommenden Eierwirtschaftsjahr das auferlegte Ablieferungssoll besser und vollständig zu erreichen. Die Hühner find bei den Eier­sammelstellen anzumelden und werden nach vorheriger Benach­richtigung des Hühnerhalters lebend abgenommen. Für jedes abgelieferte Huhn von drei Pfund werden einschließlich Prämie 5 RM bezahlt. Dieser Betrag entspricht einem Einstandspreis von 2 RM, welcher bei Verkauf an Privatpersonen nur bezahlt bzw. verlangt werden darf. Es wird erwartet, daß im Interesse des guten Verwendungszweckes alle abgängigen Hühner an die Sammelstellen gemeldet werden.

Private Lustseldpoftbriese nut bis 10 Gramm zulässig. Immer werden noch Luftfeldpostbriefe eingeliefert, die schwerer als 10 Gramm und deshalb zurückgegeben werden müssen. Zur Ersparung von unnötiger Arbeit und Verdruß sowie zur Ber-

Die besten Stahlqualitäten können durch Einsatz von Schrott hergestellt werden. Ein großer Teil der Stahler­zeugung erfolgt nach dem Siemens-Martin-Verfahren, das 75% und mehr Schrott als Rohstoff einsetzt. Noch höher ist der Schrottanteil beim Elektroofen. ElektrostaH ist wich­tigster Werkstoff für Waffen und Motoren. Die Schrott­reserven bei den Hütten in Oberschlesien und im Ruhr­gebiet ersetzen Erztransporte. Aus Schrott entsteht Stabil Aus Stahl entstehen die Waffen, die den Krieg entscheiden!