Wiesbadener Tagblatt
Donnerstag. 27. August 1942
4
Wlesbaüener Nachrichten
Winke für die Hausfrau
Wann scheint der Mond im September
Donnerstag Verdunkelung von 21.29—6.01 Uhr
4
man eine
int Entfaltung
Kleiner Mensch mit Pflichten > Das Schulkind braucht Ordnung und Pünktlichkeit
(Mater: Franckh's Pressedienst Stuttgart)
Aus bet vatstehenden Mondkatte, die oben und unten die llhtzeiten, links und rechts die Tagesdaten bringt, sind die einzelnen Mondphasen im kommenden Monat zu et>ehen.
— Eine Abschlußprüfung unter staatlichem Vorsitz für Chemotechniker und Chemotechnikerinnen wurde am Chemischen Laboratorium Fresenius durchgesühti. ,Die Prüfung haben ein Herr und 46 Damen bestanden, davon zwölf mit „Gut".__________
Rr. 200 Seite »
Mozarts mit dem Schellengeklingel der Schlittenfahrt im Schluß- fatz folgte ein Jugendwerk Franz Schuberts, die dritte Sinfonie in v-dut. Der erste Satz läßt den Einflutz des frühen Beethoven erkennen. Seht graziös unbenon .echtem Schubertgeist erfüllt ist dagegen das Allegretto. Das Menuett hat noch etwas von Glanz des höfischem Rokoko, und das flotte Finale bildet einen wirkungsvollen Abschluß. Das weniger tiefe als frische und melodiöse Werk wurde von August Vogt leicht und beschwingt zu Gehör gebracht. Di. Wolfram Waldschmidt
* Gastspiele des Wiesbadener Residenztheaters in Baden- Baden. Das Wiesbadener Residenztheater übt auch in diesem Jahre unter Direktor Max Müllers Leitung in Baden-Baden die Funktion des Kurtheaters aus. Die beiden Erftauffühiungen der letzten Woche, Menzels Komödie „Aphrodite ist meine Frau" und Alexander Matais ernstes Schauspiel aus Ärztekreisen „Das letzte Abenteuer" gaben Trude Ritter und Ursula Alexander im Lustspiel in den tragenden Ftauenrollen Gelegenheit zur Entfaltung ihres großen Könnens, während in dem Schauspiel Hilmar Manders als Spielleiter und Darsteller des Ptofesiors Petersen eine ausgezeichnete Leistung bot, die das Werk aus einem ärztlichen Einzelfall zu einer bedeutsamen menschlichen Höhe zu steigern
Die jüngste Generation gebt zur Schule — das bedeutet in jedem Hause eine kleine Umstellung, ganz gleich, ob es sich dabei um das älteste Kind oder um das jüngste handelt, das jetzt ein» geschult worden ist. Meistens ist es so, daß Mutter sehr froh darüber ist, daß ihr Junge ober das kleine Mädel nun .für ein paar Stunden des Tages „untergebtadjt" ist, man wußte schon kaum noch,, wie man die unruhigen kleinen Geister zu Hause beschäftigen sollte. Für das Kind aber beginnt damit der Ernst des Lebens, und gerade in diesen ersten Schulwochen lernen sie es ' ' i. Es beginnt frühmorgens
.________....__sorgfältigem Anziehen und pünkt
lichem Fortgehen, damit man rechtzeitig auf feinem Platz in der Klasse sitzt. Es geht weiter mit eifrigem Lernen und Äufpassen und Sttllfihen, und es findet em Nachmittag feine Fortsetzung mit den Hausaufgaben. Aus dem allen formt sich für das Kind ein
wußte.
* „Nippon, wilde Adler." Im Gloria-Palast zu Frankfurt am Main fand auf Einladung des Kaiserlich-Japanischen Generalkonsuls und der Deutsch-Japanischen Gesellschaft am Dienstagabend die Festaufführung des japanischen Fliegerfilms „Nippons wilde Adler" statt. Verwundete Soldaten und Ehrengäste aus Partei, Staat und Wehrmacht wohnten der Aufführung dieses einzigartigen Bilddokumente» von der Disziplin und Kampfentschlossenheit des japanischen Soldaten, von seiner Ausbildung bis zum Fronteinsatz bei. Im Namen des japanischen Generalkonsuls begrüßte Konsul Dr. Drißler die'Gäste, an ihrer Spitze den stellvertretenden Gauleiter Linder. Der Film ist ein Geschenk der japanischen Heeresleitung an den Führer und das deutsche Volk und das Hohelied bet besten kämpferischen und charakterlichen Eigenschaften der mit uns oerbünbeten japanischen Nation.
* Käthe Dorsch spielt zu Beginn ihrer biesjährigen Tätigkeit am Burgthkaier Wien bie Claubia in Friedrich Michaels Lustspiel „Der blaue Strohhut" unter der Regie von Ulrich Bettac.
Laikg hartnäckig verteidigte Bollwerk vergeblich beschoß. Doch auch die historischen Prunkgemächer, die Reliefbilder aus rotem Marmor und die Schloßkapelle zeugen für eine reichbewegte geschicht- liche Vergangenheit. Von den Plattformen der Bastei aus genießt ---herrliche Fernsicht über das ganze Salzburger Land, ittofel im Festungshof weist auf das schauerliche, mittel»
* Klangvolle Melodien im Kurhaus. 3m gestrigen Abend» konzert betätigte .sich der Trompeter Walter Uhlemann als Solist. Er spielte ein Konzert für Trompete und Orchester von I. Haydn. Es handelte sich dabei um eine Erstaufführung, was bei diesem Klassiker, von dem immer wieder neue Werke aufgefunden werden, weiter nicht verwunderlich ist. Das liebenswürdige Werk zeigt den bei Haydn bekannten Charakter. Es beginnt mit einem schwungvollen Allegro, in dem die Trompete fanfarenartig einsetzt, bann aber auch weiche Melodien finbet. Doll tiefer Empfinbung ist das Andante, während das Finale mit lustigen Passagen dahinsprudelt. Walter Uhlemann spielte fein Instrument mit einwandfreier Intonation, entwickelte volle, gerundete Töne und wurde auch den vielen Trillern und anspruchsvollen Figuren gerecht. Der intereffanten Neuheit aus alter Zeit schloß sich eine gut gewählte Bottragsfolge an. Den Anfang machte die sehr selten gehörte Leonoren-Ouvertüre Nr. 1 von L. van Beethoven, die der Meister selbst verworfen hat, und die zu seinen Lebzeiten kaum je erklungen ist. Die Durchführung entbehrt nicht der Kraft, gelegentlich klingen vertraute Töne an unser Ohr, auch die Florestan-Arie ist schon da, breit ausgesponnen und variiert. Und doch, welch ein weiter Weg von hier zu der „großen" Leonoren- Ouvertüre Nr. 3. Den melodiösen „deutschen Tänzen" SB. A.
alle, was das Wort „Pflicht" bedeutet, mit dem pünktlichen Aufstehen, sorgsälti kichern Fo ' ' ‘
Klasse ftjL „ ------- ..... -------- — _.
und Stillsitzen, und es findet um Nachmittag seine Fortsetzi den Hausaufgaben. Aus dem allen formt sich für das Äi neues Weltbild.
Neulinge auf dem Gemüsemarkt
In den letzten Jahren haben unsere Hausfrauen mit verschiedenen „neuen" Gemüsen Bekanntschaft gemacht, die sich dann rasch eingebürgert haben. Die länglichen gelben Wurzelsprosse des Chikoree waren die ersten dieser Art — heute werden sie mit Freude gekauft und zu schmackhaften Gemüse- und Salatgerichten verarbeitet. Der Fenchel trat auf, der aus Italien zu uns kam, feine zwiebelähnlich gedrängten, vergrößerten, zarten Blattscheiben haben sich nun auch bei uns als feines Gemüse durchgesetzt. Dann sind die Pfefferschoten da. Auch sie sind aus dem Süden gekommen. Auch bei ihnen haben unsere Hausfrauen erst einen schüchternen Versuch gemacht, dann die Vorzüge und den würzigen Geschmack lieben gelernt und verstehen auch dieses Gemüse heute vielseitig zuzubereiten: geschmort, gefüllt oder in zarte Streifen geschnitten roh als vorzüglichen Brotbelag verwendet. Wer denkt bei allen diesen Neuerscheinungen auf dem Gemüsemarkt nicht daran, daß noch vor dreißig Jahren unsere so sehr geschätzte Tomate ebenfalls noch ein Fremdling war, der sich erst, allmählich ganz Europa erobert hat, ja daß noch vor zehn Jahren manche Hausfrauen den leuchtend toten, saftigen Früchten mißtrauisch gegenüberstanden und. nicht ahnten, daß sie ein paar Jahre später ganz selbstverständlich den Tomatensegen einkochcn und sich im Winter über ihren Vorrat an prächtigem Tomatenmark freuen würden.
Jetzt ist wieder ein Neuling bei uns aufgetaucht, der, zunächst noch in kleineren Mengen, sich die Sympathien zu erobern sucht: bie Aubergine. Aubergine ist ein französisches Wort, unb bie großen, bunteloioletten, eierförmigen Früchte, werben auch in Siibftankreich viel angebaut. Sie stammen ursprünglich aus Süboftasien, bann sind sie nach Europa hinübergewanbert unb werben heute in ben meisten sübeuropäischen Ländern angebaut. Vielfach auch Sltbergine genannt, hat sich diese eingewan» berte Eierpflanze gut bewährt und wird als Gemüse und Salat oder auch als Rohkost genossen. Auberginen kann man genau wie Tomaten behandeln. Sie ergeben, zerschnitten und geschmort und gut gewürzt, ein pikantes Eemüsegulasch, auch als Salat, mit
Frohe Stunden im Lazarett
Wiesbadener Künstler erfreuten unsere Berwundeten
Durch die Räume eines hiesigen Lazaretts, durch die geöffneten Fenster, zu denen die Abendsonne hereinschaute, erklang am Mittwoch wieder einmal schöne Musik und erfreute die zahlreich lauschenden Soldaten, zauberte Leuchten und Lachen in ihre Gesichter und Entspannung in ihre Herzen. Mit einem vielseitigen Programm waren die Künstler im Namen der NS.-Eemeinschaft „Kraft durch Freude" erschienen, die den Abend im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht und in Zusammenarbeit mit dem Sonderreferat „Truppenbetreuung" im Neichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda veranstaltete. Es machte ihnen sichtlich selbst große Freude, den Verwundeten Freude spenden zu können. Elsa T i e t j e n sang mit ihrer gepflegten und klang- fülligen Stimme in beseeltem und temperamentvollem Ausdruck ernste und heitere Lieder und einte sich mit Hans 61 i e f im sprühenden Vortrag zu bekannten Operetten-Duetten, die befon- deren Anklang fanden. Hans 6 t i e f hatte sich schon zuvor solistisch mit seinem weichen, schönen und ergiebigen Tenor mit Liebesliedern und kleinen, alten Weisen die Herzen der Hörer erobert. Mit ihrer Geige war Käte Armbrust-Riesch erschienen und . begeisterte durch den mitreißenden Schwung ihres Spiels, ob es ein Csardas oder effektvolle spanische Tänze waren oder ob sie die Kavatine von Raff empfindungsstark vortrug. Man lernte die Künstlerin zum Schluß auch als Sängerin kennen, indem sie sich in bem reizenden Terzett aus der „Fledermaus" zu Elsa Tietjen und Hans Stief gesellte. Hildegard Vetter wartete mit melodiösen, heiteren Liedern auf, altbekannt und doch immer wieder gern gehört, • besonders wenn sie so einschmeichelnd und lebendig vorgetragen werden. Kapellmeister Werner We m - heuer leitete die Künstler am Flügel in altbewährt zuverlässiger Weise, Die Verbinbung zwischen den einzelnen Programm- Punkten hatte Katrin Burghardt übernommen, die einige nette Kindergedichte und heitere Verse von Eugen Roth mit viel Anmut sprach. A- Pt
Mähren hat sich im Reichsgebiet durch einen amtlichen Lichtbild- ausweis auszuweisen. Zu den amtlichen Lichtbildausweisen gehören neben dem Paß und der Kennkarte Dienstausweise, Mit- gliedsbücher der NSDAP, und NSV., Führerscheine, Wehrpäße und Postausweise. ,
— Berufs- und Studienhilse für Kriegsgefangene. 2m Rahmen seiner umfangreichen Truppenbetreuung hat das Ober- kommando der Wehrmacht sich insbesondere auch der beruflichen Aus- unb Fortbilbung ber Soldaten gewidmet und dafür geeignetes Unterrichtsmaterial herausgegeben. Gemäß einer Verein- barung zwischen ben Kriegführenden ist bie Zulassung beruflicher Aus- unb Fortbildungsschriften für Kriegsgefangene ermöglicht. Das Deutsche Rote Kreuz hat in engem Zusammenwirken mit dem Reichsstubentenwerk, bem Verein Deutscher Ingenieure und bem deutschen Buchverlagswesen unb insbesonbere mit den Verwanbten ber betreffenben deutschen Soldaten die „Kriegsgefangenen- Berufs- und Studienhilfe des Deutschen Roten Kreuzes" aufgestellt, womit dem Verlangen der Kriegsgefangenen nach Buchern entsprochen werden kann. An alle Kriegsgefangenen in englischer Kriegsgefangenschaft wurde ein Fragebogen gesandt, in welchem deren Wünsche ermittelt werden, welche Lehrmittel in Frage kommen. Ferner erhalten die Kriegsgefangenen die vom OKW. herausgegebenen und bewährten „Soldatenbriefe zur Berufsförderung". Auch in den. handwerklichen Berufen kann sich der kriegsgefangene Kamerad fortbilden. So ist dafür gesorgt-, daß auch unsere Kriegsgefangene nach ihrer Rückkehr schnell den Anschluß an die heimatlichen beruflichen Anforderungen finden können. Sie werden ohne weiteres in der Lage sein, die notwendigen Prüfungen abzulegen.
— 3m Unfallschutz find weitere Verbesierungen wirksam geworden. Nunmehr sind sämtliche Landjahrpflichtigen und alle Blutspender gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert. Hinterbliebenenrenten bei Verschollenheit von Versicherten werden schon dann gewährt, wenn während eines Jahres keine glaubhaften Nachrichten von bem Verschollenen eingegangen sind unb bie llmftänbe seinen Tob wahrscheinlich machen. Mindet- jährige, die das 16. Lebensjahr vollendet haben, können selbständig Antrag auf Leistungen aus der Unfallversicherung stellen und verfolgen. Schließlich erweitert die Durchführungsverordnung die Fälle, in denen das Reich und die NSDAP. Träger der Unfallversicherung sind.
Eine Gedenktafel .... ,---- , ------------
elterliche Verließ hin, in dem während der Kampfzeit die Nationalsozialisten des damaligen Erenzgaues lange Zeit gefangen faßen. Früher gehörte Hohensalzburg bem Laube Österreich, ging bann nach bem Anschluß bet Ostmark in ben Besitz des Reichsfinanzministeriums über unb wurde seither von der Wehrmacht verwaltet. Den Bemühungen des Gauleiters und Reichsstatttzalters Dr. Gustav Adolf Scheel ist es nun gelungen, die berühmte Oeftung in das Eigentum des Reichsgaues Salzburg überzufühten.
m Rahmen eines Brauchtumfestes erfolgte dieser Tage die feierliche Übergabe ihrer Schlüssel durch einen Vertreter der Wehrmacht.
Beispiel Mutter selbst morgens zu lange schläft, bie Kinder nicht früh genug weckt, so beginnt der Tag schon mit Hetzjagd und Ärger. Und niemand braucht sich zu wundern, wenn ein Kind unter dieser Stimmung morgens keinen Hunger hat und ihm sozusagen ber Happen im Halse stecken bleibt. Es kann auch unmöglich in der ersten Schulstunde die notwendige Sammlung und Ruhe zum Lernen haben, wenn es in jagendem Lauf angerannt gekommen ist, um pünktlich da zu fein und noch unter dem Eindruck der häuslichen Unruhe und Hetzjagd steht, mit ber ber Tag begonnen hat. Darum muß bie erste Forderung jetzt lauten: Früh auf» stehen, in Ruhe frühstücken, rechtzeitig zur Schule gehen!
Gerade die ersten Wochen nach dem Schulbeginn bringen manche Sorge mit sich. Es gibt Kinder, bie mittags, wenn sie aus ber Schule kommen, keinen Appetit haben unb nicht essen wollen. Das kann daran liegen, daß es Mutter zu gut gemeint und ihnen zuviel Brote mitgegeben hat. Es kann aber auch an einer augenblicklichen Ermüdung liegen. 3m letzteren Falle ist es ratsam, das Kind vor dem Mittagesten eine halbe Stunde hinzu- legen, wobei ihm die Schuhe ausgezogen werden, damit es wirklich Mhe hat. Es ist nicht nötig, daß es schläft, aber der Körper soll sich ausruhen und innerlich zur Ruhe kommen, meistens stellt sich bann ber Appetit ganz von selbst ein.
Am Wichtigsten ist für unser Schulkind natürlich das pünktliche Schlafengehen. Es ist gerade.für die kleinen Lern- anfänger von größter Bedeutung, und hier sollten auch grundsätzlich keine „Ausnahmen" gemacht werden, indem heute eine halbe Stunde und morgen- eine ganze Stunde beim Ausbleiben „zugelegt" wird. Denn aus den Ausnahmen wird bald Gewohnheit. Wir können einem Kinde für feine gesunde Entwicklung keine bessere Grundlage geben, als einen ausreichenden Schlaf. Kinder sollen bis zu ihrem achten Lebensjahre um 20 Uhr spätestens im Bett liegen, und wenn sie zart sind, behält man diesen Brauch am besten bis zum 10. Lebensjahre bei. J. Sch.
Rationierung des Tones
Ein Egoismus, bem man zusammen muß
Die Sprecher des großdeutschen Rundfunks mahnen letzt wieder bie Hörer, ihre Empfangsgeräte so einzustellen, daß »aus« bewohner und Nachbarschaft nicht durch allzu eindringlichen -aut- sprecherlärm gestört werden. Das gilt nicht nur für die frühen Morgen- oder späten Abendstunden, vielmehr hat dieses Gebot auch am läge über seine Gültigkeit. Es gibt viele Volksgenossen, bie während ber Nacht ganz arbeiten ober zu bestimmten Stunden ihrem Betrieb zur Verfügung stehen müssen Diese musten nun mal die Tagesstunden dazu benutzen, im ruhigen Schlaf Krasse aufzuspeichern, bie sie für ihre harte Berufsarbeit benötigen. Ste müllen daher vor Störungen jeder Art geschützt werden. Zu einet empfindlichen Störungsquelle wird der Rundsunk bann, wenn der Lautsprecher aus „Brüllftärte" eingestellt ist. Wir wollen hier ein- mal alle Egoisten (ein, wir wollen unseren Empfänger so eut» stellen, daß er nur von uns und unseren Angehörigen ui bet Wohnung gehört werden kann. Den Nachbarn, der vielleicht gar nicht den Wunsch hat, an unseren Sendungen teilzunehmen, mir vollen Lautsprechertönen zu beglücken, ist wenig menschenfreundlich und kann außerdem, woraus die Sprecher besonders Hinweisen, zivil- wie strafrechtlich verfolgt werden. „.Freut euch an ben Sendungen des Rundfunks, aber rationiert die Lautstarke auf die Maße des Raumes, in dem euer Empfangsgerät steht.
Daß diese Umstellung des gesamten Lebens für ein kleines Kind nicht so ganz einfach ist, liegt auf der Hand. Aufgabe bet Mutter ist es, ihm ben Übergang zu erleichtern unb alles zu tun, bamit das Kind ohne Schwierigkeiten und ohne Schäden in das geregelte Schulleben hineinwächst. Dabei ist bie erste unb wichtigste Aufgabe, daß auch bas gesamte häusliche 2eben auf D r b h u n g und Pünktlichkeit eingestellt ist, so 'daß dem Kinde alles bas, was man in ber Schule von ihm fordert, ganz selbstverständlich ist und ihm zur zweiten Natur wird. Wenn zum
Das Watzrrsictzsn öer fHozarffiaöt
Die Festung Hohensalzburg in den Besitz des Reichsganes übergegangen
Die Festung Hohensalzburg, das weltbekannte Wahrzeichen der Mozartstadt, ist aus dem Besitz des Reichsfinanzministetiums in den des Reichsgaues Salzburg übergegangen.
Unter den etwa zehntausend Burgen, die es beute noch in Deutschland gibt, gehott wohl die Festung Hohensalzburg zu den befterhaltenen mit der interefiantesten geschichtlichen Vergangenheit. Das altersgraue Bollwerk, das acht Jahrhunderte hindurch allen Anstürmen getrotzt hat, ist auf unzähligen Ansichtskarten abgebildet, in vielen Filmen ausgetaucht und Hundeittausenden von Fremden aus aller Welt wohlbekannt. Es ließe sich kaum eine romantischere Kulisse zu den berühmten Salzburger Festspielen denken als diese gewaltige Verteidigungsanlage, die am Ostende des Mönchsberges in über hundertzwanzig Meter Hohe über der Mozartstadt thront. Sie wurde bereits 1060 bis 1088 erbaut, tm 16. Jahrhundert erweitert und diente später als Kaserne.
Die ebenso mächtigen wie prachtliebenden Salzburger Fürsterzbischöfe fühlten sich in dieser Festung mit ihren altersgrauen Türmen, masiiven Sperrböacn und meterdicken, wuchtigen Mauern so sicher daß weder die Heere der Bauernkriege, noch jene der Schwedenkriege ihnen Schrecken einzujagen vermochten. 2hr ra,n- niett erdachtes Verteidigungssystem war so angelegt, daß sich rem Feind dem Kern des Bollwerks auf Sturmweite zu nähern vermochte. Erst ben Franzosen gelgng cs im Dezember 1800, die in ben Befestigungsring einbezogene Stabt zu nehmen. 3n ihrem Übermut häuften sie darin wie bie Milben. 3m April 1861 mürben • saft alle Bastionen im- Stabthereich niedergerisien und die tuten Wallgräben eingeebnet. Nur einige Mauerreste und alte -Lore zeugen noch von den einstigen Verteidigungsanlagen.
Völlig erhalten blieb im (Hegensatz zu ihnen die Festung Hohensalzburg selbst, zu der feit einem halben Jahrhundert eine • Drahtseilbahn hinaufführt. In ihrem Hofe findet man heute noch einen großen Haufen zentnerschwerer Stetnhiaeln, mit denen einst ber „SiebcU“' Mathias Etöckl das oon dein C.'zosichof Jjiaiqaus
— Der Rundfunk am Freitag bringt an bemerkenswerten Sendungen im Reichsprogramm: 11 Uhr Solistenkonzert, 15 Uhr Volkstümliche Musik mit Chören und Volksmusikanten aus Hirschberg und Breslau, 16 Uhr Konzert- und Opernsendung, 17.15 Uhr Aus dem Schaffen Beliebter Unterhaltungskomponisten, 20.20 Uhr Die klingende Leinwand. Im D e u t s ch l a n d s e n d e r: 17.15 Uhr Musik von Bocccherini, Beethoven, Dvorak, 20.1a Uhr Kompositionen von Hermann Unger.
— „Der Kerl" hatte doch zu sagen! „Der Kerl hat überhaupt nichts zu fagen; du gehst nicht .hin!'7 - so äußerte sich eine Frau aus Saalfeld (Thüringen) als der Luftschutzwart ihrer Tochter eine schriftliche Aufforderung zur Teilnahme an einem Luftschutz- lehrgang überbrachte. Die Rollte war ein Strafbefehl von 20 NM, gegen den die Frau jedoch glaubte, Einspruch erheben zu müsien. Aber es kam anders, als sie dachte, denn ddr Richter vertrat mit Recht die Auffassung, daß ein Amtsträger des Reichsluftfchutz- bundes vor Beleidigungen geschützt sein müfie. Statt 20 RM mußte die Frau nun 50 RM zahlen.
— Das „SB. gratuliert. Die Eheleute Kapellmeister Ludwig Kuckro und Frau Elly, geb. Fischer, Philippsbetg- straße 7, 1. I., feiern am Freitag ihre silberne Hochzeit.
— Wie ist es mit den Ausweisen? In der Bevölkerung ist vielfach die Auffassung vertreten, daß nath einem Erlaß vom 15. Juli 1942 der Kennkartenzwang für deutsche Staatsangehörige für die Dauer des gegenwärtigen Krieges außer Kraft gesetzt worden ist. Das ist ein Irrtum. Es ist lediglich für die Dauer des Krieges die Bestimmung aufgehoben, nach der männliche deutsche Staatsangehörige innerhalb der letzten drei Monate vor Vollendung ihres 18. Lebensjahres die Ausstellung einer Kennkarte zu beantragen haben. Die Bestimmung über den Paß- und Sichtvermerkszwang sowie über den Ausweiszwang vom 10. Sept. 1989 bleibt unberührt, bas heißt jeber über 15 Jahre alte beutsche Staatsangclörige und Angehörige bes Protektorats Böhmen und
Salz unb Zwiebel abgeschmeckt, bewähren ste sich. Schließlich kann man eine Aubergine, an ihrem Stiel gefaßt, über offenem Feuer garmachen, bis sie ganz weich ist, abziehen, mit der Gabel zerdrücken, mit Zwiebel, Salz unb Zucker mischen und als schmackhaften Brotaufstrich verwenden.
Einmachgläser behutsam einfüllen!
Es wird immer daraus verwiesen, daß Einmachgut kochend heiß in -die gut vorbereiteten Gläser eingefüllt und schnell vet- schlosten werden soll. Misten Sie, wie man dabei das Zerspringen der Gläser verhütet? Man stellt sie fest auf ein mehrfach zusammengelegtes nasses Tuch, das einen Ausgleich für die Hitze bietet. Das Füllen muß trotzdem vorsichtig, also nach und nach vor fich gehen. Bei Marmelade und Gelee füllt man voll bis an die obere Kante unb bindet sofort mit Cellophan oder Pergamentpapier zu.
Berarteitung von Gerstengrütze
Das bekannteste Gerstenprodukt ist für die Hausfrau — neben bem Malzkaffee — bie Graupe, bie ste gern für Eintöpfe unb Suppen verwenbet. In ber nächsten Zeit wirb nun Gerstengrütze in ben Handel kommen, denn die Verarbeitung ber Gerste zu Grütze ist ausgiebiger, als bie Herstellung von Graupen. Damit unsere Hausfrauen wissen. wie biefes für viele neue (Betreibe» probutt zu behandeln ist, soll hier etwas darüber gesagt werden.
Die Gerstengrütze wird in drei verschieden ausgemahlenen Sorten verkauft werden und ist genau so verwendbar wie bie Staupen. Die feinste Sorte benötigt zum (Barmerben etwa 20 Minuten. Man nimmt sie gern für Vorsuppen in salziger und süßet Form, auf 1 Liter Flüssigkeit rechnet man 50 Gramm. Die mittlere Sorte eignet sich für Breie, sie braucht 30 Minuten, um gar zu werben, unb man gibt auf 1 Liter Flüssigkeit 150 Gramm Grütze. Für Eintopfe mit Gemüse zieht man die grobe Ausmahlung vor, ste verlangt 40 Minuten Earzeit, unb man nimmt auf 1 Liter Masset ober Brühe 75 Gramm. Man kann die Grütze 1 bis 2 Stunden vor dem Kochen einweichen, setzt ste bann natürlich mit bem Einweichwasser an.
VOLLM
ONi e
«Kill
IE5Z3ZB2ZBI
MOlGtNSTUNDiN
20 21 32 23 iNDSIUNDIH
QH NEUMOND O 1 fciee
QMee fqqeeEäEI
10 112 [14 hä
H8 120 [22 [24 26 28 30
