Wiesbadener Tagblatt
DrX ««d Verlag: 8.Schellenberg'sche Buchdruckerei, 8auaaasse Nr. 21 (raablatt-Sausl f Wöchentlich in 6 Ausgabe« Lrickeirmnasreit werktäglich nachmittag
Wöchentlich in 6 Ausgabe«
Erscheinungszeit werktäglich nachmittags
Nummer 182
Donnerstag, 6. August 1942
90. Jahrgang
Notschrei Moskaus
#
in
l’t
wt. Indien lebt in einer schicksalsschweren Woche. Am morgigen Freitag soll die Vollversammlung des Kongresses über die Entschließung des Hauptausschusses, die die Engländer zur sofortigen Aufhebung ihrer Herrschaft über Indien aufsordert, . entscheiden. Der Vollzugsausschuß, der am Mittwoch in Bombay zusammentrat, betonte ausdrücklich den unerschütterlichen Willen, die Entschließung zur Abstimmung zu stellen. Es besteht kaum ein Zweifel darüber, daß ihr der Kongreß mit überwiegender Mehrheit zustimmen wird. Ebenso sicher ist, daß England die Forderung nach Befreiung Indiens mit verschärftem Terror zu beantworten entschlosien ist. In diesem Fall wollen die Führer des Kongreßes die Eröffnung des passiven Widerstandsfeldzuges erklären, der mit einem Generalstreik eingeleitet werden soll. Der offene Konflikt scheint unaus-, bleiblich zu sein.
___________ _______ ^.ission anzu- i, daß Pandit Nehru anläßlich des jede amerikanische Ein
deutung der Versorgungsrouten von außen. Unglücklicherweise sind auch sie gefährdet. Die Murmansk- Rout« ist, ebemo wie der dortige Hasen, sehr exponiert. Britische Eeleitzüge kommen nur mit groben Verlusten durch. Auch nach ihrer Ankunft werden die Schiffe beim Ausladen aus der Luft angegriffen, ebenso die ausgeladenen erachten." Daß Bradley von Moskau ein Rezept bekommt, das diesen Tatbestand abzuändern geeignet ist. ist kaum anzunehmen. Auf Trinksprücke und Reden aber reagieren untere Unterseeboote und Bomber nicht.
3rür den durchschlagenden Erfolg der deutschen Eegen- blockade ivrechen auch die Schwierigkeiten, die die Engländer und Amerikaner bei der Bemannung ihrer Schiffe haben. Die hoben Löhne locken nicht mehr. In England und USA. labt man letzt im Geheimen eine Erobrazzia gegen die Norweger durchführen, denen man „Seernüdigkeit" vorwirft. Angeblich sollen viele Matrosen in andere Bernie hiiiubergewechselt sein, um auf diese Weise den Todes- fadrten zu entgehen. Reichlich grotesk wirkt eine Anweisung Roosevelts, wonach man an der Osiküstc K a v a l - lerievatrouillen gegen U-Boote einietien will. Sie sollen von den Uferstraßen aus beobachten, ob iro.-ndwo in der Ferne der Turm eines deutschen U-Bootes ausraucht. Eine Maßnahme, die die ganze Hilflosigkeit der amerikani» chen Abwehr widerspiegelt.
Die Sowjets auf die Hilfe von auhen angewiesen
»Britische Geleitzüge kommen nur mit großen Verlusten durch"
Indien vor schicksalsschweren Entscheidungen
Unerhörter britischer Gewaltakt gegen die Kongreßpartei
Druck und Verlag: 8. Schellenberg'sche Buchdruckerei, Langgasse Rr. 21 (Tagblatt-Haus) ffemiuj: Sammel-Nr. 59631 . Drahtanschrift: Tagblatt, Wiesbaden . Postscheckkonto: Frantsutt a. M. 7406 Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2.- einschließlich des TrLgerlohnes Durch die Post bezogen für einen Monat RM 2.35. zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld . Einzelnummern RM 0.10 Bei Behinderung der Lieferung infolge höherer Gewalt kein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises
wt. Di« Atlantik-Schlacht und der Verzweiflungskampf der Bolschewisten stehen in engster Beziehung zueinander. Diese bekannte Tatsache wird von dem Militärspchverständi- gen des ..Philadelphia Record" erneut unterstrichen. ..Solange es nicht gelingt", so schreibt das Blatt. ..die Versenkungsziffern herunter zu drücken, kann die R ü st u n g s - induftrie der USA. nicht zur Auswirkung kommen. Wenn die Atlantik-Schlacht, der Hauvtfaktor im Kriege gegen Deutschland, nicht gewonnen wird, können wir noch nicht einmal sagen, wie lange die Unterstützung für die Sowiets und auch für Großbritannien fortgesetzt werden kann." An dieser Tatsache ändert auch der ÜSA.- Ecneralmajor Bradley nichts, der mit einer persönlichen Botschaft Roosevelts an Stalin am Mittwoch, wie Reuter berichtet, in Moskau eingetroffen ist. Er hat nach Seinen eigenen Mitteilungen an die Presse die Aufgabe, „die amerikanische Unterstützung für die Sowjetunion zu erleichtern und zu intensivieren." Es ist schwer einzusehen, was Bradley diesbezüglich in Moskau ,u erreichen gedenkt. Was man ihm dort sagen kann, das hat die Londoner Zeitung ..Economist" bereits vorweggcnommen. Sie stellt fest, daß die wirtschaftliche Belastung der Sowjets außerordentlich groß sei. Die Erundrohstoffe. Kohle und Eisen, seien knapp. „Je weiter der deutsche Vormarsch", so erklärt das Blatt wörtlich, „in den immer enger werdenden Spielraum der Sowjets geht, um so größer wird die Be-
„unerschöpflichen Reserven" der Deutschen
wenigstens für einige Wochen abzunebmen. Um die Ovvo- sttion von vonherein labmzulegen, versicherte Cripps, dab das Parlament selbstverständlich sofort wieder einberufen werden würde, wenn der Ernst der Lage das erfordere. Man spielt den gleichen Abgeordneten, denen man die Jn- formationen über die tatsächliche Lage, z. B. die Zahlen über die Schifisverkenkungen, ebenso wie die Berichte über die Niederlage von Singapur unter allen möglichen Vorwänden vorenthrelt. eine Hochschätzung der Regierung vor, die in Wirklichkeit gar nicht vorhanden ist.
Im übrigen versucht man durch Ernennungen verschiedener Art eine Aktivität der Regierung und der Kriegführung, nach der die englische Öffentlichkeit immer wieder nist, vorzutäuschen. So folgte der Ernennung des neuen Eeneralquartiermeisters der britischen Armee jetzt die Ernennung des Admirals Sir Charles Kenedy P u r v i s zum Stellvertreter des Ersten Seelords. Aus den Ausführungen, die der Erste Lord der Admiralität, Alexander, dazu machte, geht hervor, daß die wachsenden Schwierigkeiten, denen sich die britische Flotte im Kampf um die Seeherr- Iroart und um die Aufrechterhaltung der überall von den deutschen U-Booten bedrohten englischen Verbindungslinien gegenübersiebt, diese Ernennung veranlaßte. Der neue Stellvertreter soll dem Ersten Seelord einen Teil der Verwaltungsarbeit abnehmen und es ihm ermöglichen, feine Arbeitskraft auf die offensiven Planungen zu verwenden. Ob das den Engländern etwas nutzen wird? Der Erste Seelord bat bekanntlich einmal darüber gejammert, daß alle seine schönen Pläne immer wieder durch die Deutschen über den Haufen geworfen würden. Er muß also die gleichen Erfahrungen machen wie die Sowjets, oder wie der frühere geschlagene Führer der 8. englischen Armee in Nordafrika. General Ritchie, der jetzt nach einer Reuter-Meldung dem König über den „erfolglosen Feldzug in Libyen" — eine wirklich schöne Umschreibung für die katastrophale Niederlage — berichtete.
Die Anglo-Amerikaner klagen über die
as Berlin. 6. Slug. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schnftleitung.) Der unaufhaltsame Vormarsch der deutschen Truppen im Südabschnitt der Ostfront lastet weiterhin wie schwerer Alpdruck auf den Sowjets und ihren anglo-arneri- kanlschen Bundesgenossen. Noch einmal nimmt die „Prawda" den Befehl Stalins an die sowjetischen Armeen auf, leben <yu Bereit Bodens zu verteidigen und appelliert an die Truppen,, standzubalten. „Der Feind dringt weiter vorwärts. wir wollen und wir müßen ihn aufhalten". so erklingt der Notschrei des bolschewistischen Organs, das freilich auch nicht anzugeben vermag, wie das geschehen soll.
London und Washington müssen derweilen feststellen, daß die Hoffnung, im Süden der Sowjetunion würde sich ein neues „Marne-Wunder" ereignen, trügerisch war. Gerade an der Stelle, wo dieses Wunder geschehen sollte, sind die Sowjets in vollem Rückzug. Sehr betrübt stellt denn auch die amerikanische Nachrichtenagentur llnited-Preß fest, daß die Sowjets überraschenderweise gerade dort den Rückzug antreten mußten, wo sie unter allen Umständen halten wollten. Die beiden Flügel der sowjetischen Verteidigungsfront zwischen dem Don und dem Schwarzen Meer seien eingedruckt und die Verankerung an den Flanken zersprengt. In diesen Meldungen der englischen und amerikanischen Blätter wird besonders nachdrücklich auf die großen, und wie man betont, unerschöpflichen Reserven verwiesen, über die die deutsche Führung in den entscheidenden Abschnitten verfüge und deren Druck unwiderstehlich sei. Damit bereitet man die Leser bereits auf neue schlechte Nachrichten aus dem Osten vor.
Churchill und seine Ministerkollegen haben unter solchen Umständen wenig Neigung, sich indiskreten Fragen der Parlamentarier auszusetzen. Die englische Regierung ließ deshalb im Unterhaus den Antrag einbringen, nunmehr die Sommerferien eintreten zu lassen, um — wie Cripps sagte — den Regierungsmitgliedern die „beträchtliche Bürde ihrer ständigen Anwesenheit im Unterhaus"
Geschäftszeit durchgehend von 8—19 Uhr außer Sonn, und Feiertags - Berliner Büro ; Berlin-Wilmersdorf Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil RM 0.07, der 46 Millimeter breiten Spalte im Terteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend • Nachlässe nach Preisliste Nr. 10 - Schluß der Anzeigen-Annahm« 9 Uhr'vormtttags, größere Anzeigen am Vortage
Die Wacht im Westen
Von unterem militärischen Mitarbeiter.
Es ist stets das Bestreben der deutschen Führung ge= ?P,ele’i. unßeaÄiei der Kühnheit der eigenen Entschlüsse, stets überall dort, wo es nötig war, die Sicherungen zu schaffen, die lebe Überraschung ausschlossen. Während in diesen Monaten im Osten um die Hauptentscheidung des Krieges gerungen wird, bat unsere Führung den Westen keineswegs aus den Augen verloren, und hier ist alles geschehen, was geschehen konnte, um unliebsamen Überraschungen vorzubeu- gen. Sofort nach dem Waffenstillstandsoertrag mit Frankreich hat der «zübrer den Befehl gesehen, die Atlantik- k ufte und die Kanalkiiste auf französischem, belgischem und holländischem Gebiet auszubauen und zu sichern. Das war einmal notwendig, weil unsere Kriegsmarine und insbesondere unsere U-Boote durch die Schaffung von Stützpunkten weitreichende Aktionsmöglichkeiten bekommen batten. ,aber auch den leichten Verbänden deutscher See- streitkräfte boten sich bei einer ausgebauten und gesicherten Küste, neue Aktionsmöglichkeiten. Für den Ausbau der Küste lagen die Erfahrungen des We ft wall-Baues vor. Die tieftungsvionierstäbe stellten auch jetzt wieder die Pläne aus und in Verbindung mit dem zu früh verstorbenen Reichs- mlNlster Dr. Todt wurde dann die Durchführung mit Hilfe bewahrter Fachkräfte und mit Hilfe der Organisation Todt vorgenommen. So entstand in fast zweijähriger Bauzeit ein tiefgestaffeltes Vefestigungssystem. das der Sicherung des Kontinents diente. Gerade in diesen Tagen wurden die weit ausgedehnten Befestigungsanlagen an der Kanalküste in Rordfrankreich durch den technischen Stab des deutschen Oberbefehlshabers in Frankreich besichtigt. Wie diese Besichtigung ergab, sind alle Bunkerstellungen und Gräben, dje automatischen Tankfallen und Sperren größtenteils fertiggestellt und wurden von der Truppe ühernom- men. Auf Grund der Besichtigung ergab sich, daß diese Befestigungen die größten und modernsten in ihrer A r t sind und daß nach menschlichem Ermessen eine Bezwingung unmöglich ist.
Einen Begriff über die deutsche Stärke in diesem Gebiet bat das deutsche Volk durch die letzte Wochenschau erhalten. Hier wurde auch sichtbar wie stark die Artillerie ist, die hier den meisten Schutz durchzuführen bat. Batterie reiht sich an Batterie und besonderes Staunen erwecken naturgemäß die deutschen Fernkamvfgeschütze und die Eisenbahngeschütze, die wahre Giganten darstellen. Jeder Versuch angesichts dieser Feuerschlünde zu landen ist vorneberein zum Scheitern verurteilt, aber selbst wenn eine Landung gelingen sollte, dann ist jedes Borankommen infolge der Befestigungen unmöglich, aber es handelt sich auch nicht um tote Werke, sondern es sind auch die deutschen Soldaten zur Stelle, die einem Angreifer sofort mit blutigen Köpfen ein zweites Dünkirchen bescheren würden. Z abl- reiche Divisionen stehen im Westen einsatzbereit. Dabei handelt es nch um ausgesuchte Svezialtruvven, die den Panzerkamvf in Angriff und Abwehr von Grund auf kennen und meistern gelernt haben. Dazu kommen natürlich noch die Einheiten der Luftwaffe und der Kriegsmarine, die im Zusammenwirken mit dem Heer und der Waffen-ff jeden Versuch auf dem Kontinent eine zweite Front zu schaffen, zerschlagen würden.
In den Küftenbatterien und Bunkern wachen unsere Soldaten für einen ganzen Kontinent, damit kein Feind der europäischen Ordnung jemals wieder dieses Festland betreten kann. Andere Soldaten halten die Gebiete des schon niedergezwungenen Feindes besetzt, damit hier im Westen klare MachtverbältniUe herrschen. Das alles ist erforderlich. Dieser Dienst verspricht keinen sichtbaren Ruhm, aber er schafft das, Gefühl erfüllter Pflicht. Nur so ist es möglich, die gewaltigen Massen des deutschen Heeres rn ihrer ganzen Kraft so zu großzügigen Operationen im Osten einzusetzen, die dann in so kurzer Zeit derartige überwältigende Siege bringen konnte.
England kann Deutschland gar nicht in einen Zweifrontenkrieg zwingen so lange der deutsche Soldat im Westen und an der Atlantikküste steht. Nur ein erfolgreicher Landungsversuch könnte den Kampf an zwei Fronten entfachen. Aber daß diele Möglichkeit von vornherein ausgeschaltet ist und bleibt, dafür sorgt und garantiert allein durch seine Anwesenheit der Soldat im Westen, gleichgültig, ob er als Matrose. Flieger ober Infanterist seine Pflicht erfüllt. Diesen Männern ist es zu verbauten, baß ber Engländer sich nur noch zu jenen lahmen sogenannten Non- stov-Offensiven" aufschwingen kann, und die in Wirklichkeit schon lange zu „Ron-stov-Verlusten" geworden sind.
Diesen Soldaten im Westen hat es mit Befriedigung erfüllt, als man ihnen kürzlich durch die „Mitteilungen für die Truppe" betanntgob, wie man an vorgesetzter Stelle über ihren Dienst denkt. Es hieß dort: Kein Dienst in ber beutschen Wehrmacht ist unwichtig. Die Operationen des Dtoeeres haben zur Voraussetzung, daß in bericlben Zeit die anderen Kameraden bef großbeutschen Wehrmacht überall da auf Draht sind, wo sie eingesetzt werden. Der Ver-
Um ihre Drohungen zu unterstreichen, haben die Engländer bereits einen namhaften Kongreßführer verhaftet und ins Gefängnis geworfen. Die Agitatoren der ko m m u n i st i s ch e n Partei, die von den Briten in Freiheit gesetzt wurden, entfalten in den Industriestädten eine fieberhafte Tätigkeit und suchen die Massen gegen den Kdngreß und die „faschistischen Nationen" auszuwiegeln. Die indischen Arbeiter zeigen sich aber, aus ihrer religiösen Einstellung heraus, gegenüber diesen Hetzereien sehr passiv. In ihrer Nervosität ließen sich die Engländer zu einem Gewaltakt gegen die Kongreßpartei hinreißen. der nur geeignet ist, ihre Position noch mehr zu schwächen. Die Regierung» des Vizekönigs ließ die Diensträume des All- indischen Kongreßausschusses durchsuchen und beschlagnahmte Protokolle über bie internen Verhandlungen der Partei. Sie veröffentlichte einen Vorschlag Gandhis, in dem es angeblich heißen soll: „Wenn Indien frei wäre, dann wäre wahrscheinlich seine erste Handlung, mit den Japanern in Besprechungen einsutreten.“ Pandit Nehru soll in einer Randbemerkung diese Formulierung verworfen haben, mit der Begründung: „Die Well würde zweifelsohne annehmen, daß wir uns in passiver Weise zu den Achsenmächten bekennen." Mit dieser Veröffentlichung versuchen die Briten Gandhi als Agent der Achse zu diffamieren unb Nehru als Freund Englands heraus-
" " "er das eine, noch das andere ist richtig. Auch der Gegensatz zwischen den bedeutendsten Führern des
Ritterkreuzträger gefallen und verunglückt
Berlin, 5. Aug. Ein württembergischer Ritterkreuzträger, Oberleutnant Siegfried Erobert, fand am 25. Juli 1942 im Kampf gegen den Bolschewismus den Heldentat. Mit ihm verliert seine Truppe einen hervorragenden Führer und Kämpfer, der sich seit Begmn des großdeutschen Freiheitskampfes mehrfach hervorragend auszeichnete und schon am 10. Juni 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen erhielt.
Der Kommandeur eines Panzer-Regimentes, Ritterkreuzträger Oberst Walter, R ö d l i ch , ist am 23. Juli 1942 während des Einsatzes im Ostfeldzug tödlich verunglückt. Ein hervorragend tapferes Soldatenleben fand damit feine frühe Er-
zustellen. Weder das eine, noch das andere ist ridjtii Versuch, einen Gegensatz zwischen den bedeutendsten \____
Kongresses zu konstruieren, ist völlig mißlungen. Der erst nach diesem Manöver gefaßte Beschluß des Vollzugsausschusses der Kongreßpartei, die Freiheitsentschließung, koste es was es wolle, zur Abstimmung zu Bringen, zeigt, daß die britischen Störungs- abfichten gescheitert sind. Möglich auch, daß man sich mit dieser Dokumentenveröffentlichung eine juristische Handhabe gegen Gandhi, eine Begründung zu seiner Verhaftung, schaffen wollte.
Wie wenig Vertrauen die Engländer ihren „indischen Freunden" entgegenbringen, zeigt der Erlaß des Vizekönigs, der'die Aufstellung privater Armeen, und das Tragen militärischer, oder halbmilitärischer Uniformen verbietet. Der Steinhagel, der auf britische Militärautos niederging, läßt ja keinen Zweifel mehr über die Stimmung der Massen zu. In Washington verfolgt man die Vorgänge mit größtem Interesse und die amerikanische Presse spricht davon, daß Wendel! W i l k i e als Sonderbotschafter Roosevelts nach Indien unterwegs sei. Auch Stalin und Tschiangkaischek seien vom Weißen Hause um ihre Vermittlung gebeten worden. Es ist sehr fraglich, ob Wilkie bei feiner Mission mehr Talent entfalten wird, wie der erste Vertrauensmann des USA.-Präfidenten, Johnson, dem bie englische Presse bescheinigte, daß er wie ein Elefant im Porzellanladen gehaust habe. Die Angriffe der USA.-Zeitungen gegen Gandhi, ber sie zu einem Agenten der „fünften Kolonne" stempeln, dürsten die Sympathien ber Jnber für Wilkie kaum erhöhen. Wir brauchen, um bie Aussichten seiner Mission anzu- beuten, nur baran zu erinnern, baß Pandit Nehm anläßlich des ersten Auftretens Johnsons sich jede amerikanische Einmischung energisch verboten hat.
Ob die Engländer über diese amerikanische „Unterstützungsaktion" erbaut sind, erscheint mehr als fraglich. Sie wissen, daß Roosevelt hier seine eigenen Geschäfte besorgen möchte. Sein Eingreifen in Kanada, Australien und Neuseeland hat bas britische Mißtrauen gegenüber Washington erhöht unb Lonbon veranlaßt, einen Vertreter bes Kolonialministeriums bet britischen Botschaft in Washington zuzuteilen. Auf ber gleichen Linie bewegt sich der Besuch des ehemaligen englischen Kolonial-
setretärs, Sir Eosmo Parkinson, in Westindien, der als' persönlicher Beauftragter Amerys austritt und den Auftrag hat, die britischen Interessen auf den westindischen Inseln dem USA.- Jmperialismus gegenüber zu vertreten. Von den eigenen „Untertanen" gehaßt, von erpresserischen Freunden verraten, von einem unerbittlichen Feind bedrängt, steht die britische Herrschaft Indien vor ihrer schwersten Belastungsprobe.
Tokio: „Indiens letzte Gelegenheit"
.Tokio, 6. August (Funkmeldung). Japan verfolgt die indische Unabhängigkeitsbewegung mit aufrichtiger Sympathie und großem Verständnis, erklärte der Sprecher des Informationsbüros. Die Frage der indischen Unabhängigkeit, so sagte er weiter, könne nur durch bie Inder f e l bst e n t s ch i e d e n werden. Der Abzug der Briten und ibrex Verbündeten aus Indien, sowie die Unabhängigkeit Indiens seien am besten geeignet, Indien vor einer Ausdehnung des Krieges und vor fremder Einmischung zu bewahren. Indien solle, und das sei Japans Wunsch, sein langersehntes Ziel, eine unabhängige asiatische Ration zu werden, erreichen. Dieses unabhängige Indien solle mit den anderen Rationen auf gleichem Fuße sieben und aktiv an dem großen Wiederaufbauwerk des wiedererstandenen Asiens teilnehmen.
. Das indische Volk müsse sich darüber klar sein, daß jetzt die letzte Gelegenheit sei. die jahrhundertelang ersehnte Freiheit zu erreichen. Die Unabhängigkeit aber falle nicht als Geschenk in den Schoß, sondern müsse vom ganzen indischen Volke durch andauerndes unablässiges Kämpfen er- rungen werden. Dies sei di« große Prüfung Indiens, dessen Volk letzt entscheiden müsse.
