Seite 2 Nr. 169
Wiesbadener Tagvlatt
Mittwoch, 22. 3uli 1942
Femd-Widerstand bei Rostow zusammenqebrochen
Deutsches Feldherrntum gegen jüdische Finanzstrategie
1915
ingelbanb zwingt, das er ih: hatte. Selbst Professoren, bli uten diesen Fall der Disk
ie im letzten Akt
Die heutige Ausgabe umfaßt S Seiten
Sn Schanghai ist eine Cholera-Epidemie ausge- brochen. Am 19. Snli wurden 157 Erkrankungen sestgestellt, deren Zahl täglich um 10 bis 20 zunimmt. Die Behörden fordern die Bevölkerung auf, ftch zu Schutzimpfungen einzufinden.
Türkische Journalisten bei Dr. Goebbels
Berlin, 21. Juli. Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Dienstag die Delegation der türkischen Presse, die unter Führung des Abgeordneten Necmeddin Sabbat unb bes Generaldirektors der türkischen Presse, Dr. Selim Sarper, auf Einladung dkr Reichsregierung eine Studienreise durch Deutschland macht, zu einem längeren Gedankenaustausch.
ifang an be- bemüht wer-
Zwei neue Ritterkreuzträger
Berlin, 21. Snli. Der Führer verlieh das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an:
Hauptmann Josef Stiegler, Baiaillonssührer in einem Infanterie - Regiment; Hauptmann Alfred Dürrwanger, Kompaniechef in einem Säger-Regiment.
Hauptmann d. R. 2 o s e f S t i e g l e r, am 30. Mai 1899
D» Don ostwärts des D-nez in breiter Front überschritten - Italienische Verbände nahmen Kohlenrevier Krahniflutsch - Feind- Iid)e Angriffe bei Woronesch abgeumhrt — Sowjetlnstwafse verlor vom 8. bis 20. 7. 829 Flugzeuge — Fünf britische Schnellboote im Kanal ve rnichtet
Druck undV-rla^ L.Schellenb-rgIch- Buchdnukret Wiesbadener Tagblatt, Wiesbaden tkelamtleituna: Dr.phil.b-bll.Gustav schellenberg und Otto »stier. L-Uvt. ichristletter: Fritz Günther, l-mtl, in Wiesbaden. ZurZe« ist Pr-islift« Nr. logüM,
Mitglied des englischen Empire, sondern als selbständige Macht in enger Verbindung mit den USA — ,• werde sich Englisch-Westindien und Grönland angliedern, Australien und Neuseeland sind ohnehin auf dem Marsche nach Washington, und damit von der englischen Weltherrschaft so gut wie nichts übrig bleibt, soll schließlich noch Indien in zwei ..Dominions" zerlegt werden. Damit säße dann im Zentrum dieser ..Neuordnung" unseres Planeten das Amerika Roosevelts wie die Spinne im Netz.
Zwar dämmert dem politischen Eewandschneider von der Columbia-Universität, daß man in Old England von diesem Zukunftsbild nicht so ganz entzückt sein könnte. Aber er hat offenbar bereits Rooseveltsche Schulung so erfolgreich genossen, daß er dazu nur achselzuckend bemerkt: ..Wenn dies einer realistischen, von der Arbeiterpartei geführten englischen Regierung nicht genügt, so können wir daran nichts andern. Offenbar hat er zu einer Regierung in London vom Schlage Churchills bereits das Vertrauen, daß sie sich mrt einer solchen kümmerlichen Rolle als Zukunftsvasall der Vereinigten Staaten abfindet. Etwaigen englischen Opponenten aber bescheinigt er noch einmal ausdrücklich: „Wir werden viel zu sehr damit zu tun haben, unsere eigenen Kriegsschulden wieder abzuzahlen, als daß wir uns um ein England kümmern könnten, das nicht mehr die Krone der Welt trägt." So. nun wißt Ihr es. ver- ehrliche englische Bundesgenossen: die Amerikaner haben ibr Geld nicht in demokratischen Grundsätzen angelegt, um sich den Zinsertrag durch irgendwelche Rücksichten auf Euch schmälern zu, lassen. Mit Sentimentalitäten Euretwegen können frch die Amerikaner bei ihrer „Neuordnung" nicht mehr aufhalten.
Japans Macht noch nicht voll eingesetzt
. Schanghai, 21. Juli. „Japans bewaffnete Macht ist noch nicht voll zum Einsatz gekommen", erklärte am Dienstag der Sprecher der japanischen Armee in Schanghai. Seit dem Beginn des Cbinakonsliktes sei es immer der Grundsatz der lavanischen Politik gewesen, den Konflikt nicht zu verschärfen. die volle Macht »urückzubalten und auf die ll m - kehr T schrangkaischeks zu hoffen. Angesichts der fünf. Jahre barten Kämpfe in China hätten die Leistungen der lavanischen Wehrmacht im Pazifikkrieg Erstaunen erregt. Der Redner wies bann auf die Japan im Subern in die Hande gefallenen großen Rohstoffgebiete hin und betonte, daß allem die Olvorräte alle Erwartungen übersteigen. Diese Rohstofsmengen würden in Zukunft durch eine neue Organisation in weitem Maße für Japan nutzbar gemacht werden.
* Wiederherstellung einer Silbermann-Orgel. Nach einem Umbau, bet mehrere Monate in Anspruch nahm, ist die Silber- mann-Orgel. bie im Jahre 1815 im Wege bet Säkularisation andern ehemaligen Benebiktinerkloster St. Georg in Billingen in bie damals neuerbaute evangelische Stabtkirche Karlsruhe übet» geführt worben war, nunmehr roieber neu hergestellt, sie ist als zweites Werk in bet evangelischen Kirche Badens mit vier Manualen ausgeftattet worben.
* Darmstädter Lokalposse: Dir Wasserkur". Die Hessische Spielgemeinschaft des Hessischen Lanbestheaters brachte im Darm- [tobtet Kleinen Haus bas Weilchen „Die Wasserkur" von bem bekannten Darmstädter Lokalbichter Heinrich Haumbach zur Uraufführung. Man kann bas Stück, bas in Darmstädter Mundart gehalten ist, zwischen Lustspiel und Posse stellen. Es hat allerhand Humoriges aufzuweisen, allerdings darf man habet nicht an den nato«gentalen- Ernst Niebergall denken, beffen herbe Ursprünglichkeit von keinem seiner vielen Nachahmer erreicht worben ist. — Die nächtlichen Begebenheiten um einen gräflichen Bürgermeister, her nachts tn ben Mühlbach fällt und von der Müllerin im Bett getrocknet und erwärmt wird, wurden frisch und erheiternd gespielt. Unter Eduard Goebels herzhafter Regie fand bas Stück dankbaren Beifall. Ludwig Beil.
m * Uraufführung einer Tragödie een Adolf Sattels. Das Deutsche Nationaltheater in Weimar wird in bet nächsten Spiel»
eine Dichtung Don Adolf Sattels, die römische Tragödie Catilina" uraustühren. Damit soll der Dichter, Literaturhistoriker und Vorkämpfer für völkisches Denken geehrt werden der am 15. November 1942 sein 80. Lebensjahr vollendet.
Der mexikanische Staatspräsident ordnete die Beschlagnahme der japanischen P e t r »l e u m g es e l ls ch a f t Campania Petrolea Veraeruzana, die übet Ölseldet im Ausmaß von 200 Sirtes verfügte, an.
K Der Gauleiter sprach zu den
NSG. Gauleiter und Reichsstahthalter Sprenger sprach am Dienstagnachmittag in Weilburg auf einem Betriebsappell zu ben Bergleuten des Lahnbergbaues über ben Sinn unb bie Hintergründe des Kampfes der jungen Möchte der Ordnung gegen bie plutokratisch-bolschewiftische Verschwörung bes Weltjudentums.
Von Kreisleiter Jörgeling im Oberlahnkreis herzlich willkommen geheißen, nahm bet Gauleiter bas Wort, um in mit» reißenber Rebe hte Fronten bieses Ringens mit historischen Rückblicken unb einen auf bie militärisch-politischen Erfolge her Achsenmächte begriinbeten Ausblick klar aufzuzeigen. In aller Deutlichkeit kennzeichnete er auch hier als letztes Ziel bes Weltjudentums Versklavung der deutschen Arbeitskraft für seine imperialen Machtpläne. Das Sklavenlos bet Massen, das in der Sowjetunion ebenso wie in der britischen Monarchie und bet amerikanischen Demokratie vom Subentum durchsetzt wurde, werde sich her deutsche Mensch niemals aufortrooieten lasten. Mit - seiner Hände Arbeit, wie mit der tapferen Führung seiner Waffen, werde er dieses Vernichtungswerk vereiteln unb bie friebliche Entwicklung seines Volkes für alle Zeiten sichern.
Ironisch fertigte bet Gauleiter bann bie kurzsichtige Roose- velt'sche Auffastung von ben Habenichtsen ab. Dieser Judensöldling beurteilte uns allein nach unterem Dolde und übersah dabei unseren wesentlichsten, jedem anderen Wert der Welt überlegenen Reichtum, die deutsche Arbeitskraft. Diese im Bereich bet Wirtschaft heute auch unseren Feinden offenbar werdende Fehlspekulation habe ihre Parallele in bet plutokratischen Auffastung gefunden, ihre mangelnde miltärische Begabung durch ftnanz-
Kruvvel dabei die Fubrepstellung haben und wie er mit dem reichlichen Dutzend entstehender Nationalitätenvrobleme fertig werden loll. Diese Frage beantwortete er ebenso wenig rur seinen zweiten Erotzstaat. der aus dem Zusammen- sKluß der ehemaligen Tschechoslowakei mit Polen entstehen soll, wobei übrigens Ungarn kurzerhand überhaupt von bet Landkarte verschwindet. Es genügt für jeden, der nicht über amerikanische Ahnungslosigkmt von europäischen Dingen verfugt. diese Vorstellungen zu verzeichnen, um sie dann ihrer eigenen Lächerlichkeit zu überlasten.
Etwas ernsthafter als die Europäer werden allerdings die Engländer die WÄt-„Neuordnung" amerikanischer Herkunft nehmen müssen, dann sie sind ja nun einmal sehr viel mehr zum Objekt ameifitanitoer Zukunftsabsichten geworden. Damit sie sich über die dabei herrschende Grundtendenz nicht im unklaren sind, bescheinigt ihnen der gleiche gelahrte Prozessor zunächst, sie hätten sich bemüht. 1919 die Samenkörner für einen nächsten Krieg zu legen“, um dann recht deutlich fortzufahren: ..Die anderen angelsächsischen Machte wurden gezwungen einzugreifen, um den Weltfrieden und das britische Empire zu retten. Heute sind sie dazu abermals gezwungen. Sicherlich beabsichtigen weder die Vereinigten Staaten, noch die Dominions, das auf unabsehbare Zeit weiter zu tun und immer wieder von Zeit zu Zeit einzugrerfen. um das Empire zu retten. Das ist einfach, ein zu kostspieliger und untauglicher Weg, die Ordnung in der Welt aufrechtzuerkalten." Daher werde in dieser neuen Weltordnung ein die ganze Erde umfassendes Empire nicht „mehr eristieren." Man werde Europa und Asien „stabilisieren . Afrika neu aufteilen, in Amerika die fremden Äolonien 6e(eitigen und den Stillen Ozean in Zonen aufteilen. Kanada — wohlverstanden nicht mehr als
als Sohn bes Bankangestellten I. Stiglei in Bayreuth geboten, griff mit seinem Bataillon bei her Bezwingung bes letzten hartnäckigen Feinhwiherstaiihes auf her Halbinsel Kertsch ein zäh verteihigtes Fort an unb erzwang an her Spitze seiner Infanteristen in erbittertem Nahkampf ben Einbruch.
Hauptmann Alfreh Dürrwanger, am 7. April > als Sohn bes Bankbeamten E. Dürrwanger in Breslau geboren, ist bie erfolgreiche Erstürmung einer stark ausgebauten unb durch vielfache Übermacht besetzten Verteidigungsstellung bes Feinbes im äußersten Ostzipfel her Kertsch-Halbinsel zu verbanken, durch bie bie Bolschewisten bei schwersten blutigen Verlusten 8000 Gefangene verloren.
Bergleuten bes Oberlahnkreises
strategische Maßnahmen ersetzen zu können. Unsere Erfolge auf diesem Gebiet seien bas Ergebnis einer nationalsozialistischen Auslese, bie weher nach Herkunft noch Gelb frage, sondern einzig und allein bie Leistung bewerte. Wenn heute ein britisches Blatt tn wehklagender Kritik, bie es an her plutokratischen Auslese übt, darauf hingewiesen habe, daß es ein Generalfeldmarschall Rommel tn England nur bis zum Sergeanten hätte bringen können, so fei in dieser Erkenntnis bet Vorsprung bes national» sozialistischen Auslese- unb Führungssystems auch von bei Feindseite bestätigt. Ein Adolf Hitler unb fein Feldherrntum, so führte der Gauleiter aus, sei in ben ßänbetn her Plutokratien, wo allein bas Aktienpaket regiere, einfach undenkbar.
SM einer Darstellung bet militärischen Situation, bie bas deutsche Volk nicht mit Hurrapatriotismus, wohl aber mit siegesfroher Zuversicht erfülle kennzeichnete bie Rede bie totale Bedeutung bes Ostraums für unser Volk. Die Verpflichtung jedes einzelnen fei es, zur Erreichung des Zieles durch Gesinnung unb Handeln alle möglichen Kräfte einzusetzen. Der Gauleiter sprach habe, ben Bergleuten, bie in her Stunbe, ha sie zur Mitarbeit aufgerufen wurden, ein glänzendes, ihnen unvergessen bleibendes Zeugnis ihrer Opferbereitschaft erbracht hatten, den Dank der Volksgemeinschaft aus. Er schloß seine Worte mit dem Appell, im Arbeitseinsatz, bet bet Schaffung bet Waffen unserer Soldaten sowie bet Sicherstellung bei Ernähtung unb bamit bem Leben unfetes Volkes diene, nicht nachzulassen. Det deutsche Beigmann weide alles datansetzsn, um weiterhin mit seiner Leistung vor dem Führer und dem Opfertum feiner Soldaten bestehen zu können.
* Das deutsche Drama in Flandern. Die Theaterwoche bei flämischen Schauburg in Antwerpen, die den Einfluß des deutschen Dramas in Flandern Herausstellen sollte, wutbe mit einem Vortrag bes Kulturreferenten her Stadtverwaltung. Dr. Obiel Daem. über bas klassische Drama in Deutschland abgeschlossen. Der Vortrag, her ben bebeutfamen Anteil bet deutschen Klassik an der dramatischen Weltliteratur anschaulich Herausarbeitete, wurde mit Beifall ausgenommen. Ausführungen bes „Zerbrochenen Krugs" von Kleist und bes „Don Carlos" von Schiller bildeten ben künstlerischen Ausklang bet Theaterwache.
50. Geburtstag Seyg-Jnquardts
Der Glückwunsch des Führers
Berlin, 22. Juli. (Funkmeldung.) Der Führer Hai dem Reichs- kommissar für bie besetzten niederländischen Gebiete, Reichsminister Dr. Arthur Seyß-Jnquarbt, zu feinem 50. Geburtstag in einem persönlichen Handschreiben feine herzlichen Glückwünsche übermittelt. Zugleich hat er ihm sein Bild mit Widmung überreichen lassen. x
Wo ist Deutschlands Hsrr?
Ein Wort zu Bruno Brehms 50. Geburtstag (am 23. Juli 1942)
Der Mcknn, her diese Frage — wo ist Deutschlands Herz? — immer wieder beschwörend aufwirft in seiner gewaltigen Roman- Trilogie, die mit dichterischen Mitteln das Schicksal der Donaumonarchie im Weltkrieg, ihren Kampf um ben Steg bis zur Erschöpfung schilbert, aber doch auch schon tröstlich den Keim der Wiedergeburt unb Auferstehung einer noch größeren Schicksalsgemeinschaft aller Menschen brutschen Blutes ahnen läßt, bieser Mann war ursprünglich Offizier, ein schlichter einfacher Leutnant. Er würbe im Weltkrieg verwunbet, geriet in russische Gefangenschaft, lernte hort — bas Leben ist doch her beste Roman — Dwinger kennen, ftuhierte später unb wurde dann nicht ohne innere Not Schriftsteller. Auf bie „innere" Not sei habet her Hauptakzent gelegt! Denn rein äußerlich gesehen unterschied sich, dieser Lebenslauf in nichts von dem zahlloser anderer Kämpfer um Volk und Heimat, die bis zum heutigen läge unbekannt geblieben sind.
Daß er unter Zwang schreiben mußte, bas aber ist bas Ent- scheibende! Denn der Mann her Praxis, bei Offizier unb Weltkriegsteilnehmer, her immer Solbat geblieben ist bis auf ben heutigen Tag, war burchaus kein enthusiasmierter Freund her schwarzen Kunst. Einer, bet richtig im Sattel sitzen ober eine zusriehenstellende Patrouille gehen konnte, stanh feinem Herzen unendlich viel näher als jeder Tintenkleckser und Federfuchser. Durfte aber er, bem ein Gott bie Gabe verliehen, bas mit guten Worten aussprechen zu können, was anbere nur unbeuttidj fühlten, schweigen, wenn es, wie nach bem so buntlen Jahr 1918, das für Österreich fast noch verhängnisvoller war als für bas Alt- reich, um Sein oder Nichtsein seines Volkes ging, bürste et, bet Grenzländer, der die Probleme seiner Zeit so scharf erkannte, unter diesen Umständen in bei Stille verharren?
Er wetzte bie Feber. Er schrieb ein paar wunderschöne, zu Unrecht heute viel zu wenig bekannte, ganz unpolitische Romane, fröhliche Bücher, hinter deren Heiterkeit sich allerdings oft genug ein schwerer Ernst unb bittere Satire verbergen, et schrieb kleine Geschichten. Novellen, aus benen man unschwer seinen bisherigen Lebenslauf, insbefonbete die Tage seiner Kindheit aneinanderzureihen imstande ist, er schrieb Skizzen unb Erlebnisse, bie noch heute in allen möglichen Zeitschriften verstreut sinh. Das alles aber war nur Auftakt! Selbst bas Buch der Pferde, ein prachtvoller Roman über ein bedeutsames Kapitel aus der deutschen Kolonialgeschichte in Venezuela, der den treuen vierbeinigen Kameraden seiner alten Eebirgsbatterie gewidmet ist, liegt noch an der Peripherie seines Werkes.
Kem und Stern seines dichterischen Schaffens war die Trilogie vom Weltkrieg, war dieser gewaltige moderne Nibelungen- .
fang von bet Treue unb dem Haß, bet Lust unb bem Leib eines Volkes, bem Sprossen, Blühen unb Vergehen eines Staates unb eines großen Fürstengeschlechtes, benen einst auch das ganze Herz bes Dichters gehört hatte. Die große Not, bie ihn wie bie anheren nach hem furchtbaren Enbe überwältigt hatte, bie Furcht vor bei Seete bet Zukunft, bet Wille bet Rechtfertigung, bie Set» aniwottung bes seinem Volke Verpflichteten, bet Gedanke, baß es füt einen rechten Optimisten nie einen endgültigen Untergang geben könne, drückten ihm den Griffel in bte Hand. So wanderte er noch einmal durch die entscheidenden Jahre der österreichischen Monarchie vom Attentat von Sarajewo bis zur letzten Flucht bes schwächlichen Nepoten Karl auf einem englischen Kanonenboot in bie Jj-tembe. Eine Reportage, ein Roman, ein Zwitter? Kleinliche Naturen, bie Beckmessers Tradition auch in unseren Tagen noch fortsetzen wollen! Ein deutscher Mann schenkte hier seinem deutschen Volke vom Strande der Meere bis zum letzten Alpengipfel im Süden ein grandioses Epos, bas Epos vom Leib unb von blutigen Tränen, aber auch bas Epos vom felsenfesten Glauben an die große Zukunft eines neuen Reiches, bas nur Großdeutschland sein und heißen kann!
Wo ist Deutschlands Herz? Das war ihm die Kardinalfrage seines Lebens. Und er beantwortete sie wie alle bedeutenden Menschen schlicht, knapp und sachlich: „Überall schlägt Deutschlands Herz! Was einem Menschen Leides geschieht, ob an der Weichsel oder am Rhein, man tut es uns an, uns allen schlägt man ins Gesicht. Nichts mehr darf uns trennen, nicht bet Glaube ben Narben von bem Süben, nicht her Stanh ben Mann von bem Manne. Vor her Welt sinh wir eins, ein Volk, ein Reich, ein Leib unb eine einzige Sehnsucht, wieher auferstehen zu wollen aus her Nacht unb her Schmach."
Der Traum unb bie unverwüstliche Hoffnung bes Dichters, bet ein Seher unb Deuter zugleich war, ist inzwischen in Erfüllung gegangen.
„Doch uns ist gegeben, auf keiner Stätte zu ruhen", singt Höl- betlin in seinem großartigen Schicksalslieb. Bruno Brehm steht noch heute mitten im Ringen seiner Zeit. Es ist ein reiches Leben, bas er sein nennt, ein Leben, bas in bie Tiefe führt!
Ernst Wilhelm Balk.
den 640 in Luftkämpfen, 62 durch Flakartillrie und 9 durch Verbände des Heeres vernichtet, die übrigen am Boden zerstört. Während der gleichen Zeit gingen an der Ostfront 7 0 eigene Flugzeuge verloren.
Rach militärisch wirkungslosen Tages-Störangriffen einzelner britischen Bomber aus westdeutsches Gebiet warf der Feind in der vergangenen Nacht vor allem auf Stadt und Umgebung von Duisburg und die Stadt Moers eine größere Zahl von Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste. Sechs der angreifenden Bomber wurden abgeschossen.
3m Verlaufe des Seegefechts im Kanal wurden von unseren leichten Seestreitkräften außer dem feindlichen Fuhrerboot weitere sechs britische Torpedo- schnellboote im Nahkamvs in Brand geschossen, von denen vier untergingen. Ein britisches Kanonen-Schnellboot wurde durch einen deutschen llnterkeebootjäger im Rummstoß versenkt. Die Flagge des Bootes wurde et» beutet mehrere Gefangene eingebracht. Der unter Führung von Korvettenkapitän Wunderlich zur Sicherung eines Geleites eingesetzte Verband ist nach Durchführung seiner Aufgabe ohne Verluste in seinen Bestimmungshafen eingelaufen. An der niederländischen Küste schoß Marine- Artillerie fünf britische Flugzeuge ab.
Das Jagdgeschwader 54 schoß seit Kriegsbegiun 2500 Flugzeuge ab.
Der OMW.-Bericht'von heute
Aus dem Führorhiauptauartier, 22. Juli. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Der vlanmäßfige Widerstand des Feindes im Raum von Rostow ist zusammengebrochen. Deutsche und verbündetx Truppen stehen vor der befestigten Brücken- kopfstellung, die im Halbkreis um die Stadt angelegt ist. Ostwärts des Donez wurde der Unterlauf des Don in breiter Front überschritten. Italienischen Verbänden gelang es im Rahmen der Berfolgungskämpfe im Donezbogen am 19. Juli das wichtige Kohlenrevier Kr a s s n i j l u t s ch in die Hand zu nehmen: dabei wurden zahlreiche Gefangene gemacht und erhebliche Beute eingebracht.
Im großen Donbogen leistet schwächerer Feind nur geringen Widerstand. Nördlich und nordwestlich W o - r o n e s ch wurden Angriffe des Feindes in schweren Kämpfen abgewehrt und hierbei 25 Panzer abgeschossen. Im rückwärtigen Frontgebiet des mittleren Abschnittes wurde die Vernichtung weiterer feindlicher Gruppen abgeschlossen.
Südlich des Ilmensees und vor einem Brückenkopf am Wolchow brachen mehrere feindliche Angriffe unter hohen blutigen Verlusten zusammen. Hierbei vernichtete die Brückenkovfbesatzung 31 Panzer, zum großen Teil im Rahkamvf.
Im Hohen Norden wurden feindliche Batterien auf der Fischerbalbiusel durch Sturzkampfflieger mit vernichtender Wirkung bekämpft.
In der Zeit vom 8. bis 2 0. Juli verlor die Sowjetluftwaffe 829 Flugzeuge. Davon wur-
Reichsminifter Dr. Arthur S e y ß - I n q a r b t, feit bet Kapitulation Hollands Reichskommissar für bie besetzten nieber« länbischen Gebiete, feiert heute seinen 50. Geburtstag. Er würbe in Stannern im Protektorat geboren. Währenb bes ersten Weltkrieges stanb ei als Kaiseijagei an bet Jsonzoftont. Rach Be- enbigung seines Stubiums ließ er sich als Rechtsanwalt in Wien niebet unb war bei her Grünbung bes österreichischldeut- schen Volksbundes, her eine möglichst enge Bindung an bas Reich erstrebte, führend beteiligt. Als Schuschnigg ben Staatsstreich burch- führen wollte, schlug die große Stunbe für Seiß-Jnquarbt. Getreu seiner Überzeugung, daß bie Ostmark nur im Verband bes Reiches eine Zukunft haben konnte. Übernahm er bie Lenkung ihrer Geschicke, Er bildete am 11. März 1938 eine österreichische Regierung unb bat den Führer telegraphisch um Entsendung deutscher Truppen zur Wiederherstellung von Ruhe unb Orbnung. Am 15. März 1938 würbe er zum Statthalter für bie Ostmark ernannt unb am 1. Mai 1939, nach Erlebigung bei Übelleitung, zum Reichs- ministei. In Aneikennung seiner Verbienste zeichnete der Führer ben unermüdlichen Vorkämpfer für bas Deutschtum in bet Ostmark am 19. September 1940 mit bem Kriegsverbienstkreuz Erster Klasse aus unb befSrberte ihn am 20. April 1941 zum -Obergruppenführer.
, ' Umgekehrter Pygmalion. Das Schauspielhaus Leipzig brachte als Utauffuhruna die breiartige Komödie „Pvgma 1 i von Otto Bernhard Wendler heraus. Es handelt sich um amüsante Variationen über das Ppgmalion-Thema, diesmal mit umgekehrtem Geschlechtsvorzeichen, indem die etwas querköpfige liaua tbren gradlinigen derben Gärtner zum Ideal eines richtigen Mannes erziehen will. Das Experiment geht freilich anders aus als bei dem männlichen Urbild, bas feine felbftgefertigte Statue heb gewann. Diana nimmt bann hoch ben, her, obwohl er jenem Gartner vorübergehend nachzueifern bestrebt ist, sie in bas Gangelbanb zwingt, bas et ihr von allem Knfani stimmt hatte. Selbst Professoren die im letzten Akt werden, halten diesen Fall bet Diskussion wett. Das Publikum unterhielt sich und bankte auch bem anwesenden Autor.
Alfred Lehmann.
