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S6nut und Verlag: L. Lchellenberg'sche Buchdruüerei, Lauggasse Rr. 21 (Tagblatt»Haus,

90. Jahrgang

Rümmer 167

Montag, 20. Juli 1942

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Das Eichenlaub mit Schwertern für Kesselring

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gegen Malta un$> den briti- See- und Luftstützpunkt. Es ge-

Kamsradschaftlichkeit haben ihm überall die Herzen seiner Männer gewonnen. Sm Kampf gegen den Bolschewismus hat sein Leben seine letzt« Vollendung gefunden.

Beispiel höchster Einkatzfrendigkeit

damit eine erhöhte Sicherung der eigenen Transporte zum nordafrikanischen Kriegsschauplatz. Von besonderer Bedeu­tung für die Entwicklung der Operationen in der Cyrenaika und in Ägypten war die Z e r s ch l a g u n g der groben britischen Geleitzüge in den Tagen vom 14. bis 17. Juni 1942. An diesem Erfolg hatten die Verbände des Generalfeldmarschalls Kesselring hervorragenden Anteil. Nicht minder schlachtenentscheidend war die Unter- stützung der Panzerarmee Rommel durch Ver­bände der Luftwaffe und Flakeinbeiten bei dem gewaltigen Offenfivoorstoh nach Ägypten.

„Lage der Sowjets Sicherst ernst"

Düstere englisch-amerikanische Betrachtungen zu der Entwicklung auf den Kriegsschauplätzen

Verfolgung wird mit allem Nachdruck fortgesetzt

Erneut stark ausgebaute Feindstellungen durchbrochen

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Mit der Verleihung der hohen Tapferkeitsauszeichnung an den OberbefeblsbaLer der „im Mittelmeerraum und tu Nordafrika operierenden Verbände der deutschen Luftwaffe hat der Führer die persönliche L e i st u n g der Eeneral- feldmarschalls Kesselring „und die Erfolge seiner bewahrten Truppen besonders gewürdigt. In klarer Beurteilung der Kampflage auf diesem Kriegsschauplatz richtet der Eeneral- feldmarschall in engster Zusammenarbeit mit den Luftstreit­kräften Italiens schon im Winter 1941/42 den Schw e r- punkt der Angriffe 5^ " ""

schen Nachschub zu diesem Cw. „„„ .

lang eine weitgehende Ausschaltung der Jnselfestung und

ra. Berlin. 20. Juli. (Eig. Drahtbericht unserer Ber­liner Schriftleitung.) Der Rückblick am Montag auf das Wochenende ergibt als besonders hervorstechendes Merkmal die Unaufhaltsamkeit, mit der üch die Ereignisse zum Vorstoß der Achsenmächte entwickeln und mit der sich die Erkenntnis von der wesentlichen Verschlechterung der Lageckei unseren Gegnern selbst verbreitet. Für den S u d- a h k ch n i t t der Ostfront ist der entscheidende Satz der, daß die Ve r f o l g u n g des geschlagenen Feindes weitergeht. Än der Schlacht auf den sieben Weltmeeren sind in der letzten Woche 360 00 0 Tonnen Kriegsmaterial. Roh­stoffe, Betriebsstoff, Lebensmittel und anderes wertvolles Gut versenkt worden — eine ungeheure Menge, deren Große durch die blobe Zahl gar nicht sinnfällig genug „wird. In Ägypten wurden neue Ausgangsstellungen Tur weitere Kampfhandlungen gewonnen. Die Berichterstattung des OKW. ist in den letzten 48 Stunden sehr ausführlich ge­wesen. so dab man sich jetzt auch ein zunehmend! lat es Bild von der Entwicklung auf den einzelnen Knegssämu- plätzen, wie von den groben Zusammenhängen, die zwischen ihnen bestehen, machen kann. Überall hat man das Gefühl, dab diese Woche durch die Ereignisse, die man ermattet, sehr wertvolle weitere Aufschlüsse für den Verlauf der Operatio­nen auf allen den genannten Kriegsschauplätzen bringen wird — überall wie gesagt und in besonderem. Mabe auch auf der Gegenseite. Die Niedergeschlagenheit, die besonders in der letzten Woche im feindlichen Nachrichtendienst um sich griff, hat eher zu- als abgenommen, was kein Wunder ist. denn aus den Vorgängen selbst läßt sich wirklich nicht der geringste Anlah zu einer zuversichtlicheren Betrachtung ge­winnen. In einem Stimmungsbericht aus den Vereinigten ' Staaten schreibt die Londoner Zeitung ..Daily Hera Id.

(es kommen hier also gewissermaben . beide anglo-amerl- kanischen Partner zu Wort): Keine Erinnerung an die Ver­gangenheit könne gegenwärtig den Amerikanern ihre Stim­mung angesichts der -immer ungünstiger werdenden , mili­tärischen Nachrichten aus der Sowjetunion heben. Bet te«t neuen Nachricht starre man wieder einmal auf die russische Landkarte, um nur erneut festzustellen., dab die„ deutschen Truppen mit grober Geschwindigkeit weiter verrückten. Die Namen der in der Aufmarschfront der Deutschen.liegenden Städte seien in aller Mund. Die Zeitungsleser muhten täg­lich aufs neue Bei Durchsicht der aus den. neutralen,. Haupt­städten nach Amerika gelangenden Nachrichten betrübt.fest­stellen. dab die einzig wichtige Nachricht, die des. gewaltigen deutschen Vormarsches im Osten sei. Auch, alle bte optimistt- schen amtlichen Verlautbarungen, die man tn Washington zur Frage der Bekämpfung der U-Boot-Gefahr ausgebe, fänden in der amerikanischen Bevölkerung nicht den ge­ringsten Widerhall. Marineminister K n o x. werde als der ..unglücklichste Prophet des. Krieges" ange­sehen. denn immer bann, wenn er ein Niederringen bet bestücken U-Voot-KriegMrung zu feiern beginne, warte bte

Plätze südlich und nSrdlich von Rostow. Mer feindliche Flugzeuge wurden dabei am Boden zerstört.

Bei der Säuberung des westlichen Don-llfers zerschlugen ungarische Panzerverbände und motorisierte Truppen eine feindliche Kampfgruppe. Sm Angriff wurde auch an dieser Stelle der Don erreicht und der Feind über den Fluh zurückge­worfen. Mehrere durch Panzer und Flugzeuge unterstützte bolsche- -nisttsche Gegenstöße wurden abgeschlagen. Dabei wurden 21 feind- iche Panzer vernichtet und vier weitere erbeutet.

SA.-Brigadeführer Fritz Schmidt gefallen

NSG. Arn 2. Suli 1942 fiel an der Spitze seiner Kompanie SA.-Brigadeführer Fritz Schmidt, dessen Wirken nicht nur im engeren Kreis seiner Heimat Kassel, sonderrn auch in der Geschichte der gesamten SA,-Gruppe Hessen unauslöschlich ver­ankert bleibt. Zweimal war er in diesem Krieg schon verwundet und mit der Spange zum EK. H sowie dem EK. I ausgezeichnet worden. Immer wieder ritz ihn seine kühne, vorbildliche Einsatz­freudigkeit in die erste Linie vor den Feind. So blieb er bis zur letzten Stunde seinem stolzen Pslichtbewuhtsein treu, das ihn schon als Kriegsfreiwilliger 1914 zu den Waffen eilen hieß und ihn auch zeitig seinen Weg zur SA. und der Pattoi finden lieh. Bon seinem Eintritt in den Sturm 1/83 (Kassel) angefangen bis zu seiner Führung der SA.-Brigade 46 (Mlda), später der Brigade 47 (Kassel) und zuletzt der Brigade 49 (Frankfurt am Main) war [ein Leben und sein Wirken eine grohe glühende selbstvergessene Hingabe an das Werk des Führers. Die Echtheit seiner Gesinnung und seine mitreihende

liche Panzer ,________ ____________________

Auch die wiederholten feindlichen Angriffe von Infanterie und Panzern gegen den deutschen Brückenkopf bei Woronesch w«> den abgewiesen. Erneute Borstöhe der Bolschewisten blieben im zusammengefahten Infanterie- und Artilleriefeuer liegen. Bei diesen Kämpfen wurden sechs feindliche Panzerkampfwagen abge- schosien. Die Luftwaffe fügte auch in diesem Kampfabschnitt dem Feind schwere Verluste zu. Weitere Bombenangriste richteten sich tm Raum ostwärts Woronesch gegen Eisenbahnen und Bahn­anlagen. Aus einem Güterbahnyos wurden vier vollbeladene Transportzüge zerstört. Weitere Treffer verursachten in den Be­triebseinrichtungen dieses Vahnknotenpunktes starke Brände.

Trotz der Behinderung durch ungünstiges Wetter vernichteten deutsche Säger und Zerstörer im südlichen Abschnitt der Ostfront 15 feindliche Flugzeuge.

bestücken U-Bootführung mit neuen unb nock gröberen Er­folgen als bas letzte Mal auf — aber nickt wie Knor nur mit Worten, sondern mit Hilfe ihrer nickt umsonst gefürch­teten Torvebos.

Selstverstänblich beschäftigt sich auch bte L o nboner Presse vom Samstag unb Sonntag in grober Aufmachung mit bett militärischen Vorgängen an bei Ostfront unb schil­dert in ihren Moskauer Berichten, sowie in ihren Kommen­taren bte dortige militärische Lage als für bte Sowiets ,,äuheist ernst". Einige Blätter heben in Balkenüber­schriften ben Inhalt bet bestücken Sondermelbung hervor, wonack Woroschilowgrab von bett bestücken Truppen genommen worben ist. Der Moskauer Sonderkorrespondent der „Times" meint u. a., Timosckenko gehe mit seinen Truppen in ben weiten Steppen bes Don immer mehr in südöstlicker Richtung zurück. Er sei offenbar nicht in bei Lage, ben überlegenen feinblichen Streitkräften, bte tn einet breiten Front heranrückten, erfolgreichen Wibetstanb zu leisten. Auch falle es ihm ganz ersichtlich schwer, seine teroetligen Nachhuten vor bei Umzingelung durch ben tretnb zu retten. Angesichts bieser Lage müsie man damit, rechnen, bah bie Sowjetarmeen.' solange sich ihnen nicht eine natürliche Verteidigungslinie biete, ihren Rückzug fortsetzen mühten. In einem weiteren Artikel be­merkt bas gleiche Blatt astherbem, bie bestücke Offensive bauere nun bereits brei Wochen, aber noch immer sei kein Nachlassen ihrer Schwungkraft festzustellen unb alle Hoffnungen, bah bie Deutschen durch bie Winteroffensive der Sowjets nicht mehr imstande seien, eine Offensive groben Stiles durchzuführen, seien in den letzten Wochen und Tagen bitter enttäuscht worden. Die deutschen Leistungen sprächen ben optimistischen Erwartungen ber Alliierten Hohn. Man könnte bie Liste solcher Äuberungen noch burch viele ähnliche Beispiele ergänzen. Man findet auch einige wenige Stim­men, in denen äußerst schüchtern diese oder die andere vage Hoffnung aufklingt. Aber darum handelt es sich in ganz seltenen Ausnahmen, die das gegenteilige Gesamtbild nur um so deutlicher hervortreten lallen.

Als „strategischer Rückzug" getarnt

Berlin, 20. Juli. (Funkmeldung.) Der Fall bei wich­tigsten unb größten Stabt bes Donez-JndustmLgebietes, Woroschilowgrab. ben bas Oberkommando Mr Wehr­macht am 17. Juli durch Sondermelbung bekannt gab. wirb nunmehr von ben Sowjets eingestanden. „Aus Befehl bes Oberkommandos". so versuckt bet Moskauer Nachrichten­dienst auch jetzt noch, diese schwere Niederlage als „st r a t e» gischen Rückzug" zu tarnen, „haben unsere Truppen bie Stabt Woroschilowgrab verlassen. — Ein reichlich spätes und verklausuliertes, aber immerhin ein Ein­geständnis.

Berlin, 19. Suli. Die Verfolgung des im Raum von Worö­sch i l o w g r a d sowie beim Vorstoß auf den unteren Don ge­schlagenen Feindes wurde, wie das OKW. mitteilt, auch am Sams­tag mit allem Nachdruck fortgesetzt. Das durch anhaltende Ee- wttterregen verschlammt« Gelände konnte das weitere Vordringen der deutschen und verbündeten Truppen nicht auf­halten.

Deutsche Panzerverbände durchbrachen erneut stark aufgebaute Stellungen des Feindes. Gegen zähen feindlichen Widerstand wur­den zwei weitere Brückenköpfe über einen Fluhabfchnitt als Ausgangsstellungen für die Fortsetzung des Angriffs gebildet. Unter dem unaufhörlichen Druck der deutschen und verbündeten Truppen wurde der Feind zum weiteren Rückzug gezwungen. Durch Bomben und Beschuh mit Bordwaffen erlitten die weichenden Bolschewisten schwerste blutige Verluste.

Starke deutsche Kampffliegerverbände belegten am Samstag vor allem die wichtigen Eisenbahnen im Raum südostwärts Rostow mit Bomben Dabei wurden drei mit Truppen und Material beladene Eisenbahnzüge vernichtet und zehn weitere schwer beschädigt. Bahnanlagen wurden zerstört und ein großes Treibstofflager in Brand geworfen. Weitere Luftangriffe richteten sich gegen lohnende Ziele im Raum von Rostow sowie gegen Flug-

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Bizeluftinarschall Lloyd abgesägt

Stockholm, 18. Suli. Nach einer Reuter-Meldung aus London wurde der Vizeluftmarschall Keith Rodney Park zum Nachfolger von Vizeluftmarschall Hughe Lloyd, der iih letzten Sahre die britischen Luftftrcitkräfte im Mittelmeer kommandierte, ernannt. Vizeluftmarschall Lloyd wurde also kaltgestellt, obgleich Reuter behauptet, er sei für einen anderen wichtigen Posten vorgesehen.

Park hatte seit Anfang dieses Jahres die Streitkräfte der britischen Luftwaffe in Ägypten kommandiert.

(Ernennungen in der Technischen Nothilfe

Berlin, 18. Suli. Der Reichsminister des Snnern hak den bis­herigen Leiter des Ehefamtes TN., Generalmajor der Polizei ä. D. Siebert, zum stellvettretenden Chef der TN. ernannt.

Der Eeneralfelbmarfckall, ein

Aus dem Führerhauvtquartier, 18. Juli. Der Führer hat Genetalfelomarschall Kesselring, Oberbefehlshaber der im Mittelmeerraum und in Nordafrika eingesetzten Verbände der deutschen Luftwaffe, das Eichenlaub. mit Schwertern rum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen und ihm folgendes Schreiben übermittelt:

„Herrn Generalfeldmarschall Kesielrivg!

Im Ansehen Ihres immer bewährten Heldentums ver­leihe ich Ihnen als 15. Soldaten der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eiser­nen Kreuzes, gez. Adolf Hitler."

Glückwunsch des Reichsmarschalls

Anläßlich ber Verleihung bes Eichenlaubes mit Schwer­tern richtete bei Reicksmaischall folgenbes Schreiben an ben Obeibefehlshabei bet im Mittelmeerraum unb tn Noibafiika eingesetzten Verbände ber deutschen Luftwaffe:

Liebet Kellelring! Zu bet Verleihung bet hoben Tapfeikeitsauszeichnung spreche ich Ihnen meine besten Elückwünscke aus. Ihr unetmüblicker verjon- l j ch e r Einsatz. Ihr hervorragenbes Können unb bte schlachtenenücheibenben Erfolge Ihrer Truppen haben ba- mit burch ben Führer vor dem gesamten deutschen Volk höchste Anerkennung gefunden. Mit mir ist bte gesamte Luftwaffe stolz auf Sie. lieber Kesselring.

Heil Hitler! Ihr gez. Goring.

Em mifoadjteter Prophet

Von Wilhelm Ackermann

Unter ben englischen Zeitungsloibs nimmt ber Vis­count Rothermere, ber jüngere Stuber bes aus bem ersten Weltkrieg unrühmlich bekannten Lorb Northcliffe. eine Sonderstellung ein. Er bat nämlich in ben Blättern seines Konzerns, von betten bie „Daily Mail" bas bekann­teste unb verbreitetste ist, seit langem eine Politik vertreten lallen, bte bet amtlichen britischen stracks zuwiberlief. Nickt aus reiner Ovvositionslust ober aus verlegeriscken Erwerbs­interellen. sonbern aus ber Überzeugung heraus, baß die seit 1918 betriebene Politik bet künstlicken unb gewaltsamen Niebethaltung bet unterlegenen Nationen ben Keim zu neuen Konflikten in fick trage. Er wat auf Etunb einer tveitteickenben Kenntnis ber kontinentalen Verhältnisse bet Vorkämpfer eines freiwilligen unb rechtzeitigen Revisionis­mus gegenüber ben Pariser Vorortbiktaten. und wie er sckon seit 1927 gegen bte Verstümmelung Ungarns burch ben Zwangsfrieden von Trianon aufgetreten war. so setzte er sich seit 1937 nachdrücklich füi eine verständige Lösung der Nationalitätenfrage in der damaligen Tschechoslowakei ein. Mit Mißfallen sah er die Genfer Politik Edens, die in den kontinentalen Fragen England ins Scklepptau der franzö­sischen Sicherheitspsychose brachte, wie er auch dem ganzen Völkerbund ablehnend gegenüberstand, erst recht, nachdem Eden und Litwinow das bolschewistisch - demokratische Kuckucksei der „kollektiven Sicherheit" ausgebrütet hatten, jene Formel, die dann prompt zu dem von boückewistiscker Seite von vorn herein beabsichtigten kollektiven Krieg ge­führt hat. Er hielt die von den Demokratien den autori­tären Staaten gegenüber getriebene Politik der gefühls­mäßigen Ablehnung für falsch und gefährlich und hat bte Edenschen Torheiten im Abessinienfall. die Italien nur um so stärker an die Seite Deutschlands treiben konnten, ebenso verurteilt, wie die wütende Bekämpfung des National­sozialismus. Dieses anmaßende Auftreten der englischen amtlichen Politik hielt er für um so törichter, als hinter ihr nach seiner Überzeugung keineswegs die entsprechende Macht stand.

Es ist in diesen Wochen und Monaten, da man sich in England selbst immer mehr der bedrohlichen Krise bewußt rolö. in her die ganze Existenz des Empires steht, ungemein reizvoll, in seinem nock kurz vor Kriegsausbruch erschienenen Buck „Warnings and Predicttons" (Warnungen und Prophezeiungen) zu leien, wie richtig et die Situation da­mals in die inzwischen einsetretene Entwicklung beurteilt bat. Man lieft dort z. B. über die Einstellung zu Deutschlands neuem Regime:

„Im Atzgenblick der Machtübernahme durch Hitler bestanden für Großbritannien und seine Verbündeten zwei Möglichkeiten: sie hätten sich stark und schnell be­waffnen und so das neue Deutschland einschüchtern können. Sie hätten andererseits die Bedeutung Hitlers anerkennen und sich mit ehrlichem gutem Willen be­mühen können, seinem Lande die Hilfe zu bringen, die er suchte, und die er seinen Anhängern versprocken hatte.

Sie taten keins von beiden. Großbritannien blieb lässig in Bezug auf auf seine Bewaffnung und behan­delte gleichzeitig das Hitler-Regime in seinen ersten Tagen mit unverhüllter Verachtung und späterhin mit Beschimpfungen und Verleumdungen. Die britische Politik schien mit dem Entschluß, sich keine geeigneten Kriegsmittel zu schaffen, das Bemühen zu verbinden, zum Kriege zu reizen.

Konnte es ettte größere Dummheit geben?“ Im Sinne dieser Eittstellung schrieb er im September 1934 an den damaligen Premierminister Baldwin:

„Die Erklärung, daß der Rhein jetzt Großbritanniens Grenze sei. ist m. E. der schwerstwiegende Ausspruch, der je getan wurde. Er wäre allein dann berechtigt, wenn die Regierung intensiv an bet Aufrüstung ist. während sie diese Politik verfolgt.

So wie die Dinge liegen, ist es eine Politik der großen Worte und der geringen Rüstung. Wenn man die deutschen Rüstungen kennt, so ist das Programm, unsere Luftstreitkräft« innerhalb der nächsten fünf Jahre um 600 Flugzeuge zu vermehren, wenig mehr als ein tragischer Schwindel."

Er war beherrscht von dem Alpdruck einer völligen englischen Unterlegenheit, namentlick in der Luftrüstung. die er für um so verhängnisvoller hielt, als er die von ihm bekämpfte englische Außenpolitik mit aller Klarheit in den Krieg hin- eintreiben iah. Immer wieder verfocht er in der „Daily Mail" die Forderung einer großen Luftwaffe, 5000 Flug­zeuge zunächst, späterhin 10 000 und mehr: und wenn matt von kleinen Schwarzmalereien absieht, die auf das Konto bet Propaganda-Absicht zu setzen sind, so wirken die folgen­den Sätzx vom Dezember 1933 wirklich wie eine Prophetie des heutigen Zustandes:

„Was könnte die Flotte tun, um uns gegen einen solchen Angriff (aus der Luft) zu schützen? Sie würde reichlich genug Arbeit baben. um sich selbst vor der Zer­störung zu retten. In dem letzten Kriege fand die große Flotte in Scava Flow Zuflucht vor U-Booten. Im nächsten Kriegs wurde eine solche Schiffsvereinigung sehr bald neben den versenkten deutfcken Schiffen ruhen.