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Wiesbadener Tagblatt

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Nummer 165

Freitag, 17. Juli 1942

90. Jahrgang

Reichlich unaktuelle Sorgen

Sturmflut am Don

Von Heinrich Karl Kunz

Wunschträume der p lutokratisch-bolschewistischen Clique über die Zukunft Europas

ver-

Der Einsatz der italienischen Divisionen

An-

von Manstein Gast Antonescus

von

»enden

Gingen

dem zehn

Schiffe mit 68 500 BRT. und im Nördlichen Eismeer einen Transporter von 7000 BRT.

Damit verlor der Feind auf weit auseinanderliegenden Kriegsschauplätzen, aus denen unsere Unterseeboote operieren, 17 Schiffe mit 115 000 BRT. keines kostbaren Fracht­raumes.

115000 BRT. versenkt

Grobe U-Boot-Erfolge aus weit auseinanderliegenden Kriegsschauplätzen

Aus dem Führerhauvtquartier, 1J. Juli. (Funkmeldung.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Deutsche Unterseeboote griffen an der W e st k ü st e

Zunahme um 34 Prozent

Glänzendes Ergebnis der ersten Strabensammlung

Berlin. 16. Juli. (Funkmeldung.) Die am 27. und 28. Juni von Angehörigen des Deutschen Roten Kreuzes und der Deutschen Arbeitsfront durchgeführte erste Straßen- sammlung des Kriegshilfswerkes für das Deutsche Rote Kreuz hatte ein vorläufiges Ergebnis von 29 338 904,12 RM. Das Ergebnis der gleichen Sammlung des vorjährigen Kriegshilfswerkes betrug 21887 614.67 RM. Es ist somit eine Zunahme von 7 451289,45 RM.. das find 34,04 Proz., zu verzeichnen.

Dieses Ergebnis bestätigt erneut das Wort des Führers in seinem Aufruf: ..Die Heimat hat begriffen, wie sehr ihr Schicksal ausschließlich in den Händen des deutschen Soldaten liegt."

Sie will mit ihren Spenden helfen, die Wunden zu heilen, die der Krieg unseren Soldaten zufügt.

Afrikas einen stark gekicherten Geleitzng an und senkten aus ihm sechs Handelsschiffe mit 39 500 BRT.

Andere Boote versenkten im Atlantik, vor Mississippi und vor dem Panamakanal

Er empfiehlt die Bildung kleinerer Gruppe»., etwa einer Balkanföderation und einer Union zwischen Polen und dem Gebiet der früheren Tschechoslowakei. Man glaubt sich, wenn man diese primitiven Vorschläge hört, in die Zeit der Kleinen Entente und ähnlicher Zwergkonstellationen zurück­versetzt. eine Zeit, die jeder ernsthafte europäische Politiker als unwiderruflich überwunden betrachten muß. Europa kann diese mageren britischen Rezepte, die jede Spur schöpferischer Gestaltungskraft vermissen lassen, nur mit einem Kovfschütteln in den Pavierkorb werfen.

Cripps müßte nicht, trotz seiner bolschewistischen Passio­nen, aus vlutokratischem Hause stammen, nicht selbst mehr­facher Millionär sein, wenn er das Geschäft vergessen könnte. Die Sowjetunion, meint er. werde zu Lebzeiten Stalins genug mit sich selbst zu tun haben, zumal ein großer Teil des Landes verwüstet sei. Das wäre eine gute Gelegenheit für England und die USA. — lies für die Aktienbesitzer und Couponschneider — Kapital in Form von Fabriken. Werkanlagen und Maschinen nach Sowiet- rußland zu verkaufen, zumal Großbritannien von einer Überproduktion in der Nachkriegszeit bedroht sei. Diese Transaktionen könne man ja auf ganz Europa ausdebnen. Mit anderen Worten beißt das. der alte Kontinent, vor allem natürlich Deutschland, könnte für die Finanzbvänen der City und der Wallstreet arbeiten, die Elendsarmeen der Erwerbslosen könnten wieder aufmarschieren und zum höheren Wohl des Judenkavitals hungern. Trotz des bolsche­wistischen Mäntelchens ist dieser Cripps, wie die vor­stehende Äußerung beweist, ein waschechter Plutokrat, dem es nicht genügt, am Krieg zu verdienen, sondern der auch aus dem Frieden ein Geschäft machen möchte.

Bukarest, 17. Juli. (Funkmeldung). Eencralseldmarschall .... M a n st e i n , der Eroberer Sewastopols, befindet sich auf Ein­ladung von Marschall Antonescu zu einem kurzen Er­holungsurlaub in dem rumänischen Kurort Predeal

Die Wett bewundert das deutsche Bormarsch-Tempo

(Eigener Drabtbericht uniererBerliner Schriftleitung)

Auch im feindlichen Lager muß man den großen Elan des deutschen Angriffes zugeben. So weist der brilische Mililärschrift- steller Liddel Hart darauf hin daß es den Sowjets im Winter nicht gelungen ist, die starken Eckpfeiler der deutschen Ostfront ein­zudrücken, während die Deutschen heute über ausgezeichnete

Die gewaltigen Ereignisse im Osten vollziehen sich für den Gegner im Schatten einer Nachrichtenpolitik, die er beute gar zu gern rückwirkend annullieren möchte. Der Winter war schon immer, eine Erfahrung aus drei Kriegs­jahren. ein Eldorado für die feindliche Lügenpropaganda. Moskau machte sich die erprobte Methode seiner britischen Freunde zu eigen und meldete Sieg auf Sieg. London und New Bork, die von Hawai bis Singapur nur Niederlagen zu verbuchen hatten, nahmen das Stichwort bereitwillig auf und schrien es mit multiplizierter Lautstärke in die Welt hinaus. Die deutschen Divisionen sollten dezimiert, ihre Moral zermürbt, ihre Kampfkraft zerschlagen sein. Nach der Niederlage auf Kertsch sprach Moskau noch von einer plan­mäßigen Evakuierung und als die Angriffsarmeen Timo^ . schenkos bereits in den tödlichen Kessel bineingerannt waren? ließ ein findiger Sowjetvrovagandist den Zuckerrübenbau um Charkow wieder aufteben. Als ob es sich um rück­wärtiges Gebiet handele. Aus diesem^ allzu blauen Jllusionshimmel bricht nun plötzlich das deutsche Unwetter über die belogenen Bolschewisten und die Unbelehrbaren in der Weltöffentlichkeit herein. Der Sowjetpropaganda bleibt nur eine volle Kehrtwendung übrig- und die anglo­amerikanische Journaille hat Mühe, den Anschluß nicht zu verlieren. Wie in den kritischsten Augenblicken des ver­gangenen wahres, schlägt die Presse Stalins wieder patriotische Töne an. Sie beschwört das „Sowjet­volk" und ruft, den kalten Angstschweiß auf der Stirn, die viel verketzerten moskomitischen Helden der Vergangenheit zu Kronzeugen des Bolschewismus auf. „Drohend hängt die Gefahr über dem Vaterland"., so läßt sich die „Prawda", die diesen Begriff tausendfach als Rückstand bürgerlicher Ge­sinnung abtat, vernehmen, „das Vaterland, das euch jetzt zu dem großen Kampf aufruft. Zertrümmert die Kriegs­maschinen des Feindes und haltet seinen Vormarsch auf!" Verzweifelte Anleihen bei einer Gesinnung, die man längst aus den stumpf gewordenen Herzen der bolschewistischen Massen heraus gerissen hat. Eine Fanfare, die kein Echo wecken kann, die aber die trostlose Derfasiung der Kreml- iuden verrät. Der Presse Churchills und Roosevelts aber fallt nichts besieres zu. als in den Trauerchor einzustimmen unb — etwas plötzlich und allzu unvermittelt — von Dur auf Moll umzuschalten.

Was sich in diesem Winter hinter dem Vorhang des deutschen Schweigens abspielte, ist für die Entwick- liing der Kampfhandlungen entscheidend geworden. Im Vertrauen auf die Zähigkeit des deutschen Soldaten, konnte unsere Führung, der sturen sowjetischen Angriffe ungeachtet, starke Oifensip-Verbande aus der Front herausnehmen, überholen, neue Divisionen zusammen- und für den großen NsiLriff bereitstellen. Sie sind nun an die Seite der Winterkampser getreten, die nur von dem einen, er­bitterten Willen beseelt sind, mit der bolschewistischen Bestie Schluß zu machen, das heißt, die endgültige Entscheidung zu erzwingen. Während die Feinde mit Vor- jchußlorbeeren um sich warfen, bat die deutsche Führung ge­schwiegen, und gearbeitet, der deutsche Soldat gekämpft. Eine ungeheure Energie staute sich auf, die nun, da die Damme gebrochen sind, eine Sturzwelle von ungeahnter Wucht, über die Bolschewisten hereinbricht. Das Führer­wort. daß die Operationen dieses Sommers erweisen wer- den, , wer der Gewinner der Winterschlacht war. läßt Zweifel, weder für uns noch für den Gegner offen. Die Presie der uns befreundeten Länder macht darauf aufmerk­sam. daß die letzten,OKW.-Verichte wieder die gleiche Sprache sprechen, wie bei dem gewaltigen Siegeszug durch Frankreich und selbst der Londoner Nachrichtendienst muß eingcstehen. da« die, Schnelligkeit des deu,tschen Vormarsches hinter dem Tempo des vergangenen Jahres nicht zurückbleibt.

Die Waffen, die die Heimat im vergangenen Winter für den großen Schlag schmiedete, haben die auf sie ge­setzten Erwartungen erfüllt. Die Planung hielt sich frei von amerikanischem Rekordfimmel und bolschewistischer Gigantomanie. Sie wuchs vielfältig aus den Erfordernillen der waris, aus den Erfahrungen des vergangenen Som­mers. Wir iahen in den Wochenschauen, wenn auch nicht in Zentimetern anzugeben, die gewaltigen Kaliber der schweren und schwersten deutschen Artillerie, die Sewastopol zer­schlug, die zusammen mit der todesmutigen Einsatzbereit­schaft unserer Soldaten verhinderte, daß aus der stärksten aller Festungen ein Verdun wurde. Diese einzigartiaen. neuen Waffen trugen dazu bei, daß die Hoffnung der owiets. wenn schon eigene Angriffe scheitern sollten, dock wenigstens die Front in einer Materialschlacht e r st a r r e n zu lassen, zunichte wurde. Somme und Flandern finden, heute keine Parallele mehr. Was weder den Militärs Frankreichs. Englands, noch der

Londoner Schiffahrtsdebatte

Das englische Bolt mit einer nichtssagenden Erklärung abgespeist

Stockholm, 16. Juli. Als sich das Unterhaus am Donnerstag nach der Eeheimdebatte über die Schiffahrt vertagte, wurde für die britische Öffentlichkeit die folgende lakonische amtliche Erklärung im Auftrage des Sprechers des Parlaments ab­gegeben:

„Das Haus besprach die Schiffahrtslage und nahm eine Er­klärung der Regierung entgegen.“

Das britische Volk, das — wie der Londoner Kommentator Robert I o h n st o n noch am Donnerstagnachmittag im Nach­richtendienst ausführte — zu wünschen wiße, ob „das britische Schiffsraumproblem in der richtigen Weise behandelt und der notwendige Nutzen auf den Schiffswerften gezogen“ werde, weiß es nun alfo ganz genau. Und auch die Welt weiß, daß Chur­chill es infolge der katastrophalen Lage der britischen Schiff­fahrt nicht mehr wagen kann, seine Schublade zu öffnen.

Churchill muß Roosevelt um Einschränkung der privaten Paket- sendungen bitten

Stockholm, 16. Juli. Die täglich wachsende Tonnagenot hat den Totengräber des britischen Empires zu einem sehr bezeichnenden Schritt gezwungen. In einem an Roosevelt gerichteten Brief hat Churchill um eine Einschränkung der privaten Pa­ketsendungen aus den USA. nach Großbritannien gebeten, weil er hofft, dadurch Schiffsraum für Kriegsmaterial einzu­sparen.

Das britische Auswärtige Amt hat bekanntgegeben, daß von jetzt ab die Genehmigung für die Beförderung solcher Pakete nur dann erteilt wird, wenn die Lieferungen direkt vom ame­rikanischen Roten Kreuz an das britische Rote Kreuz gehen.

Et,enbahnlinien hinter der Front verfügten. Dadurch daß fetzt auch die wichtigste Eisenbahnverbindung der Sowjets durch­brochen worden sei, hätten die Bolschewisten einen vernichtenden Schlag erlitten. Der deutsche Nachschub funktioniere gut. Fasse man alle diese Momente zusammen, bedenke man weiter, daß die Winter- und FruhfahrsoffensioeberSowjetsg roße B l Ila »er gewesen leien, bann müsse man abschließend sagen, daß Deutschland seine Angriffe mit den besten A u s s i ch t e it durchführe. Sehr bezeichnend ist in diesem Rahmen auch, was der frühere briti|che Kriegsminister Höre Beliiha in einer Rede in London erklärte. Die augenblickliche Lage, so stellte er fest sei eruster als zu irgendeiner Zeit des gegenwärtigen Krieges. Wört- lich fuhr er dann fort: „Es ist traurig, wenn wir bedenken, daß wahrend die Rügen über den Don zurückgedrängt werden wir zu Lande nichts unternehmen, um den Druck an der Ostfront zu er­leichtern. Wenn wir die Mängel in unserer Organisation und in unterem Personal nicht beseitigen, dann werden sich solche Fälle trete" wird^erholen, bis es zu spät sein und ein großes Unglück ein-

Huffallend ist es, daß in diesem Augenblick, in dem die e$iTfsiaumnage fiintet verschlossenen Türen in London verhandelt Ä nnn Zeitungen plötzlich, ganz offenbar auf einen

Jßint von oben, das bisher ko stürmisch und umfangreich behandelte ?Äer™° der zweiten Front ganz haben fallen lassen Die Rückwirkungen, die diese veränderte Taktik in UKosiou paben werden sind noch nicht bekannt. Bei dem dringen­den Vedursnis das für die Sowjets an Kriegsmaterial jeder Art herrscht, tit ohne weiteres anzunehmen, daß die sowjetische Ein­stellung gegenüber ben anglo-amerikanischen Verbünbeten daburch nicht gerabe verWert werben wirb. w

ra. Berlin, 17. Juli. Die fortschreitenben Erfolge ber deutschen unb mit ihnen verbündeten Waffen im Osten sind unverändert das beherrschende Ereignis, auf das sich in allererster Linie das Interesse der gesamten Weltöffentlichkeit konzentriert. Selbst das Problem der amerikanischen Schiffsraumnot, das das Thema der gestrigen Eeheimsitzung des Unterhauses ge­wesen ist, tritt darüber etwas in den Hintergrund. Faßt man die Ergebnisse der vergangenen drei Wochen zusammen, so ergibt sich, daß bie Schnelligkeit des deutschen Vormarfches zwischen Donez und Don alle Experten, auch die des uns feindlich gesinnten Auslandes, auf das höchste in Erstaunen gesetzt hat. Den Deutschen ist es gelungen, den Zusammenhang der feindlichen Front zu zerreißen, den Gegner in einzelne Gruppen zu zersplittern und ihn in zahllosen Einzelaktionen schwer zu schlagen, während die Bolschewisten nicht mehr genügend Reserven unb Nachschub heranführen können. Dafür sorgt vor allem bie deutsche Luftwaffe, die das feindliche Hinterland, das in den Ge­bieten um ben Don nur noch von einem grobmaschigen Eisenbahn­netz durchzogen wirb, bombardiert. Durch die Gewinnung des Don in einer Breite von fast 400 Kilometer und durch den glänzenden Verlauf der bisherigen Angriffsoperationen ist vor allen Dingen ein außerordentlicher Raumgewinn erzielt worden und außerdem konnten neue Ausgangsstellung en erreicht werden, die zweifellos für den weiteren Verlaut der deutschen Offensive die aussichtsreichsten strategischen Möglichkeiten eröffnen.

Kz. Es mag für die Engländer, die vor Sorgen kaum noch aus und ein willen, tröstlich sein, vom Sieg zu träumen und von einem Frieden, wie sie sich ihn vor- frellen. In Anbetracht der militärischen Katastrophe der Bolschewisten und der wachsenden Tonnagenot reichlich un­aktuelle Probleme. Bezeichnend aber für die Jllusions- volitik, die man in London treibt. So läßt sich denn Stafford Cripps gegenüber einem Vertreter der „World Review" wieder einmal über das Europa der Nachkriegszeit aus. Je mehr er den britischen Schandvertrag, in dem Churchill Europa an den Bolschewismus verkaufte, kommen­tiert. um so lächerlicher wird das englische Dementi über das vielerörterte Geheimabkommen. Cripps gibt jetzt rück­haltlos zu. daß Estland. Lettland und Litauen dem künfti­gen Sowjetrußland angegliedert werden müßten. Er läßt auch keinen Zweifel darüber, daß die Sowjets gar nicht daran denken, auf die. in dem sogenannten Frieden von Moskau Finnland entrissenen Gebiete zu verzichten. Er geht sogar noch weiter und verrät, daß die Bolschewisten in Finnland weitere Basen verlangen. Selbstverständlich halten sie auch den Anspruch auf Bessarabien, das, wie Cripps betont, keineswegs zu Rumänien, sondern zur Sowjetunion gehöre, aufrecht. Die Bukowina will er ihnen von vornherein zugestehen, damit es um diesen Raum keinen Streit gebe. In Moskau wünsche man ein starkes Großbritannien, ein starkes Polen, und beabsichtige mit diesen beiden Staaten zusammen Europa zu beherrschen. Seines Wissens nach — wirklich sehr vorsichtig ausgedrückt —' beabsichtige die Sowjetunion nicht, sich größere Teile Deutschlands einzuverleiben. Man denke vielmehr daran, das Reich in kleinere Staaten aufzuteilen..

Was nach derartigen Bekenntnillen noch von dem De­menti, daß zwischen London und Moskau keine Absprachen über die spätere Grenzziehung getroffen worden seien, zu halten ist, liegt auf der Hand. Uber die gemeinsame Krieg­führung. das Ausmaß der gegenseitigen Unterstützung, über das. was der Augenblick fordert, können sich diese famosen Alliierten auch im Moment höchster Gefahr nicht einig werden. Um so größer ist die Einmütigkeit über das, was nach dem Sieg, wobei niemand weiß, wie er errungen wer­den soll, zu tun lein wird. Man muß dabei feststellen, daß die politische Phantasie dieser sogenannten Staats­männer ebenso ärmlich ist. wie ihre militärische. Sie greifen immer wieder auf uralte, verstaubte Ladenhüter zu­rück. als ob es in der Geschichte keine Vorwärtsentwicklung gebe, als ob man einfach das Rad des Geschehens straflos um einige Jahrhunderte zurückdreben und das Deutschland der vornavoleonischen Zeit wieder lebendig machen könne. Daß bas deutsche Volk längst eine Nation, ein geschlossener Block geworden ist. der sich nicht mehr zerschlagen läßt, will man einfach nicht zur Kenntnis nehmen. Daß auch Europa die alte Vuntscheckigkeit müde geworden ist und zu einer starken Gemeinschaft b.instrebt, die im Wettbewerb der Kontinente wieder ihren alten Rang einzunehmen ver­mag. ist der vlutokratisch-bolschewistischen Clique ebenfalls noch nicht aufgegangen. Ein Zusammenschluß Europas, so meint Cripps, sei wohl kaum möglich.

Rvm, 16. Juli. Ein Sonderberichterstatter ber Agenzia Stefans meldet von ber Ostfront, baß bie Divisionen bes italienischen Expebitionskorps an ber Ostfront in enger Zusammen­arbeit mit ben verbünbeten Streitkräften auf ber ganzen Breite ihrer Stellungen zum Angriff übergegangen find. In­fanterie- unb Bersaglieriverbänbe nahmen, nachdem sie die vor­geschobenen sowjetischen Stellungen niedergeworfen hatten, ben Vormarsch auf. Pioniere räumten bie vom Feind in großer Zahl gelegten Minen fort unb besserten bie burch Sprengungen zer­störten Brücken unb Straßen aus.

Bis jetzt brangen bie italienischen Truppen 50 Kilometer weit in feinbliches Gebiet ein. Während des Vormarsches am ersten Tage wurden bereits zahlreiche Gefangene gemacht und reiches Kriegsmaterial wie Gewehre unb Munition erbeutet. Der ~ griff nach Osten geht weiter.