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Seite 4 Nr. 160

Wiesbadener Tagblatt

Samstas/Sonntag, 11. 12. Juli 1942

tont zu

p.

Aus dem Wiesbadener Alltag

Bilder aus dem alten Wiesbaden

Verdunkelung: Entdunkelung:

Verdunkelung: Entdunkelung:

4.49 Uhr

4.50 Uhr

Fragen des deutschen Handwerks

Siedlung schafft Werte

Belohnter Siedlerfleiß

i. Überall wurden Brachflächen und

Samstag: Verdunkelung von 22.48 bis 4.49 Uhr Sonntag: Verdunkelung von 22.47 bis 4.50 Uhr

16. Juli 22.44 Uhr

17. Juli 22.42 Uhr

18. Juli 22.41 Uhr

19. Juli 22.40 Uhr

11. Juli 22.48 Uhr

12. Juli 22.47 Uhr

. ------ ------------- ----- ,----.lad, das

rollt, darum nochmals:Räder müssen rollen für den Sieg!'"

Hetzer hilft mit!

Räder müssen rollen für den Sieg

Khen einen Besuch des Marschalls'R o in'm^ l" im" Hafen Tobruk und sehen ihn dann wieder bei seinen Verbänden, die Verfolgung des Feindes - - -

Eollum und Halfaya werden

13. Juli 22.47 Uhr 4.51 Uhr

14. Juli 22.46 Uhr - 4.52 Uhr

15. Juli 22.45 Uhr 4.54 Uhr

Fakt jeder von uns bat draußen an der Front einen Menschen, um den er sich sorgt. Du hilfst auch ihm. wenn du für das DRK. spendest!

Sib am Sonntag reichlich für das Deutsch« Rote Kreuz!

Der Zirkus Althofs wird am 21. Juli mit einem mehr­tägigen Gastspiel auf dem Elsässer Platz beginnen.

Zusammenstoß. Am Erbenheimer Weg stürzte am Freitag gegen Abend beim Zusammenstoß mit einem Kraftwagen ein 32 Jahre alter Radfahrer so unglücklich, daß er mit Kopf- und Beinverletzungen, und vermutlichen Rippenbrüchen ins Kranken­haus gebracht werden mußte.

Der Reichsbauernführer hat für das Jahr 1942 auch die 316.= Heimstättensiedler zur Leistungssteigerung und Anbauausweitung im Gemüsebau aufgerufen. Dieser Aufruf hatte ein lebhaftes Echo bei den 10 000 Siedlern im Gau Hessen-Nassau gesunden. Zur Zeit werden die Siedlungen im Gau von einer Kommission unter Führung von Dipl-Landwirt Völling, Schulungsleiter des Rhein-Mainischen Siedlungswerks, besucht und es konnte fest- gestellt werden, daß alles getan wurde, um Höch st ertrüge und Qualitätsernten zu erzielen. Mancher Garten, der bisher überwiegend der Augenweide diente, hat ein anderes Aus­sehen bekommen. An die Stelle der bunten Blumen sind G e - müse aller Art getreten. Überall wurden Brachflächen und Rasenanlagen zur Benutzung freigegeben, in eifriger Arbeit umgebrochen und mit Gemüse- und Futterpslanzen sür die Klein- tierc bebaut. Der Beschaffungsstelle des Deutschen Siedler­bundes gelang es, in Zusammenarbeit mit dem Landes- leistungs-Ausschuß die erforderlichen Mengen an Saat- und Pflanzgut zur Verfügung zu stellen. Dazu kam die sachliche Aufklärung, die insbesondere auch durch Merkblätter des E a u - Heimstättenamtes der DAF. wesentlich unterstützt werden konnte.

Um jede Störung der wehrwirtschastlich wichtigen Reichsbahn­arbeit )u vermeiden, muß nicht nur der Personenverkehr auf das unumgänglich notwendige Maß herabgesetzt werden, es muß auch dafür gesorgt werden, daß im Frachtenoerkehr jeder Leerlauf ver­mieden wird, denn alle Räder müssen für die Front und damit für den Sieg rollen. Jeder Wagen, der füi die Heimat läuft, muß aus dem schnellsten Wege entladen werden, denn er kann dazu bestimmt sein, der Truppe Munition und Verpflegung zu bringen. Auf dem Rückweg von der Front zu- Heimat dient er vielleicht dem Transport verwundeter Kameraden. Die Forderung, die die Reichsbahn an alle Benutzer von Güterwagen richtet, schnell zu handeln und keine Zeit zu versäumen, muß von allen Be- und Entladern erfüllt iberdeu. Auch das Fachamt Energie, Verkehr, Verwaltung der DAF. ruft alle Betriebe auf, mit allem Ernst und Flachdruck daran mitzuarbeiten, jede Fristversäumnis zu ver­meiden. Wo eigene Arbeitskräfte und Mittel zum Abtransport fehlen, wird der Bevollmächtigte für den Nahverkehr oder der Fahrbereitschaftsleiter für Abhilfe sorgen. Wir wissen, daß mit­unter große Schwierigkeiten zu überwinden sind, über allem aber steht die Verpflichtung der Heimat, der kämpfenden Fr dienen. Bindeglied zwischen Heimat und Front ist jedes Ri

Im Gau Hessen-Nassau wurden mehrere hundert Morgen Land allein den Siedlern zur neuen und zusätzlichen Bewirtschaftung zugewiesen. Bei der Bewertung rrird ein bestimmtes Punktsystem zur Anwendung gebracht. Die Bewertung erstreckt fich auf die Größe der von den Siedlern bewirtschafteten Eemüseflächen, die Intensität des Gemüsebaues, insbesondere die Mischkulturen, den Berug und Selbstanbau von Jungpflanzen, sowie die Vorrats­haltung von Gemüse. Es werden Zusatzpunkte für die Leistung einer Siedlung gegeben, wie z. B. für den zusätzlichen Anbau von Gemüse im Rahmen der Brachland-Aktion, Eemüscanbau- ausweitung durch Umbruch von Rasen- oder Zierflächen, sowie für den Verkauf von llberschüstigem Gemüse, nachdem der eigene Be­darf gesichert ist. Es kann mitgeteilt werden, daß die Siedlungen

des Gaues Hessen-Nassau nach den bisherigen Feststellungen schon sehr viel Gemüse abgeliefert haben und auch für die kommenden Monate insbesondere mit weiteren Zuteilungen für den Markt gerechnet werden kann.

Weiter ist den Siedlern die Aufgabe gestellt, den gesamten Bedarf an Gemüse unter der Voraussetzung sicherzustellen, ohne daß dabei die anderen Gebiete der Siedlerwirtschast, wie' Obst­und Beerenobstbau sowie Futtermittelanbau vernachlässigt werden. Jedenfalls schalten die Siedler als Käufer auf dem Eemüsemarkt vollkommen aus. Die Siedler werden mit der absoluten Selbst- versorgung mit Gemüse und Erzeugnisten der Kleintierhaltung ihren Beitrag zur Ernährungssicherung leisten und sind fich ihrer ernahrungspolitischen Aufgabe voll und ganz bewußt. Echter Ge­meinschaftsgeist und nachbarliche Hilfe versetzen die Siedler in die Lage, die an ste gestellten Anforderungen zu erfüllen. Im Herbst dieses Jahres weiden die Erhebungen und Besichtigungen abge- schlosten sein, um ausführlich über die Ertragsleistungen der hesten- nastauijchen Siedlungen zu berichten. Daß bei der Beurteilung wirtichaftliche Erschwerniste von besonderer Bedeutung sind, wird berücksichtigt, denn zweisellos kann ein Rentner mit voller Frei­zeit aus seinem Garten mehr herausholen als etwa eine Soldaten­frau mit Kindern oder ein Rüstungsarbeiter mit sehr langer Ar- bertszeit. Der veränderliche Bewertungsmaßstab trägt diesen Ver­haltnisten Rechnung. Die beste Siedlung des Gaues wird zum Reichssieger erklärt und die nächstbesten werden Gausieger und erhalten wertvolle Preise.

Die Siedler rm Gau Hesten-Nastau werden auch für di« Kleinsterzeugungsschlacht 1943 die Ernteerträge je Flächeneinheit nicht nur halten, sondern auch steigern, die Ernte von Frühgemüse durch verstärkten Bezug von Jungpslanzen vorverlegcn und noch mehr Mchen gemüsebaulich nutzen als bisher. Zur Sicherung dieser Maßnahmen werden schon letzt alle Vorbereirungen in den Siedlungen getroffen.

Die heimische Versorgungslage

Marktbeobachtung des Reichsnährstandes

Die Anlieferungen von Obst bei den Bezirksabgabestellen haben sich infolge der verschärften Bestimmungen und der Kontrollen merklich gebessert, so daß auch den Märkten und der Verarbeitungsindustrie mehr Ware zugeführt werden konnte. In der Eemüseversorgung ist eine wesentliche Besterung ein­getreten, da nunmehr in stärkerem Umfang Kohlgemüse anfällt. Der Anfall an Frühkartoffeln war in der Berichts­woche äußerst stark, daher konnte mit sofortiger Wirkung der nor­male Rarionssatz von fünf Pfund pro Kops wieder zur Ausgabe gelangen. Die Verladungen aus fremden Gebieten wurden schon anfangs der Woche eingestellt. Die Bedarfsdeckung mit Milch und Milcherzeugnisten war ausreichend sichergestellt. Der Bedarf an Fleisch und Schlachtvieh war an allen Plätzen des Verbandsgebietes sichergestellt.

Bier große Schlachten vier große Siege

Di« neue Filmwochenschau

der t? Weltöffentlichkeit unter dem Eindruck

für Erfolge an den verschiedenen Fronten. Tag

ab Mi- em Ereignis löste das andere

e «n grandioser Überblick und eine krönende Zusarnmen- r» ^eT a?-le^et Einzelmeldungen wirkt die neue Deutsche Wochenschau. Vier große schlachten und vier große Siege werden ST p^enden Aufnahmen von der Front vorgeführt. Da ne 8na$u_ d>e Vernichtung der im Wolchow-Kessel a^ffnnen'?Pr6Sr0hle«*elBänbK >?u lehem Wir verfolgen den An- griff unserer deutschen und der verbündeten Truppen, sehen die Stuf^m»nht6cif. rfn Infanterie, Panzern, Kampfflugzeuge und Stukas und erhalten dann einen überblick über die gewaltigen ®Le?ße" zertrümmerter Geschütze, Panzer und anderen Kriegs- nrmf r,nxbtek-bao Überbleibsel der bolschewistischen Stoß- bRbk e t e b befreien sollte. Nicht minder ein­drucksvoll sind die Aufnahmen vom Süden der Ostfront wo "^°re Truppen in einer Breite von fast 300 Kilometer die so- Linien durchbrachen. Wir können in allen Einzelheiten verfolgen, wie der Widerstand der Bolschewisten durch die Zu- sammenarbelt aller Waffengattungen nach zähem Ringen ge­brochen und der Weg freigemacht wurde für das weitere siegreiche t Knb °"Eder steigert sich dann die einzigartige Wirkung dieser neuen W-chenjchau in den Aufnahmen vom End­kampf um 6 e w astwpo l, die stärkste Festung der Welt. Stuka, starten gegen die letzten Forts und Befestigungsanlagen, und im pausenlosen Feuerhagel der Artillerie gehen die deutschen und rumänischen Infanteristen und Pioniere vor. Wir verfolgen das Ln>?.n9£n *n bie Stobt selbst, in der in härtesten Einzelkämpfen icpe <5iraße genommen werden muh und in der überall die gewaltige Wrr^ng der neuen deutschen schweren Geschütze festzustellen ist.

Den Abschluß der Wochenschau bilden Aufnahmen vom Kampf und Steg unserer tapferen Afrika-Kämp sei. Wir jehen einen Besuch des Marschalls Rommel im Hafen von ?0 b r u k und sehen ihn dann wieder bei seinen Verbänden, die ore Verfolgung des Feindes ausgenommen haben. Capuzzo, Sollum und Halfaya werden genommen, das stark befestigte Marsa Matruk wird gestürmt. Meilenweit liegen zertrümmerte topere britische Geschütze und Panzer modernster Bauart in der Brüste. An den brennenden und vernichteten Panzern vorbei geht der endlose Zug der Gefangenen. Unter Führung ihres Marschalls stoßen die siegreichen deutschen und italienischen Verbände immer weiter nach Ägypten hinein. Sie bleiben dem Feind hart auf den Fersen! I. P. s.

Vom Reichssender Frankfurt wird in der kommen­den Woche u. a. folgende Sendung gestaltet: Montag, 11 Uhr, im ReichsprogrammKleine Kostbarkeiten" in Werken von Schubert, Mozart, Cäsar Franck u. a. Mitwirkende: Jnstrumentalsolisten und das Orchester des Reichssenders Frankfurt.

Der Rundfunk am Sonntag bringt an bemerkens­werten Sendungen im Reichsprogramm: 9 UhrSchatz­kästlein", 11.30 Uhr Konzertstücke und Opernszenen, 15 Uhr Kinder, Blumen, Tiere", 16 UhrSonntagnachmittag mit Ver­wundeten in Baden bei Wien", 18 Uhr Wilhelm Furtwängler dirigiert ein Brahms-Konzert, 20.15 Uhr Ausschnitte aus der Münchener Woche zeitgenössischer Unterhaltungsmusik, 22.30 Uhr Melodien unter südlichem Himmel. Im Deutschlandsender: 15.30 Uhr Lieder von Wolf und Schubert, 20.20 Uhr Beethoven- Lieder, 21 Uhr Chor- und Solistenkonzert. Am Montag hören wir im Reichsproaramm: 11 Uhr Kleine Kostbarkeiten, 15 Uhr Lieder und Kammermufik, 16 Uhr Tänzerische Musik, 20.15 Uhr Für jeden etwas. Im Deutschlandsender: 17.15 Uhr Chor- und Kammermufik, 20.15 Uhr Liederstunde von Karl Erb, 21 Uhr Jugendwerke von Carl Maria von Weber.

Todesfall. Am 7. Juli verstarb nach schwerem Leiden Dr. med. Hans Wachenhusen, Sohn unseres srüheren Mit­bürgers, des Schriftstellers Hofrat Hans Wachenhusen, Eine große Patientengemeinschaft trauert dem geschätzten und beliebten Arzt nach.

Sternschau vom 11. bis 20. Juli. Der um Mitternacht im Scheitelpunkt des Himmels leuchtende helle Stern ist der Fixstern Wega im Sternbild Leier, von dem das Licht zu uns 40 Jahre unterwegs ist. Der drei Stunden vor der Sonne im ONO fich er­hebende helle Stern im Sternbild Stier zwischen Aldebaran und den Plejaden ist Wandelstern Saturn in 1470 Millionen Kilo­meter Abstand. Der zwei Stunden vor der Sonne ebenda aus­gehende hellste Stern des Morgenhimmels ist Planet Venus als Morgenstern im selben Sternbild in 200 Millionen Kilometer Ent­fernung.

Kraft and Schönheit: unter dieser Devise steht die neue Bühnenschau im Walhalla- Film-Variete. DasGrips- Quartet t", eine kleine, schöne, blonde Frau und drei aut ge­wachsene Männer, zeigt eine ganz vorzügliche Artistik, so zum Beispiel wenn die Partnerin gewisiermaßen von zwei der Männer katapultiert" und von dem dritten, nach einem graziösenFlug" geschickt aufgefangen wird, oder etwa, wenn sie im tollen Wirbel die Körper der Männer umkreist und von einem zum anderen wie ein Spielball weitergereicht wird. Auch die zweite Dar­bietung ist beste Varietskunst. Die7 Maravillas", frische Sport- mädels, tanzen nicht nur beschwingt, und zeigen Gymnastik mit Stab und Keule, sondern beherrschen auch die Akrobatik in be­sonderem Maße. Der verschiedentlich variierte Pyramidenbau findet seine Spitzenleistung in der kraftvollen Szene:2 Beine tragen 300 Kilogramm", wobei eines der Mädels seine 6 Kame­radinnen auf dieBeinchen" nimmt. Vorzügliche artistische Leistungen, die durch starken Beifall der Zuschauer berechtigten Dank finden. p.

Die Infanterie-Division (mot)Eroßdeutschlaud" setzt sich nur aus Freiwilligen zusammen. Sie stellt lausend Freiwillige im Alter von 17 bis 25 Jahre ein, beste Gesundheit und eine Mindeftgröße von 1,70 Meter ist erforderlich. Vewerber erhalten

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Keine Ketten- und Reihensendungen mehr

Reue Bestimmungen für Feldpostpäckchen an die Front

Zur Wiederzulasiung des Päckchenverkehrs teilt das Ober­kommando der Wehrmacht mit'

Der Versand privater Feldpostpäckchen von 100 bis 1000 Gramm an Einheiten und deren Angehörige, soweit sie eine Feld­postnummer führen, wird, wie wir bereits meldeten, in der Rich­tung Heimo tF tont ab sofort in beschränktem Umfange wieder zugelassen. Das gleiche gilt für Eesolgschaftsrnitglieder derjenigen Stellen, die am gebührenpflichtigen Verkehrdurch deutsche Feldpost" teilnehmen. Die Feldpostpäckchen sind mit einer Zulassungsmarke, die wie gewöhnliche Postwert­zeichen aufgeklebt wird, zu versehen. Die Zulassungsmarken werden bei der Truppe ausgegeben und den Absendern in bei Heimat zugeschickt. Sie sinb nicht an ben Schaltetn bet Reichs- poft ethälilich. Soweit bie Sendungen gebiihienpflichtig sind, sind neben bet Zulaffungsmarke Fteimatken aufzukleben. Päckchen übet 100 Stamm ohne Zulaffungsmatke roetben nicht beföibert.

Bei ptioaien Felbpostsenbungen bis zu 100 Stamm roetben jut Ausschaltung von Mißbtäuchen nicht mehl zugelaffen: Ketten- senbungen, bas sinb mehiete, von einem Absenbet an benselben Empfanget gelichtete aneinanberljängenbe Senbungen, Reihen­sendungen, das sind rneht als btei von einem Absendet für den- selben Empfänger am gleichen Tag und Ort aufgelieferte Sen­dungen. Derartige Sendungen gehen an ben Absenbet zurück.

Von ben Absenbetn in bet Heimat roitb ermattet, baß sie im Interesse bet gesamten Front ein vernünftiges Maß im Felb- poftpäckchenoetkehr bis 100 Stamm halten, bamit weitere Be­schränkungen vermieben werden. Auf deutliche und richtige An­schrift wird erneut hingewiesen.

Zugleich wird folgendes bekanntgegeben: Felbpostpäckchen, beten Rüchenbung der Absender bei Unzustellbarkeit wünscht, müssen unter dem WortFeldpost" den Vermerk tragen:Bei Unzustellbarkeit zurück an Absender!" Ohne diesen Vermerk wird bei Feldpostpäckchen, die ins Operationsgebiet gehen, der ver­derbliche Inhalt bei bet Einheit verteilt, um Verluste an wert­vollem Volksgut zu oetmeiben. Der sonstige Inhalt wirb zurück- gefanbt.

Wiesbadener

Lampen- und Metallwaarenfabrik

Die unter bet Firma von Sentier unb Comp bestehende Lampen- und Metallwaten-Fabrik ist in einem hohen Stabe be­merkenswert. Es werben in berfelben bie 1839 von Sentier er­fundenen und in fast allen Staaten Europas durch besondere Privilegien begünstigten Lampen, nebst den verschiedenartigsten Metall- und Btonze-Segenständen, ausschließlich verfertigt. Diese Fabrit besteht aus 14 Werkstätten, worin über 60 Arbeiter beschäf­tigt sind. Die daraus hetvotgehenden Spar- und Komptoir-Lampen, die zierlichen Arbeits- oder Minerva-Lampen, wie die Tafel- unb Carcel-Lampen, bie Hängelampen in Lyraform, bie Lampen, Lüster, schiffartigen Billarb-Lampen, Wanb- unb Elasglocken- Lampen, Kandelaber-, Eisenbahn-, Laben-, Haus-, Hof-, Straßen-, Wagen- unb Stall-Laternen gehören nicht nur zu ben einfachsten, hellbrennenbsten (!) und geschmackvollsten, sondern auch zu den ver­hältnismäßig billigsten. Professor Dr. Liebig in Gießen, Freiherr Alexander von Humboldt in Setlin unb bet Physikalische Verein in Frankfurt a. M. haben über bie speziellen Eigenschaften biefer neuen Erfinbung bereits bie günstigsten Urteile ausgesprochen. Nächst bet öauptniebetlage in bet Kirchgaffe A 147, sind alle oben angedeuteten Artikel auch in dem Laden am Eck der Webet- und Langgaffe S 166, vorräthig."

So schildert Dr. H. Mr. M e 11 e n diesen Fabrikbetrieb in einem FremdenführerWiesbaden und [eine Umgebung (1842), verschweigt allerdings, wodurch das Licht in diesen Lampen erzeugt wird. Aus demWiesbadener Wochenblatt" erfahren wir, daß es ich um Petroleumlampen handelt, und daß die Fabrik auch Kaffee­maschinen hergestellt hat,die in wenigen Minuten auf eine den Zuschauer unterhaltende Weise den möglichst teinschmeckenden aromahaltigen Kaffee kochen." Am 1. 8. 1841 wat bie Fabrik er­öffnet worben, und bereits am 16. 8. 1841 zeigt der Hofdrehet Christ. WolffßampSs brulant ä blanc an, die bester seien als die Benklerschen. Doch unter dem 10. 9. 1841 erfolgt eine Bekannt­machung, wonach Grell der Verkauf seiner Lampen polizeilich ver­boten roitb, weil ihre Herstellung gegen bie Patentgesetze verstößt. Was mögen bas aber für Wunderlampen gewesen sein, wenn ein ernster Fremdenführer sie zu erwähnen für nötig erachtet?n.

Eröffnung einer Lehrwerkstatt

Eine weitete Lehrweifftatt ist in unserem Kreisgebiet eröffnet worden. Diesmal handelt es sich um einen Hoch- und lief- baubetrieb int Stadtteil Biebrich. Wiederum ist ein Be- triebsfühter dem Ruf gefolgt:Schafft Lehrwerkstätten für eure Lehrlinge". In einer schlichten Feierstunde im Beisein des Stell­vertreters des Kreisleiters, Pg. Wagner, des Kteisberuss- roalters der DAF., sowie Vertretern des Arbeitsamtes, der ge­werblichen Berufsschule und der Kteishandwerkerschaft wurde die Ausbildungsstätte ihrer Bestimmung übergeben. Aus der An­sprache des Beiriebsführets wat zu entnehmen, daß hier Lehr­linge ausgebildet werden sollen, die das Bauhandwerk späterhin dringend benötigt. Die besten Lehrkräfte werden zur Ausbildung eingesetzt. Bei dem großen Bedarf von Lehrlingen ist es selbst­verständlich daß immer die Lehrmeister Lehrlinge zugewiesen bekommen können, bei denen Ausbildung und Erziehung gewähr­leistet ist. Die Betriebsführer, bie sich über bie Ausbildung bzw. Einrichtung von Lehrecken, Lehrwerkstätten ufw. nicht int klaren sinb, können sich jeberzeit mit ber DAF., Hauptstelle für Berufserziehung unb Betriebsführung zwecks Rat unb Auskunft in Verbinbung setzen.

Lautsprecher aufl

Von früheren Wiesbabener Künstlern sinb im Runbfunk zu hören: Josef von Manowarda am Sonntag um 15.30 Uhr im Deutschlandsender, Trübe Eipperle am Sonn­tag um 20.20 Uhr im Deutschlandsender unb am Montag um 15 Ilhr im Reichsprogramm, Wilhelm 61rienz am Sonntag um 20.20 Uhr im Deutschlandsender, Adolf Setter am Mittwoch um 20.15 Uhr im Deutschlandsender, Arthur R o t h e r am Donnerstag um 21 Uhr, Helena Braun und Herbert A l s e n am Dienstag um 16 Uhr.

Der Auflauf

Um es vorweg zu nehmen: es ist kein neues Rezept für unsere Hausfrauen, aber, vielleicht sollte man es trotzdem lesen. Denn nicht nur ein Quantum Reis, Eries, Hirse oder ähnliches gibt die Grundlage zu einem interessierenden und schmackhaften Etwas, auch der Griff ins geballte Menschenleben ist interessant, man kann sagen: noch intereffanter, in jedweder Zusammenstellung. Diesmal ist also ber Auflauf, von bent wir erlebnismäßig erzählen, ber Menschen-Auflauf.

Da steht in bet hellen Mittagssonne ein alter Mann an ber Straßenecke. Er macht eine kleine Atempause auf feinem lang­samen Weg, beim bas will nun alles nicht mehr so, wie es sollte, bas Herz, bie Beine, ber Rücken--. Er schaut in ben blauen

Himmel hinauf unb spricht ein paar halblaute Worte vor sich hin, bie wohl meinen, baß bie Sonne so schon warm brennt und daß man noch einmal jung sein unb springen mochte

Also, wo brennt es, im ersten ober zweiten Stock", fragt eine junge Frau unb starrt zum gegenüberliegenden Haus hin. Der Alte sieht sie verständnislos an.

Was, Sie haben den Täter fortspringen sehen?" fragt auf­geregt eine andere.Ja, um Gottes Willen, da muß man doch sofort Maßnahmen ergreifen, sagt ein dazutretender Mann. Fünf, acht, nein zehn Kinder kommen angetannt; die Vorüber­gehenden bleiben alle stehen; es kommen welche von der anderen Straßenfeite herübergeeilt, und im Handumdrehen (wie fix die Menschen doch sind, wenn die Neugierde in ihnen züngelt!) ist ein Knaul von Menschen beisammen, durcheinanderschreiend, gestikulierend, mit ängstlich-erwartungsvollen Blicken auf das Haus gegenüber schauend, in dem sich ja also etwastut. Alle, umbrängt ben Mittelpunkt, ben armen, alten Mann, schubst, stößt, tritt unb schreit, unb eine gelabene Wolke mit Spannung schwebt brohenb über ben Häuptern.

Ich komme gerabe vorüber unb frage, was benn hier eigent­lich los fei. Sagt jemanb zu mit, wichtig unb geheimnisvoll (aber er ftanb an bet äußersten Peripherie unb wußte selbst gar- nichts)Da in ber Mitte ein Verrückter, sie werben ihn gleich abfühten"--

Der gute, harmlose Alte in bet Mitte, ber bies alles über­haupt nicht begriff, bas wat jeboch bie einzige, wertvolle Rosine in bent Menschen-Auflauf. A. Pl.

Wir gedenken verdienter Wiesbadener

11. Juli 1914: Franz Bossong

Der Sohn bes bekannten Bäckermeisters in bet Kirchgasse wat am 16. September 1872 geboten. Er trat, nachdem er das Humanistische Gymnasium besucht hatte, als Lehrling in die Buch­handlung Keppel u. Müller ein, deren Verlag er 1899 übernahm unb gab ihm feinen Namen. In biefem Verlag erschienen seine Werke, deren stattliche Reihe mit den MundartgedichtenEe- lunge Geschert 1894 beginnt. In ben Jahren 189799 rebigierte etDie Wäschbitf", eine humoristische Zeitschrift, welche alljähr­lich bie Sptublet» unb Fastnachtszeiten begleitete. Um einen Be­griff von seiner Vielseitigkeit als Schriftsteller zu geben, seien Mei seiner Veröffentlichungen abschließenb genannt:Der Kampf bet Taubstummen um bie Laut- unb Gebärdensprache" 1892 und -.Das Aartal mit feinen Burgen und Orten 1895. 1909 erschienen seineGedichte in Wiesbadener Mundart" in dritter Auslage. Et starb 42jähtig auf bet Höhe feines Lebens unb liegt auf bem Sübftiebhof begraben.

Wann muß verdunkelt werden?

Die Wiesbadener Berdunkelungszeiten

In ber kommenden Woche handeln wir richtig, wenn wir folgende Verdunkelungszeiten genau einhalten: