Einzelbild herunterladen
 

Wiesbadener Taablatt

_ o «< «1 JX 9«nx,«4ft* ia ti «ii3d<iben Erickcimmasreit werktäglich «achmittagl

90. Jahrgang

Samstag/Sonntag, 4./5. Juli 1942

Nummer 154

W

hat.

it man »u-

t

&

Welt,

lull full

Truppen als Ee-

eck ch:

Der Achsensieg befreit die Unterdrückten

Di; 8. britische Armee..leidet au eiuem beklagenswerten Mangel an Pan,er« nnd Geschütze«'

Moskau gibt endlich den Fall Sewastopols zu

Ein klassisches Beispiel bolschewistischer Lügen«,itation

In den USA. ist man angesichts der für die Alliierten trostlosen Kriegslage wieder einmal bemüht, durch alle möglichen Erzählungen über die a m e r i k a n t sch e Rüstungsproduktion die Stimmung zu beleben. Darauf antwortet die ..Daily Mail" mit einer skeptischen Frage, wann man denn dieses Material in Aktion sehen werde. Man habe der englischen Öffentlichkeit auch, gesagt, baß zahlreiche Schiffe vom Stapel liefen, bisher sei ledoch noch nicht mitgeteilt worden, wann diese Schiffsproduktion die Versenkungen übersteigen werde. Gerade zu diesem Thema muß der Vizepräsident der amerikanischen Kom­mission für den Bau von Handelsschiffen, Konteradmiral V i ck e r y. feststellen, baß bi? im Monat Juni auf den US.- amerikanischen Werften fertiggestellten Frachter bei wertem nicht ausreichten, um den von den Achsenmächten versenkten Schiffsraum zu ersetzen.

In diesem Zusammenhang verdient auch die Äutzerung des englischen Ernährungsministers. Lord W o o I t o n. Beachtung, der u. a. erklärte: „Werfen Cie einen Blick aut die Karte und betrachten Sie die Quellen unserer Lieferun­gen, überlegen Sie, wieviel wir davon verloren haben. Denken Sie an unsere Schifssverluste. denen man offen ins

Rascher Borstotz auf den Don

Die Sowjets in den Angriffs ab schnitten Charkow und Kursk auf der ganzen Front geschlagen

Auge sehen muß. Dann werden Sie erkennen, dab wir nie­mals wirklich gewiß sein können, was sich mit unserer Er- nährungslage noch ereignen wird."

So sehr sich auch die englischen Blätter bemühen, die Öffentlichkeit über die Kämvfe in Ägypten zu beruhigen, so klingt doch die Sorge um Ägypten in allen Kommentaren und Meldungen klar heraus. Vor allem aber sieht man in England und in USA. immer mehr ein. dab heute von der Errichtung einer zweiten Front nicht mehr gesprochen werden kann. Englische Blätter bemühen sich schon um den Nachweis, dab derartige Zusicherungen nie­mals in verbindlicher Form gegeben worden seren und ame­rikanische betonen, dab man angesichts der ganzen Kriegs­lage autzerstande sei, beute eine zweite Front in Europa zu schaffen. Das sind Erklärungen, die den Sowjets äußerst schmerzlich sein dürften, denn die neuen groben Angriffs- erfolge der deutschen Truppen im Osten zeigen ja am besten, dab sich die Lage der Sowjets weiterhin stark verschlechtert

Nach dem Durchbruch durch die feindliche« Hauptkauipf- stellungen gewann der Angriff trotz schlechter Wegeverhalt- nisse und zeitweise ungünstiger Witterung rasch au Boden. So schnell erfolgte das Vordringen der Angrisfstruvven, dab auf einem Bahnhof im rückwärtigen feindlichen Frontgebiet ein gerade einsahrender beladener Transportzug kampflos genommen werden konnte, da das Zugpersonal gar nicht wußte, wie tief der deutsche Angriff bereits vorgeschritten war. Aus dem gleichen Grunde fiel eine wichtige Eisen- babnbrücke, welche von den Bolschewisten bei ihrem eiligen Rückzug nicht mehr gesprengt werden konnte, unversehrt tn die Sand der erfolgreichen Angreifer.

2m Zuge der Angriffsunternebmunge» wurde von einer Kampfgruppe ein Flublauk erreicht. Nach Bildung und Er­weiterung der Brückenköpfe wurde der Flub an mehreren Stellen überschritten, Auch an allen anderen Angriffs­punkten sind die Overationen in weiterem guten Fortschrei­ten, wobei das Seer von der Luftwaffe nachhaltig und wirk­sam unterstützt wird.

2n pausenlosen Angriffen zahlreicher Kamps- und Schlachtflugzeuge wurde den vordringenden deutschen Trup­pe« der Weg durch die feindliche« Stellungen gebahnt. 2« den Ortschaften und Waldstücke« trafen die aigeworfenen Bomben und das Feuer der Bordwaffen den Gegner eben­so vernichtend, wie die deutschen Zerftörerflugzeuge die feindlichen Rückzugsbewegungen auf den stark belegten Straben mit ihren Waisen ersebten. 141 zerstörte Flug­zeuge, 13 vernichtete Panzer, 7 am Boden zerstörte Flug­zeuge und 7 zerschlagene Brücken waren neben den hohen blutigen Verlusten des Feindes das bisher gemeldete Er­gebnis der Luftangriffe in einem der Kampfabschnitte.

über dem Kampfraum entwickelte« sich zahlreiche heftige Kämvfe, in deren Verlanf durch deutsche 2Lger, die als Be­gleitschutz und zu freier 2agd eingesetzt waren, sowie durch Flakartillerie, die auch im Kampf gegen Erdziele erfolgreich war, insgesamt 29 feindliche Flugzeuge zum Ab­sturz gebracht wurden.

Behauptung noch einmal bekräftigen zu müssen: „Sewastopol bleibt uneinnehmbar". Am 14. Juni sang der Moskauer NaG- richtendienst ein Loblied auf die guten Nerven der Bevölkerung Sewastopols, „die bei einer solchen Prüfung nicht versauere, son­dern stählern werde". Die „Prawda" schrieb am gleichen Tage: „Der Tagesbefehl ist: Nicht einen Schritt zurück­weichen. Dieser Geist ist stäoker als die deutschen Waffen". Am 21. Juni hieß es in einem Artikel der „Jswestija": „Abschließend kann man sagen, daß keine einzige der strategischen Aufgabe» gelöst worden ist, die sich das deutsche Oberkommando an der Ostfront gestellt hatte".

Und was sagte die bolschewistische Agitation am 1. Juli, nachdem ihre stärkste Festung gefallen war? „Unsere Kämpfer haben den Feind vor Sewastopol zum Stehen gebracht und ihn an manchen Stellen sogar' zurückgcdrängt". Am nächsten Tage schreit sie mit großem Stimmenauswand in die Welt: „Der Feind belichtet von der angeblichen Besetzung Sewastopols. Dao ist nicht wahr! Wenn aber — so heißt es dann kleinlaut weiter — Sewastopol in der nächsten Zeit besetzt werden sollte, so be­deutet sein Sieg eine Niederlage, und unsere angebliche Nieder­lage kann als Sieg betrachtet werden".

Auf solch eine seltsame Logik kann man auch nur iqz Lager der „Alliierten" verfallen, dre immer wieder mit sturer Hartnäckigkeit Her Welt die Meinung beibringen möchten, daß all ihre Rückzüge und Niederlage« für fie immer nur Siege ge­wesen find. Diese Sprachregelung haben die Bolschewisten von ihren plutokratischen Bundesbrüdern übernommen, nur mit dem Unterschied, daß fie fie dann mit geradezu polizeiwidriger Dumm­heit handhaben.

as. Berlin. 4. Juli. (Eigener Drahtbericht unserer Ber­liner Schriftleitung.) Die gemeinsame deutsch­italienische Erklärung über die Unabhängigkeit Ägyptens zeigt das Ziel, dem die Truppen Eeneralield- marschall Rommel zustreben, noch einmal mit aller Deutlich­keit. Der Kampf gilt, auch wenn er letzt auf agyvnsa^m Boden ausgetragen wirb, nicht bem ägyptischen Volk, ober dem ägyptischen Staat, ionbern ben Briten, bie Ägypten zur Angrifssbasis gegen die Achsenmächte ausbauten unb sich dieses Land in jeder Beziehung für ihre Kriegführung nutz­bar machten. Man braucht heute nicht viel Worte »u machen, um festzustellen, daß die Unabhängigkeit Ägyptens, von der die Engländer zu gerne reden, nur auf dem Papier steht und dab die englische Gewaltherrschaft schwer auf dem Lande lastet. Spricht man doch auch, wenn man die Rücksichtslosigkeit des britischen Imperiums . an einem Beispiel deutlich machen will, geradezu von einer Ägyvtisierung. Ungeheure Gewaltakte und gebrochene Ver­sprechen kennzeichnen die Herrschaft der Briten m Ägypten. Demgegenüber ist die deutsch-italienische Politik von dem Grundsatz geleitet: Ägypten den Ägyptern. Damit ist für alle Völker, die heute noch unter der britischen Ge­waltherrschaft schmachten unb bie ja alle —unb ganz,.beson­ders gilt das für die arabische Welt — den gegenwärtigen Kampf mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen, noch ein­mal deutlich geworden, dab der Sieg der Achsenmächte auch i b r Sieg sein wird.

In England verfolgt man nach wie vor die Kampfe in Ägypten mit starker Unruhe. Man spricht zwar gerne von den Verstärkungen, die anrollen, jedoch warnt der Daily Expreß" seine Leser davor, allzu viel von diesen Verstärkungen zu erwarten, da die 8. Armee „an einem beklagenswerten Mangel an Panzern und Geschützen leide. Der amerikanische Militärschriftsteller. Major E l l i o t. gibt seinen englischen Freunden den Rat. den „Veteranen des Wüstenkneges. General Henry Wilson, schleunigst aus Syrien zu holen. Seme stchere Hand, sein ruhiges Urten und seine Erfahrung im Wüstenkrieg würden jetzt dringend benötigt und er sei wahrscheinlich der einzige Mann, den die Briten dem „kühnen unb findigen Rommel" entgegen­stellen könnten. Dabei waren doch bisher noch alle eng­lischen Generale, bie in-Norbafrika auftauchten, von ben Enlänbern als Meister bes Wüstenkrieges gepriesen worben, während der Einzige, bet nach englischer Ansicht nichts ba« von verstand, Rommel war. In England versucht ------ ...

nächst einmal General Auchinlek dem Publikum durch allerlei kleine Geschichten näher zu bringen. So erzählt man lang und breit, wie er sein Hauptauartier in einem fahr­baren Büro aufgeschlagen bat, was für die Engländer offen­bar eine Sensation bedeutet. Allerdings ist man nach den vielen schlechten Erfahrungen doch etwas vorsichtiger gewor­ben Allzu große Lobeslieder singt bie englische Presse Luckinlek im Augenblick nicht.

Aus dem Führerhauptauartier, 4. Juli. (Funkmelbnng.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Südwestlich von Sewastopol wurde der Widerstand letzter Rette bolschewistischer Truppe« auf der Halbinsel Chersones gebrochen. Die Vernichtung einzelner ver­sprengter und in Bunkern eingeschlossener kleiner Krafte- grupven ftebt vor dem Abschluß.

2m Seegebiet südlich der Krim versenkten Kampfflug­zeuge einen feindlichen Bewacher.

2n den Abschnitten Charkow und Kursk habe« die deutschen und verbündeten Truppe« den aeind auf der gesamten Angriffsfront geschlagen, o t a r kere Kräfte des Gegners find durch umfassenden Angriff ein = geschlossen. Schnelle Verbände befinden sich in raschem Bordringen auf den Don. Kampf-, Zerstörer- und Jagdge­schwader unterstützten i« rollenden Einsätzen die Angrifis- operationen und fügten bem Gegner empfindliche Verluste an Mensche« und Material zu. Ein Flakartillerieregiment vernichtete im Erdkampf 47 feindliche Panzer und brachte 9 Sowjetflugzeuge zum Absturz.

An der Eismeerfront bombardierte die Lufwaffe Flakttellungen im Stadt- unb Safengeblet von Mur­mansk, sowie einen wichtigen Flugstützpunkt ostwärts der Kola-Bucht. 2n der Nacht zum 4. Seh wurde tm Nördlichen Eismeer ein feindliches Handelsschiff von 10 000 BRT. durch Luftangriffe versenkt.

2n Ägypten dauert das erbitterte Ringen um die stark befestigte El-Alamein-Stellung noch an. ®egenangrtfte, die der Feind mit herangeführten Verstärkungen unternahm, wurden in harten Kämpfen abgeschlagen, weitere Wider­standsnester niedergekämpft. 2n Luftkampsen schossen deutsche und italienische 2äger 28 britische Flugzeuge ab.

Wie das OKW. ,u den gemeldeten Angriffs- operationen an der Ostfront ergänzend mitteut, befinden sich seit ben letzten Tagen des 2uni die deutschen und ver­bündeten Truppe« im erfolgreiche« Angriff.

Wöchentlich in 6 Ausgabe« Erscheinungszeit werktäglich nachmittag»

Geschäftszeit durchgehend von 8—19 UI)t außer Sonn- unb ^Feiertage • Berliner Büro Berlin-MImersdorf Anzeigenpreise: Ein Millimeter Höbe der 22 Millimeter breiten Spalte im Anzeigenteil RM 0.07, bet 46 Millimeter breiten Spalte im Terteil RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr. 10 m»«gebend • Nachlässe nach Preisliste Nr. 10 • Schluß der Anzei,en-Annahme 9 Uhr vormittags, gröbere Anzeigen am Bortag«

Der Fall der stärksten Festung der _____

Sewastopol, hat der Welt wieder einmal ein klassisches Musterbeispiel bolschewistischer Lügenagitation geliefert, die in ihrer Dummheit und Einfalt wohl kaum überboten werden kann. Wir wißen doch aus den jüngsten Ereignissen — als die Armeen Timoschenkos bei Charkow von den deutschen Truppen vernichtet wurden — wie krampfhaft damals die Sowjetagitation sich bemühte, noch tagelang nachher der Welt einzureden, daß ihre Truppen den „siegreichen Bormarsch nach Westen" fortsetzten, zu einer Zeit, als die Schlacht schon lange entschieden und die Bol­schewisten masienweise auf dem Marsch in deutsche Gefangenschaft waren. Nachstehend sollen die einzelnen Stimmen der Sowjet­agitation für sich selbst sprechen:

Am 14. 5. verkündete der Moskauer Nachrichtendienst: „Sewastopol ist heute für die Deutschen ebenso uneinnehmbar wie zu Beginn der Belagerung", und am 28. 5. glaubte er seine

Roosevelt ganz klein und hählich

Stockholm, 4. Juli (Funkmeldung). Nach einer Washingtoner Meldung hat die USA.-Admiralität den Einsatz von englischen und kanadischen Zerstörern, Korvetten und Schnell­booten angekündigt, die gemeinsam mit den amerikanischen Flotteneinheiten versuchen sollen, die U-Boot-Eefahr vor den ameri­kanischen Küsten zu verringern. Gleichzeitig mußte die Admiralität den Verlust von weiteren drei versenkten Handelsdampfern zugeben.

Mit der Bekanntgabe des Einsatzes britischer Kriegsfahrzeuge zum verstärkten Schutz der amerikanischen Küsten gesteht Washing­ton, wie schwierig es für die USA.-Marine ist, allein für genügende Abwehr zu sorgen. Damit werden alle Großsprechereien Roosevelts eindeutig widerlegt und die Erfolge unserer U-Boote erneut unterstrichen.

Ein Bericht ans Delhi besagt, daß der A n f st a n d der Kurs sich heftiger denn je in der Sindh-Provinz fortsetzte. Die britischen Behörden hatten jede Hoffnung auf eine Unterdrückung der englandseindlichen Bewegung ansgegeben.

Entschlossener denn je!

Von Heinrich Karl K u «z

Die ungeheure militärische Vitalität bes Reiches be­ginnt sich voll auszuwirken. Die Kraftreserven, in langen Monaten bes Wartens auf Exerzierplätzen unb in «jabriieu erarbeitet, treten täglich stärker in Erscheinung. Der Kne« nähert sich sichtlich seinem Höhepunkt. Nicht nur in Nord - afiita stoßen bie Achsentruppen unter Rommels Führung tief in bas Zentrum bes hritischen Weltreichgefüges hinein, auch in bei Sowjetunion holen bie beutschen unb .per» bünbeten Divisionen zu harten Schlägen aus. Darüber hinaus ist bie Verteidigung bes Kontinents, worauf Dr. Goebbels in ieinem letzten Artikel tm „Reich ausdrück­lich aufmerksam macht, von Narvik bis zur in an timen Grenze sichergeftellt. Welch ein Gegensatz zu Engftinb! Als es Singapur verlor, begründete Churchill diese ichmerzlrch» Niederlage mit der britischen Kräftekonzentratlon in Nord» afrika. Als es in Libyen galt, dieses Wort zu beweisen, wurde Ritchie bis vor die Tore Alexandriens geworfen. Während Deutschland auf allen Fronten offensiv größte Erfolge erzielt, gelingt es London nicht einmal letne Stutz­punkte zu halten. Seine Streitkräfte sind derart ausge- splittert, daß sie sich dem Gegner nirgends gewachsen er­weisen. England fehlen jeweils im Augenblick und am Ort der Entscheidung die nötigen Reserven unb das Material. Ein Zustand, der sich durch den unermüdlichen Einsatz unserer ll-Voote und Blockades I i e g er, die tm letzten Halbjahr nahezu vier Millionen BRT. feindlichen Schiffsraums versenkten, von Monat zu Monat verhärtet unb in eine völlige Lähmung hineinsteigert. Letzte. Ent- scheibungen beginnen sich an allen Horizonten ab zuzeichne» unb bas Jahr 1942 wirb sie. wenn nicht alles täuscht, zur Reife hingen. , ., ,.

Der Schwerpunkt bei Operationen liegt auch weiterhin im Osten. Hiei ist bas Stadium bei Vorbereitungen ab­geschlossen. Die Unklarheiten, bie der frühe KaUeembruch unb bie sturen Winterangrifse der Sowiets zuruckgelassen batten, sind ausgemerzt. Die südliche Fkankenbedrohiins wurde durch die Eroberung der Halbinsel K er t s ch unb durch bie Einnahme von Sewastopol endgültig ausge- schaltet. In der Kesselschlacht am Wolchow erhielt der Abschließungsring um Leningrad ferne alte Festigkeit zurück. Der mißglückten Timoschenko-Offen 11 ne,, die uns die Initiative aus der Hand schlagen sollte, fallt im Ablauf dieser planmäßigen Aktionen nur der Charakter etner Episode zu. die die Unzulänglichkeit der bolschewistzsche« Führung enthüllt. Ihr Versuch, die deutschen pfrenfrofrafte zu binden, scheiterte und endete in einer Katastrophe. Das. was man in Moskau am meisten füichteie, ist nun ein ge­troffen. Am Mittwoch meldete der OKW.-Bericht. daß die deutschen und verbündeten Truppen im mittleren und «üb­lichen Abschnitt zum Angriff angetreten sind. Richt nur wir, bie ganze Welt kennt das Gewicht, das diese« Worten zufällt. Bereits gestern konnte bas. Fuhrerhauvt- quartier mitteilen, baß bie bolschewistische Front auf einer Breite von nahezu 300 Kilo nieter auf gerissen wurde. Eine Tatsache, bie ebenso wie die Bezwingung Sewastopols, der stärksten Land- unb. See­festung bei Welt, in 25 Tagen, beweist, daß die A,n g r t f f s« kraft der deutschen Divisionen in den Winteikampfen, die nahezu übermenschliche Anforderungen stellten, nicht ge­schwächt wurde, daß der deutsche Soldat harter und entschlossener denn ic zuschlagt. Die Bemer­kung, daß eine einzige deutsche Panzerdivision ohne...eigene Panzerverluste 100 Sowjet-Tanks abschoß, spricht für die Qualität unserer neuen deutschen Waffen, bie bereits gegen bie Felsenbunker Sewastopols eine schwere Probe glänzend bestanden. Aus den Erfahrungen des bis­herigen Kriegsablaufs ergibt sich, daß in den ersten Tas«« einer Offensive bie Nachrichten noch spärlich fließen. Aber unser Warten ist voll Vertrauen und ruhiger Zuversicht, weil wir um die Überlegenheit der deutsche« Führung, des deutschen Soldaten unb seiner Waffen wissen.

In Nordafrika ist bie Entwicklung werter fortge­schritten. Hier zeichnet sich bie Katastrophe des Gegners bereits deutlich ab. Mit unerhörter Zähigkeit und Hart« nutzt Eeneralfeldnmrschall Rommel den Sieg von T ob.ru k aus und läßt die Briten, wie man in London selbst zugibt, nicht mehr zum Stehen kommen. Ein Stoß, besten Schnellig­keit an die Soldaten des deutschen Afrikakorps unb an die Truppen unserer italienischen Verbündete« größte körperliche Anforderungen stellt. Ein SiES- lauf, der doppelt hoch zu werten ist. weil weder irnieit, Sol­daten noch unsere Führung über Tropenerfahrung verfugten, doppelt nieberbrüdenb für die Briten, denen die klimati­schen Bedingungen Afrikas seit langem vertraut sind Noch im ersten Weltkrieg scheiterte ein deutsch-türkischer Angriff gegen ben Suezkanal, das Rückgrat des britischen Empire, nicht allein an der englischen Übermacht, mehr noch an der Nachschubfrage, am Wassermangel. Darauf setzte London

Ml «nb Vertag: L. Lchellenberg'sche Buchdrnckerei, Langgasse Rr. 21 (Tagblatt-Haus)

Sammel-Nr. 69631 • Drahtanschrift-. Tagblatt, Wiesbaden . Postscheckkonto-. Frankfurt a. M. 7406 «eiuosvreike: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2.— einschließlich des Trägerlohnes §urch die Post bezogen für einen Monat RM 2.35. zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld • Einzelnummern RM 0.10 •Bä Behinderung der Lieferung infolge hSherer Gewalt kein Anspruch aus Rückzahlung des Bezugspreises

Berlin, 4. Juli. (Funkmeldung.) Genau fünfzig Stunden haben die bolschewistischen Oberlügner gebraucht, um sich zum Ein­geständnis des Verlustes Sewastopols zu bemühen, ein Rekord, der an Churchills Vertuschunasleistungen heranreicht. Nachdem man zwei solle Tage die Illusion aufrechterhalten hatte, daß um die früher stets als „uneinnehmbar,, bezeichnete Krim-Festung noch ge­kämpft werde, gab das Moskauer Oberkommando erst um Mitternacht des 3. Juli den Fall Sewastopols zu. Die Verworfenheit dieser blutrünstigen Mörderclique gibt sich auch darin kund, daß behauptet wird, die sowjetischen ~ hätten die Festung „verlasien". Verlassen, ja — aber fangene!