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Wiesbadener Tagblak

. . tit 6 «iiSaiiben Erfcheinuyaszeit werktäglich nachmittags

$t*4 unt> Verlag: L. Schellenberg'jche Buchoruckerei, Langgajje Nr. 21 (Lagblatt.Haus,

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90. Jahrgang K

Freitag, 3. Juli 1942

Nummer 153

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Prozentsatz habe sich der Stimme enthalten, läßt sich Reuter berichten, daß der Abstim

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fftimmungssieg Cbur-

h darunter vier vom

Die Churchill ergebenen Zeitungen feiern das gestrige Abstimmungsergebnis des Unterhauses naturgemäß als groben Sieg des Premierministers. Reuter hält es für auberordentlich bemerkenswert, dab von den insgesamt 615 Unterhaus-Mitgliedern 500 an der Abstimmung teil- nabmen. Die fehlenden Mitglieder hätten aus verschiedenen Gründen nicht zur Stelle sein können, nur ein genfer Prozentsatz habe ück der Stimme enthalten. Aus den USA.

wurde. Bei freier Jagd und bei Begleitschutz der

.... r-‘-rr— Jäger in dem Kampfraum

Rommel würdigt den Einsatz der italienischen Luftwaffe

Rom, 2. Juli. Eeneralseldmarschall Rommel sandte an den Kommandierenden General des 5. italienischen Luftgeschwaders folgendes Telegramm:

„Durch ihre bewundernswerte und tapfere Teil­nahme an den Kämpfen in Ägypten haben die italienischen Flie­ger entscheidend zur Erreichung der bisherigen Erfolge bei­getragen."

Ugo Cavallero zum Marschall Italiens ernannt

Rom, 2. Juli. Wie Agenzia Stefani megldet, ist der Leiter des italienischen Eeneralstabes, Ugo Cavallero, zum Mar­schall Italiens ernannt worden. Marschall Cavallero befindet sich zur Zeit in Libyen.

Verzweifelte Abwehrkämpfe der brittschen Panzer El-Alamein-Ttellung nach Süden und Norden aufgerollt

Strahlender Triumph der deutschen Wehrmacht

Weitere Pressestimmen zum Fall Sewastopols

Wöchentlich »»««uSgaben v Erscheinungszeit werktäglich nachmittags Geschäftszeit durchgehend von 8—19 Uhr außer Sonn» und Feiertags • Berliner Büro Derlln-WilmerSdorf Anzeiaenvreife- Ein Millimeter Höhe der 22 Millimeter breiten Spalte >m Anzelgentell RM 0.07, 6« SÄ breNen Sp-N- ,m T°Xt°il RM 0.60, im übrigen ist Preisliste Nr I» maßgebend - Nachlast, nach Preisliste Nr. 10 • Schluß d« Anzelgen-Annahme 9 Uhr vormittags, größere Anzeigen am Vortage

Ägyplen den Ägyptern

Gemeinsame Erklärung der deutschen und der italienischen Regierung

Berlin, 3. Juli. (Funkmeldung.) Die Reichsregieruug und die Königlich-Italienische Regierung erklären:

In dem Augenblick, in dem ihre Streitkräfte auf ägyp­tischem Territorium siegreich vorwärtsdriugen, bekräftigen die Achsenmächte feierlich ihre feste Absicht, die Unab­hängigkeit Ägyptens und die Souveränität Ägyptens zu achten und sicherzustrllen.

Die Streitkräfte der Achse betraten Aevpten n i ch t a l s Feindesland, sondern mit dem Ziel, die Engländer aus dem ägyptischen Territorium zu verleiben und die militärische» Operationen gegen England fortzusetzen, die den Rahen Orient von der britischen Herr­schaft befreie« sollen.

Die Politik der Achsenmächte ist von dem Grundsatz ge­leitet „Ägypten den Ägyptern."

Befreit von den Fesseln, die es an Großbritannien binden — und die es die Folgen des Krieges haben erdulden lassen — ist Ägypten bestimmt, seinen Platz unter den un­abhängigen und souveränen Stationen einzunehmen.

chills den Erwartungen der Amerikaner entsprach. Er habe aber doch nicht die Zweifel beseitigt, die man hin­sichtlich der weiteren Entwicklung in Ägypten hege. So habe man gewiß davon Kenntnis genommen, daß nach Chur­chills eigenen Worten die 8. britische Armee gegenüber den Ächsentruvpen eine Überlegenheit an Panzern von 7 zu 5 ----v. ... - «l. ....... o ... r c.r.t .1_, Mitteilung,

Das „afrikanische Fieber" in USA

Churchill gewinnt eine Debatte nach der anderen und verliert alle Schlachten

Ächsentruvpen eine Überlegenheit an Panzern von 7 zu 5 und an Artillerie beinahe 8 zu 5 besaß — eine Mitteilung, die Churchill unmittelbar vor der Feststellung machte, daß eine englische Offensive in den ersten Junitagen beginnen sollte. Aber gerade diese Rachttchten batten das Erstaunen und die Verblüffung darüber, daß die Briten so schnell ge­schlagen wurden und weit nach Ägypten hinein geworfen wurden, noch erhöht. Im Grössten und Ganzen, so sagt dann der Reuter-Bericht aus Washington weiter, habe Churchills offener Bericht und seine Zuversicht die Hoffnung erweckt, daß Schritte unternommen würden, um Abhilfe zu schaffen. Dennoch könne man nicht verheimlichen, dah das bri­tische Prestige in den USA. gelitten habe. Man habe das Gefühl, dah irgend etwas beim britischen Ober­kommando nicht richtig funktioniere und dah bei der ganzen Organisierung der Kriegsanstrengungen, wie die von Lon­don betrieben würde, etwas nicht stimme. Dieser Bericht Reuters aus Washington zeigt also, dah die amerikanische Öffentlichkeit von der Richtigkeit der Cburchillschen Argu­mente nicht sehr überzeugt ist. Gewisse Kreise in den USA. versuchen denn auch, wieder Stimmung für einen gemein­samen Oberbefehl zu machen. Andere setzen sich da­für ein, dah die Führung von Grobbritannien auf die USA. übergehen sollte. Das sind recht bemerkenswerte Kommen­tare zum „Vertrauensvotum" für Churchill.

as. Berlin. 3. Juli. (Eigener Drahtberrcht unserer Ver- fhtei Schriftleitung.) Der Fall von Sewastopol steht nach wie vor im Mittelpunkt der Kommentare der Welt­presse, die den Sieg der deutschen und rumänischen Truppen als eines der gröhten kriegsgeschichtlichen Ereignisse unter­streicht. Je mehr Einzelheiten über den erbitterten 25- tägigem Kampf, der mit der Eroberung der stärksten Festung der Welt endete, bekannt werden, desto deutlicher wird das Bild einer ungewöhnlich schwierigen Kamv.fband- l u n g. die den stärksten Einsatz der Truppen und eine grobe Entschlußfähigkeit der Führer aller Grade forderte. Aber auch die neuen ettolgreichen Angriffsoperationen im J u d - lichen und mittleren Abschnitt der Ostfront linden überall stärkste Beachtung. Die Tatsache, dah dieser grobe Angriff, so sagt der „Corriere della Sera", zur gleichen Zeit unternommen wurde, da die Offensive in Ägypten in vollem Gang ist, sei der überzeugendste und stärkste Beweis für das gigantische Kriegsmaterial der Achse, die nach wie vor überall die Initiative in Händen habe. Der Vormarsch der Ächsentruvpen unter Eeneralseldmarschall Rommel in Ägypten beschästigt die Weltotfentlichkeit nicht weniger stark. Kennzeichnend dafür ist u. a. die Meldung des spanischen Blattes „Ba" aus New Bork, in der es beißt, dah man in den USA. von einem steigenden afrikani­schen Fieber" sprechen könne. Die italienischen Blatter verweisen darauf, dah die Achsentruppen mit, dem Durch­bruch durch dib El-Älamein-Stellung, auf die die Engländer so grobe Hoffnungen gesetzt batten, seit der, Ertoerung Tobruks in 11 Tagen 540 Kilometer in Nord- afrika bewältigten, d. b. also etwa 50 Kilometer pro Tag zurücklegten und dabei jeden feindlichen Wider­stand brachen.

Das ist der äuhere Rahmen für die C h u r ch i I I -Rede, mit der die Unterhaus-Debatte abgeschlossen wurde. Ganz vrogrammäbig wurde, wie hier stets vorausgesagt worden war, der Mißtrauensantrag abgelehnt und zwar nut 47 5 gegen-25 Stimmen. Es bestätigt auch die alte Er­kenntnis, die ein Arbeiter-Abgeordneter gestern in die Wotte zusammenfahte, Churchill gewinnt eine Debatte wach der andern und verliert eine Schlackt nack der andern. Die Churchill-Rede glick lehr stark feinen Reden nack Dünkirchen und Singapur, nur dab der Ton diesmal matter und die Argumentation erheblich schwächer war. Seinen Kritikern warf er vor, datz Re alles zusammenglaubten. roas das Ver­trauen zur Regierung, deren Mitglieder Re als Nullen hm- ftellten. schwächen könne, daß sie weiterhin die Armee miß- trauisch gegen die Zivilverwaltung und den Arbeiter skeptisch gegenüber der Wirksamkeit der von ihm berge- stellten Waffen zu machen versuche. Damit hatte Churchill die OvvoRtion abgekanzelt, und er mutzte nun wobl oder übel aus Nordafrika zu sprechen kommen. Um seine Hörer nicht ganz ohne Trost zu lassen, versuchte er die Dmge so darzustellen, als ob die britische Libyen-Offensive vor acht Monaten ein Erfolg gewesen sei. Dann freilich muhte er bekennen, dah England in diesem Augenblick vor dem Schwund seiner Hoffnungen und Aussichten im Mittleren Ollen stehe, der seinesgleichen seit dem Zusammenbruch Frankreichs nicht gehabt habe. Sehr deutlich erkennbar wurde das Bestreben, die Verantwortung hierfür den Generalen in die Schuhe zu schieben. So habe der Befehlshaber von Tobruk sich höchst überraschend zur Kapitulation entschlossen. denn vorher habe der General A u ch i n l e k noch gemeldet, datz die Festung in leder Hin­sicht voll ausgerüstet sei. Churchill muhte dann weiterhin zugeben, dah m der Achsenluftwaffe gelang, Malta aus; autoalten und damit den Weg für den Achsennackschub frei zu kämpfen. Nach diesen BekenntniRen kam Churchill auf seine Amerika-Reise zu sprechen, doch konnte, er kon­krete Ängaben über seine Verhandlungen und Vereinbarun­gen mit Roosevelt nicht machen. So beschränkte er sich <mf einige geheimnisvolle Andeutungen, um so die Phantasie seiner Hörer zu beschäftigen. Am Schlutz der Rede kam der grobe Druck auf die Abgeordneten. Noch immer kämpfe England um sein Leben, rief Churchilf aus. denn man 6aBe kein Recht zu der Annahme, dab der Sieg sicher sei. Die Pflicht des Hauses sei es. die Regierung zu unterstützen oder zu wechseln. Einen mittleren Kurs gebe es nicht. Er werde fick nicht an einem System beteiligen, das ihm die Voll? machten als Betteidigungsminisier abnehmen wurde, wo­durch der Premierminister nur noch „zu einem Anhängsel würde, um die notwendigen Entschluhaussagen vor dem Parlament zu machen, wenn die Dinge falsch laufen." Es hätte so grober Wotte kaum bedurft, das Unterhaus batte ohnehin für Churchill gestimmt, nicht weil es diesem Kata- strophenpolitiker wirklich vertraut, sondern weil es nicht weiß, wen es an seine Stelle setzen sollte.

hatten. Die deutsch-rumänischen Truppen erstürmten die Festung innerhalb von 25 Tagen.

„ Die B e l g r a d e r B l -1 t e r veröffentlichen die Nachricht über den Fall Sewastopols in größter Aufmachung. „Novo Breme" schreibt m seinem Kommentar, daß durch den Fall von Sewasto- pol eine Schlacht beendet worden sei, die den R u h m d e r d e u t - schen Waffen aus eine B en e i b c n 5 ro e r t e Höhe qe- bracht habe. Die Eroberung dieser stärksten Festland- und See« sestuna der Welt beweist wieder einmal, datz es für die siegreichen deutschen Truppen keine unüberwindlichen Hinderniste gebe.

Der Fall von Sewastopol bildet in Oslo die Sensation des Tages. Durch ihre Aufmachung heben die Zeitungen hervor, daß es stch hierbei um ein Ereignis von besonders einschneidender Be­deutung handelt. „Fritt Volk" nennt den Fall von Sewastopol emen neuer strahlenden Triumph, den die deutsche Wehrmacht und ihre Verbündeten an ihre sieggewohnten Fahnen geheftet haben.

„Stockholms Tidningen" bringt am Donnerstag an­erkennende Ausführung:n seines Militärischen Mitarbeiters zu der Eroberung Sewastopols durch deutsche und rumänische Truvven Der militärische Mitarbeiter der schwedischen Zeitung erklärt, daß die Eroberung dieser sowohl auf der See- als auf der Landseite schwer befestigten Hauptbasts der bolschewistischen Schwarz-Meer- Flotte durch einen heftigen Angriff, der nicht mit einer Belaae- nlna zu vergleichen sei, eine g e w a l t i g e L e i st u n g ist. „Die Eroberung Sewastopols mit seinen starken Befestigungen ist eine bewunderungswürdige militärische Leistung, nicht zumindest, wenn man den zähen Widerstand berücksichtigt, den die sowjetischen Ver­teidiger m diesem Kriege an den Tag gelegt haben "

England und das Mittelmeer

Von Wilhelm Ackermann

In der engliscken üffentlickkeit gibt man sich in diesen Tagen in der Stimmung ausgesprochener Resignation Rechenschaft darüber, datz England im Begriff steht, seine Stellung im Mittelmeer endgültig zu verlieren. Damit wäre unter eine politische Entwicklung der Schlußstrich ge­zogen, die vom Britischen Reich seit fast anderthalb Jahr» hunderten mit Zähigkeit und Folgerichtigkeit durchgebalten worden ist. längst ehe der Weg durch dieses Meer nack Indien und Ostanen mit der Schaffung des Suezkanals zu einer wichtigsten Lebensader des Empire wurde. Londons erster Zugriff auf diesen Raum zwischen den drei Konti­nenten Europa, Afrika und Asien erfolgte bereits im Jahre 1704, als es sich durch Handstreich in den Besitz der felsen­feste Gibraltar setzte, um von dort aus den westlichen Ausgang des Mittelmeeres zu beherrschen. Erst fast em Jahrhundert später legte es int Jahre 1800 im Zuge des Kampfes gegen Napoleon die Hand auf Malta, dessen Besitz es auch bei dem endgültigen europäischen Friedens- scklutz zu behaupten verstand. Diese beiden ersten Erwer­bungen erwiesen sich als Akte einer weit vorausschauenden Politik, als der ägyptische Khedive Ismail 1869 mit fran- § scher Finanzhilfe den Bau des Suezkanals durck- rte. Da fein Land infolge seiner Eroberungszüge nach dem Süden in finanziellen Vettall geriet, bot sich für Eng­land die willkommene Gelegenheit nachdrücklicher Einschal­tung. Es zwang den Khediven zunächst zur Abtretung seiner Kanalaktien und anschließend zur Annahme einer englisch-französtschen Finanzkontrolle, in der bereits der Keim der tatsächlichen Beherrschung des Landes enthalten war. dellen Verwaltung 1875 auf England überging. In­zwischen hatte man stch in London auch für die unter türki­scher Oberhoheit stehende Insel Gy Dein interessiert, die 1878 ebenfalls unter englische Verwaltung kam. Die Aus­räumung des restlichen französischen Einflulles in Ägypten ging dann in zäher politischer Arbeit vor sich und war schließlich 1904 mit dem endgültigen Verzicht Frankreichs auf seine weitere Einflußnahme beendet. Mit den stark ansgebauten Stützpunkten auf Gibraltar. Malta, in Alexandrim, mit Port Said am Ausgang des Suezkanals und mit Cyvern glaubte England seine Lebenslinie durch das Mittelmeer gefichett. zumal ihm nach dem ersten Weltktteg noch das Mandat über Palästina mit den Häfen Jaffa und Haifa zufiel. Um feine Stellung abzurunden, hat es im zweiten Weltkrieg die Niederlage seines französischen Vundsgenollen benutzt, um stch auch in den Besitz des französiscken ManÄatslandes Syrien zu setzen. Für wie stark man in London diese Mittelmeer- stellung hielt, ergibt stch aus der immer wieder auftauchen­den Jüuston. es werde eines Tages möglich sein, von dort her zu einem tödlichen Schlag gegen die Achsenmächte auszu- holen und Italien „aus dem Kttege herauszuhauen."

Die Wichtigkeit dieser Mittelmeerstellung erschöpfte sich aber keineswegs in solchen frommen Wünschen und in der Sicherung des direkten Seeweges nach Indien und Ostallen: Re stellte auch den Tragpfeiler der ganzen vord.erasiatischen Politik Englands dar. gegenüber den arabischen Ländern, Irak, Iran und nicht zu­letzt der Türkei. Ein Mittelmeer ohne England bedeutet für alle diese Staaten einen völligen Wandel ihrer eigenen

Tokio, 2. Juli. Sewastopols Fall ist, wie man Domei zufolge in hiesigen Kreisen des Außenamtes betont, als schwerster Schlag für die Sowjets anzusehen. Die Kriegsmarine der Sowjets habe mit Sewastopol die wichtigste und sicherste Basts im Schwarzen Meer verloren.

Die gesamte japanische Prelle veröffentlichte am Donnerstag in großer Aufmachung die Nachrichten vom Fall Sewastopols, nach­dem der japanische Rundfunk schon einige Stunden vorher nach Absingen der deutschen Nationalhymne etne Sondermeldung aus- gegeben hatte. In ausführlichen Kommentaren würdigen die Blatter die sowohl in militärischer wie in psychologischer Hinsicht außerordentlich große Bedeutung der Einnahme Sewastopols.

„Tokio Asahi Schimbun" hebt hervor, daß die Sowjets im Schwarzen Meer somit ihren letzten StLtzpuntt und die Sowjet- Armee ihre letzte Bastion verloren haben. Das Blatt Betont, baß Sewastopol zu einem starken Stützpunkt für ihre nach Süden gerich­tete Expansionspolitik ausgebaut gewesen sei. Mit dieser Expansionspolitik hade die UdSSR. durch eine Kontrolle der Dardanellen die Türkei, Westasien und den Balkan in seinen Bann zu bringen versucht. In Verbindung hiermit er­innert das Blatt daran, daß die Sowjets nach ihrem Einmarsch in Bessarabien von Deutschland eine sowjetische Beherrschung der Dardanellen verlangt hätten, was eine der Ursachen für den Ausbruch des deutsch-sowjetischen Krieges mit gewesen sei. Nach Kriegsausbruch habe Sewastopol insofern eine große Rolle ge­spielt, als es sogar nach dem Verlust der Ukraine noch dazu bei­getragen habe, durch Einsetzung der Schwarz-Meer-Flotte die Ver­bindungswege zu sichern.

„Eardista", das führende slowakische Blatt, bezeichnet den Fall von Sewastopol als die stolzeste Siegesmeldung neben dem Sieg Rommels in Rordafrika und weist darauf hin, daß es den Eng­ländern und Franzosen im Krim-Krieg erst nach 345 Tagen gelungen sei, diese Festung einzunehmen, wobei die Engländer und Franzosen 80 000 Tote, die Russen 120 000 Tote zu verzeichnen

Berlin, 2. Juli. Wie das OKW. mitteilt, versuchten bei den Kämpfen in Nordägypten die angeschlagenen Verbände der Briten in den stark ausgebauten El-Alamein-Stellungen südlich des Araber-Golfes letzten Widerstand zu leisten. Beim Angriff der deutschen und italienischen Truppen gegen dieses Siellungsfystem setzte der Feind seine Panzerkräste zu verzweifelten Abwehr- kämpfen ein. Dennoch durchbrachen in den Mittagsstunden des 1. Juli die Panzer der Achsentruppen die feindlichen Verteidi­gungslinien südostwärts El-Alamein und erweiterten den Durch­bruch in nordostwärtiger und südostwärtiger Richtung. Die feind­lichen Stellungen wurden nach Süden und Norden aufgerollt.

Kampf - und Sturzkampfflugzeuge griffen zur Unterstützung der deutsch-italienischen Panzer in mehreren Wellen feindliche motorisierte Kräfte an. Kurz nach 19 Uhr schlugen hie ersten im Sturz ausgelösten Bomben zwischen die mit Munition und Truppen beladenen Kraftfahrzeuge von denen eine große Anzahl, darunter auch Panzer, durch Bombentreffer in Brand gerieten, während ein beträchtlicher Teil der übrigen Fahrzeuge

schwer beschädigt wurde. Bei freier Jagd Sturzkampfflugzeuge schossen deutsche 3i über El-Alamein acht feindliche Flugzeuge, Muster Curtiß, ohne eigene Verluste ab.

Semrut- Sammel-Nr. 59631 - Drahtanschrift: Tagblatt, Wiesbaden ■ Postscheckkonto: Frankfurt a. M. 7405 Be»uasoreUe: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monat RM 2.- einschließlich des Trägerlohnes Durch die Post bezogen für einen Monat RM 2.95, zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld - Einzelnummern RM 0.10 »ei Behinderung der Lieferung infolge höherer Gewalt kein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises

Planmäßige Säuberung Sewastopols

Geflüchtete Reste der sowjetischen Sewastopol-Armee auf de, Halbinsel Chersones weiter zusammengedrängt

, Berlin, 3. Juli. (Funkmeldung.) Zu den Kämpfen im süd. "chen Abschnitt der Ostfront teilt das Oberkommando der Wehr­macht mit: Südwestlich der Stadt Sewastopol wurden die auf die Halbinsel Chersones geflüchteten Reste der feindlichen Sewastopol-Armee weiter zusammengedrückt. Erneut versuchten die eingekesselten Bolschewisten in verzweifelten Gegenstößen aus der tödlichen Umklammerung auszubrechen, sie wurden unter schwe­re» Verlusten zurückgeschlagen. Die Luftwaffe griff in diese Kampfe ein, Bomben schweren Kalibers schlugen in die aus motorisierten und bespannten Fahrzeugen bestehenden Kolonnen ein und fügten dem Feind schwere Blutige Verluste zu. Zahlreiche Fahrzeuge BlieBen Brennend auf den Straßen des ge- birgigen Kampfgeländes liegen. Weitere schwere Treffer zer- sthlugen die in aller Eile ausgehobenen Feldstellungen des Fein­des, sowie zahlreiche zu Bunkern ausgebaute Häuser, wo sich der Fernd festzusetzen versuchte. Durch Tiefangriff deutscher Jagdflugzeuge hatten die eingeschlosienen feindlichen Kräfte­gruppen weitere Verluste an Menschen und Material. Gleichzeitig nahm auch die Säuberung des Stadtgebietes von S e w a st o p o l ihren planmäßigen Fortgang, wobei die Verstecke des Feindes in Kellern, unterirdischen Gängen und tiefen Felsen­höhlen nach Versprengten und Waffen durchkämmt und ausge» hoben wurden.