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Wiesbadener Tagblatt

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90. Jahrgang

Dienstag, 23. Juni 1942

Nummer 144

Wöchentlich »n « «»»gaben ▼ ErjchemuugSzeii werktäglich nachmittags «$Än»?eiÄbX’Ä L°MMimetk/Sen SpaUeTm Wi9en"“oÄ hrLo.T, Snalte im Terteil RM 0 60 im übrigen ist Preisliste Nr. 10 maßgebend • 'Nachlasse ÄVÄ ’eÄ b« «nje^Mme O^UHr'vormitt.gs, grötze-e Anzeigen am Bortage

Dank der Nation an Rommel

Der Führer beförderte den Oberbefehlshaber des Afrikakorps zum Generalfeldmarschall

ien Molotow

Mehr als dürftiger Washingtoner Zwischenbericht ((Eigener Drabtberickt unleieiSetltner(5<6ttftIeitung)

Generalbesprechung bei Generalfeldmarfchall Rommel Ankunst der deutschen und der italienischen Generale aus einem Feldflugbasen in Nordasrika PK.-Ausnabme: Kriegsberichter Moosmüller (Wb.)

ist, vermuiliL die Öffentlichkeit ihrer Lander mit lrgend- emem SSrMtück „erfreuen", das den Sieg „garantiert . Das ist ein Trick, den beide ja schon bei ihren früheren Zu­sammenkünften ebenfalls anwandten. An die zweit e Front, über die man angeblich in Washington endgültige Beschlüsse fassen wollte, glaubt beute schon in England und in den USA. niemand mehr recht, obwohl doch noch kern Monat verging, seitdem Churchill und Roosevelt ihrem lieben und in jeder Beziehung teuren Bundesgenosse die Schaffung einer zweiten Front verspräche .

klärt die „New Bork Times": „Der Fall von Tobruk und die Eeländeverluste bei Sewastopol haben der hemmungslosen Spekulation über die zweite Front, die zu Beginn der Kon­ferenzen zwischen Roosevelt und Churchill herrschte, einen Dämpfer aufgesetzt.^ Die unmittelbare und hauptsäch­liche Sorge gilt dem Halten deragyvtischen Front und nicht der Eröffnung neuer Fronten auf dem Kontinent." Diese Stimme, über die man m, Moskau kaum besonders erfreut sein dürfte, kennzeichnet, wre sehr sich die Lage der sogenannten Alliierten verschlechtert bat und wie eifrig Churchill und Roosevelt nach einer Beruhigungsvrlle

Aus dem Fiihrerhauptauartier, 22. Juni Der Fübrer hat den Oberbefehlshaber der Panzerarmee Afrika, Eenerat- oberst Rommel, zum GeneralfeldmarsAall be­fördert und folgendes Telegramm an ihn gerichtet.

„Herrn Generalseldmarschall Rommel.

In dankbarer Würdigung Ihrer Führung und Ihres eigenen schlachteutschei deudei satzes, sowie in Anerkennung der heldenhaften Leistungen der unter Ihnen kämpfenden Truppen auf dem afrrkanl- scheu Kriegsschauplatz befördere ich Sie mit dem heutigen Tage zum Generalseldmarschall.

Dank des Reichsmarschalls an Kesselring

Berlin, 22. Juni. Die besonderen Lei stun g en . der Luftwaffe imZeldzug auf dem nordafrikanischenKriegs- Sauplatz hat Reichsmarschall Gormg in folgendem Fern­reiben an den Oberbefehlshaber der im Mittelmeer ope­rierenden Luftwaffe Generalseldmarschall Kesselring besonders gewürdigt: „ „„

„Lieber Kesselring, an dem ruhmreichen Sieg von Tobruk haben die Ihnen unterstellten Verbände meiner Luftwaffe hervorragenden Anteil, Sie schlugen in diesen Wochen schwerer Kämpfe den Feind in der Luft, zu Waller und zu Lande vernichtend und haben damit den Seldenkamvf der Panzerarmee Rommel in bester W af fen kamerad- sch a r t unterstützt. Ich spreche Ihnen und Ihrer Truppe zu dem entscheidenden Erfolg tm Mittelmeer und um Tobruk meinen Dank und meine besondere A n e r k e n tt u n g aus. t sez. Goring.

ae. Der Fübrer bat Generaloberst Rommel, den Sieger von Tobruk, in dankbarer Würdigung seiner Ver- dienste und seines schlachtentscheidenden Einsatzes zum Generalfeldmarichall befördert. Diese Beförderung druckt den Dank aus an den siegreichen Führer der Afrikatruvven und an diese Truppen selbst, die Ungeheures leisteten, ein Dank, in welchem sich das ganze deutsche Volk mit seinem Führer freudig »usammenfindet Das Feldberrntum Rommels, der sich schon im Weltkrieg als Oberleutnant den Pour le mörtte erwarb und der als etn- ziger Offizier des Heeres im Westfeldzug das Eichenlaub zum Ritterkreuzdes Eisernen Kreuzes erhielt, als ..einer der erfolgreichsten Panzerdivillonskommandeure, der sich durch heldenhaften persönlichen Einsatz und Kühnheit in selb­ständigen Entschlüssen in kürzester Zeit den Weg, zum Atlantik bahnte." Bei Freund und Feind ist heute.sem An­sehen unbestritten. Die Briten werden heute nicht gern daran erinnert, daß sie, als Rommel tm Februar 1041 das Oberkommando in Nordafrika übernahm, darüber spotteten, daß dieser Mann ja- ganz im Gegensatz zu Hren Generalen gar keine Erfahrung im Wüstenkrieg besitze.

Heute herrscht in London tiefe Enttäuschung und Ver­bitterung darüber, daß man wieder eine Niederlage hm- nehmen mußte. Aus Australien "lub Reuter berichten, daß der Fall Tobruks die Gemüter dort tief aufgewühlt habe und daß man sich frage, wo es denn eigentlich bei d?r brltl- schen Führung fehle. Der so großmäulige -rklärt- Ministervräsident Smuts, der noch am 3. 2uin erklärte, daß Rommel niedergeschlagen sei und daß man nicht den i ringften Zweifel über den Ausgang der Kampfe m Libyen zu haben brauche, dieser gleiche Herr Smuts beschrankt ll« heute auf die Feststellung, das beim Fall von Tobruk eine beträchtliche Zahl der von ihm. nach Woten geschickten Truppen in Gefangenschaft geriet. Zugleich. bekennt ver „„Daily Erpreß": „Der Fall von Tobruk ist ein U ngluck ''für die Verteidiger Ägyptens und etn Schlag für die Hoff­nungen des britischen Volkes." .

Wir haben gestern schon darauf hingewlesen. daß diese schwere britische Niederlage nicht ohne Rückwirkungen auf die Besprechungen Churchills mit Roosevelt bleiben kann. Das bestätigt guck die „New Bork Tribüne, die meint, daß der Fall Tobruks Churchill in eine peinliche Lage gebracht habe. Die Veränderungen der militärischen Vorausietzun- gen müßten auch den Unterhaltungen Roosevelts, und Chur­chills einen anderen Inhalt geben. Ganz zweifellos werd nun Churchill versuchen, die politische und moralische Nieder­lage. die er erlitt, durch irgendwelche siegverbeißende Ver­lautbarungen abzufangen. Er muB. so schreibt auch ein schwedischer Korrespondent, gute Nachrichten aus Washington beimbriiigen. So werden diese beiden Manner, deren ganze Politik eine einzige Reihe von Schlappen und Niederlagen

suchen müssen.

Rommels Gruh an die Heimat

„Der Sieg der Nation ist sicher"

Berlin, 23. Juni. (Funkmeldung). Ein Kriegsberichter traf Rommel kurz vor der Einnahme von Tobruk in der vordersten Kampflinie, an einer Stelle wo deutsche Pioniere den Panzer­graben bereits überwunden hatten, der die deutschen Panzer bei dem Einbruch in die inneren Befestigungslinien aufhalten sollte. Er bat ihn, zu den bisherigen Erfolgen und den Operationen bei Bardia einige Worte ins Mikrophon zu sprechen. Eeneralfeld- marschall R o m m el erklärte:

„Nahezu vier Wochen harter Kämpfe liegen hinter uns. Aber sie waren nicht nur hart, sondern auch erfolgreich — außer­gewöhnlich erfolgreich. Heute krönt die Truppe ihr bisheriges Werk durch Eroberung der Festung Tobruk. Bardia ist heute nach! besetzt worden. Deutsche und italienische Soldaten haben übermenschliches in diese» Kämpfen geleistet. Sie haben Feld­befestigungen Erdwerke, Minenfelder überwunden mit einem Schwung, wie man ihn sich kühner nicht denken tarnt. Sie haben trotz schwerster Verluste und Entbehrungen Tag und Nacht durch- gehalten in dem Geist, der uns alle beseelt, dem Geist des Sieges. Mag der einzelne Mann falle» — der Sieg der Nation i ft sicher. 3» diesem Moment des Sturmes ans Tobruk grüßt die Panzerarmee ihr Dentschland!"

großmäulige Rede gehalten, in der er erklärte daß die ameri­kanische Armee nicht zum Kartenspielen ausgebildet werde. „Eine zweite Front? Jawohl! Und wenn es notwendig sein sollte auch eine dritte und vierte Front, um die deutsche Armee in einem Ring offensiven Stahls einzuschließen."

Statt der zweiten Front haben Churchill und der amerikanische Außenminister Hüll ihrem Bundesgenosien Stalin zunächst einmal Begrüßungstelegramme zum Jahrestag des Kriegs­beginns gesandt. Churchill sagt in seinem Telegramm wörtlich: „Sie können damit rechnen, daß wir ihnen mit allen Mitteln, die in unserer Macht stehen Hilfe erweisen werden." Aber was steht noch in der Macht Englands?

Zu entscheiden hat Roosevelt

Genf, 23. Juni. (Funkmeldung,) „Was die Ver­einigten Staaten tun können. schreibt „New Bork Tele­gram", „um den entstandenen militärischen und politischen Schaden reparieren zu helfen, hat R o o s e v e l t z u en t - scheiden, und Churchill ist hier, um es zu erfahren.

Der in tausend Röten schwebende Churchill ist also wieder einmal nur zum Befehlsempfang m Washing­ton angetreten.

as Berlin, 23. Juni. Angesichts der großen Erregung, die die neuen britischen Niederlagen in Nordafrika sowohl in der eng» Itfdien als auch in der amerikanischen Öffentlichkeit ausgelöst haben halten es Rooesevelt und Churchill doch für richtig, einen kurz'en Zwischenbericht über ihre Beratungen heraus­zugeben Diese Mitteilung ist nun allerdings überaus durstig. Sie besagt nämlich lediglich, daß beide Männer ihre, Besprechungen fortsetzen. Das ihnen dabei vorschwebende Ziel sei die höchste Kenzentration der alliierten Kriegsmacht gegen. den Feind zum frühesten Termin. Das ist eine solche Selbstverständlichkeit, daß man darüber kein Wort zu verliere» braucht So ergibt sich aus diesem Zwischenbericht, daß man die rettende Formel noch nicht gefunden hat.

Die amerikanische Öffentlichkeit dürfte durch diesen kläglichen Bericht für die Verhandlungen Churchills mit Roosevelt kaum stärker interesiiert werden. Sie beschäftigt sich natnltib une der Washingtoner Korrespondent des »Daily Herold berichtet mit diesen Berhandlungen so gut wie gar nicht, da der Fall Tobruks und Bardias einen derartigen Schock hervorgerufen h°"en daß man einzig und allein von Libyen und damit was nun werben ^Roosevelt hat seinen guten Freund Harry Hopkins zur Stimmungsmache eingesetzt und dieser hat dementsprechend eme

ien. Heute er-

Aussichtslose „Luftfrorit" •

Von Wilhelm Ackermann

Seit Monaten bemüht sich die englische Propaganda, als Ersatz für die eigene Leistungsfähigkeit im Land- und See­krieg der Welt vorzutäuschen, es werde mit stetig wachsen­dem Nachdruck eine europäische ..Luftfront ge­schaffen und ausgebaut, die mit wirkungsvollen Angriffen auf das Industriepotential der Achsenmächte eine wertvolle tatsächliche Hilfe und Entlastung für den bolschewistischen Bundesgenossen darstelle„ Mit der Skrupellosigkeit, die von jeher die englische Kriegführung auszeichnet. hat die britische Luftwaffe in diese ihre „Front" neben den eigenen „Verbündeten" Norwegen. Holland und Belgien auch den seinerzeit so schmählich "im Stich gelassenen französischen Bundesgenosien einbezogen, und die aus ihren Landern ge­flüchteten Marionetten-Regierungen der westeuropäischen Länder, die in London von den Brosamen der plutokratrschen Interessengemeinschaft leben, sind schamlos genug, zu den Terrorangrifsen der Royal Air Force auf ibre eigene Be­völkerung auch noch Beifall zu klatschen. Freilich find die bisherigen Ergebnisie dieser Kriegführung aus der Luft alles andere als weltbewegend, namentlich gemesien an den eigenen beträchtlichen Verlusten an Maschinen und Personal: und mehr als einmal schon hat sich irn Anschluß an be­stimmte Einzelergehnisse in der englischen Presse die Frage erhoben, ob der große Aufwand die bescher den en Resultate lohne. Um solche wohlberechtigte Skepsis zum Schweigen zu bringen, bedient sich die britische Bericht­erstattung des nicht mehr ganz originellen Mittels, hinsicht­lich der erzielten Ergebnisie mit Multiplikationen zu arbei­ten. die den Erfolg ins Märchenhafte emporlugen: und es ist solcherart nach den letzten Angriffen auf Köln und das Ruhrgebiet sogar vorübergehend gelungen, den Moskauer Verbündeten zu bluffen. In den bolschewistischen Zeitungen sind Berichte über die dabei erzielten angeblichen Enolge erschienen, die ziemlich unbesehen den freigebigen selbstge­fälligen englischen Schwindel für bare Münze nahmen und den Anschein erweckten, als sei man. nun auch in Moskau der Meinung, daß in der Tat diese Art der Luftkriegführung eine fühlbare Unterstützung der eigenen sowietischen Kriegs- anstrengungen bedeute. Lange freilich hat offenbar dieser Glaube an die Londoner Märchentante nickt angehalten, sonst hätte nicht jüngst Molotow in seiner Rede vor den obersten Sowjets, in der er ihnen den englisch-sowietische» 20-Jahresvertrag zur Ratifizierung empfahl, bekümmert und sorgenvoll feststellen können, daß nach wie vor d' Sowjet­union allein die Last des Kampfes zu tragen l . über­dies aber beweist auch das ununterbrochene Eesck.utm ge­samten anglo-amerikanischen Lager von der noch vor Anfang Juli, oder in allernächster Zeit, oder doch immerhin noch tm Sabre 1942 zu errichtenden zweiten Landfront, daß man sich im stillen durchaus darüber im klaren ist. wie kümmerlich es in Wirklichkeit um die aufsehenerregende und angeblich kriogs- wendende..Luftfront" bestellt ist.

Es ist immerhin interesiant. daß sich auch in der eng­lischen Presse selbst die ersten Zweifel in dieser Richtung zu regen beginnen. Zweifel, die sich nicht an die Elnzelergeb- nisse der Luftangriffe knüpfen, sondern darüber hinaus ms zum Grundsätzlichen vordringen. Besonders eindringlich hat sich mit den entscheidenden Fragen und Voraussetzungen längst der „Evening Standard" beschäftigt, und bieies ist das Ergebnis feiner Überlegungen: Man dürfe auf keinen Fall, wie es in England derzeit geschehe, den militärischen Wert der englischen Luftangriffe auf deutsche Städte und Industrieanlagen überschätzen. Die Deutschen besaßen einen derartig gewaltigen Militärapparat und hätten ihre ge­samten militärischen Vorbereitungen auf so lange Sicht ge­plant, daß es ihnen nicht viel ausmache, wenn wirklich ein­mal der eine oder andere Industriebetrieb vorübergehend ausfalle. Man brauche beispielsweise nur einmal einen Blick auf den gewaltigen Umfang der deutschen U = 23 o o t - waffe zu werfen, um sofort festzustellen, daß Deutschland in ihr ein Kriegsinstrument entwickelt habe, rote bisher noch niemals eine einzelne Macht. Glaubt man da wirklich in England, mit Luftangriffen allein, wie umfangreich sie auch fein möchten, die ungeheueren Streitkräfte, über die Deutsch­land verfüge, aus dem Felde schlagen zu- können? Statt

Der 100. Eichenlaubträger

Generalmajor Ludwig Wolfs

Führerhauptquartier. 22. Juni. Der Führer verlieh heute dem Generalmajor Ludwig Wolff, Kommandeur einer Jnf-nterie- divifion, als 100. Soldaten der deutschen Wehrmacht, das Eichen­laub zum Ritterkreuz des Eiserne» Kreuzes.

as. Das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, das nunmehr zum hundertsten Male verliehen wurde, wurde ge­schaffen durch eine Verordnung des Führers vom 3. Juni 1940. Als erster erhielt es der- damalige General Dietl enb zwar in der denkwürdige» Reichstagssitzung am 19. Juli 1940, als der Fahrer Hermann Göring zum Reichsmarschall ernannte und ihm das Eroßkreuz zum Eisernen Kreuz verlieh. Damals sprach der Führer eine Reihe von Ernennungen aus, darunter auch die des Generalleutnant Dietl zum Kommandierenden General, wobei der Führer Dietl zugleich als erstem Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verlieh. Von den 100 Eichenlaubträgern gehören dem Heer 39 an, die Waffen-4^ zählt 3 Eichenlaubträger, die Kriegsmarine 13, die Luftwaffe 45. Vom Feldwebel bis zum Generalfeldmarfchall ist in der Liste der Eichenlaubträger jede, militärische Rang ver­treten. So waren bei der Verleihung der so Ausgezeichneten 3 Feldwebel, 5 Leutnants, 14 Oberleutnants, 27 Hauptleute resp. Rittmeister, oder Kapitänleutnants, 10 Majore bzw. Korvetten­kapitäne, 5 Oberstleutnants, 12 Obersten bzw. Kapitäne zur See, 10 Generalmajore, 2 Generalleutnants, 8 Generale, 3 General­obersten, 1 Generalfeldmarfchall.