Wiesbadener Tagblatt
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Sred ttttb Verlag: L. Schellenberg'jche Buchdrnlkerct, Langgasse Rr. 21 «Tagblatt-Haus,
90. Jahrgang
Freitag, 19. Ium 1942
Nummer 141
Erneuter Bittgang Churchills nach Washington
Die prekäre Lage der „Alliierten" zwang den alten Kriegshetzer zu keiner überktiirzten Reike.'
von all den unerfreulichen Dingen abzulenken. Man wird sich gegenseitig der umfangreichsten Unterstützung versichern und was derlei Dinge zur Täuschung des anglo-amerikanischen Publikums mehr sind, während in Wahrheit' die Zusammenkunft Churchill- Roosevelt kein Zeichen der Stärke, sondern ein neuer Beweis dafür ist, daß die Situation der Alliierten als völlig verfahren bezeichn« werden kann. So ist auch Churchills Fahrt nach den USA. eine bemerkenswerte Folge der Siege der Mächte des Dreierpaktes.
as Die vorstehende Meldung ist ein« konkrete Bestätigung bat zahlreichen Informationen über die Eeheimklauseln der bri-
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as. Berlin, 19. Juni. (Eig. Dräbtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Das nicht gerade sehr achsensreundliche Blatt „Tribüne de Lausanne" ringt sich schweren Herzens, die Feststellung ab. dah die letzten Tage nicht günstig für den anglo-amerikanischen Block waren. Tatsächlich erleben unsere Gegner ja an allen Fronten immer neue Niederlagen und damit schwere Enttäuschungen.. So erklärte der Kairoer Sprecher zur Lage in Nordafrika. die dramatische Plötzlichkeit, mit der sich die Dinge in Libyen in der letzten Woche verändert hätten, müsse ohne Zweifel als rauher Schock wirken. In London legt man sich die Frage vor, wie dieser neue Erfolg Rommels möglick war und verweist auf die Unzulänglichkeit des briti - schen Materials. Die Panzerkampiwagen und.Geschütze der Achsenmächte seien denen der Engländer überlegen. Das ist ein Entschuldigungsgestammel, das der britischen und auch der amerikanischen Rüstungsproduktion kein gutes Zeugnis ausstellt. Man kommt aber auch nicht an der Erkenntnis vorbei, dah General Rommel eben doch der bessere Taktiker und damit den britischen Generalen überlegen ist. Rommel sei in alter Gröhe wieder a u f e r st a n d e n. so erklärt beispielsweise die ..Daily Mail". Es iti eine neue grohe Leistung von ihm. Bir Hacheim genommen, die britische Front aufgerollt und die nordafrikanischen Streitkräfte der Alliierten in einer Schlacht wieder in die Defensive gedrängt zu haben, von der möglicherweise auf diesem Kriegsschauplatz alles abhange.
Aber nicht minder grohe Sorgen machen den Alliierten auch die unausgesetzten Erfolge unserer U-Boote und unserer Luftwaffe im Kampf gegen die feindliche Ver- sorgungsschiffabrt. -SBir wiesen gestern schon darauf hin., daß unsere Gegner in den letzten vier Tagen rund eine Blertet Million BRT. Schiffsraum verloren haben (genau 30 Schiffe mit 220 000 BRT.). Run hatte aber das OKW. erst am
Die torpedierte Initiative
Von Heinrich Karl Kunz
Der Krieg hat den ganzen Erdball ersaht. Seit Japan • die Provokationen Roosevelts mit dem Vernichtungsschlflg von Hawai beantwortete und deutsche U-Boote Ol- Raffinerien auf Euracao beschossen, gibt es keinen Kontinent mehr, auf dem nicht die Kanonen donnern, kein Meer, das nicht widerhallt von den Detonationen explodierender Torpedos und Granaten. Die Weiträumigkeit der Operationen, von den plutokratischen Mächten tn frivoler Leichtfertigkeit selbst herbeigeführt, ist ihnen zum Schicksal geworden. Ozeane dehnen sich tausende Kilometer weit zwischen den Brennpunkten der Kämpfe aus. Die Tonnage, das Brot der anglo-amerikanischen Kriegführung, ist in den Mittelpunkt ihrer Röten und ihrer^A.n- strengungen gerückt. Die Versorgung der britischen Insel mit Lebensmitteln, die Heranführung der Rohstoffe für die englische und amerikanische Kriegsindustrie, der Transport von Truppen und Material auf die Kriegsschauplätze, die Unterstützung der Verbündeten, alles hängt, von der verfügbaren Tonnage ab. Was nützen die in USA.-Häfen angeblich gestapelten Waffen, wenn sie nicht rechtzeitig »um Ort der Entscheidung gebracht und dort in Feuerwirkung umgesetzt werden können. Was nutzen die breitspurigen Prahlereien von der gewaltigen Rüstungsproduktion Amerikas, wenn man. wie die Engländer eben erst wieder im Fall Libyen, jede Niederlage mit der Material-Überlegenheit der Achsenmächte entschuldigen muh. Der Tonnagemangel wirkt wie ein Sieb, in dem die grohbrockigen Pläne und Wünsch« hoffnungslos hängen bleiben. Ohne ausreichenden Schiffsraum keine erfolgreiche Verteidigung angegriffener Stützpunkte. Siehe Hongkong. Singapur. Philippinen und Niederländisch-Jndien. Ohne genügende Tonnage keine durchschlagende Offensive. Siehe das Nordafrika-Fiasko Wavells. Ohne Tonnage und nochmals Tonnage erst recht keine zweite Front, nach der Stalin, aber auch die breiten Massen des englischen Volkes, sich die Kehlen heiser schreien. Die Entsendung eines Erveditionsheeres von 100 000 Mann nach Europa, so berechnet die „New Bork Times", erforderte 400 Transporter zu 10 000 BRT., gleich 4 000 000 BRT. Was aber find 100 000 Mann und was vier Millionen BRT.? Das erstere ein Nichts, mit dem sich ein Beginn kaum verlohnt, letztere ein, wie auch „New Bork Times" durchblicken läht, Wmischtraum. Vier Millionen S. für eine Großaktion frei tzu machen, dazu ist weder ington, noch London in der Lage. Heute nicht, und morgen schon gar nicht. Denn der Tonnageschwund ist unaufhaltsam. 2m April fielen den deutschen Waffen über 700 000 BRT. zum Opfer, im Mai waren es nahezu eine Million. Vis zum ltz. 6. schon wieder rund 500 000. Mit diesem «atemberaubenden Versenkungstemvo vermögen die anglo-amerikanischen Werften nicht Schrill zu halten. Die Zahl der Schiffe schmilzt mit jedem Tag stärker zu- sammenr Und mit den Frachtern, die auf den Meeresgrund finken, wird den Plutokraten die Handlungsfreiheit Stück für Stück aus den Händen geschlagen. Jeder Torpedo, der ein Feindschiff vernichtet, trifft ihre Initiative, schmälert ihre Möglichkeit, eine Entscheidung offensiv herbeizuzwingen.
Die engen Wechselwirkungen, die zwischen Entfernung. Schiffsraum und Kampfkraft bestehen, werden uns durch die Eeleitzugsschlacht im Mittelmeer drastisch vor Augen geführt. Auchinlek, von Rommel schwer angeschlagen, forderte Panzer, Kanonen und Munition an. Das verlorene Material muhte ersetzt werden und zwar sofort. Der Weg um die Südspitze Afrikas, der rund zwei Wochen beansprucht, wäre zu lange gewesen, übrig blieb nur das Risiko einer Mittelmeer-Durchfahrt. Zwei Geleitzüge, von Gibraltar und Alexandrien, wurden unter dem stärksten Schutz, den man je aufgewandt hat. angesetzt. Schlachtschiffe. Flugzeugträger, zahlreiche Kreuzer und Zerstörer, Das Ergeb-
„Vorsprung der Achse nicht einzuholen"
Madrid,'19. Juni. (Funkmeldung). Der Schrei „Wir brauchen mehr Schiffe" gehe durch die ganze nord- arnerikanische Presse, schreibt der EFE-Berichterstatter aus New Bork. Von überall her, aus der Sowjetunion, aus China, Libyen usw. erhalte Washington alarmierende Nachrichten über bestehenden Mangel an Kriegsmaterial. Wie aber dem abhelfen, wenn die deutschen, italienischen und Manischen U-Boote Schiff auf Schiff der amerikanischen Flotte in den Meeresgrund bohren.
Der ErMKerichterstatter zitiert in diesem Zusammenhang den Militarklitiker der „New Bork Tim es", Hanson Baldwin: „Für die ersten sechs Monate d. I.". so stellt Baldwin in einem Artikel, fest, „muh mit einem Ee- samtverlust von 4,5 Millionen Schiffsraum gerechnet werden, und für das zweite Halbjahr 1942 darf keine kleinere Ver- lustzifier angenommen werden. Dagegen ist es infolge des sich letzt schon stark bemerkbar machenden Stabl- mangels fraglich, ob das Rooseveltsche Programm erfüllt werden kann. Aber selbst im bejahenden Falle kann der Vorsprung der Achsenmächte nicht eingebolt werde n, denn die USA müssen ja außer ihren eigenen Verlusten auch noch die ihrer Verbündeten ersetzen, die selbst kaum noch in der Lage sind, genügend Schiffe auf Kiel zu legen."
Die Mörder Heydrichs erschossen
Ihr nächster Helferkreis unschädlich gemacht
Prag, 18. Juni. Die Mörder des Stellvertretenden Reichsvrotektors ^-Obergruppenführer und General der Polizei Heydrich wurden in den Morgenstunden des 18. Juni aufgrund umfangreicher Ermittlungen der Staatspolizei, Leitstelle Prag, in einer Prager Kirche, in der sie lange Zeit Unterschlupf gefunden batten, gestellt und bei der Festnahme erschossen. Gleichzeitig gelang es dabei, ihren nächsten Selferkreis unf ch ädlich zu machen. Sämtliche Beteiligten sind Angehörige des tschechischen Volkstums, die von britischen Flugzeugen zur Ausübung des Attentats im Protektorat abgesetzt worden waren. _______
Geheimabmachungen zugegeben
Der Balkan soll bolschewistert werden — Englisches Eingeständnis in den Basler Nachrichten
Berlin, 18. Juni. Die „BakIler Nachrichten" veröffentlichen als Leitartikel eine Mitteilung von ausländischer, offenbar englischer Seite, in der bet dem Versuch, das britisch-bolschewistische Abkommen gegenüber der schweizerischen Öffentlichkeit zu rechtfertigen, das Bestehen von Geheimabwachungen, wenigstens für den Balkan, ganz offen zugegeben wird. .
Es wird sogar mitgeteilt, welche territorialen Fragen bereits als spruchreif gelten und welche noch. zu- rückgettellt werde« muhten. Im Mittelpunkt dieser englisch- bolschewistischen Balkanvläne steht ein sowietis,ettcs Bulgarien, das seinen Gebietserwerb aus Kosten Jugoslawiens, Rumänien» und Griechenlands behalten und der Sowjetunion den Ausgang zum Mittelmeer bieten soll. Griechenland soll Dominion Englands werden, während die Zukunftshoffnungen Jugoslawiens durch bte Moskauer Bestimmung vo« früher her stark, belastet erscheinen. Interessant ist, daß die Rückgabe Bei,arab.ens an die Sowjetunion als etwas selbstverständliches betrachtet wird. Ä
Samstag in einer Sondermeldung berichtet, dah die feindliche Versorgungsschiffahrt innerhalb sechs Tagen 212 000 BRT. verlor. Es ssnd also in diesem Monat bereits rund eine halbe Million feindlichen Versorgungsschiffsraumes den deutschen Waffen zum Opfer gefallen, nicht eingerechnet die Einzelerfolge der deutschen Luftwaffe und der deutschen Schnellboote und nicht eingerechnet die Versenkungen durch italienische und japanische Waffen. Kein Wunder, wenn die Herren Abgeordneten in London nervös werden und eine amtliche Auskunft über die Versenkungen zu haben wünschen. Die Regierung wurde im Unterhaus bedrängt, endlich einmal wieder Mitteilungen über die Schiffsverluste zu machen. „Die Ziffern für Avril", so erklärte ein Abgeordneter, „sind in den USA. veröffentlicht und in -England vielen Parlamentariern bekannt. Sie geben ein alarmierendes Bild der Tonnage-Situation." Attlee konnte sich als Stellvertreter Churchills aber nicht dazu verstehen, eine amtliche Mitteilung in Aussicht zu stellen, denn wenn schon die Aorn- Verluste alarmierend wirken, was würden die Abgeordneten dann zu der weiteren katastrovbalen Verschlechterung sagen.
Auch ein Blick auf die Ostfront vermag die Engländer und Amerikaner nicht zu trösten, denn auch von dort, ganz besonders von der Front von Sewastopol, kommen nur immer neue deutsche Erfolgsmeldungen. Man muh al,o wieder einmal feststellen, dah es mit der Hoffnung auf eine Zersplitterung der deutschen Kräfte nichts war. Die deutschen Truppen erringen im Osten und in Nordafrika Siege und die deutsche Luftwaffe erweist sich über Charkow und Sewastopol als ebenso überlegen, wie über dem nordafrikanischen Kampfgebiet. Sie bat aber auch ein wachsames Auge auf den nördlichen Nachschubweg der Sowjets, wie die fortgesetzten Angriffe auf Murmansk beweisen und ist stark genug, britische Eeleitzüge im Mittelmeer zu zerschlagen und Malta als britischen Stützpunkt auszuschalten.
as. Berlin, 19. Juni. (Eigener Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Der neue Bittgang Churchills nach Washington, von dem soeben aus London und New Bork berichtet wird, kennzeichnet die Situation der sogenannten Alliierten. Obwohl immer wieder Generäle, Admiräle und Minister nach Washington reisen — der britische Rüstungsminister Littleton weilt zur Zeit noch in der Bundeshauptstadt der USA. —, um die Kriegsanstrengungen der beiden Mächte auf einen Nenner zu bringen, um zu koordinieren, wi« es in der Sprache der Demokratien heiht, mußte sich nun Churchill zu einer neuen Reife nach Washington entschließen. Der diplomatische Mitarbeiter Reuters sagt dazu, daß es sich um einen „strikt geschäftlichen Besuch" handele und fügt hinzu, daß Churchill während seines Ausenthaltes in den USA. keine Zeit für Rundfunkreden, für Teilnahme an Kundgebungen und sonst für ein Auftreten in der Öffentlichkeit haben wird. Danach wird dieser Besuch sehr wesentlich anders verlaufen, als der Aufenthalt Churchills in den USA. Ende Dezember vorigen Jahres. Damals ließ sich Churchill von der amerikanischen Öffentlichkeit feiern, hielt im Parlament eine Rede und war bemüht, sich in jeder Weise populär zu machen. Diesmal bleibt dafür keine Möglichkeit, denn den größten Teil seiner Zeit, so sagt Reuter weiter, wird Churchill hinter verschlossenen Türen mit Roosevelt über dringende Kriegsprobleme verhandeln.
Man geht sicherlich nicht fehl, wenn man annimmt, daß in diesen Beratungen das Schiffsraum-Problem eine sehr große Rolle spielen wird. Die englischen und die. amerikanischen Zeitungen weisen immer wieder auf die alarmierende Situation hin. Vielleicht wird Churchill seinen Freund und Bundesgenossen dazu bringen, daß auch er künftighin keine Zahlen mehr über den versenkten Schiffsraum veröffentlichen läßt, drängen doch die englischen Abgeordneten ihre Regierung, mit solchen Zahlen herauszurücken, wobei sie darauf verweisen, daß die Amerikaner Versenkungsziffern bekanntgeben. Weiterhin dürfte die Frage der amerikanischen Lieferungen für England, für die Sowjets und für Tschungking-China erörtert werden. Die neueste Niederlage der Engländer in Nordafrika wird Gelegenheit geben, den ganzen Fragenkreis der Verteidigung des Nahen und Mittleren Ostens anzuschneiden, ein Problem, an dem Roosevelt besonders interessiert ist, wie die amerikanische' Presse in diesen Tagen Betonte. Nicht zuletzt aber wird man sich über die, den Sorojets zugesagte Errichtung einer zweiten Front unterhalten müssen. Das alles sind Probleme von großer Tragweite, Probleme, die schwere Gefahren , für die Alliierten in sich bergen. •
Zugleich muß man die Reise Churchills als Ablenkungs- Manöver werten. Die englische Öffentlichkeit beginnt angesichts der Schläge, die Auchinlek in Nordafrika einstecken muß und angesichts Bet steigenden Schiffsverluste unruhig zu werden. Kenn-
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tisch-sowjetischen Vertrages. Es ist dabei auch klar, daß diese Eeheimklauseln sichnichtnurauf den Balkanbeziehen, worüber das Schweizer Blatt ausführlich berichtet, sondern auch auf ganz Europa erstrecken. Sie haben denn auch überall im Süden, wie im Norden Europas eine starke Beunruhigung hervorgerufen, kennt man doch das Moskauer Streben nach den Dardanellen, ebenso wie den Versuch der Sowjets, Finnland und darüber hinaus Skandinavien in ihren Machtbereich einzub^iehen. So berichtet auck der Stockholmer Korrespondent des Berner „Bund" über Besorgnisse, die die Geheim- Häufeln des britisch-sowjetischen Vertrages in Schweden und in Finnland ausgelöst haben. Die Schriftleitung fügt hinzu, daß die gleichen Besorgnisse auch von den Angehörigen der ehemaligen baltischen Staaten ausgesprochen worden. In einem an die Zeitung gerichteten Brief von „unbedingt vertrauenswürdiger, bestens informierter Seite" wird darauf hingewiesen, daß die Sowjet-Diplomaten eine Anerkennung der Annektion der baltischen Staaten als Beweis der Aufrichtigkeit und des guten Willens der Engländer verlangten. Diese Information wird vom „Baltimore Sun" bestätigt. Das Blatt schreibt u. a., daß die Sowjets in den Verhandlungen mit den Briten darauf bestanden hätten, nach dem Kriege einige der Länder wieder zurückzuerhalten, die sie vor dem Beginn des deutsch-sowjetischen Krieges annektiert hätten. Alle diese Informationen zeigen klar, was es mit dem angeblichen Verzicht der Sowjets auf gebietsmäßige Erweiterung auf sich hat und bestätigen nochmals das Vorhandensein von Cehetmklauseln, die sich auf die ganzen europäischen Gebiete vom hohen Norden Bis zum Balkan herunter erstrecken. ,
zeichnend dafür ist das Verlangen der Unterhausabgeordneten nach einer Regierungserklärung über die Sage in Nordafrika und über die Schiffsraumfrage. Für Churchill ist diese Entwicklung besonders peinlich, da er ja,noch zu Anfang dieses Monats große englische Siege in Nordafrika angcfünbigt hatte. Die Lügen über die angeblich erfolgreichen britischen Eeleitzüge und der Hinweis auf die Überlegenheit des deutschen Kriegsmaterials aber genügen allein nicht, um die englische Öffentlichkeit zu beruhigeik. Aber auch die Situation Roosevelts ist außerordentlich unerfreulich. So hielten die beiden Scharlatane es offenbar für das Beste, durch geheimnisvolle Beratungen hinter verschlossenen Türen, ihren Ländern ein neues Gesprächsthema zu geben und die Öffentlichkeit von all den unerfreulichen Dingen abzulenken.
gegenseitig der umfangreichsten Unterstützung ei
Bereits 500 000 BRT im Juni
London gesteht: „Rommel ist in alter Gröhe wieder auferstanden"
Eichenlaubtröger Hans Strelow
Born Feindflug nicht zurückgekehrt
Berlin, 18. Juli. Leutnant Hans Strelow, Staffel« kapitän in einem Jagdgeschwader und jüngster Ritter des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ist, wie fchon im Wehrmachtbericht gemeldet, von einem Feindflug nicht zurückgekehrt.
Im deutschen Wehrmachtbericht vom 19. März 1942 erschien ein bis dahin unbekannter Name: Leutnant Strelow hatte an einem einzigen Tage sieben bolschewistische Flugzeuge abgeschossen. Genau eine Woche später, a m 2 0. Geburtstag des erfolgreichen Jagdfliegers, wurde die Verleihung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, das er sechs Tage vorher erhalten hatte, an ihn bekanntgegeben.
Leutnant Hans Strelow ist ein geborener Berliner, Sohn eines auch jetzt wieder, wie schon im ersten Weltkrieg, als Offizier vor dem Feinde stehenden Lehrers. Mit der Erringung des 66. Luftfieges an der Ostfront hatte er die Zahl feiner Abschüsse in knapp fünf Wochen verdoppelt. Er war ein kühner, durch großen Wagemut ausgezeichneter Flieger und trotz seiner Jugend eine echte Führernatur. Das beweist die Tatsache, daß er, der jüngste Flugzeugführer seines Geschwaders, schon als Neun- zehniähriger mit der Führung einer Staffel beauftragt wurde, an deren Spitze er so erfolgreich wirkte.
Seine rasche Laufbahn als Jagdflieger hat er im Ostfeldzug zurückgelegt. Unter den Augen (eines Eeschwaderkomrnodore. Oberst Mölders, errang er die ersten Erfolge, für die er am 5. Juli 1941 bas Eiserne Kreuz II. Klasse erhielt. Er wurde später mit dem EK. I. Klasse und der Goldenen Frontflugspange ausgezeichnet. Insgesamt hat er 68 Luftsiege errungen.
