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WiesbadenerTagblatt

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Stwl und Verlag: ü, Lchelleaverg'iche Buchdruckere», Zanggajjc Str. 21 (Tagblatt-Haus)

90. Jahrgang

Donnerstag, 11. Juni 1942

Nummer 134

-er.

17. Juni Urteilsverkündung in Ankara

Ankara, 11. Juni. (Funkmeldung.) Nachdem der sowjetische Angeklagte K o r n i l o f f seine Verteidigungsrede in dem Atten­tatsprozeh von Ankara gehalten hatte, kam der Angeklagte Pawlow zu Worte. UngArchtet der in der letzten Sitzung ge­troffenen Gerichtsentscheidung, wonach die sowjetischen Angeklag­ten ihre Verteidigungsrede in türkischer Sprache vorbringen müssen, bestand Pawlow darauf, seine umfangreiche Verteidigungsrede in russischer Sprache zu verlesen. Das Gericht lehnte das unge- gehörige Ansinnen Pawlows ab Pawlow muhte sich fügen und die Verlesung seiner vorbereiteten Perteidigungsrede in türkischer Sprache durch einen türkischen Gerichtsbeamten zulasten.

Nach der Verlesung der Verteidigungsrede Pawlows wurde die Sitzung geschlossen, und auf den 17. Juni vertagt, an dem um 16 Uhr die Urteilsverkündung stattfinden soll.

Niemand auf der Seite unserer Gegner hat sich Rechen­schaft darüber gegeben, welche Kräfte in Wirklichkett hinter diesen Erschütterungen vorhanden waren. Der Buck nach rückwärts war die Atmosphäre von 1918 bis 1939. Man sah _ die Ursache der Krisen in den sozialen oder nationalen «van- nungen. Aber niemand erkannte oder wollte erkennen, datz die sozialen oder nationalen Spannungen selbst nur Aus­druck waren einer viel tieferen Bewegung, eben lener Be­wegung, die man ..totalitär" nannte, ohne zu begreifen, dal; Totalität nichts anders bedeutet als die Gesamtheit der Kräfte. Anschauungen, des Glaubens — eben der Welt­anschauung der Völker

Noch im vorigen Jahrhundert ging es um Grenzen oder Provinzen. Unser Krieg ist ein Krieg des zwanzigsten Jahr­hunderts. Es gebt um Sein oder Nichtsein, um die Existenz schlechthin. Es gibt nur totale Entscheidungen. Wie in wenigen Schlachten der Weltgeschichte — der Sieg Karl Martells über die Araber, die Eroberung von Bvzans durch die Türken, die Schlacht auf den Katalaunischcn Gefilden — wird das gesamte Leben der Völker für Jahrhunderte ent»

38 000 BRT. von den Italienern versenkt

Rom, 10. Juni. Unsere im Atlantik unter dem Befehl von Fregattenkapitän Enzo E r o s s i, Korvettenkapitän Luigi Longa- nesi C a t t a n i und Kapitänleutnant Marco R e v e d i n operie­renden U-Boote, so meldet der italienische Wehrmachtbericht, ver­senkten feindliche Handelsschiffe von insgesamt 38 000 Tonnen, von denen 27 000 Tonnen auf Tanker entfallen.

Der spanische Auhenminister nach Italien abgereist

Madrid, 10. Juni. Der spanische Auhenminister Serrano S u n e r ist am Mittwochabend in Begleitung seiner Gattin nach Italien abgereist, wo er der persönliche Gast des italienischen Auhenministers Graf C i a n o und dessen Gattin sein wird.

Drei Schlachten rieben die Tschungking-Kräste auf Ein stolzer javanischer Ersolgsbericht

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Die indische Aufstandsbewegung breitet sich aus

Aktionen einer gut ausgerüsteten und wohltrainierten, 12 000 Mann starken Truppe

Schlag gegen USA-Kontinent

Welt-Echo der japanischen Operationen gegen Aleuten und Midway-Jnseln

schon in früher Jugend die Führung des antibritischen Wider­standes in seiner Provinz. Den britischen Behörden wurde seine Bewegung mehr und mehr unangenehm. 1930 wurde sein Haupt­quartier ausgehoben, das sich als eine Art Festung erwies. Erft nach hartem Kampf konnte der junge Pir gefangengesetzt werden. Als er nach sechs Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde, boten ihm die englischen Behörden 10 000 Rupien, als Bestechung an, die er jedoch ablehnte. Er begann aufs neue seine antienglische Tätig­keit. Die britischen Behörden versuchten dann von neuem, ihn mit 10 000 Rupien zu bestechen. Als auch dies fehlschlug, machten sie einen neuen Versuch, seinen Einfluß zu brechen, indem sie vorschlugen, sein Heer zu legalisieren und durch britische Militärinspekteure auszubilden.

ns. Berlin. 11. Juni. (Eig. Drahtbericht unserer Berliner Schriftleitung.) Die doppelte javanische Aktion gegen die Aleuten und gegen die M i d w a v - I n s e l n hat in der gesamten Auslandspreise ein sehr starkes Echo geweckt. Die Japaner selbst sprechen von einem wirksamen Schlag gegen den amerikanischen Kontinent und ver­weisen darauf, daß sich ihr Verteidigungsgebiet um 4600 Kilometer nach Osten verschoben hat. Das kann man auch in London nicht verkennen, wo Reuter das englische Publi­kum auf die neue strategische Situation mit den Worten hin- weist: ..Sollte die japanische Behauptung über die Landung auf den Aleuten auf Wahrheit beruhen (solche Wendungen braucht man um die englische Öffentlichkeit langsam an den Gedanken zu gewöhnen), dann hätten die Japaner damit ihre erste Landung auf USA.-Boden in Nor d - a m e r i k a durchgeführt." Der Engländer wird dann selbst auf der Karte leicht feststellen können, daß die Javaner von den Aleuten her den amerikanischen Schiffsver­kehr zu kontrollieren vermögen und daß sie weiter­hin mit Stützpunkten auf den Aleuten dem amerikanischen Festland lehr viel näher gerückt sind, weshalb ja auch seiner­zeit schon der erste javanische Luftangriff auf Dutch Harbour an der ganzen Pazifikküste der USA. von Alaska bis Panama eine Panikstimmung auslöste. Auch den Ameri­kanern ist die Bedeutung der javanischen Operationen durch­aus klar. Bereits Ende vorigen Monats wies der ameri­kanische Sachverständige. Major E l l i o t. in der amerikani­schen Zeitschrift ..Look" darauf hin. daß im Juni Alaskas dickes schwimmendes Eis ausbricht. „In diesen Wochen wird entschieden, ob Alaska unser Sprungbrett gegen Japan oder unsere Achillesferse ist. in die sich der javanische Sveer einhobrt." So schrieb der amerikanische Sachverständige. Damit ist die neue Lage gekennzeichnet. Die Zange, die

Worum es geht

Von Kurt Kränzlein

Lange, bevor dieser Krieg ausgebrochen ist. haben sich die Konturen des neuen Europa im Antlitz dieies Erdteils abgezeichnet. Die Völker, in das Korsett wider­natürlicher Verträge gezwängt, zeigten ihre Erschütterungen und Bewegungen. Schon in der Beurteilung dieser Bewe­gungen schieden sich die Geister. Die Nutznießer der Zwangs­diktate begingen den verhängnisvollen Fehler, nichts anderes in diesen Erschütterungen zu sehen als das Gewohnheits­recht der Jahrhunderte, sich in gewissen Aufwallungen zu gefallen, welche auf dem Wege der Verhandlung und des Tauschgeschäfts befriedigt werden können.

Fernruf: Sammel-Nr. 69621 Drahianfchrist: Taablan, Wiesbaden ■ Postscheckkonto: Franttun a. M. 740- Bezuaspreise: Für zwei Wochen RM 0.94, für einen Monai RM 2.— einschlletzllch des Trägerlohnes Durch die Post bezogen für einen Monai RM 2.35, zuzüglich RM 0.36 Bestellgeld • Einzelnummern RM0.10 Bei Behinderung der Lieferung infolge höherer Gewalt kein Anspruch auf Rückzahlung des Bezugspreises

aus den Aleuten und aus den von Hawai sich westwärts in den Pazifik erstreckenden Stützpunkten gebildet werden sollte, diese Zange, in der Roosevelt Japan zu erdrücken hoffte, zersprang. Die amerikanischen Sprungbretter für eine Offensive gegen Japan wurden zerschlagen. Dafür rückt der Krieg mm der amerikanischen Westküste sehr, viel näher.

Hatte Roosevelt schon in Vorahnung dieser neuen Schlappe die Seeschlacht bei den Midway-Jnseln in einen Sieg der USA. umzulügen versucht? Auch auf diese Lügen antworten, die Javaner, mit der knappen Feststellung, daß dort zwei amerikanische Flugzeugträger vernichtet wurden. Damit ist der Zweck des iavcknjschen Vorstoßes in dieses Ge­biet erreicht worden, denn es kam ihnen darauf an, die amerikanischen Flugzeugträger herauszulocken, sie also a l s Gegenwehr gegen das javanische Unternehmen gegen die Aleuten auszuschalten. Wenn nicht alles täuscht, kommt somit der ganzen Seeschlacht bei den Midwavs nur eine sekundäre Bedeutung zu. Dieser javanische Vorstoß sollte freies Feld für die Aktionen gegen Alaska schaffen, mit denen, wie der japanische Sprecher sagt. Japan nunmehr dem Feind die Schwertsvitze an die Kehle

Mit diesen Worten ist die Lage klar und eindeutig ge­kennzeichnet. Die amerikanischen Lügen- und Bagatelli- sierungsversuche sind nur ein Beweis für die Schwere der Schläge, die Roosevelt einstecken mußte. Wenn gleichzeitig mit den javanischen Siegesmeldungen die Achsen-U- Boote über neue Erfolge gegen die Versorgungsschiffahrt in den amerikanischen Gewässern berichteten, so rundet das das Bild. Es ist alles anders gekommen als es sich Roose­velt erträumt. Statt zwei Ozeane zu beherrschen, droht den USA. heute auf beiden Ozeanen die größte Gefahr.

Tokio, 11. Juni. (Funkmeldung). Das japanische Nach­richtenbüro Domei meldet von der Tschekiang-Front: Bei ihrer verstärkten Offenstve in den mittleren Abschnitten der Tschekiang-Provinz rieben die javanischen Streitkräfte dre feindlichen Verbände in drei Schlachten bei Ä in I an, Tschutschou und Tungyang auf. Besonders in der Schlacht von Tschutschou führten die Javaner einen tot» bringenden Schlag gegen den Feinh und vernichteten daber die 16. und die 86. Division des Feindes.

Folgendes Ergebnis der Operationen' in Tschekiang wurden bis zum 9. Juni Betont: Der tieind verlor 11660 Toteund 6 797 Gefangene. An Warfen und Munition wurden erbeutet: 32 Feldgeschütze mit Munition. 34 Eraben- mörser mit Munition. 52 schwere Maschinengewehre. 22 leichte Maschinengewehre und beträchtliche Mengen an Munition und anderem Kriegsgerät.

Die Unternehmungen um Tschutschou führten zu folgenden Ergebnissen:-Der Feind verlor 7101 Tote und

Diese Entscheidung wird mit den Waffen ausge- fochien. aber die Waffen sind die Träger geistigen Ringens, die letzte Instanz, die angerufen wurde, als die Politik der Reaktion eine andere Auseinandersetzung unmöglich gemacht batte. Denn es sind zwei Welten, die kämpfen. Auf der

einen Seite die Revolution der Ordnung, des neuen Aufbaus jener Völker, welche die Fesseln des Systems von 1919 durch­brechen. Auf der anderen Seite — eben die Reaktion.

Die Revolution der Ordnung beruht unter anderem auf dem Willen der Völker, die Formen ihres Staatslebens mit den modernen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen. Deswegen steht auf dieser Seite auch das Volk voran. Der Staat ist eine seiner Ausdrucksformen. Jedes Volk ent­wickelt dabei seine eigenen Methoden: die Zusammenge­hörigkeit ergibt sich aus dem gleichlaufenden Willen.

Diejenigen Staaten, die ihre Existenz erhalten wollen, die den Versuch machen, die modernen Notwendigkeiten des Völkerlebens zu überspielen oder überhaupt zu ignorieren, bilden die andere Seite. Es sind unsere Gegner. Werl sie die modernen Notwendigkeiten leugnen, weil he starr und unbeweglich auf den Grundsätzen verharren, die sie aus dem vorigen Jahrhundert übernommen haben, bilden ne die Reaktion. v .

Die Front der Reaktion mag aus den verschieden­artigsten Elementen zusammengesetzt sein. Sie ist sich einig nicht nur in der Ablehnung und Verharrung, sondern mach in der gemeinsamen Grundlage ihres staatlichen Seins. Die Demokratien sranzöstschen Charakters, die. angelsächsischen Plutokratien. der Bolschewismus des Sowietsystems haben eine gemeinsame Wurzel. Sie sind g^mäß dem Temperament ihrer Völker oder dem Geschick ihrer Regierungen zu ver­schiedenen staatlichen Ausprägungen gelangt.

Gleich ist ihnen allen die Kappe des Liberalismus und Marxismus. , „ ,. , .. , , m

Mit vollem historischen Recht bezeichnet der Bolschewis­mus die Demokratie als seine natürliche Nährmutter. Und mit demselben Recht bezeichnen die Plutokratien den Bolsche­wismus als eine besondere Form der Demokratie. Beide besitzen keine Unterschiede des Wesens, sondern lediglich des Ausdrucks oder der Gesellschaftsform.

So ist das Bündnis, welches die Plutokratien mit dem

Bolschewismus eingegangen haben, durchaus natürlich. Die Rolle des Judentums in dieser Verbindung ist ur­sächlich denn Juden waren und sind die Wegbereiter. Steig­bügelhalter und Propagandisten dieser Systeme, weil sie ihre Nutznießer sind. Aber die Rolle der Juden erklärt auch, weshalb alle diese Staatenbildungen der Reaktion die Blicke nach rückwärts wenden und das vorige Jahrhundert als Grundlage ihres Seins und ihrer Handlungen betrachten. Denn das neunzehnte Jahrhundert war das Jahrhundert der Juden. — In ihm vollzog sich ihre Emanzipation, ihr Aufstieg zur Herrschaft, die Festigung ihrer Organisation

Der Blick nach rückwärts war die Atmosphäre von 1919 bis 1939. Er. ist es auf der Gegenseite heute noch: seine typische Haltung setzte sich im Kriege fort, als die Armeen unserer Feinde mit den Grundsätzen der Vergangenheit in die Schlackten zogen und infolgedessen nicht geschlagen, son­dern vernichtet wurden. Denn auch das moderne tak­tische Denken kann nur aus dem Allgemeinempfinden der modernen Entwicklung kommen: es ist unmöglich, auf den alten Lebensgrundsätzen fußend, den militärischen Sektor allein einfach zu imitieren. So ergeben sich die richtigen Perspektiven für die englische Blockade und den Kriegs- eintritt Amerikas. Beide werden den modernen Grund­sätzen und ihrer Anwendung unterliegen und nicht nut ge­schlagen. sondern vernichtet werden.

5 720 Gefangene. An Waffen und Munition erbeutet: 25 Feld- und Eebirgsgeschiitze mit beträchtlichen Munitions­mengen. 20 Erabenmörser mit Munition, 36 schwere und 156 leichte Maschinengewehre, große Mengen Handfeuerwaffen. Munition und anderes Kriegsgerät.

Die javanischen Verluste betrugen bei diesen Unter­nehmungen 383 Tote, von denen 218 auf die Operationen bei Tschutschou entfallen.

Das Grohtreuz für Kallay

Vom Führer dem ungarischen Ministerpräfidenten verliehen

Berlin, 10. Juni. Der Führer hat dem kgl. ungarischen Ministerpräsidenten und Außenminister von Kallay das Eroß- kreuz des Deutschen Adlerordens verliehen.

Der kgl. ungarische Ministerpräsident und Außenminister von Kallay hat nach seinem Besuch im Führer-Hauptquartier beim Verlassen des deutschen Reichsgebietes an den Führer folgendes Telegramm gerichtet:

„Bevor ich die Grenzen des Deutschen Reiches überschreite, möchte ich Ew. Exzellenz für die mir zuteil gewordene freund­schaftliche Ausnahme auf das herzlichste danken. Es war mir ein großes Erlebnis, in diesen schicksalsschweren Tagen im Hauptquartier Ew. Exzellenz weilen zu können. Der unbe­dingte Siegeswillen des deutschen Volkes und seines Führers hat meinen unveränderten Entschluß noch gefestigt, am gemeinsamen Abwehrkämpf dem gegebenen Worte treu mit höchster Kraftentfaltung teilzunehmen: Auf den Sieg der gerechten Sache fest vertrauend, bitte ich, Exzellenz, den Aus­druck meiner ausgezeichneten Hochachtung genehmigen zu wollen!"

Ungarn im Zeichen der Arbeit

Ministerpräsident Kallay empfing am Dienstag im Abge­ordnetenhaus Vertreter der ungarischen Presse und äußerte sich über zeitgemäße innenpolitische Fragen. Kallay erklärte, in diesem Sommer werde das gesamte Land im Zeichen der Arbeit stehen. Die Erfahrungen und die Eindrücke seines Deutschlandbesuches hätten zu dem Entschluß beigetragen, die ge­samte Kraft des Landes auf die Lösung der nationalen Aufgaben zu konzentrieren. Zu den großen Aufgaben zähle in e r st e r Linie die Kriegsteilnahme. Die Höchststeigerung der gesamten Produktion Ungarns sei ebenfalls Pflicht und die ge­ringste Stockung und Hemmung in dieser Richtung seien unzulässig. Kallay erklärte abschließend, er und seine Regierung müßten und würden sich diese Gesichtspunkte stets vor Augen halten.

Berlin, 10. Juni. Aus Karatschi berichtet das Sntische Reuterbüro in knappen Worten, daß in der indischen Landschaft S i n d h das Kriegsrecht auf ein weiteres Gebiet ausgedehnt wurde Nur IV« Zeilen ist diese Meldung lang, aber dafür spricht sie Bände Sie beweist, welchen unüberwindbaren Schwierigkeiten die englische Herrschaft gegenübersteht. Die Provinz Sindh ist zum größten Teil von Mohammedanern bewohnt deren Existenz immer den Engländern den gewünschten Vorwand gab, Indien die Freiheit und Einheit zu verweigern. „Wir können die mohammedanische Minderheit nicht der hinduisti­schen Mehrheit ausliesern", das war die beliebte Ausrede der britischen Staatsmänner. Jetzt aber zeigen die Mohammedaner der Landschaft Sindh durch ihre Aufstände selbst, was sie von der englischen Herrschaft halten. •

Einst waren di- Moslim die stolzen Herren des Landes, und di- englischen Händler bettelten unterwürfig am Hof des Groß­moguls um das Recht, Handel treiben zu dürfen. Ganz demütig waren sie, die Engländer, und jeder Gedanke an Landerwerb und Einmischung in die Politik schien ihnen fern zu liegen Aber nur allzubald warfen die Wölfe den Schafspelz ab, und binnen 350 Jahren hatten die „bescheidenen" Engländer das ganze Mogul- reich eingesteckt. Kaiser Bahadur Schah II. wurde abgesetzt und mußte nach Rangun in die Verbannung gehen. Zwei kaiserliche Prinzen fielen englischer Mordlust zum Opfer. Der Freiheiiswille des Volkes wurde 1843 in der Schlacht von Mianr gebrochen: Die Fürsten wurden abgesetzt, und Sir Charles James Napier, der selbst das Vorgehen eine Schuftigkeit nannte, wurde Gouverneur.

Jetzt haben aber auch die Mohammedaner Indiens erkannt, daß die Stunde der Entscheidung gekommen ist. Nach zuverlässigen Meldungen die von ausländischen Korrespondenten der Zeitung „Vanguardia" gegeben wurden, handelt es sich um Angriffe einer auf 12000 Mann geschätzten, gut ausgerüsteten und wohl­trainierten Truppe von Hur-Kriegern, die von dem erst 34 Jahre alten Pir Pagard geführt wird, der Anspruch daraus erhebt, König von Sindh zu werden.

Pir Pagard ist der volkstümliche Name des gegenwärtigen Vir Sibqbatullah Schah, der in der Sindh-Provinz an der Grenze von Belutschistan als eigenmächtiger König herrscht. Er übernahm

Ritterkreuzträger Haiule gefallen

Berlin, 10. Juni. Der Ende September 1941 vom Führer mit dem Ritterkreuz ausgezeichnete Oberwachtmeister Adolf H a i n l e ist am 22. Mai. 1942 seiner- in den schweren Kämpfen südostwärts des Ilmensees erlittenen Verwundung erlegen.

Schon im Westfeldzug erwarb Oberwachtmeister Hainle durch seinen hervorragend tapferen Einsatz das Eiserne Kreuz II. und I. Klaffe. Gleich am ersten Angriffstag im Osten erzwang er, als er eine schwache Stelle in der feindlichen Abwehrfront erkannt hatte, den Durchbruch und zerschlug durch einen kühnen Flanken­stoß einen feindlichen Gegenangriff. Ihm ist es zu verdanken, daß die Vorausabteilung noch am Nachmittag des ersten Angriffstages den Njemen erreichen und überschreiten konnte.

In den Herzen seiner Kameraden wird er weiterleben, so groß und stark, wie er kämpfte und siegte.