Wiesbadener Tagblatt
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Nummer 133
Mittwoch, 10. Juni 1942
90. Jahrgang
Als Blutzeuge des Reiches gefallen
Der Führer, die Bewegung und Deutschland nahmen Abschied von Reinhard Heydrich
wollte Italien hilflos machen. Das
Gegenteil trat ein.
ver-
Heinrich Himmler: ein Mahner unseres Volkes
Die Japaner auf den Aleuten
stolzer Trauer
Rede
(Weltbild.)
Verdienste Kameraden
Der Staatsakt für h -Ober- gruvpenführer und General der Polizei Heydrich
ge- die
Der Überraschungsangriff aus Dutch Harbour (Alaska) — Heftige Angriffe aus die Insel Midway — Zwei feindliche Flugzeugträger und ein Transporter versenkt, 134 Flugzeuge vernichtet
tragenen großen seines Heydrich.
bald begonnen. Der Hafen von Dutch Harbour wurde zu einem Flottenstützpunkt ausgebaut, mit großen Brennstofflagern und Befestigungsanlagen versehen. Verschiedentlich war bereits davon die Rede, daß Roosevelt im Rahmen der Hilfe für die Bolschewisten Stützpunkte ■auf der sowjetischen Halbinsel Kamschatka und im Gebiet von Wladiwostok verlangt habe. Rach dem Scheitern der ursprünglichen Offensivvläne gegen Japan über die strategische Linie im Mittelvazisik: Hawai—Wake—Guam— Philippinen, trat in der letzten Zeit in den amerikanischen ..Ofienßvträumen" die nördliche Route Alaska—Aleuten— ' Kamschatka in den Vordergrund. Der Angriff der javanischen Seektreitkräfte gegen die USA.-Pofitionen auf den Aleuten hat jedoch gezeigt, daß Tokio nicht daran denkt einer möglichen Bedrohung seiner Nordflanke tatenlos zuzu- sehen.
gang, bleibt vor dem Katafalk stehen und grüßt den Toten, der alles für ibn gab, mit erhobenem Arm.
Die Klänge der Trauermusik aus der Götterdämmerung vckn Richard Wagner schweben durch den Saal, gespielt von der Staatskapelle unter Leitung von Pros. Heger. Als sie klungen sind, tritt der Reichssührer ff an das Rednerpult.
Italien zwei Jahre im Krieg
Am 10. Juni jährt sich zum zweitenmal der Tag, an dem Italien als Verbündeter Deutschlands zu den Waffen griff. Es tat das- aus eigenem Entschluß, nachdem die Herausforderung Englands und seiner Kumpane das Maß des Erträglichen Überschritten hatte. Zu diesen Herausforderungen fühlten die Plutokraten sich u. a. dadurch ermuntert, daß der Führer, als der Kampf gegen das deutsche Volk am 3. September 1939 vom Zaun gebrochen wurde, das Militärbündnis mit Italien nicht ange- rufcn hatte. Darauf spekulierte man Überall da. wo die Todfeinde des Nationalsozialismus und Faschismus sich ein Stelldichein gaben. Diese Tatsache werteten sie als einen Beweis für ihre seit jeher vertretene Ansicht, daß das Bündnis zwischen Deutschland und Italien nicht von langer Dauer sein werde. England versuchte mit allen Mitteln, die es seit jeher fremden Völkern gegenüber zur Anwendung gebracht bat, Italien unter Druck zu halten. Daran lag ihm sehr viel, weil es unter allen Umständen verhindern wollte, daß das Mittelmeer Kriegsgebiet werde. Das Mittelmeer gehört nun einmal zum Hauvtnerpenstrang des britischen Weltreiches. Der Druck auf Italien ging so weit, daß England und Frankreich int Frühjahr 1940 die italienischen Koblenzufuhren zur See sperrten. England
dieser Erde wieder zurückzugeben und hernach, so wie er gelebt und gekämpft hat, weiterzufechten, seinen Platz mit auszufüllen.
Der Lebensweg des großen Toten
Reinhard Heydrich wurde am 7. März 1904 in Halle an der Saale geboren. Er besuchte Bolksschule und Reformgymnasium. Schon in seinen Schuljahren, die nach dem Jahre 1918 in die Zeit des großen Niederbruches unseres Volkes fielen, war der junge Schüler mit sechzehn Jahren in seiner glühenden Liebe zu Deutschland als Melder im Freikorps „M ä r k e r" und als Freiwilliger im Freikorps ,.H a l l e" in dem damals so roten Mitteldeutschland tätig. Im Jahre 1922, in einer Epoche, die alles Soldatische ablehnte, tritt er als begeisterter Offizier a n w ä r t e r in die Reichsmarine ein. Im Jahres 1926 wird er Leutnant, 1928 Oberleutnant zur See. Im Jahre 1931 schied et aus der Reichsmarine aus.
Heydrich, gewesener Oberleutnant, trat nun als einfacher ^-Mann in die kleine Hamburger Staffel ein und machte Dienst tm Saalkampf und in der Propaganda. Bald danach holte ich ihn mir^nach München und übertrug ihm in der noch recht kleinen Reichsführung ff neue Aufgaben.
(Fortsetzung auf Seite 2)
Auch in dieser Situation bewährte sich die deutschitalienische Schicksalsgemeinschaft, die zur Waffenbrüderschaft wurde, als der Duce nach zahllosen Warnungen an die Kriegshetzer allen weiteren Provokationen durch die Kriegserklärung ein Ende Machte.
Als verantwortungsbewußter Führer seines Volkes bat Mussolini die Kräfte seiner Gegner keinen Augenblick unterschätzt, zumal England vor zwei Jahren noch Über erhebliche Bkachtmittel verfügte und die Lage Italiens und seines Imperiums mancherlei schwer zu verteidigende Angriffspunkte bot. Gerade als Führer wußte er aber auch, vjelcher Leistungen das im Faschismus geeinte Volk fähig ist und vor allem, daß die Heimat sich auf die Wehrmacht verlassen kann. In den zwei Jahren Krieg haben Italiens Heer, Marine und Luftwaffe sich auf den verschiedensten Kriegsschauplätzen in zahllosen Schlachten bewährt. Schulter an Schulter mit deutschen Soldat en und den anderen Verbündeten, die inzwischen zu uns gestoßen sind, kämpfen fie in Nordafrika, an der Ostfront und vor der Küste der Vereinigten Staaten. Das gemeinsam vergossene Blut besiegelt das unverbrüchliche Bündnis mit Deutschland, das auf der Freundschaft der beiben Führer sowohl als auch der beiden Völker beruht, während der Dreimächtepakt die unerschütterliche Grundlage der weltweiten politischen, und militärischen Solidarität der freibeit- liebenden Völker im Kampfe gegen die Kriegsverbrecher und raumfremden internationalen Mächte ist.
Am ersten Jahrestag des Kriegseintritts umriß Musfo- nni in einer Rede vor der Faschistischen und Korporativen Kammer unter dem jubelnden Beifall seiner Zuhörer die deutsch-italienische Zusammenarbeit mit den Worten: „Wir marschieren zusammen, wir kämvfen zusammen, und wir werden gemeinsam siegen." Inzwischen bat Italien dieses Wort seines Duce in einem weiteren Jahr harter Kömvie. großer Ovfer. aber auch stolzer Erfolge wahrgemacht. Es bat damit einen weiteren Beitrag zum Endsieg geliefert, der auch dem italienischen Volk die Freiheit und die Entfaltung seiner reichen Kräfte sichern wird.
Blick in den Mosaiksaal der Neuen Reichskanzlei während des feierlichen Staatsaktes für den Stellvertretenden Reichsvrotektor. ff- Obergruovenführer und General der Polizei, Reinhard • Heydrich. Reichs- fübrer ff und Chef der deutschen Polizei, Heinrich Himmler, würdigt in einer von
Tokio, 10. Juni. (Funkmeldung.) Das Kaiserliche Hauptauartier gab am Mittwoch um 14.30 Ubr bekannt, daß im östlichen Pazifik operierende Seestreitkräfte einen Ü b e r- raschungsangriff auf Dutch Harbour in Alaska, sowie auch gegen die ganze Inselgruppe der Aleuten aus- führten. Seestreitkräfte unternahmen am 5. Juni auch heftige Angriffe auf die Insel Midway, wobei den Verstärkungen der in diesem Gebiet stehenden feindlichen Flotte schwere Schäden zugefügt wurden und außerdem auch die Flotten und Luftwaffeneinrichtungen des Feindes schwer beschädigt wurden.
Am 7. Juni kämpften japanische Seestreitkräfte tm engen Zusammenwirken mit Truppen des Heeres eine Anzahl feindlicher Stellungen auf den Aleuten nieder. Sie fetzen jetzt diese Operationen fort.
Die Kaiserlich japanische Marine versxnkte bei den Operationen in der Nähe der Insel Midway einen Flugzeugträger der „Jnterprise"-Klakse und einen weiteren der „Hornel"-Klasse von je 19 900 Tonnen. 120 feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Wichtige militärische Ziele wurden vernichtet.
Im Gebiete von Dutch Harbour wurden 14 feindliche Flugzeuge entweder abgeschossen oder vernichtet und ein großer feindlich er Transporter versenkt. Javanische Luststreitkräfte vernichteten durch Bombenwurf an zwei Stellen Gruppen großer Öltanks, die in Brand gefetzt wurden, sowie auch eine große Flugzeugballe.
Die javanischen Verluste werden wie folgt angegeben : ein Flugzeugträger versenkt, ein Flugzeugträger schwer beschädigt, ein Kreuzer beschädigt und 35 Flugzeuge bisher vermißt.
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wt. Ein Blick auf die Karte, die wir gestern veröffentlichten, genügt, um die strategische Bedeutung der Aleuten - Inseln zu erkennen. Sie schieben sich von dem Festland Alaskas aus etwa 1700 Kilometer weit in den Nordpazifik vor und nähern sich mit ihrer westlichsten Spitze, der A t t u - I n s e l, bis auf 750 Kilometer der ostsibirischen, in sowjetischem Besitz befindlichen Halbinsel Kamschatka. Abgesehen davon, daß die Aleuten den nächsten Seeverbindungsweg nach dem ostasiatischen Besitz der Sowjetunion begleiten, stellen fie eine Angriffsbasis gegen die javanische Nordflanke dar. Die westlichste Aleuten-Jnsel ist nur noch etwa 1000 Kilometer von den nördlichsten Ausläufern der javanischen Kurilen-Inseln entfernt. Seit 1936 schenkt Washington ben Aleuten größte Beachtung und begann lyitei Benutzung natürlicher Häfen diese Jnselgruvve zu einer wichtigen Flottenbasis und zu einem Svrungbrett der USA. -Luftwaffe auszubauen. Mit der Befestigung verschiedener Aleuten-Jnseln wurde als-
„Mein Führer!
Liebe Familie Heydrich!
Verehrte Trauergäste!
Mit dem Tode des jj-Obergruppenführers Reinhard Heydrich, des Stellvertretenden Reichsprotektors in Böhmen und Mähren und Chefs der Sicherheitspolizei, hat die nationalsozialistische Bewegung abermals einen opfervylken Beitrag zumFretheitskampf unseres Volkes gegeben.
So unfaßbarofür uns der Gedanke war, daß dieser strahlende, große Mensch nach kaum vollendeten 38. Lebensjahr nicht mehr unter uns weilen und in seiner Freunde Mitte kämpfen jollte, so unersetzbar sein einmaliges Können, verbunden mit einem Charakter von seltener Reinheit und einem Verstand von durchdringender Logik und Klarheit ist, so würden wir nicht in seinem Sinne handeln, wenn wir nicht hier an seinem Sarge die heldischen Gedanken vom Stirb-und Werde, die einstmals unser Volk beim Tode ihter Liebsten bewegt haben, wieder zu unseren eigenen machen würden.
In diesem Geist wollen wir die Feier zu seinen Ehren begehen, von seinem Leben erzählen, von- seinen Taten sagen, um dann die stoffliche Hülle dem ewigen Kreislauf alles Seines auf
und Kriegsmarine. Auf den Stufen des Podiums sind Kränze niedergelegt, auf einem Ständer zur Rechten der mit weißen Kallas und Lilien geschmückte Kranz des Führers. Über den schwarzverkleideten Pylonen lodern die Flammen.
Gegen 15 Uhr haben die Trauergäste Platz genommen. Es sind wohl vollzählig vertreten alle Reichsminister, alle Reichsleiter und Gauleiter, die hohe Generalität und Admiralität der Wehrmacht, das gesamte Führerkorps der ff und der Polizei. Auch die diplomatischen Vertreter sind anwesend. In der ersten Reihe steht man zur Rechten den Reichsmarschall und den jj-Oberst-Eruppensührer und Generaloberst der Polizei D a l u e j e , den kommissarisch beauftragten Nachfolger jj-Ober- gruppensuhrer Heydrichs, den Reichsaußenminister von R i b b e n - tro p sowie den ständigen Vertreter des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren, Staatssekretär js-Eruppenfühier K. H. Frank, zur Linken Staatspräfident Dr. H a ch a mit den Mitgliedern der Protektoratsregierung.
Stille und Erwartung liegt über dem Raum. Kurz vor Beginn der Trauerfeier trifft Brigadeführer Gebhardt mit den beiden Söhnen des toten jj-Obergruppensührers im Mosaik- saal ein. Frau Heydrich muß mit Rücksicht auf ihren Gesundheitszustand dem Trauerakt fernbleiben.
Dann betritt der Führer, begleitet vom Reichsführer ff, Heinrich Himmler den Saal. Er durchschreitet den Mittel-
Der Aufruhr in Indien
Weitete Truppen in die Provinz Sind entsandt
Bangkok, '9. Juni. Rach Berichten des Rundfunksenders Delhi hat sich der Aufruhr in der Provinz Sind weiter ausgedehnt und an Stärke zugenommen, so daß weitere Truppen in die betroffenen Gebiete entsandt werden mußten. Das Kriegsrecht wurde' über weite Bezirke verhängt.
Weiter heißt es, daß 20 bewaffnete Inder ein Dorf angegriffen und vier Bewohner getötet haben, die Widerstand leisteten. Inzwischen melden- die Engländer weiter, sie hätten eine Anzahl der Inder gefangen, u. a. einige Führet in zwei Städten, die östlich des Jndusfluffes liegen.
Die Höchte Auszeichnung verliehen
Berlin, 9. Sunt. Am Dieiistagnachmittag sand im Mosaik- faal der Reuen Reichskanzlei in Gegenwart des Führers der feierliche Trauerakt für den seiger Mörderhand zum Vpfer gefallenen Stellvertretenden Reichsprotektor in Böhmen und Mähren, ^-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, statt. Dem Staatsakt wohnten alle führenden Männer des nationalsozialistischen Staates, der Partei und Wehrmacht, das gesamte Führerkorps der ff und der Polizei bei. Der Staatsakt gab der Trauer der nationalsozialistischen Bewegung und des deutschen Volkes beredten Ausdruck, er wurde darüber hinaus zu einem flammenden Bekenntnis z u den Symbolen, für die Reinhard Heydrich gefallen ist.
Der feierliche Staatsatt
Im Ehrenhof der Neuen Reichskanzlei hatte ein Ehren- BataillonderWaffen-jj Aufstellung genommen. Auf den Stufen der Freitreppe, vor Arno Brokers sinnbildhaften Figuren „Partei" und „Wehrmacht" türmten sich die Kränze, Zeichen der Verehrung und der Teilnahme. Mit der Hakenkreuzfahne, für die er lebte und starb, ist der.Sarg im Mosaiksaal auf-- gebahrt. An der Kopfseite des Katafalks, vor der mit dem schwarzen Tuch der. js-Fahne ausgeschlagenen Tür, stehen die Fahnenträger mit den ruhmbedeckten Zeichen der Waffen-ss, des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, vor ihnen zwei Standarten der ff. Zur Rechten und zur Linken der Bahre stehen je vier Ehrenwachen, hohe Vertreter der Waffen-sj, des politischen Führerkorps der NSDAP., hohe Offiziere von Heer, Luftwaffe
